ja, ich bin doch sehr überrascht. Da denke ich zwei Jahre lang, daß meine Frau sich auseinandersetzt mit mir als Partner(in). Das spielte sich auch ein, sie war immer interessiert an meinem Anderssein und arrangierte sich, so gut es eben ging. Wir waren immer im Dialog, ich nahm sie stets mit in meiner Entwicklung. Mehr und mehr gewöhnte sie sich an Johanna.
Nun aber kam eine für mich überraschende Wendung. Nicht, daß sie plötzlich nicht mehr mit mir gehen wollte, oder sie einen Sinneswandel gehabt hätte. Nein, sie sprach das erste Mal über ihre wahren Gefühle in unserer Beziehung.
Ich dachte immer, wie schwer es für die Partnerin ist, mit einem Menschen wie mir zu leben, die einzelnen Entwicklungsschritte mitzugehen. Schwer genug für die Ehefrau zu sehen, wie immer mehr der Mann an ihrer Seite reduziert wird.
Doch das was sie dann sagte, war für mich total überraschend.
Ihr Problem ist nicht etwa, daß sich ihr Leben so verändert. Sondern, daß sie damit ein Problem hat, daß sie eine Konkurrentin in mir sieht. Sie fühlt sich nicht mehr weiblich genug, und hat das Gefühl, daß ich sie in den Schattern stelle, weil sie eben wenig Sinn für Schminken und weibliche Kleider hat. Sie sagte mir gestern abend, daß sie neidisch auf Johanna ist.
Ich weiß jetzt gar nicht, wie ich mit dieser Situation umgehen muß.
Das ist absolut neu für mich, weil ich immer dachte, es wäre eher die Tatsache, daß ich überhaupt Transgender bin und das auf Dauer eine Belastung für eine Beziehung sein würde.
Liebe Grüße
Johanna