ich bin optimistisch: eines Tages wird der "Namen- und Geschlechsteintrag auf Antrag" kommen
Schon jetzt besteht kein OP-Zwang, um im "richtigen Geschlecht" - ich wollte eigentlich schreiben: "annerkannt zu werden", aber das ist nicht richtig.
Sagen wir mal so: der "für mich richtige Geschlechts- und Nameneintrag" kann dann behördlich dokumentiert und besiegelt werden.
Und dann?
Selbst mit meinen schon jetzt vorhandenen Dokumenten (Krankenkassenkarte, dgti-Ausweis, Büchereikarte... und und und) kann ich meinen Namen ausweisen - und mit etwas Mühe sogar noch etwas mehr.
Allerdings ist es so, dass ich - (ohne geschlechtsanpassende Maßnahmen) selbst in einigen transsexellen Gruppen Außenseiterin bin, von einigen sogar nur "zur Not geduldet" werde.
Darüber hinaus ist es in der "freien Wildbahn" noch schwieriger. Ein mir wichtiger Punkt ist die Verfahrensweise beim Schwimmen und beim Sport.
Wenn ich eine Gruppe habe, die mich mitnimmt, dann wäre es sicherlich möglich, die für mich richtigen Räumlichkeiten zu benutzen.
Wenn ich zusammen mit meiner Frau gehe - besser noch mit einem Enkelkind, damit wir eine "richtige Familie" sind, können wir in Absprache mit den Verantwortlichen des Schwimmbades die Familienumkleidekabine und die zugehörige Dusche benutzen.
Als wir zu zweit waren, gab es einmal selbst da mit einer anderen "richtigen Familie" Probleme.
Wenn ich alleine gehen würde, dann würde ich noch mehr den Zorn der Familien auf mich ziehen, wenn ich diese gut frequentierte Kabine benutze.
Eine Reform des TSG und die Umstellung auf "einfaches Antragsverfahren" für den Geschlechtseintrag wird diese Probleme nicht beseitigen; denn "Toiletten, Umkleide- und Duschräume für alle" sind sehr selten - und ich habe den Eindruck, dass kaum MitstreiterInnen zu finden sind, die helfen, die Verhältnisse zu ändern.
Das mag daran liegen, dass es für transsexuelle Menschen nach einer geschlechtsangleichenden OP ebenso wenig ein Problem ist wie für Menschen, die
überhaupt nichts mit Transsexualität zu tun haben.
Deshalb wird sich in vielen Kreisen sogar lustig darüber gemacht, wenn Wunsch oder Forderung "Toiletten/Dusch- und Umkleidräume für alle" geäußert werden
Da bleiben intersexuelle Menschen und transsexuelle Menschen ohne geschlechtsanpassende Maßnahmen irgendwie übrig und auf der Strecke.
Aber ich bin mir sicher: der Kreis der Betroffenen wird größer, wenn die vielfach geäußerten Forderungen in Bezug auf TSG-Änderungen eine Umsetzung erfahren.
Gruß
Anne-Mette