Play Gender
-
Olivia
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 2296
- Registriert: Fr 13. Apr 2012, 11:25
- Geschlecht: ?
- Pronomen: ?
- Wohnort (Name): Regensburg
- Hat sich bedankt: 46 Mal
- Danksagung erhalten: 418 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Play Gender
Hallo,
ich denke, das könnte vielleicht von Interesse sein:
"Play Gender ist ein Projekt des Kulturbunkers Köln-Mülheim. Hier finden Konzerte, Kabarett, Filmvorführungen, Lesungen, Workshops, Diskussionsveranstaltungen und Theater statt. Im thematischen Fokus steht "geschlechtergerechte Kultur". Das Projekt bietet deshalb besonders Frauen und Mädchen eine Plattform, ihre Kunstformen zu präsentieren. PLAY GENDER öffnet auch den Raum für die Auseinandersetzung rund um "Gender & Diversity". Geschlechterdifferenz, Geschlechtervielfalt und das Spiel mit Geschlechterrollen führen zurück zur Frage, was "geschlechter-gerechte Kultur" heute bedeuten kann."
http://www.playgender.de/playgender_news.html
Liebe Grüße von Olivia
ich denke, das könnte vielleicht von Interesse sein:
"Play Gender ist ein Projekt des Kulturbunkers Köln-Mülheim. Hier finden Konzerte, Kabarett, Filmvorführungen, Lesungen, Workshops, Diskussionsveranstaltungen und Theater statt. Im thematischen Fokus steht "geschlechtergerechte Kultur". Das Projekt bietet deshalb besonders Frauen und Mädchen eine Plattform, ihre Kunstformen zu präsentieren. PLAY GENDER öffnet auch den Raum für die Auseinandersetzung rund um "Gender & Diversity". Geschlechterdifferenz, Geschlechtervielfalt und das Spiel mit Geschlechterrollen führen zurück zur Frage, was "geschlechter-gerechte Kultur" heute bedeuten kann."
http://www.playgender.de/playgender_news.html
Liebe Grüße von Olivia
-
Dolores59
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 2818
- Registriert: Sa 16. Jan 2016, 00:13
- Geschlecht: Ist das wichtig?
- Pronomen: Bedeutungslos
- Wohnort (Name): Bad Fallingbostel
- Hat sich bedankt: 38 Mal
- Danksagung erhalten: 770 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Play Gender
Mit Verlaub, wenn ich lese: "geschlechtergerechte Kultur", bekomme ich einen Schreikrampf. Wenn besonders Frauen und Mädchen bevorzugt werden, wo bleibt dann die Geschlechtervielfalt? Ich sehe eher eine Geschlechtereinfalt. Statt auf der männlichen Seite zur "Abwechslung" auf der weiblichen Seite.
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
(Psalm 139,14)
(Psalm 139,14)
-
Olivia
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 2296
- Registriert: Fr 13. Apr 2012, 11:25
- Geschlecht: ?
- Pronomen: ?
- Wohnort (Name): Regensburg
- Hat sich bedankt: 46 Mal
- Danksagung erhalten: 418 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Play Gender
Hallo Dolores,
ob es Deinen "Schreikrampf" besänftigt, weiß ich nicht - aber dann doch noch eine kleine Info aus der Internetseite von Play Genderzum Thema:
"Hintergrund von Play Gender
Hintergrund von Play Gender bildet die Anfang der 90er-Jahre in den USA entstandene Riot-GrrrL-Bewegung, die auf die starke Überzahl männlicher Musiker und deren Dominanz reagierte. Ziel und Anspruch dieser feministischen Bewegung war es, auf eben diese gesellschaftlichen Missstände aufmerksam zu machen, Frauen zu motivieren, sich nicht in konventionelle Rollenbilder pressen zu lassen, sondern unabhängig und selbstbewusst durchs Leben zu gehen.
Somit gestalteten sich die Riot Grrrls eine eigene Szene mit feministischer Netzwerkstruktur. Musik fungiert dabei als wertvolles Sprachrohr, um den Rest der Szene mit persönlichen Anliegen zu erreichen und Reflexionen über angesprochene Themen anzuregen und zu fördern. Aus der Unzufriedenheit heraus entstanden zahlreiche Bands, deren Texte Themen wie Frauendiskriminierung, sexueller Missbrauch, sexualisierte Gewalt, Homophobie und sonstige Missstände aufgriffen und nicht selten von persönlichen Erfahrungen handelten.
Fortgesetzt wird die Bewegung heute z.B. in den Ladyfesten, die eine non profit Veranstaltung und eine queer — feministische Plattform für Musik, Kunst, Workshops, Film und Literatur darstellen. Ladyfeste gelten als offene, von Sexismus und Gewalt befreite Räume, in denen "Ladies of all genders" eingeladen sind um sie in die queer-feministische Diskussion einzubeziehen. Bewusst sind hierzu auch "feministisch" solidarische Männer eingeladen. Grundsätzlich soll das Geschlecht keine Rolle spielen.
Warum Play Gender?
"Frauen wird immer wieder suggeriert: Es ist alles erreicht! Ihr könnt alles schaffen, wenn ihr nur wollt! Aber sind die Forderungen des Feminismus wirklich eingelöst worden?" (Klappentext Sonja Eismann "Hot Topic — Popfeminismus heute", 2007)
Was haben Geschlechterverhältnisse mit Kultur zu tun? Oder welches Geschlecht
hat die Kultur? Heute muss Frau nicht mehr als Mann verkleidet auftreten, jedoch sind Frauen in der Kultur immer noch unterrepräsentiert.
Bei der Bestimmung des Kanons gehe es um Qualität, sagt "mann", Geschlecht spiele hier keine Rolle (Silke Wenk "Geschlechterdifferenz und Kulturarbeit").
Vor allem in der populären Musik, wie im Rock / Punk / Hardcorebereich, ist der Anteil von Musikerinnen verschwindend gering und liegt um ca. 5 %. In der improvisierten Musik dürfte der Anteil sogar noch niedriger sein. "Unsere männlichen Mitmusiker halten ihre Bands nach wie vor streng monogeschlechtlich, und so herrscht in der Popkultur ein ähnlich ausgewogenes Geschlechterverhältnis wie in der KFZ — Meisterinnung und in der Astronautenszene" (Beiheft zum Flittchen — Record Sampler Stolz und Vorurteil, zit. Testcard 8, S. 20). Frauen werden erst dann wahrgenommen, wenn sie erfolgreich sind.
"Ihre Rolle ist immer noch die der Konsumentin, der Tänzerin vor der Bühne, des Fans, des Groupies, der Backgroundsängerin, allenfalls der Sängerin als Interpretin — diese den jungen Frauen werden in der Popdiskussion nicht ernst genommen, weder als Themen an sich noch in ihren frauenspezifischen Implikationen" (ebd., S.23).
Diese exemplarisch an der Musikszene verdeutlichten Geschlechterverhältnisse, lassen sich auf andere Kulturbereiche übertragen. Die Landesregierung NRW verdeutlicht in einem Bericht (26.01.2001) an den Kulturausschuss des Landtags "Zum Anteil von Frauen in der Kunstförderung der Landesregierung in NRW", das Frauen mit 28 % klar unterrepräsentiert sind.
Hier soll "Play Gender" ansetzen und mit den Instrumentarien des Gender Mainstreaming und geschlechtersensiblen Angeboten Frauen Räume geben, Räume die Platz für eine Entwicklung, eine Ästhetik lassen, das künstlerische Schaffen zu präsentieren, sich als "Lady" Respekt zu verschaffen und Genderrollen in Frage zu stellen, bzw. im nächsten Schritt aufzulösen oder zu dekonstruieren.
"Geschlechtliche Differenz ist nicht von Natur aus vorgegeben, sondern durch und innerhalb von psychischen Prozessen und historisch spezifischen Diskursen geformt — Genderrollen sind sozial und kulturell geprägt und dementsprechend auch veränderbar und nicht biologisch determinierbar." (Christina Lutter/Markus Reisenheimer: Cultural Studies. Eine Einführung, Wien 1998)
Etwas besseres als Gender?
Das gesellschaftliche Model der Zweigeschlechtlichkeit und der damit einhergehenden Konstruktion von Männlichkeit und Weiblichkeit als komplementäre Phänomene steht ebenso im Blick von Play Gender.
"Play Gender: Geschlecht als Spiel statt das bloße Abspulen von vorgegebenen Rollen. So neu ist die Auseinandersetzung um einen spielerischen und kreativen Umgang mit Geschlechtszuschreibungen zu erreichen nicht, aber sie bekommt jedes Mal neue Impulse von denen die mitspielen, oder eben nicht mitspielen." (aus dem Selbstverständnis des 1. Kölner Ladyfest)
Zwei Ziele sollen bei Play Gender umgesetzt werden: Geschlechterdemokratie und Chancengleichheit durch Visibility/Repräsentation und Empowerment. Konkret bedeutet dass, die "Leistungen" weiblicher Musikerinnen, Künstlerinnen oder sonstigen Akteurinnen in den Vordergrund zu stellen, da diese "Leistungen" oft nicht adäquat gewürdigt werden und somit der Eindruck bestärkt wird, Frauen hätten auf diesen Gebieten gegenüber Männern minderwertigere "Leistungen" erbracht, was an den vorherrschenden gesellschaftlichen Strukturen liegt, und nicht an Fähigkeiten.
Durch diese Exponierung hoffen wir andere Menschen ermutigen zu können selber auf derartigen Gebieten aktiver zu werden, damit irgendwann der Zustand erreicht wird, dass das Geschlecht der/ des Schaffenden nicht mehr in den Vordergrund gestellt werden muss. Es soll zunächst ein "Freiraum" für Mädchen / Frauen geschaffen werden, wie bei den Ladyfesten, der Platz für Entwicklung lässt, Raum für feministische, queere Kommunikation, Raum für eine queere Ästhetik.
"Play Gender" will auch Männer ansprechen, denn ohne diese ist eine veränderte Wahrnehmung von Gender in der Gesellschaft kaum möglich. "Männer" müssen Macht abgeben oder zumindest bereit sein Themen wie z.B. "Sexismus im Pop" zu hinterfragen."
ob es Deinen "Schreikrampf" besänftigt, weiß ich nicht - aber dann doch noch eine kleine Info aus der Internetseite von Play Genderzum Thema:
"Hintergrund von Play Gender
Hintergrund von Play Gender bildet die Anfang der 90er-Jahre in den USA entstandene Riot-GrrrL-Bewegung, die auf die starke Überzahl männlicher Musiker und deren Dominanz reagierte. Ziel und Anspruch dieser feministischen Bewegung war es, auf eben diese gesellschaftlichen Missstände aufmerksam zu machen, Frauen zu motivieren, sich nicht in konventionelle Rollenbilder pressen zu lassen, sondern unabhängig und selbstbewusst durchs Leben zu gehen.
Somit gestalteten sich die Riot Grrrls eine eigene Szene mit feministischer Netzwerkstruktur. Musik fungiert dabei als wertvolles Sprachrohr, um den Rest der Szene mit persönlichen Anliegen zu erreichen und Reflexionen über angesprochene Themen anzuregen und zu fördern. Aus der Unzufriedenheit heraus entstanden zahlreiche Bands, deren Texte Themen wie Frauendiskriminierung, sexueller Missbrauch, sexualisierte Gewalt, Homophobie und sonstige Missstände aufgriffen und nicht selten von persönlichen Erfahrungen handelten.
Fortgesetzt wird die Bewegung heute z.B. in den Ladyfesten, die eine non profit Veranstaltung und eine queer — feministische Plattform für Musik, Kunst, Workshops, Film und Literatur darstellen. Ladyfeste gelten als offene, von Sexismus und Gewalt befreite Räume, in denen "Ladies of all genders" eingeladen sind um sie in die queer-feministische Diskussion einzubeziehen. Bewusst sind hierzu auch "feministisch" solidarische Männer eingeladen. Grundsätzlich soll das Geschlecht keine Rolle spielen.
Warum Play Gender?
"Frauen wird immer wieder suggeriert: Es ist alles erreicht! Ihr könnt alles schaffen, wenn ihr nur wollt! Aber sind die Forderungen des Feminismus wirklich eingelöst worden?" (Klappentext Sonja Eismann "Hot Topic — Popfeminismus heute", 2007)
Was haben Geschlechterverhältnisse mit Kultur zu tun? Oder welches Geschlecht
hat die Kultur? Heute muss Frau nicht mehr als Mann verkleidet auftreten, jedoch sind Frauen in der Kultur immer noch unterrepräsentiert.
Bei der Bestimmung des Kanons gehe es um Qualität, sagt "mann", Geschlecht spiele hier keine Rolle (Silke Wenk "Geschlechterdifferenz und Kulturarbeit").
Vor allem in der populären Musik, wie im Rock / Punk / Hardcorebereich, ist der Anteil von Musikerinnen verschwindend gering und liegt um ca. 5 %. In der improvisierten Musik dürfte der Anteil sogar noch niedriger sein. "Unsere männlichen Mitmusiker halten ihre Bands nach wie vor streng monogeschlechtlich, und so herrscht in der Popkultur ein ähnlich ausgewogenes Geschlechterverhältnis wie in der KFZ — Meisterinnung und in der Astronautenszene" (Beiheft zum Flittchen — Record Sampler Stolz und Vorurteil, zit. Testcard 8, S. 20). Frauen werden erst dann wahrgenommen, wenn sie erfolgreich sind.
"Ihre Rolle ist immer noch die der Konsumentin, der Tänzerin vor der Bühne, des Fans, des Groupies, der Backgroundsängerin, allenfalls der Sängerin als Interpretin — diese den jungen Frauen werden in der Popdiskussion nicht ernst genommen, weder als Themen an sich noch in ihren frauenspezifischen Implikationen" (ebd., S.23).
Diese exemplarisch an der Musikszene verdeutlichten Geschlechterverhältnisse, lassen sich auf andere Kulturbereiche übertragen. Die Landesregierung NRW verdeutlicht in einem Bericht (26.01.2001) an den Kulturausschuss des Landtags "Zum Anteil von Frauen in der Kunstförderung der Landesregierung in NRW", das Frauen mit 28 % klar unterrepräsentiert sind.
Hier soll "Play Gender" ansetzen und mit den Instrumentarien des Gender Mainstreaming und geschlechtersensiblen Angeboten Frauen Räume geben, Räume die Platz für eine Entwicklung, eine Ästhetik lassen, das künstlerische Schaffen zu präsentieren, sich als "Lady" Respekt zu verschaffen und Genderrollen in Frage zu stellen, bzw. im nächsten Schritt aufzulösen oder zu dekonstruieren.
"Geschlechtliche Differenz ist nicht von Natur aus vorgegeben, sondern durch und innerhalb von psychischen Prozessen und historisch spezifischen Diskursen geformt — Genderrollen sind sozial und kulturell geprägt und dementsprechend auch veränderbar und nicht biologisch determinierbar." (Christina Lutter/Markus Reisenheimer: Cultural Studies. Eine Einführung, Wien 1998)
Etwas besseres als Gender?
Das gesellschaftliche Model der Zweigeschlechtlichkeit und der damit einhergehenden Konstruktion von Männlichkeit und Weiblichkeit als komplementäre Phänomene steht ebenso im Blick von Play Gender.
"Play Gender: Geschlecht als Spiel statt das bloße Abspulen von vorgegebenen Rollen. So neu ist die Auseinandersetzung um einen spielerischen und kreativen Umgang mit Geschlechtszuschreibungen zu erreichen nicht, aber sie bekommt jedes Mal neue Impulse von denen die mitspielen, oder eben nicht mitspielen." (aus dem Selbstverständnis des 1. Kölner Ladyfest)
Zwei Ziele sollen bei Play Gender umgesetzt werden: Geschlechterdemokratie und Chancengleichheit durch Visibility/Repräsentation und Empowerment. Konkret bedeutet dass, die "Leistungen" weiblicher Musikerinnen, Künstlerinnen oder sonstigen Akteurinnen in den Vordergrund zu stellen, da diese "Leistungen" oft nicht adäquat gewürdigt werden und somit der Eindruck bestärkt wird, Frauen hätten auf diesen Gebieten gegenüber Männern minderwertigere "Leistungen" erbracht, was an den vorherrschenden gesellschaftlichen Strukturen liegt, und nicht an Fähigkeiten.
Durch diese Exponierung hoffen wir andere Menschen ermutigen zu können selber auf derartigen Gebieten aktiver zu werden, damit irgendwann der Zustand erreicht wird, dass das Geschlecht der/ des Schaffenden nicht mehr in den Vordergrund gestellt werden muss. Es soll zunächst ein "Freiraum" für Mädchen / Frauen geschaffen werden, wie bei den Ladyfesten, der Platz für Entwicklung lässt, Raum für feministische, queere Kommunikation, Raum für eine queere Ästhetik.
"Play Gender" will auch Männer ansprechen, denn ohne diese ist eine veränderte Wahrnehmung von Gender in der Gesellschaft kaum möglich. "Männer" müssen Macht abgeben oder zumindest bereit sein Themen wie z.B. "Sexismus im Pop" zu hinterfragen."