In Hubertines Vorstellungs-Thread ist mir etwas... hmm, aufgestoßen: Rosi_neu hat da was geschrieben, was mich nachdenklich macht und brennend interessiert (u. a. auch aus professioneller Sicht, ich bin Sonderpädagogin). Allerdings hab' ich gedacht, ich poste es hier, da das eindeutig über Willkommensgrüße hinausgeht - hoffe, das ist ok. Rosi schrieb Folgendes (Thema "Akzeptanz in der Familie", grob umrissen):
Da stellen sich mir gleich mehrere Fragen:da stellt sich die Frage: Wie alt? Mein Sohn (15) dürfte das nicht wissen, er würde
mich verachten und als schwules Schwein abstempeln.
Dein Satz enthält gleich mehrere negative
Verachten - woher nimmst Du die Sicherheit (reine Interessenfrage, ich zweifle nicht an Deinen Erwartungen), dass Dein Sohn so negativ reagieren würde?
Abstempeln - Wenn Dein Sohn solchen "Schubladen" und "Etikettierungen" gedanklich folgt, kann man da nicht ... hmm ... erzieherisch was tun? Oder anders gefragt: Hat Man(n) als Vater / Eltern nicht das Bedürfnis, den Kindern mehr Offenheit mitzugeben? Versteh' mich nicht falsch, ich sage nicht, dass das mal eben gemacht ist - aber ich hätte damit gerechnet, dass Du als Trans*-Mensch selbst eine gewisse gedankliche Offenheit zum Thema Geschlecht und dem entsprechenden (oder nicht entsprechenden
schwules Schwein gerechnet. Das verwirrt mich ein bisschen. Homosexualität ist doch zum Glück fast komplett gesellschaftlich etabliert!
Falls ich den Eindruck erwecke, mit erhobenem Zeigefinger hier rumzuwedeln: Das ist nicht meine Absicht
Spannend finde ich auch, was Jennifer erwidert hat:
Wie ging es / geht es weiter? Sprichst Du darüber mit Deiner Tochter? Ist es ein Thema? Also, nicht nur Deine rote Corsage, sondern auch die Tatsache, dass man Schwulsein nicht "wegmachen" kann - selbst wenn es Dich persönlich nicht betrifft.Meine Tochter ( 11 ) hat einmal durch Zufall mibekommen,das ich eine rote Corsage gekauft hab und hat gesagt,das ich schwul wäre und das sie mich wieder davon abringen möchte. Dabei bin ich nicht schwul.
Die Integration des Themas Transgender in die eigene Familie zu bringen - das finde ich spannend. Sicher, es muss eine grundlegende Basis an Offenheit/Akzeptanz da sein, zumindest vom Partner - allerdings scheint das ja in beiden Fällen so zu sein. Nur: es kann doch nicht bei den Kindern Halt machen mit der Integration - oder? Kann man(n) sich einerseits freuen, dass die Partnerin "damit" klarkommt und gleichzeitig selbst damit klarkommen, dass die Kinder einen "abstempeln"?
Interessierte liebe Grüße
Sally