Christine
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Claude
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Christine
Ihr Lieben,
diese Geschichte habe ich Anfang der 2000er Jahre auf einer amerikanischen Website gefunden. Sie hat mich damals sowohl berührt als auch fasziniert. Kürzlich habe ich sie beim Aufräumen des PC wiedergefunden. Als großer Fan der diversen Geschichten- und Erlebniserzähler hier im Forum will ich diese Geschichte nun ins deutsche übersetzen - vielleicht gefällt sie ja dem Einen oder der Anderen.
Happy Mai,
Claude
diese Geschichte habe ich Anfang der 2000er Jahre auf einer amerikanischen Website gefunden. Sie hat mich damals sowohl berührt als auch fasziniert. Kürzlich habe ich sie beim Aufräumen des PC wiedergefunden. Als großer Fan der diversen Geschichten- und Erlebniserzähler hier im Forum will ich diese Geschichte nun ins deutsche übersetzen - vielleicht gefällt sie ja dem Einen oder der Anderen.
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Re: Christine
Christine, Kapitel 1, Der Klärtümpel
Der acht Jahre alte Christoph und seine 7 jährige Cousine Gail machen einen Campingurlaub mit ihren Müttern. Nach etwa einer Stunde auf dem Campingplatz hat Christoph einen Unfall, der seine Kleidung vollständig ruiniert. Das ist der Zeitpunkt, an dem sie feststellen, dass er seinen Koffer zu Hause vergessen hat.
Es passiert, bevor ich auch nur die leiseste Ahnung hatte, aber so passiert das wohl normalerweise. Als kleines Kind zu Hause war ich ein glücklicher kleiner Junge. Meine Mom und Dad liebten mich und ich sie. Und ich hatte einen älteren Bruder, der zehn Jahre älter war als ich. Nach ihm sah es so aus, als könnten meine Eltern keine weiteren Kinder bekommen, egal wie intensiv sie es versuchten. Als sie gerade aufgeben wollten, kam dann doch noch ich. Ein richtiges Wunder aus dem Himmel, sagten sie immer. Inzwischen hatte sich mein Bruder John gut zurechtgefunden in der Welt der "größeren Jungs", betrieb alle Sportarten, die man als Junge so betrieb und war in allen sehr gut. Mit 13 war er bei den Pfadfindern anerkannt, sah gut aus und die Mädchen umschwärmten ihn früher, als er bereit dafür war. Und dieser amerikanische Traumjunge hatte vor 2 Wochen die High-School beendet und war am Tag danach ausgezogen — zur Navy!
Ich betete meinen großen Bruder an. So beliebt und erfolgreich er auch war, er hatte immer Zeit für mich. Er liebte, beschützte und unterstützte mich. Egal, ob ich Hilfe beim Schuhe zubinden oder bei den Hausaufgaben brauchte, es war John und nicht meine Eltern, der mir half. Und zwar nicht, weil er sollte, sondern weil er wollte. Mit ihm gab es nie irgendwelche Diskussionen über meine athletischen Qualitäten oder deren Nichtvorhandensein. Die Zukunft ohne ihn wird sehr einsam für mich werden und das war auch meinen Eltern klar.
Und dann gab es da noch mich, Christoph Elliot, etwas klein für mein Alter, mit ziemlich wenig Interesse am Sport. Dafür konnte ich mit sechs schon ganz gut Klavier spielen. Und Singen konnte ich gut, mit meiner Kleinjungenstimme erreichte ich schwindelerregende Höhen in einer Klarheit, als hätte ich ein ganzes Leben lang Unterricht gehabt. Ich hatte dunkelrote Naturlocken — ganz die Qualität, für die jedes Mädchen gemordet hätte. Schon bevor ich in die Schule kam, hatte meine Mom meine Haare langwachsen lassen und selbst als ich in der Schule für meine Mädchenhaare gehänselt wurde, weigerte ich mich, sie schneiden zu lassen.
Als ich mit 5 in den Kindergarten kam, stürzte ich mich mit großer Energie auf die Lese- und Schreibübungen. Obwohl ich nie etwas sagte, fand ich das rüde Gebaren der meisten Jungs ziemlich abstoßend. Ich war eben, wie meine Mutter immer sagte, ein Sensibelchen. Aber es gab nie irgendeinen Zweifel, dass meine Eltern meinen Bruder und mich — verschieden wie Tag und Nacht — gleich intensiv liebten und die jeweiligen Qualitäten förderten.
Als ich sieben Jahre alt war, wurde mir schmerzhaft bewusst, dass die Welt um mich rum nicht annähernd so tolerant war wie meine wunderbare Familie. Schon in der 2. Klasse, wenn die Jungs Mannschaften zum Ballspielen zusammenstellten, war ich immer ausgeschlossen, es machte schon die Runde, dass ich ein "Sissy-Boy" war, der mit einem Ball aber auch gar nichts anfangen konnte. Bevor ich so richtig merkte, was abging, war ich schon ein Außenseiter — Selbst, wenn ich das gewollt hätte, war es zu spät, etwas dagegen zu tun.
Natürlich hatte ich meine eigene Liste mit Dingen, die mir wichtig waren: ich achtete darauf, immer ordentlich und sauber angezogen zu sein, bemühte mich, immer gute Noten nach Hause zu bringen und meine Musik war mir wichtig. Kurz nach Weihnachten überredete mein Musiklehrer meine Mutter, mich zum Ballettunterricht zu schicken. Ich war begeistert, aber das war auch mein endgültiger Untergang bei den Jungs, als sie mich fragten, ob ich nicht Fußball mitspielen könne, sie hätten einen zu wenig. Als ich sagte, "geht nicht, meine Mutter holt mich gleich ab zum Ballettunterricht" rannten alle weg, als wenn ich Lepra hätte.
Ich möchte nicht den Eindruck vermitteln, als wenn ich nie Jungskram gemacht hätte, z.B. ging ich unheimlich gern mit meinem Vater Angeln. Ich war ein Campingfan und mit 7 schon ein brauchbarer Waldarbeiter. Obwohl, so im Nachhinein betrachtet, war wohl auch das kein "Jungskram". Während andere Jungs kleine Tiere suchten, um sie zu quälen, Frösche, um sie aufzublasen, zog ich es vor, mir von Dad das Anlegen eine Lagerfeuers beibringen zu lassen oder half Mom im Wald beim Vogelschutz. Aber wie mir jeder Junge bestätigen wird, ist die Anerkennung und Liebe innerhalb der Familie nicht genug. Unter Gleichaltrigen war ich totaler Außenseiter und das deprimierte mich im Laufe der Zeit schon sehr.
Ich hatte eine Cousine, die ein Jahr jünger war als ich. Gail und ich waren ohne Frage die besten Freunde. Ich war recht klein für mein Alter — so waren wir genau gleich groß. Wenn wir zusammen spielten, gab es sowas wie Jungs- und Mädchenkram nicht, einfach 2 Kinder, die zusammen spielten, Musik machten und Ballett übten. Häufig schliefen wir auch zusammen in einem Bett, ohne dass irgendwer das komisch fand. Außer natürlich meine Klassenkameraden. Die fanden es vielleicht OK, wenn Mädchen bei den Jungs mitspielten, aber Jungs bei Mädchenspielen - das war völlig unakzeptabel.
Gail und ich spielten die üblichen Kinderspiele: Verstecken, Nachlaufen, Twist und so weiter. Ich hatte von John eine große Sammlung von Modellautos geerbt, Gail hatte eine ordentliche Sammlung an Puppen. Ich hatte nie ein Problem damit gehabt, mit Puppen zu spielen, bis eines Tages mein bester, weil einziger Freund David zu Hause auftauchte, als ich in meinem Zimmer mit Gail und ihren Barbies spielte. "Chris!", fragte er völlig entgeistert "was machst Du da??"
"Wonach sieht es denn aus?" antwortete ich "ich spiele mit Gail!"
"Du spielst mit PUPPEN!" sagte er angewidert und verließ das Haus. Das war das Ende unserer Freundschaft und ein weiterer Baustein, meinen Ruf an der Schule zu festigen, weil David überall rumerzählte, dass ich mit Puppen spielte.
Nun, genug über mich und los geht"™s mit der Geschichte. Wie schon gesagt, ich war acht und hatte gerade die dritte Klasse beendet, ein toller und ungewöhnlicher Sommer stand mir bevor. Mein Vater und sein Bruder, Dan, waren wirklich nicht wohlhabend — aber rechtschaffene und hart arbeitende Männer. Sie hatten beschlossen, auf einem Stück Land, das sie günstig erstanden hatten 2 Häuser nebeneinander zu bauen. Die Aussicht begeisterte mich, weil Onkel Dan und ich uns sehr gern hatten, außerdem würden Gail und ich uns öfter sehen, wenn wir nebeneinander wohnten.
Dad und Onkel Dan war schon immer sehr eng und man konnte nur selten den Einen ohne den Anderen treffen. Onkel Dan war schon länger arbeitslos und als Dad letztes Jahr ohne Schuld seinen Job verlor, beschlossen die beiden kurzerhand, etwas zusammen zu machen. Sie eröffneten einen Laden und verkauften Computer. Gute Computerfachleute waren noch rar und das Geschäft lief gut an, warf aber anfangs noch nicht so viel Gewinn ab.
Heute war der 11. Juni und das Schuljahr war zu Ende. Der Mietvertrag für das Haus, in dem wir gelebt hatten, war ausgelaufen und wir waren faktisch obdachlos. Dad hatte einen alten Campinganhänger gekauft, der diesen Sommer das Zuhause für Mom, Tante Julia, Gail und mich sein sollte. Die Männer wollten in den neuen Häusern bleiben und sie fertigbauen, damit wir wieder ein Zuhause hätten, wenn im Herbst die Schule anfing. Gail und ich freuten uns riesig auf den Sommer auf dem Campingplatz und danach ein neues Zuhause in einer neuen Stadt. Noch hatte ich keine Ahnung, wie toll der Sommer für mich werden würde.
"Alle bereit??" fragte Tante Julia vom Fahrersitz aus, nachdem wir in das Auto geklettert waren.
"Ich bin fertig!" antwortete ich.
"Ich auch" fügte Gail hinzu.
Überall wurden letzte Umarmungen und Küsse ausgetauscht, Frauen versicherten Männern, dass sie das Aufbauen des Campingzeugs hinkriegen würden, die Männer versprachen uns, uns in 3 Wochen zu besuchen. Dann endlich gings los.
Gail und ich saßen auf der Rückbank und unterhielten uns, während Mom und Tante Julia vorne Frauensachen besprachen. "Ich dachte, du wolltest Dir die Haare abschneiden?" fragte Gail.
"Schon", antwortete ich, "aber Mom und ich haben beschlossen, bis nach den Ferien zu warten. In der Schule machen sich alle schon nervig lustig über meine Haare."
"Ich verstehe nicht, warum Dich alle hänseln — ich finde Deine Haare hübsch. Ich wollte, ich hätte so schöne Haare wie du!"
"Jungs müssen nicht hübsch sein!" antwortete ich heftig. "Außerdem sind Deine Haare toll, ich mag sie."
"Nicht so toll wie Deine "¦"
"Du hast Vorurteile!" ging Mom vom Vordersitz aus dazwischen. Es war wahr und ich wusste das auch: Gail sah in mir eher den großen Bruder als einen Cousin. Ich konnte nichts falsch machen und hatte keine Fehler.
Damit schlief die Unterhaltung ein und Gail förderte aus ihrem Beutel Kartenspiele zu Tage und wir spielten diverse Spiele. Das war ein weiterer Unterschied zwischen Jungs und Mädchen: Jungs hatten Hosentaschen und Mädchen hatten Handtaschen. Ich hatte zwar immer verschiedene Schätze in meinen Hosentaschen, aber nie genug Platz für Kartenspiele, Reservestifte und was man sonst so für den Notfall brauchte. In meiner idealen Fantasiewelt hätten Kinder die Hosentaschen der Jungs UND die Handtaschen der Mädchen. Aber selbst mir war klar, dass ich als Junge nicht mit einer Handtasche rumlaufen konnte.
Tante Julias altem Chevy fiel es nicht so leicht, einen Campinganhänger rauf in die Berge ziehen zu müssen. Dad und Onkel Dan hatten das bessere Auto behalten, weil sie ständig Baumaterial und Werkzeug besorgen mussten. Tante Julia überredete den Oldtimer die Berge rauf und runter und schaffte es tatsächlich, uns in etwa 3 Stunden, ans Ziel zu bringen.
Der Platz war unglaublich toll, überall riesige Pinien, ein kühler Bergbach schlängelte sich über den bewaldeten Campingplatz und es gab viele kleine Stege, wo Kinder Fische fangen konnten. Außerdem einen Swimmingpool und einen kleinen Laden, der alles führte, was Camper so brauchten.
"Ihr beide geht spielen!" ordnete Mom an, nachdem wir eingecheckt und unseren Platz gefunden hatten. "Julia und ich werden das Zelt aufbauen. Macht keinen Ärger und, vor Allem, bleibt weg vom Wasser!"
"Ja Chef!" antworteten Gail und ich im Chor. Dann waren wir auch schon weg, um diesen wunderbaren Platz zu erkunden. Es sah aus, als würde das der beste Sommer überhaupt in unserem kurzen Leben werden. Jetzt, im Nachhinein betrachtet, bin ich immer noch erstaunt über die Folge der Ereignisse. Irgendwie kommt mir das Wort Bestimmung in den Sinn, dass ich damals noch gar nicht kannte.
Ich verstand zwar nicht warum, aber sogar ich war über den Verlust der Klassenkameraden in der Schule frustriert, Gail dagegen war enorm beliebt und war verzweifelt über den Verlust der alten Nachbarschaft und Schulkameraden. Ich war eher erleichtert und sah eine 2. Chance, Freunde und Spielkameraden zu finden — auch wenn mir nicht klar war, was ich beim ersten Mal falsch gemacht hatte. Wie auch immer — die nächsten 2 Monate würde ich mit Gail zusammen sein und das war alles, was wir beiden brauchten.
Wir liefen Hand in Hand total begeistert zwischen Zelten und Wohnwagen rum und als wir den Tümpel fanden, mussten wir den natürlich untersuchen. Wir hatten noch nicht einmal gemerkt, dass es hier keine Camper mehr gab. An einer Seite des Tümpels standen einige Landmaschinen rum und das machte es für mich nur interessanter. Als ich im Wasser in der Nähe des Ufers einige Lilienblüten entdeckte, wollte ich für Mom einen kleinen Strauß pflücken. Eigentlich wollte Gail auch einen pflücken, aber sie erinnerte mich, dass wir uns ja vom Wasser fernhalten sollten. "Sie hat den Fluss gemeint", erklärte ich, "so tief kann der Teich gar nicht sein, außerdem gehe ich ja nicht ins Wasser — ich suche mir ein Stöckchen und angel nach den Blüten"¦!"
"Wenn du meinst"¦" sagte Gail zweifelnd. " Mädchen!!" Dachte ich mir, während ich mir einen Stock mit einer Art Haken am Ende suchte, "machen sich immer völlig unnötig Sorgen." Und dann hatte ich ein schlechtes Gewissen, weil ich das gedacht hatte. Ich war auch nicht besser als alle anderen, die sich über Mädchen lustig machten. Und Gail war doch wirklich cool.
Als der Service Lieferwagen des Campingplatzes eine Stunde später mit 2 weinenden Kindern auf der Ladefläche beim Zelt der Elliots ankam, waren Julia und Susan Elliot zu Tode erschrocken. Aber immerhin konnten sie der Lautstärke des Heulens entnehmen, dass die Kinder lebten.
"Frau Elliot, es tut uns furchtbar leid!" sagte der Fahrer, als die Frauen auf ihn zu rannten. "Der kleine Junge ist in die Klärgrube gefallen."
"Klärgrube?" fragte Susan, "geht"™s ihm gut?"
"Alles OK, er riecht nur ein bisschen streng und sein Selbstbewusstsein hat wohl gelitten."
"Christoph!" schimpfte sie, "ich hatte doch gesagt, ihr sollt vom Wasser wegbleiben!" Natürlich brachte der vorwurfsvolle Ton eine neue Welle von Tränen.
"Seien Sie bitte nicht zu hart zu ihnen!" bettelte der freundliche Fahrer, "der Schreck war groß genug und eigentlich war es nicht sein Fehler. Das "šKein Durchgang"˜ Schild war runtergefallen und einer der Arbeiter hatte das Gatter aufgelassen. Die Kinder konnten nicht wissen, dass sie da nichts verloren hatten. Es war wirklich nicht ihr Fehler."
Der Mann hob mich von der Ladefläche ohne Rücksicht darauf, dass er sich selbst auch mit der Jauche einsaute. Mit einem letzten Schluchzer brachte ich ein "Vielen Dank!" hervor und dann stellte ich mich der Strafe, die von meiner Mutter sicher kommen würde. "Es tut mir leid, Mom, ich wollte dir doch nur "¦"
"Ist gut, Christoph, aber wir müssen dich reinigen — du riechst furchtbar. Wo ist dein Koffer?"
"Mein Koffer? Mom, ich habe ihn gestern Abend neben mein Bett gestellt — wie du mir gesagt hast."
"Christoph, HEUTE! Ich habe dir gesagt, du sollst ihn ins Auto bringen!"
"Mom, du hast gesagt, dass du ihn ins Auto getan hast "¦!"
"Nein, Chris, ich habe dir von der Küche aus zugerufen, dass du ihn ins Auto bringst. Sowas habe ich befürchtet. Du hast keine sauberen Klamotten — nicht einen einzigen Faden! Was um Himmel Willen sollen wir jetzt tun?"
"Bring ihn zur Dusche und schrubbe ihn ab!" ordnete Tante Julia an, "ich suche Gails Bademantel raus, um ihn zum Zelt zurückzubringen."
"Gails Bademantel?" fragte ich.
"Entweder der, oder du kommt nackig von der Dusche zurück. Ich muss dir dieses Zeug vom Körper schneiden. Und los jetzt, die Jauche soll nicht länger als unbedingt nötig auf deiner Haut sein."
Ich war ein bisschen verlegen, mit Mom in die Damendusche zu gehen, aber sie bestand drauf und sagte, ich hätte nicht wirklich eine Wahl. Zum Glück war es früher Nachmittag und der Duschbereich war menschenleer. Ich zitterte, obwohl es mindestens 32 Grad waren, und ich fühlte den kalten Stahl der Schere, der auf meinem Rücken durch die verseuchten Klamotten schnitt. Nichts konnte gerettet werden: T-Shirt, Hose, Unterhose, Socken und Sneakers — alles im Müll.
Mom schrubbte mich, bis meine Haut rot war, dann trocknete sie mich ab. Ich durfte das natürlich nicht sagen, aber ich genoss die Zuwendung. "Hier!" sagte sie und drückte mir einen schönen, rosa Bademantel in die Hand. "Wir müssen dir noch die Haare bürsten, aber lass uns zuerst zum Camper zurückgehen und sehen, was du anziehen kannst."
Es fühlte sich so unendlich toll an, endlich wieder sauber zu sein, dass ich nicht weiter darüber nachdachte und in den rosa Bademantel schlüpfte, als hätte ich noch nie was anders getan. Was ich da anhatte, merkte ich erst kurz vor unserem Zelt und bis dahin waren wir an vielen Zelten und Campingwagen mit spielenden Kindern vorbeigekommen und niemand hatte mich beachtet. Ich guckte an mir runter: ja, es gab überhaupt keinen Zweifel, dass das ein Mädchenbademantel war, hellrosa und mit kleinen Kätzchen und Häschen bestickt. Und ich sah wieder einige Kinder in meinem Alter kurz zu uns rüber gucken und sich dann wieder auf ihr Spiel konzentrieren.
"Das steht dir aber gut!" kommentierte Tante Julia, als wir zum Zelt zu-rückkamen.
"Du siehst so toll damit aus, Chris", strahlte mich Gail an, "du kannst dir wirklich was von mir leihen — ich habe soo viel!" Ich warf Gail einen Blick zu, der einen Kaktus zum Verwelken gebracht hätte, aber sie kümmerte sich nicht darum. "Gail, halt endlich den Mund!" schrie ich im Stillen, aber unsere übliche nonverbale Kommunikation schien gerade nicht zu funktionieren. Sie schwärmte weiter. "Das wird so schön, als hätte ich eine große Schwester.
Ich guckte flehend zu Mom, die mich anguckte, dann Gail und schließlich Tante Julia, die bestätigend nickte. "Christoph", sagte sie mit der süßesten Stimme "™ever"˜, "ich sehe wirklich nicht, dass wir irgendwelche Alternativen hätten. Wir haben keinerlei Anziehsachen für dich und du weißt, dass das Geld im Moment etwas knapp ist — mit dem neuen Haus und so. Wir können wirklich nicht so viel Geld für eine komplett neue Garderobe ausgeben, wo du doch zu Hause einen ganzen Koffer voller guter Sachen hast."
"Kannst du nicht Dad anrufen, dass er meinen Koffer bringt?" Bettelte ich schon fast ohne Hoffnung.
"Natürlich werde ich ihn fragen, aber ich fürchte, dafür ist es zu spät. Im neuen Haus gibt es noch kein Telefon und ich sehe keine Möglichkeit bis übermorgen. Da will Dad hier anrufen. Dein Koffer ist vermutlich inzwischen eingelagert. Ich fürchte, du hast keine andere Möglichkeit, als"¦"
"Nein, Mom! Das sind Mädchensachen!"
"Die Hauptsache ist, es sind Anziehsachen. Außerdem musst du dir keine Sorgen machen, dass sich jemand über dich lustig macht. Niemand kennt dich. Lass sie doch einfach denken, du wärst ein Mädchen!"
"Ein Mädchen??" rief ich, "Ich ein Mädchen? Niemals!"
"Was ist denn falsch daran, ein Mädchen zu sein?" fragte Gail verwirrt, "ich dachte, du magst mich!?"
"Ja, das tue ich, aber ich bin kein Mädchen — ich bin ein Junge. Ich kann einfach nicht!"
"Komm mal mit ins Zelt, Christoph" befahl Mom, "ich glaube, wir müssen reden!"
"Mom!" bettelte ich, "bitte zwing mich nicht, ein Kleid zu tragen. BITTE!"
"Warum nicht? Deine einzige Alternative ist es, die ganze Zeit hier im Zelt zu bleiben. Und es wird richtig heiß hier drin, glaube mir"¦. Kannst du dich noch daran erinnern, was wir gemacht haben, als du mit vier wieder angefangen hast, ins Bett zu machen??"
"Ihr habt mich in Windeln gesteckt! Aber das war anders"¦"
"Warum anders? Von mir aus sieht das genauso aus. Wir hatten ein Problem und eine offensichtliche Lösung. Und so haben wir das gemacht. Und du hast dich damals auch gewehrt, nicht wahr?"
"jaja, aber "¦." Wehrte ich mich schwach.
"Und dann hast du zugegeben, dass Windel besser war, als im nassen Bett aufzuwachen, oder? Jede Nacht hast du eine getragen und jeden Morgen war sie nass und dein Bett trocken "¦ Richtig?"
"Hmm, ja"¦"
"Wie lange hast du die Windeln getragen?"
"Bis ich 6 war, aber "¦"
"Aber eigentlich wären sie gar nicht so lange nötig gewesen, oder?"
"Natürlich waren sie — denkst du, ich bin ein Baby?"
"Nein Christoph, ich denke, du bist ein wundervoller Junge. Und als du 5 warst, hast du mir selbst gesagt, dass sie vielleicht nicht mehr nötig wären, aber du sie trotzdem tragen wolltest, weil du das Gefühl mochtest. Hast du das gesagt?"
"Ja, aber"¦"
"Christoph, diese Windeln sind teuer, aber wir haben sie dir ein ganzes Jahr länger gekauft, als du selbst sie nötig fandst — bis du selbst fertig warst damit. Jetzt haben wir ein anderes Problem und haben eine ganz offensichtliche Lösung! Bitte tu mir den Gefallen es zu versuchen. Ich verspreche dir, wenn du 2 Tage lang Gails Sachen probierst und dich dann immer noch unwohl fühlst oder sich jemand über dich lustig machst, bringe ich dich persönlich in die Stadt und wir kaufen dir Sachen. Aber vielleicht gefällt es dir ja auch — so wie "jeden Tag Halloween", neckisches Spielchen"¦"
Ich konnte ein kleines Lächeln nicht verhindern und Mom wusste, dass sie mich hatte. Außerdem wusste sie, dass eine Hitzewelle auf uns zukam, gegen die die momentanen 35 Grad frisch sein würden. Auch heute schon war es im Zelt locker über 40 und das war definitiv kein Ort, um den ganzen Tag zu verbringen. Ihr war klar, dass ein leichtes Baumwollkleid auf jeden Fall viel bequemer sein würde, wenn ich nur die emotionale Hürde überwinden könnte, ein Kleid zu tragen. " Na gut, ich versuchs — aber halte dich schon mal bereit, übermorgen in die Stadt zu fahren!" sagte ich endlich.
"OK, abgemacht und wie üblich bin ich stolz auf dich!"
"COOL!" rief Gail, als wir aus dem Zelt kamen und die Neuigkeiten verkün-deten. "Du kannst den ganzen Sommer meine Schwester sein!"
"Zwei Tage!" erinnerte ich sie, "in zwei Tagen fährt Mom mit mir in die Stadt, Klamotten kaufen. Genieß deine Schwester, Übermorgen verschwindet sie wieder."
"Gail und ich haben uns unterhalten, während ihr im Zelt wart. Christoph, wusstest du, dass es von deinem Namen auch eine Mädchenversion gibt?" fragte Tante Julia.
"Mädchenversion? Hähh??" fragte ich.
"Nun, wir haben uns gedacht, dass die Leute vielleicht komisch gucken, wenn du Gails Kleid anhast und wir dich Christoph rufen. Vielleicht wäre es besser, wenn du dich Christine nennst."
"Christine?" ließ ich den Namen in meinem Kopf kreisen. Keine Zweifel, ein schöner Name. "Christine", sagte ich dann laut, "das ist ein schöner Name, aber ich brauche ihn nicht — in zwei Tagen ist Christoph wieder da! Und solange mach ich mich unsichtbar."
"Alles klar, war ja nur so ein Gedanke. Gail, geh doch mit Christoph ins Zelt und hilf ihm, damit er endlich aus dem dicken Bademantel kommt."
"Mom, kannst du das nicht machen?? Gail würde mich nackt sehen." bettelte ich.
"Chris", lachte Mom, "Gail und du seid zusammen in der Badewanne, seit
ihr Babys wart"¦"
"Ja, aber da waren wir doch noch klein "¦"
"Tu es einfach, du hast nichts, was Gail noch nicht gesehen hätte!"
"Ja Chef!" antwortete ich.
Der acht Jahre alte Christoph und seine 7 jährige Cousine Gail machen einen Campingurlaub mit ihren Müttern. Nach etwa einer Stunde auf dem Campingplatz hat Christoph einen Unfall, der seine Kleidung vollständig ruiniert. Das ist der Zeitpunkt, an dem sie feststellen, dass er seinen Koffer zu Hause vergessen hat.
Es passiert, bevor ich auch nur die leiseste Ahnung hatte, aber so passiert das wohl normalerweise. Als kleines Kind zu Hause war ich ein glücklicher kleiner Junge. Meine Mom und Dad liebten mich und ich sie. Und ich hatte einen älteren Bruder, der zehn Jahre älter war als ich. Nach ihm sah es so aus, als könnten meine Eltern keine weiteren Kinder bekommen, egal wie intensiv sie es versuchten. Als sie gerade aufgeben wollten, kam dann doch noch ich. Ein richtiges Wunder aus dem Himmel, sagten sie immer. Inzwischen hatte sich mein Bruder John gut zurechtgefunden in der Welt der "größeren Jungs", betrieb alle Sportarten, die man als Junge so betrieb und war in allen sehr gut. Mit 13 war er bei den Pfadfindern anerkannt, sah gut aus und die Mädchen umschwärmten ihn früher, als er bereit dafür war. Und dieser amerikanische Traumjunge hatte vor 2 Wochen die High-School beendet und war am Tag danach ausgezogen — zur Navy!
Ich betete meinen großen Bruder an. So beliebt und erfolgreich er auch war, er hatte immer Zeit für mich. Er liebte, beschützte und unterstützte mich. Egal, ob ich Hilfe beim Schuhe zubinden oder bei den Hausaufgaben brauchte, es war John und nicht meine Eltern, der mir half. Und zwar nicht, weil er sollte, sondern weil er wollte. Mit ihm gab es nie irgendwelche Diskussionen über meine athletischen Qualitäten oder deren Nichtvorhandensein. Die Zukunft ohne ihn wird sehr einsam für mich werden und das war auch meinen Eltern klar.
Und dann gab es da noch mich, Christoph Elliot, etwas klein für mein Alter, mit ziemlich wenig Interesse am Sport. Dafür konnte ich mit sechs schon ganz gut Klavier spielen. Und Singen konnte ich gut, mit meiner Kleinjungenstimme erreichte ich schwindelerregende Höhen in einer Klarheit, als hätte ich ein ganzes Leben lang Unterricht gehabt. Ich hatte dunkelrote Naturlocken — ganz die Qualität, für die jedes Mädchen gemordet hätte. Schon bevor ich in die Schule kam, hatte meine Mom meine Haare langwachsen lassen und selbst als ich in der Schule für meine Mädchenhaare gehänselt wurde, weigerte ich mich, sie schneiden zu lassen.
Als ich mit 5 in den Kindergarten kam, stürzte ich mich mit großer Energie auf die Lese- und Schreibübungen. Obwohl ich nie etwas sagte, fand ich das rüde Gebaren der meisten Jungs ziemlich abstoßend. Ich war eben, wie meine Mutter immer sagte, ein Sensibelchen. Aber es gab nie irgendeinen Zweifel, dass meine Eltern meinen Bruder und mich — verschieden wie Tag und Nacht — gleich intensiv liebten und die jeweiligen Qualitäten förderten.
Als ich sieben Jahre alt war, wurde mir schmerzhaft bewusst, dass die Welt um mich rum nicht annähernd so tolerant war wie meine wunderbare Familie. Schon in der 2. Klasse, wenn die Jungs Mannschaften zum Ballspielen zusammenstellten, war ich immer ausgeschlossen, es machte schon die Runde, dass ich ein "Sissy-Boy" war, der mit einem Ball aber auch gar nichts anfangen konnte. Bevor ich so richtig merkte, was abging, war ich schon ein Außenseiter — Selbst, wenn ich das gewollt hätte, war es zu spät, etwas dagegen zu tun.
Natürlich hatte ich meine eigene Liste mit Dingen, die mir wichtig waren: ich achtete darauf, immer ordentlich und sauber angezogen zu sein, bemühte mich, immer gute Noten nach Hause zu bringen und meine Musik war mir wichtig. Kurz nach Weihnachten überredete mein Musiklehrer meine Mutter, mich zum Ballettunterricht zu schicken. Ich war begeistert, aber das war auch mein endgültiger Untergang bei den Jungs, als sie mich fragten, ob ich nicht Fußball mitspielen könne, sie hätten einen zu wenig. Als ich sagte, "geht nicht, meine Mutter holt mich gleich ab zum Ballettunterricht" rannten alle weg, als wenn ich Lepra hätte.
Ich möchte nicht den Eindruck vermitteln, als wenn ich nie Jungskram gemacht hätte, z.B. ging ich unheimlich gern mit meinem Vater Angeln. Ich war ein Campingfan und mit 7 schon ein brauchbarer Waldarbeiter. Obwohl, so im Nachhinein betrachtet, war wohl auch das kein "Jungskram". Während andere Jungs kleine Tiere suchten, um sie zu quälen, Frösche, um sie aufzublasen, zog ich es vor, mir von Dad das Anlegen eine Lagerfeuers beibringen zu lassen oder half Mom im Wald beim Vogelschutz. Aber wie mir jeder Junge bestätigen wird, ist die Anerkennung und Liebe innerhalb der Familie nicht genug. Unter Gleichaltrigen war ich totaler Außenseiter und das deprimierte mich im Laufe der Zeit schon sehr.
Ich hatte eine Cousine, die ein Jahr jünger war als ich. Gail und ich waren ohne Frage die besten Freunde. Ich war recht klein für mein Alter — so waren wir genau gleich groß. Wenn wir zusammen spielten, gab es sowas wie Jungs- und Mädchenkram nicht, einfach 2 Kinder, die zusammen spielten, Musik machten und Ballett übten. Häufig schliefen wir auch zusammen in einem Bett, ohne dass irgendwer das komisch fand. Außer natürlich meine Klassenkameraden. Die fanden es vielleicht OK, wenn Mädchen bei den Jungs mitspielten, aber Jungs bei Mädchenspielen - das war völlig unakzeptabel.
Gail und ich spielten die üblichen Kinderspiele: Verstecken, Nachlaufen, Twist und so weiter. Ich hatte von John eine große Sammlung von Modellautos geerbt, Gail hatte eine ordentliche Sammlung an Puppen. Ich hatte nie ein Problem damit gehabt, mit Puppen zu spielen, bis eines Tages mein bester, weil einziger Freund David zu Hause auftauchte, als ich in meinem Zimmer mit Gail und ihren Barbies spielte. "Chris!", fragte er völlig entgeistert "was machst Du da??"
"Wonach sieht es denn aus?" antwortete ich "ich spiele mit Gail!"
"Du spielst mit PUPPEN!" sagte er angewidert und verließ das Haus. Das war das Ende unserer Freundschaft und ein weiterer Baustein, meinen Ruf an der Schule zu festigen, weil David überall rumerzählte, dass ich mit Puppen spielte.
Nun, genug über mich und los geht"™s mit der Geschichte. Wie schon gesagt, ich war acht und hatte gerade die dritte Klasse beendet, ein toller und ungewöhnlicher Sommer stand mir bevor. Mein Vater und sein Bruder, Dan, waren wirklich nicht wohlhabend — aber rechtschaffene und hart arbeitende Männer. Sie hatten beschlossen, auf einem Stück Land, das sie günstig erstanden hatten 2 Häuser nebeneinander zu bauen. Die Aussicht begeisterte mich, weil Onkel Dan und ich uns sehr gern hatten, außerdem würden Gail und ich uns öfter sehen, wenn wir nebeneinander wohnten.
Dad und Onkel Dan war schon immer sehr eng und man konnte nur selten den Einen ohne den Anderen treffen. Onkel Dan war schon länger arbeitslos und als Dad letztes Jahr ohne Schuld seinen Job verlor, beschlossen die beiden kurzerhand, etwas zusammen zu machen. Sie eröffneten einen Laden und verkauften Computer. Gute Computerfachleute waren noch rar und das Geschäft lief gut an, warf aber anfangs noch nicht so viel Gewinn ab.
Heute war der 11. Juni und das Schuljahr war zu Ende. Der Mietvertrag für das Haus, in dem wir gelebt hatten, war ausgelaufen und wir waren faktisch obdachlos. Dad hatte einen alten Campinganhänger gekauft, der diesen Sommer das Zuhause für Mom, Tante Julia, Gail und mich sein sollte. Die Männer wollten in den neuen Häusern bleiben und sie fertigbauen, damit wir wieder ein Zuhause hätten, wenn im Herbst die Schule anfing. Gail und ich freuten uns riesig auf den Sommer auf dem Campingplatz und danach ein neues Zuhause in einer neuen Stadt. Noch hatte ich keine Ahnung, wie toll der Sommer für mich werden würde.
"Alle bereit??" fragte Tante Julia vom Fahrersitz aus, nachdem wir in das Auto geklettert waren.
"Ich bin fertig!" antwortete ich.
"Ich auch" fügte Gail hinzu.
Überall wurden letzte Umarmungen und Küsse ausgetauscht, Frauen versicherten Männern, dass sie das Aufbauen des Campingzeugs hinkriegen würden, die Männer versprachen uns, uns in 3 Wochen zu besuchen. Dann endlich gings los.
Gail und ich saßen auf der Rückbank und unterhielten uns, während Mom und Tante Julia vorne Frauensachen besprachen. "Ich dachte, du wolltest Dir die Haare abschneiden?" fragte Gail.
"Schon", antwortete ich, "aber Mom und ich haben beschlossen, bis nach den Ferien zu warten. In der Schule machen sich alle schon nervig lustig über meine Haare."
"Ich verstehe nicht, warum Dich alle hänseln — ich finde Deine Haare hübsch. Ich wollte, ich hätte so schöne Haare wie du!"
"Jungs müssen nicht hübsch sein!" antwortete ich heftig. "Außerdem sind Deine Haare toll, ich mag sie."
"Nicht so toll wie Deine "¦"
"Du hast Vorurteile!" ging Mom vom Vordersitz aus dazwischen. Es war wahr und ich wusste das auch: Gail sah in mir eher den großen Bruder als einen Cousin. Ich konnte nichts falsch machen und hatte keine Fehler.
Damit schlief die Unterhaltung ein und Gail förderte aus ihrem Beutel Kartenspiele zu Tage und wir spielten diverse Spiele. Das war ein weiterer Unterschied zwischen Jungs und Mädchen: Jungs hatten Hosentaschen und Mädchen hatten Handtaschen. Ich hatte zwar immer verschiedene Schätze in meinen Hosentaschen, aber nie genug Platz für Kartenspiele, Reservestifte und was man sonst so für den Notfall brauchte. In meiner idealen Fantasiewelt hätten Kinder die Hosentaschen der Jungs UND die Handtaschen der Mädchen. Aber selbst mir war klar, dass ich als Junge nicht mit einer Handtasche rumlaufen konnte.
Tante Julias altem Chevy fiel es nicht so leicht, einen Campinganhänger rauf in die Berge ziehen zu müssen. Dad und Onkel Dan hatten das bessere Auto behalten, weil sie ständig Baumaterial und Werkzeug besorgen mussten. Tante Julia überredete den Oldtimer die Berge rauf und runter und schaffte es tatsächlich, uns in etwa 3 Stunden, ans Ziel zu bringen.
Der Platz war unglaublich toll, überall riesige Pinien, ein kühler Bergbach schlängelte sich über den bewaldeten Campingplatz und es gab viele kleine Stege, wo Kinder Fische fangen konnten. Außerdem einen Swimmingpool und einen kleinen Laden, der alles führte, was Camper so brauchten.
"Ihr beide geht spielen!" ordnete Mom an, nachdem wir eingecheckt und unseren Platz gefunden hatten. "Julia und ich werden das Zelt aufbauen. Macht keinen Ärger und, vor Allem, bleibt weg vom Wasser!"
"Ja Chef!" antworteten Gail und ich im Chor. Dann waren wir auch schon weg, um diesen wunderbaren Platz zu erkunden. Es sah aus, als würde das der beste Sommer überhaupt in unserem kurzen Leben werden. Jetzt, im Nachhinein betrachtet, bin ich immer noch erstaunt über die Folge der Ereignisse. Irgendwie kommt mir das Wort Bestimmung in den Sinn, dass ich damals noch gar nicht kannte.
Ich verstand zwar nicht warum, aber sogar ich war über den Verlust der Klassenkameraden in der Schule frustriert, Gail dagegen war enorm beliebt und war verzweifelt über den Verlust der alten Nachbarschaft und Schulkameraden. Ich war eher erleichtert und sah eine 2. Chance, Freunde und Spielkameraden zu finden — auch wenn mir nicht klar war, was ich beim ersten Mal falsch gemacht hatte. Wie auch immer — die nächsten 2 Monate würde ich mit Gail zusammen sein und das war alles, was wir beiden brauchten.
Wir liefen Hand in Hand total begeistert zwischen Zelten und Wohnwagen rum und als wir den Tümpel fanden, mussten wir den natürlich untersuchen. Wir hatten noch nicht einmal gemerkt, dass es hier keine Camper mehr gab. An einer Seite des Tümpels standen einige Landmaschinen rum und das machte es für mich nur interessanter. Als ich im Wasser in der Nähe des Ufers einige Lilienblüten entdeckte, wollte ich für Mom einen kleinen Strauß pflücken. Eigentlich wollte Gail auch einen pflücken, aber sie erinnerte mich, dass wir uns ja vom Wasser fernhalten sollten. "Sie hat den Fluss gemeint", erklärte ich, "so tief kann der Teich gar nicht sein, außerdem gehe ich ja nicht ins Wasser — ich suche mir ein Stöckchen und angel nach den Blüten"¦!"
"Wenn du meinst"¦" sagte Gail zweifelnd. " Mädchen!!" Dachte ich mir, während ich mir einen Stock mit einer Art Haken am Ende suchte, "machen sich immer völlig unnötig Sorgen." Und dann hatte ich ein schlechtes Gewissen, weil ich das gedacht hatte. Ich war auch nicht besser als alle anderen, die sich über Mädchen lustig machten. Und Gail war doch wirklich cool.
Als der Service Lieferwagen des Campingplatzes eine Stunde später mit 2 weinenden Kindern auf der Ladefläche beim Zelt der Elliots ankam, waren Julia und Susan Elliot zu Tode erschrocken. Aber immerhin konnten sie der Lautstärke des Heulens entnehmen, dass die Kinder lebten.
"Frau Elliot, es tut uns furchtbar leid!" sagte der Fahrer, als die Frauen auf ihn zu rannten. "Der kleine Junge ist in die Klärgrube gefallen."
"Klärgrube?" fragte Susan, "geht"™s ihm gut?"
"Alles OK, er riecht nur ein bisschen streng und sein Selbstbewusstsein hat wohl gelitten."
"Christoph!" schimpfte sie, "ich hatte doch gesagt, ihr sollt vom Wasser wegbleiben!" Natürlich brachte der vorwurfsvolle Ton eine neue Welle von Tränen.
"Seien Sie bitte nicht zu hart zu ihnen!" bettelte der freundliche Fahrer, "der Schreck war groß genug und eigentlich war es nicht sein Fehler. Das "šKein Durchgang"˜ Schild war runtergefallen und einer der Arbeiter hatte das Gatter aufgelassen. Die Kinder konnten nicht wissen, dass sie da nichts verloren hatten. Es war wirklich nicht ihr Fehler."
Der Mann hob mich von der Ladefläche ohne Rücksicht darauf, dass er sich selbst auch mit der Jauche einsaute. Mit einem letzten Schluchzer brachte ich ein "Vielen Dank!" hervor und dann stellte ich mich der Strafe, die von meiner Mutter sicher kommen würde. "Es tut mir leid, Mom, ich wollte dir doch nur "¦"
"Ist gut, Christoph, aber wir müssen dich reinigen — du riechst furchtbar. Wo ist dein Koffer?"
"Mein Koffer? Mom, ich habe ihn gestern Abend neben mein Bett gestellt — wie du mir gesagt hast."
"Christoph, HEUTE! Ich habe dir gesagt, du sollst ihn ins Auto bringen!"
"Mom, du hast gesagt, dass du ihn ins Auto getan hast "¦!"
"Nein, Chris, ich habe dir von der Küche aus zugerufen, dass du ihn ins Auto bringst. Sowas habe ich befürchtet. Du hast keine sauberen Klamotten — nicht einen einzigen Faden! Was um Himmel Willen sollen wir jetzt tun?"
"Bring ihn zur Dusche und schrubbe ihn ab!" ordnete Tante Julia an, "ich suche Gails Bademantel raus, um ihn zum Zelt zurückzubringen."
"Gails Bademantel?" fragte ich.
"Entweder der, oder du kommt nackig von der Dusche zurück. Ich muss dir dieses Zeug vom Körper schneiden. Und los jetzt, die Jauche soll nicht länger als unbedingt nötig auf deiner Haut sein."
Ich war ein bisschen verlegen, mit Mom in die Damendusche zu gehen, aber sie bestand drauf und sagte, ich hätte nicht wirklich eine Wahl. Zum Glück war es früher Nachmittag und der Duschbereich war menschenleer. Ich zitterte, obwohl es mindestens 32 Grad waren, und ich fühlte den kalten Stahl der Schere, der auf meinem Rücken durch die verseuchten Klamotten schnitt. Nichts konnte gerettet werden: T-Shirt, Hose, Unterhose, Socken und Sneakers — alles im Müll.
Mom schrubbte mich, bis meine Haut rot war, dann trocknete sie mich ab. Ich durfte das natürlich nicht sagen, aber ich genoss die Zuwendung. "Hier!" sagte sie und drückte mir einen schönen, rosa Bademantel in die Hand. "Wir müssen dir noch die Haare bürsten, aber lass uns zuerst zum Camper zurückgehen und sehen, was du anziehen kannst."
Es fühlte sich so unendlich toll an, endlich wieder sauber zu sein, dass ich nicht weiter darüber nachdachte und in den rosa Bademantel schlüpfte, als hätte ich noch nie was anders getan. Was ich da anhatte, merkte ich erst kurz vor unserem Zelt und bis dahin waren wir an vielen Zelten und Campingwagen mit spielenden Kindern vorbeigekommen und niemand hatte mich beachtet. Ich guckte an mir runter: ja, es gab überhaupt keinen Zweifel, dass das ein Mädchenbademantel war, hellrosa und mit kleinen Kätzchen und Häschen bestickt. Und ich sah wieder einige Kinder in meinem Alter kurz zu uns rüber gucken und sich dann wieder auf ihr Spiel konzentrieren.
"Das steht dir aber gut!" kommentierte Tante Julia, als wir zum Zelt zu-rückkamen.
"Du siehst so toll damit aus, Chris", strahlte mich Gail an, "du kannst dir wirklich was von mir leihen — ich habe soo viel!" Ich warf Gail einen Blick zu, der einen Kaktus zum Verwelken gebracht hätte, aber sie kümmerte sich nicht darum. "Gail, halt endlich den Mund!" schrie ich im Stillen, aber unsere übliche nonverbale Kommunikation schien gerade nicht zu funktionieren. Sie schwärmte weiter. "Das wird so schön, als hätte ich eine große Schwester.
Ich guckte flehend zu Mom, die mich anguckte, dann Gail und schließlich Tante Julia, die bestätigend nickte. "Christoph", sagte sie mit der süßesten Stimme "™ever"˜, "ich sehe wirklich nicht, dass wir irgendwelche Alternativen hätten. Wir haben keinerlei Anziehsachen für dich und du weißt, dass das Geld im Moment etwas knapp ist — mit dem neuen Haus und so. Wir können wirklich nicht so viel Geld für eine komplett neue Garderobe ausgeben, wo du doch zu Hause einen ganzen Koffer voller guter Sachen hast."
"Kannst du nicht Dad anrufen, dass er meinen Koffer bringt?" Bettelte ich schon fast ohne Hoffnung.
"Natürlich werde ich ihn fragen, aber ich fürchte, dafür ist es zu spät. Im neuen Haus gibt es noch kein Telefon und ich sehe keine Möglichkeit bis übermorgen. Da will Dad hier anrufen. Dein Koffer ist vermutlich inzwischen eingelagert. Ich fürchte, du hast keine andere Möglichkeit, als"¦"
"Nein, Mom! Das sind Mädchensachen!"
"Die Hauptsache ist, es sind Anziehsachen. Außerdem musst du dir keine Sorgen machen, dass sich jemand über dich lustig macht. Niemand kennt dich. Lass sie doch einfach denken, du wärst ein Mädchen!"
"Ein Mädchen??" rief ich, "Ich ein Mädchen? Niemals!"
"Was ist denn falsch daran, ein Mädchen zu sein?" fragte Gail verwirrt, "ich dachte, du magst mich!?"
"Ja, das tue ich, aber ich bin kein Mädchen — ich bin ein Junge. Ich kann einfach nicht!"
"Komm mal mit ins Zelt, Christoph" befahl Mom, "ich glaube, wir müssen reden!"
"Mom!" bettelte ich, "bitte zwing mich nicht, ein Kleid zu tragen. BITTE!"
"Warum nicht? Deine einzige Alternative ist es, die ganze Zeit hier im Zelt zu bleiben. Und es wird richtig heiß hier drin, glaube mir"¦. Kannst du dich noch daran erinnern, was wir gemacht haben, als du mit vier wieder angefangen hast, ins Bett zu machen??"
"Ihr habt mich in Windeln gesteckt! Aber das war anders"¦"
"Warum anders? Von mir aus sieht das genauso aus. Wir hatten ein Problem und eine offensichtliche Lösung. Und so haben wir das gemacht. Und du hast dich damals auch gewehrt, nicht wahr?"
"jaja, aber "¦." Wehrte ich mich schwach.
"Und dann hast du zugegeben, dass Windel besser war, als im nassen Bett aufzuwachen, oder? Jede Nacht hast du eine getragen und jeden Morgen war sie nass und dein Bett trocken "¦ Richtig?"
"Hmm, ja"¦"
"Wie lange hast du die Windeln getragen?"
"Bis ich 6 war, aber "¦"
"Aber eigentlich wären sie gar nicht so lange nötig gewesen, oder?"
"Natürlich waren sie — denkst du, ich bin ein Baby?"
"Nein Christoph, ich denke, du bist ein wundervoller Junge. Und als du 5 warst, hast du mir selbst gesagt, dass sie vielleicht nicht mehr nötig wären, aber du sie trotzdem tragen wolltest, weil du das Gefühl mochtest. Hast du das gesagt?"
"Ja, aber"¦"
"Christoph, diese Windeln sind teuer, aber wir haben sie dir ein ganzes Jahr länger gekauft, als du selbst sie nötig fandst — bis du selbst fertig warst damit. Jetzt haben wir ein anderes Problem und haben eine ganz offensichtliche Lösung! Bitte tu mir den Gefallen es zu versuchen. Ich verspreche dir, wenn du 2 Tage lang Gails Sachen probierst und dich dann immer noch unwohl fühlst oder sich jemand über dich lustig machst, bringe ich dich persönlich in die Stadt und wir kaufen dir Sachen. Aber vielleicht gefällt es dir ja auch — so wie "jeden Tag Halloween", neckisches Spielchen"¦"
Ich konnte ein kleines Lächeln nicht verhindern und Mom wusste, dass sie mich hatte. Außerdem wusste sie, dass eine Hitzewelle auf uns zukam, gegen die die momentanen 35 Grad frisch sein würden. Auch heute schon war es im Zelt locker über 40 und das war definitiv kein Ort, um den ganzen Tag zu verbringen. Ihr war klar, dass ein leichtes Baumwollkleid auf jeden Fall viel bequemer sein würde, wenn ich nur die emotionale Hürde überwinden könnte, ein Kleid zu tragen. " Na gut, ich versuchs — aber halte dich schon mal bereit, übermorgen in die Stadt zu fahren!" sagte ich endlich.
"OK, abgemacht und wie üblich bin ich stolz auf dich!"
"COOL!" rief Gail, als wir aus dem Zelt kamen und die Neuigkeiten verkün-deten. "Du kannst den ganzen Sommer meine Schwester sein!"
"Zwei Tage!" erinnerte ich sie, "in zwei Tagen fährt Mom mit mir in die Stadt, Klamotten kaufen. Genieß deine Schwester, Übermorgen verschwindet sie wieder."
"Gail und ich haben uns unterhalten, während ihr im Zelt wart. Christoph, wusstest du, dass es von deinem Namen auch eine Mädchenversion gibt?" fragte Tante Julia.
"Mädchenversion? Hähh??" fragte ich.
"Nun, wir haben uns gedacht, dass die Leute vielleicht komisch gucken, wenn du Gails Kleid anhast und wir dich Christoph rufen. Vielleicht wäre es besser, wenn du dich Christine nennst."
"Christine?" ließ ich den Namen in meinem Kopf kreisen. Keine Zweifel, ein schöner Name. "Christine", sagte ich dann laut, "das ist ein schöner Name, aber ich brauche ihn nicht — in zwei Tagen ist Christoph wieder da! Und solange mach ich mich unsichtbar."
"Alles klar, war ja nur so ein Gedanke. Gail, geh doch mit Christoph ins Zelt und hilf ihm, damit er endlich aus dem dicken Bademantel kommt."
"Mom, kannst du das nicht machen?? Gail würde mich nackt sehen." bettelte ich.
"Chris", lachte Mom, "Gail und du seid zusammen in der Badewanne, seit
ihr Babys wart"¦"
"Ja, aber da waren wir doch noch klein "¦"
"Tu es einfach, du hast nichts, was Gail noch nicht gesehen hätte!"
"Ja Chef!" antwortete ich.
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Christine DarkJoker
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Re: Christine
Hi Claude
Wann kommt der nächste Teil von der Geschichte, wo ich drin vorkomme
Mir gefällt die Geschichte mach bitte weiter.
Liebe Grüße Christine
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Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten
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Claude
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Re: Christine
Kapitel 2, Die Verwandlung
Während ich langsam zum Zelt lief, erinnerte ich mich an die Zeit bei Gail zu Hause, als wir in der Badewanne feststellten, dass wir verschieden waren. "Chris!" hatte sie gerufen, "da wächst was an dir!" Wir waren etwa 4 oder 5 damals.
Nachdem wir die Unterschiede ein wenig untersucht hatten, erklärte Tante Julia uns, dass dieses Würmchen zum Pipimachen Schniedelwutz heißt. Nur zum Teil zufrieden, wollte Gail dann noch wissen, was denn das für ein Säckchen wäre und für was die Bällchen darin wären. Tatsächlich wusste ich ja auch nicht, wofür ich die habe. Ich wusste nur, dass die furchtbar wehtaten, wenn man sie quetschte. Tante Julia erklärte geduldig, dass sie zur Zeit keine Aufgabe hätten, aber dass sie mich später zu einem Mann machen würden, so mit tiefer Stimme, behaartem Körper, großen Muskeln und so "¦ Gail schien soweit zufrieden mit der Antwort, aber in mir keimten leise Zweifel, ob ich wirklich eine tiefe Stimme und einen behaarten Körper haben wollte. Gails Fragen waren soweit beantwortet, aber wir badeten noch einige Jahre zusammen und gelegentlich spielte Gail mit dem Schniedel rum, so dass er ein bisschen hart wurde, was uns dann wieder von Mom oder Tante Julia — wer gerade da war — erklärt wurde. Als wir erfuhren, warum er hart wurde und was Männer damit dann machten, waren wir total angewidert.
"Hast du denn gar keine Shorts oder sowas?" fragte ich Gail, während wir ihre Koffer durchsuchten.
"Nö, ich hasse Hosen!" rief sie, "sogar kurze. Kleider sind viel bequemer und bei so heißem Wetter sind Kleider so luftig, als wenn man nichts anhätte. Du wirst sehen!"
"Ja, jede Wette!" grummelte ich, "das wollte ich schon immer mal: auf dem Campingplatz nackig rumlaufen."
"Zuerst brauchst du Unterwäsche", sagte sie, und zeigte mir ein Paar geblümte Baumwollschlüpfer mit ein wenig Spitze an der Taille und an den Beinen. Ich ließ den Bademantel fallen und zog den Schlüpfer an meinen Beinen hoch. Zu meiner Überraschung, fühlte er sich nicht wesentlich anders an als meine eigenen Unterhosen — außer, dass sie sich dünner anfühlten und kühler waren. Außerdem hielt er meinen Schniedel fester am Körper und machte ihn fast unsichtbar. Das gefiel mir gut. Jetzt zeigte Gail mir ihr Lieblingskleid. Typisch kleines Mädchen, wollte sie vor Allem ihrem großen Cousin einen Gefallen tun und bot mir ihr absolutes Lieblingskleid an. Es war aus Baumwolle, hellrosa mit orangem Muster. Der Rockteil war weit ausgestellt, die Taille schmal, vorne hoch geschlossen und im Rücken tief ausgeschnitten mit Bändern, die ihn auf den Schultern hielten. Ich akzeptierte es widerwillig und fing an, reinzusteigen.
"Nicht so rum, Dummerchen", kicherte Gail, "du ziehst es über den Kopf".
Ich sah zu, wie sie aus ihrem schlüpfte und meins ganz leicht über den Kopf zog. Dann zog sie es wieder aus und stand in Unterhose da und wartete darauf, dass ich es versuchte. "Öhhmm, hast du noch mehr Schlüpfer wie deinen?" fragte ich. Ihrer war rosa ohne Muster und aus dünnem Nylon und mit mehr Spitze. "Klar!" antwortete sie begeistert, "nur nicht in der Farbe."
Das nächste, an das ich mich erinnere, war, dass wir den ganzen Koffer nach Schlüpfern durchsuchten und ich am Schluss fast weiße mit einer Spur rosa auswählte, mit einem sehr breiten Rand aus Spitze an den Beinen und an der Taille. Ich zog die, die Gail mir gegeben hatte, aus und die an, die ich mir ausgesucht hatte und es fühlte sich fantastisch an. "Ich sollte dir noch sagen", meinte Gail, "die aus Baumwolle sind kühler!"
"Aber ich mag diese!" entfuhr mir bevor ich nachdachte.
"Ich auch, sie sind hübsch!"
Gail"™s Beispiel folgend zog ich das Kleid über den Kopf und werde in tausend Jahren nicht beschreiben können, was für eine Welle von Empfindungen durch mich durch schwappte. Hier stand ich nun, ein amerikanischer Junge in Satin-Spitzen-Schlüpfer und einem Kleid, erschauert von einer Erregung, wie ich sie noch nie in meinem Leben gefühlt hatte. Noch nicht mal mit sechs Jahren Windeln zu tragen konnte da mithalten. Aber Gail war noch nicht fertig mit mir.
"Ich habe ein Paar Sandalen, die sind schön kühl für dich."
"Mir wären Socken und Sneakers lieber!" dabei dachte ich an Sportsocken und weiße Schuhe. Ich hätte es ahnen können, Gail fand pfirsich-farbene Socken mit Spitze. "Hast du nicht irgendwas ohne Spitze?" beschwerte ich mich. "Nö, ich liebe Spitze und Mom auch. Guck doch mal, sie passen perfekt zum Kleid." Ich hatte mich noch nie um zusammenpassende Kleidung gekümmert, aber hatte Mom schon öfter mit anderen Frauen über sowas reden gehört. Ich zog die Socken an und Gail zog sie sorgfältig zurecht, damit die Spitze auch richtig saß. Und da war dieses Gefühl schon wieder!
Sie zog funkelnagelneue Sneakers aus einem Karton, dunkelrosa mit weißem Muster. Die Schnürsenkel kann man nur mit schick beschreiben. Es waren kleine gelbe Enten drauf. "Gail", protestierte ich, "ich kann doch nicht deine neuen Sneakers tragen, außerdem sind sie so "¦ mädchenhaft"¦"
"Sie passen zum Outfit!" wurde ich knapp korrigiert, "ich möchte, dass du sie trägst, du bist so hübsch!"
"Jungs haben nicht "šhübsch"˜ zu sein" erinnerte ich sie.
"Chris, du bist nicht wirklich angezogen, wie Jungs angezogen zu sein haben. Warum sollen wir nicht ein bisschen Spaß haben? Bitte!"
"Na gut" seufzte ich, "da muss ich wohl durch". Langsam fing die Geschichte an, mir richtig Spaß zu machen, aber ich wollte es Gail noch nicht merken lassen.
"Cool — Danke, Chris!" Bevor ich mich versah, hatte ich die Sneakers an und Gail schlüpfte aus dem Zelt und kündigte meinen Auftritt an: "Öhemm "¦ und hier ist SIE — meine neue Schwester Christine!" rief sie lauter als mir lieb war.
Als ich rauskam, schnappten 2 Frauen nach Luft: "Christoph, du bist umwerfend!" rief Tante Julia und Mom fügte hinzu: "Sohn, das bist du wirklich! Gute Arbeit, Gail"
"Das kann sein", sagte ich grimmig, "aber das war Zeitverschwendung. Ich werde mich keinen Meter vom Zelt entfernen und niemand wird mich sehen".
"Ich weiß, das willst du nicht hören, aber du hast schon so viel Mut bewiesen, du bist wirklich tapfer. Wir müssen dir noch die Haare bürsten, willst du dich hier hinsetzen?"
"Oh — darf ich das machen?" ging Gail dazwischen, "bitte, Chris, BITTE!"
"Von mir aus", sagte Mom, "was sagst du, Chris?"
"Warum nicht?" resignierte ich, "sie hat mich nackt gesehen und angezogen, da kommt"™s auf die Haare auch nicht mehr an "¦" Auf der einen Seite war ich ziemlich frustriert, aber tief in mir war ich auch total aufgewühlt, dass mich alle hübsch fanden.
Ich saß auf der Bank am Campingtisch und Gail setzte sich hinter mich auf den Tisch und fing an, mir die Haare zu bürsten. Und da kam "dieses" Gefühl wieder, wie meine noch etwas feuchten Haare leicht über meine Schultern und Rücken streichelten. Klar, ich habe hunderte Male mit freiem Oberkörper dagesessen, während meine Mutter mir die Haare bürstete und dabei nie irgendwas Besonderes gefühlt, aber was war denn heute anders?? Ich hatte keine Ahnung. Das Kitzeln meiner roten Locken auf meinen nackten Schultern, der Anblick dieser extrem femininen Sneakers und dem Kleid, das Gefühl der Schulterbändchen, wenn ich mich bewegte und des Satinschlüpfers im Schritt "¦.. ich fühlte mich tatsächlich hübsch und das fühlte sich gut an. Und das Beste überhaupt war, dass niemand von uns Notiz nahm. Die Leute gingen vorbei und winkten oder sagten "šHallo"˜, aber niemand verschwendete einen 2.Blick an das Mädchen, dass seiner Schwester die Haare bürstete. Und Gail rief dauernd "Oh Chris, du bist so hübsch!" oder "ich hätte so gerne so schöne Haare wie du!" Ich war gleichzeitig gedemütigt und erregt!
Als Gail zum Schluss noch 2 Bändchen in meine Haare band, hätte ich sie gerne ermordet. Aber sie war so aufgeregt, hatte so viel Spaß, dass ich sie machen ließ. Sie hatte mir auf beiden Seiten einen Pferdeschwanz gemacht und die mit den rosa Bändchen zusammengebunden. Als ich dann endlich in den Spiegel guckte, musste ich mich richtig darauf konzentrieren, beschämt zu sein. Tatsächlich machten die beiden rosa Bändchen die Verwandlung erst perfekt. Ich hatte Gails Zwillingspferdeschwänze schon immer gemocht und nun hatte ich selbst welche. Ich vergaß völlig, dass ich ja entsetzt über diese ganze Verweiblichung sein wollte.
Der Rest des Nachmittags lief wirklich gut bis auf ein kleines Ereignis: Gail wollte unbedingt loslaufen und ihre Schwester überall vorstellen und ich wollte das auf keine Fall. Mom und Tante Julia mussten schlichten und erklärten Gail, dass ich genug gedemütigt war für einen Tag und wir sollten doch in der Nähe des Zeltes irgendwas spielen. So legten wir eine Decke auf die Wiese und packten Gails Puppen aus. Mom hat mir später erzählt, dass sie beobachtete, dass das das erste Mal war, dass ich mit Gails Puppen spielte und nicht darauf bestand, Ken zu sein. Tatsächlich haben wir Ken noch nicht mal aus der Schachtel genommen. Weiter hat sie mir erzählt, dass ich nur dreimal korrigiert werden musste, die Beine nicht so breit zu machen oder in die Luft zu halten. So was kann man, wenn man Hosen anhat, nicht aber mit einem Kleid. Nach nur drei Erinnerungen hatte ich es begriffen und benahm mich wie eine Lady.
Wir waren so vertieft in unser Spiel, dass wir gar nicht merkten, wie jemand zu uns kam. Plötzlich erschrak ich, als hinter uns eine Stimme "Hi" sagte. Als wir hochguckten, sahen wir ein älteres Mädchen und einen Jungen, der altersmäßig wohl so in der Mitte zwischen dem Mädchen und uns war. Ich merkte sofort, wie ich rot wurde: Ich war schon wieder beim Spielen mit Puppen ertappt worden. "Ihr Mädchen seid heute angekommen, nicht wahr?" fragte das Mädchen. "Ja", antwortete ich für Gail und mich, weil ich ja älter war als Gail und als Junge ja dominanter zu sein hatte. Dann fiel mir auf, dass sie "šihr Mädchen"˜ gesagt hatte und mir fiel wieder ein, dass ich zur Zeit gar nichts von dominanterem Jungen hatte. "Und? Bleibt ihr lange?" fragte das Mädchen.
"Habt ihr vielleicht Brüder?" fragte der Junge.
Bevor ich mich verquatschen konnte, antwortete Gail schnell "Tut uns leid — keine Brüder, aber wir bleiben den ganzen Sommer!"
"Toll, wir auch. Ich fing schon an, mich ein wenig einsam zu fühlen. Hier gibt"™s zwar jede Menge Kinder, aber die Meisten sind echte Snobs. Ihr beide seht so nett aus — ihr könnt keine Snobs sein. Dürfen wir mitspielen?" sagte das Mädchen glücklich.
"Ich nicht!" sagte der Junge, "ich spiele doch nicht mit Puppen!"
"Warum nicht?" hörte ich mich selbst fragen, "wir kennen einen Jungen, der spielt gerne mit Puppen, nicht wahr, Gail?" Zwinkerte ich ihr zu.
"Stimmt, meistens will er Ken sein, aber er spielt mit" bestätigte Gail.
"Muss ja ein ziemlicher Waschlappen sein!" grummelte der Junge.
"Ich sage dir mal was!" sagte ich, "ich habe eine ordentlich Matchboxauto Sammlung und manchmal benutzen wir die, wenn wir mit Puppen spielen. Das macht richtig Spaß — willst du mal versuchen?"
"Du hast Matchboxautos?" der Junge war sofort interessiert.
"Ja, willste sehen?"
"Schon, aber was macht ein Mädchen mit Matchboxautos? Die sind doch für Jungs"¦"
"Chris hat über 100 Autos" ergriff Mom Partei, "die Meisten habe ich gekauft und habe dabei kein Schild entdeckt "šNur für Jungs"˜!"
Ich war nicht sicher, ob Moms Bemerkung geholfen hatte, aber die beiden spielten mit. Allerdings erst, nachdem wir dem Jungen erlaubt hatten, den Part mit den Autos und Ken zu übernehmen. "Kein Problem!" zeigte Gail sich gnädig, "sonst will sowieso niemand Ken sein!"
Kurz darauf unterbrach uns Mom "Kinder, ihr könnt morgen den ganzen Tag spielen — jetzt müsst ihr euch fürs Abendessen fertig machen."
"Oh ja — kommt ihr eigentlich auch zum Grillen heute Abend?" Das Mädchen erklärte uns, dass es auf dem Campingplatz diverse Aktivitäten für Kinder und Familien gab und heute wurde ein Grillen veranstaltet. Oh — Grillen! Ich war ein so großer Fan vom Grillen "¦ Junge oder Mädchen, Hose oder Kleid spielte bei der Aussicht keine Rolle mehr. Gail und ich fingen sofort an, unsere Mütter anzubetteln. "Klar, machen wir", lächelten die Beiden, "immerhin müssen wir dann nicht kochen und spülen".
"Super, bis dann", rief das Mädchen.
Als Gail und ich unsere Spielsachen zusammenpackten, kam der Campingplatz-Lieferwagen und hielt neben unserem Zelt. Der Mann, der mich aus dem Klärteich gerettet hatte, stieg aus und sagte zu Mom: "Ich wollte nur mal nach unserem Schwimmer sehen", dann reichte er Mom die Hand, "ich bin Jason Winkler, mein Vater und ich betreiben diesen Campingplatz". Bevor Mom die Hand ergreifen konnte, ließ er sie wieder fallen und starrte mich an "ein Mädchen?? Ich fass es nicht. Heute Nachmittag sah sie aus wie ein Junge auf den jeder Vater stolz wäre und jetzt?? Ein Mädchen und dazu noch so ein hübsches. Schätzchen, du bist der Hammer! Wie heißt du?"
Ich spürte Panik in mir aufsteigen und meine Augen füllten sich mit Tränen. Während ich fühlte, wie mein Gesicht rot anlief, rang ich stotternd um eine Antwort: "Iiii"¦.ch hhh"¦ei"¦.ei"¦ssse"¦."
"Entschuldige, kleine Lady!" lachte Jason, "Ich wollte dich nicht so verwirren, dass du deinen Namen vergisst!"
"Den habe ich nicht vergessen," brachte ich hervor, als ich einen Moment später meine Sprache wiederfand. Irgendwie fühlte ich mich unter Beobachtung des ganzen Universums, als ich all meinen Mut zusammennahm: "ich heiße CHRISTINE!"
Der Name schallte eine Weile in meinem Kopf nach und tatsächlich war ich mir nicht sicher, ob ich das gerade gesagt hatte oder irgendwas in mir, jedenfalls war es klar und deutlich und ich hatte mich mit einem Mädchennamen vorgestellt, gegenüber einem Fremden! "Christine!" rief er, "ein schöner Name für eine wunderschöne junge Lady, und diese andere Schönheit ist deine Zwillingsschwester?"
"Cousine!" korrigierte ich ihn. "Das ist meine Cousine Gail, aber manchmal spielen wir Schwestern"
"Also Gail," sagte er mit einem freundlichen Lächeln, "gib gut Acht auf deine "šSchwester"˜ und pass auf, dass sie sich nie wieder so anzieht wie heute Nachmittag, das war eine solche Verschwendung natürlicher Schönheit, es sollte ein Gesetz gegen sowas geben"¦"
Ich kicherte und selbst für mich hörte sich mein Kichern gerade an wie das eines kleinen Mädchens. Was passierte hier gerade mit mir?? Jetzt hatte ich mich nicht nur mit einem Mädchennamen vorgestellt, jetzt kicherte ich auch noch wie eins. Und ich fühlte mich wohl dabei!
Ich fing gerade an, Jason zu mögen, als er es ruinierte. Er unterhielt sich noch mit Mom und Tante Julia, als ich ihn sagen hörte: "ich hätte es wissen müssen, schließlich ist es nicht normal für einen Jungen, dermaßen zu heulen wegen so einem bisschen Jauche. Sie war regelrecht hysterisch wegen ihrer Haare, ihrer Klamotten und weil sie die Blumen für ihre Mom nicht erreicht hat. Das musste ja ein Mädchen sein!"
Da hatten wir es wieder! Mädchen dürfen weinen, wenn sie sich einsauen und Jungs nicht! Mädchen dürfen sich um ihr Aussehen kümmern und Jungs nicht! Die Welt war doch echt ungerecht. Ich wurde richtig wütend, war aber auch froh, ein Mädchen zu sein!! Öhhh — nun ja, zumindest zurzeit ein bisschen ein Mädchen "¦
"Chris" riss mich Mom aus meinen Gedanken, "du solltest langsam anfangen, dich fürs Grillen umzuziehen." "Christine!" korrigierte ich sie, ohne darüber nachzudenken, "wieso umziehen? Ich habe mich doch gerade erst angezogen!"
"Es könnte kühl werden heute Abend und du bist schon sehr leicht angezogen, dein ganzer Rücken ist nackt."
"Ich komm schon klar!" sagte ich überzeugt. Der alte männliche Chauvi lehnte es ab, einer Empfehlung seiner Mutter zu folgen"¦ Allerdings stimmte Tante Julia mir zu "es ist tatsächlich sehr warm und wir können 2 von Gails Pullis mitnehmen." So machten wir uns nur kurz frisch und Mom machte mir und sich schnell die Haare, Tante Julia Gails und ihre eigenen und los gings!
Während ich langsam zum Zelt lief, erinnerte ich mich an die Zeit bei Gail zu Hause, als wir in der Badewanne feststellten, dass wir verschieden waren. "Chris!" hatte sie gerufen, "da wächst was an dir!" Wir waren etwa 4 oder 5 damals.
Nachdem wir die Unterschiede ein wenig untersucht hatten, erklärte Tante Julia uns, dass dieses Würmchen zum Pipimachen Schniedelwutz heißt. Nur zum Teil zufrieden, wollte Gail dann noch wissen, was denn das für ein Säckchen wäre und für was die Bällchen darin wären. Tatsächlich wusste ich ja auch nicht, wofür ich die habe. Ich wusste nur, dass die furchtbar wehtaten, wenn man sie quetschte. Tante Julia erklärte geduldig, dass sie zur Zeit keine Aufgabe hätten, aber dass sie mich später zu einem Mann machen würden, so mit tiefer Stimme, behaartem Körper, großen Muskeln und so "¦ Gail schien soweit zufrieden mit der Antwort, aber in mir keimten leise Zweifel, ob ich wirklich eine tiefe Stimme und einen behaarten Körper haben wollte. Gails Fragen waren soweit beantwortet, aber wir badeten noch einige Jahre zusammen und gelegentlich spielte Gail mit dem Schniedel rum, so dass er ein bisschen hart wurde, was uns dann wieder von Mom oder Tante Julia — wer gerade da war — erklärt wurde. Als wir erfuhren, warum er hart wurde und was Männer damit dann machten, waren wir total angewidert.
"Hast du denn gar keine Shorts oder sowas?" fragte ich Gail, während wir ihre Koffer durchsuchten.
"Nö, ich hasse Hosen!" rief sie, "sogar kurze. Kleider sind viel bequemer und bei so heißem Wetter sind Kleider so luftig, als wenn man nichts anhätte. Du wirst sehen!"
"Ja, jede Wette!" grummelte ich, "das wollte ich schon immer mal: auf dem Campingplatz nackig rumlaufen."
"Zuerst brauchst du Unterwäsche", sagte sie, und zeigte mir ein Paar geblümte Baumwollschlüpfer mit ein wenig Spitze an der Taille und an den Beinen. Ich ließ den Bademantel fallen und zog den Schlüpfer an meinen Beinen hoch. Zu meiner Überraschung, fühlte er sich nicht wesentlich anders an als meine eigenen Unterhosen — außer, dass sie sich dünner anfühlten und kühler waren. Außerdem hielt er meinen Schniedel fester am Körper und machte ihn fast unsichtbar. Das gefiel mir gut. Jetzt zeigte Gail mir ihr Lieblingskleid. Typisch kleines Mädchen, wollte sie vor Allem ihrem großen Cousin einen Gefallen tun und bot mir ihr absolutes Lieblingskleid an. Es war aus Baumwolle, hellrosa mit orangem Muster. Der Rockteil war weit ausgestellt, die Taille schmal, vorne hoch geschlossen und im Rücken tief ausgeschnitten mit Bändern, die ihn auf den Schultern hielten. Ich akzeptierte es widerwillig und fing an, reinzusteigen.
"Nicht so rum, Dummerchen", kicherte Gail, "du ziehst es über den Kopf".
Ich sah zu, wie sie aus ihrem schlüpfte und meins ganz leicht über den Kopf zog. Dann zog sie es wieder aus und stand in Unterhose da und wartete darauf, dass ich es versuchte. "Öhhmm, hast du noch mehr Schlüpfer wie deinen?" fragte ich. Ihrer war rosa ohne Muster und aus dünnem Nylon und mit mehr Spitze. "Klar!" antwortete sie begeistert, "nur nicht in der Farbe."
Das nächste, an das ich mich erinnere, war, dass wir den ganzen Koffer nach Schlüpfern durchsuchten und ich am Schluss fast weiße mit einer Spur rosa auswählte, mit einem sehr breiten Rand aus Spitze an den Beinen und an der Taille. Ich zog die, die Gail mir gegeben hatte, aus und die an, die ich mir ausgesucht hatte und es fühlte sich fantastisch an. "Ich sollte dir noch sagen", meinte Gail, "die aus Baumwolle sind kühler!"
"Aber ich mag diese!" entfuhr mir bevor ich nachdachte.
"Ich auch, sie sind hübsch!"
Gail"™s Beispiel folgend zog ich das Kleid über den Kopf und werde in tausend Jahren nicht beschreiben können, was für eine Welle von Empfindungen durch mich durch schwappte. Hier stand ich nun, ein amerikanischer Junge in Satin-Spitzen-Schlüpfer und einem Kleid, erschauert von einer Erregung, wie ich sie noch nie in meinem Leben gefühlt hatte. Noch nicht mal mit sechs Jahren Windeln zu tragen konnte da mithalten. Aber Gail war noch nicht fertig mit mir.
"Ich habe ein Paar Sandalen, die sind schön kühl für dich."
"Mir wären Socken und Sneakers lieber!" dabei dachte ich an Sportsocken und weiße Schuhe. Ich hätte es ahnen können, Gail fand pfirsich-farbene Socken mit Spitze. "Hast du nicht irgendwas ohne Spitze?" beschwerte ich mich. "Nö, ich liebe Spitze und Mom auch. Guck doch mal, sie passen perfekt zum Kleid." Ich hatte mich noch nie um zusammenpassende Kleidung gekümmert, aber hatte Mom schon öfter mit anderen Frauen über sowas reden gehört. Ich zog die Socken an und Gail zog sie sorgfältig zurecht, damit die Spitze auch richtig saß. Und da war dieses Gefühl schon wieder!
Sie zog funkelnagelneue Sneakers aus einem Karton, dunkelrosa mit weißem Muster. Die Schnürsenkel kann man nur mit schick beschreiben. Es waren kleine gelbe Enten drauf. "Gail", protestierte ich, "ich kann doch nicht deine neuen Sneakers tragen, außerdem sind sie so "¦ mädchenhaft"¦"
"Sie passen zum Outfit!" wurde ich knapp korrigiert, "ich möchte, dass du sie trägst, du bist so hübsch!"
"Jungs haben nicht "šhübsch"˜ zu sein" erinnerte ich sie.
"Chris, du bist nicht wirklich angezogen, wie Jungs angezogen zu sein haben. Warum sollen wir nicht ein bisschen Spaß haben? Bitte!"
"Na gut" seufzte ich, "da muss ich wohl durch". Langsam fing die Geschichte an, mir richtig Spaß zu machen, aber ich wollte es Gail noch nicht merken lassen.
"Cool — Danke, Chris!" Bevor ich mich versah, hatte ich die Sneakers an und Gail schlüpfte aus dem Zelt und kündigte meinen Auftritt an: "Öhemm "¦ und hier ist SIE — meine neue Schwester Christine!" rief sie lauter als mir lieb war.
Als ich rauskam, schnappten 2 Frauen nach Luft: "Christoph, du bist umwerfend!" rief Tante Julia und Mom fügte hinzu: "Sohn, das bist du wirklich! Gute Arbeit, Gail"
"Das kann sein", sagte ich grimmig, "aber das war Zeitverschwendung. Ich werde mich keinen Meter vom Zelt entfernen und niemand wird mich sehen".
"Ich weiß, das willst du nicht hören, aber du hast schon so viel Mut bewiesen, du bist wirklich tapfer. Wir müssen dir noch die Haare bürsten, willst du dich hier hinsetzen?"
"Oh — darf ich das machen?" ging Gail dazwischen, "bitte, Chris, BITTE!"
"Von mir aus", sagte Mom, "was sagst du, Chris?"
"Warum nicht?" resignierte ich, "sie hat mich nackt gesehen und angezogen, da kommt"™s auf die Haare auch nicht mehr an "¦" Auf der einen Seite war ich ziemlich frustriert, aber tief in mir war ich auch total aufgewühlt, dass mich alle hübsch fanden.
Ich saß auf der Bank am Campingtisch und Gail setzte sich hinter mich auf den Tisch und fing an, mir die Haare zu bürsten. Und da kam "dieses" Gefühl wieder, wie meine noch etwas feuchten Haare leicht über meine Schultern und Rücken streichelten. Klar, ich habe hunderte Male mit freiem Oberkörper dagesessen, während meine Mutter mir die Haare bürstete und dabei nie irgendwas Besonderes gefühlt, aber was war denn heute anders?? Ich hatte keine Ahnung. Das Kitzeln meiner roten Locken auf meinen nackten Schultern, der Anblick dieser extrem femininen Sneakers und dem Kleid, das Gefühl der Schulterbändchen, wenn ich mich bewegte und des Satinschlüpfers im Schritt "¦.. ich fühlte mich tatsächlich hübsch und das fühlte sich gut an. Und das Beste überhaupt war, dass niemand von uns Notiz nahm. Die Leute gingen vorbei und winkten oder sagten "šHallo"˜, aber niemand verschwendete einen 2.Blick an das Mädchen, dass seiner Schwester die Haare bürstete. Und Gail rief dauernd "Oh Chris, du bist so hübsch!" oder "ich hätte so gerne so schöne Haare wie du!" Ich war gleichzeitig gedemütigt und erregt!
Als Gail zum Schluss noch 2 Bändchen in meine Haare band, hätte ich sie gerne ermordet. Aber sie war so aufgeregt, hatte so viel Spaß, dass ich sie machen ließ. Sie hatte mir auf beiden Seiten einen Pferdeschwanz gemacht und die mit den rosa Bändchen zusammengebunden. Als ich dann endlich in den Spiegel guckte, musste ich mich richtig darauf konzentrieren, beschämt zu sein. Tatsächlich machten die beiden rosa Bändchen die Verwandlung erst perfekt. Ich hatte Gails Zwillingspferdeschwänze schon immer gemocht und nun hatte ich selbst welche. Ich vergaß völlig, dass ich ja entsetzt über diese ganze Verweiblichung sein wollte.
Der Rest des Nachmittags lief wirklich gut bis auf ein kleines Ereignis: Gail wollte unbedingt loslaufen und ihre Schwester überall vorstellen und ich wollte das auf keine Fall. Mom und Tante Julia mussten schlichten und erklärten Gail, dass ich genug gedemütigt war für einen Tag und wir sollten doch in der Nähe des Zeltes irgendwas spielen. So legten wir eine Decke auf die Wiese und packten Gails Puppen aus. Mom hat mir später erzählt, dass sie beobachtete, dass das das erste Mal war, dass ich mit Gails Puppen spielte und nicht darauf bestand, Ken zu sein. Tatsächlich haben wir Ken noch nicht mal aus der Schachtel genommen. Weiter hat sie mir erzählt, dass ich nur dreimal korrigiert werden musste, die Beine nicht so breit zu machen oder in die Luft zu halten. So was kann man, wenn man Hosen anhat, nicht aber mit einem Kleid. Nach nur drei Erinnerungen hatte ich es begriffen und benahm mich wie eine Lady.
Wir waren so vertieft in unser Spiel, dass wir gar nicht merkten, wie jemand zu uns kam. Plötzlich erschrak ich, als hinter uns eine Stimme "Hi" sagte. Als wir hochguckten, sahen wir ein älteres Mädchen und einen Jungen, der altersmäßig wohl so in der Mitte zwischen dem Mädchen und uns war. Ich merkte sofort, wie ich rot wurde: Ich war schon wieder beim Spielen mit Puppen ertappt worden. "Ihr Mädchen seid heute angekommen, nicht wahr?" fragte das Mädchen. "Ja", antwortete ich für Gail und mich, weil ich ja älter war als Gail und als Junge ja dominanter zu sein hatte. Dann fiel mir auf, dass sie "šihr Mädchen"˜ gesagt hatte und mir fiel wieder ein, dass ich zur Zeit gar nichts von dominanterem Jungen hatte. "Und? Bleibt ihr lange?" fragte das Mädchen.
"Habt ihr vielleicht Brüder?" fragte der Junge.
Bevor ich mich verquatschen konnte, antwortete Gail schnell "Tut uns leid — keine Brüder, aber wir bleiben den ganzen Sommer!"
"Toll, wir auch. Ich fing schon an, mich ein wenig einsam zu fühlen. Hier gibt"™s zwar jede Menge Kinder, aber die Meisten sind echte Snobs. Ihr beide seht so nett aus — ihr könnt keine Snobs sein. Dürfen wir mitspielen?" sagte das Mädchen glücklich.
"Ich nicht!" sagte der Junge, "ich spiele doch nicht mit Puppen!"
"Warum nicht?" hörte ich mich selbst fragen, "wir kennen einen Jungen, der spielt gerne mit Puppen, nicht wahr, Gail?" Zwinkerte ich ihr zu.
"Stimmt, meistens will er Ken sein, aber er spielt mit" bestätigte Gail.
"Muss ja ein ziemlicher Waschlappen sein!" grummelte der Junge.
"Ich sage dir mal was!" sagte ich, "ich habe eine ordentlich Matchboxauto Sammlung und manchmal benutzen wir die, wenn wir mit Puppen spielen. Das macht richtig Spaß — willst du mal versuchen?"
"Du hast Matchboxautos?" der Junge war sofort interessiert.
"Ja, willste sehen?"
"Schon, aber was macht ein Mädchen mit Matchboxautos? Die sind doch für Jungs"¦"
"Chris hat über 100 Autos" ergriff Mom Partei, "die Meisten habe ich gekauft und habe dabei kein Schild entdeckt "šNur für Jungs"˜!"
Ich war nicht sicher, ob Moms Bemerkung geholfen hatte, aber die beiden spielten mit. Allerdings erst, nachdem wir dem Jungen erlaubt hatten, den Part mit den Autos und Ken zu übernehmen. "Kein Problem!" zeigte Gail sich gnädig, "sonst will sowieso niemand Ken sein!"
Kurz darauf unterbrach uns Mom "Kinder, ihr könnt morgen den ganzen Tag spielen — jetzt müsst ihr euch fürs Abendessen fertig machen."
"Oh ja — kommt ihr eigentlich auch zum Grillen heute Abend?" Das Mädchen erklärte uns, dass es auf dem Campingplatz diverse Aktivitäten für Kinder und Familien gab und heute wurde ein Grillen veranstaltet. Oh — Grillen! Ich war ein so großer Fan vom Grillen "¦ Junge oder Mädchen, Hose oder Kleid spielte bei der Aussicht keine Rolle mehr. Gail und ich fingen sofort an, unsere Mütter anzubetteln. "Klar, machen wir", lächelten die Beiden, "immerhin müssen wir dann nicht kochen und spülen".
"Super, bis dann", rief das Mädchen.
Als Gail und ich unsere Spielsachen zusammenpackten, kam der Campingplatz-Lieferwagen und hielt neben unserem Zelt. Der Mann, der mich aus dem Klärteich gerettet hatte, stieg aus und sagte zu Mom: "Ich wollte nur mal nach unserem Schwimmer sehen", dann reichte er Mom die Hand, "ich bin Jason Winkler, mein Vater und ich betreiben diesen Campingplatz". Bevor Mom die Hand ergreifen konnte, ließ er sie wieder fallen und starrte mich an "ein Mädchen?? Ich fass es nicht. Heute Nachmittag sah sie aus wie ein Junge auf den jeder Vater stolz wäre und jetzt?? Ein Mädchen und dazu noch so ein hübsches. Schätzchen, du bist der Hammer! Wie heißt du?"
Ich spürte Panik in mir aufsteigen und meine Augen füllten sich mit Tränen. Während ich fühlte, wie mein Gesicht rot anlief, rang ich stotternd um eine Antwort: "Iiii"¦.ch hhh"¦ei"¦.ei"¦ssse"¦."
"Entschuldige, kleine Lady!" lachte Jason, "Ich wollte dich nicht so verwirren, dass du deinen Namen vergisst!"
"Den habe ich nicht vergessen," brachte ich hervor, als ich einen Moment später meine Sprache wiederfand. Irgendwie fühlte ich mich unter Beobachtung des ganzen Universums, als ich all meinen Mut zusammennahm: "ich heiße CHRISTINE!"
Der Name schallte eine Weile in meinem Kopf nach und tatsächlich war ich mir nicht sicher, ob ich das gerade gesagt hatte oder irgendwas in mir, jedenfalls war es klar und deutlich und ich hatte mich mit einem Mädchennamen vorgestellt, gegenüber einem Fremden! "Christine!" rief er, "ein schöner Name für eine wunderschöne junge Lady, und diese andere Schönheit ist deine Zwillingsschwester?"
"Cousine!" korrigierte ich ihn. "Das ist meine Cousine Gail, aber manchmal spielen wir Schwestern"
"Also Gail," sagte er mit einem freundlichen Lächeln, "gib gut Acht auf deine "šSchwester"˜ und pass auf, dass sie sich nie wieder so anzieht wie heute Nachmittag, das war eine solche Verschwendung natürlicher Schönheit, es sollte ein Gesetz gegen sowas geben"¦"
Ich kicherte und selbst für mich hörte sich mein Kichern gerade an wie das eines kleinen Mädchens. Was passierte hier gerade mit mir?? Jetzt hatte ich mich nicht nur mit einem Mädchennamen vorgestellt, jetzt kicherte ich auch noch wie eins. Und ich fühlte mich wohl dabei!
Ich fing gerade an, Jason zu mögen, als er es ruinierte. Er unterhielt sich noch mit Mom und Tante Julia, als ich ihn sagen hörte: "ich hätte es wissen müssen, schließlich ist es nicht normal für einen Jungen, dermaßen zu heulen wegen so einem bisschen Jauche. Sie war regelrecht hysterisch wegen ihrer Haare, ihrer Klamotten und weil sie die Blumen für ihre Mom nicht erreicht hat. Das musste ja ein Mädchen sein!"
Da hatten wir es wieder! Mädchen dürfen weinen, wenn sie sich einsauen und Jungs nicht! Mädchen dürfen sich um ihr Aussehen kümmern und Jungs nicht! Die Welt war doch echt ungerecht. Ich wurde richtig wütend, war aber auch froh, ein Mädchen zu sein!! Öhhh — nun ja, zumindest zurzeit ein bisschen ein Mädchen "¦
"Chris" riss mich Mom aus meinen Gedanken, "du solltest langsam anfangen, dich fürs Grillen umzuziehen." "Christine!" korrigierte ich sie, ohne darüber nachzudenken, "wieso umziehen? Ich habe mich doch gerade erst angezogen!"
"Es könnte kühl werden heute Abend und du bist schon sehr leicht angezogen, dein ganzer Rücken ist nackt."
"Ich komm schon klar!" sagte ich überzeugt. Der alte männliche Chauvi lehnte es ab, einer Empfehlung seiner Mutter zu folgen"¦ Allerdings stimmte Tante Julia mir zu "es ist tatsächlich sehr warm und wir können 2 von Gails Pullis mitnehmen." So machten wir uns nur kurz frisch und Mom machte mir und sich schnell die Haare, Tante Julia Gails und ihre eigenen und los gings!
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Re: Christine
Eine wunderbare Geschichte, sehr schön zu lesen.
Hoffe mal, wir werden noch viele Kapitel von dir bekommen.
Lg Kim
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Claude
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Re: Christine
Ich hoffe das Kapitel 3 wird heute noch fertig - insgesamt sind es 21. Mit zunehmendem Alter funktioniert das mit der Rechtschreibung nicht mehr ganz "so von selbst", vielleicht fehlt auch einfach Übung und es ist allerhöchste Zeit für dieses Training.
Jedenfalls ist das mühsamer als erwartet und ich muss sorgfältig Korrektur lesen, um wenigstens die dicksten Korken zu erwischen.
Es freut mich, dass die Geschichte gefällt und Danke für den Beifall!
Jedenfalls ist das mühsamer als erwartet und ich muss sorgfältig Korrektur lesen, um wenigstens die dicksten Korken zu erwischen.
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Claude
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Re: Christine
Kapitel 3, Das Grillfest
Chris und Gail gehen zum Grillfest und treffen da Amanda und Josh wieder und lernen ihre Mutter kennen. Als die Mütter feststellen, dass Chris und Josh beide leidenschaftliche Tänzer sind, ermutigen sie die beiden, zusammen zu tanzen, und Chris lernt Dinge über sich, die bisher im Verborgenen schlummerten.
Als wir ankamen, war das Grillfest schon im vollen Gange, alle kauten auf gegrillten Hähnchen und Hamburgern rum. Zwischen den Tischen und Bänken sah ich den Jungen — mir fiel auf, dass wir noch nicht einmal ihre Namen kannten — wild nach uns winken. "Da sind sie!" rief ich und wir gingen zu unseren neuen Freunden. "Es tut mir leid!" sagte eine Frau, die wir nicht kannten, "ich glaube, unsere Kinder haben nicht mal eure Namen rausgekriegt. Ich heiße Karen Reynolds und das sind Amanda und Josh. Mein Mann Robert arbeitet die ganze Woche und kommt am Wochenende."
"Josh?" murmelte ich vor mich hin. Warum konnte ich nicht solch einen Namen haben? "Christine" hörte ich meine Mutter sagen, "das sind Christine und Gail, ich bin Susan Elliot und das ist meine Schwägerin Julia."
"Kommt", rief Josh begeistert mit vollem Mund, "ich zeige euch, wo es was zu essen gibt". Ich nahm Gail bei der Hand und wir liefen hinter ihm her. Mom, Tante Julia und Frau Reynolds unterhielten sich noch kurz und folgten uns dann zu der Schlange bei der Essensausgabe. Die nächste Stunde waren wir vollauf beschäftigt, alles an Fleisch in uns reinzustopfen, was wir erreichen konnten. Ich will nicht gestehen, wie viel ich aß — es war schon peinlich! Als dann alle satt waren, legte ein Discjockey Tanzmusik auf. Wie so oft bei solchen Gelegenheiten - es tanzte niemand. Alle waren am Quatschen und tauschten die Neuigkeiten aus, seit sie sich das letzte Mal gesehen hatten. Das war ein ziemlicher Lärm, weil alle schreien mussten, um die Musik und die anderen zu übertönen. Natürlich drehte der DJ die Musik noch lauter, was dazu führte, dass die Leute lauter schrien — Ok, das Prinzip ist klar, denke ich. Plötzlich unterbrach sich Frau Reynold mitten im Satz und rief: "Christine, dein ganzer Körper zuckt im Takt mit der Musik!"
"Tatsächlich?" fragte ich, "T"™schuldigung, ich glaube, ich "¦"
"Christine liebt es einfach zu tanzen" erklärte meine Mutter, "Meist tanzt sie, oder sie singt, oder beides gleichzeitig".
"Hey Josh!" rief Frau Reynolds, "endlich ein Tanzpartner außer deiner Schwester. Fordere sie auf!"
"Ach Mom!" beschwerte sich Josh.
"Josh tanzt auch unheimlich gerne!" sagte Karen zu Mom und Tante Julia, "aber wie die meisten kleinen Jungs ist er zu schüchtern zu fragen! Er jammert die ganze Zeit, dass seine einzige Tanzpartnerin seine Schwester ist, aber wenn er mal eine Chance hat, traut er sich nicht! Ich werde das männliche Ego nie verstehen!"
Ich geriet langsam echt in Panik, als Frau Reynolds, Tante Julia und Mom Josh bearbeiteten, mich zum Tanzen aufzufordern. "Diese Art zu Tanzen kenne ich gar nicht!" protestierte ich. "Ich habe doch noch nie was Anderes als Ballett getanzt!" Aber mir war auch klar, dass Mom Recht hatte mit: "Tanzen ist Tanzen!" Auch beim Ballett ist mir klar geworden, dass ich nur der Musik würde folgen müssen, außerdem führte bei solchen Gesellschaftstänzen sowieso der Mann und als Josh mit seinen dunklen Augen tief in meine blauen blickte und fragte: "Wollen wir"™s versuchen?" sah ich ihm an, dass jede Faser seines Körpers sich nach der Tanzfläche sehnte und meine übrigens auch. "Ich "¦ ich glaube schon"¦. Aber "¦ ich habe bisher nur Ballett getanzt "¦"
"Josh hat seit 2 Jahren Unterricht zuerst im Holzschuhtanz, dann Gesellschaftstanz" erzählte Frau Reynolds Mom, "und er ist inzwischen richtig gut, aber er ist manchmal etwas frustriert, weil er außer Amanda keine Partnerin findet und man weiß ja, wie Geschwister untereinander sein können."
"Kommst du?" fragte Josh ungeduldig und zog mich zur Tanzfläche. Keine Sorge, ich führe dich!" Ich nickte etwas nervös und folgte ihm.
Als wir da standen und uns zögernd anguckten, legte der DJ einen langsamen Walzer auf. Ich hatte ein wenig Walzererfahrung vom Ballett und das nahm mir etwas von der Nervosität und als Josh meine rechte Hand nahm und mit seiner rechten um meine Taille griff und sie auf meinen bloßen Rücken legte und mich an sich zog, war das das elektrisierendste Gefühl meines ganzen Lebens. Kein erotisches - ich war schließlich erst acht und wusste gar nicht, was Erotik überhaupt war, aber das fühlte sich so toll an. Die ersten Schritte verstolperte ich etwas — nicht, weil ich das Gefühl für die Musik nicht hätte, ich war einfach so überrascht! Dann fand ich den Rhythmus und wir glitten anmutig über die Tanzfläche. Wir waren das einzige Paar und ich fühlte, dass wir von allen beobachtet wurden. "Du machst das großartig!" sagte Josh und wir entspannten immer mehr und genossen den Tanz.
Als der Walzer zu Ende war, war immer noch niemand sonst auf der Tanzfläche und alle klatschen als wir uns hinsetzten. Josh nahm die Farbe von roter Bete an und ich konnte auch die Hitze spüren, als mein Gesicht rot wurde, aber das spielte keine Rolle. Ich fand Josh mit seinem roten Gesicht sooo cool und mir fiel zum ersten Mal auf, wie unglaublich attraktiv Josh war. Er trug ziemlich ausgebeulte Shorts und ein weißes T-Shirt, das seine wachsenden Muskeln zeigte, obwohl er kaum 11 war. Ich bewunderte sein gutes Aussehen, bis ich mit einer Art Schock merkte, dass meine Bewunderung kein Neid war. Ich wollte selbst nicht solch einen Körper haben, aber ihn anzugucken, zu berühren und mit ihm zu tanzen "¦ das war alles, was im Moment zählte für mich!
Die Musik fing wieder an, ein Fünfziger Jive. Josh strahlte von einem Ohr zum Anderen und nahm ohne zu fragen meine Hand und führte mich zur Tanzfläche. Es war so toll, sich im Rhythmus der Musik über die Tanzfläche zu schwingen und zu drehen. Ich hatte etwas Schwierigkeiten mit den Schritten, merkte dann aber, dass das keine Rolle spielte und ließ mich in Joshs Führung fallen. Er war wirklich ein begnadeter Tänzer und ihn führen zu lassen fühlte sich total natürlich an. Bei den Drehungen sah ich, dass der Saum meines Kleides ziemlich hoch schwang und ich erinnerte mich, dass ich das immer toll gefunden habe, wenn Mädchen ihre Kleider hoch schwingen ließen. Jetzt merkte ich, dass sich das auch toll anfühlte und versuchte, es so hoch wie irgend möglich schwingen zu lassen. Ich dachte nicht mal darüber nach, dass ich allen Zuschauern meinen Slip zeigte.
"Ich muss dir was gestehen!" sagte Josh plötzlich beim Tanzen. Ich erschrak und versteifte mich. Ich stellte mir vor, er würde mir sagen, dass er keine Mädchen mag oder sowas. Aber als er meine Anspannung spürte, fuhr er fort: "sei mir nicht böse, es ist nur so "¦"¦ also "¦"¦ normalerweise kann ich mit Mädchen nicht so viel anfangen — sie sind so albern, vor Allem die kleineren. Aber du bist so "¦ anders. Eigentlich mag ich kleine Jungs noch weniger. Kleine Mädchen kichern nur rum und Jungs balgen sich ständig oder machen Unsinn. Aber DICH mag ich, du bist so ernsthaft!"
"Ich mag dich auch!" entfuhr mir ohne nachzudenken, "ich tanze gerne mit dir. Außer beim Ballett wollte noch nie jemand mit mir tanzen."
"Was ist mit Gail? Ist sie auch beim Ballett?"
"Schon, aber sie ist nicht mit so viel Begeisterung dabei wie ich. Sie hat jetzt ein paar Monate mitgemacht, aber ich glaube nicht, dass sie im Herbst wieder mitkommt. Das frustriert mich, weil ich gehofft hatte, sie könnte mein Partner werden"¦"
"Dein Partner? Aber sie ist ein Mädchen! Brauchst du nicht eine Jungen als Partner??"
"öhhh", stammelte ich, "nun ja, ehhhem , beim Ballett sind immer viel zu wenig Jungen, deshalb tanze ich normalerweise den Jungsteil." So zu schwindeln lag mir nicht, aber ich hatte ja nur noch einen Tag als Mädchen zu überbrücken, dann würde ich ihm die Wahrheit erzählen. Immerhin war es ja wahr, dass ich den männlichen Part tanzte.
"Ich kann mir gar nicht vorstellen, warum man dich den Jungen tanzen lässt", sagte Josh und zog mich noch ein wenig fester an sich, "ich finde, du bist soo hübsch und man sollte dich die ganze Zeit Mädchen sein lassen." Er stotterte ein bisschen rum auf der Suche nach den richtigen Worten, "Christine, ich finde es eine Schande, dich einen Jungen spielen zu lassen. Es gibt so viele Mädchen, die dauernd Hosen oder Shorts anziehen — sollen die das doch machen!"
An dem Abend verließen wir die Tanzfläche nicht mehr. Einmal forderte Josh Gail auf — auf Anweisung seiner Mutter — aber wir waren beide erleichtert, als sie ablehnte. Wir redeten auch nicht mehr viel und genossen einfach das Miteinander. Zum ersten Mal in meinem Leben wurde ich mir meiner Genitalien bewusst — und Josh"™s. Ich stellte ihn mir nackt vor "¦ Natürlich war das nichts Erotisches — ich war schließlich erst acht, aber ich stellte ihn mir nackt vor und alles sah aus, wie es sollte — ein harmonischer Anblick. Und dann stellte ich mir mich ebenfalls nackt vor und da störte was, der Anblick war nicht harmonisch. Plötzlich, und nicht zum ersten Mal in meinem Leben, hasste ich meine Genitalien. Wäre ich doch nur ohne sie auf die Welt gekommen!!
Zahllose Male in meinem Leben war ich peinlich berührt, wenn mein Schniepel steif wurde, z.B. wenn er morgens beim Aufwachen aus der Pyjamahose rausguckte. Wenn das in der Schule jemand merkte, machten sich alle über mich lustig, während andere, denen das passierte eher stolz drauf waren. Beim Schwimmen oder Baden trug ich immer Boxershorts, die das so gut wie möglich versteckten. Irgendwie fühlte ich mich ständig unter Beobachtung — so als wenn mich alle anstarren, weil ich was hatte, was da nicht hingehörte. Auch mit freiem Oberkörper fühlte ich mich seltsam gehemmt. Für mich selbst, sah ich schon immer wie ein Mädchen aus — bis auf diese Teil, die nur dafür gut waren, mich zu beschämen. Wenn Gail und ich zusammen in der Badewanne waren, hatte ich immer ihren glatten Genitalbereich bewundert — ich war total neidisch. Aber diese Gefühle waren bisher immer im Unterbewusstsein geblieben. Jetzt, in den Armen von Josh, wurde mir zum ersten Mal richtig die Bedeutung dieses Unterschiedes klar.
"Letzter Tanz!" die Ankündigung des DJ riss mich aus meinen Gedanken. "Wir haben 2 junge Verliebte hier heute Abend und ich meine WIRKLICH jung! Der letzte Song ist für alle Verliebten aller Altersklassen. Also alle auf die Tanzfläche." Eine langsame Melodie begann, die ich sofort erkannte. Sie war von einem Disneyfilm, den ich letztens gesehen hatte.
When you wish upon a star,
Makes no difference who you are.
When you wish upon a star,
Your dreams come true...
"Christine", sagte Josh, "weinst du? Habe ich was falschgemacht?" Tatsächlich hatten sich meine Augen mit Tränen gefüllt, ohne dass ich das gemerkt hatte. Ich schmiegte mich noch enger an Josh und versteckte mein Gesicht an seiner Schulter. Er war so groß und stark und "¦ so männlich, wie ich im Leben nicht werden würde! Er hatte mir beim Tanzen erzählt, dass er gerne Baseball, Fußball und Basketball spielte — Ballsportarten, die jeder Junge liebte — jeder Junge außer mir! Ich war überhaupt nicht gut da drin und es war mir auch egal! Ich spielte lieber mit Gail und Puppen und Kartenspiele und eigentlich alles außer dem, was ich hätte mögen sollen.
"Tschuldige, Josh!" sagte ich, "ich weine nicht, ich habe nur gedacht "¦"
"Wie? Gedacht?" Josh war offensichtlich etwas verwirrt.
"Weiß nicht"¦ das war soo schön "¦ ich wollte, das wäre noch nicht der letzte Tanz. Es wäre so schön, wenn wir Freunde werden könnte, aber ich fürchte "¦"
"Ich finde, wir sind schon gute Freunde!" versicherte er.
"Jaja" stammelte ich, "du weißt noch nicht alles über mich"¦"
"Ich weiß alles was wichtig ist! Ich habe noch nie ein Mädchen gemocht — außer Amanda, aber du bist so "¦ irgendwie das perfekte Mädchen für mich. Nicht so albern, sondern richtig süß!"
Ich guckte hoch in Joshs Gesicht, aber eigentlich durch ihn hindurch in den Himmel von Carolina. Millionen Sterne sahen auf uns runter aber die sah ich auch nicht, sondern nur einen — einen besonders hellen, der nur für Josh und mich leuchtete, so erschien mir das. Acht Jahre hatte ich versucht, es allen als Junge Recht zu machen und war kläglich gescheitert. Und nur ein paar Stunden als Mädchen und der tollste Junge überhaupt fand mich das perfekte Mädchen.
...When you wish upon a star...
Wenn man acht Jahre alt ist, ist die Grenze zwischen Fantasie und Wirk-lichkeit manchmal recht verschwommen. Mit acht stellt man sich noch vor, dass Wünsche wahr werden und es gibt noch Könige, Prinzessinnen, Ritter, Elfen und gute Feen. Ich dachte an Pinocchio, die Holzpuppe, die ein normaler Junge wurde, nachdem sie die ihr auferlegten Aufgaben erledigt hatte. Mit meinen acht Jahren stellte ich mir vor, dass ich mir auch etwas von dem Stern wünschen könnte. Ich guckte wieder zu dem Stern hoch und machte meinen Wunsch.
"Toll, nicht wahr?" flüsterte eine Stimme in mein Ohr.
"Huch?"
"Der Himmel", flüsterte Josh weiter, "ich liebe es, die Sterne zu betrachten. Nicht sehr männlich, nehme ich an — vielleicht hätte ich besser ein Mädchen werden sollen, weil ich die Sterne liebe."
"Du ein Mädchen? Niemals!" Mit meinen acht Jahren hatte ich in den letzten Stunden schon erkannt, dass Josh durch und durch ein Junge war und Christine genauso durch und durch ein Mädchen und dass das auch genauso sein sollte. Kindisch?? Ja! Sehr! Aber eine Weile so zu tun, erleichterte es sehr, als Junge im Kleid rumzulaufen und natürlich auch als Junge keinen Ball werfen oder Fußball treten zu können.
"Ihr beide wart soo niedlich!" rief Frau Reynolds, als wir zum Tisch zu-rückkamen. "Ach, Mom!" wirkte Josh genervt, "wir hatten eine so gute Zeit — musst du das kaputtmachen und sagen, wir waren niedlich?" Ich sagte gar nichts, ich fühlte mich von dem Kommentar geschmeichelt.
"Große Güte!" rief Tante Julia, "wir müssen die beiden Mädchen ins Bett bringen, sonst verschlafen sie morgen den ganzen Tag".
"Och, es sind doch Ferien", warf Amanda ein, "Josh und ich schlafen hier auch immer lange!"
"Wie auch immer, es ist Zeit, unsere beiden ins Bett zu bringen", entschied Mom, "Vielen Dank Karen, für alles! Wir sehen uns morgen!"
Zeit, ins Bett zu gehen. Mir war klar, was das bedeute: mehr geliehene Sachen! Wie üblich hatte Gail dieselben Gedanken und schlug auf dem Weg zum Zelt vor: "ich habe einen Schlafanzug, etwas ähnlich wie deiner — sieht nur ein bisschen nach Mädchen aus. Auf jeden Fall aus Baumwolle".
"Ich hätte lieber eins von deinen Nachthemden", und als ich Moms verwunderten Blick sah, "ich glaube, das ist kühler — es ist immer noch richtig heiß." "Du kannst in deiner Unterwäsche schlafen, wenn du willst", bot Mom an.
"Mom!" ich war entrüstet.
"Tust du doch zu Hause auch dauernd, ich sehe das Problem nicht"¦"
"Ja — in Unterhosen! Aber zu Hause trage ich immerhin keine rosa Schlüpfer!"
Mom antwortete nicht. Kurz darauf im Zelt zog ich mir das Kleid über den Kopf und erwartete sehnsuchtsvoll Gails Wahl eines Nachthemdchens für mich. Sie präsentierte mir ein bodenlanges aus pastellgrünem Nylon bedruckt mit weißen und blauen Vögeln und einem hauchzarten Innenkleid. Die letzten Zentimeter unten und im Halsausschnitt waren etwas gerüscht. Es war wirklich sehr weiblich und ich konnte es kaum abwarten, es anzuziehen. "Das ist aber sehr feminin, findest Du nicht, Gail", fragte Tante Julia und ich antwortet großzügig "das geht schon, Tante Julia, mich sieht ja niemand! Danke, Gail!"
Ich stand vor dem Zelt im Mondlicht nur im rosa Schlüpfer, als ich mir das Nachthemd über den Kopf zog. Ich spürte die ganz leichte Reibung auf meinem Körper, als das zarte Material an mir runterglitt. Das war ein Gefühl, als wenn ich mein ganzes Leben drauf gewartet, hätte — so wie eine Art von Erfüllung.
"Zuerst kommt noch das Badezimmer!" ordnete Tante Julia an und ich wollte schon zum nächsten Baum, als Gail meine Hand nahm und mich mit zum Sani-tärtrakt zog. Da fiel mir auch ein, dass Mädchen ja nicht einfach an Bäume pinkeln. Wir liefen lachend und kichernd und suchten uns jedem eine eigene Toilette aus und schlossen die Türen. Ich zog mein Nachthemd hoch, den Schlüpfer runter und setzte mich zum Pinkeln hin — als wenn ich noch nie was anderes gemacht hätte.
"Schläfst du schon?" flüsterte ich, als wir später zusammengekuschelt in einem Erwachsenenschlafsack lagen. "So "¦ halb "¦" antwortete sie.
"Gail?" flüsterte ich weiter, "kann ich "¦ darf ich "¦"
"Kannst du was?" "Erinnerst du dich, als wir zusammen in der Badewanne waren und du "¦ mich berühren wolltest "¦"
"Deinen Penis!" sagte sie lauter als mir das lieb war.
"Psst! Ja, erinnerst du dich?"
"Ja, das war wirklich komisch "¦"
"Darf ich "¦ dich da auch mal anfassen??"
"Klar, das ist nur fair — aber ich habe da nichts"¦"
"Ich weiß, aber ich will wissen, wie sich das anfühlt, wenn da nichts ist"¦"
"Das ist OK, Chris, du kannst fühlen, wenn du möchtest."
"Du kannst bei mir auch fühlen, wenn du magst!"
"Nö, lass ma."
"Ja, das ist eklig, nicht wahr?"
Ich tastete mich vorsichtig in ihr Nachthemd und in ihren Schlüpfer. Sie zog den Schlüpfer ein wenig runter, um mir den Zugang zu erleichtern. Meine Hand wanderte in ihren Schritt. Da war nichts. Alles war total glatt bis auf einen schmalen Schlitz! Es war himmlisch! So sollten sich alle da unten anfühlen! Nichts, was absteht oder im Weg ist — oder furchtbar weh tut, wenn man einen Ball oder ein Knie reinbekommt — oder vom Fahrradpedal abrutscht. "Wunderschön!" flüsterte ich, während ich meine Hand zurückzog. "Danke, Gail!"
"Du kannst immer wieder fühlen, wenn du möchtest."
"Danke, ich war nur neugierig, wie sich das anfühlt. Ich wollte, ich wäre genauso!"
"Vielleicht kannst du "¦" tröstete sie mich.
"Wie fühlt sich das an?" fragte ich, "ich meine, wenn man immer ein Mädchen ist, wie fühlt sich das an?"
"Keine Ahnung, Chris, hab ich mir noch nie Gedanken drüber gemacht. Ich weiß nur, dass es sich toll anfühlt, wenn die Leute sagen, dass man hübsch ist!"
"Du bist wirklich hübsch, Gail!" sagte UND meinte ich.
"Du auch!" fügte Gail hinzu.
"Aber es ist nicht meine Aufgabe, "šhübsch"˜ zu sein!"
"Ja, ich weiß, aber das ist doch doof! Ich habe nichts dagegen, den Leuten zu erzählen, dass du hübsch bist!"
"Lass besser, ich würde das nicht überleben. Die meisten Jungs finden, dass ich komisch bin. Wenn sie mitkriegen, dass jemand mich "šhübsch"˜ findet, halten sie mich für eine Missgeburt oder sowas."
"Du kannst mir nicht erzählen, dass es dir nicht gefallen hat, als die Leute heute gesagt haben, du wärst hübsch."
"Nun ja, es war etwas komisch — aber schon, das war schön. Das fühlte sich irgendwie "¦ weiß nicht "¦ so an "¦ öhhh, als wenn mir was gefällt, was mir nicht gefallen sollte "¦"
Ich fühlte, wie Gail mit den Fingern durch meine Haare fuhr, "Mom hat mir gesagt, dass ich dir das nicht sagen soll "¦" Gail zögerte fortzufahren, "was nicht sagen?" "Sie sagte, du würdest sauer sein!" "Ich werde nicht sauer, versprochen! Was hat sie gesagt?"
"Sie sagte "¦ es wäre eine Schande, solch tolle Haare an einen Jungen zu verschwenden. Sie sagte, du würdest diese tollen Haare nie so würdigen können, wie es ein Mädchen würde!"
"Aber ich liebe meine Haare — und ich pflege sie!"
"Ja — jetzt! Aber Mom meint, früher oder später wirst du sie abschneiden und sie wird dann weinen!"
"Weinen?"
"Ja, Chris — und ich werde auch weinen. Du bist wirklich hübsch — auch wenn du nicht in Mädchenklamotten rumläufst"¦"
Sekunden später zog sie ihren Schlüpfer wieder hoch und schlief sofort ein. Ich lag noch ein wenig wach und dachte — auch ein wenig neidisch - an den unkomplizierten "šda unten Bereich"˜ meiner Cousine.
Dann hörte ich Mom und Tante Julia sich draußen unterhalten. So ist das beim Zelten: man hört Leute draußen, als wenn man mit am Tisch säße.
"Was habe ich nur getan?" hörte ich Mom fragen.
"Du meinst Chris?" fragte Tante Julia. Mom muss wohl genickt haben. "Du hast einen kleinen Jungen sehr glücklich gemacht! Er und Josh hatten beim Tanzen DIE Zeit ihres Lebens".
"Ja ja — viel zu sehr. Mensch Julia, mache ich aus meinem Sohn ein Mädchen?"
"Natürlich nicht! Es ist nur der Reiz des Neuen, neue Freunde und ein anderes Kind mit Liebe zum Tanzen gefunden zu haben! Er wird darüber hinwegkommen. Du erinnerst dich, dass Karen gesagt hat, es wäre nicht möglich, das Geschlecht eines Menschen zu ändern, also so richtig zu ändern?"
"Aber wenn sie Recht hat, dann bedeutet das ja "¦"
"Es ist wie es ist! Aber ich denke, Karen hat Recht und wir sollten es einfach laufen lassen. Außerdem willst du doch übermorgen mit ihm einkaufen gehen und dann wird er wieder der besonders liebenswerte Junge sein, der er immer war. Die ganze Geschichte wird bald vergessen sein!"
"Meinst du wirklich?"
"Ich weiß das! So, lass uns ins Bett gehen, die Kinder werden immer so früh wach und dann wird auch unsere Nacht zu Ende sein!"
"Ja "¦ aber "¦ ich muss immer daran denken, wie hübsch er war heute!" sagte Mom, "ich finde, er war eine Schönheit!"
"Das ist er immer, Susan, aber ich muss zugeben, dass er das mit dem Kleid leichter weggesteckt hat, als ich mir vorgestellt hatte. Ich weiß, dass er in letzter Zeit in der Schule keine gute Zeit hatte, und ich habe schon beo-bachtet, dass er sich in den letzten Monaten verändert hat. Aber heute war er wieder dasselbe liebliche und sonnige Gemüt wie früher. Hast du gehört, wie er beim Spielen mit Gail die ganze Zeit vor sich hin gesungen hat?"
"Klar, habe ich," bestätigte Mom, "es war das erste Mal seit über einem Jahr, dass er einfach so gesungen hat."
"Das war wirklich schön, nicht wahr?!" falls Mom noch etwas antwortete, habe ich es nicht mehr gehört.
Ich dachte nach über das, was ich da gehört hatte. Würde Tante Julia Recht haben und ich über diese Gefühle hinwegkommen? Würde ich das irgendwann satt haben, so, wie damals irgendwann die Zeit für Windeln einfach zu Ende war? Aber das war doch etwas ganz anderes! Oder doch nicht? Tief in mir drin wollte ich wieder ein Embryo sein und nochmal auf die Welt kommen — neue Chance — und anders sein! Vielleicht ein Mädchen!
Meine Hand wanderte an meinem Körper nach unten, über das Nachthemd — das fühlte sich so unglaublich an. Ich tastete nach dem Schlüpfer, er saß so eng, veränderte meine Körper so schön. Ich schob den Slip runter und untersuchte mich — total abstoßend. Ich dachte an Josh, wusste, er sah ähnlich aus und fand das bei ihm in Ordnung. Bei ihm passte das, aber bei mir passte das ganz und gar nicht!
Als ich so dalag und nachdachte, kamen Bilder von Pinocchio und Träumen, die wahr wurden. "šWishes upon a star"˜ — ein Stern, der einen Wunsch erfüllte. Ich hätte weinen können, aber gleichzeitig fühlte ich mich auch soo wohl. Ich zog den Schlüpfer wieder hoch — ganz stramm hoch und fühlte mit der Hand über die Vorderseite. Vielleicht war es doch wahr — das da alles konnte verschwinden! Zufrieden zog ich das Nachthemd wieder runter, genoss das seidige Gefühl auf der Haut und schlief selig ein.
Chris und Gail gehen zum Grillfest und treffen da Amanda und Josh wieder und lernen ihre Mutter kennen. Als die Mütter feststellen, dass Chris und Josh beide leidenschaftliche Tänzer sind, ermutigen sie die beiden, zusammen zu tanzen, und Chris lernt Dinge über sich, die bisher im Verborgenen schlummerten.
Als wir ankamen, war das Grillfest schon im vollen Gange, alle kauten auf gegrillten Hähnchen und Hamburgern rum. Zwischen den Tischen und Bänken sah ich den Jungen — mir fiel auf, dass wir noch nicht einmal ihre Namen kannten — wild nach uns winken. "Da sind sie!" rief ich und wir gingen zu unseren neuen Freunden. "Es tut mir leid!" sagte eine Frau, die wir nicht kannten, "ich glaube, unsere Kinder haben nicht mal eure Namen rausgekriegt. Ich heiße Karen Reynolds und das sind Amanda und Josh. Mein Mann Robert arbeitet die ganze Woche und kommt am Wochenende."
"Josh?" murmelte ich vor mich hin. Warum konnte ich nicht solch einen Namen haben? "Christine" hörte ich meine Mutter sagen, "das sind Christine und Gail, ich bin Susan Elliot und das ist meine Schwägerin Julia."
"Kommt", rief Josh begeistert mit vollem Mund, "ich zeige euch, wo es was zu essen gibt". Ich nahm Gail bei der Hand und wir liefen hinter ihm her. Mom, Tante Julia und Frau Reynolds unterhielten sich noch kurz und folgten uns dann zu der Schlange bei der Essensausgabe. Die nächste Stunde waren wir vollauf beschäftigt, alles an Fleisch in uns reinzustopfen, was wir erreichen konnten. Ich will nicht gestehen, wie viel ich aß — es war schon peinlich! Als dann alle satt waren, legte ein Discjockey Tanzmusik auf. Wie so oft bei solchen Gelegenheiten - es tanzte niemand. Alle waren am Quatschen und tauschten die Neuigkeiten aus, seit sie sich das letzte Mal gesehen hatten. Das war ein ziemlicher Lärm, weil alle schreien mussten, um die Musik und die anderen zu übertönen. Natürlich drehte der DJ die Musik noch lauter, was dazu führte, dass die Leute lauter schrien — Ok, das Prinzip ist klar, denke ich. Plötzlich unterbrach sich Frau Reynold mitten im Satz und rief: "Christine, dein ganzer Körper zuckt im Takt mit der Musik!"
"Tatsächlich?" fragte ich, "T"™schuldigung, ich glaube, ich "¦"
"Christine liebt es einfach zu tanzen" erklärte meine Mutter, "Meist tanzt sie, oder sie singt, oder beides gleichzeitig".
"Hey Josh!" rief Frau Reynolds, "endlich ein Tanzpartner außer deiner Schwester. Fordere sie auf!"
"Ach Mom!" beschwerte sich Josh.
"Josh tanzt auch unheimlich gerne!" sagte Karen zu Mom und Tante Julia, "aber wie die meisten kleinen Jungs ist er zu schüchtern zu fragen! Er jammert die ganze Zeit, dass seine einzige Tanzpartnerin seine Schwester ist, aber wenn er mal eine Chance hat, traut er sich nicht! Ich werde das männliche Ego nie verstehen!"
Ich geriet langsam echt in Panik, als Frau Reynolds, Tante Julia und Mom Josh bearbeiteten, mich zum Tanzen aufzufordern. "Diese Art zu Tanzen kenne ich gar nicht!" protestierte ich. "Ich habe doch noch nie was Anderes als Ballett getanzt!" Aber mir war auch klar, dass Mom Recht hatte mit: "Tanzen ist Tanzen!" Auch beim Ballett ist mir klar geworden, dass ich nur der Musik würde folgen müssen, außerdem führte bei solchen Gesellschaftstänzen sowieso der Mann und als Josh mit seinen dunklen Augen tief in meine blauen blickte und fragte: "Wollen wir"™s versuchen?" sah ich ihm an, dass jede Faser seines Körpers sich nach der Tanzfläche sehnte und meine übrigens auch. "Ich "¦ ich glaube schon"¦. Aber "¦ ich habe bisher nur Ballett getanzt "¦"
"Josh hat seit 2 Jahren Unterricht zuerst im Holzschuhtanz, dann Gesellschaftstanz" erzählte Frau Reynolds Mom, "und er ist inzwischen richtig gut, aber er ist manchmal etwas frustriert, weil er außer Amanda keine Partnerin findet und man weiß ja, wie Geschwister untereinander sein können."
"Kommst du?" fragte Josh ungeduldig und zog mich zur Tanzfläche. Keine Sorge, ich führe dich!" Ich nickte etwas nervös und folgte ihm.
Als wir da standen und uns zögernd anguckten, legte der DJ einen langsamen Walzer auf. Ich hatte ein wenig Walzererfahrung vom Ballett und das nahm mir etwas von der Nervosität und als Josh meine rechte Hand nahm und mit seiner rechten um meine Taille griff und sie auf meinen bloßen Rücken legte und mich an sich zog, war das das elektrisierendste Gefühl meines ganzen Lebens. Kein erotisches - ich war schließlich erst acht und wusste gar nicht, was Erotik überhaupt war, aber das fühlte sich so toll an. Die ersten Schritte verstolperte ich etwas — nicht, weil ich das Gefühl für die Musik nicht hätte, ich war einfach so überrascht! Dann fand ich den Rhythmus und wir glitten anmutig über die Tanzfläche. Wir waren das einzige Paar und ich fühlte, dass wir von allen beobachtet wurden. "Du machst das großartig!" sagte Josh und wir entspannten immer mehr und genossen den Tanz.
Als der Walzer zu Ende war, war immer noch niemand sonst auf der Tanzfläche und alle klatschen als wir uns hinsetzten. Josh nahm die Farbe von roter Bete an und ich konnte auch die Hitze spüren, als mein Gesicht rot wurde, aber das spielte keine Rolle. Ich fand Josh mit seinem roten Gesicht sooo cool und mir fiel zum ersten Mal auf, wie unglaublich attraktiv Josh war. Er trug ziemlich ausgebeulte Shorts und ein weißes T-Shirt, das seine wachsenden Muskeln zeigte, obwohl er kaum 11 war. Ich bewunderte sein gutes Aussehen, bis ich mit einer Art Schock merkte, dass meine Bewunderung kein Neid war. Ich wollte selbst nicht solch einen Körper haben, aber ihn anzugucken, zu berühren und mit ihm zu tanzen "¦ das war alles, was im Moment zählte für mich!
Die Musik fing wieder an, ein Fünfziger Jive. Josh strahlte von einem Ohr zum Anderen und nahm ohne zu fragen meine Hand und führte mich zur Tanzfläche. Es war so toll, sich im Rhythmus der Musik über die Tanzfläche zu schwingen und zu drehen. Ich hatte etwas Schwierigkeiten mit den Schritten, merkte dann aber, dass das keine Rolle spielte und ließ mich in Joshs Führung fallen. Er war wirklich ein begnadeter Tänzer und ihn führen zu lassen fühlte sich total natürlich an. Bei den Drehungen sah ich, dass der Saum meines Kleides ziemlich hoch schwang und ich erinnerte mich, dass ich das immer toll gefunden habe, wenn Mädchen ihre Kleider hoch schwingen ließen. Jetzt merkte ich, dass sich das auch toll anfühlte und versuchte, es so hoch wie irgend möglich schwingen zu lassen. Ich dachte nicht mal darüber nach, dass ich allen Zuschauern meinen Slip zeigte.
"Ich muss dir was gestehen!" sagte Josh plötzlich beim Tanzen. Ich erschrak und versteifte mich. Ich stellte mir vor, er würde mir sagen, dass er keine Mädchen mag oder sowas. Aber als er meine Anspannung spürte, fuhr er fort: "sei mir nicht böse, es ist nur so "¦"¦ also "¦"¦ normalerweise kann ich mit Mädchen nicht so viel anfangen — sie sind so albern, vor Allem die kleineren. Aber du bist so "¦ anders. Eigentlich mag ich kleine Jungs noch weniger. Kleine Mädchen kichern nur rum und Jungs balgen sich ständig oder machen Unsinn. Aber DICH mag ich, du bist so ernsthaft!"
"Ich mag dich auch!" entfuhr mir ohne nachzudenken, "ich tanze gerne mit dir. Außer beim Ballett wollte noch nie jemand mit mir tanzen."
"Was ist mit Gail? Ist sie auch beim Ballett?"
"Schon, aber sie ist nicht mit so viel Begeisterung dabei wie ich. Sie hat jetzt ein paar Monate mitgemacht, aber ich glaube nicht, dass sie im Herbst wieder mitkommt. Das frustriert mich, weil ich gehofft hatte, sie könnte mein Partner werden"¦"
"Dein Partner? Aber sie ist ein Mädchen! Brauchst du nicht eine Jungen als Partner??"
"öhhh", stammelte ich, "nun ja, ehhhem , beim Ballett sind immer viel zu wenig Jungen, deshalb tanze ich normalerweise den Jungsteil." So zu schwindeln lag mir nicht, aber ich hatte ja nur noch einen Tag als Mädchen zu überbrücken, dann würde ich ihm die Wahrheit erzählen. Immerhin war es ja wahr, dass ich den männlichen Part tanzte.
"Ich kann mir gar nicht vorstellen, warum man dich den Jungen tanzen lässt", sagte Josh und zog mich noch ein wenig fester an sich, "ich finde, du bist soo hübsch und man sollte dich die ganze Zeit Mädchen sein lassen." Er stotterte ein bisschen rum auf der Suche nach den richtigen Worten, "Christine, ich finde es eine Schande, dich einen Jungen spielen zu lassen. Es gibt so viele Mädchen, die dauernd Hosen oder Shorts anziehen — sollen die das doch machen!"
An dem Abend verließen wir die Tanzfläche nicht mehr. Einmal forderte Josh Gail auf — auf Anweisung seiner Mutter — aber wir waren beide erleichtert, als sie ablehnte. Wir redeten auch nicht mehr viel und genossen einfach das Miteinander. Zum ersten Mal in meinem Leben wurde ich mir meiner Genitalien bewusst — und Josh"™s. Ich stellte ihn mir nackt vor "¦ Natürlich war das nichts Erotisches — ich war schließlich erst acht, aber ich stellte ihn mir nackt vor und alles sah aus, wie es sollte — ein harmonischer Anblick. Und dann stellte ich mir mich ebenfalls nackt vor und da störte was, der Anblick war nicht harmonisch. Plötzlich, und nicht zum ersten Mal in meinem Leben, hasste ich meine Genitalien. Wäre ich doch nur ohne sie auf die Welt gekommen!!
Zahllose Male in meinem Leben war ich peinlich berührt, wenn mein Schniepel steif wurde, z.B. wenn er morgens beim Aufwachen aus der Pyjamahose rausguckte. Wenn das in der Schule jemand merkte, machten sich alle über mich lustig, während andere, denen das passierte eher stolz drauf waren. Beim Schwimmen oder Baden trug ich immer Boxershorts, die das so gut wie möglich versteckten. Irgendwie fühlte ich mich ständig unter Beobachtung — so als wenn mich alle anstarren, weil ich was hatte, was da nicht hingehörte. Auch mit freiem Oberkörper fühlte ich mich seltsam gehemmt. Für mich selbst, sah ich schon immer wie ein Mädchen aus — bis auf diese Teil, die nur dafür gut waren, mich zu beschämen. Wenn Gail und ich zusammen in der Badewanne waren, hatte ich immer ihren glatten Genitalbereich bewundert — ich war total neidisch. Aber diese Gefühle waren bisher immer im Unterbewusstsein geblieben. Jetzt, in den Armen von Josh, wurde mir zum ersten Mal richtig die Bedeutung dieses Unterschiedes klar.
"Letzter Tanz!" die Ankündigung des DJ riss mich aus meinen Gedanken. "Wir haben 2 junge Verliebte hier heute Abend und ich meine WIRKLICH jung! Der letzte Song ist für alle Verliebten aller Altersklassen. Also alle auf die Tanzfläche." Eine langsame Melodie begann, die ich sofort erkannte. Sie war von einem Disneyfilm, den ich letztens gesehen hatte.
When you wish upon a star,
Makes no difference who you are.
When you wish upon a star,
Your dreams come true...
"Christine", sagte Josh, "weinst du? Habe ich was falschgemacht?" Tatsächlich hatten sich meine Augen mit Tränen gefüllt, ohne dass ich das gemerkt hatte. Ich schmiegte mich noch enger an Josh und versteckte mein Gesicht an seiner Schulter. Er war so groß und stark und "¦ so männlich, wie ich im Leben nicht werden würde! Er hatte mir beim Tanzen erzählt, dass er gerne Baseball, Fußball und Basketball spielte — Ballsportarten, die jeder Junge liebte — jeder Junge außer mir! Ich war überhaupt nicht gut da drin und es war mir auch egal! Ich spielte lieber mit Gail und Puppen und Kartenspiele und eigentlich alles außer dem, was ich hätte mögen sollen.
"Tschuldige, Josh!" sagte ich, "ich weine nicht, ich habe nur gedacht "¦"
"Wie? Gedacht?" Josh war offensichtlich etwas verwirrt.
"Weiß nicht"¦ das war soo schön "¦ ich wollte, das wäre noch nicht der letzte Tanz. Es wäre so schön, wenn wir Freunde werden könnte, aber ich fürchte "¦"
"Ich finde, wir sind schon gute Freunde!" versicherte er.
"Jaja" stammelte ich, "du weißt noch nicht alles über mich"¦"
"Ich weiß alles was wichtig ist! Ich habe noch nie ein Mädchen gemocht — außer Amanda, aber du bist so "¦ irgendwie das perfekte Mädchen für mich. Nicht so albern, sondern richtig süß!"
Ich guckte hoch in Joshs Gesicht, aber eigentlich durch ihn hindurch in den Himmel von Carolina. Millionen Sterne sahen auf uns runter aber die sah ich auch nicht, sondern nur einen — einen besonders hellen, der nur für Josh und mich leuchtete, so erschien mir das. Acht Jahre hatte ich versucht, es allen als Junge Recht zu machen und war kläglich gescheitert. Und nur ein paar Stunden als Mädchen und der tollste Junge überhaupt fand mich das perfekte Mädchen.
...When you wish upon a star...
Wenn man acht Jahre alt ist, ist die Grenze zwischen Fantasie und Wirk-lichkeit manchmal recht verschwommen. Mit acht stellt man sich noch vor, dass Wünsche wahr werden und es gibt noch Könige, Prinzessinnen, Ritter, Elfen und gute Feen. Ich dachte an Pinocchio, die Holzpuppe, die ein normaler Junge wurde, nachdem sie die ihr auferlegten Aufgaben erledigt hatte. Mit meinen acht Jahren stellte ich mir vor, dass ich mir auch etwas von dem Stern wünschen könnte. Ich guckte wieder zu dem Stern hoch und machte meinen Wunsch.
"Toll, nicht wahr?" flüsterte eine Stimme in mein Ohr.
"Huch?"
"Der Himmel", flüsterte Josh weiter, "ich liebe es, die Sterne zu betrachten. Nicht sehr männlich, nehme ich an — vielleicht hätte ich besser ein Mädchen werden sollen, weil ich die Sterne liebe."
"Du ein Mädchen? Niemals!" Mit meinen acht Jahren hatte ich in den letzten Stunden schon erkannt, dass Josh durch und durch ein Junge war und Christine genauso durch und durch ein Mädchen und dass das auch genauso sein sollte. Kindisch?? Ja! Sehr! Aber eine Weile so zu tun, erleichterte es sehr, als Junge im Kleid rumzulaufen und natürlich auch als Junge keinen Ball werfen oder Fußball treten zu können.
"Ihr beide wart soo niedlich!" rief Frau Reynolds, als wir zum Tisch zu-rückkamen. "Ach, Mom!" wirkte Josh genervt, "wir hatten eine so gute Zeit — musst du das kaputtmachen und sagen, wir waren niedlich?" Ich sagte gar nichts, ich fühlte mich von dem Kommentar geschmeichelt.
"Große Güte!" rief Tante Julia, "wir müssen die beiden Mädchen ins Bett bringen, sonst verschlafen sie morgen den ganzen Tag".
"Och, es sind doch Ferien", warf Amanda ein, "Josh und ich schlafen hier auch immer lange!"
"Wie auch immer, es ist Zeit, unsere beiden ins Bett zu bringen", entschied Mom, "Vielen Dank Karen, für alles! Wir sehen uns morgen!"
Zeit, ins Bett zu gehen. Mir war klar, was das bedeute: mehr geliehene Sachen! Wie üblich hatte Gail dieselben Gedanken und schlug auf dem Weg zum Zelt vor: "ich habe einen Schlafanzug, etwas ähnlich wie deiner — sieht nur ein bisschen nach Mädchen aus. Auf jeden Fall aus Baumwolle".
"Ich hätte lieber eins von deinen Nachthemden", und als ich Moms verwunderten Blick sah, "ich glaube, das ist kühler — es ist immer noch richtig heiß." "Du kannst in deiner Unterwäsche schlafen, wenn du willst", bot Mom an.
"Mom!" ich war entrüstet.
"Tust du doch zu Hause auch dauernd, ich sehe das Problem nicht"¦"
"Ja — in Unterhosen! Aber zu Hause trage ich immerhin keine rosa Schlüpfer!"
Mom antwortete nicht. Kurz darauf im Zelt zog ich mir das Kleid über den Kopf und erwartete sehnsuchtsvoll Gails Wahl eines Nachthemdchens für mich. Sie präsentierte mir ein bodenlanges aus pastellgrünem Nylon bedruckt mit weißen und blauen Vögeln und einem hauchzarten Innenkleid. Die letzten Zentimeter unten und im Halsausschnitt waren etwas gerüscht. Es war wirklich sehr weiblich und ich konnte es kaum abwarten, es anzuziehen. "Das ist aber sehr feminin, findest Du nicht, Gail", fragte Tante Julia und ich antwortet großzügig "das geht schon, Tante Julia, mich sieht ja niemand! Danke, Gail!"
Ich stand vor dem Zelt im Mondlicht nur im rosa Schlüpfer, als ich mir das Nachthemd über den Kopf zog. Ich spürte die ganz leichte Reibung auf meinem Körper, als das zarte Material an mir runterglitt. Das war ein Gefühl, als wenn ich mein ganzes Leben drauf gewartet, hätte — so wie eine Art von Erfüllung.
"Zuerst kommt noch das Badezimmer!" ordnete Tante Julia an und ich wollte schon zum nächsten Baum, als Gail meine Hand nahm und mich mit zum Sani-tärtrakt zog. Da fiel mir auch ein, dass Mädchen ja nicht einfach an Bäume pinkeln. Wir liefen lachend und kichernd und suchten uns jedem eine eigene Toilette aus und schlossen die Türen. Ich zog mein Nachthemd hoch, den Schlüpfer runter und setzte mich zum Pinkeln hin — als wenn ich noch nie was anderes gemacht hätte.
"Schläfst du schon?" flüsterte ich, als wir später zusammengekuschelt in einem Erwachsenenschlafsack lagen. "So "¦ halb "¦" antwortete sie.
"Gail?" flüsterte ich weiter, "kann ich "¦ darf ich "¦"
"Kannst du was?" "Erinnerst du dich, als wir zusammen in der Badewanne waren und du "¦ mich berühren wolltest "¦"
"Deinen Penis!" sagte sie lauter als mir das lieb war.
"Psst! Ja, erinnerst du dich?"
"Ja, das war wirklich komisch "¦"
"Darf ich "¦ dich da auch mal anfassen??"
"Klar, das ist nur fair — aber ich habe da nichts"¦"
"Ich weiß, aber ich will wissen, wie sich das anfühlt, wenn da nichts ist"¦"
"Das ist OK, Chris, du kannst fühlen, wenn du möchtest."
"Du kannst bei mir auch fühlen, wenn du magst!"
"Nö, lass ma."
"Ja, das ist eklig, nicht wahr?"
Ich tastete mich vorsichtig in ihr Nachthemd und in ihren Schlüpfer. Sie zog den Schlüpfer ein wenig runter, um mir den Zugang zu erleichtern. Meine Hand wanderte in ihren Schritt. Da war nichts. Alles war total glatt bis auf einen schmalen Schlitz! Es war himmlisch! So sollten sich alle da unten anfühlen! Nichts, was absteht oder im Weg ist — oder furchtbar weh tut, wenn man einen Ball oder ein Knie reinbekommt — oder vom Fahrradpedal abrutscht. "Wunderschön!" flüsterte ich, während ich meine Hand zurückzog. "Danke, Gail!"
"Du kannst immer wieder fühlen, wenn du möchtest."
"Danke, ich war nur neugierig, wie sich das anfühlt. Ich wollte, ich wäre genauso!"
"Vielleicht kannst du "¦" tröstete sie mich.
"Wie fühlt sich das an?" fragte ich, "ich meine, wenn man immer ein Mädchen ist, wie fühlt sich das an?"
"Keine Ahnung, Chris, hab ich mir noch nie Gedanken drüber gemacht. Ich weiß nur, dass es sich toll anfühlt, wenn die Leute sagen, dass man hübsch ist!"
"Du bist wirklich hübsch, Gail!" sagte UND meinte ich.
"Du auch!" fügte Gail hinzu.
"Aber es ist nicht meine Aufgabe, "šhübsch"˜ zu sein!"
"Ja, ich weiß, aber das ist doch doof! Ich habe nichts dagegen, den Leuten zu erzählen, dass du hübsch bist!"
"Lass besser, ich würde das nicht überleben. Die meisten Jungs finden, dass ich komisch bin. Wenn sie mitkriegen, dass jemand mich "šhübsch"˜ findet, halten sie mich für eine Missgeburt oder sowas."
"Du kannst mir nicht erzählen, dass es dir nicht gefallen hat, als die Leute heute gesagt haben, du wärst hübsch."
"Nun ja, es war etwas komisch — aber schon, das war schön. Das fühlte sich irgendwie "¦ weiß nicht "¦ so an "¦ öhhh, als wenn mir was gefällt, was mir nicht gefallen sollte "¦"
Ich fühlte, wie Gail mit den Fingern durch meine Haare fuhr, "Mom hat mir gesagt, dass ich dir das nicht sagen soll "¦" Gail zögerte fortzufahren, "was nicht sagen?" "Sie sagte, du würdest sauer sein!" "Ich werde nicht sauer, versprochen! Was hat sie gesagt?"
"Sie sagte "¦ es wäre eine Schande, solch tolle Haare an einen Jungen zu verschwenden. Sie sagte, du würdest diese tollen Haare nie so würdigen können, wie es ein Mädchen würde!"
"Aber ich liebe meine Haare — und ich pflege sie!"
"Ja — jetzt! Aber Mom meint, früher oder später wirst du sie abschneiden und sie wird dann weinen!"
"Weinen?"
"Ja, Chris — und ich werde auch weinen. Du bist wirklich hübsch — auch wenn du nicht in Mädchenklamotten rumläufst"¦"
Sekunden später zog sie ihren Schlüpfer wieder hoch und schlief sofort ein. Ich lag noch ein wenig wach und dachte — auch ein wenig neidisch - an den unkomplizierten "šda unten Bereich"˜ meiner Cousine.
Dann hörte ich Mom und Tante Julia sich draußen unterhalten. So ist das beim Zelten: man hört Leute draußen, als wenn man mit am Tisch säße.
"Was habe ich nur getan?" hörte ich Mom fragen.
"Du meinst Chris?" fragte Tante Julia. Mom muss wohl genickt haben. "Du hast einen kleinen Jungen sehr glücklich gemacht! Er und Josh hatten beim Tanzen DIE Zeit ihres Lebens".
"Ja ja — viel zu sehr. Mensch Julia, mache ich aus meinem Sohn ein Mädchen?"
"Natürlich nicht! Es ist nur der Reiz des Neuen, neue Freunde und ein anderes Kind mit Liebe zum Tanzen gefunden zu haben! Er wird darüber hinwegkommen. Du erinnerst dich, dass Karen gesagt hat, es wäre nicht möglich, das Geschlecht eines Menschen zu ändern, also so richtig zu ändern?"
"Aber wenn sie Recht hat, dann bedeutet das ja "¦"
"Es ist wie es ist! Aber ich denke, Karen hat Recht und wir sollten es einfach laufen lassen. Außerdem willst du doch übermorgen mit ihm einkaufen gehen und dann wird er wieder der besonders liebenswerte Junge sein, der er immer war. Die ganze Geschichte wird bald vergessen sein!"
"Meinst du wirklich?"
"Ich weiß das! So, lass uns ins Bett gehen, die Kinder werden immer so früh wach und dann wird auch unsere Nacht zu Ende sein!"
"Ja "¦ aber "¦ ich muss immer daran denken, wie hübsch er war heute!" sagte Mom, "ich finde, er war eine Schönheit!"
"Das ist er immer, Susan, aber ich muss zugeben, dass er das mit dem Kleid leichter weggesteckt hat, als ich mir vorgestellt hatte. Ich weiß, dass er in letzter Zeit in der Schule keine gute Zeit hatte, und ich habe schon beo-bachtet, dass er sich in den letzten Monaten verändert hat. Aber heute war er wieder dasselbe liebliche und sonnige Gemüt wie früher. Hast du gehört, wie er beim Spielen mit Gail die ganze Zeit vor sich hin gesungen hat?"
"Klar, habe ich," bestätigte Mom, "es war das erste Mal seit über einem Jahr, dass er einfach so gesungen hat."
"Das war wirklich schön, nicht wahr?!" falls Mom noch etwas antwortete, habe ich es nicht mehr gehört.
Ich dachte nach über das, was ich da gehört hatte. Würde Tante Julia Recht haben und ich über diese Gefühle hinwegkommen? Würde ich das irgendwann satt haben, so, wie damals irgendwann die Zeit für Windeln einfach zu Ende war? Aber das war doch etwas ganz anderes! Oder doch nicht? Tief in mir drin wollte ich wieder ein Embryo sein und nochmal auf die Welt kommen — neue Chance — und anders sein! Vielleicht ein Mädchen!
Meine Hand wanderte an meinem Körper nach unten, über das Nachthemd — das fühlte sich so unglaublich an. Ich tastete nach dem Schlüpfer, er saß so eng, veränderte meine Körper so schön. Ich schob den Slip runter und untersuchte mich — total abstoßend. Ich dachte an Josh, wusste, er sah ähnlich aus und fand das bei ihm in Ordnung. Bei ihm passte das, aber bei mir passte das ganz und gar nicht!
Als ich so dalag und nachdachte, kamen Bilder von Pinocchio und Träumen, die wahr wurden. "šWishes upon a star"˜ — ein Stern, der einen Wunsch erfüllte. Ich hätte weinen können, aber gleichzeitig fühlte ich mich auch soo wohl. Ich zog den Schlüpfer wieder hoch — ganz stramm hoch und fühlte mit der Hand über die Vorderseite. Vielleicht war es doch wahr — das da alles konnte verschwinden! Zufrieden zog ich das Nachthemd wieder runter, genoss das seidige Gefühl auf der Haut und schlief selig ein.
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Diana.65
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Re: Christine
Hallo Claude.
Danke für die Übersetzung der Geschichte. Liest sich einfach toll! Ich bin schon gespannt auf die nächsten Fortsetzungen.
Liebe Grüße,
Diana
Danke für die Übersetzung der Geschichte. Liest sich einfach toll! Ich bin schon gespannt auf die nächsten Fortsetzungen.
Liebe Grüße,
Diana
Ich bin und bleibe ich.
Und ... genieße mein neues Leben.
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Claude
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Re: Christine
Christine IV Einkaufen
Christoph versucht weiter, sich seiner Gefühle klar zu werden, aber die ganze Geschichte verwirrt ihn nur mehr! Nach einem Telefonat mit ihrem Mann, der sehr wütend ist über die neuesten Entwicklungen, fährt Susan mit Christoph in die nächste Stadt, um ihn neu einzukleiden.
Das erste, was ich am nächsten Morgen beim Aufwachen wahrnahm, war der Gesang von gefühlt einer Million Singvögeln. Es war gerade erst Dämmerung und hatte sich merklich abgekühlt. Anschließend schon nahm ich das seidige Kribbeln des Nachthemdes wahr und fuhr mit der Hand über meinen Körper, um dieses Gefühl zu genießen. Was für ein Luxus! Ich erinnerte mich an meinen Wunsch und fühlte nach. Zuerst fühlte ich nichts und wurde richtig euphorisch, aber leider hatten Nachthemd und Schlüpfer alles nur etwas getarnt. Ich war so enttäuscht — ich hätte heulen können. Da hörte ich ein leises Hüsteln außerhalb des Zeltes. Ich krabbelte vorsichtig aus dem Schlafsack, um Gail nicht zu wecken. Es war Mom, die mit einer Tasse Kaffee am Tisch saß. "Morgen Süßes, du bist aber früh auf!"
"Hi, Mom", sagte ich und kletterte auf ihren Schoß und schmiegte mich an ihre Brust. "Oh, womit verdiene ich denn diese Ehre?" flüsterte sie, während sie ihre Arme um mich schlang.
"Ehre? Wieso Ehre?"
"Chris, du bist bestimmt 2 Jahre nicht mehr auf meinen Schoß geklettert — du hast gesagt, du wärst zu alt für sowas"¦"
"Keine Ahnung, mir war halt so "¦ Soll ich wieder runter?"
"Wage es nicht! Ich habe das so vermisst!"
Ich lag ziemlich lange in ihren Armen und niemand sagte etwas. Als Mädchen durfte man sich selbst im gehobenen Alter von acht noch in Moms Arme kuscheln, als Junge hatte man "šfür so was zu alt"˜ zu sein. Plötzlich fing ich wie von selbst zu sprechen an: "Mom", sagte ich vorsichtig, "wenn ein Kind geboren wird "¦ wie entscheidet man, ob das ein Junge oder ein Mädchen ist?"
"Warum Chris, warum um Himmels Willen stellst du solch eine Frage?"
"Weiß nicht, ich habe mich nur gefragt "¦ nun, ich habe Schwestern und so gesehen, die gesagt haben "šes ist ein Junge"˜ oder "šes ist ein Mädchen"˜, und ich frage mich, woher sie das so genau wissen, ob es das Eine oder das Andere ist"¦"
"Christoph", sagte sie nach kurzem Nachdenken.
"Christine bitte! Mom, nenn mich bitte Christine, wenn ich so angezogen bin!"
"Ok, also Christine! Du magst den Namen, nicht wahr?"
"ja"¦ schon "¦"
"Das war wirklich ein toller Abend für dich gestern "¦?"
"Ja, das war cool, den ganzen Abend mit Josh zu tanzen. Er tanzt wirklich gut, und ist auch ein guter Lehrer. Er hat mir die Tänze in nullkommanix beigebracht."
"Ja, habe ich gesehen. Das hat übrigens jeder vom Campingplatz gesehen. Ihr wart wirklich toll!"
"Woher wissen sie das, Mom?"
"Wissen? Ach, du meinst die Babys!"
Ich nickte.
Mom erklärte mir, dass man sich nach der Geburt "šdas da unten"˜ anguckt und wenn Jungsteile da sind, ist es ein Junge — sonst ein Mädchen. "Christine, du weißt, dass es da einen Unterschied gibt "¦ schließlich hast du mit Gail in der Badewanne gesessen und "¦"
"Natürlich weiß ich das! In bin doch kein Baby!" empörte ich mich. "Ich meine nur "¦ also "¦ wenn sie sich irren? Was passiert dann?"
"Irren?" fragte sie, "wie meinst du das? Wenn die Teile da sind, ist es ein Junge und wenn nicht eben ein Mädchen."
"Ja aber "¦ wenn sie einen Fehler machen? Oder wenn ein Mädchen Jungensteile hat? Wodran merkt man das?"
"Oh je — was für eine Frage von einem Baby "¦" murmelte Mom.
"Häh??" bohrte ich nach.
"Oooch nichts, Liebes, ich musste nur gerade an etwas denken, was Frau Reynolds gestern sagte. Wir haben über euch gesprochen und festgestellt, wie gut ihr zusammenpasst!"
"Du hast es ihr erzählt!!" Ich wollte die Antwort gar nicht hören, aber ich wusste es auch so.
"Ja, Liebes, habe ich. Weißt du, wir sind gestern richtig gute Freunde geworden und ich fand es nicht fair, sie denken zu lassen, du wärst ein Mädchen. Das wäre für sie ein zu böser Schock, wenn sie 2 Tage mit dir als Mädchen spielen und dann kommst du plötzlich als Junge."
Als ich anfing zu weinen, hielt Mom mich nur noch fester. "Es ist aber OK," tröstete sie, "sie war wirklich sehr verständnisvoll. Sie sagte, sie würde es Josh und Amanda erklären. Sie sagte, sie wäre sicher, dass die das verstehen. Außerdem haben wir so einen Ausweg — sie hat einen großen Karton mit Sachen, aus denen Josh und Amanda rausgewachsen sind. Sie wollten das für wohltätige Zwecke spenden, aber Du kannst dir vorher alles raussuchen, was du haben willst. Du musst also heute nicht mehr als Mädchen rumlaufen, wenn du nicht willst"¦ Sie schickt die Kinder mit dem Karton rüber sobald sie auf sind!"
"Dann muss ich aufhören, Christine zu sein?"
"Ich dachte, das wolltest du? Wir müssen dir nur noch etwas Unterwäsche kaufen, dann sollte das Problem mindestens für den Sommer erledigt sein."
"Kann ich mir die Sachen aus dem Karton bitte erst angucken?" Ich wollte dringend Zeit gewinnen. Das fühlte sich an wie aufziehendes Unheil.
"Natürlich kannst du das"¦ und vergiss nicht, Christine oder Christoph, was auch immer — du wirst immer mein Wunder aus dem Himmel sein und ich werde dich immer lieben!"
"Und was ist, wenn"¦" ich zögerte, "wenn ein Mädchen mit Jungensteilen geboren wird, schneidet man die dann ab?"
"Wenn sie sicher sind"¦" Mom zögerte auch etwas, "ich habe von Jungen gehört, aus denen man Mädchen gemacht hat. Manchmal haben Babys beides — die Teile von Jungen UND Mädchen. Dann operiert man meistens und nimmt ein Set weg."
"Aber ich wurde nicht mit beiden geboren "¦ aber ich glaube "¦ mit den falschen "¦"
"Du denkst, du bist ein Mädchen?"
"Hmmm "¦ja, es fühlt sich so "¦ weiß nicht "¦ so natürlich an, ein Mädchen zu sein. Alles ist plötzlich so einfach. Und alles, was ich mag — Musik und Tanzen, gut in der Schule sein und so "¦ lange Haare — ist normal, wenn man ein Mädchen ist. Aber über mich machen sich alle nur lustig."
"Das war ziemlich offensichtlich gestern! Aber ein Mädchen zu sein ist auch nicht immer einfach, glaube mir. Wir müssen uns auf dem Klo hinsetzen und ständig umziehen, weil mal ein Kleid unpassend ist und dann wieder Hosen"¦ Und dann die Sache mit dem Makeup"¦ BH"™s tragen müssen. Es ist wirklich nicht so einfach, wenn man erwachsen wird.
"Wenn ich nur die Chance hätte", sagte ich bestimmt, "ich würde das alles gerne in Kauf nehmen!"
Mom drückte mich ganz fest: "Christoph", sagte sie so liebevoll, dass ich nichts sagte, "ich glaube, du bist einfach überwältigt von allem, was passiert ist, ich glaube, du warst etwas einsam im letzten Jahr oder zwei?"
"Irgendwie schon "¦ ich "¦ weiß, Gail ist meine beste Freundin "¦ aber die Jungs in der Schule finden, ich bin seltsam. Und wenn ich ein Mädchen wäre, wäre mein Benehmen wie das von allen anderen auch "¦ na gut, bis auf die Matchboxautos!"
"Schatz, Amanda und Josh werden unsere Nachbarn sein. Und ich glaube, sie werden dich genauso mögen wie du bist! Und erinnere dich, Josh tanzt auch gerne und seine Mutter hat erzählt, dass er ein Einser-Schüler ist und die anderen Kinder machen sich nicht lustig über ihn."
"Aber Mom, ich mag Sport nicht und ich möchte nicht so Blödsinn machen und mich raufen, wie andere Jungs das machen und ich will keine Tiere quälen und "¦"
"Liebling, du bist nicht der einzige Junge, der so ist! Es gibt viele Jungs, die liebenswürdig und sensibel sind wie du. Und ich glaube, Josh ist einer davon — er würde sich niemals über dich lustig machen!"
"Kann sein — ich kenn keine — außer vielleicht Josh. Die meisten hänseln mich die ganze Zeit. Wie damals, als ich gesehen habe, wie ein kleiner Vogel aus dem Nest gefallen und gestorben ist. Als ich da angefangen habe zu weinen, habe die mich wochenlang damit aufgezogen. Nur die Mädchen nicht. Einige sagten, sie wären froh gewesen, dass sie das nicht gesehen haben, sonst hätten sie auch geweint "¦ Mom, du und Dad habt mir immer gesagt, ich soll mich nicht schämen zu weinen. Aber die anderen Jungen lachen mich aus und nennen mich eine Sissy. Was ist eigentlich eine Sissy, Mom?"
An ihrem Gesichtsausdruck konnte ich sehen, dass ich sie hatte! Sie wollte gar nicht antworten, aber ich drängelte und fragte noch mal. "Nun"¦" sie rang nach Worten, "eine Sissy ist ein Junge, der "¦ sich benimmt "¦ "¦."
"wie ein Mädchen, nicht wahr Mom?"
"Nehme ich an. Zumindest denken das die meisten Leute, wenn sie von Sissy reden."
"OK, bin ich also eine Sissy! Würdest du es vorziehen, zu sagen, dein Sohn ist eine Sissy oder deine Tochter weint, wenn sie ein Vogelbaby sterben sieht?"
"Liebling, es spielt für mich keine Rolle, ob du eine Sissy oder ein Held, ein Junge oder ein Mädchen oder auch ein Wurm bist — ich liebe dich immer!"
"Das weiß ich, aber Mom, du sagst mir auch immer, dass ich mich selbst lieben soll. Aber wie soll ich mich selbst lieben, wenn ich dauernd versuchen soll, mich wie ein Junge zu benehmen obwohl ich keiner bin! Ist das nicht eine Lüge?"
"Wie auch immer", wich Mom aus, "ich glaube nicht, dass Kinder mit falschen Teilen geboren werden."
"Warum nicht?" hakte ich nach, "Johnny hat mir erzählt, dass er im Zirkus mal ein Kalb mit 2 Köpfen gesehen hat. Und im Biologieunterreicht hat er gelernt, dass es alle möglich Arten von "¦ ehhh "¦"
"Geburtsfehlern" schlug Mom vor.
"Ja - Geburtsfehlern gibt! Menschen mit einem Finger zu viel oder ohne Arme. Manchmal sind sogar 2 Babys zusammengewachsen. Wenn sowas passiert, warum soll da nicht auch mal jemand mit den falschen Teilen "šda unten"˜ geboren werden?"
"Ich glaube, ich gebe auf", seufzte Mom, "ich weiß es einfach nicht! Wir werden das ermitteln aber so lange sei einfach weiter Christine — wenn Du magst! Wenn es dich glücklich macht, kann ich nichts Schlimmes darin sehen!"
Heißt das, ich darf mir ein paar von Amandas alten Sachen ausleihen. Sie hat — bis auf diese Jeans — eigentlich coole Klamotten"¦"
"Ich denke schon — aber das Schlüsselwort ist LEIHEN!"
Eigentlich hätte ich noch Tausende Fragen gehabt, aber die Natur forderte dringend ihr Recht und ich kletterte vom Schoß und lief zum "šBadezimmerhaus"˜. Würde das das letzte Mal sein, dass ich auf die Damentoilette ging? Mich zum Pinkeln hinsetzte? Plötzlich war ich ziemlich traurig. Mein Kopf brummte vor lauter Fragen; Fragen, auf die es keine Antwort gab. Warum hatten Jungs mit Bällen zu spielen und warum war es für Mädchen OK, mit Puppen zu spielen? Warum durften Jungen nicht weinen? Warum durften Mädchen Kleider UND Hosen anziehen und Jungs nur Hosen? Warum mussten sich Jungs immer inszenieren und cool tuen? Und vor Allem: Woher kamen diese Regeln beziehungsweise wer hat sie gemacht?
Und das wichtigste Überhaupt: Warum "šbrach sich Josh keinen Zacken aus der Krone"˜, wenn er mit Puppen spielte, hatte seit 2 Jahren Tanzunterricht und schämte sich nicht dafür? Wie kam es, das Josh mich so gerne mochte und alle anderen Jungen konnten mich überhaupt nicht ertragen? Nur weil ich ein Mädchen war? Würde er mich nicht mehr mögen, wenn er mich in Jeans sähe? Oder — war er vielleicht wie ich — geboren mit den falschen Teilen? AH NEE, Unsinn! Selbst ich mit acht Jahren konnte erkennen, dass Josh völlig zufrieden mit sich und seiner Rolle war, ein Selbstbewusstsein hatte, von dem ich nur träumen konnte!
Gail und ich saßen in unseren Nachthemden am Frühstückstisch, als Mom zum Empfang gerufen wurde. Als sie zurückkam, waren wir fertig mit dem Frühstück und bereits angezogen. Gail hatte für mich einen Rock und ein Baum-wollhemdchen rausgesucht. Der Rock war ziemlich kurz und weit mit ein wenig Rüschen. Mir gefiel das Hemdchen sehr, es war auch kurz und ließ den Bauch frei und war ärmellos, fast wie ein Trägerhemdchen. Und es war verziert mit roten und blauen Blümchen. Gail trug ein Sommerkleid in türkis, das ihr wirklich ganz toll stand.
Während ich mich anzog ging mir durch den Kopf, dass ich gerade ganz neue Wörter kennenlernte: Stoßkante, gefasst, Faltenrock, bestickt, Krepp, Faltenbesatz, Bauschärmel und Höschen waren Worte, die ich vielleicht schon mal gehört hatte, mit denen ich aber bisher nichts zu tun hatte. Jetzt plötzlich war das alles wichtig für mich. Außerdem wurde mir gerade klar, dass ich Gail noch nie richtig angeguckt hatte. Sie trug eigentlich immer Kleider oder Röcke und die sehr seltenen Hosen waren immer sehr weiblich, pastellfarben und mit Blumen bestickt. Ich teilte ihr meine Gedanken mit und sie sagte sehr bestimmt: "Ich bin ein Mädchen und ich bin gerne ein Mädchen. Warum um alles in der Welt soll ich also versuchen, wie ein Junge auszusehen?"
"Kann ich dich einen Moment sprechen, Christine?" Mom kam vom Empfang zurück. "Klar, Mom! Gib mir eine Minute, bis ich die Sandalen anhabe." Es wurde langsam schon recht heiß und Gail hatte mir empfohlen, Sandalen ohne Socken anzuziehen. Außerdem sahen die wirklich hübsch aus und ich hatte noch ein wenig schlechtes Gewissen, weil ich gestern Gails neue Sneakers getragen hatte, bevor sie selbst eine Chance hatte, sie anzuziehen.
"Sofort, Christine!" sagte Mom streng.
"Das war dein Vater am Telefon", sagte sie, als wir im Auto saßen. "Huch, er wollte doch erst Morgen anrufen?" wunderte ich mich.
"Er hat sich Sorgen gemacht — deshalb hat er angerufen um zu fragen, ob alles in Ordnung ist. Ich musste ihm erzählen von deinem "¦ nun, dass du Gails Sachen trägst. Er ist ziemlich sauer!"
"Dad ist sauer auf mich?" Ich spürte schon, wie mir Tränen in die Augen stiegen. Es gab nichts — ABSOLUT nichts — was wichtiger war, als dass Dad zufrieden mit mir war. Dad war das Wichtigste für mich — so charmant und liebevoll — der perfekte Vater!
"Nicht auf dich! Auf MICH!" korrigierte Mom, "ich hätte dich niemals so demütigen dürfen und dich zwingen, den ganzen Tag Gails Sachen zu tragen. Er möchte, dass wir SOFORT in die Stadt fahren und Anziehsachen und Unterwäsche für dich kaufen."
"Hast du ihm denn nicht erklärt, dass ich gar nichts dagegen hatte? Hast du ihm nicht erklärt, dass es mir eigentlich ganz gut gefallen hat, Mädchen zu sein?"
"Doch, habe ich aber er sagt, ich solle dir eine echte Wahl lassen. Und da stimme ich ihm irgendwie zu. Also auf in die Stadt, damit du wirklich eine Wahl hast!"
Zum zweiten Mal in ebenso vielen Tagen war meine Welt völlig durcheinander. Ich hatte mich so auf einen weiteren Tag als Mädchen gefreut, jetzt schien das zu einem plötzlichen Ende zu kommen, ohne dass ich dafür bereit war! "Ich fürchte, das ist wohl so"¦" sagte ich bedrückt — gerade als Amanda und Josh ankamen, jeder mit einem großen Karton. In dem Moment war ich richtig sauer auf Josh! Warum nur musste er aus seinen Sachen rauswachsen? Konnte er sie nicht auftragen bis sie nicht mehr zu gebrauchen waren — wie ich das auch tat? So gabs jetzt einen Riesenkarton mit Jungssachen! Na toll!!
Ich beobachtete Josh, ob er mir gegenüber irgendwie komisch oder ablehnend war, aber ich konnte nichts feststellen. Vermutlich hatte seine Mutter ihm noch nichts von dem kranken kleinen Jungen erzählt, mit dem er gestern den ganzen Abend getanzt hat, denn er war ausgesucht freundlich und lächelte mich an. Abwarten, bis er es erfährt! Nicht nur, das ein als Mädchen verkleideter Junge mit ihm getanzt hat, jetzt zieht er auch noch seine Klamotten an! Ich wollte sterben!
Während ich Gails Sandalen anzog, erklärte Mom allen, was wir vorhatten und dann saßen wir im Auto und fuhren in meinen Untergang, aus Moms Sicht in die Stadt. Ich war total schweigsam auf der Fahrt. Mom versuchte, mich zu unterhalten und sagte was über die Hitze und dass kürzlich ein Fohlen auf die Welt gekommen war und so"¦ Ich antwortete nur mit Grunzen. Ich hatte Angst zu sprechen, weil ich dann in Tränen ausgebrochen wäre. Ich beschäftigte mich mit meinen Haaren, kämmte sie mit den Fingern und band sie zu einem Pferdeschwanz, wie Gail mir das gestern beigebracht hatte. So richtig toll kriegte ich das nicht hin, aber so etwa OK fürs erste Mal. Als wir beim Kaufhaus ankamen, parkte Mom das Auto, half mir beim Pferdeschwanz und wir gingen rein.
"Diese müssten Dir doch eigentlich passen!?" Mom hielt mir eine weiße Shorts hin.
"Mom!" Rief ich entrüstet, "die sind ekelhaft!"
"Na gut, die würde ich auch nicht anziehen", stimmte Mom grinsend zu. "Was wäre dir denn lieber, Boxer Shorts wie dein Vater sie trägt oder einfache bunte kurze Hosen? Da drüber habe ich welche mit Batman drauf gesehen"
"Iiiihhh" sagte ich nur geringschätzig.
"Chris, du musst mir schon helfen", sagte sie geduldig, "ich versuche doch nur, den Anweisungen deines Vaters zu folgen und dich mit Jungensachen einzukleiden. Er war sicher, dass du, sobald du die Chance hättest, froh wärst, wieder in deine vertraute Kleidung zu kommen".
"Aber Dad hat sich geirrt!" Sagte ich bestimmt, "du kannst kaufen, was du willst, aber ich will sie nie wieder anziehen. Ich hasse kurze Hosen!"
"Ich nehme an, wenn wir zu den Jeans rübergehen, kriege ich dieselbe Ant-wort?"
Hmm, ja, die sind alle hässlich!"
"Und warum sind wir dann überhaupt hier?" fragte Mom.
"Das war nicht meine Idee, du hast mich ins Auto gesetzt und hergefahren"¦. Aber wenn wir schon mal hier sind "¦ ich könnte etwas Unterwäsche gebrauchen, Mom", sagte ich, als ich Tränen aufsteigen fühlte. Ich versuchte, nicht zu weinen, aber es funktionierte nicht. In kürzester Zeit war ich in einem Meer von Tränen gebadet. "Ich möchte nicht wieder ein Junge sein — niemals wieder!" schluchzte ich.
"OK, Chris!" seufzte sie, "dein Vater wird uns beide ermorden, aber da müssen wir wohl durch"¦"
"Wirklich?" ich war erfreut und überrascht - hatte nicht so schnell mit Unterstützung gerechnet.
Als sie nickte, fiel ich ihr um den Hals und überschüttete sie mit Küssen.
"Unter einer Bedingung: wir kaufen EINE Garnitur Jungssachen und ich erklär dir später, warum, OK?" Ich nickte erleichtert und der Grund war mir gleich klar. Ich würde die Sachen tragen, wenn Dad uns besuchen kam und damit konnte ich leben, oder zumindest dachte ich damals, ich würde es können.
Für die nächsten anderthalb Stunden war ich wie ein Kind im Bonbonladen. Ich flitzte von einem Regal zum nächsten, untersuchte alles und legte das meiste wieder weg. Ich lernte einen wesentlichen Unterschied zwischen Jungs und Mädchen kennen: Jungs taten beim Einkauf von Unterwäsche extrem gelangweilt und waren das wohl auch und Mädchen waren auf Höchste erregt. Mom und ich diskutierten über Vor- und Nachteile von Farben und Material und was mit was gut oder nicht so gut zusammenpasste. Und tatsächlich diskutierten wir auch, welche Höschen meine spezielle Anatomie am besten versteckte.
Als wir den Laden verließen, war ich Besitzer von mehr als einem Dutzend Slips und ähnlichen vielen Söckchen. Außerdem 5 Sommerkleidchen, die run-tergesetzt waren und 2 weiße Spitzenunterkleider. Weiter 2 feine Kleider für die Kirche — eins aus weißer Baumwolle mit viel Spitze verziert und eins aus blauem Satin mit breitem Band aus weißer Spitze in der Taille und eingenähtem Unterrock. Es war das schönste Kleid, das ich jemals gesehen hatte und es war meins! Nicht geliehen, nicht zum Auftragen von jemand anders — funkelnagelneu und meins! Außerdem noch 6 Tops in verschiedenen Pastellfarben und sehr feminin. Die könnte ich einfach so oder zum Rock anziehen, an kühleren Tagen zum Sommerkleid. Ich war überwältigt von der Vielfalt der Stile und der Kombinationsmöglichkeiten.
Mom kaufte mir noch einige Dinge, die ich im Moment nicht brauchte, wie Leggins und Strumpfhosen. Mom sagte, sie wolle mir alles zeigen, was zum Mädchensein dazugehörte und dass nicht alles so toll daran ist wie ich zu glauben schien. Meine Mutter scheiterte aber kläglich damit, mir neben all dem Licht auch Schattenseiten zeigen zu wollen — ich hatte DIE Zeit meines Lebens bei diesem, meinem ersten Shopping als Mädchen! Ich probierte wirklich zahllose Sachen an aber das absolute Highlight war mein blaues Satinkleid. Mom ließ mich eins der Unterkleider und ein paar weiße Strumpfhosen anziehen um sicherzugehen, dass alles zusammenpasste. Das durfte ich dann anlassen, als wir in die Schuhabteilung rübergingen. Zuerst probierte ich ein Paar weiße Schuhe mit einem leichten Absatz an. Die Verkäufer und sogar einige der anderen Kunden sagten, dass ich aber ein sehr hübsches Mädchen wäre. Der Verkäufer, der uns bei den Schuhen bediente, überredete Mom, mir den Pferdeschwanz aufzumachen und meinte, es wäre schade so schöne Haare im Pferdeschwanz zu verstecken. Ja — ich war die Königin des Tages.
Weitere Beute waren die drei weiblichsten Nachthemden, die ich finden konnte, 2 Paar Sneakers und 2 Paar Sandalen. Ich wollte gerade auf die Hosen und Shorts zusteuern, alm Mom mich erinnert, dass auf dem Campingplatz noch 2 große Kartons mit Sachen von Josh und Amanda warteten. "Ach ja — die Sachen von Josh, was wollen wir denn damit machen?" fragte sie. "Verbrennen!" antwortete ich in meiner übermütigen Stimmung.
Schließlich fanden wir noch einige Haargummis und Bändchen und ich glaube, ich machte sie glücklich, als ich mir wünschte, mal Zöpfchen probieren zu wollen.
Überhaupt hatte ich den Eindruck, Mom genoss diese Einkaufsorgie noch mehr als ich, und dass will schon was heißen!
Beinahe hätte ich meinen hellgrünen Speedo Badeanzug vergessen. Mom sagte mir, ich solle zum Probieren meinen Slip anlassen und gab mir noch ein Tuch, um meine "šProblemzone"˜ zu verstecken. Das war soo toll. Ich könnte Baden gehen und müsste mich nicht wie bisher meines Aussehens schämen. Als ich aus der Umkleidekabine kam, meinte Mom: "Ich habe da eine Idee — lass uns zahlen und dann halten wir noch woanders. Heute wirst du noch etwas anderes kennenlernen, was das Leben von Frauen kompliziert macht."
Als wir alles im Auto verstaut hatten, fuhr Mom noch zu einem großen Dro-geriemarkt. Sie zog mich hinein und kaufte Damenbinden in verschiedenen Größen und Dicken nebst dazugehörigen Befestigungssets.
"Wofür in aller Welt sind denn die?"
"Das wirst du gleich merken!" antwortete sie und fuhr wieder zu dem Kaufhaus. Unterwegs erklärte sie mir die Zusammenhänge um die monatliche Blutung und was man mit den Binden macht. "Allerdings wirst du diese Probleme nicht haben, weil du keine Gebärmutter hast, aber ich glaube, wir finden einen anderen Verwendungszweck. Wir nahmen die Schachteln aus dem Drogeriemarkt mit ins Kaufhaus und fragten den Verkäufer, ob wir noch mehr Badeanzüge anprobieren dürften. Sie suchte mehrere Badeanzüge verschiedener Schnitte aus und führte mich zu den Umkleidekabinen.
"Zieh alles aus!" ordnete sie an.
"Alles? Selbst "¦?" fragte ich etwas entsetzt.
"Alles!"
"Aber Mom "¦" versuchte ich zu protestieren.
"Du gewöhnst dich besser daran. Wir Frauen müssen uns dauernd ausziehen — für dieses oder jenes". Sagte sie mit einem freundlichen Lächeln. "Ärzte oder Krankenschwestern, irgendwer will ständig seinen ganzen Arm in uns schieben, um dieses zu untersuchen oder jenes. Das ist auch sonn Ding, wenn man weiblich ist!"
Als ich nackt war, nahm sie eine der Binden und zog sie mir mit den Be-festigungsbändchen an. Das war etwa ein Mittelding zwischen einem Biki-nihöschen und einer kleinen Windel. Als ich das Ding noch etwas zurechtzog, packte Mom völlig unkompliziert und ohne zu Zögern nach meinem Schniedel und drapierte ihn in einer Vertiefung des wattierten Materials, die sie vorher mit ihren Fingernägeln gemacht hatte. Dann zog sie die Konstruktion richtig stramm und meinte: "Jetzt zieh den Slip an, dann kannst Du die Badeanzüge probieren".
Ich war etwas verlegen, weil ich bei der Aktion ziemlich hart geworden war, aber als ich den Speedo anhatte, war weder vom Schniedel noch von den Bällen etwas zu sehen. Es war wie Zauberei! Im Schritt gab es eine kleine Beule von der Binde, aber Mom meinte, diese Beule wäre nicht ungewöhnlich.
Ich probierte noch einen anderen Badeanzug — mit demselben tollen Ergebnis. Dann noch eine andere Binde, die einfach in den Slip geklebt wurde. Sie funktionierte auch, aber ich erklärte Mom, dass mir die mit den Bändchen besser gefielen, weil sie sich in die Poritze schoben und so wusste ich immer, dass noch alles saß. Sie erklärte mir, dass die Bändchen manchmal stören — wenn sie zu sehen sind, z.B. und ich ihr glauben kann, dass die Klebedinger sicher sind"¦
Und als Belohnung für diese Demütigung — sie hat sogar den Schniedel hart gemacht, um die Kaschierung zu testen, bekam ich noch einen zweiten Bade-anzug. Diesmal suchte ich mir einen Zweiteiler mit leuchtenden Farben aus. Mir gefiel, dass er meinen Bauch zeigte und Mom meinte, er betone meine weiblichen Kurven.
Weibliche Kurven ??
Nun, das hat sie tatsächlich gesagt. Während wir nach Hause fuhren, erklärte sie mir, dass es extrem selten, aber nicht unmöglich wäre, dass achtjährige Mädchen schon ihre Periode hätten. "So kannst du, falls du tatsächlich mal nach den Binden gefragt werden solltest, einfach sagen, was es ja auch tatsächlich ist: Damenbinden. Alle werden annehmen, dass du so früh deine Periode bekommen hast".
Ich hatte mir am Abend vorher beim Stern gewünscht, meine Genitalien mögen verschwinden. Der Wunsch war zwar nicht in Erfüllung gegangen — aber irgendwie doch ein bisschen!
Christoph versucht weiter, sich seiner Gefühle klar zu werden, aber die ganze Geschichte verwirrt ihn nur mehr! Nach einem Telefonat mit ihrem Mann, der sehr wütend ist über die neuesten Entwicklungen, fährt Susan mit Christoph in die nächste Stadt, um ihn neu einzukleiden.
Das erste, was ich am nächsten Morgen beim Aufwachen wahrnahm, war der Gesang von gefühlt einer Million Singvögeln. Es war gerade erst Dämmerung und hatte sich merklich abgekühlt. Anschließend schon nahm ich das seidige Kribbeln des Nachthemdes wahr und fuhr mit der Hand über meinen Körper, um dieses Gefühl zu genießen. Was für ein Luxus! Ich erinnerte mich an meinen Wunsch und fühlte nach. Zuerst fühlte ich nichts und wurde richtig euphorisch, aber leider hatten Nachthemd und Schlüpfer alles nur etwas getarnt. Ich war so enttäuscht — ich hätte heulen können. Da hörte ich ein leises Hüsteln außerhalb des Zeltes. Ich krabbelte vorsichtig aus dem Schlafsack, um Gail nicht zu wecken. Es war Mom, die mit einer Tasse Kaffee am Tisch saß. "Morgen Süßes, du bist aber früh auf!"
"Hi, Mom", sagte ich und kletterte auf ihren Schoß und schmiegte mich an ihre Brust. "Oh, womit verdiene ich denn diese Ehre?" flüsterte sie, während sie ihre Arme um mich schlang.
"Ehre? Wieso Ehre?"
"Chris, du bist bestimmt 2 Jahre nicht mehr auf meinen Schoß geklettert — du hast gesagt, du wärst zu alt für sowas"¦"
"Keine Ahnung, mir war halt so "¦ Soll ich wieder runter?"
"Wage es nicht! Ich habe das so vermisst!"
Ich lag ziemlich lange in ihren Armen und niemand sagte etwas. Als Mädchen durfte man sich selbst im gehobenen Alter von acht noch in Moms Arme kuscheln, als Junge hatte man "šfür so was zu alt"˜ zu sein. Plötzlich fing ich wie von selbst zu sprechen an: "Mom", sagte ich vorsichtig, "wenn ein Kind geboren wird "¦ wie entscheidet man, ob das ein Junge oder ein Mädchen ist?"
"Warum Chris, warum um Himmels Willen stellst du solch eine Frage?"
"Weiß nicht, ich habe mich nur gefragt "¦ nun, ich habe Schwestern und so gesehen, die gesagt haben "šes ist ein Junge"˜ oder "šes ist ein Mädchen"˜, und ich frage mich, woher sie das so genau wissen, ob es das Eine oder das Andere ist"¦"
"Christoph", sagte sie nach kurzem Nachdenken.
"Christine bitte! Mom, nenn mich bitte Christine, wenn ich so angezogen bin!"
"Ok, also Christine! Du magst den Namen, nicht wahr?"
"ja"¦ schon "¦"
"Das war wirklich ein toller Abend für dich gestern "¦?"
"Ja, das war cool, den ganzen Abend mit Josh zu tanzen. Er tanzt wirklich gut, und ist auch ein guter Lehrer. Er hat mir die Tänze in nullkommanix beigebracht."
"Ja, habe ich gesehen. Das hat übrigens jeder vom Campingplatz gesehen. Ihr wart wirklich toll!"
"Woher wissen sie das, Mom?"
"Wissen? Ach, du meinst die Babys!"
Ich nickte.
Mom erklärte mir, dass man sich nach der Geburt "šdas da unten"˜ anguckt und wenn Jungsteile da sind, ist es ein Junge — sonst ein Mädchen. "Christine, du weißt, dass es da einen Unterschied gibt "¦ schließlich hast du mit Gail in der Badewanne gesessen und "¦"
"Natürlich weiß ich das! In bin doch kein Baby!" empörte ich mich. "Ich meine nur "¦ also "¦ wenn sie sich irren? Was passiert dann?"
"Irren?" fragte sie, "wie meinst du das? Wenn die Teile da sind, ist es ein Junge und wenn nicht eben ein Mädchen."
"Ja aber "¦ wenn sie einen Fehler machen? Oder wenn ein Mädchen Jungensteile hat? Wodran merkt man das?"
"Oh je — was für eine Frage von einem Baby "¦" murmelte Mom.
"Häh??" bohrte ich nach.
"Oooch nichts, Liebes, ich musste nur gerade an etwas denken, was Frau Reynolds gestern sagte. Wir haben über euch gesprochen und festgestellt, wie gut ihr zusammenpasst!"
"Du hast es ihr erzählt!!" Ich wollte die Antwort gar nicht hören, aber ich wusste es auch so.
"Ja, Liebes, habe ich. Weißt du, wir sind gestern richtig gute Freunde geworden und ich fand es nicht fair, sie denken zu lassen, du wärst ein Mädchen. Das wäre für sie ein zu böser Schock, wenn sie 2 Tage mit dir als Mädchen spielen und dann kommst du plötzlich als Junge."
Als ich anfing zu weinen, hielt Mom mich nur noch fester. "Es ist aber OK," tröstete sie, "sie war wirklich sehr verständnisvoll. Sie sagte, sie würde es Josh und Amanda erklären. Sie sagte, sie wäre sicher, dass die das verstehen. Außerdem haben wir so einen Ausweg — sie hat einen großen Karton mit Sachen, aus denen Josh und Amanda rausgewachsen sind. Sie wollten das für wohltätige Zwecke spenden, aber Du kannst dir vorher alles raussuchen, was du haben willst. Du musst also heute nicht mehr als Mädchen rumlaufen, wenn du nicht willst"¦ Sie schickt die Kinder mit dem Karton rüber sobald sie auf sind!"
"Dann muss ich aufhören, Christine zu sein?"
"Ich dachte, das wolltest du? Wir müssen dir nur noch etwas Unterwäsche kaufen, dann sollte das Problem mindestens für den Sommer erledigt sein."
"Kann ich mir die Sachen aus dem Karton bitte erst angucken?" Ich wollte dringend Zeit gewinnen. Das fühlte sich an wie aufziehendes Unheil.
"Natürlich kannst du das"¦ und vergiss nicht, Christine oder Christoph, was auch immer — du wirst immer mein Wunder aus dem Himmel sein und ich werde dich immer lieben!"
"Und was ist, wenn"¦" ich zögerte, "wenn ein Mädchen mit Jungensteilen geboren wird, schneidet man die dann ab?"
"Wenn sie sicher sind"¦" Mom zögerte auch etwas, "ich habe von Jungen gehört, aus denen man Mädchen gemacht hat. Manchmal haben Babys beides — die Teile von Jungen UND Mädchen. Dann operiert man meistens und nimmt ein Set weg."
"Aber ich wurde nicht mit beiden geboren "¦ aber ich glaube "¦ mit den falschen "¦"
"Du denkst, du bist ein Mädchen?"
"Hmmm "¦ja, es fühlt sich so "¦ weiß nicht "¦ so natürlich an, ein Mädchen zu sein. Alles ist plötzlich so einfach. Und alles, was ich mag — Musik und Tanzen, gut in der Schule sein und so "¦ lange Haare — ist normal, wenn man ein Mädchen ist. Aber über mich machen sich alle nur lustig."
"Das war ziemlich offensichtlich gestern! Aber ein Mädchen zu sein ist auch nicht immer einfach, glaube mir. Wir müssen uns auf dem Klo hinsetzen und ständig umziehen, weil mal ein Kleid unpassend ist und dann wieder Hosen"¦ Und dann die Sache mit dem Makeup"¦ BH"™s tragen müssen. Es ist wirklich nicht so einfach, wenn man erwachsen wird.
"Wenn ich nur die Chance hätte", sagte ich bestimmt, "ich würde das alles gerne in Kauf nehmen!"
Mom drückte mich ganz fest: "Christoph", sagte sie so liebevoll, dass ich nichts sagte, "ich glaube, du bist einfach überwältigt von allem, was passiert ist, ich glaube, du warst etwas einsam im letzten Jahr oder zwei?"
"Irgendwie schon "¦ ich "¦ weiß, Gail ist meine beste Freundin "¦ aber die Jungs in der Schule finden, ich bin seltsam. Und wenn ich ein Mädchen wäre, wäre mein Benehmen wie das von allen anderen auch "¦ na gut, bis auf die Matchboxautos!"
"Schatz, Amanda und Josh werden unsere Nachbarn sein. Und ich glaube, sie werden dich genauso mögen wie du bist! Und erinnere dich, Josh tanzt auch gerne und seine Mutter hat erzählt, dass er ein Einser-Schüler ist und die anderen Kinder machen sich nicht lustig über ihn."
"Aber Mom, ich mag Sport nicht und ich möchte nicht so Blödsinn machen und mich raufen, wie andere Jungs das machen und ich will keine Tiere quälen und "¦"
"Liebling, du bist nicht der einzige Junge, der so ist! Es gibt viele Jungs, die liebenswürdig und sensibel sind wie du. Und ich glaube, Josh ist einer davon — er würde sich niemals über dich lustig machen!"
"Kann sein — ich kenn keine — außer vielleicht Josh. Die meisten hänseln mich die ganze Zeit. Wie damals, als ich gesehen habe, wie ein kleiner Vogel aus dem Nest gefallen und gestorben ist. Als ich da angefangen habe zu weinen, habe die mich wochenlang damit aufgezogen. Nur die Mädchen nicht. Einige sagten, sie wären froh gewesen, dass sie das nicht gesehen haben, sonst hätten sie auch geweint "¦ Mom, du und Dad habt mir immer gesagt, ich soll mich nicht schämen zu weinen. Aber die anderen Jungen lachen mich aus und nennen mich eine Sissy. Was ist eigentlich eine Sissy, Mom?"
An ihrem Gesichtsausdruck konnte ich sehen, dass ich sie hatte! Sie wollte gar nicht antworten, aber ich drängelte und fragte noch mal. "Nun"¦" sie rang nach Worten, "eine Sissy ist ein Junge, der "¦ sich benimmt "¦ "¦."
"wie ein Mädchen, nicht wahr Mom?"
"Nehme ich an. Zumindest denken das die meisten Leute, wenn sie von Sissy reden."
"OK, bin ich also eine Sissy! Würdest du es vorziehen, zu sagen, dein Sohn ist eine Sissy oder deine Tochter weint, wenn sie ein Vogelbaby sterben sieht?"
"Liebling, es spielt für mich keine Rolle, ob du eine Sissy oder ein Held, ein Junge oder ein Mädchen oder auch ein Wurm bist — ich liebe dich immer!"
"Das weiß ich, aber Mom, du sagst mir auch immer, dass ich mich selbst lieben soll. Aber wie soll ich mich selbst lieben, wenn ich dauernd versuchen soll, mich wie ein Junge zu benehmen obwohl ich keiner bin! Ist das nicht eine Lüge?"
"Wie auch immer", wich Mom aus, "ich glaube nicht, dass Kinder mit falschen Teilen geboren werden."
"Warum nicht?" hakte ich nach, "Johnny hat mir erzählt, dass er im Zirkus mal ein Kalb mit 2 Köpfen gesehen hat. Und im Biologieunterreicht hat er gelernt, dass es alle möglich Arten von "¦ ehhh "¦"
"Geburtsfehlern" schlug Mom vor.
"Ja - Geburtsfehlern gibt! Menschen mit einem Finger zu viel oder ohne Arme. Manchmal sind sogar 2 Babys zusammengewachsen. Wenn sowas passiert, warum soll da nicht auch mal jemand mit den falschen Teilen "šda unten"˜ geboren werden?"
"Ich glaube, ich gebe auf", seufzte Mom, "ich weiß es einfach nicht! Wir werden das ermitteln aber so lange sei einfach weiter Christine — wenn Du magst! Wenn es dich glücklich macht, kann ich nichts Schlimmes darin sehen!"
Heißt das, ich darf mir ein paar von Amandas alten Sachen ausleihen. Sie hat — bis auf diese Jeans — eigentlich coole Klamotten"¦"
"Ich denke schon — aber das Schlüsselwort ist LEIHEN!"
Eigentlich hätte ich noch Tausende Fragen gehabt, aber die Natur forderte dringend ihr Recht und ich kletterte vom Schoß und lief zum "šBadezimmerhaus"˜. Würde das das letzte Mal sein, dass ich auf die Damentoilette ging? Mich zum Pinkeln hinsetzte? Plötzlich war ich ziemlich traurig. Mein Kopf brummte vor lauter Fragen; Fragen, auf die es keine Antwort gab. Warum hatten Jungs mit Bällen zu spielen und warum war es für Mädchen OK, mit Puppen zu spielen? Warum durften Jungen nicht weinen? Warum durften Mädchen Kleider UND Hosen anziehen und Jungs nur Hosen? Warum mussten sich Jungs immer inszenieren und cool tuen? Und vor Allem: Woher kamen diese Regeln beziehungsweise wer hat sie gemacht?
Und das wichtigste Überhaupt: Warum "šbrach sich Josh keinen Zacken aus der Krone"˜, wenn er mit Puppen spielte, hatte seit 2 Jahren Tanzunterricht und schämte sich nicht dafür? Wie kam es, das Josh mich so gerne mochte und alle anderen Jungen konnten mich überhaupt nicht ertragen? Nur weil ich ein Mädchen war? Würde er mich nicht mehr mögen, wenn er mich in Jeans sähe? Oder — war er vielleicht wie ich — geboren mit den falschen Teilen? AH NEE, Unsinn! Selbst ich mit acht Jahren konnte erkennen, dass Josh völlig zufrieden mit sich und seiner Rolle war, ein Selbstbewusstsein hatte, von dem ich nur träumen konnte!
Gail und ich saßen in unseren Nachthemden am Frühstückstisch, als Mom zum Empfang gerufen wurde. Als sie zurückkam, waren wir fertig mit dem Frühstück und bereits angezogen. Gail hatte für mich einen Rock und ein Baum-wollhemdchen rausgesucht. Der Rock war ziemlich kurz und weit mit ein wenig Rüschen. Mir gefiel das Hemdchen sehr, es war auch kurz und ließ den Bauch frei und war ärmellos, fast wie ein Trägerhemdchen. Und es war verziert mit roten und blauen Blümchen. Gail trug ein Sommerkleid in türkis, das ihr wirklich ganz toll stand.
Während ich mich anzog ging mir durch den Kopf, dass ich gerade ganz neue Wörter kennenlernte: Stoßkante, gefasst, Faltenrock, bestickt, Krepp, Faltenbesatz, Bauschärmel und Höschen waren Worte, die ich vielleicht schon mal gehört hatte, mit denen ich aber bisher nichts zu tun hatte. Jetzt plötzlich war das alles wichtig für mich. Außerdem wurde mir gerade klar, dass ich Gail noch nie richtig angeguckt hatte. Sie trug eigentlich immer Kleider oder Röcke und die sehr seltenen Hosen waren immer sehr weiblich, pastellfarben und mit Blumen bestickt. Ich teilte ihr meine Gedanken mit und sie sagte sehr bestimmt: "Ich bin ein Mädchen und ich bin gerne ein Mädchen. Warum um alles in der Welt soll ich also versuchen, wie ein Junge auszusehen?"
"Kann ich dich einen Moment sprechen, Christine?" Mom kam vom Empfang zurück. "Klar, Mom! Gib mir eine Minute, bis ich die Sandalen anhabe." Es wurde langsam schon recht heiß und Gail hatte mir empfohlen, Sandalen ohne Socken anzuziehen. Außerdem sahen die wirklich hübsch aus und ich hatte noch ein wenig schlechtes Gewissen, weil ich gestern Gails neue Sneakers getragen hatte, bevor sie selbst eine Chance hatte, sie anzuziehen.
"Sofort, Christine!" sagte Mom streng.
"Das war dein Vater am Telefon", sagte sie, als wir im Auto saßen. "Huch, er wollte doch erst Morgen anrufen?" wunderte ich mich.
"Er hat sich Sorgen gemacht — deshalb hat er angerufen um zu fragen, ob alles in Ordnung ist. Ich musste ihm erzählen von deinem "¦ nun, dass du Gails Sachen trägst. Er ist ziemlich sauer!"
"Dad ist sauer auf mich?" Ich spürte schon, wie mir Tränen in die Augen stiegen. Es gab nichts — ABSOLUT nichts — was wichtiger war, als dass Dad zufrieden mit mir war. Dad war das Wichtigste für mich — so charmant und liebevoll — der perfekte Vater!
"Nicht auf dich! Auf MICH!" korrigierte Mom, "ich hätte dich niemals so demütigen dürfen und dich zwingen, den ganzen Tag Gails Sachen zu tragen. Er möchte, dass wir SOFORT in die Stadt fahren und Anziehsachen und Unterwäsche für dich kaufen."
"Hast du ihm denn nicht erklärt, dass ich gar nichts dagegen hatte? Hast du ihm nicht erklärt, dass es mir eigentlich ganz gut gefallen hat, Mädchen zu sein?"
"Doch, habe ich aber er sagt, ich solle dir eine echte Wahl lassen. Und da stimme ich ihm irgendwie zu. Also auf in die Stadt, damit du wirklich eine Wahl hast!"
Zum zweiten Mal in ebenso vielen Tagen war meine Welt völlig durcheinander. Ich hatte mich so auf einen weiteren Tag als Mädchen gefreut, jetzt schien das zu einem plötzlichen Ende zu kommen, ohne dass ich dafür bereit war! "Ich fürchte, das ist wohl so"¦" sagte ich bedrückt — gerade als Amanda und Josh ankamen, jeder mit einem großen Karton. In dem Moment war ich richtig sauer auf Josh! Warum nur musste er aus seinen Sachen rauswachsen? Konnte er sie nicht auftragen bis sie nicht mehr zu gebrauchen waren — wie ich das auch tat? So gabs jetzt einen Riesenkarton mit Jungssachen! Na toll!!
Ich beobachtete Josh, ob er mir gegenüber irgendwie komisch oder ablehnend war, aber ich konnte nichts feststellen. Vermutlich hatte seine Mutter ihm noch nichts von dem kranken kleinen Jungen erzählt, mit dem er gestern den ganzen Abend getanzt hat, denn er war ausgesucht freundlich und lächelte mich an. Abwarten, bis er es erfährt! Nicht nur, das ein als Mädchen verkleideter Junge mit ihm getanzt hat, jetzt zieht er auch noch seine Klamotten an! Ich wollte sterben!
Während ich Gails Sandalen anzog, erklärte Mom allen, was wir vorhatten und dann saßen wir im Auto und fuhren in meinen Untergang, aus Moms Sicht in die Stadt. Ich war total schweigsam auf der Fahrt. Mom versuchte, mich zu unterhalten und sagte was über die Hitze und dass kürzlich ein Fohlen auf die Welt gekommen war und so"¦ Ich antwortete nur mit Grunzen. Ich hatte Angst zu sprechen, weil ich dann in Tränen ausgebrochen wäre. Ich beschäftigte mich mit meinen Haaren, kämmte sie mit den Fingern und band sie zu einem Pferdeschwanz, wie Gail mir das gestern beigebracht hatte. So richtig toll kriegte ich das nicht hin, aber so etwa OK fürs erste Mal. Als wir beim Kaufhaus ankamen, parkte Mom das Auto, half mir beim Pferdeschwanz und wir gingen rein.
"Diese müssten Dir doch eigentlich passen!?" Mom hielt mir eine weiße Shorts hin.
"Mom!" Rief ich entrüstet, "die sind ekelhaft!"
"Na gut, die würde ich auch nicht anziehen", stimmte Mom grinsend zu. "Was wäre dir denn lieber, Boxer Shorts wie dein Vater sie trägt oder einfache bunte kurze Hosen? Da drüber habe ich welche mit Batman drauf gesehen"
"Iiiihhh" sagte ich nur geringschätzig.
"Chris, du musst mir schon helfen", sagte sie geduldig, "ich versuche doch nur, den Anweisungen deines Vaters zu folgen und dich mit Jungensachen einzukleiden. Er war sicher, dass du, sobald du die Chance hättest, froh wärst, wieder in deine vertraute Kleidung zu kommen".
"Aber Dad hat sich geirrt!" Sagte ich bestimmt, "du kannst kaufen, was du willst, aber ich will sie nie wieder anziehen. Ich hasse kurze Hosen!"
"Ich nehme an, wenn wir zu den Jeans rübergehen, kriege ich dieselbe Ant-wort?"
Hmm, ja, die sind alle hässlich!"
"Und warum sind wir dann überhaupt hier?" fragte Mom.
"Das war nicht meine Idee, du hast mich ins Auto gesetzt und hergefahren"¦. Aber wenn wir schon mal hier sind "¦ ich könnte etwas Unterwäsche gebrauchen, Mom", sagte ich, als ich Tränen aufsteigen fühlte. Ich versuchte, nicht zu weinen, aber es funktionierte nicht. In kürzester Zeit war ich in einem Meer von Tränen gebadet. "Ich möchte nicht wieder ein Junge sein — niemals wieder!" schluchzte ich.
"OK, Chris!" seufzte sie, "dein Vater wird uns beide ermorden, aber da müssen wir wohl durch"¦"
"Wirklich?" ich war erfreut und überrascht - hatte nicht so schnell mit Unterstützung gerechnet.
Als sie nickte, fiel ich ihr um den Hals und überschüttete sie mit Küssen.
"Unter einer Bedingung: wir kaufen EINE Garnitur Jungssachen und ich erklär dir später, warum, OK?" Ich nickte erleichtert und der Grund war mir gleich klar. Ich würde die Sachen tragen, wenn Dad uns besuchen kam und damit konnte ich leben, oder zumindest dachte ich damals, ich würde es können.
Für die nächsten anderthalb Stunden war ich wie ein Kind im Bonbonladen. Ich flitzte von einem Regal zum nächsten, untersuchte alles und legte das meiste wieder weg. Ich lernte einen wesentlichen Unterschied zwischen Jungs und Mädchen kennen: Jungs taten beim Einkauf von Unterwäsche extrem gelangweilt und waren das wohl auch und Mädchen waren auf Höchste erregt. Mom und ich diskutierten über Vor- und Nachteile von Farben und Material und was mit was gut oder nicht so gut zusammenpasste. Und tatsächlich diskutierten wir auch, welche Höschen meine spezielle Anatomie am besten versteckte.
Als wir den Laden verließen, war ich Besitzer von mehr als einem Dutzend Slips und ähnlichen vielen Söckchen. Außerdem 5 Sommerkleidchen, die run-tergesetzt waren und 2 weiße Spitzenunterkleider. Weiter 2 feine Kleider für die Kirche — eins aus weißer Baumwolle mit viel Spitze verziert und eins aus blauem Satin mit breitem Band aus weißer Spitze in der Taille und eingenähtem Unterrock. Es war das schönste Kleid, das ich jemals gesehen hatte und es war meins! Nicht geliehen, nicht zum Auftragen von jemand anders — funkelnagelneu und meins! Außerdem noch 6 Tops in verschiedenen Pastellfarben und sehr feminin. Die könnte ich einfach so oder zum Rock anziehen, an kühleren Tagen zum Sommerkleid. Ich war überwältigt von der Vielfalt der Stile und der Kombinationsmöglichkeiten.
Mom kaufte mir noch einige Dinge, die ich im Moment nicht brauchte, wie Leggins und Strumpfhosen. Mom sagte, sie wolle mir alles zeigen, was zum Mädchensein dazugehörte und dass nicht alles so toll daran ist wie ich zu glauben schien. Meine Mutter scheiterte aber kläglich damit, mir neben all dem Licht auch Schattenseiten zeigen zu wollen — ich hatte DIE Zeit meines Lebens bei diesem, meinem ersten Shopping als Mädchen! Ich probierte wirklich zahllose Sachen an aber das absolute Highlight war mein blaues Satinkleid. Mom ließ mich eins der Unterkleider und ein paar weiße Strumpfhosen anziehen um sicherzugehen, dass alles zusammenpasste. Das durfte ich dann anlassen, als wir in die Schuhabteilung rübergingen. Zuerst probierte ich ein Paar weiße Schuhe mit einem leichten Absatz an. Die Verkäufer und sogar einige der anderen Kunden sagten, dass ich aber ein sehr hübsches Mädchen wäre. Der Verkäufer, der uns bei den Schuhen bediente, überredete Mom, mir den Pferdeschwanz aufzumachen und meinte, es wäre schade so schöne Haare im Pferdeschwanz zu verstecken. Ja — ich war die Königin des Tages.
Weitere Beute waren die drei weiblichsten Nachthemden, die ich finden konnte, 2 Paar Sneakers und 2 Paar Sandalen. Ich wollte gerade auf die Hosen und Shorts zusteuern, alm Mom mich erinnert, dass auf dem Campingplatz noch 2 große Kartons mit Sachen von Josh und Amanda warteten. "Ach ja — die Sachen von Josh, was wollen wir denn damit machen?" fragte sie. "Verbrennen!" antwortete ich in meiner übermütigen Stimmung.
Schließlich fanden wir noch einige Haargummis und Bändchen und ich glaube, ich machte sie glücklich, als ich mir wünschte, mal Zöpfchen probieren zu wollen.
Überhaupt hatte ich den Eindruck, Mom genoss diese Einkaufsorgie noch mehr als ich, und dass will schon was heißen!
Beinahe hätte ich meinen hellgrünen Speedo Badeanzug vergessen. Mom sagte mir, ich solle zum Probieren meinen Slip anlassen und gab mir noch ein Tuch, um meine "šProblemzone"˜ zu verstecken. Das war soo toll. Ich könnte Baden gehen und müsste mich nicht wie bisher meines Aussehens schämen. Als ich aus der Umkleidekabine kam, meinte Mom: "Ich habe da eine Idee — lass uns zahlen und dann halten wir noch woanders. Heute wirst du noch etwas anderes kennenlernen, was das Leben von Frauen kompliziert macht."
Als wir alles im Auto verstaut hatten, fuhr Mom noch zu einem großen Dro-geriemarkt. Sie zog mich hinein und kaufte Damenbinden in verschiedenen Größen und Dicken nebst dazugehörigen Befestigungssets.
"Wofür in aller Welt sind denn die?"
"Das wirst du gleich merken!" antwortete sie und fuhr wieder zu dem Kaufhaus. Unterwegs erklärte sie mir die Zusammenhänge um die monatliche Blutung und was man mit den Binden macht. "Allerdings wirst du diese Probleme nicht haben, weil du keine Gebärmutter hast, aber ich glaube, wir finden einen anderen Verwendungszweck. Wir nahmen die Schachteln aus dem Drogeriemarkt mit ins Kaufhaus und fragten den Verkäufer, ob wir noch mehr Badeanzüge anprobieren dürften. Sie suchte mehrere Badeanzüge verschiedener Schnitte aus und führte mich zu den Umkleidekabinen.
"Zieh alles aus!" ordnete sie an.
"Alles? Selbst "¦?" fragte ich etwas entsetzt.
"Alles!"
"Aber Mom "¦" versuchte ich zu protestieren.
"Du gewöhnst dich besser daran. Wir Frauen müssen uns dauernd ausziehen — für dieses oder jenes". Sagte sie mit einem freundlichen Lächeln. "Ärzte oder Krankenschwestern, irgendwer will ständig seinen ganzen Arm in uns schieben, um dieses zu untersuchen oder jenes. Das ist auch sonn Ding, wenn man weiblich ist!"
Als ich nackt war, nahm sie eine der Binden und zog sie mir mit den Be-festigungsbändchen an. Das war etwa ein Mittelding zwischen einem Biki-nihöschen und einer kleinen Windel. Als ich das Ding noch etwas zurechtzog, packte Mom völlig unkompliziert und ohne zu Zögern nach meinem Schniedel und drapierte ihn in einer Vertiefung des wattierten Materials, die sie vorher mit ihren Fingernägeln gemacht hatte. Dann zog sie die Konstruktion richtig stramm und meinte: "Jetzt zieh den Slip an, dann kannst Du die Badeanzüge probieren".
Ich war etwas verlegen, weil ich bei der Aktion ziemlich hart geworden war, aber als ich den Speedo anhatte, war weder vom Schniedel noch von den Bällen etwas zu sehen. Es war wie Zauberei! Im Schritt gab es eine kleine Beule von der Binde, aber Mom meinte, diese Beule wäre nicht ungewöhnlich.
Ich probierte noch einen anderen Badeanzug — mit demselben tollen Ergebnis. Dann noch eine andere Binde, die einfach in den Slip geklebt wurde. Sie funktionierte auch, aber ich erklärte Mom, dass mir die mit den Bändchen besser gefielen, weil sie sich in die Poritze schoben und so wusste ich immer, dass noch alles saß. Sie erklärte mir, dass die Bändchen manchmal stören — wenn sie zu sehen sind, z.B. und ich ihr glauben kann, dass die Klebedinger sicher sind"¦
Und als Belohnung für diese Demütigung — sie hat sogar den Schniedel hart gemacht, um die Kaschierung zu testen, bekam ich noch einen zweiten Bade-anzug. Diesmal suchte ich mir einen Zweiteiler mit leuchtenden Farben aus. Mir gefiel, dass er meinen Bauch zeigte und Mom meinte, er betone meine weiblichen Kurven.
Weibliche Kurven ??
Nun, das hat sie tatsächlich gesagt. Während wir nach Hause fuhren, erklärte sie mir, dass es extrem selten, aber nicht unmöglich wäre, dass achtjährige Mädchen schon ihre Periode hätten. "So kannst du, falls du tatsächlich mal nach den Binden gefragt werden solltest, einfach sagen, was es ja auch tatsächlich ist: Damenbinden. Alle werden annehmen, dass du so früh deine Periode bekommen hast".
Ich hatte mir am Abend vorher beim Stern gewünscht, meine Genitalien mögen verschwinden. Der Wunsch war zwar nicht in Erfüllung gegangen — aber irgendwie doch ein bisschen!
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Claude
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Re: Christine
Christine 5 Dad"™s Besuch
Die Elliots gehen am Sonntag in die Kirche, Christine in ihrem schönen, neuen Satinkleid. Als sie zum Campingplatz zurückkommen, sitzt Christines Vater als Überraschungsbesuch da und es gibt einen unerfreulichen Showdown.
Auf dem Weg zum Campingplatz erzählte Mom mir noch etwas von der Reynolds Familie. "Joshs Vater ist Arzt und zwar Kinderarzt. Und er hat sich spezialisiert auf Kinderpsychologie".
"Was ist das?" fragte ich.
"Der Kinderarzt behandelt Kinder und der Psychologe kümmert sich um Kinder, die spezielle Probleme haben".
"Wie Mädchen, die als Jungen aufgewachsen sind, nicht wahr?" Ich ahnte schon, worauf dieses Gespräch rauslaufen würde.
"Ja, genau, Liebes. Oder Jungs, die denken, sie wären Mädchen. Wenn Dr. Reynolds am Wochenende kommt, würde er sich gerne mit dir unterhalten. Ich habe Frau Reynolds gesagt, das wäre OK"¦"
"Aber Mom, ich bin doch nicht krank!"
"Nein, nicht krank! Aber wir haben ein Problem! Wir müssen entscheiden, was wir im Herbst mit der Schule machen, was du anziehen wirst. Und wir müssen deinem Vater irgendwas sagen. Frau Reynolds sagt, der Doc kann dir helfen — also hast du nicht wirklich die Wahl. Wir müssen einfach herausfinden, ob du ein Junge oder ein Mädchen bist, und wir werden mit dem Ergebnis umgehen müssen. Ich will, dass du zu dem Doc gehst und ich will, dass du zu ihm total ehrlich bist! Sind wir uns da einig?"
"Du meinst, ich muss ihm alles erzählen? So richtig ALLES?"
"Alles! Und ich will dein Versprechen — das ist dein Preis für all die schönen Sachen von dem Einkauf!"
Gut, das war wirklich ein fairer Preis, das war mir klar. So versprach ich, zu kooperieren. Schließlich konnte der Vater von so großartigen Kinder wie Amanda und Josh nicht soo schlimm sein, oder? Apropos Josh, wie mochte er reagiert haben auf das, was seine Mutter ihm erzählt hatte?
"Ihr beide seid ja Supershopper" rief Tante Julia, als sie die Berge vom Einkauf sah und den Preis hörte, "ich kann nicht glauben, dass ihr das alles für soo wenig Geld gekriegt habt". Es war mittlerweile früher Nachmittag.
"Das war alles runtergesetzt", erklärte Mom, "du hättest Christine sehen sollen, Julia. Sie ist dermaßen glücklich zwischen den Regalen langgeschwebt, hat alles anprobiert und ist mit ihrer Beute rumstolziert. Vor allem mit dem neuen Sonntagskleid!"
"Chris? Redest du von demselben Chris, der schon rumgemault hat, wenn er nur EINE Jeans anprobieren sollte?"
"Nö, glaube ich nicht!" sagte Mom mit glücklichem Grinsen, "ich denke, meinen Sohn Christoph gibt es nicht mehr. Ich spreche von meiner Tochter Christine". Ich sah, dass ich ihre Unterstützung gewonnen hatte. Sie war einfach unendlich glücklich, mich glücklich zu sehen. Und ich glaube, ihr hatte unsere morgendliche Shoppingorgie und unsere Mädelsgespräche genauso gut gefallen wir mir.
"Was wird John sagen?" fragte Tante Julia.
"Ich habe genau getan, was er wollte!" sagte Mom etwas zweifelnd, "er war sich sicher, dass Christoph wieder zurück wäre, wenn er die Chance dazu hätte. Aber in dem Kaufhaus war von Christoph weit und breit nichts zu sehen! Ja, das wird spannend, aber ich habe es versucht, nicht wahr, Christine?"
"Ja Chef!" antwortete ich total glücklich. "Sie hat versucht, mir das hässlichste Zeug zu kaufen — Jungshosen — iiiihhhhh!"
"Wo sind Josh und Amanda?" fragte ich Gail, sobald sich die Aufregung des Ankommens gelegt hatte.
"Weiß nicht, die habe ich den ganzen Tag nicht gesehen. Die haben heute Morgen die Kartons hier abgestellt. Dann sagten sie, sie hätten was zu tun und weg waren sie".
"Die sind sauer auf mich!" sagte ich, "es tut mir leid, Gail, jetzt hast wegen mir schon wieder 2 Freunde verloren". Die ganze Euphorie vom Einkauf war weggeblasen.
"So richtig sauer sehen sie aber nicht aus", kommentiert Mom trocken und zeigt in die Richtung, aus der ein Junge und ein Mädchen auf uns zu gerannt kamen.
"Ich dachte schon, ihr würdet nie mehr wiederkommen!" sagte Josh etwas atemlos, aber mit glücklichem Grinsen.
Den Rest des Tages wurde mein Geschlecht überhaupt nicht mehr erwähnt. Die nächste Stunde durchsuchten wir den Karton mit Amandas alten Klamotten. Gail und ich fanden beide einige Kleider, Röcke und Tops und sogar einige coole Shorts. Das war alles aus leichtem Sommerstoff, hell pastellfarben und sehr feminin. Wir spielten mit Gails Barbies und meinen Matchboxautos und spielten Verstecken. Das war toll zwischen all den Wohnwagen, Zelten und Pinien. Es gab unendlich viele Möglichkeiten, sich zu verstecken. Dann wollte Josh schwimmen gehen und eigentlich wollte ich mit — weil ja mein Problem gelöst war, aber Mom und Tante Julia meinten, wir sollten für heute Schluss machen, weil Gail und ich letzte Nacht nicht genug Schlaf abbekommen hatten. Ohhh — Mütter!!
Ich wollte mit Josh soo dringend unter vier Augen reden, aber er schien das verhindern zu wollen. Wir spielten den ganzen Nachmittag und in den Abend rein und hatten eine gute Zeit, aber ich hatte keine Chance Josh mal alleine zu erwischen. Ich weiß gar nicht so richtig, was und wie ich es ihm erklären wollte, aber es spielte ja auch keine Rolle. Als sie dann zum Abendessen gerufen wurden, sagten sie, dass sie danach nicht wiederkämen, weil sie mit ihrer Mutter ins Kino fahren wollten.
Der nächste Tag war ein Samstag. Bis nach dem Frühstück war von Amanda und Josh nichts zu sehen und so beschloss ich, mal nachsehen zu gehen. Gail kam natürlich mit, weil wir, soweit möglich, immer alles zusammen machten. Wir hatten ihren Wohnwagen ja noch gar nicht gesehen und waren schon von der Größe beeindruckt. Aber es war niemand da. Dr Reynolds war für kurz vor Mittag angekündigt, aber bis zum Nachmittag war der Wohnwagen total verlassen. Ich machte mir Sorgen — richtig Sorgen. Ob sie einen Unfall hatten? War Josh vielleicht "¦. Ich meine, gings allen gut? Gail spürte meine Sorgen und versuchte mich abzulenken. "Lass uns schwimmen gehen — ich will unbedingt deinen neuen Badeanzug sehen!" Also rannten wir zu unserm Zelt zurück und zogen uns um!
Als ich mich dann im Bikini zeigte, war das ein so unglaubliches Gefühl, das kann ich gar nicht mit Worten beschreiben. Das Top war gerade so groß, dass es verdeckte, was mal Brüste werden sollten, und hatte nur ganz schmale Trägerchen über der Schulter. Das Unterteil war auch ziemlich knapp und reichte gerade halb bis zum Bauchnabel. So viel Haut hatte ich definitiv noch nie gezeigt und es fühlte sich total nach Freiheit an.
Weder Gail noch ich konnten gut schwimmen, wir hatten zwar Unterricht gehabt und kamen einmal längs durch den Pool, aber das erforderte eine ziemliche Anstrengung. So beobachteten Mom und Tante Julia uns von ihren Liegestühlen aus und wir plantschten nur etwas im Flachwasser. Da waren noch einige Mädchen in unserem Alter und wir hatten Spaß und spielten mit ihnen Fangen. Nur Josh und Amanda vermissten wir. Selbst als es Zeit war, ins Bett zu gehen, waren sie noch nicht aufgetaucht. Selbst Mom und Tante Julia fingen an, sich Sorgen zu machen.
Endlich war Sonntagmorgen und ich wollte mein neues Kleid anziehen. Mom fragte: "Meinst du nicht, damit bist du etwas overdressed?"
"Bitte Mom!" bettelte ich, "irgendwann muss ich es doch anziehen und es ist so schön!"
"Ich werde auch mein bestes Kleid anziehen, Tante Susan" bettelte auch Gail, "und ich habe Christine doch noch nie in dem Kleid gesehen! Bittee!"
"Biittteeee!" Gail und ich im Chor.
Unsere Familie war auch zu Hause immer zur Kirche gegangen und unsere Eltern hatten immer darauf bestanden, dass wir uns dafür schick anzogen. Die meisten Kinder damals zogen für die Kirche die Sachen an, mit denen sie auch in die Schule gingen, aber ich hatte immer einen Anzug mit Krawatte und Gail ihr bestes Kleid an. Das war durchaus auch ein Beitrag zum Hänseln der anderen Jungen. Ich war nicht nur sonntags der am besten angezogene Junge, sondern benahm mich auch am besten. Für die anderen Jungs war der Sonntagsunterricht die beste Gelegenheit, die Geduld der Lehrer so richtig auszutesten, aber ich hatte mich nie an diesen Aktivitäten beteiligt. Ich war mir sicher, dass ich ernsthaft Ärger mit meinen Eltern bekommen hätte, wenn ich da mitgemacht hätte — aber ich hatte auch gar keine Lust dazu! Als ich mal mit Gail die Unterrichtsaufzeichnungen verglichen hatte, haben wir auch darüber gesprochen, dass der Unterreicht in den Mädchenklassen völlig anders ablief. Die meisten hörten aufmerksam zu und beteiligten sich am Unterricht. Außenseiter waren die, die sich danebenbenahmen. Ein wesentlicher Unterschied, nicht wahr?
Ich zog die dickste der Binden an, ich wollte einfach das größtmöglich sichere Gefühl, dass alles sorgfältig verpackt und versteckt war. Dann ein blauer Slip und die weißen Strumpfhosen, die aussahen wie Damenstrümpfe. Die anderen Weißen waren viel dicker und waren im Zopfmuster gestrickt und die hatte Mom für kaltes Wetter gekauft.
Ich wusste, dass das unnötig war, aber ich bettelte so lange, bis ich ein Unterkleid unter dem blauen Kleid anziehen durfte. Dazu noch weiße Leder-schühchen mit einem Riemchen über den Spann und einer kleinen Schnalle. Mom band mir die Haare mit bunten Bändchen zu Ringellöckchen.
Gail hielt mir einen Spiegel und ich drehte mich, um den Anblick aus allen Richtungen genießen zu können. Bei jeder Bewegung raschelte es wunderbar und wenn ich jemals gezweifelt hätte, dass ich ein Mädchen war, wären die jetzt pulverisiert. "Ich wünschte, ich wäre so hübsch wie du!" sagte Gail als sie mich umarmte.
"Aber das bist du doch!" und tatsächlich war sie das.
Meine geliebten roten Haare schienen auch zu spüren, dass sie nun das Haupt eines Mädchens krönten und schienen jedes Mal, dass ich sie betrachtete, länger geworden zu sein. So verließ der alte Chevy den Campingplatz Richtung Kirche mit 2 glücklichen Mädchen hinten und 2 stolzen Müttern vorne.
Die Kirche war viel kleiner als unsere zu Hause, und Jungs und Mädchen hatten zusammen Sonntagsunterricht. In unserer Klasse waren 4 Jungen und 6 Mädchen und zu unserer Überraschung waren alle schick angezogen. Bevor es losging, saßen die Jungs in einer Ecke und diskutierten über das Baseballspiel letzte Nacht, bauten Papierflieger und warfen sie und rauften ein wenig — wie Jungs halt so sind. Die Mädchen in einer anderen Ecke sprachen über ihre Kleider und das Lager nur für Mädchen 2 Wochen später.
Merkwürdigerweise fühlte ich mich überhaupt nicht fehl am Platze. Einige der Mädchen kamen zu Gail und mir um ein bisschen zu quatschen und unsere Outfit zu loben. Ich erzählte allen die Geschichte von meinem zu Hause vergessenen Koffer und dass ich deshalb komplett neu eingekleidet werden musste, ließ dabei aber natürlich weg, dass die vergessenen Klamotten eher männlich waren. "Hast du ein Glück. Die Vorstellung — alles neue Sachen — das würde ich aushalten!"
Niemand nannte mich blöd für das Vergessen des Koffers, niemand lachte mich aus, sondern alle waren interessiert, diese tolle Geschichte zu hören. Und alle freuten sich, als wir erzählten, dass wir den ganzen Sommer hier wären und jeden Sonntag zur Kirche kämen.
Als wir aus der Kirche kamen, war die Temperatur auf über 38-° gestiegen. "Ihr Lieben" sagte Mom etwas besorgt als wir ins Auto kletterten, "ihr müsst doch gegrillt sein! Wollt ihr nicht ein bisschen was ausziehen?" Als Gail auf dem Rücksitz anfing, sich auszupellen antwortete ich "nö, mir geht es gut!" Eigentlich war mir ja auch etwas warm, aber ich fühlte mich dermaßen wohl in meinen Sachen, dass ich auf nichts, aber auch gar nichts davon verzichten wollte. Gail und ich hatten in der Kirche Komplimente von jeder alten Dame bekommen und sogar von einigen Herren. Ich hätte gar nicht in die Kirche zu gehen brauchen — ich war auch so schon im Himmel.
Als wir den Campingplatz erreichten, sagte Mom: "Sie sind zurück!" und zeigt auf 2 Autos, die beim Camper der Reynolds standen, "Ich muss schon sagen, ich bin erleichtert. Sie haben wohl mit Dr. Reynolds was unternommen". "šErleichtert"˜ ist nicht die richtige Beschreibung für meine Gefühle. Ich hatte schon befürchtet, dass wir Josh und Amanda nie wiedersehen würden. Ohne etwas zu sagen hielt Tante Julia bei den Reynolds und Frau Reynolds erschien in der Tür. "Tut mir sehr leid, dass wir so verschwunden sind, ohne uns abzumelden, aber Robert ist mit dem Wagen liegengeblieben und wir mussten ihn holen. Kommt doch bitte rein, um ihn kennenzulernen".
Es erschien mir nicht merkwürdig, dass Dr. Reynolds nicht einfach rauskam um "šhallo"˜ zu sagen. Mom und Tante Julia folgten Frau Reynolds in den Campingwagen und Gail und ich blieben im Auto sitzen. Gail hatte nur noch Slip und Unterkleid und wollte lieber im Auto bleiben. Ich hoffte, dass die Kinder vielleicht rauskämen, aber sie ließen sich nicht sehen. So saßen wir eine Stunde im Auto und niemand sagte ein Wort. Ich nahm an, dass Mom Dr. Reynolds vom seltsamen Verhalten ihres Sohnes erzählte und er sie beriet, wie man "šdas"˜ wieder "šreparieren"˜ könne. Als unsere Mütter endlich wiederkamen, sagten sie nichts außer: "Er ist wirklich sehr nett, Christine. Du wirst ihn mögen!"
Als wir bei unserem eigenen Zelt ankamen, stand unser Van da. "Dad ist da!" rief ich erfreut. Ich wollte sofort zu ihm laufen und mich in meinem wunderschönen Kleid in seine Arme werfen. Er würde schon überzeugt sein, wenn er sah, wie hübsch und wie glücklich ich war.
"Bleib im Auto, Christoph!" befahl Mom sehr ernst.
"Aber Mom "¦" protestierte ich.
"Du bleibst im Auto, bis ich dich rufe! Tue einmal, was ich dir sage!"
In diesem harschen Befehlston sprach meine Mutter nur sehr selten zu mir; deshalb fiel es mir nicht schwer zu erkennen, dass sie das auch so meinte. Mir war auch unangenehm aufgefallen, dass ich plötzlich wieder Christoph geworden war. Ich dachte daran, mich umzuziehen, aber der Satz Not-Jungs-Sachen war im Campingwagen und genau da war auch Dad. Ich saß in der Falle. "Gail, komm, wir gehen zum Laden — Milch kaufen!" sagte Tante Julia und Gail beeilte sich, sich wieder anzuziehen.
Es dauerte nicht lange und ich hörte die Stimmen im Camper lauter werden. Gail und ich guckten uns an und die Angst in ihren Augen reichte schon, um bei mir Panik aufkommen zu lassen. Ich spitzte meine Ohren um zu verstehen, was im Wohnwagen abging. Ich verstand nicht alles, aber Dad sagte: "Du hattest keine Recht, überhaupt kein Recht!" Dann hörte ich Mom beinahe schreien: "Du warst nicht da! Du hast das nicht gesehen! Wenn du das gesehen hättest, würdest du es verstehen!" Es hörte sich so an als weinte sie. Dann wurde es ganz still im Wohnwagen. Ich guckte wieder zu Gail — sie zitterte trotz der Hitze. "Chri"¦ Christine"¦" stammelte sie mit bettelndem Gesicht.
"Ich habe das Gefühl, es ist besser, mich Christoph zu nennen", sagte ich und hielt ihre Hand. Ich merkte, dass ich genauso zitterte wie sie.
"Komm jetzt, Gail!" sagte Tante Julia wieder und Gail kletterte aus dem Auto und ging mit ihrer Mutter weg.
Endlich tauchte das Gesicht meiner Mutter in der Tür des Wohnwagens auf und sie rief: "Christine, komm bitte her!" Ich öffnete langsam die Tür vom Auto und stieg aus. Ich konnte Dad nicht sehen und hatte keine Ahnung, ob er mich beobachtete, aber ich entschied, ihm keine Chance zu geben, mich für unsicher zu halten. Er hatte mir beigebracht immer für das einzustehen, an das man glaubt. Genau das tat ich jetzt. Ich stellte mich gerade hin, brachte Kleid und Haare kurz in Ordnung, wie Mom es mir heute Morgen gezeigt hatte und ging in den Camper.
Bevor ich mit der Geschichte fortfahre, muss ich wohl etwas über meinen Vater erzählen. Ich will nicht, dass der Eindruck entsteht, mein Vater wäre grob oder lieblos. Ganz im Gegenteil, aber einiges, was ich jetzt ausführe, wusste ich mit acht noch nicht. Jedenfalls hatte ich niemals Zweifel — auch bei den Gelegenheiten, wo ich Angst vor ihm hatte nicht, dass mein Vater mich liebte.
Dad und sein Bruder sind in einer kleinen Stadt aufgewachsen und waren die Söhne eines Vorzeigepolizisten. Großvater war ein großer Mann, ein Riese und als Polizist so ein Typ altmodischer harter Hund. Er trug nie eine Pistole, weil er einfach keine brauchte. Seine Kloodeckelhände und seine beindicken Arme waren völlig ausreichend respekteinflößend. Und er erzog seine Söhne mit ähnlichen Werten. Einer dieser Werte, und zwar der, mit dem ich gerade kopfüber kollidierte, behandelte menschliches Benehmen. In Großvater Welt gab es das nicht, dass man "anders" war. Wenn man ein Mann war, war man ein richtiger Mann. Dazu gehörte natürlich, dass man keine Emotionen zeigte, zu Hause der Patriarch war. Wenn man als männliches Wesen eher künstlerische Interessen hatte oder gerne kochte oder so, hatte man das Recht verspielt, sich "šMann"˜ nennen zu dürfen.
Dasselbe galt natürlich auch für Damen. Damen hatten sich in Großvaters Welt für ihre Männer hübsch zu machen und ihnen zu Dienste zu sein. Sie durften vielleicht gelegentlich untertänigst ihre Meinung äußern, aber auf jeden Fall keine wichtigen Familienentscheidungen treffen.
Ich glaube, ich muss da nicht weiter ins Detail gehen. Als mein Vater dann seine eigene Familie gründete, hatte er sich schon weiterentwickelt und viele von diesen antiquierten Vorstellungen abgelegt, allerdings hatte das Grenzen. Für ihn war die Vorstellung, dass Homosexuelle, Transgender oder ähnliche Abweichungen so geboren wurden, völlig unvorstellbar. In all diesen Fällen, und er steckte die alle in dieselbe Schublade, hatten die Betroffenen eine bewusste Entscheidung getroffen. Und hatten sich damit "šversündigt"˜ und waren eine Schande für ihr Geschlecht und die Menschheit im Allgemeinen.
Jetzt stellt Euch noch vor, dass mein Vater strenggläubig und von Gott für seine Treue mit einem Sohn — meinem Bruder — belohnt worden war, der seinem Ideal in jeder Hinsicht entsprach. Johnny war supersportlich, intelligent und hatte Erfolg bei den Damen. Und jetzt war er Soldat. Johnny und Dad hatten ein sehr enges Verhältnis, bis ich "špassierte"˜ und mich aus vielen "šVater — Söhne"˜ Aktivitäten wie z.B. Sport ausklinkte. Dad gab sich große Mühe, sich darüber nicht zu aufzuregen und meistens schaffte er das auch. Aber manchmal ärgerte es ihn eben doch, und am meisten ärgerte ihn, dass weder Johnny noch ich mich an meiner fehlenden Sportbegeisterung störten. Johnny und ich dachten über unsere unterschiedlichen Interessen und Talente nicht nach, sondern unterstützten uns gegenseitig in Allem. Johnny verteidigte mich gegen Dad und es kam sogar vor, dass er ein Missgeschick auf seine Kappe nahm und die Strafe übernahm, die eigentlich ich verdient gehabt hätte.
So — das also war der Mann, von dem meine Mutter jetzt verlangte, mit den Neuigkeiten fertig zu werden, dass sein Winzling von einem Sohn gar kein Sohn war sondern eine Tochter. Derselbe Sohn, der mit Puppen gespielt hatte, ohne sich zu schämen. Dem es gefiel, auf der Bühne in Strumpfhosen herum zu hüpfen. Und der lieber ein Lied sang, als Körbe zu werfen. Das war wirklich sehr viel verlangt von diesem Mann und das war sogar mir klar. Aber tatsächlich hatte ich einige von Dads Eigenschaften geerbt, zum Beispiel Sturheit. Und mir war von beiden immer beigebracht worden, zu dem zu stehen, an das man glaubt. Tatsächlich gab es jetzt wohl einen Konflikt, aber ich glaubte gerade stark genug an meinen Weg, dass ich mich meinem Vater widersetzte.
Ich nahm die eine Stufe und ging in den Campingwagen. Dad und Mom saßen am Tisch und sahen mich an. "Hallo Dad!" Sagte ich nervös, "ich dachte, du würdest erst in einigen Wochen kommen".
"Das ist ziemlich offensichtlich!" sagte er höhnisch, "ich mag mir gar nicht ausmalen, wie du erst in zwei Wochen ausgesehen hättest! Nun, Christoph, höre mir gut zu, weil ich das nur einmal sagen werde. Sieh zu, dass du deinen Arsch zügig aus diesen Klamotten rauskriegst — wir beide fahren nach Hause!"
"Aber Dad", protestierte ich, "ich habe doch nichts anderes." In dem Moment fielen mir die Not-jungen-sachen wieder ein, die Mom gekauft hatte. Die lagen, noch originalverpackt, auf dem Bett. Mom hatte sie wohl Dad gezeigt um zu beweisen, dass sie mir eine Alternative gelassen hatte. "Dann gehst du nackt. Ganz sicher wirst du so mit mir nirgendwo hin gehen! Du siehst lächerlich aus. BEWEG DICH endlich!"
Als ich mich bücken wollte, um mir die Schuhe auszuziehen, sagte Mom: "Lass die Sachen an, Christine!" Ich merkte, wie mein Vater wütend wurde und fing an, vor Angst zu zittern. "Sein Name ist Christoph, Susan!" Röhrte er, "was um alles in der Welt hast du mit ihm gemacht? Was hast du dir dabei gedacht?"
"Ich habe IHR nichts angetan. Christine hat eben einige Dinge über sich gelernt, die sie sehr glücklich gemacht haben. Ich dachte, du würdest dich darüber freuen!"
"ER hat deine Sinne vernebelt, das ist es, was ER getan hat. ER hat Dich als Gehilfe bei einer lächerlichen Geschichte missbraucht! Christoph, zieh dieses dämliche Kleid aus oder ich reiß es dir runter".
"Beweg dich nicht, Christine. John, ich will, dass du dich beruhigst und wir das Thema in Ruhe diskutieren können!"
Christine "¦ ihm "¦ Christoph "¦ er "¦ ihr "¦ sie. Jetzt hatte ich 2 Eltern und jeder hatte eigene Namen und Pronomen für mich. Das war alles zu viel für mich und Tränen rollten meine Backen runter. "Jetzt fängt unsere Sissy auch noch zu flennen an", höhnte Dad, "Nicht genug, dass du nur halb ein Junge warst — jetzt hast du den Rest Jungen in dir auch noch zerstört. Was für ein Stück Scheiße bist du eigentlich? Hör sofort mit dem Geheule auf oder ich gebe dir Grund zum Heulen. Vielleicht solltest du dich an der Schulter von dem schwulen Jungen, der mit dir getanzt hat, ausheulen"¦"
"John"¦" sagte Mom ganz ruhig, "Dr. Reynolds möchte gerne mit dir reden. Er möchte Christine als Patient, um zu sehen, wo das alles hingeht "¦"
Ich möchte über diese Reynolds Familie nichts mehr hören! Stell dir vor — ein fast elfjähriger Junge, der mit Mädchen spielt und Puppen an- und auszieht. Und mit diesem Sonderling vor allen Leuten tanzt! Und du, kleine Schwuchtel, ich habe dir gesagt, du sollst dieses Zeug ausziehen!"
"Dad", wimmerte ich, "kann ich vielleicht erklären"¦"
"Christoph, eine Erklärung ist das letzte, was ich von dir hören will. Ich will nur hören, dass du dich ausziehst. Ich hätte es wissen müssen, habe dich mit diesen Mädchen spielen lassen"¦ Ich hätte ahnen müssen, dass dich das zum Mädchen macht".
"John", Mom wurde langsam sauer, "ein Mädchen zu sein ist keine Krankheit! Man kann sich nicht anstecken durch Umgang mit Mädchen! Wenn du dich nicht beruhigst, so dass wir reden können "¦"
Dad antwortete nicht. Er starrte mich an, dann Mom und wieder mich. Soo viel gezittert hatte ich nicht, seit ich in den Camper gekommen war. Bei DEM Blick hatte ich das dringende Gefühl, ich solle mich bewegen und zwar sofort. Aber was sollte ich machen? Meine natürliche Reaktion wäre ausziehen gewesen, aber dann waren da noch meine Prinzipien, die mir genau der wütende Mann beigebracht hatte, der jetzt von mir verlangte, dass ich mich ausziehe. Und die sagten mir, dass ich jetzt kein Terrain aufgeben dürfe. Ich kam nicht bis zu einer Entscheidung, weil Dad das Schweigen beendete und durch verkrampfte Kiefer zischte: "Von jetzt an möchte ich nicht, dass du dich mit irgendwem von den Reynolds abgibst. Nicht spielen, reden oder sonstwie Kontakt. Nicht jetzt und niemals wieder in der Zukunft. Die sind offensichtlich kranke, degenerierte Leute! Sie wussten, was du bist und kamen trotzdem zu Euch! Hast du mich verstanden, junger Mann!!??"
Das war zu viel! Während meine Augen ein Meer von Tränen produzierten, fand ich plötzlich meinen Willen und meine Sprache wieder. Die ganzen Depressionen der letzten beiden Jahre, die Frustration, in der Schule ein Außenseiter zu sein und keine Freunde zu haben durchbrach die Schutzmauer, die ich mir gebaut hatte. "Vielen Dank auch, Dad!" schrie ich ihn an, "hast du eigentlich schon mal bemerkt, dass ich außer Gail überhaupt keine Freunde habe? Dass nie irgendeiner der Jungs von der Schule zu mir nach Hause kommt?? Sie mögen mich nicht, Dad! Sie denken, ich wäre eine Sissy, weil ich kein guter Sportler bin und nicht raufen mag und nicht wie verrückt rumspringe. Sie lachen mich aus, weil ich keine Bälle fangen kann. Sie hänseln und schlagen mich, weil ich klein bin und mich nicht wehren kann. Sie nennen mich seltsam, weil ich nett zu den Mädchen bin und mit Gail spiele. Jetzt gerade erfahre ich, dass du mich auch nicht magst! Und nicht willst, dass ich mit Gail spiele! Was ist schlimm an Gail, Dad? Warum magst du Mädchen nicht?"
"Dad, außer Gail hatte ich keine Freunde — bis Josh kam. Er hat mich genommen, wie ich war und ihn hat nichts gestört. Er mag es, wie ich tanze und wie ich singe. Er hat mit uns mit Puppen gespielt um uns einen Gefallen zu tun. Er hat mich nicht ausgelacht, als ich ihm erzählte, dass ich nicht gut Bälle fangen kann. Wir fingen gerade an, gute Freunde zu werden und er hat auch kein Problem damit, dass ich ein Kleid anhatte. Jetzt habe ich auch ihn als Freund verloren. Dad, was soll ich eigentlich tun? Mit wem soll ich spielen? Ich darf dir im Computerladen nicht helfen und jetzt darf ich auch nicht mehr mit Gail und Josh spielen! Was bitte, Dad, was bitte soll ich denn tun??"
"Du sagst, du willst mich schlagen, wenn ich das Kleid nicht ausziehe. Gut! Ich werde es nicht ausziehen! Weil ich nämlich ein Mädchen bin. Es ist mir egal, ob dir das gefällt oder nicht. Ich bin ein Mädchen und ab jetzt werde ich nur noch Kleider tragen, also solltest du vielleicht mit dem Schlagen anfangen! Vielleicht solltest du mich umbringen, dann wäre ich für dich kein Problem mehr. Vielleicht könnt ihr dann noch einen Jungen kriegen, der auch ein richtiger Junge ist! Ich will lieber tot sein als ein Leben zu leben, wo mich alle hassen!"
Ich drehte mich um und stürmte aus dem Wohnwagen und schrie dabei über meine Schulter: "Ich hasse dich!" Ohne was zu sehen — wegen dem Meer von Tränen — rannte ich los und BAM — ich kollidierte mit "¦ Josh Reynolds. Eigentlich konnte ich zwar nichts sehen, nahm aber Josh schockierten Gesichtsausdruck war. Er hatte wohl schon eine Weile da gestanden und einiges mitgekriegt. Ich heulte nur noch mehr und rannte in den Wald.
Ich war noch nicht sehr weit gelaufen, als ich zu einer unglaublich friedvollen Lichtung kam. Mit riesigen Pinien ohne Äste auf den unteren Metern und sehr dichten Wipfeln, durch die nur gelegentlich ein Sonnenstrahl kam. Der Boden war dick mit Moos bedeckt und es war etwas kühler als auf dem Campingplatz. Plötzlich war ich sehr weit von dem Kampf im Camper entfernt. Ich machte mir unter einer Pinie ein Nest aus Piniennadeln legte mich mit dem Gesicht nach unten auf eine Art Kissen aus meinem angewinkelten Arm und weinte bis ich einschlief.
Die Elliots gehen am Sonntag in die Kirche, Christine in ihrem schönen, neuen Satinkleid. Als sie zum Campingplatz zurückkommen, sitzt Christines Vater als Überraschungsbesuch da und es gibt einen unerfreulichen Showdown.
Auf dem Weg zum Campingplatz erzählte Mom mir noch etwas von der Reynolds Familie. "Joshs Vater ist Arzt und zwar Kinderarzt. Und er hat sich spezialisiert auf Kinderpsychologie".
"Was ist das?" fragte ich.
"Der Kinderarzt behandelt Kinder und der Psychologe kümmert sich um Kinder, die spezielle Probleme haben".
"Wie Mädchen, die als Jungen aufgewachsen sind, nicht wahr?" Ich ahnte schon, worauf dieses Gespräch rauslaufen würde.
"Ja, genau, Liebes. Oder Jungs, die denken, sie wären Mädchen. Wenn Dr. Reynolds am Wochenende kommt, würde er sich gerne mit dir unterhalten. Ich habe Frau Reynolds gesagt, das wäre OK"¦"
"Aber Mom, ich bin doch nicht krank!"
"Nein, nicht krank! Aber wir haben ein Problem! Wir müssen entscheiden, was wir im Herbst mit der Schule machen, was du anziehen wirst. Und wir müssen deinem Vater irgendwas sagen. Frau Reynolds sagt, der Doc kann dir helfen — also hast du nicht wirklich die Wahl. Wir müssen einfach herausfinden, ob du ein Junge oder ein Mädchen bist, und wir werden mit dem Ergebnis umgehen müssen. Ich will, dass du zu dem Doc gehst und ich will, dass du zu ihm total ehrlich bist! Sind wir uns da einig?"
"Du meinst, ich muss ihm alles erzählen? So richtig ALLES?"
"Alles! Und ich will dein Versprechen — das ist dein Preis für all die schönen Sachen von dem Einkauf!"
Gut, das war wirklich ein fairer Preis, das war mir klar. So versprach ich, zu kooperieren. Schließlich konnte der Vater von so großartigen Kinder wie Amanda und Josh nicht soo schlimm sein, oder? Apropos Josh, wie mochte er reagiert haben auf das, was seine Mutter ihm erzählt hatte?
"Ihr beide seid ja Supershopper" rief Tante Julia, als sie die Berge vom Einkauf sah und den Preis hörte, "ich kann nicht glauben, dass ihr das alles für soo wenig Geld gekriegt habt". Es war mittlerweile früher Nachmittag.
"Das war alles runtergesetzt", erklärte Mom, "du hättest Christine sehen sollen, Julia. Sie ist dermaßen glücklich zwischen den Regalen langgeschwebt, hat alles anprobiert und ist mit ihrer Beute rumstolziert. Vor allem mit dem neuen Sonntagskleid!"
"Chris? Redest du von demselben Chris, der schon rumgemault hat, wenn er nur EINE Jeans anprobieren sollte?"
"Nö, glaube ich nicht!" sagte Mom mit glücklichem Grinsen, "ich denke, meinen Sohn Christoph gibt es nicht mehr. Ich spreche von meiner Tochter Christine". Ich sah, dass ich ihre Unterstützung gewonnen hatte. Sie war einfach unendlich glücklich, mich glücklich zu sehen. Und ich glaube, ihr hatte unsere morgendliche Shoppingorgie und unsere Mädelsgespräche genauso gut gefallen wir mir.
"Was wird John sagen?" fragte Tante Julia.
"Ich habe genau getan, was er wollte!" sagte Mom etwas zweifelnd, "er war sich sicher, dass Christoph wieder zurück wäre, wenn er die Chance dazu hätte. Aber in dem Kaufhaus war von Christoph weit und breit nichts zu sehen! Ja, das wird spannend, aber ich habe es versucht, nicht wahr, Christine?"
"Ja Chef!" antwortete ich total glücklich. "Sie hat versucht, mir das hässlichste Zeug zu kaufen — Jungshosen — iiiihhhhh!"
"Wo sind Josh und Amanda?" fragte ich Gail, sobald sich die Aufregung des Ankommens gelegt hatte.
"Weiß nicht, die habe ich den ganzen Tag nicht gesehen. Die haben heute Morgen die Kartons hier abgestellt. Dann sagten sie, sie hätten was zu tun und weg waren sie".
"Die sind sauer auf mich!" sagte ich, "es tut mir leid, Gail, jetzt hast wegen mir schon wieder 2 Freunde verloren". Die ganze Euphorie vom Einkauf war weggeblasen.
"So richtig sauer sehen sie aber nicht aus", kommentiert Mom trocken und zeigt in die Richtung, aus der ein Junge und ein Mädchen auf uns zu gerannt kamen.
"Ich dachte schon, ihr würdet nie mehr wiederkommen!" sagte Josh etwas atemlos, aber mit glücklichem Grinsen.
Den Rest des Tages wurde mein Geschlecht überhaupt nicht mehr erwähnt. Die nächste Stunde durchsuchten wir den Karton mit Amandas alten Klamotten. Gail und ich fanden beide einige Kleider, Röcke und Tops und sogar einige coole Shorts. Das war alles aus leichtem Sommerstoff, hell pastellfarben und sehr feminin. Wir spielten mit Gails Barbies und meinen Matchboxautos und spielten Verstecken. Das war toll zwischen all den Wohnwagen, Zelten und Pinien. Es gab unendlich viele Möglichkeiten, sich zu verstecken. Dann wollte Josh schwimmen gehen und eigentlich wollte ich mit — weil ja mein Problem gelöst war, aber Mom und Tante Julia meinten, wir sollten für heute Schluss machen, weil Gail und ich letzte Nacht nicht genug Schlaf abbekommen hatten. Ohhh — Mütter!!
Ich wollte mit Josh soo dringend unter vier Augen reden, aber er schien das verhindern zu wollen. Wir spielten den ganzen Nachmittag und in den Abend rein und hatten eine gute Zeit, aber ich hatte keine Chance Josh mal alleine zu erwischen. Ich weiß gar nicht so richtig, was und wie ich es ihm erklären wollte, aber es spielte ja auch keine Rolle. Als sie dann zum Abendessen gerufen wurden, sagten sie, dass sie danach nicht wiederkämen, weil sie mit ihrer Mutter ins Kino fahren wollten.
Der nächste Tag war ein Samstag. Bis nach dem Frühstück war von Amanda und Josh nichts zu sehen und so beschloss ich, mal nachsehen zu gehen. Gail kam natürlich mit, weil wir, soweit möglich, immer alles zusammen machten. Wir hatten ihren Wohnwagen ja noch gar nicht gesehen und waren schon von der Größe beeindruckt. Aber es war niemand da. Dr Reynolds war für kurz vor Mittag angekündigt, aber bis zum Nachmittag war der Wohnwagen total verlassen. Ich machte mir Sorgen — richtig Sorgen. Ob sie einen Unfall hatten? War Josh vielleicht "¦. Ich meine, gings allen gut? Gail spürte meine Sorgen und versuchte mich abzulenken. "Lass uns schwimmen gehen — ich will unbedingt deinen neuen Badeanzug sehen!" Also rannten wir zu unserm Zelt zurück und zogen uns um!
Als ich mich dann im Bikini zeigte, war das ein so unglaubliches Gefühl, das kann ich gar nicht mit Worten beschreiben. Das Top war gerade so groß, dass es verdeckte, was mal Brüste werden sollten, und hatte nur ganz schmale Trägerchen über der Schulter. Das Unterteil war auch ziemlich knapp und reichte gerade halb bis zum Bauchnabel. So viel Haut hatte ich definitiv noch nie gezeigt und es fühlte sich total nach Freiheit an.
Weder Gail noch ich konnten gut schwimmen, wir hatten zwar Unterricht gehabt und kamen einmal längs durch den Pool, aber das erforderte eine ziemliche Anstrengung. So beobachteten Mom und Tante Julia uns von ihren Liegestühlen aus und wir plantschten nur etwas im Flachwasser. Da waren noch einige Mädchen in unserem Alter und wir hatten Spaß und spielten mit ihnen Fangen. Nur Josh und Amanda vermissten wir. Selbst als es Zeit war, ins Bett zu gehen, waren sie noch nicht aufgetaucht. Selbst Mom und Tante Julia fingen an, sich Sorgen zu machen.
Endlich war Sonntagmorgen und ich wollte mein neues Kleid anziehen. Mom fragte: "Meinst du nicht, damit bist du etwas overdressed?"
"Bitte Mom!" bettelte ich, "irgendwann muss ich es doch anziehen und es ist so schön!"
"Ich werde auch mein bestes Kleid anziehen, Tante Susan" bettelte auch Gail, "und ich habe Christine doch noch nie in dem Kleid gesehen! Bittee!"
"Biittteeee!" Gail und ich im Chor.
Unsere Familie war auch zu Hause immer zur Kirche gegangen und unsere Eltern hatten immer darauf bestanden, dass wir uns dafür schick anzogen. Die meisten Kinder damals zogen für die Kirche die Sachen an, mit denen sie auch in die Schule gingen, aber ich hatte immer einen Anzug mit Krawatte und Gail ihr bestes Kleid an. Das war durchaus auch ein Beitrag zum Hänseln der anderen Jungen. Ich war nicht nur sonntags der am besten angezogene Junge, sondern benahm mich auch am besten. Für die anderen Jungs war der Sonntagsunterricht die beste Gelegenheit, die Geduld der Lehrer so richtig auszutesten, aber ich hatte mich nie an diesen Aktivitäten beteiligt. Ich war mir sicher, dass ich ernsthaft Ärger mit meinen Eltern bekommen hätte, wenn ich da mitgemacht hätte — aber ich hatte auch gar keine Lust dazu! Als ich mal mit Gail die Unterrichtsaufzeichnungen verglichen hatte, haben wir auch darüber gesprochen, dass der Unterreicht in den Mädchenklassen völlig anders ablief. Die meisten hörten aufmerksam zu und beteiligten sich am Unterricht. Außenseiter waren die, die sich danebenbenahmen. Ein wesentlicher Unterschied, nicht wahr?
Ich zog die dickste der Binden an, ich wollte einfach das größtmöglich sichere Gefühl, dass alles sorgfältig verpackt und versteckt war. Dann ein blauer Slip und die weißen Strumpfhosen, die aussahen wie Damenstrümpfe. Die anderen Weißen waren viel dicker und waren im Zopfmuster gestrickt und die hatte Mom für kaltes Wetter gekauft.
Ich wusste, dass das unnötig war, aber ich bettelte so lange, bis ich ein Unterkleid unter dem blauen Kleid anziehen durfte. Dazu noch weiße Leder-schühchen mit einem Riemchen über den Spann und einer kleinen Schnalle. Mom band mir die Haare mit bunten Bändchen zu Ringellöckchen.
Gail hielt mir einen Spiegel und ich drehte mich, um den Anblick aus allen Richtungen genießen zu können. Bei jeder Bewegung raschelte es wunderbar und wenn ich jemals gezweifelt hätte, dass ich ein Mädchen war, wären die jetzt pulverisiert. "Ich wünschte, ich wäre so hübsch wie du!" sagte Gail als sie mich umarmte.
"Aber das bist du doch!" und tatsächlich war sie das.
Meine geliebten roten Haare schienen auch zu spüren, dass sie nun das Haupt eines Mädchens krönten und schienen jedes Mal, dass ich sie betrachtete, länger geworden zu sein. So verließ der alte Chevy den Campingplatz Richtung Kirche mit 2 glücklichen Mädchen hinten und 2 stolzen Müttern vorne.
Die Kirche war viel kleiner als unsere zu Hause, und Jungs und Mädchen hatten zusammen Sonntagsunterricht. In unserer Klasse waren 4 Jungen und 6 Mädchen und zu unserer Überraschung waren alle schick angezogen. Bevor es losging, saßen die Jungs in einer Ecke und diskutierten über das Baseballspiel letzte Nacht, bauten Papierflieger und warfen sie und rauften ein wenig — wie Jungs halt so sind. Die Mädchen in einer anderen Ecke sprachen über ihre Kleider und das Lager nur für Mädchen 2 Wochen später.
Merkwürdigerweise fühlte ich mich überhaupt nicht fehl am Platze. Einige der Mädchen kamen zu Gail und mir um ein bisschen zu quatschen und unsere Outfit zu loben. Ich erzählte allen die Geschichte von meinem zu Hause vergessenen Koffer und dass ich deshalb komplett neu eingekleidet werden musste, ließ dabei aber natürlich weg, dass die vergessenen Klamotten eher männlich waren. "Hast du ein Glück. Die Vorstellung — alles neue Sachen — das würde ich aushalten!"
Niemand nannte mich blöd für das Vergessen des Koffers, niemand lachte mich aus, sondern alle waren interessiert, diese tolle Geschichte zu hören. Und alle freuten sich, als wir erzählten, dass wir den ganzen Sommer hier wären und jeden Sonntag zur Kirche kämen.
Als wir aus der Kirche kamen, war die Temperatur auf über 38-° gestiegen. "Ihr Lieben" sagte Mom etwas besorgt als wir ins Auto kletterten, "ihr müsst doch gegrillt sein! Wollt ihr nicht ein bisschen was ausziehen?" Als Gail auf dem Rücksitz anfing, sich auszupellen antwortete ich "nö, mir geht es gut!" Eigentlich war mir ja auch etwas warm, aber ich fühlte mich dermaßen wohl in meinen Sachen, dass ich auf nichts, aber auch gar nichts davon verzichten wollte. Gail und ich hatten in der Kirche Komplimente von jeder alten Dame bekommen und sogar von einigen Herren. Ich hätte gar nicht in die Kirche zu gehen brauchen — ich war auch so schon im Himmel.
Als wir den Campingplatz erreichten, sagte Mom: "Sie sind zurück!" und zeigt auf 2 Autos, die beim Camper der Reynolds standen, "Ich muss schon sagen, ich bin erleichtert. Sie haben wohl mit Dr. Reynolds was unternommen". "šErleichtert"˜ ist nicht die richtige Beschreibung für meine Gefühle. Ich hatte schon befürchtet, dass wir Josh und Amanda nie wiedersehen würden. Ohne etwas zu sagen hielt Tante Julia bei den Reynolds und Frau Reynolds erschien in der Tür. "Tut mir sehr leid, dass wir so verschwunden sind, ohne uns abzumelden, aber Robert ist mit dem Wagen liegengeblieben und wir mussten ihn holen. Kommt doch bitte rein, um ihn kennenzulernen".
Es erschien mir nicht merkwürdig, dass Dr. Reynolds nicht einfach rauskam um "šhallo"˜ zu sagen. Mom und Tante Julia folgten Frau Reynolds in den Campingwagen und Gail und ich blieben im Auto sitzen. Gail hatte nur noch Slip und Unterkleid und wollte lieber im Auto bleiben. Ich hoffte, dass die Kinder vielleicht rauskämen, aber sie ließen sich nicht sehen. So saßen wir eine Stunde im Auto und niemand sagte ein Wort. Ich nahm an, dass Mom Dr. Reynolds vom seltsamen Verhalten ihres Sohnes erzählte und er sie beriet, wie man "šdas"˜ wieder "šreparieren"˜ könne. Als unsere Mütter endlich wiederkamen, sagten sie nichts außer: "Er ist wirklich sehr nett, Christine. Du wirst ihn mögen!"
Als wir bei unserem eigenen Zelt ankamen, stand unser Van da. "Dad ist da!" rief ich erfreut. Ich wollte sofort zu ihm laufen und mich in meinem wunderschönen Kleid in seine Arme werfen. Er würde schon überzeugt sein, wenn er sah, wie hübsch und wie glücklich ich war.
"Bleib im Auto, Christoph!" befahl Mom sehr ernst.
"Aber Mom "¦" protestierte ich.
"Du bleibst im Auto, bis ich dich rufe! Tue einmal, was ich dir sage!"
In diesem harschen Befehlston sprach meine Mutter nur sehr selten zu mir; deshalb fiel es mir nicht schwer zu erkennen, dass sie das auch so meinte. Mir war auch unangenehm aufgefallen, dass ich plötzlich wieder Christoph geworden war. Ich dachte daran, mich umzuziehen, aber der Satz Not-Jungs-Sachen war im Campingwagen und genau da war auch Dad. Ich saß in der Falle. "Gail, komm, wir gehen zum Laden — Milch kaufen!" sagte Tante Julia und Gail beeilte sich, sich wieder anzuziehen.
Es dauerte nicht lange und ich hörte die Stimmen im Camper lauter werden. Gail und ich guckten uns an und die Angst in ihren Augen reichte schon, um bei mir Panik aufkommen zu lassen. Ich spitzte meine Ohren um zu verstehen, was im Wohnwagen abging. Ich verstand nicht alles, aber Dad sagte: "Du hattest keine Recht, überhaupt kein Recht!" Dann hörte ich Mom beinahe schreien: "Du warst nicht da! Du hast das nicht gesehen! Wenn du das gesehen hättest, würdest du es verstehen!" Es hörte sich so an als weinte sie. Dann wurde es ganz still im Wohnwagen. Ich guckte wieder zu Gail — sie zitterte trotz der Hitze. "Chri"¦ Christine"¦" stammelte sie mit bettelndem Gesicht.
"Ich habe das Gefühl, es ist besser, mich Christoph zu nennen", sagte ich und hielt ihre Hand. Ich merkte, dass ich genauso zitterte wie sie.
"Komm jetzt, Gail!" sagte Tante Julia wieder und Gail kletterte aus dem Auto und ging mit ihrer Mutter weg.
Endlich tauchte das Gesicht meiner Mutter in der Tür des Wohnwagens auf und sie rief: "Christine, komm bitte her!" Ich öffnete langsam die Tür vom Auto und stieg aus. Ich konnte Dad nicht sehen und hatte keine Ahnung, ob er mich beobachtete, aber ich entschied, ihm keine Chance zu geben, mich für unsicher zu halten. Er hatte mir beigebracht immer für das einzustehen, an das man glaubt. Genau das tat ich jetzt. Ich stellte mich gerade hin, brachte Kleid und Haare kurz in Ordnung, wie Mom es mir heute Morgen gezeigt hatte und ging in den Camper.
Bevor ich mit der Geschichte fortfahre, muss ich wohl etwas über meinen Vater erzählen. Ich will nicht, dass der Eindruck entsteht, mein Vater wäre grob oder lieblos. Ganz im Gegenteil, aber einiges, was ich jetzt ausführe, wusste ich mit acht noch nicht. Jedenfalls hatte ich niemals Zweifel — auch bei den Gelegenheiten, wo ich Angst vor ihm hatte nicht, dass mein Vater mich liebte.
Dad und sein Bruder sind in einer kleinen Stadt aufgewachsen und waren die Söhne eines Vorzeigepolizisten. Großvater war ein großer Mann, ein Riese und als Polizist so ein Typ altmodischer harter Hund. Er trug nie eine Pistole, weil er einfach keine brauchte. Seine Kloodeckelhände und seine beindicken Arme waren völlig ausreichend respekteinflößend. Und er erzog seine Söhne mit ähnlichen Werten. Einer dieser Werte, und zwar der, mit dem ich gerade kopfüber kollidierte, behandelte menschliches Benehmen. In Großvater Welt gab es das nicht, dass man "anders" war. Wenn man ein Mann war, war man ein richtiger Mann. Dazu gehörte natürlich, dass man keine Emotionen zeigte, zu Hause der Patriarch war. Wenn man als männliches Wesen eher künstlerische Interessen hatte oder gerne kochte oder so, hatte man das Recht verspielt, sich "šMann"˜ nennen zu dürfen.
Dasselbe galt natürlich auch für Damen. Damen hatten sich in Großvaters Welt für ihre Männer hübsch zu machen und ihnen zu Dienste zu sein. Sie durften vielleicht gelegentlich untertänigst ihre Meinung äußern, aber auf jeden Fall keine wichtigen Familienentscheidungen treffen.
Ich glaube, ich muss da nicht weiter ins Detail gehen. Als mein Vater dann seine eigene Familie gründete, hatte er sich schon weiterentwickelt und viele von diesen antiquierten Vorstellungen abgelegt, allerdings hatte das Grenzen. Für ihn war die Vorstellung, dass Homosexuelle, Transgender oder ähnliche Abweichungen so geboren wurden, völlig unvorstellbar. In all diesen Fällen, und er steckte die alle in dieselbe Schublade, hatten die Betroffenen eine bewusste Entscheidung getroffen. Und hatten sich damit "šversündigt"˜ und waren eine Schande für ihr Geschlecht und die Menschheit im Allgemeinen.
Jetzt stellt Euch noch vor, dass mein Vater strenggläubig und von Gott für seine Treue mit einem Sohn — meinem Bruder — belohnt worden war, der seinem Ideal in jeder Hinsicht entsprach. Johnny war supersportlich, intelligent und hatte Erfolg bei den Damen. Und jetzt war er Soldat. Johnny und Dad hatten ein sehr enges Verhältnis, bis ich "špassierte"˜ und mich aus vielen "šVater — Söhne"˜ Aktivitäten wie z.B. Sport ausklinkte. Dad gab sich große Mühe, sich darüber nicht zu aufzuregen und meistens schaffte er das auch. Aber manchmal ärgerte es ihn eben doch, und am meisten ärgerte ihn, dass weder Johnny noch ich mich an meiner fehlenden Sportbegeisterung störten. Johnny und ich dachten über unsere unterschiedlichen Interessen und Talente nicht nach, sondern unterstützten uns gegenseitig in Allem. Johnny verteidigte mich gegen Dad und es kam sogar vor, dass er ein Missgeschick auf seine Kappe nahm und die Strafe übernahm, die eigentlich ich verdient gehabt hätte.
So — das also war der Mann, von dem meine Mutter jetzt verlangte, mit den Neuigkeiten fertig zu werden, dass sein Winzling von einem Sohn gar kein Sohn war sondern eine Tochter. Derselbe Sohn, der mit Puppen gespielt hatte, ohne sich zu schämen. Dem es gefiel, auf der Bühne in Strumpfhosen herum zu hüpfen. Und der lieber ein Lied sang, als Körbe zu werfen. Das war wirklich sehr viel verlangt von diesem Mann und das war sogar mir klar. Aber tatsächlich hatte ich einige von Dads Eigenschaften geerbt, zum Beispiel Sturheit. Und mir war von beiden immer beigebracht worden, zu dem zu stehen, an das man glaubt. Tatsächlich gab es jetzt wohl einen Konflikt, aber ich glaubte gerade stark genug an meinen Weg, dass ich mich meinem Vater widersetzte.
Ich nahm die eine Stufe und ging in den Campingwagen. Dad und Mom saßen am Tisch und sahen mich an. "Hallo Dad!" Sagte ich nervös, "ich dachte, du würdest erst in einigen Wochen kommen".
"Das ist ziemlich offensichtlich!" sagte er höhnisch, "ich mag mir gar nicht ausmalen, wie du erst in zwei Wochen ausgesehen hättest! Nun, Christoph, höre mir gut zu, weil ich das nur einmal sagen werde. Sieh zu, dass du deinen Arsch zügig aus diesen Klamotten rauskriegst — wir beide fahren nach Hause!"
"Aber Dad", protestierte ich, "ich habe doch nichts anderes." In dem Moment fielen mir die Not-jungen-sachen wieder ein, die Mom gekauft hatte. Die lagen, noch originalverpackt, auf dem Bett. Mom hatte sie wohl Dad gezeigt um zu beweisen, dass sie mir eine Alternative gelassen hatte. "Dann gehst du nackt. Ganz sicher wirst du so mit mir nirgendwo hin gehen! Du siehst lächerlich aus. BEWEG DICH endlich!"
Als ich mich bücken wollte, um mir die Schuhe auszuziehen, sagte Mom: "Lass die Sachen an, Christine!" Ich merkte, wie mein Vater wütend wurde und fing an, vor Angst zu zittern. "Sein Name ist Christoph, Susan!" Röhrte er, "was um alles in der Welt hast du mit ihm gemacht? Was hast du dir dabei gedacht?"
"Ich habe IHR nichts angetan. Christine hat eben einige Dinge über sich gelernt, die sie sehr glücklich gemacht haben. Ich dachte, du würdest dich darüber freuen!"
"ER hat deine Sinne vernebelt, das ist es, was ER getan hat. ER hat Dich als Gehilfe bei einer lächerlichen Geschichte missbraucht! Christoph, zieh dieses dämliche Kleid aus oder ich reiß es dir runter".
"Beweg dich nicht, Christine. John, ich will, dass du dich beruhigst und wir das Thema in Ruhe diskutieren können!"
Christine "¦ ihm "¦ Christoph "¦ er "¦ ihr "¦ sie. Jetzt hatte ich 2 Eltern und jeder hatte eigene Namen und Pronomen für mich. Das war alles zu viel für mich und Tränen rollten meine Backen runter. "Jetzt fängt unsere Sissy auch noch zu flennen an", höhnte Dad, "Nicht genug, dass du nur halb ein Junge warst — jetzt hast du den Rest Jungen in dir auch noch zerstört. Was für ein Stück Scheiße bist du eigentlich? Hör sofort mit dem Geheule auf oder ich gebe dir Grund zum Heulen. Vielleicht solltest du dich an der Schulter von dem schwulen Jungen, der mit dir getanzt hat, ausheulen"¦"
"John"¦" sagte Mom ganz ruhig, "Dr. Reynolds möchte gerne mit dir reden. Er möchte Christine als Patient, um zu sehen, wo das alles hingeht "¦"
Ich möchte über diese Reynolds Familie nichts mehr hören! Stell dir vor — ein fast elfjähriger Junge, der mit Mädchen spielt und Puppen an- und auszieht. Und mit diesem Sonderling vor allen Leuten tanzt! Und du, kleine Schwuchtel, ich habe dir gesagt, du sollst dieses Zeug ausziehen!"
"Dad", wimmerte ich, "kann ich vielleicht erklären"¦"
"Christoph, eine Erklärung ist das letzte, was ich von dir hören will. Ich will nur hören, dass du dich ausziehst. Ich hätte es wissen müssen, habe dich mit diesen Mädchen spielen lassen"¦ Ich hätte ahnen müssen, dass dich das zum Mädchen macht".
"John", Mom wurde langsam sauer, "ein Mädchen zu sein ist keine Krankheit! Man kann sich nicht anstecken durch Umgang mit Mädchen! Wenn du dich nicht beruhigst, so dass wir reden können "¦"
Dad antwortete nicht. Er starrte mich an, dann Mom und wieder mich. Soo viel gezittert hatte ich nicht, seit ich in den Camper gekommen war. Bei DEM Blick hatte ich das dringende Gefühl, ich solle mich bewegen und zwar sofort. Aber was sollte ich machen? Meine natürliche Reaktion wäre ausziehen gewesen, aber dann waren da noch meine Prinzipien, die mir genau der wütende Mann beigebracht hatte, der jetzt von mir verlangte, dass ich mich ausziehe. Und die sagten mir, dass ich jetzt kein Terrain aufgeben dürfe. Ich kam nicht bis zu einer Entscheidung, weil Dad das Schweigen beendete und durch verkrampfte Kiefer zischte: "Von jetzt an möchte ich nicht, dass du dich mit irgendwem von den Reynolds abgibst. Nicht spielen, reden oder sonstwie Kontakt. Nicht jetzt und niemals wieder in der Zukunft. Die sind offensichtlich kranke, degenerierte Leute! Sie wussten, was du bist und kamen trotzdem zu Euch! Hast du mich verstanden, junger Mann!!??"
Das war zu viel! Während meine Augen ein Meer von Tränen produzierten, fand ich plötzlich meinen Willen und meine Sprache wieder. Die ganzen Depressionen der letzten beiden Jahre, die Frustration, in der Schule ein Außenseiter zu sein und keine Freunde zu haben durchbrach die Schutzmauer, die ich mir gebaut hatte. "Vielen Dank auch, Dad!" schrie ich ihn an, "hast du eigentlich schon mal bemerkt, dass ich außer Gail überhaupt keine Freunde habe? Dass nie irgendeiner der Jungs von der Schule zu mir nach Hause kommt?? Sie mögen mich nicht, Dad! Sie denken, ich wäre eine Sissy, weil ich kein guter Sportler bin und nicht raufen mag und nicht wie verrückt rumspringe. Sie lachen mich aus, weil ich keine Bälle fangen kann. Sie hänseln und schlagen mich, weil ich klein bin und mich nicht wehren kann. Sie nennen mich seltsam, weil ich nett zu den Mädchen bin und mit Gail spiele. Jetzt gerade erfahre ich, dass du mich auch nicht magst! Und nicht willst, dass ich mit Gail spiele! Was ist schlimm an Gail, Dad? Warum magst du Mädchen nicht?"
"Dad, außer Gail hatte ich keine Freunde — bis Josh kam. Er hat mich genommen, wie ich war und ihn hat nichts gestört. Er mag es, wie ich tanze und wie ich singe. Er hat mit uns mit Puppen gespielt um uns einen Gefallen zu tun. Er hat mich nicht ausgelacht, als ich ihm erzählte, dass ich nicht gut Bälle fangen kann. Wir fingen gerade an, gute Freunde zu werden und er hat auch kein Problem damit, dass ich ein Kleid anhatte. Jetzt habe ich auch ihn als Freund verloren. Dad, was soll ich eigentlich tun? Mit wem soll ich spielen? Ich darf dir im Computerladen nicht helfen und jetzt darf ich auch nicht mehr mit Gail und Josh spielen! Was bitte, Dad, was bitte soll ich denn tun??"
"Du sagst, du willst mich schlagen, wenn ich das Kleid nicht ausziehe. Gut! Ich werde es nicht ausziehen! Weil ich nämlich ein Mädchen bin. Es ist mir egal, ob dir das gefällt oder nicht. Ich bin ein Mädchen und ab jetzt werde ich nur noch Kleider tragen, also solltest du vielleicht mit dem Schlagen anfangen! Vielleicht solltest du mich umbringen, dann wäre ich für dich kein Problem mehr. Vielleicht könnt ihr dann noch einen Jungen kriegen, der auch ein richtiger Junge ist! Ich will lieber tot sein als ein Leben zu leben, wo mich alle hassen!"
Ich drehte mich um und stürmte aus dem Wohnwagen und schrie dabei über meine Schulter: "Ich hasse dich!" Ohne was zu sehen — wegen dem Meer von Tränen — rannte ich los und BAM — ich kollidierte mit "¦ Josh Reynolds. Eigentlich konnte ich zwar nichts sehen, nahm aber Josh schockierten Gesichtsausdruck war. Er hatte wohl schon eine Weile da gestanden und einiges mitgekriegt. Ich heulte nur noch mehr und rannte in den Wald.
Ich war noch nicht sehr weit gelaufen, als ich zu einer unglaublich friedvollen Lichtung kam. Mit riesigen Pinien ohne Äste auf den unteren Metern und sehr dichten Wipfeln, durch die nur gelegentlich ein Sonnenstrahl kam. Der Boden war dick mit Moos bedeckt und es war etwas kühler als auf dem Campingplatz. Plötzlich war ich sehr weit von dem Kampf im Camper entfernt. Ich machte mir unter einer Pinie ein Nest aus Piniennadeln legte mich mit dem Gesicht nach unten auf eine Art Kissen aus meinem angewinkelten Arm und weinte bis ich einschlief.
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Kim
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Re: Christine
Kann mich nur anschließen.
Sehr schön zu lesen.
Bin gespannt ob der Vater doch noch zur Einsicht kommt.
Lg Kim
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Claude
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Re: Christine
Christine 6 Psychotherapie Teil 1
Während Josh Christine sucht, lernen die Elliots und die Reynolds sich kennen. Nachdem sie sich versöhnt haben, gehen Christine und ihr Vater angeln und Christine beginnt mit ihrer Psychotherapie
Als ich aufwachte, lag ich auf dem Rücken und guckte in den Himmel. Die Stämme der Kiefern schienen unendlich lang und das Grün der Kronen weit weg. Die durch die Wipfel scheinenden Sonnenstrahlen waren weniger geworden, die Sonne schien langsam unterzugehen. Dann fühlte ich etwas sanft mein Haar berühren. Ich drehte meinen Kopf ein wenig und sah in Joshs Gesicht, der mich beobachtete. Mein Kopf lag in seinem Schoss und er saß einfach nur da und streichelte meine Haare. Er sagte nichts - lächelte noch nicht einmal.
"Ich kenne einige Kinder wie dich", sagte er endlich, "ich finde es ein Verbrechen, wie sie von anderen Kindern gemobbt werden. Wenn ich dein Freund sein darf, verspreche ich, dass ich dich beschütze. Es ist mir egal, ob du ein Junge oder ein Mädchen bist, es spielt gar keine Rolle. Ich hoffe, du wirst ein Mädchen bleiben — dann kannst du vielleicht irgendwann meine feste Freundin werden. Ich möchte, dass du mit mir zur Tanzschule kommst und meine Tanzpartnerin wirst. Und ich möchte gerne mit zu deinem Ballett kommen, damit wir auch da Partner sein können. Und ich will mit dir mit Puppen spielen und dir Schwimmen beibringen. BITTE!!"
"Du hast alles gehört?" Flüsterte ich.
"Hm, ja"¦ ich wollte reinkommen und deinen Vater schlagen — er hatte kein Recht "¦"
"Wenn du alles gehört hast, dann weißt du ja auch schon, dass uns nicht erlaubt wird, Freunde zu sein. Und ich werde auch nicht weiter ein Mädchen sein dürfen"¦" ich fing wieder an, zu weinen.
"Sei da nicht so sicher", sagte er als er meinen Kopf in beide Hände nahm und mir durch die Haare strich.
"Nachdem du weggelaufen bist", sagte er und sein Blick ging in die Ferne, "kam dein Vater aus dem Wohnwagen und sah mich da stehen. Ich dachte schon, er würde mich umbringen oder sowas, aber er sah mich nur etwas merkwürdig an und sagte, es täte ihm leid, dass ich das mitanhören musste und er hätte keine Ahnung gehabt, wie unglücklich du warst"¦. Christine, mir war das auch nicht klar — ich hatte überhaupt keine Ahnung".
"Konntest du auch nicht", antwortete ich, "seit wir hier auf dem Campingplatz sind, bin ich eigentlich ziemlich glücklich".
"Wir haben uns dann zusammengesetzt und geredet", fuhr Josh fort, "kurz danach kamen Mom und Dad dazu und wir haben einiges durchgesprochen. Dein Vater sagte, dass er sich Sorgen um dich macht und bat mich, dich zu suchen. Was er alles gesagt hat, tut ihm wirklich leid. Inzwischen ist das eine Weile her. Ich hätte dich nie gefunden, wenn du nicht so auffällig mit dem Blau und Weiß angezogen wärst. Du warst tief am Schlafen und als ich dich so sah "¦ weiß nicht "¦ das Einzige, was plötzlich zählte, war bei dir zu sein und dich zu beschützen. Ich "¦ ich "¦ weiß, nicht "¦ das ist soo kompliziert "¦ du bist soo nett und ich will einfach dein Freund sein".
"Du hast Mitleid mit mir"¦"
"Nun ja — stimmt. Was du alles aushalten musst "¦ wirklich schlimm "¦ aber das ist nicht alles! Ich wollte schon dein Freund sein, als ich das alles noch nicht wusste. Ich finde toll wie du dich anziehst, wie du tanzt "¦ du bist eine der nettesten Personen, die ich kenne. Ich finde "¦ du bist einfach "¦ süß!"
"Ich? Du sprichst von mir? Christoph der Nerd?"
"Christoph — Christine — Winnie Puuh oder Dracula, du kannst dich nennen wie du willst, es ändert nichts an dem "šwas drin ist"˜ — es sind dein Charakter und dein Wesen, die ich mag. Und wenn mein Vater noch so viel Therapie mit dir macht, das wird sich nicht ändern. Ach so — und ich denke, das da drinnen ist ein Mädchen".
"Meinst du wirklich? Ich meine, es gibt so viel, was zum Mädchensein gehört und von dem ich keinen Schimmer habe "¦"
"Genau das macht mich so sicher. Du benimmst dich so natürlich wie ein Mädchen! Ich würde Jahre brauchen um das zu üben"¦"
Ich dachte einige Momente über das nach, was Josh gesagt hatte und fast wie von selbst stellte ich vorsichtig die Frage: "Josh, hast du schon mal Amandas Sachen anprobiert?"
Josh sah mich mit einem ziemlich lustigen Gesichtsausdruck an und antwortet nach einer Weile "Nö, nicht wirklich. Einmal an Halloween haben wir die Kleidung getauscht, aber ich denke, das zählt nicht".
"Und wie hat sich das angefühlt?"
"Eigentlich nicht wie Realität — eher wie ein Kostüm und Spaß haben"¦ sag mal "¦ warum fragst du? Denkst du, ich bin wie du und mag dich deswegen"¦?"
"Nein, nein! Josh," ich hätte wohl besser nicht gefragt, "ich versuche nur zu verstehen, was mit mir passiert. Ich meine "¦ als ich Gail Sachen das erste Mal angezogen habe, hatte ich so komische Gefühle "¦ ganz intensiv "¦ so als wenn ich das schon viel früher hätte machen sollen! So ein Gefühl, wie wenn man ein Puzzlestückchen findet, das man ewig gesucht hat. Ich wollte mich zuerst weigern, aber als ich dann anfing, änderte sich das schnell und ich suchte mir immer noch femininere Sachen raus, als Gail mir eigentlich geben wollte. Es fühlte sich irgendwie an, als wäre das schon immer meine Kleidung gewesen"¦"
"Ich glaube, das ist wichtig — denk dran, dass du das meinem Vater erzählst"¦"
"Ich kann es kaum abwarten, ihn kennen zu lernen", sagte ich. In meiner Vorstellung würde ich mit ihm eine Stunde oder so reden, dann würde er seine Schlüsse ziehen und ich würde diesen Schlüssen entsprechend "šrepariert"˜ und die ganze Geschichte wäre erledigt.
"Er freut sich auch auf dich!" versicherte mir Josh, "er glaubt wirklich, er kann dir helfen. Du solltest übrigens mal hören, wie meine Mutter über dich spricht. Sie sagt, sie liebt dich, als wärst du ihr eigenes Kind. Du hast sie wirklich verzaubert."
"Das hat deine Mom gesagt?"
"Ja, aber da gibt es noch was Wichtiges. Als ich losging, um dich zu suchen, war dein Vater am Weinen und er bat mich, dir sagen, wie sehr er bereut, dass er dir so wehgetan hat. Er will über Nacht bleiben und mit uns beiden morgen Angeln gehen."
Ich wollte mich aufsetzen, aber Josh zog meinen Kopf wieder in seinen Schoss. Dann erzählte er, wie meine Mom seinem Dad von meiner Theorie erzählt hatte, ich wäre ein Mädchen, einfach nur mit falschen Körperteilen. Zuerst hat sein Vater gelacht, aber nach kurzem Nachdenken hat er gesagt: "Von einer solchen Theorie habe ich zwar noch nichts gehört — aber warum eigentlich nicht? Das wäre schon möglich, wir werden sehen!"
"Und? Denkt er, das wäre mit mir passiert?"
"Das habe ich ihn auch gefragt, aber er sagte, dazu würde er nichts sagen, weil er dich ja noch nicht einmal kennt. Bis er sich sicher ist, braucht es eine lange Therapie."
"Therapie?"
"Ja, das ist das, was er tut. Er will mit dir eine Therapie machen. Und du musst wollen, Christine. Er kann dir helfen, wenn du ihm vertraust."
"Das hat meine Mom auch gesagt. Aber mein Vater "¦ er glaubt nicht an so was. Er sagt, Psych "¦ nun, sie haben alle einen Knall!"
"Deine Mutter und du müsst ihn überreden, ihr MÜSST!"
Es wurde langsam dunkel, als Josh und ich zum Wohnwagen zurückkamen. Die Erwachsenen hatten schon angefangen, sich Sorgen zu machen. "Alles ist gut!" sagte Josh, "wir haben nur geredet."
"Ich glaube, wir gehen zurück zu unserem Camper", sagte Joshs Mutter, "Christine und ihre Eltern werden einiges zu besprechen haben"¦"
"Ok, Mom" sagte Josh, und mehr zu meinem Dad als zu mir: "wir sehen uns morgen früh?"
"Um acht!" sagte mein Dad und sah mich dabei an, in meinem inzwischen ziemlich ramponierten Sonntagskleid und ohne mich mit Namen anzusprechen "Wir beide müssen wohl reden, einverstanden?"
"Als ich gewaschen und bettfertig war, setzten wir uns ins Auto und schlossen die Fenster, damit uns niemand zuhörte. "Wir haben lange mit Dr. Reynolds gesprochen" fing Dad sofort an, "und wir wollen erstmal ein paar Regeln festlegen."
"Ja, Chef!" sagte ich und wusste, dass ich keine Wahl hatte.
"Als erstes musst du verstehen, wie es mir bei dieser "¦ nun "¦ neuesten Entwicklung geht "¦"
"John!" unterbrach ihn Mom, "das ist nicht das Wichtigste, du hast versprochen "¦"
"Dazu komme ich sofort" sagte er und ich konnte fühlen, dass Mom ihn sich ordentlich zur Brust genommen hatte, "Chris, ich möchte mich dafür ent-schuldigen, wie ich mich heute Nachmittag benommen habe. Ich war völlig daneben und es tut mir leid!"
"Ist ok, Dad" sagte ich aber ich fühlte, dass es noch nicht ok war, aber mir war jetzt nicht nach Streiten. "Dad, meinst du, ich könnte eine Umarmung kriegen, bevor wir mit dem Gespräch anfangen?"
Ich hatte eines meiner neuen Seidennachthemdchen an und es fühlte sich tatsächlich erstmal komisch an, als ich meinen Vater umarmte. Die Art, wie er zögerte, sich umarmen zu lassen, zeigte mir, dass er das ähnlich empfand. "Es tut mir leid, Dad — ich wünschte, ich würde nicht so fühlen wie ich fühle "¦"
"Sohn, das wünschte ich mir mehr als alles auf der Welt — aber nun lass uns einen Weg finden, mit dem wir uns alles besser fühlen!"
Als Dad mich "šSohn"˜ nannte, fühlte sich das komisch an. Früher fand ich das immer toll, mit "šSohn"˜ angesprochen zu werden, aber die Dinge hatten sich geändert. Jetzt fühlte ich mich nicht wohl dabei. Wenn ich meinen Willen bekäme, würde Dad mich nie wieder "šSohn"˜ nennen. Ich fühlte, dass ich so etwas wie Bereuen empfand. Könnte es sein, dass Mom und er Recht hatten und ich schon anfing, über die Geschichte mit dem Mädchensein hinweg zu sein? Warum musste alles so kompliziert sein? Sollte ich in Erwägung ziehen, nur dann Mädchen zu sein, wenn mir danach war und ansonsten ein Junge zu bleiben? Ich wusste tief drin, dass das nicht das wäre, was ich wollte, aber dass Dad damit würde leben können. Mom hatte erzählt, dass er bei dem ersten Telefonat gesagt hatte, dass es in Ordnung sei, wenn ein Junge bei der einen oder anderen "špassenden"˜ Gelegenheit ein Kleid trägt. Die "špassende Gelegenheit"˜ wäre natürlich zu Hause, wo das niemand sehen kann. Aber das wäre ja total das Thema verfehlt, oder?
"Das erste, über das wir reden müssen, ist das Angeln morgen. Du willst doch noch, oder?"
"Ja natürlich"" sagte ich begeistert. Mit Dad zu Angeln war eine meiner Lieblingsbeschäftigungen und daran hatte auch das Mädchenwerden nichts geändert.
"Josh wird nicht kommen. Ändert das irgendwas?"
"Kommt nicht? Aber Dad, wir haben doch darüber gesprochen und er freut sich doch schon drauf "¦ Wie soll ich ihm das denn beibringen?"
"Sein Vater wird ihm das jetzt gerade erklären. Dr. Reynold dachte, es wäre besser, wenn wir beide ein wenig Zeit für uns alleine haben. Er denkt, Josh versteht das. Möchtest du immer noch?"
Natürlich wollte ich, war aber ein bisschen unsicher, wie es wäre, den ganzen Tag mit Dad alleine im Boot zu sein "¦ Dann war da ja noch das mit den Anziehsachen "¦ was würde ich anziehen? Als wenn er meine Gedanken gelesen hätte, sagte Dad: "Zum Thema, was du anziehst morgen "¦" ich verspannte mich etwas und Dad hob die Hand, damit ich ihn ausreden ließ, "Deine Mutter und ich sind die Kartons von den Reynold durchgegangen und haben ein paar gute Jeans und Shorts von Josh gefunden. Die sollten dir perfekt passen."
"Aber Dad"¦" versuchte ich zu protestieren, aber er hob die Hand wieder.
"Lass mich bitte ausreden!" bat er, "es ist einfach unpraktisch, den ganzen Tag im Boot eins von deinen geliebten Sommerkleidern zu tragen. Deshalb möchte ich darauf bestehen, dass du eine Hose anziehst, dafür kannst du deine Unterwäsche frei wählen und als Top anziehen, was du magst oder es auch ganz weglassen. Ich bin überzeugt, dass dieses ganze Mädchensein nur eine Laune ist und vorüber geht, so bist du für mich erstmal ein Junge in Mädchenklamotten. Ich werde dich nicht "šChristine"˜ nennen, aber ich werde dich auch nicht in Verlegenheit bringen und deine Tarnung auffliegen lassen. Wenn ich dich vorstellen muss, werde ich dich Chris nennen und ich werde von dir nicht als Junge oder Mädchen sprechen. Aber ich werde jemanden, der dich Mädchen nennt auch nicht korrigieren! Kannst du damit leben?"
"Ja, Chef!" so ganz glücklich war ich damit nicht, aber mir war klar, dass das schon hart genug für ihn war und so ließ ich ihn damit durchkommen. Außerdem saß Mom hinter ihm und warf mir einen Blick zu, der mir signalisierte, dass ich besser ja sagte.
"Dr. Reynolds wird dich morgen kennenlernen, wenn wir zurück sind und er wird den ganzen Sommer jeden Freitag herkommen. Ich möchte, dass du dir für ihn jeden Freitagnachmittag freihältst. Er wird sich mit dir durch all deine Gefühle arbeiten, so dass wir wissen, was wir zu tun haben, wenn im Herbst die Schule anfängt. Ich werde mich mit ihm in der Stadt treffen und Mom wird ihn hier am Wochenende sehen, aber er wird uns nichts erzählen, was du nicht ausdrücklich erlaubt hast. Er hat uns heute erzählt, dass dir eine ziemlich intensive Therapie bevorsteht und einiges wird "¦ nun "¦ wird schon recht hart werden. Bist du dazu bereit? Hältst du das aus?"
"Ich bin bereit, Dad!" ich hatte keine Ahnung, was da auf mich zu kam, aber ich ahnte, dass ich keine Wahl hatte als "šja"˜ zu sagen.
"Kostet das nicht furchtbar viel Geld?" fragte ich. Mir war so oft gesagt worden, dass zurzeit kein Geld übrig war — zumindest solange die Häuser noch nicht fertig waren und das Geschäft noch nicht so richtig angelaufen war.
"Dr. Reynolds und ich haben einen Kompromiss ausgehandelt. Dabei kannst du tatsächlich ein wenig helfen. Er muss dringend seine Computer in der Praxis modernisieren und so helfe ich ihm mit den Computern und er hilft dir!"
"Und was kann ich dabei tun?"
"Sobald ihr wieder zu Hause seid und die Schule angefangen hat, hilfst du mir im Laden. Ihr beide, wenn Josh möchte. Amanda hat schon gesagt, dass sie kein Interesse hat."
"Wirklich?" jubelte ich. Ich hatte mich danach gesehnt in dem Laden Zeit zu verbringen, seit es den Laden gab und so wurde ein Traum wahr.
Während Josh Christine sucht, lernen die Elliots und die Reynolds sich kennen. Nachdem sie sich versöhnt haben, gehen Christine und ihr Vater angeln und Christine beginnt mit ihrer Psychotherapie
Als ich aufwachte, lag ich auf dem Rücken und guckte in den Himmel. Die Stämme der Kiefern schienen unendlich lang und das Grün der Kronen weit weg. Die durch die Wipfel scheinenden Sonnenstrahlen waren weniger geworden, die Sonne schien langsam unterzugehen. Dann fühlte ich etwas sanft mein Haar berühren. Ich drehte meinen Kopf ein wenig und sah in Joshs Gesicht, der mich beobachtete. Mein Kopf lag in seinem Schoss und er saß einfach nur da und streichelte meine Haare. Er sagte nichts - lächelte noch nicht einmal.
"Ich kenne einige Kinder wie dich", sagte er endlich, "ich finde es ein Verbrechen, wie sie von anderen Kindern gemobbt werden. Wenn ich dein Freund sein darf, verspreche ich, dass ich dich beschütze. Es ist mir egal, ob du ein Junge oder ein Mädchen bist, es spielt gar keine Rolle. Ich hoffe, du wirst ein Mädchen bleiben — dann kannst du vielleicht irgendwann meine feste Freundin werden. Ich möchte, dass du mit mir zur Tanzschule kommst und meine Tanzpartnerin wirst. Und ich möchte gerne mit zu deinem Ballett kommen, damit wir auch da Partner sein können. Und ich will mit dir mit Puppen spielen und dir Schwimmen beibringen. BITTE!!"
"Du hast alles gehört?" Flüsterte ich.
"Hm, ja"¦ ich wollte reinkommen und deinen Vater schlagen — er hatte kein Recht "¦"
"Wenn du alles gehört hast, dann weißt du ja auch schon, dass uns nicht erlaubt wird, Freunde zu sein. Und ich werde auch nicht weiter ein Mädchen sein dürfen"¦" ich fing wieder an, zu weinen.
"Sei da nicht so sicher", sagte er als er meinen Kopf in beide Hände nahm und mir durch die Haare strich.
"Nachdem du weggelaufen bist", sagte er und sein Blick ging in die Ferne, "kam dein Vater aus dem Wohnwagen und sah mich da stehen. Ich dachte schon, er würde mich umbringen oder sowas, aber er sah mich nur etwas merkwürdig an und sagte, es täte ihm leid, dass ich das mitanhören musste und er hätte keine Ahnung gehabt, wie unglücklich du warst"¦. Christine, mir war das auch nicht klar — ich hatte überhaupt keine Ahnung".
"Konntest du auch nicht", antwortete ich, "seit wir hier auf dem Campingplatz sind, bin ich eigentlich ziemlich glücklich".
"Wir haben uns dann zusammengesetzt und geredet", fuhr Josh fort, "kurz danach kamen Mom und Dad dazu und wir haben einiges durchgesprochen. Dein Vater sagte, dass er sich Sorgen um dich macht und bat mich, dich zu suchen. Was er alles gesagt hat, tut ihm wirklich leid. Inzwischen ist das eine Weile her. Ich hätte dich nie gefunden, wenn du nicht so auffällig mit dem Blau und Weiß angezogen wärst. Du warst tief am Schlafen und als ich dich so sah "¦ weiß nicht "¦ das Einzige, was plötzlich zählte, war bei dir zu sein und dich zu beschützen. Ich "¦ ich "¦ weiß, nicht "¦ das ist soo kompliziert "¦ du bist soo nett und ich will einfach dein Freund sein".
"Du hast Mitleid mit mir"¦"
"Nun ja — stimmt. Was du alles aushalten musst "¦ wirklich schlimm "¦ aber das ist nicht alles! Ich wollte schon dein Freund sein, als ich das alles noch nicht wusste. Ich finde toll wie du dich anziehst, wie du tanzt "¦ du bist eine der nettesten Personen, die ich kenne. Ich finde "¦ du bist einfach "¦ süß!"
"Ich? Du sprichst von mir? Christoph der Nerd?"
"Christoph — Christine — Winnie Puuh oder Dracula, du kannst dich nennen wie du willst, es ändert nichts an dem "šwas drin ist"˜ — es sind dein Charakter und dein Wesen, die ich mag. Und wenn mein Vater noch so viel Therapie mit dir macht, das wird sich nicht ändern. Ach so — und ich denke, das da drinnen ist ein Mädchen".
"Meinst du wirklich? Ich meine, es gibt so viel, was zum Mädchensein gehört und von dem ich keinen Schimmer habe "¦"
"Genau das macht mich so sicher. Du benimmst dich so natürlich wie ein Mädchen! Ich würde Jahre brauchen um das zu üben"¦"
Ich dachte einige Momente über das nach, was Josh gesagt hatte und fast wie von selbst stellte ich vorsichtig die Frage: "Josh, hast du schon mal Amandas Sachen anprobiert?"
Josh sah mich mit einem ziemlich lustigen Gesichtsausdruck an und antwortet nach einer Weile "Nö, nicht wirklich. Einmal an Halloween haben wir die Kleidung getauscht, aber ich denke, das zählt nicht".
"Und wie hat sich das angefühlt?"
"Eigentlich nicht wie Realität — eher wie ein Kostüm und Spaß haben"¦ sag mal "¦ warum fragst du? Denkst du, ich bin wie du und mag dich deswegen"¦?"
"Nein, nein! Josh," ich hätte wohl besser nicht gefragt, "ich versuche nur zu verstehen, was mit mir passiert. Ich meine "¦ als ich Gail Sachen das erste Mal angezogen habe, hatte ich so komische Gefühle "¦ ganz intensiv "¦ so als wenn ich das schon viel früher hätte machen sollen! So ein Gefühl, wie wenn man ein Puzzlestückchen findet, das man ewig gesucht hat. Ich wollte mich zuerst weigern, aber als ich dann anfing, änderte sich das schnell und ich suchte mir immer noch femininere Sachen raus, als Gail mir eigentlich geben wollte. Es fühlte sich irgendwie an, als wäre das schon immer meine Kleidung gewesen"¦"
"Ich glaube, das ist wichtig — denk dran, dass du das meinem Vater erzählst"¦"
"Ich kann es kaum abwarten, ihn kennen zu lernen", sagte ich. In meiner Vorstellung würde ich mit ihm eine Stunde oder so reden, dann würde er seine Schlüsse ziehen und ich würde diesen Schlüssen entsprechend "šrepariert"˜ und die ganze Geschichte wäre erledigt.
"Er freut sich auch auf dich!" versicherte mir Josh, "er glaubt wirklich, er kann dir helfen. Du solltest übrigens mal hören, wie meine Mutter über dich spricht. Sie sagt, sie liebt dich, als wärst du ihr eigenes Kind. Du hast sie wirklich verzaubert."
"Das hat deine Mom gesagt?"
"Ja, aber da gibt es noch was Wichtiges. Als ich losging, um dich zu suchen, war dein Vater am Weinen und er bat mich, dir sagen, wie sehr er bereut, dass er dir so wehgetan hat. Er will über Nacht bleiben und mit uns beiden morgen Angeln gehen."
Ich wollte mich aufsetzen, aber Josh zog meinen Kopf wieder in seinen Schoss. Dann erzählte er, wie meine Mom seinem Dad von meiner Theorie erzählt hatte, ich wäre ein Mädchen, einfach nur mit falschen Körperteilen. Zuerst hat sein Vater gelacht, aber nach kurzem Nachdenken hat er gesagt: "Von einer solchen Theorie habe ich zwar noch nichts gehört — aber warum eigentlich nicht? Das wäre schon möglich, wir werden sehen!"
"Und? Denkt er, das wäre mit mir passiert?"
"Das habe ich ihn auch gefragt, aber er sagte, dazu würde er nichts sagen, weil er dich ja noch nicht einmal kennt. Bis er sich sicher ist, braucht es eine lange Therapie."
"Therapie?"
"Ja, das ist das, was er tut. Er will mit dir eine Therapie machen. Und du musst wollen, Christine. Er kann dir helfen, wenn du ihm vertraust."
"Das hat meine Mom auch gesagt. Aber mein Vater "¦ er glaubt nicht an so was. Er sagt, Psych "¦ nun, sie haben alle einen Knall!"
"Deine Mutter und du müsst ihn überreden, ihr MÜSST!"
Es wurde langsam dunkel, als Josh und ich zum Wohnwagen zurückkamen. Die Erwachsenen hatten schon angefangen, sich Sorgen zu machen. "Alles ist gut!" sagte Josh, "wir haben nur geredet."
"Ich glaube, wir gehen zurück zu unserem Camper", sagte Joshs Mutter, "Christine und ihre Eltern werden einiges zu besprechen haben"¦"
"Ok, Mom" sagte Josh, und mehr zu meinem Dad als zu mir: "wir sehen uns morgen früh?"
"Um acht!" sagte mein Dad und sah mich dabei an, in meinem inzwischen ziemlich ramponierten Sonntagskleid und ohne mich mit Namen anzusprechen "Wir beide müssen wohl reden, einverstanden?"
"Als ich gewaschen und bettfertig war, setzten wir uns ins Auto und schlossen die Fenster, damit uns niemand zuhörte. "Wir haben lange mit Dr. Reynolds gesprochen" fing Dad sofort an, "und wir wollen erstmal ein paar Regeln festlegen."
"Ja, Chef!" sagte ich und wusste, dass ich keine Wahl hatte.
"Als erstes musst du verstehen, wie es mir bei dieser "¦ nun "¦ neuesten Entwicklung geht "¦"
"John!" unterbrach ihn Mom, "das ist nicht das Wichtigste, du hast versprochen "¦"
"Dazu komme ich sofort" sagte er und ich konnte fühlen, dass Mom ihn sich ordentlich zur Brust genommen hatte, "Chris, ich möchte mich dafür ent-schuldigen, wie ich mich heute Nachmittag benommen habe. Ich war völlig daneben und es tut mir leid!"
"Ist ok, Dad" sagte ich aber ich fühlte, dass es noch nicht ok war, aber mir war jetzt nicht nach Streiten. "Dad, meinst du, ich könnte eine Umarmung kriegen, bevor wir mit dem Gespräch anfangen?"
Ich hatte eines meiner neuen Seidennachthemdchen an und es fühlte sich tatsächlich erstmal komisch an, als ich meinen Vater umarmte. Die Art, wie er zögerte, sich umarmen zu lassen, zeigte mir, dass er das ähnlich empfand. "Es tut mir leid, Dad — ich wünschte, ich würde nicht so fühlen wie ich fühle "¦"
"Sohn, das wünschte ich mir mehr als alles auf der Welt — aber nun lass uns einen Weg finden, mit dem wir uns alles besser fühlen!"
Als Dad mich "šSohn"˜ nannte, fühlte sich das komisch an. Früher fand ich das immer toll, mit "šSohn"˜ angesprochen zu werden, aber die Dinge hatten sich geändert. Jetzt fühlte ich mich nicht wohl dabei. Wenn ich meinen Willen bekäme, würde Dad mich nie wieder "šSohn"˜ nennen. Ich fühlte, dass ich so etwas wie Bereuen empfand. Könnte es sein, dass Mom und er Recht hatten und ich schon anfing, über die Geschichte mit dem Mädchensein hinweg zu sein? Warum musste alles so kompliziert sein? Sollte ich in Erwägung ziehen, nur dann Mädchen zu sein, wenn mir danach war und ansonsten ein Junge zu bleiben? Ich wusste tief drin, dass das nicht das wäre, was ich wollte, aber dass Dad damit würde leben können. Mom hatte erzählt, dass er bei dem ersten Telefonat gesagt hatte, dass es in Ordnung sei, wenn ein Junge bei der einen oder anderen "špassenden"˜ Gelegenheit ein Kleid trägt. Die "špassende Gelegenheit"˜ wäre natürlich zu Hause, wo das niemand sehen kann. Aber das wäre ja total das Thema verfehlt, oder?
"Das erste, über das wir reden müssen, ist das Angeln morgen. Du willst doch noch, oder?"
"Ja natürlich"" sagte ich begeistert. Mit Dad zu Angeln war eine meiner Lieblingsbeschäftigungen und daran hatte auch das Mädchenwerden nichts geändert.
"Josh wird nicht kommen. Ändert das irgendwas?"
"Kommt nicht? Aber Dad, wir haben doch darüber gesprochen und er freut sich doch schon drauf "¦ Wie soll ich ihm das denn beibringen?"
"Sein Vater wird ihm das jetzt gerade erklären. Dr. Reynold dachte, es wäre besser, wenn wir beide ein wenig Zeit für uns alleine haben. Er denkt, Josh versteht das. Möchtest du immer noch?"
Natürlich wollte ich, war aber ein bisschen unsicher, wie es wäre, den ganzen Tag mit Dad alleine im Boot zu sein "¦ Dann war da ja noch das mit den Anziehsachen "¦ was würde ich anziehen? Als wenn er meine Gedanken gelesen hätte, sagte Dad: "Zum Thema, was du anziehst morgen "¦" ich verspannte mich etwas und Dad hob die Hand, damit ich ihn ausreden ließ, "Deine Mutter und ich sind die Kartons von den Reynold durchgegangen und haben ein paar gute Jeans und Shorts von Josh gefunden. Die sollten dir perfekt passen."
"Aber Dad"¦" versuchte ich zu protestieren, aber er hob die Hand wieder.
"Lass mich bitte ausreden!" bat er, "es ist einfach unpraktisch, den ganzen Tag im Boot eins von deinen geliebten Sommerkleidern zu tragen. Deshalb möchte ich darauf bestehen, dass du eine Hose anziehst, dafür kannst du deine Unterwäsche frei wählen und als Top anziehen, was du magst oder es auch ganz weglassen. Ich bin überzeugt, dass dieses ganze Mädchensein nur eine Laune ist und vorüber geht, so bist du für mich erstmal ein Junge in Mädchenklamotten. Ich werde dich nicht "šChristine"˜ nennen, aber ich werde dich auch nicht in Verlegenheit bringen und deine Tarnung auffliegen lassen. Wenn ich dich vorstellen muss, werde ich dich Chris nennen und ich werde von dir nicht als Junge oder Mädchen sprechen. Aber ich werde jemanden, der dich Mädchen nennt auch nicht korrigieren! Kannst du damit leben?"
"Ja, Chef!" so ganz glücklich war ich damit nicht, aber mir war klar, dass das schon hart genug für ihn war und so ließ ich ihn damit durchkommen. Außerdem saß Mom hinter ihm und warf mir einen Blick zu, der mir signalisierte, dass ich besser ja sagte.
"Dr. Reynolds wird dich morgen kennenlernen, wenn wir zurück sind und er wird den ganzen Sommer jeden Freitag herkommen. Ich möchte, dass du dir für ihn jeden Freitagnachmittag freihältst. Er wird sich mit dir durch all deine Gefühle arbeiten, so dass wir wissen, was wir zu tun haben, wenn im Herbst die Schule anfängt. Ich werde mich mit ihm in der Stadt treffen und Mom wird ihn hier am Wochenende sehen, aber er wird uns nichts erzählen, was du nicht ausdrücklich erlaubt hast. Er hat uns heute erzählt, dass dir eine ziemlich intensive Therapie bevorsteht und einiges wird "¦ nun "¦ wird schon recht hart werden. Bist du dazu bereit? Hältst du das aus?"
"Ich bin bereit, Dad!" ich hatte keine Ahnung, was da auf mich zu kam, aber ich ahnte, dass ich keine Wahl hatte als "šja"˜ zu sagen.
"Kostet das nicht furchtbar viel Geld?" fragte ich. Mir war so oft gesagt worden, dass zurzeit kein Geld übrig war — zumindest solange die Häuser noch nicht fertig waren und das Geschäft noch nicht so richtig angelaufen war.
"Dr. Reynolds und ich haben einen Kompromiss ausgehandelt. Dabei kannst du tatsächlich ein wenig helfen. Er muss dringend seine Computer in der Praxis modernisieren und so helfe ich ihm mit den Computern und er hilft dir!"
"Und was kann ich dabei tun?"
"Sobald ihr wieder zu Hause seid und die Schule angefangen hat, hilfst du mir im Laden. Ihr beide, wenn Josh möchte. Amanda hat schon gesagt, dass sie kein Interesse hat."
"Wirklich?" jubelte ich. Ich hatte mich danach gesehnt in dem Laden Zeit zu verbringen, seit es den Laden gab und so wurde ein Traum wahr.
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Re: Christine
Christine 6 Psychotherapie Teil 2
Als ich am Morgen aufwachte, hörte ich das vertraute Hüsteln von Mom, die schon am Tisch saß. Alle anderen schliefen noch, wie ich hören konnte. Ich kroch leise aus dem Schlafsack und krabbelte rüber zu ihr und kletterte auf ihren Schoss. Sie umarmte mich liebevoll ein paar Minuten ohne etwas zu sagen, dann küsste sie mich auf die Stirn. "Wenn ihr da den ganzen Tag auf dem Boot seid "¦ ich möchte, dass du ihm sagst, dass du ihn nicht hasst!" Flüsterte sie. Ich versprach es, dann sagte ich, dass ich aber nicht verstünde, warum er mich nicht "šChristine"˜ nennen könne. Sie wurde ein wenig ärgerlich und erklärte, dass er schon weit auf mich zu gekommen wäre und jetzt sollte ich erstmal damit leben. Ich versprach es zu versuchen, schließlich wollte ich es mir mit ihm nicht verscherzen. Die Unterstützung meines Vaters war mir immer sehr wichtig gewesen und ich wusste, dass da zurzeit die größte Krise aller Zeiten herrschte.
"Mom", fragte ich nach einer Weile und einigen abgestaubten Schlucken von ihrem Kaffee, "machst Du mir Zöpfchen für heute? Bitte!"
"Zöpfchen? Warum denn das? Ich dachte an einen einfachen Pferdeschwanz"¦"
"Weiß nicht, wollte ich einfach mal probieren. Vielleicht gefallen sie Dad ja "¦"
"Was deinem Vater wirklich gefallen würde "¦" fing sie an, überlegte es sich dann anders, "OK, mach ich dir. Setz dich zwischen meine Beine mit dem Rücken zu mir".
Ich wusste, dass Mom es liebte, sich um meine Haare zu kümmern, und sie hatte vor einer Weile mal gesagt, wenn ich ein Mädchen wäre, sähe ich bestimmt cool mit Zöpfen aus. Während sie mit Flechten beschäftigt war, machte ich den Fehler, zu sagen, dass Josh gemeint hatte, Zöpfe bei mir wären bestimmt toll. "Josh!" rief sie, "du würdest wohl alles tun für Josh. Was geht da vor zwischen euch beiden?"
"Nichts Mom", antwortete ich, "es ist nur "¦ nun "¦ er ist einfach nett zu mir. Er ist der erste Freund, den ich jemals hatte, mit dem ich reden kann "¦ ich meine so RICHTIG reden".
"Liebes, es gibt normalerweise Sachen, über die sollten Mädchen mit Jungs nicht reden "¦"
"Ich weiß, Mom, aber das Meiste von diesen privaten Mädchendingen weiß ich doch selbst noch nicht. Josh ist einfach ein guter Freund".
"Ich muss das jetzt fragen, Liebes", sagte sie und drehte mich, damit sie mir in die Augen gucken konnte, "aber du und Josh, tut "¦ ihr irgendwas, das "¦ zu tun hat mit "¦" "Mom, ich weiß wovon du sprichst!" unterbrach ich sie, "ich habe die Jungs in der Schule über so ein Zeug reden gehört "¦ Nein, Mom, ich find das eklig!"
"OK, Liebling, ich werde dich nicht so bald wieder fragen, aber ich wäre eine schlechte Mutter, wenn ich nicht hin und wieder nachfragen würde".
"Frag so oft du willst — die Antwort wird immer dieselbe sein!"
Der Angelausflug lief etwa so, wie ich das erwartet hatte. Als ich mich meinem Vater zeigte, mit einer Shorts von Josh an, die Mom mit einem gewebten Gürtel und aufgekrempelten Beinen femininer gemacht hat, einem lila Trägerhemdchen das meinen Bauch freiließ, meinen Zöpfchen mit passenden lila Bändchen und Sandalen ohne Socken, konnte ich die Ablehnung klar in seinem Gesicht erkennen. Er holte Luft, um etwas zu sagen, zögerte kurz und sagte dann einfach nur "Morgen Chris kanns losgehen?"
"Jawoll" antwortete ich mit einem leichten Lächeln.
"Es gibt da was, das ich überhaupt nicht verstehe," sagte Dad, während wir das Fresspaket, das Mom für uns vorbereitet hatte, einpackten, "ich begreife nicht, warum du die ganze Zeit wie ein Mädchen aussehen musst — 24 Stunden am Tag". Ich wollte gerade antworten, aber Mom war schneller: "Stimmt, John, du verstehst das nicht. Du kannst das nicht verstehen, weil du etwas noch nicht akzeptiert hast, dessen Christine sich völlig sicher ist: Dass sie nämlich ein Mädchen ist und schon immer war. Solange du das nicht akzeptierst, wirst du gar nichts verstehen. Aber du hast es versprochen!" "Ich weiß, Liebling. Und ich gehe noch einen Schritt weiter: Es fällt mir schwer und tut mir echt weh, aber ich muss zugeben, du siehst wirklich niedlich aus."
In dem Moment hätte Dad mich nicht glücklicher machen können, nicht mal mit dem Versprechen auf lebenslange Grillhähnchen Flatrate. Ich strahlte glücklich und warf meine Arme um seine Taille "Danke, Dad!"
"Danke, John!" fügte Mom hinzu, "das war sehr nett, dass du das gesagt hast!"
"Das habe ich auch gemeint!" sagte er beiläufig und wir gingen los. Das heißt, Dad ging und ich schwebte einen halben Meter über dem Boden neben ihm her. Als wir beim Boot ankamen, dachte ich gerade darüber nach, ob er ahnte, was ich unter Joshs Shorts für Unterwäsche anhatte. "šKlar, weiß er das — schließlich habe ich keine Jungensunterwäsche außer der weißen Unterhose, die noch originalverpackt im Zelt liegt"˜ dachte ich mir.
Beim Angeln wollte ich ihm beweisen, dass auch Mädchen das können, allerdings hatte ich bis Mittag erst 2 kleinere Katzenwelse gefangen und Dad schon 5 und einer davon war riesig. Deswegen neckte er mich wie er es immer getan hatte und dieser vertraute Umgang tat unendlich gut, zeigte er doch, dass Dad und ich wieder Freunde waren.
Nach dem Mittagessen verkündete ich, dass ich auf Klo musste. "Und warum erzählst du das?" fragte Dad und ich antwortete "weil ich ans Ufer muss!" "Warum denn das? Verstehe ich nicht, warum pinkelst du nicht ins Wasser, wie du das immer tust "¦? "¦ oh "¦ ich verstehe "¦" und fing an, den Anker hoch zu holen. Vielleicht hätte ich an der Stelle kompromissbereit sein können aber irgendwie war mir das wichtig. Als wir am Ufer anlegten, rannte ich schnell in den Wald und erledigte mein Geschäft. Eigentlich hätten wir anschließend auch "šnach Hause"˜ gehen können, denn danach fingen wir nichts mehr. Als wir später auf dem Weg zum Campingplatz waren fragte mich Dad: "Jetzt, wo du ein Mädchen bist, werde ich wohl auch deine Fische ausnehmen müssen, weil sie schleimig sind?" Als ich sein Grinsen sah, wusste ich, dass er mich aufzog. "Nicht für dieses Mädchen! Sie hat ihre Fische geputzt und ausgenommen, seit sie 6 ist und weiß immer noch, wie das geht". "Lohnt sich der ganze Aufwand überhaupt für deine Winzlinge?" scherzte er weiter. Ich ignorierte ihn und hockte mich ans Ufer und fing mit meinen Fischen an. "Soll ich mich auch um Deine kümmern?" fragte ich. "Oh, das wäre toll!" antwortete er und grinste dabei noch breiter. Mist, jetzt war ich in eine Falle getappt und war eine Weile mit den sieben Fischen beschäftigt. Als wir beim Wohnwagen ankamen, schickte Mom mich zum Badehaus, mich sauber zu machen — der Doktor wartete auf mich. Plötzlich war ich nervös. Alle machten so ein großes Ding aus dieser Therapie, so dass ich mich fragte, ob die mich verändern würde und ich wieder als Junge würde leben können. Ich wollte das nicht, besonders nachdem ich gerade bewiesen hatte, dass auch Mädchen mit ihrem Vater Angeln gehen und Fische säubern können.
"Was hat deine Familie dir gesagt, warum du hier bist?" fragte der Doktor gleich, nachdem wir es uns in dem geräumigen Wohnwagen bequem gemacht hatten. Niemand sonst von den Reynolds war zu sehen und Dr. Reynolds sagte, er hätte alle zum Baden geschickt und wir würden nicht gestört werden.
"Nicht viel", antwortete ich, "sie sagten nur, ich bräuchte eine Therapie, damit sie mir sagen können, wie es weitergeht"¦"
"Ich werde dir nicht sagen, was du tun sollst", sagte er, "ich werde in den nächsten Wochen versuchen, dich so gut wie möglich kennen zu lernen, und dann werde ich dir helfen, die richtige Entscheidung zu treffen! Es ist wichtig, dass du verstehst, dass es DEINE Entscheidung ist, nicht meine! Ich kann dir nur helfen, dir über deine wirklichen Gefühle klar zu werden — zu erkennen, was du WIRKLICH willst!"
Er wollte mit einer kompletten Untersuchung anfangen. Er sagte, dass er das mit allen neuen Patienten macht. "Wir werden später weitere Untersuchungen machen, wenn du in meine Praxis kommst, jetzt höre ich mir erstmal dein Herz und deine Lunge an und so was"¦" sagte er, während ich mich auszog. Nach dem er mit den üblichen Untersuchungen durch war, untersuchte er noch meinen Intimbereich. Er sagte, er suchte nach eventuellen Spuren von weiblichen Körperteilen, aber er fand keine. Er sagte, körperlich wäre ich ein perfekter kleiner Junge. Mist — ich hatte doch gehofft"¦
"Sei nicht zu enttäuscht!" sagte er, als er mein Gesicht sah, "das heißt noch nicht allzu viel. Es wäre etwas einfacher gewesen, deine Absicht durchzusetzen, wenn wir Spuren von weiblichen Genitalien gefunden hätten"¦"
"Was sind Genita "¦ ehh?"
"Genitalien! Das ist der Fachbegriff für all die Körperteile, die ein Mädchen oder einen Jungen ausmachen."
"Aber mich haben sie nicht zu einem Jungen gemacht!" argumentierte ich.
"Die meisten finden doch!"
""˜die Meisten"˜ irren sich! Ich dachte, sie finden das auch?"
"Nein, Christine, das habe ich nicht gesagt. Ich habe gesagt, du hast ein gutes Argument gebracht. Und deshalb sitzen wir hier. Wir wollen rauskriegen, was du wirklich bist!"
"Wie lange dauert das?" fragte ich. Ich war schon etwas enttäuscht, weil ich gehofft hatte, dass wüssten wir inzwischen.
"Möglicherweise den ganzen Sommer oder länger, vielleicht Jahre. Und es kann sein, das wir uns niemals ganz sicher sein werden. Aber wir wollen es versuchen, oder?"
"Ich bin mir schon sicher!" sagte ich bestimmt.
"Das weiß ich, Liebes, leider reicht dem Gesetz und den Schulbehörden und dem Medizinapparat dein Wort nicht. Also muss ich so viele Fakten sammeln, bis wir sie überzeugen können."
"Weil ich ein Kind bin, nicht wahr?"
"Nicht ganz — ich habe von Männern in den Vierzigern gelesen, die in absolut derselben Situation waren, wie du. Auch sie haben alle Fragen beantworten müssen, bis man ihnen geglaubt hat. Aber ich werde mir mit dir die größte Mühe geben. Und du musst verstehen, dass ich manchmal Fragen stellen muss, als wenn ich dir nicht glaubte. Auch wenn ich dir glaube, muss ich solche Fragen stellen, um die Anderen zu überzeugen, OK?"
"Sie meinen zum Beispiel meinen Dad?"
"Ja, deinen Vater und deine Schule — ich nehme an, du möchtest als Christine zur Schule?"
"Ja, natürlich!"
"Gut, dann an die Arbeit! Lass uns BEWEISEN, dass du Christine bist!"
Und weiter und immer weiter ging das. Ich habe jetzt ungefähr die erste Woche auf dem Campingplatz erzählt. Ich will jetzt den Rest des Sommers etwas überfliegen und nur zeigen, wie schnell es für mich weiterging. Auf jeden Fall ist es unnötig, zu erzählen, dass es absolut die beste Zeit meines bisherigen Lebens war. Die Freundschaft von Gail und mir zu Amanda und Josh wurde immer tiefer und oft waren wir auch zu zweit unterwegs — meist Josh und ich, während Gail und Amanda was anderes machten. Wenn Josh und ich alleine waren, gingen wir meist in den Wald, genossen die Stille und beobachteten Vögel. Und wir redeten viel. Es war wirklich kaum zu glauben, über was eine achtjährige mit einem elfjährigen alles reden konnte.
Die Therapiestunden mit Dr. Reynolds kann man eigentlich nur mit "šintensiv"˜ beschreiben. Während der ersten Sitzungen wollte er mich nur kennenlernen, mein Vertrauen gewinnen und mein Selbstbewusstsein ausbauen. Er erreichte sein Ziel in allen Punkten. Und dann wurde er unangenehm. Er hatte mich einige Male vorgewarnt, dass einige der Sitzungen richtig schmerzhaft werden würden und das wurden sie auch tatsächlich. Er ging mit mir und meinen Gedanken an Orte, an denen ich nicht sein wollte und dort tauchte er dermaßen tief in meine Gedanken und Gefühle ein, wie es nur wenige können. Inzwischen ging er auch bei Mom und Dad genauso ans Eingemachte. Wenn es irgendwo versteckte Geheimnisse gegeben hätte, hätte er sie gefunden. Und er musste inzwischen zugeben, dass er einen Fall wie meinen noch nicht hatte. Er hatte ein paar Teenager behandelt, Crossdresser, von denen einer irgendwann den Wunsch äußerte, ein Mädchen werden zu wollen. Aber jemanden, der absolut sicher war, schon immer ein Mädchen gewesen zu sein, hatte er noch nicht behandelt. Deshalb musste er während meiner Therapie eine Menge lesen und sich mit erfahrenen Therapeuten beraten.
Pech für Dr. Reynolds war, dass Josh nach den Stunden immer auf mich wartete. Wenn ich dann in Tränen aufgelöst oder als Häuflein Elend da raus kam, bekam es der Herr Doktor mit meinem selbsternannten Beschützer zu tun — seinem eigenen Sohn. Wie er es versprochen hatte, sprach Dr. Reynolds nie mit irgendwem über die Sitzungen und das machte es für Josh umso schwerer, weil er seinem Vater vertrauen musste, dass das alles wirklich nötig und nützlich war.
Ende Juli fuhren wir alle zu einem Vergnügungspark in Virginia, als vor-gezogenen Geburtstagsparty für Joshs elften. Wir hatten eine tolle Zeit an dem Wochenende und ich entdeckte ein neues Hobby: Achterbahnen. Ich konnte überhaupt nicht genug kriegen und schwor, bis zu meinem Lebensende jede einzelne Achterbahn der USA gefahren zu sein. Das Ziel habe ich bis jetzt zwar noch nicht erreicht — vergessen habe ich es aber auch nicht!
Am letzten Tag des Juli packten Mom und Tante Julia Gail und mich ins Auto und wir fuhren nach Hause um die neuen Häuser zu besichtigen und zur Abschlussberatung mit Dr. Reynolds. Er hatte meine Eltern gebeten, mit der Anmeldung zur Schule bis nach diesem Gespräch zu warten. Ich hoffte sehr, dass die Indizien ausreichen würden, um mich mit dem "šrichtigen"˜ Geschlecht anzumelden, was auch immer das sein würde. Ich hatte ihn sehr intensiv versucht auszuquetschen — jedenfalls so intensiv wie eine achtjährige es vermochte — was er denn in diesem Gespräch sagen würde, aber er ließ sich nichts entlocken. Als wir in seinem Konferenzraum Platz nahmen, hatte ich immer noch keine Ahnung und meine Eltern auch nicht.
Als ich am Morgen aufwachte, hörte ich das vertraute Hüsteln von Mom, die schon am Tisch saß. Alle anderen schliefen noch, wie ich hören konnte. Ich kroch leise aus dem Schlafsack und krabbelte rüber zu ihr und kletterte auf ihren Schoss. Sie umarmte mich liebevoll ein paar Minuten ohne etwas zu sagen, dann küsste sie mich auf die Stirn. "Wenn ihr da den ganzen Tag auf dem Boot seid "¦ ich möchte, dass du ihm sagst, dass du ihn nicht hasst!" Flüsterte sie. Ich versprach es, dann sagte ich, dass ich aber nicht verstünde, warum er mich nicht "šChristine"˜ nennen könne. Sie wurde ein wenig ärgerlich und erklärte, dass er schon weit auf mich zu gekommen wäre und jetzt sollte ich erstmal damit leben. Ich versprach es zu versuchen, schließlich wollte ich es mir mit ihm nicht verscherzen. Die Unterstützung meines Vaters war mir immer sehr wichtig gewesen und ich wusste, dass da zurzeit die größte Krise aller Zeiten herrschte.
"Mom", fragte ich nach einer Weile und einigen abgestaubten Schlucken von ihrem Kaffee, "machst Du mir Zöpfchen für heute? Bitte!"
"Zöpfchen? Warum denn das? Ich dachte an einen einfachen Pferdeschwanz"¦"
"Weiß nicht, wollte ich einfach mal probieren. Vielleicht gefallen sie Dad ja "¦"
"Was deinem Vater wirklich gefallen würde "¦" fing sie an, überlegte es sich dann anders, "OK, mach ich dir. Setz dich zwischen meine Beine mit dem Rücken zu mir".
Ich wusste, dass Mom es liebte, sich um meine Haare zu kümmern, und sie hatte vor einer Weile mal gesagt, wenn ich ein Mädchen wäre, sähe ich bestimmt cool mit Zöpfen aus. Während sie mit Flechten beschäftigt war, machte ich den Fehler, zu sagen, dass Josh gemeint hatte, Zöpfe bei mir wären bestimmt toll. "Josh!" rief sie, "du würdest wohl alles tun für Josh. Was geht da vor zwischen euch beiden?"
"Nichts Mom", antwortete ich, "es ist nur "¦ nun "¦ er ist einfach nett zu mir. Er ist der erste Freund, den ich jemals hatte, mit dem ich reden kann "¦ ich meine so RICHTIG reden".
"Liebes, es gibt normalerweise Sachen, über die sollten Mädchen mit Jungs nicht reden "¦"
"Ich weiß, Mom, aber das Meiste von diesen privaten Mädchendingen weiß ich doch selbst noch nicht. Josh ist einfach ein guter Freund".
"Ich muss das jetzt fragen, Liebes", sagte sie und drehte mich, damit sie mir in die Augen gucken konnte, "aber du und Josh, tut "¦ ihr irgendwas, das "¦ zu tun hat mit "¦" "Mom, ich weiß wovon du sprichst!" unterbrach ich sie, "ich habe die Jungs in der Schule über so ein Zeug reden gehört "¦ Nein, Mom, ich find das eklig!"
"OK, Liebling, ich werde dich nicht so bald wieder fragen, aber ich wäre eine schlechte Mutter, wenn ich nicht hin und wieder nachfragen würde".
"Frag so oft du willst — die Antwort wird immer dieselbe sein!"
Der Angelausflug lief etwa so, wie ich das erwartet hatte. Als ich mich meinem Vater zeigte, mit einer Shorts von Josh an, die Mom mit einem gewebten Gürtel und aufgekrempelten Beinen femininer gemacht hat, einem lila Trägerhemdchen das meinen Bauch freiließ, meinen Zöpfchen mit passenden lila Bändchen und Sandalen ohne Socken, konnte ich die Ablehnung klar in seinem Gesicht erkennen. Er holte Luft, um etwas zu sagen, zögerte kurz und sagte dann einfach nur "Morgen Chris kanns losgehen?"
"Jawoll" antwortete ich mit einem leichten Lächeln.
"Es gibt da was, das ich überhaupt nicht verstehe," sagte Dad, während wir das Fresspaket, das Mom für uns vorbereitet hatte, einpackten, "ich begreife nicht, warum du die ganze Zeit wie ein Mädchen aussehen musst — 24 Stunden am Tag". Ich wollte gerade antworten, aber Mom war schneller: "Stimmt, John, du verstehst das nicht. Du kannst das nicht verstehen, weil du etwas noch nicht akzeptiert hast, dessen Christine sich völlig sicher ist: Dass sie nämlich ein Mädchen ist und schon immer war. Solange du das nicht akzeptierst, wirst du gar nichts verstehen. Aber du hast es versprochen!" "Ich weiß, Liebling. Und ich gehe noch einen Schritt weiter: Es fällt mir schwer und tut mir echt weh, aber ich muss zugeben, du siehst wirklich niedlich aus."
In dem Moment hätte Dad mich nicht glücklicher machen können, nicht mal mit dem Versprechen auf lebenslange Grillhähnchen Flatrate. Ich strahlte glücklich und warf meine Arme um seine Taille "Danke, Dad!"
"Danke, John!" fügte Mom hinzu, "das war sehr nett, dass du das gesagt hast!"
"Das habe ich auch gemeint!" sagte er beiläufig und wir gingen los. Das heißt, Dad ging und ich schwebte einen halben Meter über dem Boden neben ihm her. Als wir beim Boot ankamen, dachte ich gerade darüber nach, ob er ahnte, was ich unter Joshs Shorts für Unterwäsche anhatte. "šKlar, weiß er das — schließlich habe ich keine Jungensunterwäsche außer der weißen Unterhose, die noch originalverpackt im Zelt liegt"˜ dachte ich mir.
Beim Angeln wollte ich ihm beweisen, dass auch Mädchen das können, allerdings hatte ich bis Mittag erst 2 kleinere Katzenwelse gefangen und Dad schon 5 und einer davon war riesig. Deswegen neckte er mich wie er es immer getan hatte und dieser vertraute Umgang tat unendlich gut, zeigte er doch, dass Dad und ich wieder Freunde waren.
Nach dem Mittagessen verkündete ich, dass ich auf Klo musste. "Und warum erzählst du das?" fragte Dad und ich antwortete "weil ich ans Ufer muss!" "Warum denn das? Verstehe ich nicht, warum pinkelst du nicht ins Wasser, wie du das immer tust "¦? "¦ oh "¦ ich verstehe "¦" und fing an, den Anker hoch zu holen. Vielleicht hätte ich an der Stelle kompromissbereit sein können aber irgendwie war mir das wichtig. Als wir am Ufer anlegten, rannte ich schnell in den Wald und erledigte mein Geschäft. Eigentlich hätten wir anschließend auch "šnach Hause"˜ gehen können, denn danach fingen wir nichts mehr. Als wir später auf dem Weg zum Campingplatz waren fragte mich Dad: "Jetzt, wo du ein Mädchen bist, werde ich wohl auch deine Fische ausnehmen müssen, weil sie schleimig sind?" Als ich sein Grinsen sah, wusste ich, dass er mich aufzog. "Nicht für dieses Mädchen! Sie hat ihre Fische geputzt und ausgenommen, seit sie 6 ist und weiß immer noch, wie das geht". "Lohnt sich der ganze Aufwand überhaupt für deine Winzlinge?" scherzte er weiter. Ich ignorierte ihn und hockte mich ans Ufer und fing mit meinen Fischen an. "Soll ich mich auch um Deine kümmern?" fragte ich. "Oh, das wäre toll!" antwortete er und grinste dabei noch breiter. Mist, jetzt war ich in eine Falle getappt und war eine Weile mit den sieben Fischen beschäftigt. Als wir beim Wohnwagen ankamen, schickte Mom mich zum Badehaus, mich sauber zu machen — der Doktor wartete auf mich. Plötzlich war ich nervös. Alle machten so ein großes Ding aus dieser Therapie, so dass ich mich fragte, ob die mich verändern würde und ich wieder als Junge würde leben können. Ich wollte das nicht, besonders nachdem ich gerade bewiesen hatte, dass auch Mädchen mit ihrem Vater Angeln gehen und Fische säubern können.
"Was hat deine Familie dir gesagt, warum du hier bist?" fragte der Doktor gleich, nachdem wir es uns in dem geräumigen Wohnwagen bequem gemacht hatten. Niemand sonst von den Reynolds war zu sehen und Dr. Reynolds sagte, er hätte alle zum Baden geschickt und wir würden nicht gestört werden.
"Nicht viel", antwortete ich, "sie sagten nur, ich bräuchte eine Therapie, damit sie mir sagen können, wie es weitergeht"¦"
"Ich werde dir nicht sagen, was du tun sollst", sagte er, "ich werde in den nächsten Wochen versuchen, dich so gut wie möglich kennen zu lernen, und dann werde ich dir helfen, die richtige Entscheidung zu treffen! Es ist wichtig, dass du verstehst, dass es DEINE Entscheidung ist, nicht meine! Ich kann dir nur helfen, dir über deine wirklichen Gefühle klar zu werden — zu erkennen, was du WIRKLICH willst!"
Er wollte mit einer kompletten Untersuchung anfangen. Er sagte, dass er das mit allen neuen Patienten macht. "Wir werden später weitere Untersuchungen machen, wenn du in meine Praxis kommst, jetzt höre ich mir erstmal dein Herz und deine Lunge an und so was"¦" sagte er, während ich mich auszog. Nach dem er mit den üblichen Untersuchungen durch war, untersuchte er noch meinen Intimbereich. Er sagte, er suchte nach eventuellen Spuren von weiblichen Körperteilen, aber er fand keine. Er sagte, körperlich wäre ich ein perfekter kleiner Junge. Mist — ich hatte doch gehofft"¦
"Sei nicht zu enttäuscht!" sagte er, als er mein Gesicht sah, "das heißt noch nicht allzu viel. Es wäre etwas einfacher gewesen, deine Absicht durchzusetzen, wenn wir Spuren von weiblichen Genitalien gefunden hätten"¦"
"Was sind Genita "¦ ehh?"
"Genitalien! Das ist der Fachbegriff für all die Körperteile, die ein Mädchen oder einen Jungen ausmachen."
"Aber mich haben sie nicht zu einem Jungen gemacht!" argumentierte ich.
"Die meisten finden doch!"
""˜die Meisten"˜ irren sich! Ich dachte, sie finden das auch?"
"Nein, Christine, das habe ich nicht gesagt. Ich habe gesagt, du hast ein gutes Argument gebracht. Und deshalb sitzen wir hier. Wir wollen rauskriegen, was du wirklich bist!"
"Wie lange dauert das?" fragte ich. Ich war schon etwas enttäuscht, weil ich gehofft hatte, dass wüssten wir inzwischen.
"Möglicherweise den ganzen Sommer oder länger, vielleicht Jahre. Und es kann sein, das wir uns niemals ganz sicher sein werden. Aber wir wollen es versuchen, oder?"
"Ich bin mir schon sicher!" sagte ich bestimmt.
"Das weiß ich, Liebes, leider reicht dem Gesetz und den Schulbehörden und dem Medizinapparat dein Wort nicht. Also muss ich so viele Fakten sammeln, bis wir sie überzeugen können."
"Weil ich ein Kind bin, nicht wahr?"
"Nicht ganz — ich habe von Männern in den Vierzigern gelesen, die in absolut derselben Situation waren, wie du. Auch sie haben alle Fragen beantworten müssen, bis man ihnen geglaubt hat. Aber ich werde mir mit dir die größte Mühe geben. Und du musst verstehen, dass ich manchmal Fragen stellen muss, als wenn ich dir nicht glaubte. Auch wenn ich dir glaube, muss ich solche Fragen stellen, um die Anderen zu überzeugen, OK?"
"Sie meinen zum Beispiel meinen Dad?"
"Ja, deinen Vater und deine Schule — ich nehme an, du möchtest als Christine zur Schule?"
"Ja, natürlich!"
"Gut, dann an die Arbeit! Lass uns BEWEISEN, dass du Christine bist!"
Und weiter und immer weiter ging das. Ich habe jetzt ungefähr die erste Woche auf dem Campingplatz erzählt. Ich will jetzt den Rest des Sommers etwas überfliegen und nur zeigen, wie schnell es für mich weiterging. Auf jeden Fall ist es unnötig, zu erzählen, dass es absolut die beste Zeit meines bisherigen Lebens war. Die Freundschaft von Gail und mir zu Amanda und Josh wurde immer tiefer und oft waren wir auch zu zweit unterwegs — meist Josh und ich, während Gail und Amanda was anderes machten. Wenn Josh und ich alleine waren, gingen wir meist in den Wald, genossen die Stille und beobachteten Vögel. Und wir redeten viel. Es war wirklich kaum zu glauben, über was eine achtjährige mit einem elfjährigen alles reden konnte.
Die Therapiestunden mit Dr. Reynolds kann man eigentlich nur mit "šintensiv"˜ beschreiben. Während der ersten Sitzungen wollte er mich nur kennenlernen, mein Vertrauen gewinnen und mein Selbstbewusstsein ausbauen. Er erreichte sein Ziel in allen Punkten. Und dann wurde er unangenehm. Er hatte mich einige Male vorgewarnt, dass einige der Sitzungen richtig schmerzhaft werden würden und das wurden sie auch tatsächlich. Er ging mit mir und meinen Gedanken an Orte, an denen ich nicht sein wollte und dort tauchte er dermaßen tief in meine Gedanken und Gefühle ein, wie es nur wenige können. Inzwischen ging er auch bei Mom und Dad genauso ans Eingemachte. Wenn es irgendwo versteckte Geheimnisse gegeben hätte, hätte er sie gefunden. Und er musste inzwischen zugeben, dass er einen Fall wie meinen noch nicht hatte. Er hatte ein paar Teenager behandelt, Crossdresser, von denen einer irgendwann den Wunsch äußerte, ein Mädchen werden zu wollen. Aber jemanden, der absolut sicher war, schon immer ein Mädchen gewesen zu sein, hatte er noch nicht behandelt. Deshalb musste er während meiner Therapie eine Menge lesen und sich mit erfahrenen Therapeuten beraten.
Pech für Dr. Reynolds war, dass Josh nach den Stunden immer auf mich wartete. Wenn ich dann in Tränen aufgelöst oder als Häuflein Elend da raus kam, bekam es der Herr Doktor mit meinem selbsternannten Beschützer zu tun — seinem eigenen Sohn. Wie er es versprochen hatte, sprach Dr. Reynolds nie mit irgendwem über die Sitzungen und das machte es für Josh umso schwerer, weil er seinem Vater vertrauen musste, dass das alles wirklich nötig und nützlich war.
Ende Juli fuhren wir alle zu einem Vergnügungspark in Virginia, als vor-gezogenen Geburtstagsparty für Joshs elften. Wir hatten eine tolle Zeit an dem Wochenende und ich entdeckte ein neues Hobby: Achterbahnen. Ich konnte überhaupt nicht genug kriegen und schwor, bis zu meinem Lebensende jede einzelne Achterbahn der USA gefahren zu sein. Das Ziel habe ich bis jetzt zwar noch nicht erreicht — vergessen habe ich es aber auch nicht!
Am letzten Tag des Juli packten Mom und Tante Julia Gail und mich ins Auto und wir fuhren nach Hause um die neuen Häuser zu besichtigen und zur Abschlussberatung mit Dr. Reynolds. Er hatte meine Eltern gebeten, mit der Anmeldung zur Schule bis nach diesem Gespräch zu warten. Ich hoffte sehr, dass die Indizien ausreichen würden, um mich mit dem "šrichtigen"˜ Geschlecht anzumelden, was auch immer das sein würde. Ich hatte ihn sehr intensiv versucht auszuquetschen — jedenfalls so intensiv wie eine achtjährige es vermochte — was er denn in diesem Gespräch sagen würde, aber er ließ sich nichts entlocken. Als wir in seinem Konferenzraum Platz nahmen, hatte ich immer noch keine Ahnung und meine Eltern auch nicht.