Was ist sexistisch? Was nicht?
Was ist sexistisch? Was nicht? - # 2

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
ab08
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Re: Was ist sexistisch? Was nicht?

Post 16 im Thema

Beitrag von ab08 »

Hallo Marielle,

zunächst bitte ich Dich herzlich um Entschuldigung, dass ich gezwungenermaßen vom Thema abweiche.
Da ich für weitere Diskussionen ohnehin keine Zeit mehr habe, bleibt es hoffentlich einmalig. :wink:

Liebe Grüße
Andrea

_________________________________________________________________________________________________________________________

Zitat: "Hallo ab08, kann es vielleicht sein, dass Menschen mit deinem Werdegang hier empfindlicher reagieren als reine Biofrauen?"

Hallo Plissi,

bitte nenn mich Andrea. Die Abkürzung ab08 ist nur meiner damals nötigen Anonymität geschuldet.

Mit Deiner Vermutung + entsprechender Unterscheidung,
(Diese Unterscheidung verletzt mich als transsexuelle Frau übrigens... - aber nicht besonders, da typischer/üblicher Angriff und wirklich keine neue Idee)
liegst Du zumindest in meinem Fall (unter anderem 12 Jahre Unterricht in der Psychiatrie!) leider völlig falsch. Du übersiehst z.B., dass ich Kolleginnen/Freundinnen (An der Stammschule sind über 70 Kolleginnen... / über die anderen Schulen und den Berufverband deutlich mehr Kontakte / bin stets die einzige Transsexuelle...) habe, mit denen ich solche Details ausgiebig besprach. Ergo jedwede Probleme wurden fast immer im Team (dabei zwangsläufig ausschließlich mit "reinen" Biofrauen, wie Du es so schön ausdrückst) gelöst... *)
Auch im angesprochenen Beispiel war es so. Ich machte relativ wenig... :wink: Aber es gelang drei Kolleginnen in längerer Teamwork, dem zunächst uneinsichtigen Kollegen klar zu machen, wie unangenehm so ein Klaps für jede von ihnen und auch jede andere Frau wäre. Der Hauptunterschied zwischen mir und vielen anderen weiblichen Wesen ist aber, dass ich oft weiß, wie manche Herren ticken, und dass ich mit meiner Meinung nicht hinter dem Berg halte, also selbstbewußt bin.
(Für meinen Werdegang war "selbstbewußt" im Grunde Voraussetzung und wirklich nix besonderes - leitende Stellung, Jahrzehnte gewählte Vertreterin im Berufsverband usw.)

Gestern trug ich mich in der Polizei-Inspektion Mitte (Nürnberg) in das Kondolenzbuch für den Kollegen ein, der von einem sog. "Reichsbürger" erschossen wurde...
Gelassenheit o.K., aber das heißt nicht, dass alles hingenommen werden sollte. Gerade in der heutigen Zeit - zitier mich mal selbst :
"Gerade heute, wo Hass/Beleidigungen/Grenzüberschreitungen für manche plötzlich wieder salonfähig werden, gibt für mich die Haltung den Ausschlag!"
sollten wir uns um Niveau bemühen und darum, dass die Sitten nicht noch mehr verludern.

Nix für ungut, das meine ich übrigens nicht, weil ich transsexuell bin,
sondern weil mir, als politisch denkender Mensch, unser Gemeinwesen wichtig ist.

Liebe Grüße
Andrea

*) P.S. Wenn ich wirklich sauer war, reagierte ich ganz lieb und lächelte freundlich. Wie aus dem Nichts kam einige Zeit später von irgendwo her ein Blitz und traf den Schuldigen. Natürlich reiner Zufall... Mit mir hatte das nix zu tun... Hab halt Freunde... Achtung: Es gibt weibliche Solidarität.--> Die sollte man nie unterschätzen.
Zuletzt geändert von ab08 am Di 25. Okt 2016, 16:31, insgesamt 13-mal geändert.
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
Michelle_Engelhardt
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Re: Was ist sexistisch? Was nicht?

Post 17 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Daenerys Targaryen hat geschrieben:Ich weiß, was Du meinst, Michelle. Wenn ich sehe, wie sich manche TS/TVs/T* in der Öffentlichkeit präsentieren, gehen mir ähnliche Gedanken durchs den Kopf, und ich würde mich nur allzuoft am liebsten im Boden verkriechen. Aber ist das richtig? Ohne die konkreten Motive der Leute zu kennen, die sich im Internet so präsentieren, hat trotz dieser sexualisierten Selbstdarstellung niemand das Recht, uns zu diskriminieren, oder?

Mir kommt da das Beispiel von Prostituierten in den Kopf. Die stehen nicht aus Spaß oder für den erotischen Kick in Strapsen und Lackstiefeln auf der Straße, sondern weil es ihr Job ist. Rechtfertigt dieser Job den Sexismus, den Sex-Worker täglich ausgesetzt sind? Sicher nicht. Genau so wenig würde es meine Diskriminierung rechtfertigen, wenn ich in Strapsen und Lackstiefeln durch Köln spaziere, um beim Bäcker Bröckchen zu holen. Aber die Praxis sieht halt anders aus, und deshalb muss ich Wege finden, Sexismus zu verhindern, indem ich mein eigenes Verhalten steuere. In letzterem Fall verzichte ich auf Strapse und Lackstiefel und trage stattdessen Jeans und UGGs (ist bei der Jahreszeit auch gesünder :wink: )


Natürlich hat niemand das Recht zu diskriminieren, darüber sind sich hier wohl alle einig. Diskriminierung gab es schon immer und wird es auch immer geben, das ist ebenfalls klar. Was den Sexismus betrifft, halte ich es wie Du und trage auch überwiegend Hosen....wie die meisten Frauen.....aber was um alles in der Welt sind "UGGs"???

Liebe Grüße
Michelle
Brauchst Du Hilfe oder einfach jemanden zum quatschen? Schick mir 'ne PN!

Weihnachtsmarkt ist das Wacken für Büroangestellte!
ExuserIn-2019-12-20

Re: Was ist sexistisch? Was nicht?

Post 18 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-20 »

War ich sexistisch als ich von 2000 bis 2004 in den kürzesten Röcken unterwegs war?
Auf den Fetisch-Partys im Cafe Sittsam (gibt es wohl lange nicht mehr) im Lackkleid und hohen Plateau-Heels rum gestöckelt bin?
Oder aber auf dem CSD im sexy Outfit mein Spaß hatte?

Ich für meinen Teil sagen nein!
Wieso? Weil ich mich wohl fühlte, auch wenn ich sicherlich grenzwertig unterwegs war.
Es war das ausprobieren etc.

Heute werde ich nicht mehr den kürzesten Rock tragen, auch nicht auf eine Fetisch-Party gehen oder sonst dergleichen.
Ich wurde auch diskriminiert und das hat mich zum denken gebracht und ausserdem ist Frau älter geworden ;)

Ende vom Lied: so, wie wir alle unterschiedlich aussehen, so haben wir auch alle unterschiedliche Meinungen zu dem Thema.

Lg,
Anna
Marielle
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Re: Was ist sexistisch? Was nicht?

Post 19 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo zusammen,

es freut mich, dass es eine so breite Diskussion zu dem Thema gibt. Auch wenn es sehr unterschiedliche Standpunkte gibt, scheint das Thema aber nicht so gefährlich zu sein, dass es beisst :wink:

Kerstin: Ja, man kann sicherlich auch über den Umgang der Justiz mit jugendlichen Gewaltverbrechern bzw. über unser Jugend-Strafrecht diskutieren. Aber ein Hundehaufen auf dem Gehweg wird nicht deswegen weniger Scheisse, weil ein weiterer daneben liegt. Wobei offen bleibt, ob unser Jugendstrafrecht wirklich sooo schlecht ist.


Lieben Dank, Tabea, für dein Interesse an meinem Zeug. Und ich finde, dass du (leider) Recht hast. Es gäbe eine ganze Reihe von Themen, die interessant sind, die einen Bezug zum Forenthema und auch zur gesellschaftlichen Wirklichkeit haben, über die man daher wirklich viel mehr diskutieren sollte. Das man dabei verschiedener Meinung ist, gehört m.E. zum Meinungsbildungsprozess dazu.


Astrid möchte ich grundsätzlich zustimmen. Ich habe, nach meinem eigenen Verständnis davon, definitiv auch 'Sexismus-Leichen' im moralischen Keller liegen. Aber das kann eben kein Grund sein, dass Thema wegzudrücken und so zu tun, als wäre nichts. Astrid, Andrea und Daenerys beschreiben doch, dass eben nicht alles gut ist. Meine Beste tut das übrigens auch. Ihre Reaktion zu dem Ausspruch ... und das dürfen die Frauen auch mitkriegen, das genießen doch die meisten...oder? werde ich hier nicht en Detail wiedergeben (Jugendschutz).

Für mich zeigt dieser Spruch, dass ich von vornherein auf dem richtigen Dampfer war. Ich habe es mit etwas Mühe geschafft, die von JaquelineL vorgeschlagene, andere Lesart zu finden, aber wenn jetzt nachgelegt wird, "das geniessen doch die meisten, oder?" kriege ich das nicht mehr hin.


Den Ansatz von Amadee finde ich klasse! Das Umkehren bzw. Neutralisieren von Aussagen macht manche Sprüche und Taten um vieles deutlicher, als sie in der eingefahren Wahrnehmung zunächst erscheinen. Manchmal muss man sich wirklich fragen, ob man etwas nur deswegen für OK hält, weil es 'schon immer' so war, obwohl es eigentlich immer schon Mist war. Und auch der Ansatz der Solidarität ist klasse. Im Grunde geht es, wie so oft, ja nicht um ein singuläres Problem, sondern am Ende um den gesamten Umgang der Menschen miteinander; völlig egal ob Mann, Frau, Kind, Dachdecker_in oder Übergewichtige_r.


Sylvia möchte ich fragen, aus welcher Perspektive die Aussage/Annahme "dass nur jeder für sich definieren kann, was er als sexistisch empfindet und was nicht." zu betrachten ist. Meinst du damit, dass jemand, der z.B. in der Strassenbahn_in* absichtlich am Hintern angefasst wird, das für sich zu beurteilen hat oder das derjenige Mensch, der aktiv anfasst, das beurteilen soll? Im ersten Fall wäre ich grundsätzlich deiner Meinung, im zweiten aber voll kontra (wobei ich nicht glauben mag, dass du es so meinen könntest). Jedenfalls ist damit aber die Problemstellung klar: Da die 'Tat' einer möglichen Beurteilung durch das 'Opfer' zwangsläufig vorausgehen muss und die Beurteilung durch das 'Opfer' für den/die 'Täter_in' nicht vorhersehbar ist, braucht es ein allgemeines Verständnis von 'geht und 'geht nicht', wenn nicht jede_r Hohlkopf seine eigenen Regeln machen können soll; und das kann es ja wohl nicht sein. Daher gibt es m.E. nichts, was man der individuellen Beurteilung überlassen kann. Es bedarf meiner Ansicht nach einer gesellschaftlichen Aushandlung, was geht und was nicht geht. Das diese Aushandlung von Menschen untereinander einvernehmlich übergangen werden kann, ist klar. Aber eben nur einvernehmlich, nicht auf Verdacht oder Versuch.


Zum Satz von Gabi, "In so fern ist die Frage nach Sexismus, finde ich, ... sehr akademisch., möchte ich die Reaktion meiner Besten noch wiedergeben: Zitat: "Macho! Ich kenne keine Frau, die den Scheiss der da abläuft für 'akademisch' halten würde. Wieder jemand, der den Unterschied zwischen 'weiblich fühlen' und 'weiblich sozialisiert sein' nicht versteht." Zitat Ende.


Anna: Es ist nicht sexistisch, wenn du anziehst was du möchtest. Sexistisch wäre es, wenn jemand dir deswegen an den Hintern fasst, ohne zu fragen (wobei man möglicherweise den Kontext einer Fetisch-Party berücksichtigen müsste, auf der es, je nach Einladungstext, doch etwas anders zugehen kann, als in einer Strassenbahn).
.

Habt es gut, alle.

Marielle


* 'Gegendert' wird dadurch, dass man spezifische Sprachformen benutzt. 'Dachdecker_in' ist die ungegenderte Form, 'Dachdeckerin' die gegenderte Form. Es gibt eine sehr ulkige Kampagne einer total liberalen Zeitung, deren Macher_innen die richtige Anwendung von 'gendern' allerdings bis heute nicht verstanden haben. :mrgreen:
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Yasmine
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Re: Was ist sexistisch? Was nicht?

Post 20 im Thema

Beitrag von Yasmine »

Plisseedreher70 hat geschrieben: kann es vielleicht sein, dass Menschen mit deinem Werdegang hier empfindlicher reagieren als reine Biofrauen?
Kann es sein, dass dir Sexismus nie passiert ist?
Plisseedreher70 hat geschrieben:
Trotz allem, nehmen wir unser Dasein gelassen, es gibt Schlimmeres...
Sorry, so ein Argument bringt ich auf die Palme! Es gibt nichts schlimmeres. Es gibt einfach schlimmes, alleine schlimm zu kathegorisieren ist schlimm!
LG
Yasmine
Cara

Re: Was ist sexistisch? Was nicht?

Post 21 im Thema

Beitrag von Cara »

Hey ihr!
So, dritter Versuch...

Ich mag denen die Eifrig dabei sind bei jeder Gelegenheit Sexismus zu rufen ein vergleichbares Beispiel geben: Sexueller Missbrauch.
Da haben wir das Problem, mit dem zunehmend Opfer von Sexuellem Missbrauch ausgesetzt sind: Aufgrund der Aufweichung des Begriffes in bestimmten (extremen) Kreisen, wo selbst das (unerwünschte) Grüßen auf der Straße als Missbrauch bezeichnet wird, werden Opfer von "wirklichem" Missbrauch nicht mehr ernst genommen.

Packen wir mehr in den Begriff rein, haben wir die Wahl ob wir a) bei schweren Fällen unterreagieren oder b) bei leichten Fällen überreagieren.

Und wenn wir gemeinsame Regeln suchen... dann dürfen wir die nicht zu eng fassen. Es ist schön sich vorzustellen, dass jede Interaktion zwischen zwei Menschen in unserer Welt nur in beiderseitigem Einverständnis erfolgt. Das ist aber völlig unrealistisch und würde einen großen Teil dessen, was menschliche Interaktion interessant macht zerstören. Ganz davon abgesehen, dass es Menschen aus der Verantwortung nimmt auch ungefragt für sich einzustehen.

So, muss reichen...

Liebe Grüße,
Cara
Dolores59
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Re: Was ist sexistisch? Was nicht?

Post 22 im Thema

Beitrag von Dolores59 »

Als sexistisch wird unter Umständen schon eine Person bezeichnet, die sich nicht vom Sexismus anderer Menschen distanziert.

Aus einem Kommentar von Jan Fleischhauer:
Um als Sexist durchzugehen, genügt es inzwischen auch hier, dass man einer sexistischen Äußerung nicht entschieden genug widersprochen hat. "Rein optisch wäre sie ein Gewinn", heißt es über eine Parteifreundin in einem E-Mail-Austausch zwischen dem CDU-Generalsekretär Peter Tauber und weiteren Funktionären, der hohe Wellen geschlagen hat. Nicht Tauber hat das geschrieben, sondern ein anderer. Aber Tauber hat nicht protestiert, unter anderem deshalb steht er am Pranger.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/n ... 17993.html

LG
Dolores
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Re: Was ist sexistisch? Was nicht?

Post 23 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
"Rein optisch wäre sie ein Gewinn", heißt es über eine Parteifreundin in einem E-Mail-Austausch zwischen dem CDU-Generalsekretär Peter Tauber und weiteren Funktionären, der hohe Wellen geschlagen hat.
Da spielt wohl eine weitere Komponente hinein: hat der Email-Austausch "hohe Wellen geschlagen" unter denjenigen, die involviert waren, oder wurden Teile aus dem Emailaustausch veröffentlicht und konnten da hohe Wellen schlagen?

Gruß
Anne-Mette
Astrid
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Re: Was ist sexistisch? Was nicht?

Post 24 im Thema

Beitrag von Astrid »

Ein gutes Beispiel für das, was ich heute morgen mit alltäglichem Sexismus meinte. Nicht der harte, vorsätzliche Sexismus, der hier in diesem Thread angesprochen wurde, sondern der subtile, beiläufig ausgesprochene, den kaum jemand als solchen wahrnimmt, aber ein ständiges Klima der Herabsetzung und Reduzierung auf sexuelle Reize schafft.

Jemandem, der sich nicht vom Sexismus anderer Menschen distanziert, obwohl er diesen ablehnt, würde ich eher mangelnde Zivilcourage vorwerfen, als ihn auch als Sexist zu bezeichnen. Ein Generalsekretär einer großen Volkspartei allerdings muss sich, so denke ich, an anderen, höheren Maßstäben messen lassen. Stillschweigende Duldung von schriftlichen Konversationen mit derlei Inhalt, auch wenn sie nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren, lassen mich schon erahnen, wie es um den Willen zur Chancengleichheit in der Partei bestellt ist.
Für mich sicherlich kein Grund, ernsthafte Konsequenzen zu fordern, aber ich finde es gut, daß solche Dinge verstärkt öffentlich gemacht werden, auch wenn der Whistleblower wohl eine andere Intention dabei gehabt haben wird.

Liebe Grüße - Astrid
Inga
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Re: Was ist sexistisch? Was nicht?

Post 25 im Thema

Beitrag von Inga »

Hi, Marielle,

interessante Diskussion, die du los getreten hast.

Sexismus ist für mich, wenn eine Person durch ihre Handlungen oder Kommunikation eine andere Person in ihrem Verständnis von Geschlecht verletzt oder herabsetzt.

Was für mich Sexismus nicht ist: In der Nachbarschaft tobt eine Nach.-Mitternachts-Party, die ihren lauten Bass in meiner Wohnung erhören lässt. Das verletzt mich ja und die Ignoranz der Veranstalter finde ich auch herabsetzend, entwürdigend. Doch sehe ich darin keine Sexismus. Natürlich nicht, möchte ich sagen, weil es nichts mit Geschlechterrollen und meinem geschlechtlichen Empfinden zu tun hat.

Ein anderes Beispiel war einmal auf der späten Heimfahrt vom Hamburger Selbsthilfegruppe im Hauptbahnhof. Ich hatte einen orangen Cord-Mini an. Einige Jugendliche bzw. Jung-Erwachsene ließen es mich wissen, sie fanden mich sehr attraktiv - was mich zwar etwas schmeichelte, als Frau wahrgenommen zu werden, mich aber auch nervte, aufgrund des vermuteten Geschlechts so blöd angemacht zu werden. Meine Reaktion war wenig kämpferisch. Bei nächstbester Gelegenheit tauschte ich den Minirock gegen eine unauffällige Hose (auch aus der Damenabteilung) und hatte für den Rest des Wartens und Fahrens meine Ruhe.

Liebe Grüße
Inga
Marielle
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Re: Was ist sexistisch? Was nicht?

Post 26 im Thema

Beitrag von Marielle »

Nabend Gabi,

na gut, Gabi. Vielleicht ist meine Frau eine Memme und zu empfindlich*; könnte sein (wenn auch nur theoretisch). Du sagst:
Was die eine als sexistisch empfindet ist für eine Andere "nur" saublöd und/oder ungehobelt.
Dann lass uns doch einfach mal schauen, ob wir damit weiterkommen.

Es findet sich möglicherweise tatsächlich eine Person, sagen wir mal eine Frau, die es für nur saublöd hält, wenn ihr irgendjemand, vielleicht ein Mann, an den Hintern fasst. Vielleicht findet sich auch eine Frau, die es nur für ungehobelt hält, wenn sie von einem Mann eine 'geile Schnegge mit hohem Repro-Faktor' genannt wird. Ganz ehrlich: Bei dem, was hier im Land an Personal so rumläuft, würde mich nichtmal das wundern.

Aber: Was soll man daraus schliessen? Soll man annehmen, dass damit die Ekelschwelle und das Übergriffsempfinden aller Frauen zutreffend beschrieben ist? Soll das bedeuten, dass ein solches Verhalten von jeder Frau (und jedem anderen Menschen) hinzunehmen ist, weil man 'ungehobelte Sprüche' nunmal nicht ernstlich sanktioniert? Das kann doch nicht dein Ernst sein.

Diese Sicht stellt das Problem der Bestimmung von Sexismus quasi ins Belieben derjenigen, die es für normal halten, dass andere Menschen, aufgrund der geschlechtlichen Zuweisung durch Fremde, Handlungen und Ansprachen unsanktioniert hinzunehmen haben.

Hat irgendjemand was gegen das Kopftuch oder die Burka gesagt?** Da finden sich auch Frauen, die die Dinger freiwillig tragen; das ist also auch in keinem Fall sexistisch, sondern nur saublöd, quasi dumm gelaufen für die Damen?


Habt es gut

Marielle


* Das habe ich geschrieben, nicht Gabi.

** Nein! Gabi hat nichts dergleichen auch nur angedeutet. Der Bezug zur 'islamischen Kleiderordnung' dient nur der Sichtbarmachung des Problems und stammt von MIR!

PS: @ Dolores: Der Fleischhauer ist kein wirklich glaubwürdiger Zeuge, wenn es um Sexismus und Feminismus geht. Er schreibt nicht nur für den Spiegel (tief ist der gesunken), sondern z.B. auch für das selbstsogenannte DIJG, Deutsches Institut für Jugend und Gesellschaft, das 'Homoheilern' und anderen, ähnlichen Gestalten ein Forum bietet.

PPS: @ Inga: Ja, genau das tut meine Frau auch (Hosen anziehen und feste Schuhe), weil sie auf diesen Mist keinen Bock hat. Das ist Sexismus.
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exuserin-2016-12-21

Re: Was ist sexistisch? Was nicht?

Post 27 im Thema

Beitrag von exuserin-2016-12-21 »

Guten Morgen liebes Forum (888) (hs)

als Einstieg zu diesem Thema ,worauf ich eigentlich kein Bock hab ,weil die Akademikerin hier ein Fass aufmacht was nicht zum Ergebniss führen wird ,wie es sich Marielle wünscht.

Erstmal dashttps://www.youtube.com/watch?v=gmwTa9qRq0o&ind ... s6rr9BLLIk Das Lied "Die Gedanken sind Frei "

Weiß nicht wie oft ich das Lied in meiner Kindheit gesungen habe . Und wie oft ich Gedanken habe die sexsistischer Natur sind .
Alltags wenn ich meine Frau sehe und das ist oft , kann ich mich manchmal oft ertappen das ich meine Frau jetzt am liebsten vernaschen würde .
Das es sich aber auf sehr wenige sexuellen Kontakte(im Monat) beschränkt, ist unseren 6 Kindern geschuldet und die Aufgaben die man bewältigen muss um den Familienalltag zu bewältigen.

Auf das Lied was ich oben eingestellt habe ist Realität. Kopfkino !!!! Wenn ich meine Frau sehe ,bin ich Heute nach 17 Jahre noch sehr verliebt und wenn ich sie anschaue und sie lächelt als Beispiel,könnte ich sie schnappen ,Richtung Bett schleifen und liebhaben ,also Sex.
Gedanken die letztendlich nicht ausgeführt werden,weil eventuell die Zeit fehlt. Sexistisch?????

Meine Version des mündlichen Ausdrucks des Sexismus :
Eine weibliche Person die mir optisch sehr gefällt und ich kenne sie nicht!!

Sie direkt anspreche ; " Wau du geile Schnitte ,ich könnte dir jetzt gerade die Korsettstange verbiegen und dich richtig herknallen das dir das hören und sehen vergeht!!
Das wäre für mich wörtlich gesehen und gehört "purer Sexismus".
Sage ich das meiner Frau ,die mich seit Jahren kennt ,eine Bestätigung das ich noch scharf auf sie bin.

Körperlich das Gleiche . Eine fremde Frau kann ich nicht auf ihren wohlgeformten Po klatschen und ihr gratulieren für den tollen Arsch den ich eventuell mal verwöhnen wollte.
Bei meiner Frau wäre es wiederrum eine Bestätigung ihrer Weiblichkeit. Sie würde sich freuen. (he) (ki)

Wiederrum gibt es auch Sexismus ,den ich erlebt habe ,der von der weiblichen Seite ausgeht . Es liegt gut 20 Jahre zurück , aber es ist passiert .
Nach einem Saunabesuch sind meine Saunaafreunde/Freundinnen und ich noch in eine Pizzeria essen gegangen . Ich musste aufs Klo zum pinkeln. Ich hatte in gerade ausgepackt da kam eine Saunafreundin in das Herrenklo und offerierte mir, mir auf der Stelle im Kabinchen einen zu blasen . :shock: :o Ich war perplex und lehnte ab. :((a Worauf sie enttäuscht war. :(

Fazit : Auch andersrum kann Sexismus gelebt werden,sodas du noch nicht mal auf der Toilette sicher bist. :!: :o
Alles Auslegungssache ,wie man es sieht!

Nichts für ungut!!!

Grüße Inge )))(:
Dolores59
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Re: Was ist sexistisch? Was nicht?

Post 28 im Thema

Beitrag von Dolores59 »

Astrid hat geschrieben: Stillschweigende Duldung von schriftlichen Konversationen mit derlei Inhalt, auch wenn sie nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren, lassen mich schon erahnen, wie es um den Willen zur Chancengleichheit in der Partei bestellt ist.


Liebe Grüße - Astrid
Stimmt, man bringt es in dieser Volkspartei höchstens bis zur Vorsitzenden und Bundeskanzlerin.
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Re: Was ist sexistisch? Was nicht?

Post 29 im Thema

Beitrag von Astrid »

Moin Dolores,

naja immerhin hat die CDU von allen im Bundestag vertretenen Parteien die niedrigste Frauenquote...

Aber Du hast Recht, ich neige manchmal zu Verallgemeinerungen, was nicht gut ist. Über die Chancengleichheit in der Partei sagt dieser eine streitbare Satz des Parteifunktionärs natürlich nichts aus. Aber er zeigt doch deutlich, wie viele Männer Frauen kategorisieren: Optischer Gewinn oder eben nicht. Für sich selbst darf das ja jeder machen, wie schon erwähnt, die Gedanken sind frei, aber bei Personalentscheidungen haben solche Erwägungen keine Rolle zu spielen. Das ist meine Meinung.
Und was ist mit denen, die kein "optischer Gewinn" sind? Die fallen von vornherein durchs Raster oder müssen sich um so mehr abstrampeln, um an vergleichbare Positionen zu kommen, wenn überhaupt. Soviel zur Chancengleichheit.

Liebe Grüße - Astrid
Anne-Mette
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Re: Was ist sexistisch? Was nicht?

Post 30 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
als Einstieg zu diesem Thema ,worauf ich eigentlich kein Bock hab ,weil die Akademikerin hier ein Fass aufmacht was nicht zum Ergebniss führen wird ,wie es sich Marielle wünscht.
Dann frage ich mich, warum Du in diesem Thema liest und schreibst und wundere mich. Da ist auch so ein "Unterton" )):m der mir nicht gefällt.
Es besteht durchaus die Möglichkeit, sich aus Themen rauszuhalten, die einem nicht behagen.

Die wenigsten Themen führen zu einem Ergebnis; es ist auch kaum möglich, ein "gewünschtes Ergebnis" herbeizuführen, wie wir alle sicherlich schon bei anderen Themen festgestellt haben.

"Die Gedanken sind frei" habe ich auch schon geschrieben. Allerdings beeinflussen Gedanken in gewisser Weise auch Handlungen (und sei es, wenn enthemmende Mittel :)p eingenommen werden.)
Außerdem beeinflussen Gedanken den Zeitgeist; insofern ist es wichtig, auch über Sexismus zu diskutieren.

Gruß
Anne-Mette
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