Ich habe vor einiger Zeit einmal einen Artikel in der Zeit über Gewohnheiten (und in gewissem Sinn sehe ich auch die Reaktionen Deiner Frau so) gelesen (
http://www.zeit.de/zeit-wissen/2013/02/ ... wohnheiten). Dort steht z.B.
Gewohnheiten garantieren, dass die Welt um uns herum und das Ich gleich bleiben
Jetzt ist die Welt Deiner Frau in Veränderung. Entweder sie lernt, mit dieser Veränderung umzugehen, das würde aber auch bedeuten, das sich ihr Ich verändert oder sie will dies nicht. dann hat sie genau den inneren Konflikt, in dem sie steckt.
Die Kehrseite der Gewohnheiten:
Doch Gewohnheiten haben auch eine Kehrseite. Ohne dass wir es bemerken, schränken sie unsere Wahrnehmung ein. Sie machen unflexibel und starr. Wenn uns ein Weg sehr vertraut ist, beispielsweise der zur Arbeit, gehen wir ihn jahrelang, ohne überhaupt noch wahrzunehmen, was rechts und links von uns geschieht. Und ohne uns zu fragen, ob es inzwischen vielleicht einen besseren Weg gibt.
Um aus Gewohnheiten auszubrechen, braucht es einen Anlass:
Große Verhaltensänderungen hängen häufig mit schwerer Krankheit, Scheidung, Jobwechsel oder einer neuen Bezugsgruppe zusammen — sie geschehen, wenn sich der Kontext ändert. "In diesen sogenannten teachable moments werden Gewohnheiten zeitweise gebrochen. Man muss sich neu orientieren, das eigene Verhalten überdenken und sucht nach Informationen", sagt auch Verplanken. Wer nach Veränderung strebt, hat in diesen Momenten die beste Chance.
Wie kommt man da heraus:
"Wir denken immer zuerst daran, die Einstellungen zu ändern, um dann zum Verhalten zu kommen. Umgekehrt müsste es sein", sagt der Sozialpsychologe Verplanken. "Wenn wir es schaffen, das Verhalten zu ändern, ändert sich auch das Denken."
In Deinem Fall könnte ich mir vorstellen, dass es in erster Linie darum geht, dass Deine Frau die Verurteilung Deines Handelns ablegt. Das könnte durch eine "offizielle" Bestätigung initiiert werden.
Aber die Änderung ihres Verhaltens muss von ihr gewollt sein. Man kann sie nicht zwingen oder überreden und wenn noch so sehr die Finger jucken. Und es ist ein Prozess, der viel Zeit braucht.
Die Gegenfrage, auf die man sich einstellen muss lautet: "Wieso änderst Du nicht Dein Verhalten und damit dein Denken ?" Ein "Ich kann nicht" ist nicht überzeugend.