Geschlecht haben, Geschlecht wünschen, m/f Eigenschaften leben
Geschlecht haben, Geschlecht wünschen, m/f Eigenschaften leben - # 2

Lebensplanung, Standorte
Valerie Bellegarde
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Re: Geschlecht haben, Geschlecht wünschen, m/f Eigenschaften leben

Post 16 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Hallo,
den weiblich-männlichen Haushalt habe ich sehr wohl verstanden. Die Inge halte ich für einen voll emanzipierten Mann und wie ich von all seinen Beiträgen und Fotos hier weiß, hat er sechs Kinder, und als solcher kann er wohl kochen, backen, einkaufen, putzen und wohl auch alle die anderen Dinge erledigen, die Im Haushalt täglich so anfallen und die wohl jeder von uns Westeuropäern - so verheiratet oder verpartnert - im fairer Zusammenarbeit mit seinem Ehegespons erledigt, hoffentlich. (hs)
Marielle
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Re: Geschlecht haben, Geschlecht wünschen, m/f Eigenschaften leben

Post 17 im Thema

Beitrag von Marielle »

Nabend Vicky, Nabend zusammen,

kein neues, aber ein immer noch sehr spannendes Thema :wink:
Wie seht Ihr das ?
Kurz:

Ich sehe es ziemlich ähnlich wie du :wink: (sofern ich dich richtig verstanden habe)

Lang:

Die Antwort auf die Frage nach dem Geschlecht steht und fällt mit der Antwort auf die Frage, ob es jenseits der Fortpflanzungsfunktion (einschliesslich der zugehörigen Aspekte 'sexuelle Attraktion' und 'Brutpflege') weitere, inhärente und unabänderliche geschlechtsspezifische Merkmale und/oder Eigenschaften gibt, anhand derer Geschlecht bestimmt werden kann; oder ob es sie nicht gibt.

A) Wenn es solche Merkmale bzw. Eigenschaften gibt, ist das Nachdenken über die eigene Position, samt der erdachten Antworten, hinfällig. Dann ist man eh schon 'verurteilt' bevor man geboren wurde und es wird nur noch eine Frage der Zeit sein, ab wann Methoden zur Bestimmung der kategorischen Zuordnung zur Verfügung stehen.

B) Wenn es sie nicht gibt, ist das Nachdenken darüber eigentlich auch hinfällig; jedenfalls soweit es über das notwendige Mass zur Selbstbestimmung und Selbstbeschreibung hinausgeht. Die Selbstbestimmung dürfte, um sprachlich und soziologiosch exakt zu werden, dann allerdings nicht mehr in den Kategorien Mann und Frau erfolgen, weil diese Begriffe eine Funktion der Arterhaltung beschreiben würden, die grade keinen Bezug zu den übrigen Eigenschaften und Merkmalen von Menschen hat.

Aus meiner Sicht (abgeleitet aus der Annahme B) entsteht entweder ein Paradoxon, wenn jemand sagt ein Mann / eine Frau zu sein, weil er / sie die entspr. Genitalien oder irgendeine andere zwingende Vorbedingung hat und irgendeine Tätigkeit oder Eigenschaft damit assoziiert oder wir haben es zugleich mit einer üblen sprachlichen Unschärfe zu tun, weil die Wörter Mann und Frau (jeweils für sich) Homonyme sind, mit denen (in quasi wahrheitswidriger Weise) zwei unterschiedliche Gegenstände bzw. Sachverhalte bezeichnet werden; nämlich zwingende Kategorien betreffend Sex und Gender (zwischen denen evident keine zwingende Kopplung besteht).


Man kann folgend auch die Frage stellen, ob der Begriff 'Gender' tatsächlich etwas substanziell Faktisches beschreibt oder ob Gender nur die Benennung der faktisch vorhandenen Auswirkungen eines uralten, kolossalen Fehlers der Menschheit ist, deren Benennung in dem Moment überflüssig wird, in dem dieser Fehler samt seiner Auswirkungen beseitigt wird.

Weil ich letzteres als richtig vermute, bin ich an einer Stelle nicht ganz deiner Meinung:
....aber ich denke die Kraft des Weiblichen in uns zu suchen und zu leben bringt uns richtig weiter.
Ich würde es so formulieren:

Die Kraft dessen, was uns individuell ausmacht, in uns zu suchen und zu leben und daraufhin zu wirken, dies grade nicht in Kategorien zu denken, bringt uns richtig weiter.


Aber: All das basiert auf Annahmen, die ich nicht beweisen kann. Soviel ich weiss, hat auch niemand sonst sie bisher beweisen können; widerlegen allerdings auch nicht. Es sieht für mich so aus, als befänden wir uns am Anfang der Beweisaufnahme in einem Indizienprozess, in dem auch die bestellten Sachverständigen bisher nur ein großes P (für 'Planlos') im Gesicht haben. Für eine Verurteilung zu 'männlich' oder 'weiblich', lebenslänglich oder auf Bewährung, scheint es mir jedenfalls viel zu früh zu sein, auch wenn der Name des Volkes das Urteil schon vor ewigen Zeiten gesprochen hat.


habt es gut

Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
exuserin-2016-12-21

Re: Geschlecht haben, Geschlecht wünschen, m/f Eigenschaften leben

Post 18 im Thema

Beitrag von exuserin-2016-12-21 »

Valerie Bellegarde hat geschrieben:Hallo,
den weiblich-männlichen Haushalt habe ich sehr wohl verstanden. Die Inge halte ich für einen voll emanzipierten Mann und wie ich von all seinen Beiträgen und Fotos hier weiß, hat er sechs Kinder, und als solcher kann er wohl kochen, backen, einkaufen, putzen und wohl auch alle die anderen Dinge erledigen, die Im Haushalt täglich so anfallen und die wohl jeder von uns Westeuropäern - so verheiratet oder verpartnert - im fairer Zusammenarbeit mit seinem Ehegespons erledigt, hoffentlich. (hs)
Diesem kann ich nicht mehr hinzufügen !!
Valerie das hast du gut erkannt und auch sinnbildlich erklärt. Ich nutze auch die Fotos, die auch eine Geschichte erzählen soll. Um es euchauch näher zu bringen .
Mehr nicht. Ich habe auch gerne Bücher gelesen ,die mit Bilder untermalt waren . Das hat meine Fantasie angeregt.

Es stimmt Valerie ,ich bin Mann und auch gut trainiert !Das würde ich aber auch als Frau machen ,da mein Ego sagt das ich gut ausschauen will und mag.
Aussen,die Fassade kann ich nicht verändern und will es auch nicht mehr . Aber mein innerses was ich fühle auch nicht !Das bleibt jetzt offen. Ich bin auch hier im Forum offen und verstecke mich nicht . Ich mag das nicht mehr.Ich bin im reinen mit mir!! Ich durfte von Geburt an keine Frau sein,werde nie 6 Kinder bekommen dürfen (oder durfte) wie meine Frau ,aber ich war bei jeder dabei und wünschte mir ich hätte es zumindest 3mal erfahren dürfen wie das ist!!Das ist biologisch nicht möglich und so komme ich einer rein biologischen Frau nicht nahe . Ich darf lediglich mal dran schnuppern . Wir hatten eine Kaiserschnitt-Geburt ,wo ich fast im Kämmerle vergessen wurde ,aber meine Frau hat auf dem OP tisch dieses verhindert ,weil sie nach "ihrem" Mann gerufen hat. Nach der Geburt bekam ich meinen Sohn auf meine Brust gelegt und er hörte meinen Herzschlag,dadurch haben wir beide eine enorme Bindung ,( er war am Freitag mit mir auf dem Weihnachtsmarkt)!!Es war so schön und ich wünschte mir da schon stillen zu können wenn es möglich gewesen wäre .Leider bleibt und das auf Ewigkeit mir verwährt. Das falsche Geschlecht,ja leider nicht das was ich möchte . Das weiß meine Frau und es wird und wurde ihr immer klarer ,meine Wünsche und Äusserungen wo ich ihr zur damaligen Zeit immer so beiläufig gesagt habe . Zum Beispiel,das ich jetzt gerne sie sein wollte und die ganzen Strapazen für sie erleben und erleiden möchte . Sie lächelte und sagte das wir Männer das nie aushalten würden . Den Beweis bleibe ich ihr bis Heute schuldig. Aber meine Einstellung zur Weiblichkeit in mir hat sie sehr nachdenklich und sensibel gemacht,da sie spürt das ich eigentlich eine Transfrau bin . Und wir kämpfen gemeinsam ,das dieses nicht geschied.
Noch ein paar Bilder für mein Hausfrauen dasein und ich denke ich werde hier noch ein paarmal texten.
SAM_2530.JPG
SAM_2608.JPG
SAM_1720 (1).JPG
Backen ,Kochen ,Brötchen backen und Frühstückstisch decken ,Aufräumen und,und und ,keine Thema für mich !!Mache ich gerne .
Die Männerseite bediene ich auch und die schaut so aus !
SAM_2572 (2).JPG
Das gefällt meiner Frau am besten und das möchte sie sich bewahren ,ihren Mann ,aber Inge darf jetzt auch sein und das schaffen wir !! )):m (he) (yes)

Schönen Spätabend noch,eure Inge (ki)
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Geschlecht haben, Geschlecht wünschen, m/f Eigenschaften leben

Post 19 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Da Inge jetzt gesperrt wurde, kann ich nicht mehr auf ihren Beitrag antworten, ohne mich dem Vorwurf auszusetzen, ich würde nachtreten. Eine Bemerkung sei mir aber erlaubt:
Ich nutze auch die Fotos, die auch eine Geschichte erzählen soll
Das war nicht Sinn dieses Freds und schon gar nicht mit den gezeigten Fotos. Mir geht es um die Klärung der Begriffe und was für die Einzelnen dahinter steht.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Johanna Dornal
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Re: Geschlecht haben, Geschlecht wünschen, m/f Eigenschaften leben

Post 20 im Thema

Beitrag von Johanna Dornal »

Hallo Vicky,

ein paar Anmerkungen nun auch von mir, immerhin bin ich ja der Anlaß Deines Threads.
Ich fürchte, die Euphorie überdeckt Johannas Gedanken. Als ich soweit war, aus dem Haus zu gehen, dachte ich auch, jetzt öffnet sich der Himmel, aber es war "nur" die Ouvertüre für die nächste Runde oder anders gesagt, es war ein wichtiger Schritt, aber es war auch nur ein Schritt.
Das glaube ich auch. Das Erlebnis war getragen von Euphorie. Aber viel mehr überwog Stolz, es endlich geschafft zu haben.

In meiner Eigenwahrnehmung empfand ich mich weiblich, so wie ich es gehofft hatte. Die Fremdwahrnehmung kann ich nicht beurteilen, vielleicht fiel ich nicht auf, dann war der Auftritt gelungen und authentisch, kann aber auch sein, daß es den Großteil der Menschen schlicht nicht interessiert. Das wäre für mich der Idealfall.
Die philosophischen Betrachtungen zu diesem Thema kann ich nicht bewerten, weil mir einfach der intellektuelle Zugang fehlt. Ich denke aber, daß die jeweilige Sozialisation
über die Jahrhunderte die Rollenfestlegung zementiert hat. Ich kann nicht für mich neuerdings reklamieren, daß ich weiblich fühle oder denke, ich wünschte es mir aber. Genau wie bei Inge ist es auch bei mir. Meiner Frau habe ich vor einiger Zeit gestanden, daß ich lieber eine Frau wäre. Und selbstverständlich war die Reaktion bei ihr so wie bei Inges Frau. Nur muß es nicht so bleiben, wir machen beide durch meine Lebensform einen Veränderungsprozeß mit Schon die Zugehörigkeit zu diesem und auch andere Foren haben mich im Bewußtsein beeinflußt. Nicht zuletzt die Hilfe durch psychologische Betreuung führten zu einem Umdenken bei mir.
Fakt ist, daß ich Stand heute anders bin als noch zu Beginn hier.
Die durchgreifendste Veränderung ist z.B. meine Empathiefähigkeit. Und gerade diese halte ich für eine wichtige weibliche Fähigkeit, die tatsächlich unabhängig von der getragenen Kleidung ist. Und während bei mir anfangs der Focus auf der Kleidung lag, hat sich das doch geändert. Ich war bei meinem Ausflug unauffällig, aber dennoch erkennbar als Frau angezogen. Das reichte mir schon für meine Erwartungen an diesen Tag. Denn die wurden in meinem Kopf erfüllt.
So war das Angenommenwerden durch die Ensemlemitglieder ein berührendes Erlebnis. Das wiegt mehr als der ständige Blick in den Spiegel.
Und wenn ich mich abschließend als männliches Mitglied der Gesellschaft beschreiben müßte, fände man da das gleiche empathische Verhalten. Und ich bin weit weg von archaischem Verhalten, das man dem gemeinen Mann nachsagt.
Und im weiblichen Modus bin ich für meine Frau femininer als sie (ihre Worte). Da spürt sie schon so etwas wie eine Konkurrenz zu ihr, die mir allerdings nicht bewußt war.
Spannend wird auf jeden Fall die Zukunft werden, wenn man die vergangenen zwei Jahre resümiert.

Liebe Grüße und Allen ein gutes neues Jahr.
Johanna )))(:
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