Dokumentation des Fachaustausches des BMFSFJ zu „Beratungs- und Unterstützungsbedarfe für transsexuelle...
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Anne-Mette
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Dokumentation des Fachaustausches des BMFSFJ zu "Beratungs„ und Unterstützungsbedarfe für transsexuelle...
Moin,
soeben wurde die Dokumentation des Fachaustausches des BMFSFJ zu "Beratungs- und Unterstützungsbedarfe für transsexuelle/ trans*Menschen und ihre Angehörigen in verschiedenen Lebenssituationen" veröffentlicht und kann über diesen Link https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/pu ... alt/112294 abgerufen werden.
Gruß
Anne-Mette
soeben wurde die Dokumentation des Fachaustausches des BMFSFJ zu "Beratungs- und Unterstützungsbedarfe für transsexuelle/ trans*Menschen und ihre Angehörigen in verschiedenen Lebenssituationen" veröffentlicht und kann über diesen Link https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/pu ... alt/112294 abgerufen werden.
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Anne-Mette
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Re: Dokumentation des Fachaustausches des BMFSFJ zu "Beratungs„ und Unterstützungsbedarfe für transsexuelle...
Moin,
Die Diskussion ist eröffnet
Ich staune immer wieder, wie unterschiedlich die Sichtweisen sind. Alles habe ich noch nicht durchgelesen/durchgearbeitet, aber ein Abschnitt ist mir besonders aufgefallen:
Kim Schicklang
von ATME e. V. sprach unter anderem über die Erfahrungen an Hochschulen
und Universitäten. Sie betonte, dass für viele transsexuelle/trans*Menschen eine Personen-
standsänderung für die Wahrnehmung der eigenen Identität nicht maßgeblich relevant sei. Die
Erfahrung zeige, dass die Einordnung durch andere in der Begegnung und weniger durch den
Ausweis erfolge.
Zudem widerspreche die Logik des geltenden Transsexuellengesetzes, "das mir
sagt, ich wäre ein Mann, der als Frau leben möchte", dem eigenen Erleben vieler trans
sexueller/trans*Menschen, weshalb sie eine Personenstandsänderung ablehnten.
Für die transsexuellen Menschen, die ich kennenlernen durfte war das bisher meistens anders: die Personenstandsänderung spielte eine größere Rolle, AUCH für die Wahrnehmung der eigenen Identität. Das gilt sogar für dem dgti-Ergänzungsausweis.
Gruß
Anne-Mette
Die Diskussion ist eröffnet
Ich staune immer wieder, wie unterschiedlich die Sichtweisen sind. Alles habe ich noch nicht durchgelesen/durchgearbeitet, aber ein Abschnitt ist mir besonders aufgefallen:
Kim Schicklang
von ATME e. V. sprach unter anderem über die Erfahrungen an Hochschulen
und Universitäten. Sie betonte, dass für viele transsexuelle/trans*Menschen eine Personen-
standsänderung für die Wahrnehmung der eigenen Identität nicht maßgeblich relevant sei. Die
Erfahrung zeige, dass die Einordnung durch andere in der Begegnung und weniger durch den
Ausweis erfolge.
Zudem widerspreche die Logik des geltenden Transsexuellengesetzes, "das mir
sagt, ich wäre ein Mann, der als Frau leben möchte", dem eigenen Erleben vieler trans
sexueller/trans*Menschen, weshalb sie eine Personenstandsänderung ablehnten.
Für die transsexuellen Menschen, die ich kennenlernen durfte war das bisher meistens anders: die Personenstandsänderung spielte eine größere Rolle, AUCH für die Wahrnehmung der eigenen Identität. Das gilt sogar für dem dgti-Ergänzungsausweis.
Gruß
Anne-Mette
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Re: Dokumentation des Fachaustausches des BMFSFJ zu "Beratungs„ und Unterstützungsbedarfe für transsexuelle...
Hallo Anne-Mette,
"dass für viele transsexuelle/trans*Menschen eine Personenstandsänderung für die Wahrnehmung der eigenen Identität nicht maßgeblich relevant sei."
da trifft Kim bei mir ins Schwarze. Meine Identität wurde dadurch nicht verändert. Es half mir aber, dass andere mich so wahrnahmen, wie ich bin! Es war quasi mein Nachweis/Ausweis überwiegend im dienstlichen Umfeld. Privat eher irrelevant...
"Zudem widerspreche die Logik des geltenden Transsexuellengesetzes, "das mir sagt, ich wäre ein Mann, der als Frau leben möchte, dem eigenen Erleben..." auch hier stimme ich Kim in der Kernaussage zu. -> Ich war immer weiblich. -> Ich spielte als Frau "die Rolle eines Mannes", um Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen! -> Ich unterwarf mich dem Prozedere des TSG, um meine Ruhe zu haben. - Verschärfend kommt hinzu, dass ich als Beamtin gewöhnt bin, auch weniger sinnvolle(bzw. unsinnige) Anweisungen zu befolgen.
Andererseits hab ich Verständnis, mehr noch, höchsten Respekt vor Menschen, welche konsequent sind und die Personenstandsänderung ablehnen!
Liebe Grüße
Andrea
"dass für viele transsexuelle/trans*Menschen eine Personenstandsänderung für die Wahrnehmung der eigenen Identität nicht maßgeblich relevant sei."
da trifft Kim bei mir ins Schwarze. Meine Identität wurde dadurch nicht verändert. Es half mir aber, dass andere mich so wahrnahmen, wie ich bin! Es war quasi mein Nachweis/Ausweis überwiegend im dienstlichen Umfeld. Privat eher irrelevant...
"Zudem widerspreche die Logik des geltenden Transsexuellengesetzes, "das mir sagt, ich wäre ein Mann, der als Frau leben möchte, dem eigenen Erleben..." auch hier stimme ich Kim in der Kernaussage zu. -> Ich war immer weiblich. -> Ich spielte als Frau "die Rolle eines Mannes", um Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen! -> Ich unterwarf mich dem Prozedere des TSG, um meine Ruhe zu haben. - Verschärfend kommt hinzu, dass ich als Beamtin gewöhnt bin, auch weniger sinnvolle(bzw. unsinnige) Anweisungen zu befolgen.
Andererseits hab ich Verständnis, mehr noch, höchsten Respekt vor Menschen, welche konsequent sind und die Personenstandsänderung ablehnen!
Liebe Grüße
Andrea
Zuletzt geändert von ab08 am Mo 7. Nov 2016, 19:14, insgesamt 1-mal geändert.
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
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Re: Dokumentation des Fachaustausches des BMFSFJ zu "Beratungs„ und Unterstützungsbedarfe für transsexuelle...
Guten Abend Andrea,
ich denke, es sollte keine einfachen, sondern vielfältige Lösungsansätze geben. Je mehr ich darüber nachdenke, desto weniger finde ich den Begriff "Trans*" gut - sofern nicht weitere Erklärungen und Ergänzungen folgen.
Die Aussage von Kim wollte ich nicht kritisieren, wenn ich auch andere Erfahrungen gemacht habe.
Sie ist auch ein Beleg (für mich) dafür, dass es keine einfachen Beschreibungen und Erklärungen gibt; denn die Vielfalt wird nicht nur durch Regenbogenflaggen symbolisiert, sondern durch die Eigenbeschreibung eines jeden Menschen.
OT: Du bist bestimmt schon aufgeregt
Alles Gute für den morgigen Tag!
... und für alle Tage, die noch folgen werden
Herzliche Grüße
Anne-Mette
ich denke, es sollte keine einfachen, sondern vielfältige Lösungsansätze geben. Je mehr ich darüber nachdenke, desto weniger finde ich den Begriff "Trans*" gut - sofern nicht weitere Erklärungen und Ergänzungen folgen.
Die Aussage von Kim wollte ich nicht kritisieren, wenn ich auch andere Erfahrungen gemacht habe.
Sie ist auch ein Beleg (für mich) dafür, dass es keine einfachen Beschreibungen und Erklärungen gibt; denn die Vielfalt wird nicht nur durch Regenbogenflaggen symbolisiert, sondern durch die Eigenbeschreibung eines jeden Menschen.
OT: Du bist bestimmt schon aufgeregt
Alles Gute für den morgigen Tag!
... und für alle Tage, die noch folgen werden
Herzliche Grüße
Anne-Mette
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Re: Dokumentation des Fachaustausches des BMFSFJ zu "Beratungs„ und Unterstützungsbedarfe für transsexuelle...
Hallo Anne-Mette,
aufgeregt?? - Eigentlich nicht... Nur manches muss ich jetzt selber machen (Hoffentlich mach ich alles richtig!)
- >Zum Glück bin ich am Donnerstag bei der Gynäkologin. Die passt künftig auf mich auf.
Zum Thema:
Auch die GAOP änderte nicht meine Identität!! Nur ... nun muss ich mich nicht mehr geistig verbiegen -> Ein Mann war ich halt nie! -> Also war es für mich nicht so einfach, mit so einem Ding rumzulaufen. - Die GAOP änderte das Problem. -> Sie machte mich aber trotzdem nicht zur Frau!! - Ganz einfach, weil ich es vorher schon immer war!
Weder NÄ,noch PÄ, noch GAOP ändern in meinen Augen das Geschlecht. Daher halte ich den Grundansatz und viele Formulierungen im TSG für Blödsinn. Wie der
oder die einzelne damit umgeht, bleibt der Person überlassen. Man kann mitspielen, sich dagegen wehren etc. Problematisch wird es nur, wenn man an die Sache glaubt...
Danke für Deine lieben Wünsche!
Andrea
P.S.Ich kann, wenn ich mich selbst bezeichne bzw. im Kontext, mit "Transfrau", "transsexuelle Frau", "intersexuelle Frau", inzwischen auch mit "Frau mit transsexueller Vergangenheit" gut leben. Im Alltag reicht mir sogar, wenn ich einfach nur mit "Frau B..." bezeichnet werde...
aufgeregt?? - Eigentlich nicht... Nur manches muss ich jetzt selber machen (Hoffentlich mach ich alles richtig!)
- >Zum Glück bin ich am Donnerstag bei der Gynäkologin. Die passt künftig auf mich auf.
Zum Thema:
Auch die GAOP änderte nicht meine Identität!! Nur ... nun muss ich mich nicht mehr geistig verbiegen -> Ein Mann war ich halt nie! -> Also war es für mich nicht so einfach, mit so einem Ding rumzulaufen. - Die GAOP änderte das Problem. -> Sie machte mich aber trotzdem nicht zur Frau!! - Ganz einfach, weil ich es vorher schon immer war!
Weder NÄ,noch PÄ, noch GAOP ändern in meinen Augen das Geschlecht. Daher halte ich den Grundansatz und viele Formulierungen im TSG für Blödsinn. Wie der
oder die einzelne damit umgeht, bleibt der Person überlassen. Man kann mitspielen, sich dagegen wehren etc. Problematisch wird es nur, wenn man an die Sache glaubt...
Danke für Deine lieben Wünsche!
Andrea
P.S.Ich kann, wenn ich mich selbst bezeichne bzw. im Kontext, mit "Transfrau", "transsexuelle Frau", "intersexuelle Frau", inzwischen auch mit "Frau mit transsexueller Vergangenheit" gut leben. Im Alltag reicht mir sogar, wenn ich einfach nur mit "Frau B..." bezeichnet werde...
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz