Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....
Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder..... - # 9

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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 121 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hallo Ulla,

das hast Du gut ausgedrückt. Besonders der Halbsatz
sondern meine Herkunftsfamilie
sprang mir ins Auge. Es entspricht auch meinen Erfahrungen, das die Ursache für meine entschiedene Änderung meines Lebens (nicht nur in der Trans-Frage) in meinen Ursprüngen lag. Da war viel Wut, Enttäuschung, Angst bis hin zur (gemäßigten) Depression alles drin. Den Weg durch die vielen Selbsttäuschungen, die in den Gefühlen Ausdruck fanden, war für mich zwingend notwendig. Und je fester diese Strukturen verankert sind, um so heftiger wehrt sich mein Körper und mein Geist.

Ich habe gelernt, meinen Gefühlen zu vertrauen und dabei ist mir auch das von Dir genannte Gedicht begegnet. Ich habe verstanden, dass das, was in dem Gedicht, neben dem von Charlie Chaplin, ausgedrückt wird, sehr viel Weisheit steckt. Das Vertrauen darauf, hat mir neue, für mich passende Wege eröffnet.

Deshalb bin ich vielleicht etwas stringent, aber ich finde es wichtig, dass man seine Gefühle, wie bei Betty die Wut, ernst nimmt und sie hinterfragt. Was ist der wahre Grund für die Wut ? Ich vermute, ihr Mann ist der Auslöser, aber nicht die Ursache. Aber dabei gehe ich von mir aus. Vielleicht ist die Annahme falsch, aber es ist ja auch nur ein Denkanstoß.

Durch die Gefühle hindurch zu gehen, ist aufreibend. Ich empfinde es aber als befreiend. Seit dem bin ich viel ausgeglichener und bekomme ein Vielfaches an positiver Rückmeldung von Dritten, als vor meiner "Befreiung". Das hätte ich nie erwartet.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 122 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

ich danke euch - und bin froh, dass viele Diskussionen sich richtig gut entwickeln, sodass man aus ihnen etwas mitnehmen kann )))(:

EINE LÖSUNG wird es kaum geben; insofern helfen die Hinweise bestimmt, vieles besser zu verstehen und mit diesem Hintergrund einen Weg zu wählen, der für alle Beteiligten möglichst gut ist.

Gruß
Anne-Mette
Michelle_Engelhardt
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 123 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Das Verflixte ist leider, das es nur schwer zu begreifen und zu verstehen ist, wenn man nicht selbst betroffen ist.
Brauchst Du Hilfe oder einfach jemanden zum quatschen? Schick mir 'ne PN!

Weihnachtsmarkt ist das Wacken für Büroangestellte!
Anne-Mette
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 124 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

lernen wir nicht alle durch die vielen kleinen Puzzleteile des Erkennens?
Da ist jede Kleinigkeit wichtig.

(es ist allerdings ein Riesenpuzzle) :mrgreen:

Gruß
Anne-Mette
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 125 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Das Verflixte ist leider, das es nur schwer zu begreifen und zu verstehen ist, wenn man nicht selbst betroffen ist.
Das sehe ich nicht so. Es geht nicht um den Mann, der CD ist. Nach meinen Beobachtungen ist das Grundsystem bei vielen Menschen ähnlich, die mit fundamentalen Problemen zu kämpfen haben. Was ich meine, dass der Partner in vielen Fällen der Spiegel ist, der in einem etwas auslöst. Es gibt ein schönes Beispiel, dass bei Jürg Willi oder David Scharch (bin mir nicht sicher) beschrieben wurde: Ein junger Mann, etwas unordentlich, beklagt bei seiner Freundin, dass ihre Küche unordentlich sei. Er hat das eigene Defizit, dass er unterschwellig wohl so wahr nahm , auf die ordentliche Freundin projeziert.

Im Falle eines CD und einer Partnerin könnte ich mir eine ähnliche Mechanik vorstellen. Wenn die Frau immer dazu angehalten wurde, hübsch und weiblich zu sein, dabei aber innerlich eher "robuste" Eigenschaften aufweist, und sich nur deswegen versucht an die Forderungen anzupassen, wäre für mich eine logische Reaktion auf das Ausleben des CD-Partners, der ja "ohne Rücksicht" sich selber lebt, ein Grund für Wut, die aus dem Unbewussten gespeist wird. Die Partnerin lebt für sie ein falsches Leben. Die Gefühle sind eine Reaktion auf das Falsche im Leben.

das soll jetzt nicht heißen, dass das bei Betty so ist. Das war nur ein konstruiertes Beispiel. Aber starke Gefühle haben i.d.R. einen Grund (nicht Schuld !), der in einem selber liegt. Es heißt:
Jeder ist für seine Gefühle selber verantwortlich.
Ich habe eine Weile gebraucht, diesen Satz zu verstehen. Aber er ist aus meiner Sicht eine große Hilfe, wenn es um Konflikte geht, wie sie Betty beschreibt. Dabei spielt es keine Rolle, welchen Trigger ihr Mann (unbewusst) einsetzt. Ob das CD ist oder irgend eine andere Handlungsweise, die an der Problemstelle rührt, ist zweitrangig. Es ist, wie in dem von Ulla zitierten Gedicht steht:
Und wenn ihre Flügel dich umhüllen, gib dich ihr hin,
Auch wenn das unterm Gefieder versteckte Schwert dich verwunden kann.

Und wenn sie zu dir spricht, glaube an sie,
auch wenn ihre Stimme deine Träume zerschmettertn kann
wie der Nordwind den Garten verwüstetet.

Denn so, wie die Liebe dich krönt, kreuzigt sie dich.
So wie sie dich wachsen lässt, beschneidet sie dich.
So wie sie emporsteigt zu deinen Höhen
und die zartesten Zweige liebkost, die in der Sonne zittern,
steigt sie hinab zu deinen Wurzeln
und erschüttert sie in Ihrer Erdgebundenheit.

Wie Korngarben sammelt sie dich um sich.
Sie drischt dich, um dich nackt zu machen.
Sie siebt dich, um dich von deiner Spreu zu befreien.
Sie mahlt dich, bis du weiß bist.
Sie knetet dich, bis du geschmeidig bist;

Und dann weiht sie dich ihrem heiligem Feuer,
damit du heiliges Brot wirst für Gottes heiliges Mahl.

All dies wird die Liebe mit dir machen,
damit du die Geheimnisse deines Herzens kennenlernst
und in diesem Wissen ein Teil vom Herzen des Lebens wirst.

Aber wenn du in deiner Angst nur die Ruhe und die Lust der Liebe suchst,
dann ist es besser für dich, deine Nacktheit zu bedecken
und vom Dreschboden der Liebe zu gehen.
In die Welt ohne Jahreszeiten,
wo du lachen wirst, aber nicht dein ganzes Lachen,
und weinen, aber nicht all deine Tränen.
Und an erster Stelle der Liebe steht für mich die Selbstliebe. Und das Selbst ist nicht das, was wir an der Oberfläche spüren. Es ist das, was tief in uns steckt und worauf unsere Gefühle deuten, wenn sie sich kraftvoll zeigen.

Genau da müssen wir hinschauen. Und wir müssen unserem Partner dankbar sein, dass er diese Gefühle in uns weckt, den nur dann sind wir in der Lage, den Weg zu unserem Inneren zu finden und all unsere Krusten aufbrechen, die uns anerzogen wurden und uns von unserem wahren Ich fern halten.

Meine Sichtweise
Viele Grüße
Vicky

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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 126 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Stimmt, ich fand das auch faszinierend, aber neu sind die nicht.
Viele Grüße
Vicky

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Yasmine
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 127 im Thema

Beitrag von Yasmine »

hihi, provokant, aber vermutlich richtig.
LG
Yasmine
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 128 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Provokant, aber ziemlich sicher falsch...

Und jetzt ?
Viele Grüße
Vicky

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Alli
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 129 im Thema

Beitrag von Alli »

Also, wenn es mit der Beziehung dann nicht klappt, liegt es mal wieder daran, dass die Ehefrau nicht tolerant genug war, sich nicht genug angestrengt hat, die Bedürfnisse ihres Mannes (welche es auch immer sein mögen) nicht nachvollziehen kann und möchte und nicht genug Rücksicht nimmt....
Wie unglaublich männlich diese Diskussion hier ist, amüsiert mich langsam, wenn es nicht so traurig wäre, dass so viele Familien daran zerbrechen. Warum auch immer...
Jeder muss seinen Weg gehen - wie immer der auch aussehen mag - und dann bereit sein, mit den Konsequenzen zu leben.
Nachdenkliche Grüße
Alli
Anne-Mette
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 130 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

das
Also, wenn es mit der Beziehung dann nicht klappt, liegt es mal wieder daran, dass die Ehefrau nicht tolerant genug war, sich nicht genug angestrengt hat, die Bedürfnisse ihres Mannes (welche es auch immer sein mögen) nicht nachvollziehen kann und möchte und nicht genug Rücksicht nimmt....
mag im Einzelfall stimmen.

Es gibt aber auch Beziehungen "auf Augenhöhe", in denen beide sich für die Beziehung verantwortlich zeigen.

"Bedürfnisse des Mannes" - es ist die Frage, ob das, was einige PartnerInnen erleben, lediglich ein "Bedürfnis" ist.

So ein "Frauen müssen sich immer anstrengen, um den Bedürfnissen des Mannes gerecht zu werden" ist irgendwie einseitig und in vielen Beziehungen nicht (mehr) aktuell.
Beziehung ist Arbeit: Beziehungsarbeit, die beide Partner angeht.

Gruß
Anne-Mette
ab08
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 131 im Thema

Beitrag von ab08 »

Hallo Alli,

ganz so simpel fasste ich den Satz nicht auf, sonst hätte ich mich sicher nicht bedankt.
->In einer Ehe ist Toleranz bei beiden Partnern wichtig. - Wenn das nicht mehr gegeben ist, kommt es meist zur Scheidung.
Dass Abby in ihrem griffigen Satz nur den weiblichen Teil erwähnte, lag, meinem Eindruck nach, an der Überschrift des Threads.

-> Vorher war das Niveau hoch, daher verstand ich den Satz auch so und bedankte mich! :wink:

Liebe Grüße
Andrea, )))(:

die es gerade in dem Umfeld ausdrücklich nicht gut findet, wenn Diskussionen auf männlich <-> weiblich reduziert werden.
Ich bewegte mich im Laufe meines Lebens in beiden Welten. => So groß ist da der Unterschied auch wieder nicht! - Jgnoranz gibt es hier wie dort.
Zuletzt geändert von ab08 am Do 8. Dez 2016, 09:57, insgesamt 1-mal geändert.
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 132 im Thema

Beitrag von Drachenfrau »

Hallo Welt,

es gibt nirgends einfach nur schwarz oder weiß genauso wenig, wie es nur den einen Weg gibt im Umgang mit diesem Thema, das alles aber auch wirklich alles im Leben verändern kann. Jedes Leben sieht anders aus und jedes Leben ist einzigartig wertvoll.
Da finde ich es auch sehr arrogant und ignorant, und mehr als egoistisch, wenn man verlangt, dass die Partnerin oder der Partner damit zurecht kommen soll.
Nur weil man verheiratet ist, ist man auch nicht gegenseitig des anderen "Eigentum". Ein Mensch gehört nur sich selbst und sollte immer frei sein dürfen, seine Entscheidungen zu treffen, wenn es soweit ist.

Ich bin auch der Meinung, dass eine Frau, wenn sie sich von ihrem Mann trennt, deswegen weder intolerant sein muss noch aufgehört haben muss diesen Menschen zu lieben.
Als ich mich vor 5 Jahren von meinem damaligen Partner trennte, liebte ich ihn sehr - so sehr, dass ich ihn nicht verbiegen wollte und ging.
Denn ich hatte mich durch einen Burnout so sehr verändert, dass ich für ihn "auf einer anderen geistigen Ebene" unterwegs war.
Ihm fehlte die Frau, die ich war - aber die, ich war, wurde so wie ich war, krank - das war also nicht so einfach.
Wenn er hätte mit mir zusammenbleiben wollen, dann hätte er sich in dieselbe Richtung entwickeln müssen wie ich - doch das wäre verbiegen gewesen. Denn wir hatten unsere gemeinsame Sprache und Verbindung verloren.
Wir haben uns in absoluter Wertschätzung von einander getrennt und jeder konnte für sich seinen Weg gehen mit dem Segen des anderen.

Es gehört sehr viel Selbstliebe dazu, zu erkennen, wo stehe ich, wohin geht mein Weg, kann ich das zusammen mit meinem PartnerIn?
Wenn ich aus mich selbst verneinenden Gründen bei diesem PartnerIn bliebe, dann würde ich zwei Menschen belügen, mich und meinen PartnerIn.

Gibt es in einer Partnerschaft, Themen, die man sich anschauen soll, wie z.B. Kommunikation, Vertrauen, Offenheit, etc. - dann müssen da BEIDE etwas dazu tun und wenn das nicht klappt, dann haben wohl BEIDE auch ihren Part daran vorher gehabt.

Das Thema "trans...." bringt nur die Spitze des Berges zum Vorschein bzw. das Fass zum Überlaufen, aber davor hat sich genug angesammelt. Bei zwei Menschen jeder für sich selbst aus seinem bisherigen Weg und dann das, was ZWEI auch noch zusammen angehäuft haben (was sich jedoch auch mit alten Themen gut überschneiden kann).

Es geht nicht immer nur um ein Thema oder das Thema, man muss da genau hinsehen und sich einen Adlerblick verschaffen können, um das große Ganze um das es bei zwei Menschen geht, erkennen zu können.

Man kann Tipps geben, aus seinem Erfahrungsschatz beitragen - dennoch tragen wir nicht deren Schuhe und es sind immer ausschließlich Möglichkeiten, aber keine absolute Lösung.

Herzliche Grüße,
Ulla
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 133 im Thema

Beitrag von Drachenfrau »

Hallo Daenerys, hallo Welt,

es geht um mehr als Liebe. Sie ist ein wichtiges Fundament, doch man muss damit umgehen können.
Sehe ich meinen Weg mit Denies, so gehört für mich auch die Bereitschaft dazu, Veränderungen zu tragen und ich muss einem Menschen die Freiheit aus vollem Herzen gönnen und geben können, dass dieser seinen Weg gehen kann so wie er/sie es braucht/möchte/glücklich ist. Auch wenn ich jemanden liebe, muss das nicht übereinstimmen.
Es braucht auch die Bereitschaft, sich selbst zu verändern und weiter zu entwickeln.(Was durchaus eine eigene entgegengesetzte Richtung einnehmen kann)
Dee und ich haben vor 3 Jahren geheiratet. Würde ich jetzt auf dem Standpunkt stehen, ich habe einen Mann geheiratet, dann betrachte ich den Menschen, den ich geheiratet habe mit Augen aus der Vergangenheit - heute steht dieser Mann nicht mehr vor mir.
Gedanklich wäre ich (nach meiner Lebenserkenntnis) in der Vergangenheit verhaftet, doch die Realität hat mich dann schon überholt. Das ist mit ein Grund, weshalb ich mich, wenn ich es nicht von Anfang an gewusst hätte, betrogen gefühlt hätte.
Lebt der Partner die Veränderung heimlich, dann bliebe mir diese Zeit der Entwicklung verwehrt.
Doch hier beißt sich wieder die Katze in den Schwanz - wenn der Partner keine Ängste, Zweifel, etc. hätte, wäre es ja auch einfach, darüber zu reden und der Thread hier wäre komplett für alle überflüssig.

Ich sehe auch nicht, dass es allein Transmenschen sind, die den Respekt und die Achtung suchen, dass sie sie Selbst sind - sondern es betrifft alle Menschen, jeden einzelnen. Für mich geht es viel mehr darum, dass doch bitte jeder sich zum Wohle aller frei entfalten dürfte und das aber auch unbedingt vom ersten Tag der Geburt an.
Genauso wenig sind es allein Transmenschen, die auf der Suche nach sich selbst sind oder Probleme mit sich selbst haben. Wenn ich bedenke, wie viele Frauen Probleme haben, ihre Weiblichkeit voll und ganz zu lieben und zu leben oder wie fürchterlich es ist, dass ein Mann stark sein muss und in den Gefühlsstrudel/Chaos gerät, wenn er doch innerlich feinsinnig und sensibel, auch sanft ist - deswegen bleibt ein Mann immer noch ein Mann und muss nicht gleich im Zwiespalt mit dem Geschlecht stehen.

Man muss auch über den Transweltentellerrand hinaussehen können.

Herzliche Grüße,
Ulla
Hingabe
Gedankenstille
Seelenfrieden
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 134 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Ich sehe das auch so: Liebe allein genügt nicht. Es gehört auch die Bereitschaft dazu, sich selber in Frage zu stellen und zu verändern.

Jede Forderung an den Partner, egal welche, schränkt die Beziehung ein. Vertrauen stärkt sie und die Basis für Vertrauen ist das Selbstvertrauen. So wie die Selbstliebe die Basis für die Liebe ist. Kann ich in mir ruhen, sind die Entwicklungen des Partners keine Gefahr mehr für mich selber.

Das bedeutet nicht, dass man nicht auseinander geht. Das bedeutet auch nicht, dass alles Friede, Freude, Eierkuchen ist. Es kann auch tiefen Schmerz bedeuten. Aber mit der Selbstannahme kann ich damit umgehen ohne auf Dauer zu verzweifeln. Für mich ist das die Basis mit der ich mich meiner Partnerin öffnen kann und mich ihr als ein Transwesen zeigen. Wenn wir deswegen auseinander gingen, wäre ich sehr traurig, aber davon ginge die Welt nicht unter. Wenn ich aus Angst davor kein Outing anstreben würde, wäre es eine Form der Missachtung von uns beiden. Das würde uns schwächen.

Trans macht stark, wenn wir es annehmen. Aber es macht auch die Partnerin stark, wenn sie es will.

Das hat nichts mit Toleranz zu tun. Es ist ein aktives Annehmen und eine Auseinandersetzung mit sich selber, nicht mit dem Partner (der wirkt als Katalysator). Toleranz ist eine Form des Duldens und Dulden ist im Kern eine Ablehnung des Anderen.

Die Auseinandersetzung macht man für sich, die Toleranz für den Anderen.

Die Auseinandersetzung führt dann zu einer Veränderung der Partnerin und das wirkt wieder zurück auf den Partner. Jetzt ist es an ihm, sich mit den Veränderungen auseinander zu setzen. Dieses Pingpong nennt man Paararbeit und ist für mich der fruchtbarste (manchmal auch furchtbarste, wenn man in die eigene Seele schaut) Boden für die persönliche Entwicklung des Einzelnen.
Viele Grüße
Vicky

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Anne-Mette
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 135 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

im Heft ELTERN 12/2016 gibt es eine Reportage, die sich mit dem Umgang einer Partnerin mit der Transsexualität des Partners,
aber auch dem Thema "Toleranz" der Ehefrau (und der Familie) auseinandersetzt.

Ich habe mir das Heft gekauft, weil der Artikel nicht online abrufbar ist.
Sicherlich werden einige die Person kennen, um die es in dem Artikel geht. (nein, keine Angst - ich bin es nicht )))(: )

Der Artikel kann und soll nicht zeigen "so wird's gemacht"; das geht bei den unterschiedlichen Voraussetzungen transsexueller Lebenswege auch nicht, aber
er zeigt: "so kann's auch gehen!"
Nicht außer Acht lassen: es sagt nichts darüber aus, wie die Entwicklung sich in den nächsten Jahren fortsetzen wird.

Allerdings mögen meine guten Wünsche die Familie begleiten; ich wünsche ihr von Herzen alles Liebe und Gute.

Gruß
Anne-Mette
eltern-12-2016.jpg
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