Gerne kurz, auch wenn das sonst nicht meine Disziplin ist:
Jaqueline hat geschrieben: Mo 13. Feb 2017, 21:25
Für mich ist der Verband nicht existent.
Der letzte Eintrag in Bezug auf Aktuelles stammt vom 09.12.2016. Das sind fast zwei Monate. Ist die Zeit seit dem stehen geblieben?
Das geht nicht in Kurz, denn wenn ich das aufzähle, ist es nicht mehr kurz. Nur soviel, Ende des einen Jahres und Beginn des nächsten ist immer viel Verwaltung und Finanzkram. Abrechnung des letzten Jahres und Beantragung der Mittel für das nächste. Das war eine der Haupttätigkeiten - daneben wollten auch die Menschen im BV auch mal ein paar Tage Ruhe haben. Wir mussten auch neue Leute suchen, Nik vom "Trans - Ja und?!" Projekt hat aufgehört und wir mussten eine neue Koordinationsperson suchen, es gab eine Kooperation mit dem LSVD, neue Projekte für 2017 wurden geklärt, die MV 2017 und das nächste Trans*Aktiv Treffen wird organisiert etc.
Jaqueline hat geschrieben: Mo 13. Feb 2017, 21:25
Was will der BVT:

Reform des Transsexuellenrechts: Vornamens- und Personenstandsänderung auf Antrag, ohne Gutachten
und ohne Gerichtsverfahren.

Da bin ich dagen. Es sollte nicht jede/r den Namen und das Geschlecht ändern können, weil ihm / ihr gerade danach ist. Sonst sage ich willkommen Wildwuchs.
Das wurde schon so oft hier im Forum diskutiert. Das mag vielleicht für die eine oder den anderen eine etwas streitbare Position sein, doch ich bin, wie viele andere auch, davon überzeugt, dass dies die einzig sinnvolle Alternative ist. Alle anderen Verfahren verstoßen auf die ein oder andere Art gegen Menschen- und Grundrechte. Können wir gerne an anderer Stelle noch einmal klären.
Jaqueline hat geschrieben: Mo 13. Feb 2017, 21:25

Sicherung und Verbesserung der Gesundheitsversorgung

Das trifft regional gewiss zu aber brauche ich dafür einen BVT?
Ja, brauchst Du! Denn das SGB, das dies maßgeblich regelt, ist Bundesrecht, nicht Landesrecht. Genau wie der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen (MDS) ein Bundesverband und kein Landesverband ist, die AWMF eine Bundesvereinigung ist und keine Landesvereinigung. Alle diese und noch mehr fragen, wenn sie überhaupt die Zusammenarbeit mit Trans* Vertreter_innen in Erwägung ziehen, nach deren Relevanz oder gar Legitimation auf Bundesebene. Genau dafür brauchen wir einen BVT*, der auch breit getragen wird, denn ansonsten werden wir dort und andernorts wieder einmal ignoriert. Man spricht und bestimmt über uns, aber ohne unsere Beteiligung. Das ist völlig inakzeptabel.
Jaqueline hat geschrieben: Mo 13. Feb 2017, 21:25

Wahrung der Menschenrechte auch für Asylsuchende

Ist das in Deutschland nicht normal?
Nein, ist es nicht. Gerade LSBT Geflüchtete und Asylsuchende haben andere und/oder weitergehende Asylgründe als andere. Verfolgung auf Grund von sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität ist noch einmal etwas anderes als politische Verfolgung. Ein LSBT Hintergrund macht aus sonst vermeintlichen "sicheren" Herkunftsländern dann nämlich auf einmal doch Todesfallen. Daher ist es unbedingt notwendig, auch deren Recht auf Asyl hier hervorzuheben und einzufordern und auch ihre besonderen Bedarfe - so sollten LSBT Geflüchtete bspw. nicht mit ihren Landsleuten in Unterkünfte gezwungen werden, da ihre Verfolgung oft nicht nur politisch, sondern nicht zuletzt auch kulturell begründet ist.
Jaqueline hat geschrieben: Mo 13. Feb 2017, 21:25

Stärkung von Selbsthilfegruppen, Netzwerken und Vereinen

Was wird aus SHGs, Vereinen, ... die den BVT nicht anerkennen? Auch der BVT brauch eine fundamentale Basis, sonst bleibt er eine Luftblase.
Dann hast Du das Prinzip noch nicht verstanden, tut mir leid. Der BVT* will und soll doch gerade eben die lokalen Strukturen nicht ersetzen! Er soll auf Bundesebene alles dafür tun, damit die lokalen Strukturen gestärkt und im Bund vertreten werden, nicht umgekehrt. Anerkennen muss den BVT* keine Gruppe oder Mensch, der dies nicht möchte. Was heißt überhaupt anerkennen? Der BVT* ist keine Bundesführung oder soetwas. Es ist eine offene und partizipative Struktur, in der sich jede_r einbringen kann und soll! Je mehr darin mitarbeiten, desto stärker ist der Verband. Der Verband soll nichts lokal bestimmen, sondern auf Bundesebene eine Vertretung darstellen, die in und gegenüber unter anderen zuvor genannten Strukturen unerlässlich ist.
Jaqueline hat geschrieben: Mo 13. Feb 2017, 21:25

Abbau der Psychopathologisierung und Stigmatisierung

Nach was soll dann in Zukunft behandelt und operiert werden?
Uralte Frage, s.o. die Frage der Gesundheitsversorgung und noch etwas weiter oben die Frage nach der Vä/Pä. Das wurde schon mehrfach hier im Forum vor- und rückwärts diskutiert und es geht daran einfach kein Weg vorbei. Lies mal die internationale Literatur und schau Dir mal internationale Politik an. Der Zug ist schon längst abgefahren, dieses Rad stoppst Du nicht mehr, es wird hier ankommen, spätestens in ein bis zwei Jahren, wenn der ICD-11 in Deutschland gültig wird. Die Frage lautet schon lange nicht mehr, ob die Psychopathologisierung wegfallen muss oder nicht, sondern wie wir damit umgehen werden. Die Lösung kann es dann bestimmt nicht sein, deren Wiedereinführung zu fordern.
Jaqueline hat geschrieben: Mo 13. Feb 2017, 21:25

Vertretung in der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld

Die soll doch bitte unabhängig bleiben und nicht durch einen BVT gesteuert werden.
Bitte? Ich glaube da hast Du nicht verstanden, was der Satz meint. Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld ist eine vom Bund finanziell gut ausgestattete Stiftung, die mit ihren Mitteln Projekte zur Wiedergutmachung der Verfolgung und des Leids durch die Nazis an Homosexuellen während der NS Zeit leisten sollen. Die MH-Stiftung besteht aus zwei Organen, dem Kuratorium und dem Fachbeirat.
Fakt ist, dass auch viele Trans* Menschen, weil sie von den Nazis pauschal mit in die Homo* Ecke gesteckt wurden, verfolgt und teils auch vernichtet wurden. Das ist nachweisbar. Daher ist es nur gerecht zu fordern, dass auch Vertreter_innen der Trans* Community in den beiden Gremien vertreten sind und dafür sorgen, dass auch Trans* Projekte gefördert werden.
Die Arbeit, damit das nicht gleich schon wieder hoch kommt, in solchen Gremien wird _nicht_ bezahlt und ist eine k*ck Arbeit - viel Papier, endlose Diskussionen gegen eine männlich dominierte homosexuelle Hegemonie, um am Ende vielleicht mal einen Projektantrag von Personen die man gar nicht kennt durch zu bekommen. Stelle sich das keine_r als etwas tolles vor. Das ist stinkt langweilige Gremienarbeit, ohne jeden persönlichen Vorteil. Es kostet nur Unmengen Zeit und Energie.
Jaqueline hat geschrieben: Mo 13. Feb 2017, 21:25

Ausbau des Antidiskriminierungsrechts.

Aus meiner Sicht ist es heute schon so wie es ist ausreichend. Wo sind die Lücken?
Ach ja? Dann versuche mal -§5 TSG einzuklagen, wenn Du wegen eines Zwangs-Outings Deinen Job verloren hast. Nur ein Beispiel... Oder versuche mal als nicht-binäre Trans* Person irgendein Persönlichkeitsrecht geltend zu machen. Keine Chance. Entweder Du passt Dich dem cis Heteronormativ an oder Du wirst negiert, Du existierst einfach nicht, soetwas wie Dich gibt es "hier" nicht. Die Liste ist ausbaufähig, aber das soll ich ja nicht
Jaqueline hat geschrieben: Mo 13. Feb 2017, 21:25
Wenn jemand antwortet auf meinen Post, dann bitte in kurzen Stichpunkten und nicht in Romanen

. Ich erwarte aber keine Antwort, die meine Meinung wiederlegt.
Erleuchten will ich Euch nicht. Das macht doch bitte selbst

.
Ganz liebe Grüsse
Jaqueline
Weißt Du, meckern ist immer so leicht. Man pickt sich ein paar Dinge raus, kümmert sich um nichts, informiert sich nicht, fragt auch nicht nach, aber drischt mal fleißig drauf los. Mindestens 50% Deiner Punkte wurden schon so oft hier diskutiert, daran konnte man eigentlich nicht vorbeigehen. Da frage ich mich dann schon, warum kommt das hier nun schon wieder hoch? Ich kann mir das nur so erklären, dass das entweder nicht gelesen oder nicht verstanden wurde. Ersteres ist Ignoranz und einfach verwerflich, wenn man anschließend eine Meinung dazu abgeben möchte. Wenn man es nicht versteht aber dann inhaltlich zum eigenen Verständnis nicht nachfragt, dann ist das schlicht...
Das größte Problem in unserer Community ist das, was Daenerys auch bereits ansprach, die kurze Verweildauer der "aktiven" Leute in der Szene. Was folgt ist, dass diese Szene voll ist von Halbwissen. Nur leider ergibt zweimal Halbwissen kein ganzes Wissen, es bleibt halb. Ich gebe offen zu, dass auch ich noch viel zu kurz dabei bin, um ein vollständiges Bild zu haben - immerhin gut drei Jahre, aber ich bin mir darüber bewusst, dass ich noch immer viel zu wenig weiß und viel zu lernen habe. Mein Bücherschrank quillt über mit Literatur zu dem Thema, die noch gelesen werden möchte. Daher habe ich größten Respekt und Demut vor denen, die schon 10 Jahre und mehr auf dem Gebiet aktiv tätig sind. Es stünde vielen gut zu Gesicht, sich etwas zurück zu nehmen und sich zuerst einmal besser zu informieren, bevor sie lautstark losplärren oder haltlose Positionen vertreten. Sinnvolle inhaltliche Fragen zu stellen ist keine Schande, sondern ein Zeichen von Respekt. Infragestellungen hingegen sind meist ein Zeichen von uninformierter Ablehnung.
Grüße
nicole