Selbstverteidigung
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Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
Simone 65
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Selbstverteidigung

Post 1 im Thema

Beitrag von Simone 65 »

Ich höre gerade im Radio ( SWR 1) eine Sendung. Selbstverteidigung für Frauen, Kurse, Erfahrungsberichte. Ich denke gerade, wir sollten doch vielleicht auch solche Kurse besuchen. Als ich in Karlsruhe auf dem Transtalk war, hat mir Tanja geraten Pfefferspray dabei zu haben. Hat sie immer dabei. Brauche ich das?
LG Simone
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Michelle_Engelhardt
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Re: Selbstverteidigung

Post 2 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Hallo Simone,

ich habe so etwas nicht dabei. Dortmund ist im allgemeinen eine ausgesprochen transfreundliche Stadt. Na klar, es kann einen natürlich überall erwischen, getreu dem Motto "Wenn man dran ist, ist man dran". Ich versuche weitestgehend dunkle Ecken usw. zu meiden. Ich bin allerdings schon des öfteren Samstagmittags durch den HBF gelaufen. Wenn Borussia zuhause spielt, ist der Bahnhof voll mit Fans, aber auch da bin ich noch nie blöd angemacht oder ausgelacht worden. Ob man Pfefferspray o.ä braucht, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Liebe Grüße
Michelle
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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Selbstverteidigung

Post 3 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Ich meide auch potentiell kritische Situationen und hatte auch noch kein Problem. Deshalb nehme ich auch kein Pfefferspray mit. Ich bewege mich auch selten in großen Städten wie Karlsruhe, sondern mehr in Kleinstädten drumherum. Ich mag keine Städte und so sind Kleinstädte gerade gut genug.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
susanneb
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Re: Selbstverteidigung

Post 4 im Thema

Beitrag von susanneb »

Hallo Simone,

ich habe auch nichts dabei um mich zu verteidigen. Ein wenig Vorsicht und Aufmerksamkeit, nicht in jede Ecke hingehen, reicht mir. Ob Pfefferspray nicht sogar den Angreifer noch agressiver macht? Wenn es passiert, egal in welchem Modus, dann nehmen ich die Beine in die Hand und weg, so mein Plan.

Die Erfahrungen von Michelle kann ich bestätigen. Dortmund ist eine tolerante Stadt. Ich bin oft dort, reise gerne per Zug an, noch nie angemacht worden. Anderswo aber auch nicht.

LG
Susanne
Albert Einstein
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Astrid
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Re: Selbstverteidigung

Post 5 im Thema

Beitrag von Astrid »

Schonmal Pfefferspray benutzt?
Da mußt Du aufpassen, daß Du Dich bei überhasteter Anwendung und ungünstiger Windrichtung nicht selbst außer Gefecht setzt.
Die größte Gefahr besteht meiner Meinung nach sowieso, von einer Gruppe von Gegnern angegriffen zu werden. Da hilft Pfefferspray eh nichts und diverse Selbstverteidigungspraktiken auch nur bedingt. Am besten wachsam sein und zwielichtigen Gruppen gleich weiträumig aus dem Weg gehen.

Gegen einen einzelnen Angreifer sehe ich mich auch so im Stande, mich zu erwehren. Wie auch immer, zur Not mit Händen und Füßen.
Die einzige Waffe die ich habe ist ein Baseballschläger mit Handschlaufe. Den führe ich schon seit jeher im Auto hinterm Sitz mit. Aber sollte der wirklich jemals zum Einsatz kommen, müsste schon der Super-GAU vorliegen.

Unterm Strich sage ich für mich, daß ich lieber Risiken vermeide, auch wenn es möglicherweise einen mäßigen Verlust an Freiheit bedeutet, als mich groß mit Selbstverteidigung zu beschäftigen. Ist halt eine Abwägungssache.

Liebe Grüße - Astrid
Nora_7
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Re: Selbstverteidigung

Post 6 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

VORSICHT - meistens ist Pfefferspray Körperverletzung - strafbar:[

url]http://www.n-tv.de/ratgeber/er-darf-sic ... 48161.html[/url]

Nora_7
Schönheit ist weiblich, und ich bin auch gerne schön.
Ich kann alles tragen, wenn ich ein Mädchen bin
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Re: Selbstverteidigung

Post 7 im Thema

Beitrag von Christine DarkJoker »

Ich war mal in einer Selbstverteidigungskurs und mir wurde da das gleich erzählt wie hier auch schon gesagt wurde.
Auch meine Freundinnen die so ein kurz hatten haben das gleiche gelernt.
Reine Geld verbrennung meiner meinung nach. Wenn man wirklich sich verteidigungen will sollte man Kampfsport machen und bereit sein auch dieses Wissen zu nutzen.
Und Waffen zur verteidigung mit zuführen bringt nichts, kaum einer ist wirklich bereit die Waffen einzusätzen oder hervor zu holen. Bei Pfefferspray ist das leichter aber bringt nicht viel außer das man sich damit selbst trifft mit pech.

Liebe Grüße Christine
Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten
Lina
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Re: Selbstverteidigung

Post 8 im Thema

Beitrag von Lina »

Astrid hat geschrieben: Di 7. Feb 2017, 08:43 Schonmal Pfefferspray benutzt?
Da mußt Du aufpassen, daß Du Dich bei überhasteter Anwendung und ungünstiger Windrichtung nicht selbst außer Gefecht setzt.
.,,

Liebe Grüße - Astrid
Das ist wiederum ein Mythos, der nur begrenzt Stimmt.

Es sagt ja keiner, dass man eine mit Sprühnebel benutzen muss. Es gibt ja auch die Möglicheiten, Schaum und Strahl. Da muss der Gegenwind sehr heftig sein bevor was zurück kommt. Vor allem soll man nicht diese Billigdinger, die für 7 EUR an jeder Ecke verkauft werden sondern da wo Security-Mitarbeiter ihren Krams kaufen.
Lina
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Re: Selbstverteidigung

Post 9 im Thema

Beitrag von Lina »

Und an Alle:
Ich habe das Thema hier im Forum auch öfter angesprochen. Schließlich habe ich auch einige Jahre in Security gearbeitet und auch einige Jahre Unterrichtserfahrung im Fach "Selbstverteidigung".

Ob man es braucht? Meistens nicht, aber wenn, dann braucht man es wirklich.
Pfefferspray, und auch sonstige Gegenstände, die sich als Waffen eignen: Die nützen nur was, wenn man geübt hat, die zu benutzen, durchgeprobt, wann man sie benutzen will und wenn man auch zusätzlich was Waffenloses trainiert hat. Sonst wird einem die Waffe einfach viel zu leicht abhanden kommen.

Was soll man trainieren: Im Prinzip ist alles gut - unter einer Voraussetzung. Dass man ständig selber experimentiert und testet, welches von dem, was man lernt auch wirklich funktionieren würde in einer scharfen Situation. Das fordert Experimentierfreude und etwas "destruktive Intelligenz". Wenn man nur das, was ich in gewissen Sportvereinen hier gesehen habe trainiert, Angreifer kommt so, dann mache ich so, und wenn er so kommt, dann mache ich so und ... 30 verschiedenen Techniken in 6 Monaten, schön ohne Kontakt trainiert. Sorry, vergiss es. Das wird nicht funktionieren. Wer im Kampf gewinnt ist erstens der, der im Stande ist und als erster bereit ist, die konsequenteste Gewaltanwendung auszuüben. Vielmehr als Technik zählt also die Psyche, Überraschung und etwas Glück. Ich bin 176 cm wiege 68 kg und habe als Türsteher gearbeitet. Ich muss es wohl mal ab und zu erlebt haben ...

Noras Argument "es ist immer Körperverletzung" stimmt und ist in dem Zusammenhang ein komplett sinnloses Argument.
Natürlich ist es immer Körperverletzung, einen Gegenangriff gegen jemanen auszuüben. Die Frage ist immer, ist es Notwehr oder Notrecht und damit Straffrei.

Und ein kleiner Tipp: Man muss nicht zwingend darauf warten, dass der Andere angreift ... informiert euch genau, was Notvehr ist.
Magdalena
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Re: Selbstverteidigung

Post 10 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo,

ich sehe die Anwendung von Pfefferspray kritisch. Zum einen, weil die Gefahr besteht sich selbst das Zeug ins Gesicht zu sprühen. Egal welche Ausführung Frau benutzt. Zum anderen wenn Frau den Umgang nicht trainiert hat und dann Unbeteilgte besprüht, ist Frau schnell selber als Täterin auf der Anklagebank, wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Meist ist es doch so, wenn ich angegriffen werde, und ich nicht darauf vorbereitet bin ist Pfefferspray ein schlechter Ratgeber. Ich muss in meiner Handtasche erst das Pfefferspray herausholen. Dann mich vergewisserern wie ich das Spray anwende.
In diese Zeit bin ich von den Angreifern längst überwältigt und werde vieleicht mein Pfefferspay schneller los als mir lieb ist. Da habe ich dem Angreifer noch das mitte in die Hand gegeben um mich entgültig auser Gefecht zu setzen.

Und sicher gibt es Kurse zum Thema Selbstverteitigung. Meist geht es darum, wie kann ich mich verhalten, wenn ich angegriffen werde. Und da reicht ein Kurs nicht, sondern wie es Lina beschreibt muss es immer wieder trainiert werden.
Was kann ich aber sonst noch tun. Zunächst keine Angst haben, aufrecht gehen. Durch genügnd Selbstvertrauen und entsprechende Körpersprache zeigen ich fürchte mich nicht vor dir. Auch mit offenen Augen durch die Straßen gehen, und so auch vermeintlich aggresive oder bedrohliche Situatione erkennen. Mir so die Möglichkeit schaffen der Bedrohung auszuweichen. Ich erlebe es in heutiger Zeit öffter, die meisten sind unterwegs mir ihrem Handy so intensiv beschäftigt, dass sie die Welt um sich herum gar nicht mehr wahrnehmen. Diese Leute sind ein leichtes Opfer. Und sicher kann ich Orte meide, die für unsereins nicht zu empfehle sind. Wie ist es aber auf Reisen, in fremden Städten kenne ich diese Orte nicht. hier ist es ratsam sich zu informieren, wo wir nicht gern gesehen sind.

Viele Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.
Cybill
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Re: Selbstverteidigung

Post 11 im Thema

Beitrag von Cybill »

Ähem. ...

Reizstoffsprühgeräte oder -dosen sind hierzulande nur zur Verteidigung gegen Tiere erlaubt. (Ja ich weiß... lässt sich so sehen ). Der Einsatz gegen Menschen stellt eine gefährliche Körperverletzung dar. $ 224 StGB und bringt zwischen 3 Monaten und 10 Jahren Knast ein. Soweit die Randbedingungen.

Notwehr oder -hilfe müssen auch nachgewiesen werden. Daran denken!

-Cy (poli)
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
Lina
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Re: Selbstverteidigung

Post 12 im Thema

Beitrag von Lina »

Cybill hat geschrieben: Di 7. Feb 2017, 21:42 Ähem. ...

Reizstoffsprühgeräte oder -dosen sind hierzulande nur zur Verteidigung gegen Tiere erlaubt. (Ja ich weiß... lässt sich so sehen ). Der Einsatz gegen Menschen stellt eine gefährliche Körperverletzung dar. $ 224 StGB und bringt zwischen 3 Monaten und 10 Jahren Knast ein. Soweit die Randbedingungen.

Notwehr oder -hilfe müssen auch nachgewiesen werden. Daran denken!

-Cy (poli)
Das tun Schläge und Tritte auch, wenn es zu einer Verurteilung kommt. Oder sonstige qualifizierte Verteidigung.

Natürlich muss Notwehr nachgewiesen werden. Und? Wofür soll das nun ein Argument sein? Sich einfach von irgend welche Arschlöcher platt machen zu lassen, weil es könnte ja sein, dass man sonst gegen 224 StGB verstoßen würde? Während ich im Krankenhaus, Leichenhaus oder evtl. Pflegeheim liege wird dann dafür gesorgt, dass die Täter verurteilt werden?

Kurz gesagt, warum ist es, dass bei diesem Thema immer irgend welche Leute, die noch nie in so einer Situation waren anfangen zu predigen, wie Gefährlich und was für schlimme Sachen passieren können, wenn man sich nicht brav zusammenschlagen lässt? Erklär mir das bitte mal.

Wenn du dich mit den Rechtsgrundlagen auskennst, wie wäre es dann z.B. mit NÜTZLICHEN Ratschläge, z.B. was ist und was ist nicht eine Notwehr- oder Notstandsituation. Oder was soll man möglichst tun oder auch nicht tun hinterher?

In der Regel sieht die Situation doch so aus: Man wird doch nicht einfach so von einer Einzelperson angegriffen. Oder äußerst selten. Man wird von zwei bis drei oder sogar mehr angegriffen und man hat eigentlich nur eine Chance indem man sich den Weg freikämpft und die Biege macht oder man pazifiziert den Angriffslustigsten so konsequent, dass die Anderen bedenken haben.
Gut, da man einen guten Grund hat den Houdini zu machen, weil die Anderen noch stehen bleibt es denen logischerweise auch überlassen, sich um den Verletzten zu kümmern. Unterlassene Hilfe wird da schwierig durchzusetzen.
Weiter, ist zwar möglich, dass die Komplizen nun als Rache eine Anzeige erstatten. Vielleicht auch nicht. Wenn die es tun, wird es ja interessant zu sehen, was die alle erzählen - "also wir, meine Kumpels und ich, alle vorbestraft, wurden plötzlich aus dem Nichts von einer Transe überfallen - die so Brutal war, ihr glaubt es nicht".
Und die "Transe", falls die überhaupt in die Verlegenheit befragt wird, sagt: "ich habe in Notwehr gehandelt - im Übrigen bin ich noch zu schockiert um mich zu der Sache zu äußern. Ich mache meine Aussage wenn ich beim Arzt gewesen bin und mich mit meinem Anwalt beraten habe." Man muss nicht eine Aussage machen - also kann man auch wählen, sie später im Detail zu machen.

Regel Nr. 1. ist nämlich immer: Klappe halten, wenn du nicht genau weiß, was du sagen sollst. Tun Polizisten genau so.
Wenn man dann keine Zeugen auf seiner eigenen Seite hat, dann hängt der Rest nämlich davon ab, wie dämlich, die Aussagen der Anderen sind. Die können sich natürlich abstimmen - sollen sie ruhig. Möglichst komplett gleichlautende Zeugenaussagen machen.

Und wirklich: Selbst WENN alles vor Gericht schief gehen sollte - eine verängstigte Person, ohne kriminelle Vergangenheit, nie vorher vor Gericht, wird verurteilt, weil sie eine der "besten jungen Männer der Gesellschaft" die Schnauze voll Pfeffer gesprüht zu haben und weil er noch kampfbereit schien noch einige blaue Flecken verpasst zu haben - eine Person ohne Vorstrafen - die Person muss ziemlich dumme Aussagen gemacht und einen grottenschlechten Anwalt haben, um mehr als eine Bewährungsstrafe zu bekommen.
Also was ist nun besser - eine Strafe, die es nur auf dem Papier gibt oder Herz-Lungen-Maschine und Intensivstation?
Lina
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Re: Selbstverteidigung

Post 13 im Thema

Beitrag von Lina »

Magdalena hat geschrieben: Di 7. Feb 2017, 16:16 Hallo,

ich sehe die Anwendung von Pfefferspray kritisch. Zum einen, weil die Gefahr besteht sich selbst das Zeug ins Gesicht zu sprühen. Egal welche Ausführung Frau benutzt. Zum anderen wenn Frau den Umgang nicht trainiert hat und dann Unbeteilgte besprüht, ist Frau schnell selber als Täterin auf der Anklagebank, wegen fahrlässiger Körperverletzung.

...

Viele Grüße Magdalena
Du hast ja Recht in allem was du sagst. Aber du musst mir dann auch Recht geben, dass wenn jemand, der noch nie Auto gefahren ist, gleich durch den Hamburger Freitag-Nachmittagsverkehr in einem dicken Mercedes, der wird mit 90%iger Sicherheit ein anderes Fahrzeug beschädigen, und wahrscheinlich auch sich selbst und andere Menschen verletzen.

Und das lassen wir jetzt als Beweis stehen, dass Autofahren mit zur Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu Unheil führen wird!

Oder tun wir das nun wirklich?

Hat jemand hier propagiert, dass man gleich los ziehen sollte mit einer Waffe oder als Waffe geeigneten Gegenstand ohne irgendwelche Ahnung zu haben? Fahren da draußen die Mehrheit der Autofahrer ohne Führerschein rum? Hat jemand vorgeschlagen, dass sie das tun sollten? Nein, aber jemand scheint per se davon auszugehen.

Nun entschuldige, dass ich nicht näher auf das Thema "Situationswahrnehmung" eingegangen bin. Habe ich gesagt, dass jemand einfach sich eine Waffe in die Tasche stecken sollte, zwanzig Stunden Jab-Cross am Sandsack trainieren, dann los durch die Stadt und dabei jegliche Situationswahrnehmung links liegen lassen. Nein, habe ich nicht - du, aber gehst offensichtlich davon aus. Natürlich kann ein Angriff völlig unerwartet kommen - zu einer guten Selbstvertidigungs-Tatkik gehört natürlich auch, dass man Situationen und vor allem Personen einzuschätzen, damit so was NICHT völlig unerwartet passiert, sondern dass man es so früh merkt, dass die Situation gar nicht entsteht, soweit es möglich ist. Nur man ist nicht immer alleine, und die Leute mit denen man zusammen ist, reagieren nicht immer wie sie sollten. Für dieses Restrisiko lernt man zu kämpfen, dafür hat man evtl. Pfefferspray, Tactical Flashlights, Teleskopschlagstock (muss ja nicht unbedingt im öffentlichen Raum sein - grins:)).
Und wenn man dann merkt, dass etwas gleich passieren kann, was denkst du dann, dass man tut? Lässt man den Red Pepper dann tief in der Tasche oder hält man den in der Hand, aber verdeckt? Mal nachts von einer Polizeistreife gestoppt und kontrolliert worden - wo hat der Herr, der NICHT deinen Führerschein kontrolliert, seine Hand die ganze Zeit?

Und den Spray verkehrt rum halten - OMG. Habe ich vorgeschlagen, dass man Szenarien üben sollte oder das Ding einfach in die Tasche stecken und glauben, alles sei gut?
Ausserdem kommt man gar nicht auf den Knopf, wenn man den verkehrt rum hält. Hast du überhaupt jemals einen Pfefferspray von Profiqualität gesehen? Er hat eine Deckplatte als Sicherung sodass man mit Daumen nur auf den Knopf kommt, wenn das Strahlrohr nach vorn gerichtet ist. Manche auch einen Trageclip, dass man den am Hosenbund oder am Rockbund festmachen kann. Dann kann man ihn nur richtig rum anfassen.

Und ganz ehrlich - von dir möchte ich auch gerne wissen, welchen Sinn es für dich macht, anderen ausreden zu wollen, dass sie nicht akzeptieren wollen, nur Opfer zu sein? Zumindest macht es stark den Eindruck, dass du das willst, denn deine Aussagen zum Umgang mit dem beliebten Tierabwehrspray musst du doch zugeben, sind nicht wirklich Qualifiziert. Ist es weil du selber aufgegeben hast und das wird nur in unerträglicher Weise deutlich, weil andere nicht aufgegeben haben?

Ich erzähle dir mal was: Von Kind an, habe ich gelernt, dass jedes Mal, wenn ich außerhalb des Besitztum der Familie bewegte, ist die Chance, dass jemand mir hilft extrem Gering. Gut, als ich ganz klein war, hat der Familienhund, ein Schäfer-Dobermann Mischling die Aufgabe als Bodyguard bestens (und ganz aus eigener Initiative) wahrgenommen. Leider durfte er nicht mit in die Schule. Haben Lehrer geholfen? Nein. Viel leichter mit dem Strohm zu schwimmen. Weg des geringsten Widerstands. Obwohl ich der Kleinste in der Klasse war und von irgendwelchen Arschlöchern regelmäßig verprügelt wurde, war es leichter für die so zu tun als wäre ich selber daran Schuld, als die Gang in der Klasse in Griff zu bekommen. Ich musste lernen selber damit klar zu kommen. Und ich lernte das. Ich verstehe ausgezeichnet, dass andere durch jahrelanges Mobbing und Verprügelt zu werden zusammenbrechen. Zumindest konnte ich mich zu Hause sicher fühlen. Meine Mutter ließ mich Schwänzen wenn es zu viel wurde und ich habe an solchen Tagen vielleicht mehr gelernt als ich in der Schule gelernt hätte. Und nach und nach entwickelte ich meine Taktiken.
Die letzte Konfrontation mit der Bande hatte ich an einem Frühlingstag in der sechsten Klasse. Seit dem Tag hat sich keiner von denen wieder getraut, mich anzufassen. Ich war immer noch der Kleinste und sie waren immer noch zu fünft.

Und später - ach ja, die Polizei ist ja da zumindest um Erwachsene zu schützen. "Einfach die Polizei rufen, wenn was ist". Wunderbare These. Ich lebte in einer Gemeinde mit ca. 30.000 Einwohnern verteilt auf einer Fläche von etwa 10x20 km. Da sind, wenn es wirklich auf die Höhe kommt, drei Streifenwagen unterwegs. Sechs Polizeibeamte und ein Hund. Meistens nur vier Beamte und ein Hund. Bereitschaftspolizei heißt da, jemand von zu Hause aufscheuchen und mit dem Privatauto schnell hin fahren. Habe ich mal gesehen. Einige hatten nicht mal Zeit gehabt, das Uniformhemd anzuziehen. Nur die Hose mit der ganzen Ausrüstung und los.
Glaubst du im Ernst, dass die Polizei kommt, während die Gefahrensituation gegenwärtig ist? Wie sollen die das schaffen, außer durch einen totalen Glückstreffer?

Vielleicht habe ich Glück gehabt, dass ich so früh gelernt habe, dass wenn man nicht auf sich selbst aufpasst, dann tut es meistens niemand. Nur, ich möchte wirklich gerne wissen, warum es für einige so wichtig ist - wie es mir scheint u.a. auch für dich - andere gleich wieder in die Opferrolle zurückscheuchen zu wollen. Weil darum geht es ja letztendlich, scheint es mir.

Ich sage nur StGB 224, Pfefferspray verkehrt rum halten usw., usw. ... OMG




...


Falls übrigens jemand sich über meine Formulierung "waffenähnlicher Gegenstand" wundert - nach deutschem Waffenrecht sind ein Tränengasspray, oder ein Schlagstock Waffen. Erstgenannte darf man führen, nur nicht überall, zweite nur bei Ausübung von Tätigkeiten, wo das üblich ist - also in Praxis als Wachmann.
Ein als Tierabwehrspray genehmigter Pfefferspray ist aber keine Waffe. Eine als Waffe äußerst geeigneter Handlampe, sei es kleinere mit Strobe-Licht und aus sehr solidem Metall, oder eine lange MagLite - ist keine Waffe. Diese haben also keine Beschränkung nach dem Waffengesetz. Ein Tränengas in der Tasche wenn man ins Kino geht ist im Prinzip unerlaubtes Führen einer Waffe. Pfefferspray nicht. In einer Notwehrsituation darf man die natürlich wenn erforderlich und geeignet trotzdem verwenden.
Kylo
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Re: Selbstverteidigung

Post 14 im Thema

Beitrag von Kylo »

Ich als Kampfsportler sag mal folgendes dazu:

Pfefferspray ist ein Mega seller und es nervt mich, dass ich da vor Jahren nicht selbst in diese Produktgruppe eingestiegen bin. Jedoch trügt der Schein, weil jeder drüber redet. Fakt ist, es kann jederzeit gegen dich selbst eingesetzt werden. Fail.

Kampfsport und SV-Kurse sollten, wenn das Training fundiert ist, 2 Zielen nützen:
- raus aus der Opfer Rolle. Viele Frauen geraten unter Druck und signalisieren eine Opfer Haltung, die das gegenüber zu weiteren Maßnahmen animieren. Es wird das nötige Selbstvertrauen erzeugt, welche potenzielle Gegner abschrecken kann. Das unterbewusste Signal ist "mit mir ist nicht so leicht Kirschen essen, wie du es dir gerade ausmalst"
- Besonnenheit: man lernt recht schnell sich und andere einzuschätzen. Welche Eskalation gewinne ich, wo kann ich mit intellekt glänzen, wo werde ich verlieren, wie kann ich mit effektiv helfen. Ein Wissen, welches unglaublich wertvoll sein kann.

Seid keine Opfer, kennt euch selbst, wisst jederzeit über Fluchtwege, Polizei Nummern (Ausland), Alternativen Bescheid. Und die meisten Probleme sind erledigt, bevor sie überhaupt zu Problemen werden.

Edit: sucht die Öffentlichkeit. Es ist statistisch bewiesen, dass die meisten Eskalationen eingedämmt werden, wenn das "Opfer" laut schreit, Hilfe, ich will nichts von dir, lass mich in Frieden, notfalls Feuer. Trillerpfeifen, Handtaschen Alarme, alles was Aufmerksamkeit erregt. Besser wie jedes Pfeffer Spray, Schreckschusspistole, taschenmesser,...
Ky
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Re: Selbstverteidigung

Post 15 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo Lina,

sicher wer mit einem großen Fahrzeug ohne der nötigen Berechtigung fährt handelt auch grob fahrlässig und muss dann mit einer schmerzhaften Konsequenz rechen.
Ich möchte auch keine von uns in die Opferrolle drängen. Ich bin bisher ganz gut ohne Waffen jeder Art ausgekommen, Pfefferspray zähle ich jetzt hier mit dazu.
Und ich möchte dies auch weiterhin tun.
Somit frage ich mich, ist es notwendig sich zu bewaffnen?
Ist es vieleicht nur eine scheinbare Sicherheit, die ich mir einrede, wenn ich etwas bei mir führe?
Und bei Notwehr und der Nothilfe kommt dann noch die Frage der Verhältnismäßigkeit.
Wann ist die Notwehr oder Nothilfe überschritten?
Wer kann es richtig einschätzen, wann die Grenzen überschritten sind?

Also nicht die Oferrolle spielen, sondern aufgeschlossen und selbstsicher auftreten. Sich auch nicht von anderen provozieren lassen, die vieleicht nur darauf warten.
Gut ich muss dir Recht geben Lina, die Polizei kann nicht überall sein. Und wir müssen selber auf uns Acht geben.
Es bedeutet für mich auch wenn möglich, vorausschauend zu handeln. Zum Beispiel mir bekannte Gegenden zu meiden, oder auch mal die Straßenseite zu wechseln,
um eben nicht Opfer zu werden.


Viele Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.
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