Das Verflixte ist leider, das es nur schwer zu begreifen und zu verstehen ist, wenn man nicht selbst betroffen ist.
Das sehe ich nicht so. Es geht nicht um den Mann, der CD ist. Nach meinen Beobachtungen ist das Grundsystem bei vielen Menschen ähnlich, die mit fundamentalen Problemen zu kämpfen haben. Was ich meine, dass der Partner in vielen Fällen der Spiegel ist, der in einem etwas auslöst. Es gibt ein schönes Beispiel, dass bei Jürg Willi oder David Scharch (bin mir nicht sicher) beschrieben wurde: Ein junger Mann, etwas unordentlich, beklagt bei seiner Freundin, dass ihre Küche unordentlich sei. Er hat das eigene Defizit, dass er unterschwellig wohl so wahr nahm , auf die ordentliche Freundin projeziert.
Im Falle eines CD und einer Partnerin könnte ich mir eine ähnliche Mechanik vorstellen. Wenn die Frau immer dazu angehalten wurde, hübsch und weiblich zu sein, dabei aber innerlich eher "robuste" Eigenschaften aufweist, und sich nur deswegen versucht an die Forderungen anzupassen, wäre für mich eine logische Reaktion auf das Ausleben des CD-Partners, der ja "ohne Rücksicht" sich selber lebt, ein Grund für Wut, die aus dem Unbewussten gespeist wird. Die Partnerin lebt für sie ein falsches Leben. Die Gefühle sind eine Reaktion auf das Falsche im Leben.
das soll jetzt nicht heißen, dass das bei Betty so ist. Das war nur ein konstruiertes Beispiel. Aber starke Gefühle haben i.d.R. einen Grund (nicht Schuld !), der in einem selber liegt. Es heißt:
Jeder ist für seine Gefühle selber verantwortlich.
Ich habe eine Weile gebraucht, diesen Satz zu verstehen. Aber er ist aus meiner Sicht eine große Hilfe, wenn es um Konflikte geht, wie sie Betty beschreibt. Dabei spielt es keine Rolle, welchen Trigger ihr Mann (unbewusst) einsetzt. Ob das CD ist oder irgend eine andere Handlungsweise, die an der Problemstelle rührt, ist zweitrangig. Es ist, wie in dem von Ulla zitierten Gedicht steht:
Und wenn ihre Flügel dich umhüllen, gib dich ihr hin,
Auch wenn das unterm Gefieder versteckte Schwert dich verwunden kann.
Und wenn sie zu dir spricht, glaube an sie,
auch wenn ihre Stimme deine Träume zerschmettertn kann
wie der Nordwind den Garten verwüstetet.
Denn so, wie die Liebe dich krönt, kreuzigt sie dich.
So wie sie dich wachsen lässt, beschneidet sie dich.
So wie sie emporsteigt zu deinen Höhen
und die zartesten Zweige liebkost, die in der Sonne zittern,
steigt sie hinab zu deinen Wurzeln
und erschüttert sie in Ihrer Erdgebundenheit.
Wie Korngarben sammelt sie dich um sich.
Sie drischt dich, um dich nackt zu machen.
Sie siebt dich, um dich von deiner Spreu zu befreien.
Sie mahlt dich, bis du weiß bist.
Sie knetet dich, bis du geschmeidig bist;
Und dann weiht sie dich ihrem heiligem Feuer,
damit du heiliges Brot wirst für Gottes heiliges Mahl.
All dies wird die Liebe mit dir machen,
damit du die Geheimnisse deines Herzens kennenlernst
und in diesem Wissen ein Teil vom Herzen des Lebens wirst.
Aber wenn du in deiner Angst nur die Ruhe und die Lust der Liebe suchst,
dann ist es besser für dich, deine Nacktheit zu bedecken
und vom Dreschboden der Liebe zu gehen.
In die Welt ohne Jahreszeiten,
wo du lachen wirst, aber nicht dein ganzes Lachen,
und weinen, aber nicht all deine Tränen.
Und an erster Stelle der Liebe steht für mich die Selbstliebe. Und das Selbst ist nicht das, was wir an der Oberfläche spüren. Es ist das, was tief in uns steckt und worauf unsere Gefühle deuten, wenn sie sich kraftvoll zeigen.
Genau da müssen wir hinschauen. Und wir müssen unserem Partner dankbar sein, dass er diese Gefühle in uns weckt, den nur dann sind wir in der Lage, den Weg zu unserem Inneren zu finden und all unsere Krusten aufbrechen, die uns anerzogen wurden und uns von unserem wahren Ich fern halten.
Meine Sichtweise