Das neue Amerika!?
Das neue Amerika!? - # 3

zu den Themen Crossdressing, Transgender, Transident...
Marielle
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Re: Das neue Amerika!?

Post 31 im Thema

Beitrag von Marielle »

Nabend Julia,
Zum einen scherst du damit verschiedene Parteien und Personen über einen Kamm ohne die Hintergründe zu berücksichtigen,
zum anderen sprichst du hiermit Menschen das Wahlrecht ab, nur weil ihre Wahl nicht deiner Meinung entsprechen. Du unterstellst beispielsweise 50% der Amerikaner undemokratisch zu sein, weil sie sich für Trump und die Republikaner entschieden haben. Das ist meiner Meinung nach undemokratischer als das, was du auflistest, ohne dir zu nahe treten zu wollen.
Du kannst mir so nahetreten, wie du willst. Kein Problem, ehrlich. Ich bitte allerdings darum, trotz aller Nähe, bei den Fakten zu bleiben. Ich habe NICHT gesagt, dass es undemokratisch sei, diese Leute bzw. Parteien zu wählen. Ich habe gesagt, dass die entsprechenden Wähler_innen kein Interesse an "einer liberalen, gleichberechtigten und demokratischen Gesellschaft" haben. Das ist ein deutlicher Unterschied.


Aber geschenkt. Nur: Das hier schlägt dem Fass den Boden aus:

Natürlich konnte man 'Mein Kampf' lesen und hatte auch ungefähr eine Ahnung, dass Hitler bestimmte Maßnahmen während seiner Regierung ergreifen würde.Letztendlich wählten ihn aber die Menschen, weil er erstens Arbeit versprach und weil er Deutschland wieder zu alter Größe führen wollte - Dinge, welche per se nicht falsch sind- ....
Was soll das denn werden? Moralstatistische Mittelwertbildung? Autobahnen plus Holocaust geteilt durch zwei? Wenn die Partei meinen Arbeitsplatz gegen die Chinesen verteidigt und an der Grenze auf Kriegsflüchtlinge schiessen lässt ist im Mittel alles OK?

Moral, als grundsätzliche Anerkennung des Anderen, ist keine Kategorie, die einer Aufrechnung zugänglich ist. Diese Moral ist, in Form der grundlegenden Menschenrechte, absolut.

Marielle
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susanneb
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Re: Das neue Amerika!?

Post 32 im Thema

Beitrag von susanneb »

Guten Morgen,

ich bin ein wenig erstaunt, dass man weiß welche Gründe 1933 die Menschen hatten die NSDAP zu wählen. Mein Vater, 81 Jahre alt, hat mir zumindest mal gesagt warum die Menschen damals nicht gerade traurig über gewisse Dinge waren.

Nun ist es aber möglich die Menschen nach ihren Gründen zu fragen warum sie denn heute, ich sage mal extrem, wählen. Ob das nun wirklich wie immer behauptet Protest ist, ich weiß es nicht. Ausser das man diese Menschen als Idioten, Dumpfbacken, ungebildet (wer ist den für Bildung zuständig) bezeichnet, habe ich noch nichst konkretes gehört.

Wenn man mal seinen eigenen Kreis in dem man lebt, selten wohnt Arm bei Reich, verläßt und mit den Menschen redet, ihnen zuhört bekommt man vieleicht auch mal eine andere Sichtweise. Der sogenannte Blickwinkel macht viel aus.

Ob die Entscheidung von Merkel noch einmal zu kandidieren gut ist, ich weiß es nicht. Da sie, und viele Politiker die seit Jahren dabei sind, für viele Menschen als eine der Ursachen der derzeitigen Lage sind, glaube ich nicht das die Menschen, die enttäuscht sind, sie wählen werden. Ein Ergebnis unter 30% für die CDU würde micht nicht wundern. Warten wir es ab, und glauben nicht den Umfragen, ich für meinen Teil würde es auch nicht kund tun, wenn ich die AFD wählen wollte.

Fragt doch mal die Menschen die an 2 oder mehr Stellen arbeiten gehen müssen um über die Runden zu kommen. Wisst ihr was z.B. ein Fahrer bei UPS verdient und was im Vertrag steht. Oder was verdient ein ausgelernter Automechaniker.

Ich sehe eine gewaltige Schieflage im Land, die in 11 Jahren Mutti eher größer geworden ist. Muss nicht stimmen, ist mein Eindruck. Von Zahlen lass ich mich nicht beeindrucken, da schaue ich doch erst mal wem sie nützen.

Schönen Tag
Susanne
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ab08
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Re: Das neue Amerika!?

Post 33 im Thema

Beitrag von ab08 »

Hallo Susanne,

Du sprichst in Deiner Analyse viele Dinge an, die ich ähnlich sehe. In unserer neoliberalen, wirtschaftsdominierten Gesellschaft läuft einiges extrem schief. Eine angeblich "alternativlose" Politik verschlimmert Probleme, weil sie Feinjustierungen erschwert. Insbesondere liegt es aber auch daran, dass wir offenbar verlernten, uns vernünftig, ergebnisorientiert auszutauschen. (Aus dem Grund zitierte ich in meinem letzten Beitrag die Webseite und schloß mich selber ausdrücklich ein!!)

-> Natürlich ist es nachvollziehbar, warum sich Menschen dafür entscheiden, die AfD oder andere radikale Parteien zu wählen. Das Problem ist nur, dass es meist nicht klappt, Geister, die man rief, zurück in die Büchse zu verbannen. (Zauberlehrling - Büchse der Pandora). --> Also sitzen die Menschen, die sich aus verständlichen Gründen gegen Unrecht wehrten, hinterher noch mehr in der Sch...

-> Wir sollten uns daher besser unser demokratisches Gemeinwesen genauer anschauen und nach anderen Möglichkeiten/Auswegen bei persönlichen Problemen suchen. Ich bin z.B. über 30 Jahre in einem großen Berufsverband aktiv. -> Mir geschah Unrecht -> wegen TS verlor ich die Arbeit -> mein Verband half mir, es rückgängig zu machen. => Gewerkschaften, NGOs, SHGs, Interessenverbände, Presseorgane usw. bieten z.B.*) Möglichkeiten, sich erfolgreich zu wehren. -> Auch das ist für den Einzelnen nicht gefahrlos, aber diese negativen Folgen gehen weniger tief, wie eine Zerstörung des gesamten Gemeinwesens, die bei radikalen Parteien droht.

Liebe Grüße
und danke für Deinen differenzierten Beitrag
Andrea

*) Es gibt sicher andere Wege, nur fällt mir momentan gerade nix ein...
Zuletzt geändert von ab08 am Mo 21. Nov 2016, 09:25, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Das neue Amerika!?

Post 34 im Thema

Beitrag von Marielle »

Guten Tag zusammen, Hallo Susanne,
Fragt doch mal die Menschen die an 2 oder mehr Stellen arbeiten gehen müssen um über die Runden zu kommen. Wisst ihr was z.B. ein Fahrer bei UPS verdient und was im Vertrag steht. Oder was verdient ein ausgelernter Automechaniker.
Das sind die richtigen Fragen. Allerdings sind die Antworten komplexer, als es ein Wahlzettelkreuz bei der AfD oder T.rump darstellen kann.

Ich versuchs mal am Beispiel des Paket-Fahrers:

Der Lohn des Fahrers ergibt sich (etwas vereinfacht) aus dem Wertschöpfungspotential seiner Tätigkeit und den marktwirtschaftlichen Regeln zu Angebot und Nachfrage beim Personal.

Das Wertschöpfungspotential von 'Pakete zustellen' ist extrem gering, weil die Endkunden, deren Waren befördert werden, überwiegend nicht bereit sind, zusätzlich zum Produktpreis auch noch den Versand zu bezahlen. Daher werden die Versandkosten sehr häufig in Produktpreise eingerechnet, die ihrerseits aber auch durch Konkurrenz am Markt niedrig gehalten werden. Nach den marktwirtschaftlichen Regeln bleibt daher (sehr) wenig Geld übrig, um den Paketfahrer zu bezahlen.* Diese Entwicklung geht ganz wesentlich auf den Internethandel zurück, in dem der Preis meistens das einzige Kriterium für eine Kaufentscheidung ist. Man kann fragen: Was schert es denn den Amazon-Kunden, wenn der Paketfahrer nicht weiss, wovon er die Klassenfahrt seines Kindes bezahlen soll? Hauptsache Schnäppchen gemacht. Und man kann auch fragen, ob es nicht besser war, als ein staatseigener Monopol-Konzern (die Bundespost) die Preise für Pakettransporte festlegte und zehntausende Zusteller_innen (mit einer gewissen Ineffizienz) mit auskömmlichen Löhnen versorgte, die aus den Überschüssen einer anderen Konzernsparte (Telekom) locker bezahlt werden konnten.

Nach Lage der Dinge steht der Faktor 'Angebot und Nachfrage' beim Personal leider auch gegen den Paketfahrer. Man braucht quasi nur einen Führerschein und muss ein bisschen lesen und ein Navigationsgerät bedienen können, um Pakete zuzustellen. Das können sehr viele Menschen, die z.T. bereit bzw. gezwungen sind, ihre Arbeitskraft gegen ganz kleines Geld anzubieten. Allerdings sind sehr viele dieser Menschen nicht gewerkschaftlich organisiert, weil Gewerkschaft uncool und oldschool ist, wobei sie aber vergessen, dass sie individuell keinerlei Verhandlungsmacht bei der Frage nach dem Lohn für ihre Arbeit haben. Sie sind ohne weiteres austauschbar. (ich höre mich schon an wie Onkel Karl)


Aber: Kein Gesetz, das irgendeine der bisherigen Regierungen gemacht hätte, verbietet es der Paketfirma ihren Leuten höherer Löhne zu zahlen und kein Gesetz verbietet es den Paketfahrern eine Gewerkschaft aufzubauen. Das Problem mit den Niedrigst-Löhnen ist nicht von 'der Politik' zu verantworten, sondern vom Volk. Es ist wohl kaum zu bestreiten, dass die weit überwiegende Mehrheit hierzulande das oben beschriebene marktwirtschaftliche System will und unterstützt, in dem 'der Staat' sich weitgehend aus dem Handeln der Menschen heraushält. 'Der Staat' hat dieses System nicht gemacht, er verwaltet es nur.


Man kann die Beschreibung fortsetzen, indem man über den Effekt von T-Shirts aus Bangladesch redet, die hier für Zweieuroneunundneunzig verhökert werden. Durch diese Preise, die eindeutig nicht von der Regierung angeordnet, sondern vom (Kauf-)Volk gewünscht werden, ist die Wertschöpfung bei Textilien dermassen gesunken, dass es in sogenannten Hochlohnländern faktisch keine Textilindustrie mehr gibt. Und in Bangladesch sind die Näher_innen dem gleichen System ausgesetzt, wie der Paketfahrer hierzulande. Nur das man dessen Job nicht in ein Billiglohnland auslagern kann, weshalb er fünf Euro pro Stunde bekommt und nicht nur einen. Aber wenn sich die grandiose Idee der 'Zustelldrohne' durchsetzt, weil die Kundschaft immer noch schneller und billiger beliefert werden will, kriegt er gar keinen Euro mehr, weil er dann arbeitslos und unqualifiziert, mithin wirtschaftlich nicht mehr verwertbar, ist.


Der langen Rede kurzer Sinn: Wenn man die AfD/Trump-Idee vom Nationalismus, deutsche Arbeit für deutsche Bürger bzw. America first, als vernünftigen Plan betrachten wollte, dann hiesse das auch, dass T-Shirts demnächst 50 Euro kosten und nicht mehr aus billiger Baumwolle, sondern aus heimischem Leinen gemacht werden. Wenn man allerdings trotzdem weiterhin T-Shirts für globalisierungsbedingte zweineunundneunzig haben will, ohne das es interessiert, wer die, unter welchen Bedingungen zusammennäht, ist man nur ein mieser Nationalist.

Ich sehe eine gewaltige Schieflage im Land, die in 11 Jahren Mutti eher größer geworden ist. Muss nicht stimmen, ist mein Eindruck.
Das ist auch mein Eindruck. Allerdings glaube ich nicht, dass Merkel dafür die überwiegende Verantwortung trägt.

Oder glaubt irgendjemand im Ernst, dass es mit der AfD oder Trump mehr Geld für das arme Schwein im Paketauto gibt? Das wäre mindestens naiv.

Habt es gut

Marielle


*) Als 'linke Zecke' füge ich noch ein Argument ein, dass von wirtschaftsliberalen Durchschnittsbürgern als sozialistischer Quatsch angesehen wird: Durch die Maximierung von Gewinnerwartungen bzw. Umsatzrendite wird die Geldmenge, die für die Arbeitnehmer übrig bleibt, zugunsten der Kapitaleigner (in häufig unverantwortlicher Weise) weiter reduziert.


PS: @ Denaerys: Es waren Schröder und Fischer, die eine massive Beteiligung der deutschen Armee am Irak-Krieg aber abgelehnt haben. Oder verstehe ich dich grade nicht?
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Julia93
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Re: Das neue Amerika!?

Post 35 im Thema

Beitrag von Julia93 »

Marielle hat geschrieben:Nabend Julia,
Du kannst mir so nahetreten, wie du willst. Kein Problem, ehrlich. Ich bitte allerdings darum, trotz aller Nähe, bei den Fakten zu bleiben. Ich habe NICHT gesagt, dass es undemokratisch sei, diese Leute bzw. Parteien zu wählen. Ich habe gesagt, dass die entsprechenden Wähler_innen kein Interesse an "einer liberalen, gleichberechtigten und demokratischen Gesellschaft" haben. Das ist ein deutlicher Unterschied.
Um nochmal festzuhalten was du genau gesagt hast:
Wer die AfD, Trump, LePen und all die weiteren Vereinfacher wählt, protestiert damit nicht gegen vorhandenen Misstände, hat kein Interesse an einer liberalen, gleichberechtigten und demokratischen Gesellschaft, sondern will genau diese Gesellschaft beschädigen.

Knapp 50% der amerikanischen Wähler sowie grob geschätzt 10-20% der Wähler hierzulande als Leute zu bezeichnen, welche die Gesellschaft bewusst beschädigen wollen,
halte ich durchaus für eine Unterstellung, die ich persönlich nicht gerechtfertigt finde.
Die Nazis bezeichneten die Juden auch als 'Schädlinge', weswegen ich solche Äußerungen nicht wirklich schön auffasse und auch leider so aufnehme als möchtest du Leuten, die nicht deiner Auffassung sind, das Wahlrecht absprechen wollen. Falls ich das missverstehe, dann meinetwegen - gut finden tu ich das trotzdem nicht, wenn Leute nur aufgrund ihrer politischen Gesinnung in eine Schublade gesteckt werden.

Gerade wir in einer LGBT-Community sollten eigentlich das Schubladendenken eher ablegen, wenn es schon die normale Gesellschaft macht.
Aber geschenkt. Nur: Das hier schlägt dem Fass den Boden aus:


Was soll das denn werden? Moralstatistische Mittelwertbildung? Autobahnen plus Holocaust geteilt durch zwei? Wenn die Partei meinen Arbeitsplatz gegen die Chinesen verteidigt und an der Grenze auf Kriegsflüchtlinge schiessen lässt ist im Mittel alles OK?

Moral, als grundsätzliche Anerkennung des Anderen, ist keine Kategorie, die einer Aufrechnung zugänglich ist. Diese Moral ist, in Form der grundlegenden Menschenrechte, absolut.

Marielle
Weil die Menschen 1933 in die Zukunft sehen konnten und wussten, dass ein Mensch tatsächlich so weit gehen würde andere Menschen systematisch zu vergasen?

Tut mir leid, aber wir sprechen hier von den 30ern und nicht von den aufgeklärten Jahren nach dem 2. Weltkrieg. Ist dir bewusst, dass Rassismus in allen Ländern der Welt damals Gang und Gebe war? Dass in Amerika Schwarze trotz der Abschaffung der Sklaverei weiterhin diskriminiert wurden, die Japaner systematisch die Chinesen unterdrückten, wann es ihnen möglich war und in einer Zeit, wo Diktaturen in allen möglichen Ländern entstanden?
Eine Welt, wo das British Empire weiterhin selbstgefällig seine Kolonien verwaltete?
Eine Welt, wo Völkermorde wenig galten, weil sie in den Kolonien damals Gang und Gäbe waren?

Ist ja schön, wenn du heutzutage eine aufgeklärte Weltsicht hast und einfach mal sagen kannst "Ach, hätten die Deutschen damals alle 'Mein Kampf' gelesen und geahnt, dass Hitler was ganz Fieses plant, hätte es den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust nie gegeben", aber grundsätzlich ist das nicht, wie die Welt funktioniert.
Die Zukunft vorhersehen konnte noch nie jemand.

Zumal ich, so traurig es auch klingt, bezweifele, dass die Welt heutzutage so liberal und sozial wäre, wenn der zweite Weltkrieg und dessen Folgen nicht passiert wären.
Ich will damit nicht sagen, dass das, was damals geschehen ist gut war, denn das ist es nicht.
Letztendlich hat es aber einen allgemeinen Wandel der Gesellschaft nahezu weltweit herbeigeführt und damit eigentlich erst einem tatsächlichen Demokratieverständnis geholfen. Nicht zuletzt, weil man gerade in Europa, Amerika und Asien den zweiten Weltkrieg tatsächlich als tragisches Ereignis in der Geschichte der Menschheit wahrgenommen hat.
Hauptsächlich durch den Holocaust und den Einsatz der Atombombe.

Und bevor auch hier wieder nein gesagt wird: Bedenkt bitte auch, dass es schon zuvor Völkermorde in der Geschichte der Menschheit gab, entweder an den Armeniern, an den Herero oder anderen Volksgruppen.
Nur gab es hier kein Umdenken, weil auch niemand in den führenden Ländern Interesse an einem Umdenken hatte - dies gab es erst nach einem Krieg mit enormen Opferzahlen auf allen Seiten unter den Weltmächten und nachdem man die systematische Ermordung von Systemgegnern, Juden wie anderen Minderheiten in den KZs aufgedeckt hatte.

Insofern kam die Moral, aber sie kam spät, weil die Moral sich wandeln musste und über den Verlauf der Geschichte hinweg nicht immer gleich blieb.
ab08
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Re: Das neue Amerika!?

Post 36 im Thema

Beitrag von ab08 »

Danke, liebe Julia,

langsam aber sicher kann ich mit Deinen Beiträgen was anfangen... (gitli)
- Herzlichen Dank für Deine ausführlichen Worte zum Rassismus, der wirklich differenziert, historisch-politisch
und vor allem also als globales, Jahrhunderte überdauerndes Problem(Völkermorde/Kolonien) gesehen werden sollte... (flo)
- Dass vor allem der 2.Weltkrieg, der Holocaust und die Atombombe erst ein Umdenken bewirkten, da stimme ich Dir,
gerade als Nürnbergerin, also wohnhaft in der Stadt der Menschenrechte, natürlich zu. (flo)

Trotzdem sehe ich als transsexuelle Frau, die sich nicht verstecken kann,
bei AfD, Pegida, Reichsbürgern ... vor allem die Gefahr, die mir persönlich und ganz konkret im Alltag
und die von dieser Seite auf längere Sicht auch unserem demokratischen Gemeinwesen droht :!:

==> Ergo wende ich mich dagegen und hab, mit Verlaub, gar kein Verständnis für Menschen,
die, aus welchen Gründen auch immer, durch ihre Stimme/durch Teilnahme diese Gruppierungen unterstützen...
(Genau wie ich für Personen, die mich in der Öffentlichkeit beleidigen, belästigen usw. kein Verständnis aufbringen kann.)

Liebe Grüße
Andrea

P.S. Bzgl. T.rump (danke, Marielle, für den satirischen Beitrag) mach ich mir weniger Sorgen.
Da erwarte ich eher, dass hier der Pragmatismus am Ende siegt.
François Fillon --> damit kann ich leben, das wird manches eher erleichtern.
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Re: Das neue Amerika!?

Post 37 im Thema

Beitrag von Marielle »

'Nabend zusammen, Julia,
Ist ja schön, wenn du heutzutage eine aufgeklärte Weltsicht hast und einfach mal sagen kannst "Ach, hätten die Deutschen damals alle 'Mein Kampf' gelesen und geahnt, dass Hitler was ganz Fieses plant, hätte es den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust nie gegeben", aber grundsätzlich ist das nicht, wie die Welt funktioniert.
Stimmt. Es war damals, wie es heute ist. Viele Menschen sind immer noch in der Lage, allen Irrsinn auszublenden, wenn man ihnen ein kleines bisschen mehr vom Kuchen verspricht und ihnen sagt, wer dafür nichtmal was vom Brot bekommen soll. Muss man erst wieder Niemöller zitieren?
Knapp 50% der amerikanischen Wähler sowie grob geschätzt 10-20% der Wähler hierzulande als Leute zu bezeichnen, welche die Gesellschaft bewusst beschädigen wollen, halte ich durchaus für eine Unterstellung, die ich persönlich nicht gerechtfertigt finde.
OK, du nicht, ich schon. Wobei ich nicht ausschliesslich auf 'bewusst' abgehoben habe, sondern auch 'uninformiert' und 'dumm' als mögliche Sachverhalte benannt habe. Das ist am Ende aber nicht wichtig. Wir reden nämlich immer noch über eine Partei, deren Führung über Schiessbefehle und Internierungslager schwafelt, wenn wir die AfD meinen. Da gibt es nichts aufzurechnen oder zu relativieren. Erschossen ist tot, so oder so. Ob mit Absicht, aus Mangel an Interesse oder purer Dummheit.

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Kerstin
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Re: Das neue Amerika!?

Post 38 im Thema

Beitrag von Kerstin »

Wobei ich nicht ausschliesslich auf 'bewusst' abgehoben habe, sondern auch 'uninformiert' und 'dumm' als mögliche Sachverhalte benannt habe. Da
Demzufolge hälst du dich also für den/die /das einzig wohl informierte und kluge Wesen /Person und dann wunderst du dich, das die Leute drausen auf der Straße die Schnauze voll haben von Leuten wie dir?
Und wir reden nicht über 10 bis 20% sondern eher über 20-30% und da bin ich noch vorsichtig.

Ich Wette mit dir um einen KastenVeldensteiner Dunkel das die AFD nächstes Jahr mit 20+X in den Bundetag einzieht. Schlag ein!

Was den "Schiesbefehl" angeht so eine Frau Petry klar und eindeutig die güldige(!!) rechtsordnung auf der Ihre Aussage beruht dargelegt nur eine Marielle will das nicht begreifen.

Und bevor du nun Schnappatmung bekommst weil dir die böse Kerstin mal wieder in deine Rote Suppe spukt infomiere dich doch einmal über die Aufgaben der Bundespolizei welche bis vor ein paar Jahren Bundesgrenzschutz hies.

So und jetzt kloppt euch mal fleisig weiter für den Rest der Woche habt ihr wieder Ruhe von mir.

Trotzallem eine gute Nacht
Kerstin
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Re: Das neue Amerika!?

Post 39 im Thema

Beitrag von Dolores59 »

Marielle hat geschrieben: OK, du nicht, ich schon. Wobei ich nicht ausschliesslich auf 'bewusst' abgehoben habe, sondern auch 'uninformiert' und 'dumm' als mögliche Sachverhalte benannt habe. Das ist am Ende aber nicht wichtig. Wir reden nämlich immer noch über eine Partei, deren Führung über Schiessbefehle und Internierungslager schwafelt, wenn wir die AfD meinen. Da gibt es nichts aufzurechnen oder zu relativieren. Erschossen ist tot, so oder so. Ob mit Absicht, aus Mangel an Interesse oder purer Dummheit.

Marielle
Tach Marielle,

mit pauschalem Wähler-Bashing ist niemandem geholfen und erst recht wirst Du keinen Menschen für Deine Ansichten gewinnen, den Du als uninformiert oder dumm bezeichnest. Das ist die gleiche Sprache, die bei Pegida und AfD zu finden ist. Die sagen dasselbe von den Leuten, die etablierten Parteien wählen und nicht ihrer Meinung sind.

An der verbalen Ausgrenzung von Teilen der Bevölkerung oder Minderheiten, wie es die AfD macht, sollten wir uns nicht beteiligen. Statt dessen müssen wir uns argumentativ mit den Wählern der AfD auseinandersetzen, auch wenn das schwer ist.

Im Übrigen ist es gut, wenn die AfD in den Bundestag einzieht. Dann besteht die Gelegenheit für die anderen Parteien, aufzuzeigen, dass diese Partei keine Lösungen für die wirklichen Probleme in Deutschland hat. Das sind nicht die Flüchtlinge, sondern z.B. die Rentenpolitik, die Verkehrspolitik, die Arbeitsmarktpolitik, die Steuerpolitik, die Familienpolitik usw.

LG
Dolores
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
(Psalm 139,14)
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Re: Das neue Amerika!?

Post 40 im Thema

Beitrag von susanneb »

Guten Morgen,

nun wird der Ton doch wieder schärfer, Schade.

Ich kann bei den meisten Aussagen etwas finden dem ich zustimmen kann, egal ob links oder rechts. Das die AFD in den Bundestag kommt ist wohl sicher, mit wie viel Prozent, man wird sehen.

Was aber nicht sicher ist, sind die Folgen des Brexit. Hier wäre ich vorsichtig. Ich denke, die Engländer sind nicht doof, und werden schon dafür sorgen, dass sie Handelspartner finden. Die Rest EU wird es den Engländer schwer machen, damit es bloss keine Nachfolger gibt. Man sehen ob das wirkt, ich denke auch hier wird mehr EU Verdrossenheit kommen.

Wenn man schlau ist,fängt man bei der EU wieder von vorne an. Ohne die Fehler die gemacht wurden. Schlau und EU Politiker, da habe ich Zweifel, man müsste ja mal Fehler eingestehen.

@ Marielle
Leider hast du Recht, es wird nicht der tatsächliche Wert einer Arbeit bezahlt. Dazu muss man die erbrachte Leistung und Zeit sehen. Den Wert bestimmt der Markt. Und gerade das Beispiel UPS, DPD etc. zeigt doch auf, dass es besser gewesen wäre man hätte hier nicht alles dem freien Markt überlassen, und die Post privatisiert. Der pickt sich die Rosinen raus, und der Rest schaut in die Röhre oder der Staat zahlt. Unter anderem durch Zuschüsse wenn der Lohn nicht reicht.
Warum die Menschen nicht mehr in die Gewerkschaften gehen, verstehe ich auch nicht.

Dank der Hartz4 Gesetze kann man die Menschen in diese Arbeit zwingen, Das ist der Teil Fordern, das Fördern hat man dann lieber mal vergessen. Wem nutzt dies, den Konzernen, oft aus den USA.

Hier haben sich in der Vergangenheit alle Parteien nicht mit Ruhm bekleckert. Komischerweise scheinen alle vergessen zu haben, dass die Grünen, die für mich genauso eine Klientelpartei sind wie die FDP, fröhlich mitgemacht haben. Letztendlich habe alle Regierungen doch wohl mehr oder weniger das soziale vernachlässigt. Für mich gibt es Dinge, die gehören nicht in den freien Markt. Beispiel Rente, Gesundheit etc. und auch nicht die Autobahnen, wo dann wieder mal ein Stück Volksvermögen verschenkt werden soll. Damit die Versicherungen mal wieder Profit machen können. Man traut es sich sogar deutlich zu sagen. Zum Nachteil der Bürger.

Nun ist es noch Zeit die Weichen zu stellen. Ich halte nicht viel von Frau Merkel, sie agiert, regieren tun andere, hoffe aber das Herr Giovanni di Lorenzo Recht hat und Merkel ihre Lektion gelernt hat. Wenn nicht wird sie scheitern, und so will sie auch nicht in die Geschichte eingehen.

DIe AFD als eine kleine Partei im Bundestag ist für mich kein Problem. Die Linken sind doch auch seit Jahren dabei. Wen störts Wenn sie dann nichts bringen, werden sie wieder verschwinden. Wenn Sie was bringen, umso besser. Die können genauso wenig wie Trump alle ihr Versprechen halten.

Schönen Tag
Susanne
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Re: Das neue Amerika!?

Post 41 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo zusammen,

Susanne schrieb:
Wen störts. Wenn sie dann nichts bringen, werden sie wieder verschwinden.
Das glaube und hoffe ich auch; und zwar bitte recht bald. Oder besser noch sofort. :wink:


Dolores schrieb:
An der verbalen Ausgrenzung von Teilen der Bevölkerung oder Minderheiten, wie es die AfD macht, sollten wir uns nicht beteiligen. Statt dessen müssen wir uns argumentativ mit den Wählern der AfD auseinandersetzen, auch wenn das schwer ist.
Ich bin für mich der Meinung, dass ich auch schwierigen Diskussion nicht aus dem Wege gehe und versuche soweit irgend möglich auf einer sachlichen Ebene zu diskutieren und manchmal auch zu disputieren. Von daher finde ich "Wählerbashing" nicht so ganz angemessen; aber egal, kann man so sehen.

In diesem ganzen Komplex gibt es, da liegt m.E. das Problem, eine Anzahl von Beteiligten, denen (Gabi hat es ausgeführt) mit Argumenten nicht näher zu
kommen ist, weil sie sich sowohl von der faktischen Realität, als auch von, für mich grundlegenden und unverhandelbaren, Werten menschlichen Zusammenlebens auf diesem Planeten verabschiedet haben.

Deutlich mag das daran werden, dass diese Leute zwar ständig auf den -§11 des UZwG* Bezug nehmen, aber die Paragraphen 4 und 12 desselben Gesetzes sowie die zum UZwG ergangenen Urteile des BGH (AZ 3 StR 198/88 und 5 StR 370/92) vermutlich nichtmal kennen, geschweige denn sie in ihrer Bedeutung zur Kenntnis nehmen würden.

Daher bin ich auch der Ansicht, dass eine Partei wie die AfD in unseren Parlamenten nicht auftauchen sollte. Das es trotzdem passiert ist tatsächlich den demokratischen Regeln geschuldet und insoweit nicht zu beanstanden. Aber ruhig dabei zusehen will, kann und werde ich nicht; es ist auch mein Land.

Bezüglich der Lebensdauer und der Wirkungsmacht des Phänomens AfD bin ich nach wie vor relativ sicher, dass beides begrenzt bleibt und keinen allzugroßen Schaden anrichten wird. Was mich jedoch nachdenklich macht ist, dass die heute in Deutschland zu den entsprechenden Fragen geführten Debatten vor 12 bis 15 Jahren sehr ähnlich auch in der Türkei geführt wurden (wenn man die unterschiedlichen kulturellen und historischen Hintergründe entsprechend berücksichtigt). Das bekannte Ergebnis ist die demokratisch 'legitimierte' Partei-Diktatur der Erdogan-AKP (Leitspruch: "Alles für die Türkei"), die, besoffen von der ihr überlassenen Macht, vor nahezu nichts mehr zurückschreckt und ein Land, in dem sich viele Menschen zu einer offenen, liberalen Gesellschaft bekannt haben und sich als Teil Europas gesehen haben, zurück in die Despotie stürzt.

Ich möchte es mir nicht ausmalen und ich bin ehrlich bester Hoffnung, dass es hierzulande zumindest in den nächsten zehn, fünfzehn Jahren nicht dazu kommen wird, aber eine 25%-Rechtsaussenpartei und ein durch massiven Stimmenverlust verunsicherter rechter Flügel der CDU/CSU wäre das allerletzte was wir uns wünschen sollten.

Habt es gut

Marielle

*) Gesetz über den unmittelbaren Zwang bei Ausübung öffentlicher Gewalt durch Vollzugsbeamte des Bundes

PS an Daenerys: Glaub bitte nicht, dass ich die CDU/CSU für einen Hort übergroßer Moral halte; bestimmt nicht. Nur sehen sie derzeit zum Teil!, im Vergleich zu anderen Akteur_innen, gradezu wie Linksliberale aus. Ein anderer Teil, wegen dem man sich wirklich Sorgen machen sollte, kokettiert leider sehr deutlich mit den Rechtsaussen.


PPS: noch ein Link betreffend die Thread-Überschrift: http://www.deutschlandfunk.de/rechtsrad ... _id=372071
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