Ich weiß nicht weiter.
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Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
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Nina
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Ich weiß nicht weiter.

Post 1 im Thema

Beitrag von Nina »

Hey,

Ich schreibe hier weil ich nicht mehr weiter weiß und ich mir auch gerade nicht helfen kann. Ich habe mir anfang des Jahres eine Psychologin gesucht die sich mit Transgender auskennt. Sie war auch super lieb und ich hätte auch mit den Hormonen anfangen können, ich habe mich total gefreut. Ich habe mir danach aber auch gedanken gemacht was mit meiner Familie passieren wird, was mit meiner Frau und meinen Kindern danach ist. Also habe ich mit meiner Psychologin geredet und ich habe ihr gesagt dass ich mit den Hormonen nicht anfangen kann, weil ich Angst habe meine Familie zu verlieren und sie sagte mir das sie es versteht, aber das ich daran kaputt gehen werde. Wir haben dann die Therapie abgebrochen. Jetzt kommen meine Probleme ich kann nicht mehr schlafen liege nachts wach und mache mir nur noch gedanken und muss weinen. Ich habe kein Appetit mehr und wenn ich was Esse wird es mir nur noch übel. Ich könnte den ganzen Tag nur noch Heulen, mein Tag fliegt einfach so an mir vorbei und ich bekomme es nicht richtig mit, weil ich immer wieder nur nachdenke. Ich wünsche mir jeden Tag das ich einschlafe und nicht mehr aufwache, damit das alles ein ende hat.

Vielleicht habt Ihr einen Rat für mich.

Lg Nina

Ps. Entschuldigt bitte Rechtschreib fehler.
Sei nie zu Feige etwas zu tun, was dein Leben verändern würde, denn es könnte deine größte Chance sein
hannah51
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Re: Ich weiß nicht weiter.

Post 2 im Thema

Beitrag von hannah51 »

Liebe Nina,
das Gefühl das Du schilderst, kommt mir bekannt vor.
Ich verstehe die Angst um den Verlust Deiner Familie.
Niemand kann Dir sagen, welches der richtige Weg für Dich ist.
Was ich Dir gerne sagen möchte ist dieses;
Versuche auf jeden Fall den Kontakt zu Deiner Therapeutin wieder aufzuhehmen.
Vielleicht auch die Therapie fortzusetzen, erstmal ohne ein "richtiges" Ziel zu haben.
Einfach um begleitet zu sein.
Ich glaube, daß Dir das helfen kann, den Zustand der Verzweiflung auszuhalten und zu überstehen.
Schlau gesagt, ich weiß...
ich war vor etwa einem Jahr in gleicher Situation , habe den Therapeuten angerufen und alle Termine abgesagt.
Er war schließlich soweit gegangen, mich sogar in eine Klinik wegen der Selbstgefährdung einweisen zu lassen.
Er hat täglich bei mir angerufen bis ich nach ein paar Tagen wieder zu ihm gegangen bin.
Das Ergebnis heute ist nicht viel klarer, aber ich kann täglich neu versuchen damit umzugehen.
Ich wünsche Dir so sehr, daß Du diese Krisensituation überstehst.
nicht für Deine Frau, auch nicht für Deine Kinder, sondern für DICH
Du wirst noch so oft die Wahl einer Entscheidung haben, glaub mir !!
Liebgemeinte Grüße
und die besten Wünsche für Dich !!
hannah51
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Re: Ich weiß nicht weiter.

Post 3 im Thema

Beitrag von hannah51 »

Liebe Nina
den ersten Schritt hast Du schon gemacht, indem Du mich Deine Gedanken lesen liesest..!!
Danke für den Mut und die Offenheit und--- weiter dran bleiben
nochmal liebe Grüße
Hannah
YvonneTV
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Re: Ich weiß nicht weiter.

Post 4 im Thema

Beitrag von YvonneTV »

Hallo Nina,

wir haben uns grade erst auf dem Transtalk kennen gelernt, auch wenn wir nicht so viel gesprochen hatten, ich fand Dich gleich super sympathisch (smili)

Deine Zeilen machen mich jedoch traurig und zugleich kann ich Vieles davon verstehen, ein Stück weit nachfühlen. Sicher hat jede von uns genau Ihre Gefühle und doch gibt es auch so oft Gemeinsamkeiten. Ich möchte jetzt hier nicht viel von mir erzählen, dennoch ein paar Gedanken, die Dir helfen mögen, dass Du mit Deinen Gedanken und vor allem Gefühlen etwas klarer wirst !

Zunächst einmal hierzu "Ich wünsche mir jeden Tag das ich einschlafe und nicht mehr aufwache, damit das alles ein ende hat"
Entschuldige die wohl fast schon naiv klingende Frage, doch: Bist Du Dir da sicher ???
Ich kenne dieses Gefühl leider auch sehr gut (zum Glück ist das nicht mehr so) und was mir geholfen hat war schlichtweg die Tatsache, dass ich irgendwann erkannt habe, dass ich KEIN Ende wollte, sondern eben "nur" dass diese unerträglichen grausamen und erdrückenden Gefühle aufhören !!! Ein gewaltiger Unterschied - zumindest für mich. Denn wenn es nicht um dass Gehen, das Ende geht, sondern um diese grausame Gefühlslage, dann kannst auch Du damit möglicherweise anders umgehen.

Ich mag Dir keinen Rat geben, bitte aber zu bedenken, nichts zu überstürzen. Ich denke Du musst Dir erst mal klar werden, wie Dein Weg aussehen kann. So wie ich es grad in Deinem Thread vor einem Jahr nachgelesen habe, weiss Deine Frau ja schon einige Zeit Bescheid weiss. Wie steht sie zu Deiner HRT ? Wie steht sie heute zu Steffi ?

Ich glaube das Wichtigste ist es, erst mal die Überzeugung zu finden, dass es DEINEN Weg gibt !!! Egal wie er aussehen mag. Egal wie unklar das heute ist. Du bist ein liebevoller Mensch - so habe ich Dich, wenn auch nur kurz, kennen gelernt. Gib Dir Zeit und hole Dir Informationen, Gedanken, ... bei der Thera, bei SHG's, bei Freunden/-innen, hier im Forum.

Nur meine Gedanken ... ich hoffe sehr, dass sie Dir ein ganz klein wenig helfen können .... möchte Dir gleichzeitig weder zu nahe treten, noch Dich mit den Worten verletzen.

Pass auf Dich auf und mach bitte nichts unüberlegtes !!! Du bist wertvoll, Du bist jung, Du hast so viele Möglichkeiten - das bedeutet nicht immer geradlinig und einfach, doch gib Dir die Zeit die Du brauchst und doch tauch hierbei nicht in irgendwelchen Grübel-Spiralen ab - die kenne ich zu gut. Da wird aus schwarz noch viel schwärzer.

Ich drück Dich mal feste !!!
Ganz liebe Grüsse - Yvi
JaquelineL
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Re: Ich weiß nicht weiter.

Post 5 im Thema

Beitrag von JaquelineL »

Liebe Nina,

auch ich habe (Ende Januar) meine Transition auf unbestimmte Zeit unterbrochen, trotz bestehender Freigabe für die Hormontherapie und ansonsten günstiger Prognose aller beteiligter Fachleute, nachdem ich die zerstörerischen Auswirkungen auf meine Partnerin nach drei Wochen "Alltagstest" nicht mehr verantworten konnte.

Die Auswirkungen auf mich waren zuerst katastrophal.

Du hast bislang nichts darüber geschrieben, wie Dein Verhältnis zu Deiner Familie im Moment aussieht und auch nicht, wie lange Dein Entschluss her ist. Ich habe Monate gebraucht, bis ich wieder halbwegs funktionierte, aber immerhin ist es mir gelungen, die dunkelsten Phasen unverletzt zu überstehen.

Weil andere auf "suizidale Anzeichen" in Deinem Text reagiert haben: Falls Deine Gedanken wirklich in diese Richtung gehen, nimm' bitte umgehend Kontakt mit Deiner Therapeutin auf. Mich hat vom Suizid immer abgehalten, dass meine Familie dann ebenso zu leiden hätte wie unter meiner Transition. Dann doch lieber leben und zumindest aus der Ferne helfen können... Wenn es nur die Gedanken sind, dass es bitte bald ein Ende habe, kann ich dies nur zu gut verstehen: Meine größte Hoffnung war, dass ein fetter Komet unser ganzes Land auslöschen würde und so niemand mehr übrig bliebe, der unter meiner Situation und meinem Ausweg zu leiden habe. Und auch ich nicht mehr.

Falls Du nicht mehr herausfindet aus Deinem Loch, kann Dir vielleicht ebenso Deine Therapeutin helfen. Wobei ich ihren Ansatz, zu wissen, dass Du daran kaputt gehen würdest, sehr unprofessionell finde. Du brauchst jemanden, der Dir und euch hilft, einen Weg zu finden. Oder herauszufinden, dass es diesen Weg nicht gibt, um dann andere Konsequenzen zu ziehen.

Ich habe auch ohne Therapeuten weitergefunden, indem ich mir drei zu erreichende Ziele gesetzt habe: die erste Zeit zu überleben, dann wieder am Leben teilzunehmen und dann irgendwann auch wieder ein lebenswertes Leben zu haben. Das erste Ziel hat mich rund 3 Monate beschäftigt, das zweite scheine ich mittlerweile auch geschafft zu haben. Falls ich das dritte Ziel in den nächsten zwei Jahren schaffe, würde ich das schon ganz ok finden.

Steht Dir Deine Frau im Moment zur Seite, unterstützt sie Dich? Ich meine nicht "bei der Transition", sondern aktuell bei Deinem Tief? Diesen Teil gemeinsam anzugehen kann im besten Fall eure Beziehung stärken. Und selbst wenn am Ende der Weg doch über Hormone führt: Du hast Deiner Familie gezeigt, dass Dir an ihnen liegt und dass Du selbst das ultimative Mittel, den Abbruch der Transition, versucht hast. Das kann das Zünglein an der Waage sein wenn es darum geht, dass Deine Frau/Familie sich ebenso um alles bemüht, gemeinsam den weiteren Weg zu beschreiten.

Bleib bitte im Gespräch, mit uns, aber auch mit allen, die Dich im Moment unterstützen können.

Liebe Grüße
Jackie
Today is the first day of the rest of my... forget it.
Nobbi56
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Re: Ich weiß nicht weiter.

Post 6 im Thema

Beitrag von Nobbi56 »

Hallo Nina,

ich bin sehr betroffen von Deinem Bericht und kann mich den guten Wüschen und Appellen der Vorrednerinnen nur anschließen (flo)

Aber wenn Du wieder einmal in Deiner Verzweiflung denkst
ch wünsche mir jeden Tag das ich einschlafe und nicht mehr aufwache, damit das alles ein ende hat.
solltest Du auch daran denken, was würde DANN aus Deiner Familie werden? Deine Familie braucht Dich und liebt Dich - und sicher nicht "nur" als (Ehe-)mann und Vater, sondern vor allem als einen fürsorgenden und liebevollen MENSCHEN! -, und würdest Du plötzlich nicht mehr da sein, wäre das furchtbar schlimm und traurig für sie! Das kannst, das willst du ihr doch nicht antun, oder?

Ich kann nachvollziehen, dass Du solche dunklen Gedanken hast, aber bitte lass' Dich nicht von ihnen weiter hinab ziehen! Kämpfe gegen diese Resignation an, auch mit fremder Hilfe wenn nötig, und versuche, aus diesem tiefen Tal ganz langsam, ganz vorsichtig, aber Schritt für Schritt wieder nach oben ins Licht zu steigen - es wird ein mühsamer, steiniger, vielleicht nicht immer geradliniger Weg werden, aber Du solltest ihn trotz aller momentanen Niedergeschlagenheit beherzt angehen - nicht nur um Deiner selbst und Deiner Zukunft, sondern auch um Deiner Familie Willen. Alles Weitere wird sich - wie es am Ende auch ausgehen mag - finden und fügen, da bin ich ganz zuversichtlich (yes)

LG N.
ULI67
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Re: Ich weiß nicht weiter.

Post 7 im Thema

Beitrag von ULI67 »

Hallo Nina,

Ich glaube es wurde hier schon alles gesagt. Du bist jung und hast Zeit, bitte überstürze nichts und hör nochmals tief in dich rein. Ich wünsche dir die Kraft die du dafür brauchst und ganz wichtig....vielleicht sollte man auch überlegen ob die Psychologin auch verfrüht dir die Hormone zugesagt hat. Ich denke mal böse gesagt, die verdienen daran. Da gehört natürlich auch das Umfeld mit durchleuchtet. Was kann passieren wenn... und wenn das passiert, kannst du damit umgehen? Das scheint bei dir nicht geschehen zu sein. Manchmal ist ein Kompromiss besser als eine feste Entscheidung. Du hast hier sehr viele Schwestern die dir gerne nach ihren Möglichkeiten Hilfe geben. Das hier ist auch irgendwie eine Familie für uns.
LG Uli
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ExuserIn-2019-12-20

Re: Ich weiß nicht weiter.

Post 8 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-20 »

Hallo Nina (moin)

Erst einmal hast Du einen wichtigen Schritt getan indem Du hier offen drüber reden kannst und Dir Hilfe suchst.

Wenn dieser Zustand schon länger als 2 Wochen anhält, deutet das auf eine Depression / depressive Verstimmung hin.
Glaube mir, da kenne ich mich leider ein wenig mit aus.

Also wenn ich Dir einen Rat geben kann, zu allererst solltest Du, wie schon geschrieben, die Therapeutin wieder aufsuchen.
Wenn eine gute Basis zwischen Euch war, um so besser.

Des weiteren hilft wohl nur reden reden reden.
Und zwar mit deiner Frau.
Wie hält sie es mit der möglichen Transition?
Sprich Hormone und etc...
Würde sie den Weg mit Dir gehen?

Ich kämpfe leider auch mit mir und diesen Fragen, und das schon seit fast zwei Jahren.
Meine Frau wird den Weg nicht mitgehen aber verlassen etc kann ich sie auch nicht.
Aber das ist ja hier nicht das Thema :wink:

Wichtig für Dich ist aber wohl auf die innere Mitte zu hören.
Ich wünsche Dir alles Glück der Welt und hoffentlich geht es Dir bald wieder besser (yes) (flo)

Lg,

Anna (moin)
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Re: Ich weiß nicht weiter.

Post 9 im Thema

Beitrag von Nina »

Hey

Danke für eure sehr netten Antworten und Tipps.

Was das weiter machen mit der Therapie angeht, so habe ich das Gefühl das die Psychologin eigentlich nur weiter machen möchte wenn ich den Weg gehen werde. Weil sie zu mir sagte wenn ich bereit bin den Weg zu gehen kann ich mich wieder melden.

Meine Frau kennt mein Problem, würde so wie sie sagt den weg mit mir gehen. Sie weiß das ich Angst habe sie zu verlieren, was sie versteht als ich ihr sagte das ich mit den Hormonen nicht anfangen kann. Sagte sie es ist meine Entscheidung, insgeheim so denke ich ist sie froh darüber das ich mich dagegen entschieden habe.

Sie weiß auch von meiner jetzigen Situation und ich versuche auch mit ihr darüber zu reden, aber leider kann sie nicht gut Reden sie ist ein Mensch der lieber schweigt und denkt manche Probleme lösen sich von alleine. Sie sagt mir dann das sie mir bei den Problemen leider nicht helfen kann.

Lg Nina
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Re: Ich weiß nicht weiter.

Post 10 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Dass deine Frau deinen Weg mitgehen will, ist doch wunderbar. Also sprich zuerst mit ihr, wie ihr beide das ganze verarbeiten könnt. Denn meiner Meinung nach wird deine TS nicht mehr "verschwinden" sondern sich im Laufe der Zeit gar noch verstärken.
Und zu deiner Therapeutin gebe ich dir den Rat eine neue zu suchen. Eine Therapie gleich abzulehnen, weil du noch nicht sicher bist, den Weg zu gehen, ist echt krass und nicht nachvollziehbar.
LG
Christina
Vincent
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Re: Ich weiß nicht weiter.

Post 11 im Thema

Beitrag von Vincent »

Nina hat geschrieben: Fr 25. Aug 2017, 14:13 Was das weiter machen mit der Therapie angeht, so habe ich das Gefühl das die Psychologin eigentlich nur weiter machen möchte wenn ich den Weg gehen werde. Weil sie zu mir sagte wenn ich bereit bin den Weg zu gehen kann ich mich wieder melden.

Hallo Nina,
die wesentliche Aufgabe eines Therapeuten ist, seinen Patienten zu unterstützen, den eigenen Weg zu finden, und mit sich selbst ins Reine zu kommen.
Lässt ein Therapeut seine Idee von einem Weg überhaupt nur erkennen, setzt er Patienten unter Druck und torpediert das wesentliche Ziel.

Es ist nicht einfach gute Therapeuten zu finden, aber ich würde Dir raten, mich nochmal auf die Suche zu machen, das ist wohl die beste Lösung in deinem beschriebenen Seelenzustand.
LG

Vincent
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