Das bin ich, ... und meine vielen Fragen.
Das bin ich, ... und meine vielen Fragen.

Wer möchte, kann sich vorstellen: bitte kurz fassen
und längere Diskussionen in den dafür vorgesehenen
Themen führen!
Antworten

Wie schwer war die ganze Zeit der Angleichung für euch, falls ihr eine vorgenommen habt?

Schwer.
1
13%
Schwer, jedoch machbar.
2
25%
Normal, es gab H??hen und Tiefen.
2
25%
Gut, es gab nur selten Tiefen, die ich durchstehen musste.
0
Keine Stimmen
Sehr gut, es gab nichts auszusetzen.
2
25%
Perfekt, ging mit Leichtigkeit.
1
13%
 
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Mina
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Re: Das bin ich, ... und meine vielen Fragen.

Post 1 im Thema

Beitrag von Mina »

Huhu Jana,

Deine Fragen sind ebenso willkommen, wie Du selbst. (888) (so) (flo)

Ich kann den vierten Punkt Deiner Frage nicht beantworten. Zu den Übrigen möchte ich gerne ein paar Worte schreiben.

Deine Eltern.

Verurteile sie nicht und sei Ihnen auch nicht böse. Jeder Elternteil empfindet tiefe Gefühle für sein Kind. Auch haben Eltern in der Zeit Deines Aufwachsens manchmal Vorstellungen davon, was später aus Dir wird oder wie Du dein Leben vielleicht mal lebst. Umso mehr trifft es sie, oder kann es sie treffen, wie Du dich entwickelst. Natürlich hängt es auch sehr davon ab, was Deine Eltern selbst in ihrer Kinderstube mitbekommen haben. Das spielt alles eine Rolle und ist völlig normal.

Dennoch solltest Du auf Deine freie Entwicklung und Deine Freiheit, Dich in der Persönlichkeit zu entwickeln, bestehen. Das muß keinesfalls mit Druck oder Gewalt sein. Erkläre ihnen in einem sehr ruhigen und friedlichen Moment wie es in der Gefühlswelt aussieht. Beschreibe, das es für Dich eben so ist und Du dir nichts sehentlicher wünscht als ein Mädchen zu sein. Das ist ein Grundrecht eines Menschen und darf nicht unterdrückt werden.
Vielleicht schaffst Du es ihr Verständnis zu finden. Oder sie über einen längeren Zeitraum immer Stück für Stück damit zu konfrontieren. So gibst Du ihnen auch die Chance, mit der Situation schleichend fertig zu werden.

Und falls Du Verständnis für Deine Eltern empfindest, darfst Du ihnen das unbedingt sagen. So sehen sie schnell wie sehr Du dir Gedanken machst.

Freunde und Kollegen würde ich wirklich erst danach anklingeln. Immer Schritt für Schritt. ;-)
Aber dennoch reagieren die Menschen um einen herum doch ganz anderes als man es vielleicht erwartet hat. Diese Erfahrung können viele hier teilen. Ich selbst auch.

In der Öffentlichkeit sei einfach Du selbst. Oder nehme Dir jemanden Vertrauen mit, für die seelische Rückendeckung. Fange in kleinen Schritten an und gebe Dir selbst die Gelegenheit Dich wohl "draussen" zu fühlen. Das kann sein, das Du erstmal auf die Strasse gehst wenn es schon später ist und weniger los ist.
Oder Du fährst mit dem Bus in eine andere Stadt und zeigst Dich in geschützter Anonymität. So kannst Du erste Erfahrungen sammeln, das die meisten Menschen um dich herum doch sehr unbeeindruckt wirken, entgegen Deiner Ängste.

Jedenfalls wünsche ich Dir ganz viel Erfolg und das nötige Geschick das sich Deine Träume mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht, erfüllen.

Und wenn es manchmal schwer scheint, dann berichte uns davon, Du bekommst immer Rat und Zuspruch um Aufzustehen, die Krone zu richten und weiter zu gehen. (na)

Alles liebe
Mina
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ab08
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Re: Das bin ich, ... und meine vielen Fragen.

Post 2 im Thema

Beitrag von ab08 »

Hallo, liebe Jana,

an Deiner Stelle würde ich versuchen, meinen Eltern klar zu machen, dass das Mobbing in der 7./8. Klasse (Pubertät) eventuell mit Deiner Transsexualität zu tun hat.
Mitschüler spüren nämlich so etwas, das weiß ich, denn gerade "schwierige" Mittelstufenklassen unterrichtete ich (vgl. Profil - Mathem./Physik...) sehr gern und sehr häufig, hatte oft Klassleitung etc. - Eventuell könntest Du Dir die Broschüre von Lambda Bayern schicken lassen und Deinen Eltern geben. https://www.lambda-bayern.de/fileadmin/ ... ns_web.pdf - Sie können sich auch an TRAKINE http://www.trans-kinder-netz.de/ (Dort ist viel Kompetenz vorhanden!) oder bei persönlichen Fragen auch an mich wenden. - Ich schick Dir meine Daten per PN. -> Mit transsexuellen Schülern hatte ich bisweilen zu tun. Wenn das Umfeld vernünftig reagierte, gab es in der Regel kaum Probleme. :()b

Bei Psychologen bitte aufpassen, das hilft nur, wenn die Person von der Thematik was versteht ... Da ich 12 Jahre neben dem Gymnasium auch in der Kinder & Jugendpsychiatrie unterrichtete, begegneten mir Personen mit sehr viel, aber leider auch andere mit sehr wenig Sachverstand bzgl. TS/IS ... :wink:

Mut Da ich mich ein Leben lang zurücknahm, es aufschob, bis es nicht mehr ging, hatte ich beim CO2008 jede Menge Mut.
Die Reaktionen der anderen waren mir da dann ziemlich egal. - Es war für mich zwar stets interessant, belastete mich aber nie.
In Deinem Alter wusste ich es zwar, war aber extrem verschüchtert, daher kann ich Dir da keinen vernünftigen Tipp geben. :oops:
In der Jugend wurde ich übrigens auch heftig gemobbt. Erst als ich Spitzennoten hatte und damit drohte, niemand abschreiben zu lassen, wurde es besser.

GAOP --> Meine Erfahrungen beschrieb ich hier http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... 89#p152037 ausführlich.
In jüngerem Alter steckt der Körper Operationen meist besser weg. :wink:

Brust-Op brauchte ich nicht. Es klappte auch so. -> Hier würde ich zu Geduld raten. Nach einigen Jahren HET tut sich in der Regel was. Hängt von den Erbanlagen ab. Bei anderen Frauen dauert es ja auch.

Ansonsten, ich war spät dran. -> Aber, von 2008 bis 2016 unterrichte ich im korrekten Geschlecht.
Seit dem CO 2007/2008 fühle ich mich wohl.

Liebe Grüße
Andrea
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
Michi
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Re: Das bin ich, ... und meine vielen Fragen.

Post 3 im Thema

Beitrag von Michi »

Hallo Jana,

ich habe den Eindruck, du versucht gerade alles auf einmal zu klären, das Ganze wie man sagt "übers Knie" zu brechen.
Schalte mal kurz einen Gang runter. :wink:

Alles was du schreibst zeigt mir, dass du dich schon sehr ausgiebig informiert hast.
Dann solltest du aber auch bereits gelesen haben, dass es die Hormone keinesfalls jetzt und sofort gibt, und bis zu einer OP auch "ein bissel" Zeit vergeht.
Nun rechne mal kurz nach: Du bist bereits 17, und mit 18 musst du eh selbst entscheiden, was passieren soll.
Du brauchst dir also nicht deinen hübschen Kopf darüber zu zerbrechen, dass dir deine Eltern die OP nicht erlauben könnten, und wie du sie zu einem OK bringen kannst.

Also entspanne dich erst mal wieder, sonst gibt es noch Stresspusteln. Und du willst doch hübsch aussehen. :wink:

Wichtig ist, dass du einen Psychologen hast, der sich mit dem Thema Transidentität/Transsexualität hinreichend auskennt,
und nicht an einen gerätst, der dir auf Wunsch deiner Eltern deine "Verrücktheit" austreiben will.

Alle anderen Fragen solltest du jetzt erst mal noch zurückstellen. Die kommen schon zur rechten Zeit zur Sprache.
Jetzt ist es erst mal wichtig, zusammen mit einem Psychologen deinen Gefühlen nachzugehen.

Du kannst hier gerne schreiben, wie es bei dir weiter geht, und dabei werden sich auch nach und nach deine Fragen klären.

Vom Alter her könntest du übrigens mein Kind sein. Ich hoffe, das schreckt dich nicht ab, meine Worte anzunehmen.
Ich denke, als alleinerziehender Papa und selbst Betroffene habe ich schon den Background, mich in deine Lage hineinzudenken.

Es ist an dir, ob du das als Angebot annehmen willst, und etwas auf meine Worte gibst.
Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute für die Zukunft.


Liebe Grüße
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
ExuserIn-2022-05-28
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Re: Das bin ich, ... und meine vielen Fragen.

Post 4 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2022-05-28 »

Hi Jana zu Deinen ersten Fragen:
Besorg Dir das Buch Anne wird Tom,Klaus wird Lara von Udo Rauchfleisch
und Wenn Kinder anders fühlen von Brill,Pepper

und gib Sie Deinen Eltern zu lesen. Sie sind speziell für Angehörige und Eltern geschrieben und erläutern das Phänomen TS sehr gut.

Zu 3 Such Dir eine Selbsthilfegruppe in der Nähe, die sich in der Öffentlichkeit trifft. Das hilft ungemein, da man sehr schnell lernt, dass die Umwelt durchaus nicht schlecht ist und man dich problemlos raus wagen kann. Was Outing anbelangt: leg Dur eine Reihenfolge fest : Bei wem nützt mir ein Outing am meistens......bei wem ist es eigentlich egal, dass ich mich oute. Bereite Dich gut auf eventuelle Fragen vor und hab ein paar gute Fotos dabei.
Ich hatte mir für den Beruf einen extra Flyer gebastelt mit allgemeinen Infos über TS und mich.

Zu 4: Ein Endokrinologe ist unumgänglich, keine Eigenversuche. Am besten verträglich sind Hormongele, da sie die Leber am wenigsten belasten. Bei Testoblockern niedrig dosiert rangehen. Es gibt Àrzte, dié verschreiben 50 bis 100 mg Androcur pro Tag. Das ist viel zu viel. Wenn Androcur dann reicht auch 12,5 mg. Es gibt Alternativen wie Spironolacton oder Finasterid, alle haben Vor und Nachteile, nach meiner Erfahrung wirkt Androcur am besten. Spironolacton brachte bei mir ausser einem zu hohen Kaliumspiegel z.b. gar nichts, Am besten ist es man schafft die Umstellung ohne Testoblocker nur mit Estradiol in Gelform, das ist am schonendsten.

LG. Chrissie
Das Leben ist zu kurz um sich zu verleugnen.
Vanessa93
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Re: Das bin ich, ... und meine vielen Fragen.

Post 5 im Thema

Beitrag von Vanessa93 »

Hey Jana,
Ich habe auch das Gefühl du willst das alles so schnell wie möglich und aufeinmal haben. Leider geht auf diesem Weg garnichts schnell. Man braucht sehr viel Geduld und innere Ruhe, sonst stresst man sich kaputt. Bei mir hat der Weg vom Outing zur zusage zur Op eineinhalb Jahre gedauert. Ich schreibe gerade aus dem Krankenhaus :D .

Zu deinen Fragen

Bei deinen Eltern bin ich vielleicht nicht so hilfreich, weil ich sofort akzeptiert und unterstützt wurde von meiner ganzen Familie und auch von der einen Freundin die ich damals hatte.
Ich würde mich an deiner Stelle erstmal um mich selber kümmern und sehen dass du einen guten Psycho bekommst. Und mit deinen Eltern immer wieder Gespräche führen. Ihnen sagen wie unwohl du dich fühlst und du endlich "du" sein willst und keine Maske mehr tragen möchtest. Letztendlich lieben Eltern ja ihre Kinder und wenn sie erkennen wie glücklich du wirst und wie du aufblühen, dann werden sie spätestens begreifen das du normal bist.

Und bei der Op haben sie eh kein Mitspracherecht, es ist dein Körper und damit deine Entscheidung. Du musst dir aber absolut sicher sein, denn ein Zurück gibt es nicht mehr. Dieser Schritt markiert einen "Point of no return", wie wir Biologen bei vielen Entwicklungsvorgängen sagen :lol: .

Oh ja das erste mal raus :? . Ich weiß noch :lol: . Im Nachhinein betrachtet ist das wirklich doof, aber es schien mir damals als gute Lösung und hat mir auch sehr geholfen.
Ich bin immer in jeder freien Zeit in mein Lieblings Naturschutzgebiet gefahren und hab mich da umgezogen und fertig gemacht. Dann bin ich da rumgelaufen. Zuerst noch abseits der Wege, dann immer mehr auf den Wegen und schließlich bin ich bewusst an entgegenkommenden Passanten vorbei. Zu meinem Erstaunen hat niemand Notiz vom mir genommen. Dann habe ich irgendwann den Mut gehabt in eine andere Stadt zu fahren und dort rumzulaufen. Auch hier keinerlei Reaktionen der Passanten. Es war so als ob ich nicht auffalle und wenn dann hat es niemanden Interessiert. Das war ein Schlüsselereignis. Ab dä wurde ich mutig. War sogar in Einkaufspassagen und Kaufhäusern. Einfach ganz normal eben.

Ich hab das mit der Uni und "Freunden", hatte ja nur eine :roll: , einfach konsequent von null auf hundert gemacht. Ich bin einfach im neuen Semester als Frau gekommen. Mir wäre auch nichts anderes übrig geblieben, weil kurz nach meinem Outing hab ich alle Männersachen verschenkt und entsorgt.
Ich hab mich einfach nicht darum gekümmert was die a deren denken, wichtig ist das ich zufrieden bin.
Es ist sehr wahrscheinlich dass viele Türen zugehen, aber es werden sich mehr Türen öffnen.
Ich habe als ich endlich zu mir gestanden habe gleich Anschluss gehabt und viele gute Freundinnen gefunden.

Zu den Hormonen, ich habe Hormonpflaster und ich liebe die. Sie sind in der Anwendung super leicht und da sie nur alle drei Tage gewechselt werden müssen auch noch pflegeleicht. Da sie über die Haut diffundieren schönen sie die Leber.
Aber auch Hormone bilden einen Punkt ohne Rückkehr, weil ab einer gewissen Zeit ist die Unfruchtbare endgültig. Und auch der Busen ist kaum wieder zu entfernen. Deswegen seit dir ganz ganz sicher bevor du diesen Schritt gehst.

Zur Op, Schmerzen hat man natürlich, ist ja ein sehr schwerer Eingriff. Es wird viel bewegt gequetscht, geschnitten und gedrückt. Bis das alles verheilt dauert es eben seine Zeit. Aber die Schmerzen sind auszuhalten. Ab und zu mal ein Schmerzmittel :lol:.
Komplikationen können wie bei jeder Op auftreten, da gibt es zu viele um sie alle zu nennen. Aber die meisten sind gut in den Griff zu bekommen.
Ich hatte ziemliche Nachblutungen und dadurch einen hohen Blutverlust. Dadurch habe ich Kopfschmerzen und mir wird beim Aufstehen immer extrem schwindelig. Aber es wird immer besser :mrgreen: . Ich bereue nichts.

Ne Brust Op brauche ich nicht meine sind dich die Hormone ausreichend gewachsen :mrgreen: (he) .

Ich fühle mich toll, endlich kann ich mir zwischen die Beine sehen und da ist was da sein soll (he) (he)

Alles liebe und viel Spaß im Forum wünscht dir
Vanessa
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