Coming out auf Arbeit - # 2
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Johanna Dornal
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Re: Coming out auf Arbeit
Sehr erfreulich, das zu hören. Scheint sich zu bewahrheiten, daß das doch einfacher, problemloser läuft als man immer befürchtet.
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Svetlana L
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Re: Coming out auf Arbeit
Update: So, heute war also mein erster Tag auf Arbeit als Svetlana. Erste Amtshandlung war das Auswechseln des gestern schon ausgedruckten Türschildes. Nach dem Hochfahren des Computers wurden die E-Mails gesichtet. Auf mein gestriges Outing erfolgten zahlreiche Reaktionen, allesamt positiv. Im Laufe des Tages kamen noch weitere E-Mails, Telefonate und persönliche Gespräche hinzu. Viele bewunderten meinen Mut, andere wünschten mir viel Glück für den weiteren Weg, ein Kollege erklärte mich sogar zur Vorreiterin für künftige Outings. Das war ein wirklich schöner Tag heute, kann von mir aus so weitergehen. Allerdings habe ich festgestellt, dass da auch eine Menge organisatorisches Zeugs dranhängt, z. B. das Ändern der Briefbögen und Serienbriefe, die Beauftragung einer neuen E-Mail-Adresse, das Ändern von Telefonbucheinträgen usw. Auch die Personalstelle hatte ein Frage bezüglich des künftigen Umgangs, da das Beamtenrecht ziemlich starr und formalistisch ist. Die Frage habe ich gleich an die Landesantidiskriminierungsstelle weitergeleitet, da diese für das Projekt "Trans* in Arbeit" verantwortlich zeichnet, in deren Flyern auch auf die Verwendung des neuen Namens eingegangen wird. In Bezug auf das Beamtenrecht konnte mir da zwar auch nicht weitergeholfen werden, aber der Kontakt zu einem trans*-Mann in einer anderen Berliner Behörde hergestellt, der ebenfalls Beamter und darüber hinaus auch Personalrat ist. Es läuft wohl darauf hinaus, dass Urkunden auf den alten Namen, der sonstige Schriftwechsel aber durchaus unter dem neuen Namen laufen können. Wir werden sehen. Letztendlich hat die IT-Stelle mir geschrieben, dass mir unter der Voraussetzung einer Personenstandsänderung auch eine neue E-Mail-Adresse eingerichtet wird. Wie bitte? Personenstandsänderung für eine neue E-Mail-Adresse!? Mit einem entsprechenden Flyer des o.g. Projekts habe ich an die IT-Stelle zurückgeschrieben, dass das ja wohl nicht ganz zutreffend sein kann. Wie das weitergeht werde ich dann vermutlich morgen erleben.
Hawadehre
Svetlana
As gitt halt nix Bessers wäi wos Guads!
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ab08
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Re: Coming out auf Arbeit
Liebe Svetlana,
danke für Dein Update und gratuliere!
Nun wartet eine Menge Arbeit auf Dich... -> Alles Gute
Bei mir lief die Sache ja ziemlich kontrovers mit dem Dienstherrn ab. Trotzdem kam ich gut zurecht.
Bis zur NÄ *) unterschrieb ich offizielle Schreiben mit neuem Vornamen und gab den alten, weiterhin gültigen, Vornamen in Klammern an.
Also folgendermaßen: Andrea B... (bis zur gerichtlichen Namensänderung noch H... B...)
bzw. Andrea B... (bis zum Gerichtsbeschluss noch H... B...) bzw. Andrea B... (offiziell noch H... B...)
In den Folgejahren, wenn ich Gutachten oder Ähnliches bei transsexuellen Jugendlichen verfaßte, gab ich nur im Kopf den ursprünglichen Namen an.
Also einmalig(!) im Kopf, damit das Dokument gültig ist: Neuer Name (zur Zeit offiziell noch -> gültiger Name)
Das restliche Gutachten/Zeugnis enthielt ausschließlich das echte Geschlecht, die korrekte Anrede und den neuen Namen des Schülers/der Schülerin.
Liebe Grüße
Andrea
*) Damals waren NÄ und PÄ in der Regel getrennte Verfahren.
P.S. Die Sache mit der E-Mail halte ich für Blödsinn bzw. Schikane.
danke für Dein Update und gratuliere!
Bei mir lief die Sache ja ziemlich kontrovers mit dem Dienstherrn ab. Trotzdem kam ich gut zurecht.
Bis zur NÄ *) unterschrieb ich offizielle Schreiben mit neuem Vornamen und gab den alten, weiterhin gültigen, Vornamen in Klammern an.
Also folgendermaßen: Andrea B... (bis zur gerichtlichen Namensänderung noch H... B...)
bzw. Andrea B... (bis zum Gerichtsbeschluss noch H... B...) bzw. Andrea B... (offiziell noch H... B...)
In den Folgejahren, wenn ich Gutachten oder Ähnliches bei transsexuellen Jugendlichen verfaßte, gab ich nur im Kopf den ursprünglichen Namen an.
Also einmalig(!) im Kopf, damit das Dokument gültig ist: Neuer Name (zur Zeit offiziell noch -> gültiger Name)
Das restliche Gutachten/Zeugnis enthielt ausschließlich das echte Geschlecht, die korrekte Anrede und den neuen Namen des Schülers/der Schülerin.
Liebe Grüße
Andrea
*) Damals waren NÄ und PÄ in der Regel getrennte Verfahren.
P.S. Die Sache mit der E-Mail halte ich für Blödsinn bzw. Schikane.
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ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
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ChristinaF
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Re: Coming out auf Arbeit
Hallo Svetlana,
ich freue mich mit dir, dass alles so klasse gelaufen ist. Es ist ja ein so wunderschönes Gefühl als Frau arbeiten zu gehen und von allen dann noch akzeptiert zu werden.
Bin ebenfalls Beamtin in einer Kommunalverwaltung in Bayern und auch bei mir gabs nach meinem outing keinerlei Probleme mit Anrede, e-mail usw.
LG
Christina
ich freue mich mit dir, dass alles so klasse gelaufen ist. Es ist ja ein so wunderschönes Gefühl als Frau arbeiten zu gehen und von allen dann noch akzeptiert zu werden.
Bin ebenfalls Beamtin in einer Kommunalverwaltung in Bayern und auch bei mir gabs nach meinem outing keinerlei Probleme mit Anrede, e-mail usw.
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Svetlana L
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Re: Coming out auf Arbeit
Update:
Die entsprechende Info der LADS würde ich jetzt gern hier reinkopieren, aber die E-Mail ist natürlich auf dem Arbeits-PC in der Dienststelle (dann gibt's halt morgen noch ein Update
) Da es sich um eine allgemeingültige Aussage handelt, ist das ja vielleicht auch für andere interessant.
Der öffentliche Dienst soll(te) ja immer auch eine Vorreiterrolle haben und bei uns wollen wir immer ein Abbild der Gesellschaft sein... deshalb haben sie jetzt auch mich an der Backe
Die Sache mit der neuen E-Mail-Adresse hat sich, nachdem ich der IT-Stelle einen der trans* in Arbeit-Flyer geschickt habe, auch geklärt. Da ich ein positiv denkender Mensch bin (manchmal), ging ich mal "bloß" von Unwissenheit aus. Der Leiter des IT-Managements hat mir dann auch geschrieben, dass er diese Informationen nicht kannte. Unsere Abteilungs-IT-Koordinatorin muss jetzt noch ihren Senf dazu geben und dann erfolgt die Umstellung bzw. die Einrichtung der neuen E-Mail-Adresse. Die alte will ich übergangsweise noch aktiv lassen, damit ich evtl. Sender per Auto-Antwort auf die neue E-Mail-Adresse hinweisen kann.ab08 hat geschrieben:P.S. Die Sache mit der E-Mail halte ich für Blödsinn bzw. Schikane.
Die entsprechende Info der LADS würde ich jetzt gern hier reinkopieren, aber die E-Mail ist natürlich auf dem Arbeits-PC in der Dienststelle (dann gibt's halt morgen noch ein Update
Ja, seit gestern fühle ich mich irgendwie leicht und beschwingt.ChristinaF hat geschrieben:Es ist ja ein so wunderschönes Gefühl als Frau arbeiten zu gehen und von allen dann noch akzeptiert zu werden.
Na, dann oute ich mich hier mal als gebürtiges Bayernmädel, na ja, eigentlich Oberpfälzerin ... aber egalChristinaF hat geschrieben:Bin ebenfalls Beamtin in einer Kommunalverwaltung in Bayern und auch bei mir gabs nach meinem outing keinerlei Probleme mit Anrede, e-mail usw.
Der öffentliche Dienst soll(te) ja immer auch eine Vorreiterrolle haben und bei uns wollen wir immer ein Abbild der Gesellschaft sein... deshalb haben sie jetzt auch mich an der Backe
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Re: Coming out auf Arbeit
Hallo Svetlana,
Oberpfalz -> Oje, oje schöne Gegend, aber der Dialekt ist für mich eine sehr schwierige Fremdsprache
-> Da versteh ich im besten Fall die Hälfte.
und denk unwillkürlich an die Altneihauser Feierwehrkapelln...
Mein Problem 2008 war, dass ich an meinem Gymnasium bleiben und dort im korrekten Geschlecht unterrichten wollte. --> Klappte ja im Endeffekt.
Nun unterrichtete ich 26 Jahre in männlicher Verkleidung und 8 Jahre korrekt als Frau.
Meine private E-Mailadresse, die auf den ursprünglichen Namen lautete, löschte ich übrigens erst in diesem Frühjahr!
Ich lies die Adresse also fast 8 Jahre parallel bestehen. Es war nötig -> Manche Kontakte sind eben sehr lose -> Manche vergaßen meine neue Mailadresse zu speichern. -> usw. usw. -> Nur so war ich weiterhin sicher erreichbar.
Liebe Grüße
Andrea
Oberpfalz -> Oje, oje schöne Gegend, aber der Dialekt ist für mich eine sehr schwierige Fremdsprache
-> Da versteh ich im besten Fall die Hälfte.
Mein Problem 2008 war, dass ich an meinem Gymnasium bleiben und dort im korrekten Geschlecht unterrichten wollte. --> Klappte ja im Endeffekt.
Nun unterrichtete ich 26 Jahre in männlicher Verkleidung und 8 Jahre korrekt als Frau.
Meine private E-Mailadresse, die auf den ursprünglichen Namen lautete, löschte ich übrigens erst in diesem Frühjahr!
Ich lies die Adresse also fast 8 Jahre parallel bestehen. Es war nötig -> Manche Kontakte sind eben sehr lose -> Manche vergaßen meine neue Mailadresse zu speichern. -> usw. usw. -> Nur so war ich weiterhin sicher erreichbar.
Liebe Grüße
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ChristinaF
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Re: Coming out auf Arbeit
Hoffentlich gefällts dir auch da wo du eben bist. Die Oberpfalz ist ja ein wirklich schönes Fleckchen.Svetlana L hat geschrieben:
Na, dann oute ich mich hier mal als gebürtiges Bayernmädel, na ja, eigentlich Oberpfälzerin ... aber egal
LG
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Svetlana L
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Re: Coming out auf Arbeit
Na ja, Berlin ist nicht wirklich vergleichbar. Aber als 4-jähriges Kind konnte ich mich anno 1969 nicht wirklich gegen meine Eltern durchsetzen. Damals wurden ja Massen von Berufstätigen nach Berlin gelockt.ChristinaF hat geschrieben:Hoffentlich gefällts dir auch da wo du eben bist. Die Oberpfalz ist ja ein wirklich schönes Fleckchen.
Früher war ich dann in den Ferien oft bei meiner Oma in Mitterteich, aber das ist auch schon wieder Jahrzehnte her und ich war jetzt schon lange nicht mehr in der Heimat.
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Re: Coming out auf Arbeit
*pustet mal den Staub weg*
Für mich ist dieses Thema zwar noch nicht akut, aber ein paar Tipps und Meinungen zu meiner Situation sind vielleicht trotzdem schon ganz hilfreich, damit ich einfach ein wenig planen kann wie ich was wann und bei wem mache.
Meine Arbeitssituation: ich arbeite im Personalbereich eines Personaldienstleisters. Kleines Team (neben mir 6 Frauen, 2 Männer) an zwei Standorten in Deutschland, wobei der eine Standort aus lediglich zwei Frauen besteht, mit denen man immer mal wieder hauptsächlich Mail- aber auch Telefonkontakt hat. Kundenkontakt habe ich nicht wirklich. Mitarbeiterkontakt im Sinne von wirklich regelmäßigem Austausch und gegenseitigem "Kennen" auch eher nicht. Hauptkontakt sind meine Kollegen/-innen am Standort und diverse Personen in der Zentrale bzw. im Bereich der Konzernführung.
Mein Plan wäre, dass ich auf jeden Fall die "näheren" Kollegen unterrichte bevor ich mit der HRT angefangen habe bzw. wenn ich am Beginn dieser stehe, da ja dann einfach Veränderungen passieren werden, die sich nicht mehr "kaschieren" lassen auf Dauer. Was ja auch nicht mein Wunsch ist. Ich würde mit meinem Vorgesetzten sprechen (einer der oben genannten Männer) und mit ihm dann erörtern, wie ich wen und wann mit einbeziehe. Ich schätze ihn so ein, dass das kein Problem sein sollte. Auch die Kolleginnen werden sicher Augen machen, aber vor negativen Reaktionen habe ich in diesem "kleinen Kreis" eigentlich keine Angst. Etwas mulmig ist es mir dann in Bezug auf die ganzen Umstellungen, die das Ganze mit sich bringt, d.h. Personalabteilung Konzern, IT-Abteilung, sämtliche Kontakte innerhalb des Konzerns, die ich habe und mit denen ich arbeite.
Habt ihr da Tipps? Gibt es da kurzes allgemeines Infomaterial, was man z.B. verlinken oder ausdrucken könnte, wenn Fragen oder Klärungsbedarf auftauchen? (auf Transmann.de finde ich nur Broschüren mit 20 Seiten oder mehr, ich denke, das ist schon zu viel geballte Info...)
Findet ihr den Zeitpunkt passend? Oder sollte ich es früher/später angehen? (im Moment würde ich am liebsten einen Aushang machen, weil es sich so gut anfühlt, aber ich weiß dass ich gerade in Bezug auf den Job Vorsicht walten lassen sollte - da braucht es erst mal nur einen Deppen an einem recht langen Hebel und ich bekomme Probleme, egal wie gut die direkten Kollegen es aufnehmen...)
Einer Kollegin habe ich es bereits gesagt, weil sie für mich auch eine Freundin ist. Sie war ziemlich überrumpelt, hat mir aber einen Tag später schon rückgemeldet, was bisher alle rückgemeldet haben. "Du warst schon immer anders. Jetzt passt das alles zusammen." oder Ähnliches. Sie findet den von mir erdachten Zeitpunkt ganz passend, hat aber auch gemeint, dass sie einen früheren Zeitpunkt durchaus für möglich erachtet. "Dann kannst du einfach aufs Männerklo gehen ohne hinterher blöde Fragen zu bekommen." (einen Punkt, den ich selber gar nicht so auf dem Schirm hatte
)
Was sollte ich sonst noch bedenken? Beachten? Miteinplanen?
Für mich ist dieses Thema zwar noch nicht akut, aber ein paar Tipps und Meinungen zu meiner Situation sind vielleicht trotzdem schon ganz hilfreich, damit ich einfach ein wenig planen kann wie ich was wann und bei wem mache.
Meine Arbeitssituation: ich arbeite im Personalbereich eines Personaldienstleisters. Kleines Team (neben mir 6 Frauen, 2 Männer) an zwei Standorten in Deutschland, wobei der eine Standort aus lediglich zwei Frauen besteht, mit denen man immer mal wieder hauptsächlich Mail- aber auch Telefonkontakt hat. Kundenkontakt habe ich nicht wirklich. Mitarbeiterkontakt im Sinne von wirklich regelmäßigem Austausch und gegenseitigem "Kennen" auch eher nicht. Hauptkontakt sind meine Kollegen/-innen am Standort und diverse Personen in der Zentrale bzw. im Bereich der Konzernführung.
Mein Plan wäre, dass ich auf jeden Fall die "näheren" Kollegen unterrichte bevor ich mit der HRT angefangen habe bzw. wenn ich am Beginn dieser stehe, da ja dann einfach Veränderungen passieren werden, die sich nicht mehr "kaschieren" lassen auf Dauer. Was ja auch nicht mein Wunsch ist. Ich würde mit meinem Vorgesetzten sprechen (einer der oben genannten Männer) und mit ihm dann erörtern, wie ich wen und wann mit einbeziehe. Ich schätze ihn so ein, dass das kein Problem sein sollte. Auch die Kolleginnen werden sicher Augen machen, aber vor negativen Reaktionen habe ich in diesem "kleinen Kreis" eigentlich keine Angst. Etwas mulmig ist es mir dann in Bezug auf die ganzen Umstellungen, die das Ganze mit sich bringt, d.h. Personalabteilung Konzern, IT-Abteilung, sämtliche Kontakte innerhalb des Konzerns, die ich habe und mit denen ich arbeite.
Habt ihr da Tipps? Gibt es da kurzes allgemeines Infomaterial, was man z.B. verlinken oder ausdrucken könnte, wenn Fragen oder Klärungsbedarf auftauchen? (auf Transmann.de finde ich nur Broschüren mit 20 Seiten oder mehr, ich denke, das ist schon zu viel geballte Info...)
Findet ihr den Zeitpunkt passend? Oder sollte ich es früher/später angehen? (im Moment würde ich am liebsten einen Aushang machen, weil es sich so gut anfühlt, aber ich weiß dass ich gerade in Bezug auf den Job Vorsicht walten lassen sollte - da braucht es erst mal nur einen Deppen an einem recht langen Hebel und ich bekomme Probleme, egal wie gut die direkten Kollegen es aufnehmen...)
Einer Kollegin habe ich es bereits gesagt, weil sie für mich auch eine Freundin ist. Sie war ziemlich überrumpelt, hat mir aber einen Tag später schon rückgemeldet, was bisher alle rückgemeldet haben. "Du warst schon immer anders. Jetzt passt das alles zusammen." oder Ähnliches. Sie findet den von mir erdachten Zeitpunkt ganz passend, hat aber auch gemeint, dass sie einen früheren Zeitpunkt durchaus für möglich erachtet. "Dann kannst du einfach aufs Männerklo gehen ohne hinterher blöde Fragen zu bekommen." (einen Punkt, den ich selber gar nicht so auf dem Schirm hatte
Was sollte ich sonst noch bedenken? Beachten? Miteinplanen?
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-Mia-
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Re: Coming out auf Arbeit
Hallo Sam
Das Thema Outing auf der Arbeit ist bei mir gerade sehr Akut .
Ich würde dir ja gerne was dazu sagen , aber die Vorrausetzungen sind da etwas andres ,der Betrieb wo ich Arbeite hat in etwa 250 Mitarbeiter und ist ganz anders Strukturiert wie bei dir wo ihr weniger als 10 Mitarbeiter seid.
Erzählen kann ich dir ja trotzdem was, wie ich vor gegangen bin.
Angefangen habe ich beim Betriebsratvorsitzenden wo ich ihm gesagt habe was mit mir los ist und was ich als nächstest auf meiner Agenda habe (Hormontherapie) ich aber wieder auf ihn zukommen würde wenn ich weiter gehen möchte mit meinem Outing. Nach ca. 3 Monaten stand ich dann wieder bei ihm auf der matte und wollte mich dem Betriebsleiter und dem Chef Outen ..... So hat er dann ein Treffen Organisiert zwischen uns. Der Chef war aber nicht dabei aber er wurde vom Betriebsrat informiert und hat es dem Betriebsleiter überlassen wie er mit mir weiter vor gehen möchte. So habe ich dann nur mit dem Betriebsrat und dem Betriebsleiter gesprochen und um eine Innerbetriebliche Versetzung gebeten. Natürlich habe ich mir vorher Gedanken gemacht was wie wo ich machen könnte. Du musst wissen ich Arbeite in der Werkstatt wo nur Männer sind und ich da als Frau nicht weiter Arbeiten wollte, zumindest wenn ich mich als Trans* geoutet habe da. Glücklicherweise ist der Betriebsleiter auf einen meiner Vorschläge eingegangen und ich solle dann wieder zu ihm kommen wenn ich dann den schritt des Outings machen möchte. So habe ich ihn dann vor etwa 1,5 Monaten drauf angesprochen und wir haben uns dann mit dem Leiter der Konstruktion zusammen gesetzt um das mit ihm auch zu besprechen .... Er kennt das Trans* Thema schon von seinem früheren Arbeitgeber und hat da überhaupt kein Problem mit wenn ich dann in seiner Abteilung Arbeiten werde. Jetzt habe ich am 18.08. mein Outing im Betrieb und so langsam werde ich auch nervös wie die ganzen Arbeitskollegen drauf reagieren werden ,aber da muss ich halt durch wenn ich Glücklich sein möchte.
Im Großen und ganzen habe ich mir halt viel zeit gelassen bei meinem Outing in der Firma und habe allen zeit gegeben sich mit dem Thema auseinander zu setzen.... zumindest den Wichtigen Personen
Meine Kollegen merken natürlich das ich mich schon verändert habe , aber sie wissen nicht genau was. Eine Arbeitskollegin weiß über mich bescheid und ich habe sie mal gefragt gehabt ob sie was gehört hätte was die Kollegen so über mich sagen ... Die meisten denken wohl ich wäre Schwul geworden
.... naja wie dem auch sei sie werden es am 18.08. ganz genau wissen
und dann bin ich erst mal für 2 Wochen in den Urlaub entschwunden bis die erste Aufregung sich wider gelegt hat und dann werden sie Mia live sehen
Hoffe ich konnte dir etwas mit meiner Geschichte helfen und du hast Ideen bekommen wie du das machen könntest. Ich denke das man es langsam an geht und pö á pö die Leute drauf einstellt ist nicht der schlechteste weg.
LG Mia
Das Thema Outing auf der Arbeit ist bei mir gerade sehr Akut .
Ich würde dir ja gerne was dazu sagen , aber die Vorrausetzungen sind da etwas andres ,der Betrieb wo ich Arbeite hat in etwa 250 Mitarbeiter und ist ganz anders Strukturiert wie bei dir wo ihr weniger als 10 Mitarbeiter seid.
Erzählen kann ich dir ja trotzdem was, wie ich vor gegangen bin.
Angefangen habe ich beim Betriebsratvorsitzenden wo ich ihm gesagt habe was mit mir los ist und was ich als nächstest auf meiner Agenda habe (Hormontherapie) ich aber wieder auf ihn zukommen würde wenn ich weiter gehen möchte mit meinem Outing. Nach ca. 3 Monaten stand ich dann wieder bei ihm auf der matte und wollte mich dem Betriebsleiter und dem Chef Outen ..... So hat er dann ein Treffen Organisiert zwischen uns. Der Chef war aber nicht dabei aber er wurde vom Betriebsrat informiert und hat es dem Betriebsleiter überlassen wie er mit mir weiter vor gehen möchte. So habe ich dann nur mit dem Betriebsrat und dem Betriebsleiter gesprochen und um eine Innerbetriebliche Versetzung gebeten. Natürlich habe ich mir vorher Gedanken gemacht was wie wo ich machen könnte. Du musst wissen ich Arbeite in der Werkstatt wo nur Männer sind und ich da als Frau nicht weiter Arbeiten wollte, zumindest wenn ich mich als Trans* geoutet habe da. Glücklicherweise ist der Betriebsleiter auf einen meiner Vorschläge eingegangen und ich solle dann wieder zu ihm kommen wenn ich dann den schritt des Outings machen möchte. So habe ich ihn dann vor etwa 1,5 Monaten drauf angesprochen und wir haben uns dann mit dem Leiter der Konstruktion zusammen gesetzt um das mit ihm auch zu besprechen .... Er kennt das Trans* Thema schon von seinem früheren Arbeitgeber und hat da überhaupt kein Problem mit wenn ich dann in seiner Abteilung Arbeiten werde. Jetzt habe ich am 18.08. mein Outing im Betrieb und so langsam werde ich auch nervös wie die ganzen Arbeitskollegen drauf reagieren werden ,aber da muss ich halt durch wenn ich Glücklich sein möchte.
Im Großen und ganzen habe ich mir halt viel zeit gelassen bei meinem Outing in der Firma und habe allen zeit gegeben sich mit dem Thema auseinander zu setzen.... zumindest den Wichtigen Personen
Meine Kollegen merken natürlich das ich mich schon verändert habe , aber sie wissen nicht genau was. Eine Arbeitskollegin weiß über mich bescheid und ich habe sie mal gefragt gehabt ob sie was gehört hätte was die Kollegen so über mich sagen ... Die meisten denken wohl ich wäre Schwul geworden
Hoffe ich konnte dir etwas mit meiner Geschichte helfen und du hast Ideen bekommen wie du das machen könntest. Ich denke das man es langsam an geht und pö á pö die Leute drauf einstellt ist nicht der schlechteste weg.
LG Mia
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Johanna Dornal
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Re: Coming out auf Arbeit
Das ist wahrscheinlich überhaupt das Thema bei einer Transition. Das Mitnehmen von Deinen Kollegen. Im Gegensatz zu denen haben wir unsere Geschichte ja schon mehrmals durchgespielt, uns überhaupt damit auseinander gestzt. Somit haben wir in diesem Punkt einen Informationsvorsprung. Ich habe auf meiner letzten Therapiestunde genau das Thema Outing auf der Arbeitsstelle angesprochen. Da heißt es, wirklich gaaanz behutsam vorgehen. Meine Therapeutin sagt, erst, wenn man sich ganz sicher ist den Schritt machen. Und wenn das gut gelaufen ist, einen Tag X mit den Kollegen und dem Arbeitgeber vereinbaren, ab dem man dann in der neuen Rolle auftritt.
Wichtig ist, in einem oder mehreren Meetings von seinem Leidensdruck zu sprechen und auch Bilder von sich in der gewünschten Geschlechtsrolle zu zeigen.
Aber, ob dann trotzdem alles wie erhofft verläuft, hängt natürlich auch von der Situation und den Menschen um einen herum ab.
Wichtig ist, in einem oder mehreren Meetings von seinem Leidensdruck zu sprechen und auch Bilder von sich in der gewünschten Geschlechtsrolle zu zeigen.
Aber, ob dann trotzdem alles wie erhofft verläuft, hängt natürlich auch von der Situation und den Menschen um einen herum ab.
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Sam_11
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Re: Coming out auf Arbeit
@Mia: Danke für deine Ausführungen.
Klar ist es in einem "kleinen" Betrieb was Anderes, als in einem großen. Allerdings hängt bei mir ja am Ende auch ein ganzer Konzern dran. Somit werde ich mir für das "große Coming Out" durchaus Zeit lassen, nichts überstürzen und auch alles nach und nach angehen. Und dank Bürojob stellen sich mir ja schon mal keine Probleme in den Weg in Bezug auf die reine Arbeit, die ich tue bzw. den Rollenwechsel innerhalb meines Aufgabengebietes. Was bei dir ja schon auch ein großes Thema ist, wenn man so arbeitet, dass es eben sehr rollenspezifisch ist bzw. einfach hinterher nicht mehr passt.
Beim "kleinen Coming Out" bin ich noch am hadern. Momentan habe ich die Siebenmeilenstiefel an und muss mich selbst bremsen. Aber ich habe auch die Situation, dass durch zwei kommende Großprojekte einfach ein paar Situationen haben werde, in denen ich mich definitiv unwohl fühlen werde bzw. die für mich so gar nicht zu bewältigen sind. Außerdem werden die Termine, die ich habe nicht weniger bezüglich des Ganzen Trans*Themas. Ab September regelmäßig Psychotherapie, mind. 2-3 Termine je Gutachter, iwann Ende des Jahres dann vielleicht auch schon ein Beratungsgespräch beim Endokrinologen usw. Da ich ländlich wohne, habe ich außer für die Psychotherapie immer mind. 1-2h Anfahrtszeit, heißt ich muss Urlaub nehmen, später kommen/früher gehen. Gerne würde ich meinen Chef da schon so mit einbeziehen, dass er einfach weiß was los ist und sich nicht sonst was zusammen reimt...
Ich werde das heute auch mal mit "meiner" einen Gutachterin besprechen bei der ich heute den nächsten Termin habe. Bzw. einfach die Füße still halten bis ich im September dann durch meinen Therapeuten die regelmäßigere Unterstützung habe. Meine beste Freundin, meine Eltern etc. werde ich auch nochmal befragen, wie so deren Bauchgefühl ist.
@Johanna: Rein von der Sicherheit her, dass das mein Weg ist, würde ich es eh schon jedem sagen, der iwas mit mir zu tun hat. Aber wie du ja angemerkt hast bin ich ja auch im Thema drin, habe mich damit beschäftigt und darf nicht vergessen, dass ich "andere Ahnungslose" damit recht heftig "überfahre"...
Angst vor "dem Schnitt" habe ich im Prinzip auch keine, da ich mich ohnehin nur ganz langsam körperlich verändern werde und mein Klamottenstil z.B. jetzt schon männlich ist. Schminke trage ich auch keine. Ich bleibe ja ich. Iwann dann mit tieferer Stimme und Bart und weniger Vorbau (wobei ich schon seit Wochen Brustbinder trage und da auch keiner blöd gefragt oder geguckt hat - zumal meine "verschwundene" Oberweite schon auffällt, wenn man weiß was da sein kann). Ich denke in diesem Punkt sogar fast, dass ich es da mit dem Stempel Hardcore-Lesbe und der Tatsache, dass ich schon immer Hemden trage, Männerschuhe etc. einfacher habe, als viele von euch Mädels, die ja doch eine ziemlich krasse Verwandlung durchmachen, wenn sie iwann en femme zur Arbeit erscheinen.
Kommt Zeit, kommt Ahnung.
Klar ist es in einem "kleinen" Betrieb was Anderes, als in einem großen. Allerdings hängt bei mir ja am Ende auch ein ganzer Konzern dran. Somit werde ich mir für das "große Coming Out" durchaus Zeit lassen, nichts überstürzen und auch alles nach und nach angehen. Und dank Bürojob stellen sich mir ja schon mal keine Probleme in den Weg in Bezug auf die reine Arbeit, die ich tue bzw. den Rollenwechsel innerhalb meines Aufgabengebietes. Was bei dir ja schon auch ein großes Thema ist, wenn man so arbeitet, dass es eben sehr rollenspezifisch ist bzw. einfach hinterher nicht mehr passt.
Beim "kleinen Coming Out" bin ich noch am hadern. Momentan habe ich die Siebenmeilenstiefel an und muss mich selbst bremsen. Aber ich habe auch die Situation, dass durch zwei kommende Großprojekte einfach ein paar Situationen haben werde, in denen ich mich definitiv unwohl fühlen werde bzw. die für mich so gar nicht zu bewältigen sind. Außerdem werden die Termine, die ich habe nicht weniger bezüglich des Ganzen Trans*Themas. Ab September regelmäßig Psychotherapie, mind. 2-3 Termine je Gutachter, iwann Ende des Jahres dann vielleicht auch schon ein Beratungsgespräch beim Endokrinologen usw. Da ich ländlich wohne, habe ich außer für die Psychotherapie immer mind. 1-2h Anfahrtszeit, heißt ich muss Urlaub nehmen, später kommen/früher gehen. Gerne würde ich meinen Chef da schon so mit einbeziehen, dass er einfach weiß was los ist und sich nicht sonst was zusammen reimt...
Ich werde das heute auch mal mit "meiner" einen Gutachterin besprechen bei der ich heute den nächsten Termin habe. Bzw. einfach die Füße still halten bis ich im September dann durch meinen Therapeuten die regelmäßigere Unterstützung habe. Meine beste Freundin, meine Eltern etc. werde ich auch nochmal befragen, wie so deren Bauchgefühl ist.
@Johanna: Rein von der Sicherheit her, dass das mein Weg ist, würde ich es eh schon jedem sagen, der iwas mit mir zu tun hat. Aber wie du ja angemerkt hast bin ich ja auch im Thema drin, habe mich damit beschäftigt und darf nicht vergessen, dass ich "andere Ahnungslose" damit recht heftig "überfahre"...
Angst vor "dem Schnitt" habe ich im Prinzip auch keine, da ich mich ohnehin nur ganz langsam körperlich verändern werde und mein Klamottenstil z.B. jetzt schon männlich ist. Schminke trage ich auch keine. Ich bleibe ja ich. Iwann dann mit tieferer Stimme und Bart und weniger Vorbau (wobei ich schon seit Wochen Brustbinder trage und da auch keiner blöd gefragt oder geguckt hat - zumal meine "verschwundene" Oberweite schon auffällt, wenn man weiß was da sein kann). Ich denke in diesem Punkt sogar fast, dass ich es da mit dem Stempel Hardcore-Lesbe und der Tatsache, dass ich schon immer Hemden trage, Männerschuhe etc. einfacher habe, als viele von euch Mädels, die ja doch eine ziemlich krasse Verwandlung durchmachen, wenn sie iwann en femme zur Arbeit erscheinen.
Kommt Zeit, kommt Ahnung.
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Katarina
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Re: Coming out auf Arbeit
Hallo
Der TGNS hat in der Schweiz Broschüren raus gegeben zum Thema CO am Arbeitsplatz. Diese sind sehr nützlich und natürlich auch für DE zu gebrauchen:
https://www.transgender-network.ch/de/2 ... nd-online/
VG
Katarina
Der TGNS hat in der Schweiz Broschüren raus gegeben zum Thema CO am Arbeitsplatz. Diese sind sehr nützlich und natürlich auch für DE zu gebrauchen:
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Katarina
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Katarina
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Re: Coming out auf Arbeit
Mein CO in der Firma ist jetzt rund ein Jahr her und ich habe nur positive Erinnerungen daran. Alles hat sich danach ganz wunderbar entwickelt. Probleme mit dem CO gab es keine. Im Gegenteil, alle waren sehr verständnisvoll und auch interessiert. Umstellung vom Namen, Email Adresse, Visitenkarten, WC Besuch, alles verlief ohne Probleme.
Bei mir war es so, dass ich an einem Montag in einem Meeting mit allen Führungskräften und meinem Chef (der wusste natürlich vorher Bescheid), die Kollegen über meine Veränderung informiert habe. Ich habe ihnen ein Foto gezeigt, wie ich ab dem anderen Tag dann als Katarina zur Arbeit kommen werde. Ich habe allen Führungskräften dieses Foto mit gegeben und dazu ein ca. 1 seitges Schreiben, wo ich meine Transgeschlechtlichkeit erkläre und dass ich ab dem folgenden Tag nur noch als Katarina in die Firma komme und mich alle bitte entsprechend ansprechen. Ich habe alle Führungskräfte gebeten, dass Foto und das Schreiben noch am selben Tag bei ihren Mitarbeitenden zu verteilen. Am anderen Tag bin ich dann zu allen Kollegen/innen in allen Abteilungen (wir sind hier ca. 130 Leute) und habe mich persönlich als Katarina vorgestellt. Das haben alle sehr geschätzt. Von dem Tag an war ich für alle nur noch Katarina.
Ich wünsche euch viel Glück bei euren CO in euren Firmen.
LG
Katarina
Ich bin mir nicht sicher, ob das so gut ist, nach dem CO nicht im Betrieb zu sein. Die Kollegen haben dann Zeit sich irgendwelche Vorstellungen zu machen und es könnte ein Gerede entstehen.-Mia- hat geschrieben: Mi 19. Jul 2017, 17:16 .... naja wie dem auch sei sie werden es am 18.08. ganz genau wissenund dann bin ich erst mal für 2 Wochen in den Urlaub entschwunden bis die erste Aufregung sich wider gelegt hat und dann werden sie Mia live sehen
Bei mir war es so, dass ich an einem Montag in einem Meeting mit allen Führungskräften und meinem Chef (der wusste natürlich vorher Bescheid), die Kollegen über meine Veränderung informiert habe. Ich habe ihnen ein Foto gezeigt, wie ich ab dem anderen Tag dann als Katarina zur Arbeit kommen werde. Ich habe allen Führungskräften dieses Foto mit gegeben und dazu ein ca. 1 seitges Schreiben, wo ich meine Transgeschlechtlichkeit erkläre und dass ich ab dem folgenden Tag nur noch als Katarina in die Firma komme und mich alle bitte entsprechend ansprechen. Ich habe alle Führungskräfte gebeten, dass Foto und das Schreiben noch am selben Tag bei ihren Mitarbeitenden zu verteilen. Am anderen Tag bin ich dann zu allen Kollegen/innen in allen Abteilungen (wir sind hier ca. 130 Leute) und habe mich persönlich als Katarina vorgestellt. Das haben alle sehr geschätzt. Von dem Tag an war ich für alle nur noch Katarina.
Oh ja, das stimmt. Aber auf der anderen Seite war es für mich auch mit die grösste Befreiung endlich die Kleidung entsprechend meiner Geschlechtsidentität tragen zu können. Es ging nach meine CO in der Firma dann auch richtig schwupp-di-wupp und alle Männerklamotten landeten in der Altkleidersammlung und ich verfiel in einen Shopping Rausch für meine neue Garderobe.Sam_11 hat geschrieben: Do 20. Jul 2017, 11:36 und der Tatsache, dass ich schon immer Hemden trage, Männerschuhe etc. einfacher habe, als viele von euch Mädels, die ja doch eine ziemlich krasse Verwandlung durchmachen, wenn sie iwann en femme zur Arbeit erscheinen.
Ich wünsche euch viel Glück bei euren CO in euren Firmen.
LG
Katarina
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Svetlana L
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Re: Coming out auf Arbeit
Update: So, seit meinem Outing in der Dienststelle ist fast ein Jahr vergangen und es hat sich einges getan, was ich euch gern mitteilen möchte. Irgendwie ist auch völlig an mir vorbeigegangen, dass hier in diesem Thema noch weiter geschrieben wurde. Sorry!
Wie schon gesagt, verlief mein Outing in der Dienststelle vollkommen unproblematisch und das ist auch bis heute so geblieben. Eine Kollegin hat mir sinngemäß geschrieben, dass sich für sie lediglich das kleine Wörtchen Herr oder Frau geändert hat, für mich gefühlt aber mein ganzes Leben. Treffender kann man es - glaube ich - nicht auf den Punkt bringen. Mittlerweile bin ich auch nicht mehr im Bereich Aus- und Fortbildung als Personalentwicklungsberaterin tätig. Meine Dienststelle hat im Frühjahr die Stelle einer Queer-Beauftragten (Langform: Beauftragte der Bezirksbürgermeisterin für queere Lebensweisen und gegen Rechtsextremismus) eingerichtet. Diese Aufgaben hat vorher ein Kollege im Bürgermeisterbüro nebenbei bearbeitet und nach dessen Weggang wurde eine neue Vollzeitstelle für diese Themen geschaffen. Ich habe mich darauf beworben und wurde ausgewählt. Seit dem 01.05. nehme ich jetzt dieses Aufgabengebiet wahr, zunächst nur kommissarisch, seit Mitte Juli dann fest. Ich habe sozusagen mein persönliches Schicksal zu meinem Beruf gemacht und kümmere mich jetzt (fast
) 24/7 um queere Themen. Gut, den Umzug vom dritten Stock im Rathaus (mit Blick über die Dächer von Schöneberg) ins Erdgeschoss mit Blick auf den Hof bezeichne ich immer als sozialen Abstieg, aber man kann nicht alles haben.
Mittlerweile habe ich auch eine neue Urkunde bekommen und das ist bislang der einzige Wermutstropfen in der nun fast einjährigen Geschichte von Svetlana in der Dienststelle: Aufgrund des starren und formalistischen Beamtenrechts lautet diese auf Stadtamtmann und Herrn Thomas L... statt auf Stadtamtfrau und Svetlana L. Ich gebe zu, dass mir das schon Wochen vorher Bauchschmerzen bereitet hat. Meine Bürgermeisterin war aber so weitsichtig und hat mit mir einen Einzeltermin gemacht. Es wäre mir unangenehm gewesen, wenn da noch mehrere Beförderungen in der Runde gesessen hätten und die "falsche" Urkunde vorgelesen worden wäre. Ich überlege jedoch, ob ich in dieser Hinsicht unter Berufung auf das Intersex-Urteil des Bundesverfassungsgerichts nochmal insistieren soll? In dem Urteil hat das Gericht ja unabhängig von der Besserstellung von intergeschlechtlichen Menschen auch grundsätzlich etwas zur geschlechtlichen Identität gesagt: "Das allgemeine Persönlichkeitsrecht schützt danach auch die geschlechtliche Identität (...), die regelmäßig ein konstituierender Aspekt der eigenen Persönlichkeit ist." Und aus den Leitsätzen: "Das allgemeine Persönlichkeitsrecht (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG) schützt die geschlechtliche Identität."
Vorgestern hatten wir Personalversammlung, wo ich mein neues Aufgabengebiet auch nochmal persönlich vorgestellt habe. Die Gelegenheit habe ich auch für ein paar persönliche Worte genutzt und mich bei allen Kolleg_innen bedankt, die mir den Umstieg von Herr zu Frau L. so leicht gemacht haben und dass man so ein einfaches und unkompliziertes Coming-out allen Menschen nur wünschen kann, die sich am Arbeitsplatz outen wollen.
Soviel von mir! Grundsätzlich kann ich aus meiner Erfahrung heraus nur zum Outing raten, weiß aber natürlich auch, dass eine so offene Aufnahme nicht selbstverständlich ist. Aber von mir ist eine enorme Last gefallen und die Kraft, die das ständige Verstecken und Selbstverleugnen kostet, kann man in andere Dinge stecken. Vor meinem Outing bin ich zweimal mitten in der Stadt (Berlin ist halt auch nur ein Dorf) Kolleg_innen begegnet. Ob die mich als Frau überhaupt bemerkt haben, weiß ich bis heute nicht, da ich mit beiden fast keinen (dienstlichen) Kontakt (mehr) habe. Aber bei den beiden Begegnungen ging jedes Mal der Blutdruck und die Herzfrequenz in die Höhe. Das muss ich mir nicht mehr antun.
Wie schon gesagt, verlief mein Outing in der Dienststelle vollkommen unproblematisch und das ist auch bis heute so geblieben. Eine Kollegin hat mir sinngemäß geschrieben, dass sich für sie lediglich das kleine Wörtchen Herr oder Frau geändert hat, für mich gefühlt aber mein ganzes Leben. Treffender kann man es - glaube ich - nicht auf den Punkt bringen. Mittlerweile bin ich auch nicht mehr im Bereich Aus- und Fortbildung als Personalentwicklungsberaterin tätig. Meine Dienststelle hat im Frühjahr die Stelle einer Queer-Beauftragten (Langform: Beauftragte der Bezirksbürgermeisterin für queere Lebensweisen und gegen Rechtsextremismus) eingerichtet. Diese Aufgaben hat vorher ein Kollege im Bürgermeisterbüro nebenbei bearbeitet und nach dessen Weggang wurde eine neue Vollzeitstelle für diese Themen geschaffen. Ich habe mich darauf beworben und wurde ausgewählt. Seit dem 01.05. nehme ich jetzt dieses Aufgabengebiet wahr, zunächst nur kommissarisch, seit Mitte Juli dann fest. Ich habe sozusagen mein persönliches Schicksal zu meinem Beruf gemacht und kümmere mich jetzt (fast
Mittlerweile habe ich auch eine neue Urkunde bekommen und das ist bislang der einzige Wermutstropfen in der nun fast einjährigen Geschichte von Svetlana in der Dienststelle: Aufgrund des starren und formalistischen Beamtenrechts lautet diese auf Stadtamtmann und Herrn Thomas L... statt auf Stadtamtfrau und Svetlana L. Ich gebe zu, dass mir das schon Wochen vorher Bauchschmerzen bereitet hat. Meine Bürgermeisterin war aber so weitsichtig und hat mit mir einen Einzeltermin gemacht. Es wäre mir unangenehm gewesen, wenn da noch mehrere Beförderungen in der Runde gesessen hätten und die "falsche" Urkunde vorgelesen worden wäre. Ich überlege jedoch, ob ich in dieser Hinsicht unter Berufung auf das Intersex-Urteil des Bundesverfassungsgerichts nochmal insistieren soll? In dem Urteil hat das Gericht ja unabhängig von der Besserstellung von intergeschlechtlichen Menschen auch grundsätzlich etwas zur geschlechtlichen Identität gesagt: "Das allgemeine Persönlichkeitsrecht schützt danach auch die geschlechtliche Identität (...), die regelmäßig ein konstituierender Aspekt der eigenen Persönlichkeit ist." Und aus den Leitsätzen: "Das allgemeine Persönlichkeitsrecht (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG) schützt die geschlechtliche Identität."
Vorgestern hatten wir Personalversammlung, wo ich mein neues Aufgabengebiet auch nochmal persönlich vorgestellt habe. Die Gelegenheit habe ich auch für ein paar persönliche Worte genutzt und mich bei allen Kolleg_innen bedankt, die mir den Umstieg von Herr zu Frau L. so leicht gemacht haben und dass man so ein einfaches und unkompliziertes Coming-out allen Menschen nur wünschen kann, die sich am Arbeitsplatz outen wollen.
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Hawadehre
Svetlana
As gitt halt nix Bessers wäi wos Guads!
Däi owapfölzer Bärlinerin
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