Ehe für alle: "Sofort geht hierzulande gar nichts!"
Ehe für alle: "Sofort geht hierzulande gar nichts!"

Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 27678
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: W
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Forum-Galerie: gallery/album/1
Hat sich bedankt: 218 Mal
Danksagung erhalten: 2531 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Ehe für alle: "Sofort geht hierzulande gar nichts!"

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

evangelisch.de beschäftigt sich mit dem Thema:

Der Dachverband der CSD-Organisationen fordert in einem Offenen Brief an die Mitglieder des Deutschen Bundestages, noch in dieser Legislaturperiode den letzten Schritt von der Verpartnerung hin zur Ehe zu gehen.

(Gab's nicht so eige Forderungen noch in dieser Legislaturperiode? )

http://www.evangelisch.de/blogs/kreuz-q ... 13-03-2017

Gruß
Anne-Mette
Lex

Re: Ehe für alle: "Sofort geht hierzulande gar nichts!"

Post 2 im Thema

Beitrag von Lex »

Gleichberechtigung in allen Ehren, aber warum ist den Leuten die Ehe so wichtig?
Es sollte klar sein, dass der CDU/CSU nichts an uns liegt, da sie christlich-konservative Werte verfolgt und ihr die "Wahrung des Status Ehe" heilig ist.
Ich persönlich hab mich längst damit abgefunden, warum können andere das nicht? Die Welt ist nicht fair. Aber es gibt doch Alternativen zur Ehe. Eine einfache Partnerschaft z.b.
Schlussendlich zählt die Liebe doch mehr, als das Wort eines Gottes, der eine Institution billigt, die seine Schöpfung separiert und Menschen, die etwas von der "Norm" (was auch immer das ist?) abweichen, das Existenzrecht abspricht. Oder liege ich damit etwa falsch? (smili)
Bianca D.
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3048
Registriert: Fr 1. Mai 2009, 18:02
Geschlecht: weibl.
Pronomen:
Wohnort (Name): Schacht Audorf
Hat sich bedankt: 6 Mal
Danksagung erhalten: 8 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Ehe für alle: "Sofort geht hierzulande gar nichts!"

Post 3 im Thema

Beitrag von Bianca D. »

Lex hat geschrieben: Di 14. Mär 2017, 14:44 aber warum ist den Leuten die Ehe so wichtig?
Moin,

es geht nicht so sehr um die Ehe,klar,irgendwo schon,aber der Hauptaspekt ist m.M. die offensichtliche Benachteiligung homosexueller Menschen,siehe dazu auch GG,Artikel 3! Es ist einfach ein Unding,daß da nach Maßstäben gehandelt wird,die zur Zeit der Gründung der BRD im GG manifestiert wurden,die heute aber längst überholt sind. "Alle Menschen sind gleich!?" Nee- manche sind gleicher...
Lex hat geschrieben: Di 14. Mär 2017, 14:44 Schlussendlich zählt die Liebe doch mehr, als das Wort eines Gottes, der eine Institution billigt, die seine Schöpfung separiert
Natürlich zählt letztlich die Liebe zwischen zwei Menschen,aber es geht nicht zwingend um den Segen Gottes! Den brauch ich nicht,um meine Partnerin heiraten zu können. Wichtig sind die rechtlichen Unterschiede zwischen Lebenspartnerschaften und Ehen.Ich denke da nur an das Adoptionsrecht. Artikel 2 GG sagt:Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.
Solange mir die Ehe verwehrt bleibt,ist m.E. mein dort verbrieftes Recht eingeschränkt! Warum? Ist es sittenwidrig,eine Frau zu lieben? Ich glaube nicht!!

LG Bianca
Ick wees nüscht,kann nüscht,hab aba jede Menge Potenzial
Lex

Re: Ehe für alle: "Sofort geht hierzulande gar nichts!"

Post 4 im Thema

Beitrag von Lex »

Hallo Bianca,

so hab ich das gar nicht gesehen. Also das mit dem Grundgesetz. Rückt alles in ein anderes Licht. Danke für die Erläuterung.
Gerade das mit dem Adoptionsrecht ist mies. Ich weiß wovon ich reden, ich hab selber meine Mutter verloren. Zwar erst deutlich später, da wars dann nicht gaaaaanz so schlimm, wie wenn ich 5 oder 10 Jahre alt gewesen wäre, aber trotzdem wars nicht angenehm. Außerdem denk ich einfach, es gibt so viele Waisen, warum dann noch Kinder "produzieren"? Trüge doch auch etwas zur Bevölkerungsstabilisierung hier auf Erden bei. ^^
Aber für mich gilt trotzdem: Liebe kann keiner verbieten, egal wie verbohrt die Regierungsspitze auch sein mag.

Lex
conny
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3720
Registriert: Mo 9. Nov 2009, 18:54
Geschlecht: vorhanden
Pronomen:
Wohnort (Name): Lüneburg
Hat sich bedankt: 88 Mal
Danksagung erhalten: 92 Mal
Kontaktdaten:

Re: Ehe für alle: "Sofort geht hierzulande gar nichts!"

Post 5 im Thema

Beitrag von conny »

Lex hat geschrieben: Di 14. Mär 2017, 14:44
Schlussendlich zählt die Liebe doch mehr, als das Wort eines Gottes...
Hallo,
es geht doch hier nicht um die Möglichkeit der kirchlichen Eheschließung, sondern um die staatliche. DIESE Ehe ist mit rechtllichen Dingen verbunden, die gleichgeschlechtliche PartnerInnen eben noch nicht haben können. Warum sollten sie auf die Institution "Ehe" Deiner Meinung nach weiterhin verzichten? Freiwillige Akzeptanz einer als Diskriminierung empfundenen Rechtslage? :roll:
Dieses Thema hatten wir an anderer Stelle aber schon einmal....

I.ü. finde ich es immer wieder bemerkenswert, wie offen und sachlich diese Themen im Umfeld der ev. Kirche behandelt werden.

LG
Conny
Michi
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 6008
Registriert: Mo 19. Dez 2016, 09:45
Pronomen: sie
Forum-Galerie: gallery/album/11
Hat sich bedankt: 744 Mal
Danksagung erhalten: 910 Mal
Kontaktdaten:

Re: Ehe für alle: "Sofort geht hierzulande gar nichts!"

Post 6 im Thema

Beitrag von Michi »

Hallo,

auch wenn es mich in diesem Falle selbst nicht betrifft: Allen Menschen steht das Recht auf Eheschließung zu.

Ob eine Kirche das anders sieht, und ihren "Schäfchen" die Ehe nach ihren Grundsätzen verwehrt, ist eine völlig andere Baustelle.

Die Damen und Herren von der CxU sollten sich langsam mal darüber klar werden,
dass wir in Deutschland aus gutem Grund eine Trennung von Staat und Kirche haben.
Ich finde es unerhört, dass immer noch versucht wird, kirchliche Ansichten durch die Hintertür umzusetzen.

Liebe Grüße
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
conny
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3720
Registriert: Mo 9. Nov 2009, 18:54
Geschlecht: vorhanden
Pronomen:
Wohnort (Name): Lüneburg
Hat sich bedankt: 88 Mal
Danksagung erhalten: 92 Mal
Kontaktdaten:

Re: Ehe für alle: "Sofort geht hierzulande gar nichts!"

Post 7 im Thema

Beitrag von conny »

MichiWell hat geschrieben: Di 14. Mär 2017, 22:38
Ich finde es unerhört, dass immer noch versucht wird, kirchliche Ansichten durch die Hintertür umzusetzen.
Hallo,
wir leben in einer pluralen Gesellschaft, in der alle gesellschaftlichen Gruppen an der politischen Willensbildung mitwirken. Alle Menschen, auch die gewählten Politiker handeln nach ihren persönlichen Ansichten und Überzeugungen - ohne Hintertüren. Entscheidend ist die sich herausbildende Mehrheitsmeinung.

LG
Conny
Zuletzt geändert von conny am Mi 15. Mär 2017, 12:42, insgesamt 1-mal geändert.
Ninakadin
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 139
Registriert: Di 15. Jun 2010, 03:18
Geschlecht: Transfrau
Pronomen:
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Ehe für alle: "Sofort geht hierzulande gar nichts!"

Post 8 im Thema

Beitrag von Ninakadin »

Gabi Bauer hat geschrieben: Di 14. Mär 2017, 23:45 Der Grundgedanke des Staates bei der besonderen Behandlung von Ehe und mittlerweile allgemein Lebenspartnerschaft zwischen Frau und Mann gegenüber anderen Lebenspartnerschaften liegt ursprünglich und noch darin, dass Mann und Frau Kinder zeugen, die die Gesellschaft am Leben erhalten und darüber hinaus zum gesellschaftlichen Gemeinwohl als nachwachsende Steuer- und Rentenzahler beitragen.
Woraus schließt Du das? Ich habe mir den Artikel 6 des GG noch mal angeschaut, ich kann diesen Grundgedanken dort nicht finden. Im Gegenteil, dort steht:

(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.

Es wird also extra noch mal zwischen Ehe und Familie unterschieden. Das ist auch sinnvoll, denn in einer Ehe gehen die Partner die Verpflichtung ein, füreinander zu sorgen, womit der Staat entlastet wird. Deshalb wird die Ehe geschützt.

LG,

Nina
Claudia-Luisa
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 145
Registriert: Mo 22. Jun 2015, 08:26
Pronomen:
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Ehe für alle: "Sofort geht hierzulande gar nichts!"

Post 9 im Thema

Beitrag von Claudia-Luisa »

Guten Abend!

Ich bin für Ehe Für Alle.
Hier möchte ich meinen Lieblingsautoren Dr. phil. Michael Schmidt-Salomon, Philosoph und Schriftsteller, Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung, Unterzeichner der "Stuttgarter Erklaerung", zitieren:

-«Dies ist das Land, in dem Ihre Kinder nicht automatisch Juden, Christen, Muslime sind, bloss weil Sie einer dieser Religionen angehören! Dies ist das Land, in dem Sie nicht das Recht haben, an den -­Genitalien Ihrer Kinder herumzuschneiden, weil Sie sich einem archaischen Initiationsritual verpflichtet fühlen! Dies ist das Land, in dem Sie glauben dürfen, was immer Sie wollen, in dem wir Ihren Kindern aber von der Pike auf beibringen werden, dass nur solche Weltanschauungen akzeptabel sind, die die Menschenrechte in vollem Umfang -­anerkennen! Dies ist das Land, in dem Sie behaupten dürfen, die Erde sei erst vor 6000 Jahren erschaffen worden, in dem Ihre Kinder aber schon in der Grundschule die Tatsache der Evolution erfahren! Dies ist das Land, in dem auch Kinder Rechte haben, die Sie nicht übergehen dürfen, in dem Sie es hinnehmen müssen, dass Männer und Frauen, Religiöse und Nichtreligiöse, Hetero-, Homo- und Transsexuelle gleichberechtigt sind, auch wenn Sie in Ihrer emotionalen und kognitiven Entwicklung womöglich so sehr geschädigt wurden, dass Sie diesen einfachen ethischen Gleichheitsgrundsatz nicht nachvollziehen können! Dies ist nicht zuletzt auch das Land, in dem Sie Ihre eigenen Sexualneurosen pflegen dürfen, solange Sie damit niemanden -­schädigen, in dem Ihre Kinder aber rechtzeitig aufgeklärt werden, damit sie die Chance haben, ein freies, selbstbestimmtes Leben zu führen!-»

Aus "Die Grenzen der Toleranz"

Liebe Grüße, C-L
Michi
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 6008
Registriert: Mo 19. Dez 2016, 09:45
Pronomen: sie
Forum-Galerie: gallery/album/11
Hat sich bedankt: 744 Mal
Danksagung erhalten: 910 Mal
Kontaktdaten:

Re: Ehe für alle: "Sofort geht hierzulande gar nichts!"

Post 10 im Thema

Beitrag von Michi »

conny hat geschrieben: Mi 15. Mär 2017, 10:05
MichiWell hat geschrieben: Di 14. Mär 2017, 22:38
Ich finde es unerhört, dass immer noch versucht wird, kirchliche Ansichten durch die Hintertür umzusetzen.
Hallo,
wir leben in einer pluralen Gesellschaft, in der alle gesellschaftlichen Gruppen an der politischen Willensbildung mitwirken. Alle Menschen, auch die gewählten Politiker handeln nach ihren persönlichen Ansichten und Überzeugungen - ohne Hintertüren. Entscheidend ist die sich herausbildende Mehrheitsmeinung.

LG
Conny
Hallo Conny,

im Prizip ja. Aber ich sehe durchaus Grenzen bei der politischen Willensbildung, insbesondere wenn der Allgemeinheit, auf welchem Wege auch immer, die Werte einer Religionsgemeinschaft vorgeschrieben werden sollen. Im hier diskutierten Falle: Die Absicht, bestimmten Personen die Ehe, respektive die damit verbundenen Rechte, nicht in vollem Umfang gewähren zu wollen, ist das Gegenteil von pluralistisch.

Liebe Grüße
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
Marielle
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1857
Registriert: Do 11. Aug 2011, 10:52
Geschlecht: Mensch
Pronomen: ikke
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Ehe für alle: "Sofort geht hierzulande gar nichts!"

Post 11 im Thema

Beitrag von Marielle »

Guten Abend Gabi,
... da Eheleute sich auch unter dem Aspekt der Fortpflanzung zusammentun ...
Das mag so sein, oder eben auch nicht. Es ist und bleibt ihre eigene Entscheidung, für die die Gesellschaft weder Verantwortung noch eine automatische, aus einer Möglichkeit heraus begründete, Fürsorgepflicht hat.
... und so anders und grundsätzlicher für den Fortbestand der Gesellschaft sorgen als Homosexuelle- und die Versorgung der Kinder ganz banal auch eine ganze Menge Geld kostet.
Allerletzteres ist allerdings wahr; es kostet Geld. Unter anderem meines, das ich als ungewollt kinderloser, aber 'ordnungsgemäß' verheirateter Mensch als 'Zusatzbeitrag' an die Pflegekasse zahlen muss. Da funktioniert die Unterscheidung zwischen Elternschaft und Ehe plötzlich.


Gleichstellung würde erreicht, wenn man die Erziehung und Versorgung von Kindern unterstützen würde, unabhängig davon, wer sie erzieht und versorgt. Gleichstellung wird aber keinesfalls dadurch erreicht, dass man Vermutungen darüber anstellt, wer sich, womöglich auch des Arterhaltes wegen, auf eine institutionalisierte Verbindung einlässt, die im wesentlichen steuer- und erbrechtlliche Auswirkungen hat.

Eltern sind Eltern und Ehepartner_innen sind Ehepartner_innen. Beide Aspekte haben allerdings nicht das geringste miteinander zu tun.

Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
Michi
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 6008
Registriert: Mo 19. Dez 2016, 09:45
Pronomen: sie
Forum-Galerie: gallery/album/11
Hat sich bedankt: 744 Mal
Danksagung erhalten: 910 Mal
Kontaktdaten:

Re: Ehe für alle: "Sofort geht hierzulande gar nichts!"

Post 12 im Thema

Beitrag von Michi »

Hallo Gabi,

ich habe mich gerade bissel über deine Frage gewundert. Bei dem, was wir hier diskutieren, kann es nur um den Staat und die sogenannte Zivilehe gehen. Diese ist eine Versorgungsgemeinschaft, aus der sowohl Rechte als auch Pflichten erwachsen. Ob überhaupt Kinder, und ob explizit von den beiden Partnern oder aber fremdgezeugt, sind dafür keine Bedingung. Im Falle ihres Vorhandenseins bekommt die Versorgungsgemeinschaft, die zugleich auch Steuergemeinschaft ist, weitere steuerliche Vorteile gewährt.

Eigentlich ist es gar nicht so abstrakt wie es vielleicht im ersten Moment scheint, sondern ganz einfach.
Man muss sich dazu aber von dem Gedanken lösen, dass "Mann+Frau" das einzig Richtige sei, und einfach mal durch "Mensch+Mensch" ersetzen.

Wie schon an anderer Stelle geschrieben:
Auch wenn es mich nicht betrifft, so trete ich dennoch dafür ein, dass auch Schwule und Lesben (ja eigentlich alle Menschen) gleichermaßen das Recht haben sollten,
den Menschen zu ehelichen, den sie ehelichen wollen.

Es gibt keine objektiven Gründe, die für eine Ungleichbehandlung von z.B. Menschen mit nicht heteronormativer Orientierung sprechen.

Dass Religionen an ihrem althergebrachten "Vermehrungsgedanken", und damit an der Konstellation Mann+Frau(en) festhalten, steht auf einem anderen Blatt.
Das müssen Menschen dann mit sich selbst und ihrer Religionsgemeinschaft klären, das ficht mich nicht mehr an. Schließlich ist Religion hier bei uns Privatsache.

Liebe Grüße
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
Anja
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1787
Registriert: Di 26. Jan 2016, 09:45
Geschlecht: weiblich
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Buchholz in der Nordheide
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Ehe für alle: "Sofort geht hierzulande gar nichts!"

Post 13 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen,

ich finde es teilweise erschreckend was hier so geschrieben wird.
Da ist von Kindern die Rede, die gleichgeschlechtliche Paare ja nicht zeugen können, von Verpflichtungen, die (Hetero)-Ehepartner für einander eingehen, Steuervorteile, Steuernachteile...bla bla bla.
Schließlich muss man bei der Ehe weder einen Kinderwunsch, noch eine Zeugungsfähigkeit / Fruchtbarkeit nachweisen.

Es geht doch hier nur um eine Sache: Gleichstellung

Ich habe nicht geheiratet um Kinder zu zeugen oder Steuervorteile zu genießen oder Verpflichtungen eingehen zu können, sondern aus Liebe. Und diese Möglichkeit sollten alle Paare haben, die sich lieben. Unabhängig ihres Geschlechts oder ihrer Fortpflanzungsfähigkeit.
Mann und Frau können eine Familie gründen. Sie können (eventuell) selbst Kinder zeugen, oder ein Kind adoptieren. Sie müssen es aber nicht. Die Ehe bleibt auch ohne Kinder bestehen.
Die Ehe an sich hat also nichts mit Familie (Erwachsene + Kind(er)) zu tun.

Und alle Hetero-Ehen sind von einer Gleichstellung nicht betroffen, es ändert sich nichts für sie. Aber viele Heteros haben eine Meinung dazu. Vielleicht halten sie sich für etwas besseres, weil sie eine Ehe eingehen können und Homos eben nicht, sondern nur etwas, das rechtlich darunter rangiert. So kann man schön auf Regenbogenfamilien herabsehen. Widerlich.

Warum sollten zwei Menschen, die sich lieben, nicht heiraten dürfen?
Kann das jemand, der dagegen ist, das auch begründen, ohne von Steuervorteilen und Kindern zu labern?

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
conny
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3720
Registriert: Mo 9. Nov 2009, 18:54
Geschlecht: vorhanden
Pronomen:
Wohnort (Name): Lüneburg
Hat sich bedankt: 88 Mal
Danksagung erhalten: 92 Mal
Kontaktdaten:

Re: Ehe für alle: "Sofort geht hierzulande gar nichts!"

Post 14 im Thema

Beitrag von conny »

MichiWell hat geschrieben: Mi 15. Mär 2017, 23:21 Aber ich sehe durchaus Grenzen bei der politischen Willensbildung, insbesondere wenn der Allgemeinheit, auf welchem Wege auch immer, die Werte einer Religionsgemeinschaft vorgeschrieben werden sollen. Im hier diskutierten Falle: Die Absicht, bestimmten Personen die Ehe, respektive die damit verbundenen Rechte, nicht in vollem Umfang gewähren zu wollen, ist das Gegenteil von pluralistisch.
Hallo,

wer setzt denn die Grenzen der politischen Willensbildung? Wo werden der Allgemeinheit Werte einer Religionsgemeinschaft vorgeschrieben? Für die Allgemeinheit werden entsprechend der parlamentarischen Mehrheitsverhältnisse Gesetze verabschiedet. Die Absicht, bestimmten Personen die Ehe nicht gewähren zu wollen, ist Teil der pluralistischen Meinungen und nicht das Gegenteil.
Es steht jedem frei, bzw. jeder ist aufgefordert, für seine Interessen an den entsprechenden Stellen zu kämpfen. Dabei waren und sind die Homosexuellen m.E. auf einem guten Weg.

LG
Conny
conny
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3720
Registriert: Mo 9. Nov 2009, 18:54
Geschlecht: vorhanden
Pronomen:
Wohnort (Name): Lüneburg
Hat sich bedankt: 88 Mal
Danksagung erhalten: 92 Mal
Kontaktdaten:

Re: Ehe für alle: "Sofort geht hierzulande gar nichts!"

Post 15 im Thema

Beitrag von conny »

Gabi Bauer hat geschrieben: Mi 15. Mär 2017, 22:57
Dennoch bin ich gegen eine komplette Gleichstellung im steuerrechtlichen Bereich, da Eheleute sich auch unter dem Aspekt der Fortpflanzung zusammentun und so anders und grundsätzlicher für den Fortbestand der Gesellschaft sorgen als Homosexuelle- und die Versorgung der Kinder ganz banal auch eine ganze Menge Geld kostet.
Hallo Gabi,

wenn Du so argumentierst, müsste man jedem kinderlosen Ehepaar die steuerlichen Vorteile streichen. Aber diese werden ja nicht an die Fortpflanzung geknüpft. Das Sorgen für den Fortbestand der Gesellschaft wird mit Kindergeld und -freibeträgen "belohnt".

Für die Frage nach der Hetero-, Homoehe ist diese Argumentation m.E. nicht zielführend.

LG
Conny
Antworten

Zurück zu „Politik - Initiativen - Forderungen“