umoperiert
umoperiert

Lebensplanung, Standorte
Tatjana_59
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 4270
Registriert: So 1. Jan 2012, 20:07
Geschlecht: Frau
Pronomen: Sie
Hat sich bedankt: 695 Mal
Danksagung erhalten: 477 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

umoperiert

Post 1 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 »

Hallo ihr's

Ja ich habe den Titel des Threads ganz bewusst so gewählt.
Ich hatte gestern mal wieder eine Begegnung mit einer Bekannten. Diese weiß seit ziemlich langer Zeit über meinen Weg Bescheid, allerdings treffen wir uns nicht sehr häufig, haben auch ohne Treffen nicht regelmäßig Kontakt.
Nach der Begrüßung kam sie auch ziemlich schnell zur Sache, mit den Worten.....
Bist du jetzt schon umoperiert?
Ich ging erst mal nicht darauf ein, versuchte mal wieder zu Erklärung, bzw. Aufklärung zu greifen.
Gerade weil wir uns doch schon lange kennen, dachte ich das klappt, obwohl wir dieses Thema schon mal hatten.
Nach einer gefühlten Ewigkeit des Aufklärens über umoperieren und Geschlecht angleichen kam der Einwand.
Jetzt weiß ich immer noch nicht ob du schon umoperiert bist.

Ähnliches passiert mir immer wieder mal, euch bestimmt auch, oder?
Die meisten unserer Mitmenschen machen sich kaum Gedanken über uns.

Wenn ich an mich selbst zurück denke an die Zeit vor meiner Zeit, muss ich gestehen für mich gab es damals auch nur Transvestiten und vielleicht umoperierte.
Ich wusste von der ganzen Thematik nichts.

Wenn ich auch wusste dass mit mir etwas anders ist, was es war konnte ich damals nicht mal erahnen.
Viel später erst befasste ich mich als betroffene mit den ganzen T's und was dazu gehört.
Ich glaube aber dass sich die wenigsten Menschen die selbst nicht betroffen sind, bzw. im nächsten Umfeld niemand betroffen ist, sich großartig informieren.

Ich für meine Seite habe beschlossen nur noch etwas Aufklärung zu betreiben wenn ich gezielt angesprochen werde.
Falsch ausgedrückte Worte/Sätze die einfach so in den Raum geworfen werden, werde ich einfach tolerieren.
Die meisten sind sowieso nicht bereit über die richtige Ausdrucksweise nachzudenken.

Gruß Tatjana

PS: meine Bekannte musste sich ohne des Wissens ob ich nun umoperiert bin oder nicht wieder trollen, das wiederum gab mir ein tolles Gefühl zum schmunzeln.
Der Kopf denkt und gibt Rat.
Das Bauchgefühl gibt Rat.
Doch das Herz spricht, höre auf dein Herz!
Flora

Re: umoperiert

Post 2 im Thema

Beitrag von Flora »

Hey Tatjana!

Mal abgesehen von ungünstiger Wortwahl frag ich eine Bekannte doch auch nicht wie es bei ihr in der Hose aussieht. Oder ganz allgemein. Unter guten Freunden erzählt man vielleicht offen. Aber so offensiv nach körperlichen "Ungereimtheiten" zu fragen (muss ja nicht mal was mit einer GaOP zu tun haben) finde ich äußerst frech. Nicht zuletzt, weil es wichtigere Dinge im Leben einer Frau gibt, die ihren Alltag noch nicht immer so ausleben konnte wie sie es will.
Cassy
schau
Beiträge: 62
Registriert: Sa 25. Jun 2016, 19:17
Geschlecht: Ich
Pronomen:
Wohnort (Name): Dortmund
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: umoperiert

Post 3 im Thema

Beitrag von Cassy »

So ich glaube an der Stelle werde ich mir hier vermutlich wenig Freunde machen.

Ich finde es immer wieder beindruckent wie jene die für sich selber die meiste Toleranz einfordern selber leine haben.

Das zugrundeliegende Verb tolerieren wurde im 16. Jahrhundert aus dem lateinischen tolerare ("erdulden", "ertragen") entlehnt. Hat also nichts mit toll finden zutuen.

Jemand außenstehendes KANN sich gar nicht vorstellen wie es für jemand anderen ist der ein Problem mit seiner Geschlächtsidentität hat.

Ich kann zum Beispiel auch nicht nachfühlen wie es ist wenn das Ding zwischen den Beinen für jemanden nur eine last ist.

Jemand der das nicht nachvollziehen kann ist nicht intollerant oder uninteressiert. Erstrecht nicht wenn er fragen stellt. Das du diese aus dem Kontext gerissen findest mag sein und erklärt auch deine Reaktion.

Aber so kann man sich nur informieren und so bleibt eben Unwissenheit und auch nach 20 Stunden Erklärung kann sie deine sucht vielleicht wahrnehmen aber nicht nachvollziehen.

Als jemand der von anderen verlangt in jeglicher Hinsicht mit seinen persönlichen wünschen respektiert zu werden hat gefälligst auch zu respektieren wenn andere dies nicht nachfühlen können. Da sollte man mal dringend an der eigenen Wahrnehmung seines Umfeldes arbeiten. Und das meiner Meinung nach mit Psychologischer Hilfe.

Es tut mir leid. Ich will niemanden auf dem Schlips bzw in unserem Fall eher auf den Rockzipfel treten, aber über sowas rege ich mich auf.

Cassy
Olivia
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2178
Registriert: Fr 13. Apr 2012, 11:25
Geschlecht: ?
Pronomen: ?
Wohnort (Name): Regensburg
Hat sich bedankt: 32 Mal
Danksagung erhalten: 311 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: umoperiert

Post 4 im Thema

Beitrag von Olivia »

siehe auch unter dem Thema

Nehmen wir manche Aussagen einfach zu ernst?
ab08
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2160
Registriert: So 12. Feb 2012, 14:43
Geschlecht: Frau (TS bzw. IS)
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Nürnberg
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: umoperiert

Post 5 im Thema

Beitrag von ab08 »

Tatjana_59 hat geschrieben:Bist du jetzt schon umoperiert?
Hallo Tatjana,

es ist den Fragenden meist nicht bewußt... + Oft kommt es auch von Personen, mit denen wir befreundet sind...
Aber die Frage gehört sich nicht! vgl. folgende Fragen bei anderen, nicht transsexuellen, Personen: "Bist Du rasiert?" - bzw. bei Männern "Wie lang/dick ist Dein...?" Diese Fragen vermeiden wir in einer zivilisierten Konversation. :wink: KLARTEXT: Das geht niemand etwas an!!

Ähnlich wie die Frage "Wie hießt Du eigentlich früher?" nicht gestellt werden sollte.

Die meisten denken sich nix dabei. Es ist kaum so übergriffig gemeint, wie es manche Betroffene empfinden.
Weil solche Fragen aber trotzdem eigentlich ein absolutes "NO GO" sind, mache ich Fragesteller/ Fragestellerinnen meist freundlich darauf aufmerksam.
(Bin Lehrerin, werde das bis zu meinem Ableben innerlich bleiben und fühle mich eben von jeher für Werteerziehung zuständig ... :oops: )

Ob Du zur weiteren Aufklärung beiträgst oder nicht, bleibt Dir selbstverständlich überlassen.
Bei mir hängt das vom Menschen, der Situation, der verfügbaren Zeit, ob ich Lust dazu habe... usw. usw. ab.

Liebe Grüße
Andrea

P.S. Bzw. auf Englisch: That's none of your business. (Das geht Sie nichts an.)
Zuletzt geändert von ab08 am Fr 19. Aug 2016, 12:37, insgesamt 2-mal geändert.
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
Dolores59
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2815
Registriert: Sa 16. Jan 2016, 00:13
Geschlecht: Ist das wichtig?
Pronomen: Bedeutungslos
Wohnort (Name): Bad Fallingbostel
Hat sich bedankt: 34 Mal
Danksagung erhalten: 707 Mal
Kontaktdaten:

Re: umoperiert

Post 6 im Thema

Beitrag von Dolores59 »

Tatjana_59 hat geschrieben: Die meisten unserer Mitmenschen machen sich kaum Gedanken über uns.....


......Ich glaube aber dass sich die wenigsten Menschen die selbst nicht betroffen sind, bzw. im nächsten Umfeld niemand betroffen ist, sich großartig informieren.
Die meisten Menschen interessiert das Thema nicht oder nur ganz am Rande. Weil sie nicht direkt oder indirekt damit zu tun haben und es für sie wichtigere Themen gibt.

Als gewöhnlicher Crossdresser interessiert es mich etwas mehr als der Durchschnitt der Bevölkerung, aber längst nicht so sehr wie die betroffenen Menschen. Auch ist mir nicht soviel Einfühlungsvermögen in die Wiege gelegt worden, dass ich mich in Betroffene wirklich hineinversetzen kann. Es bleibt eine Kluft, die ich nicht überwinden kann.

In "typischen" Transgender-Themen kann ich nicht mitreden, es bleiben nur Crossdresser-Themen oder allgemein menschliche Themen übrig (ein Teilbereich des Forums).

LG
Dolores
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
(Psalm 139,14)
Tatjana_59
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 4270
Registriert: So 1. Jan 2012, 20:07
Geschlecht: Frau
Pronomen: Sie
Hat sich bedankt: 695 Mal
Danksagung erhalten: 477 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: umoperiert

Post 7 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 »

CassySissy hat geschrieben:So ich glaube an der Stelle werde ich mir hier vermutlich wenig Freunde machen.

Ich finde es immer wieder beindruckent wie jene die für sich selber die meiste Toleranz einfordern selber leine haben.

Das zugrundeliegende Verb tolerieren wurde im 16. Jahrhundert aus dem lateinischen tolerare ("erdulden", "ertragen") entlehnt. Hat also nichts mit toll finden zutuen.

Jemand außenstehendes KANN sich gar nicht vorstellen wie es für jemand anderen ist der ein Problem mit seiner Geschlächtsidentität hat.

Ich kann zum Beispiel auch nicht nachfühlen wie es ist wenn das Ding zwischen den Beinen für jemanden nur eine last ist.

Jemand der das nicht nachvollziehen kann ist nicht intollerant oder uninteressiert. Erstrecht nicht wenn er fragen stellt. Das du diese aus dem Kontext gerissen findest mag sein und erklärt auch deine Reaktion.

Aber so kann man sich nur informieren und so bleibt eben Unwissenheit und auch nach 20 Stunden Erklärung kann sie deine sucht vielleicht wahrnehmen aber nicht nachvollziehen.

Als jemand der von anderen verlangt in jeglicher Hinsicht mit seinen persönlichen wünschen respektiert zu werden hat gefälligst auch zu respektieren wenn andere dies nicht nachfühlen können. Da sollte man mal dringend an der eigenen Wahrnehmung seines Umfeldes arbeiten. Und das meiner Meinung nach mit Psychologischer Hilfe.

Es tut mir leid. Ich will niemanden auf dem Schlips bzw in unserem Fall eher auf den Rockzipfel treten, aber über sowas rege ich mich auf.

Cassy
Dann lies meinen Beitrag nochmal, hab ich da nicht geschrieben das ich die Toleranz besitze, bzw. Ich werde es in Zukunft tolerieren?

Meine Sucht übrigens nennt sich Transsexualität.
Der Kopf denkt und gibt Rat.
Das Bauchgefühl gibt Rat.
Doch das Herz spricht, höre auf dein Herz!
Cara

Re: umoperiert

Post 8 im Thema

Beitrag von Cara »

Hallo ihr!
ab08 hat geschrieben:
Tatjana_59 hat geschrieben:Bist du jetzt schon umoperiert?
Aber die Frage gehört sich nicht! vgl. folgende Fragen bei anderen, nicht transsexuellen, Personen: "Bist Du rasiert?" - bzw. bei Männern "Wie lang/dick ist Dein...?" Diese Fragen vermeiden wir in einer zivilisierten Konversation. :wink: KLARTEXT: Das geht niemand etwas an!!
Hier sehe ich das Problem: Das Thema Transsexualität ist nicht so "normal", als dass man erwarten könnte, dass sich da im alltäglichen Dialog entsprechende Regeln eingebürgert hätten. Deshalb würde ich es wie Andrea halten: Wenn ich sowas gefragt werde, und nicht darüber reden mag, weil es mir zu intim ist, dann sage ich das. Höflich, sachlich: "Tut mir leid, die Frage finde ich zu intim, darüber mag ich nicht reden." Oder sowas.

Für nicht-Betroffene gibt ohne bestehende gesellschaftliche Konventionen dazu einfach nur die Mischung aus Neugierde, Unsicherheit und der Information, dass das alles irgendwie mit einer Operation zusammenhängen kann. Und über Operationen kann man durch aus reden. (Ich erzähle gerne jedem der es hören mag von meiner Mandel- und Blinddarm-OP. :lol: )

Und ja, ich persönlich habe mit dem Ausdruck umoperieren/-wandeln kein Problem... aber kann verstehen, wenn andere es anders empfinden. (Toleranz, yaaay! (so) )

Liebe Grüße,
Cara
Tatjana_59
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 4270
Registriert: So 1. Jan 2012, 20:07
Geschlecht: Frau
Pronomen: Sie
Hat sich bedankt: 695 Mal
Danksagung erhalten: 477 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: umoperiert

Post 9 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 »

Danke Andrea für deine Zeilen, du hast es einfach besser ausgedrückt wie ich.
Den Leuten ist nicht bewusst was sie mit ihrer Fragerei bewirken, für die ist es ganz normal.
Es nervt einfach, trotz aller Toleranz, zumal von Personen die man dachte schon mal aufgeklärt zu haben.
Von Fremden angesprochen werden passiert eher kaum.
Da wäre es eher zu verstehen.

Gruß Tatjana
Der Kopf denkt und gibt Rat.
Das Bauchgefühl gibt Rat.
Doch das Herz spricht, höre auf dein Herz!
Tatjana_59
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 4270
Registriert: So 1. Jan 2012, 20:07
Geschlecht: Frau
Pronomen: Sie
Hat sich bedankt: 695 Mal
Danksagung erhalten: 477 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: umoperiert

Post 10 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 »

Dolores59 hat geschrieben:
Tatjana_59 hat geschrieben: Die meisten unserer Mitmenschen machen sich kaum Gedanken über uns.....


......Ich glaube aber dass sich die wenigsten Menschen die selbst nicht betroffen sind, bzw. im nächsten Umfeld niemand betroffen ist, sich großartig informieren.
Die meisten Menschen interessiert das Thema nicht oder nur ganz am Rande. Weil sie nicht direkt oder indirekt damit zu tun haben und es für sie wichtigere Themen gibt.

Als gewöhnlicher Crossdresser interessiert es mich etwas mehr als der Durchschnitt der Bevölkerung, aber längst nicht so sehr wie die betroffenen Menschen. Auch ist mir nicht soviel Einfühlungsvermögen in die Wiege gelegt worden, dass ich mich in Betroffene wirklich hineinversetzen kann. Es bleibt eine Kluft, die ich nicht überwinden kann.

In "typischen" Transgender-Themen kann ich nicht mitreden, es bleiben nur Crossdresser-Themen oder allgemein menschliche Themen übrig (ein Teilbereich des Forums).

LG
Dolores
Wenn ich deine Artikel hier lese, egal zu welchen Themen, habe ich schon das Gefühl dass bei dir genügend Einfühlungsvermögen vorhanden ist.

Hier ist dein erster Satz wohl am zutreffendsten, die meisten Menschen interessiert es allenfalls am Rande.

Gruß Tatjana
Der Kopf denkt und gibt Rat.
Das Bauchgefühl gibt Rat.
Doch das Herz spricht, höre auf dein Herz!
Inga
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3843
Registriert: Mo 19. Jul 2010, 00:32
Pronomen:
Hat sich bedankt: 109 Mal
Danksagung erhalten: 185 Mal
Kontaktdaten:

Re: umoperiert

Post 11 im Thema

Beitrag von Inga »

Hi,

meine Erfahrung im größeren Bekanntenkreis ist da schon eigenartig. Es gibt darunter einige Menschen, denen fällt bei Transsexualität tatsächlich nichts anderes ein, als Um-Operation von Körperteilen am Körper. Keine Vorstellung für Emotionen, Empfindungen, etc. betroffener Das finde ich persönlich dann wirklich immer wieder enttäuschend. Worauf wird denn da der Mensch reduziert?!

Ja, wo möglich und sinnvoll, ist da Gelegenheit zur Aufklärung. Ich finde es dann immer wieder anstrengend und kann verstehen, so oberflächliche Sprüche auch ab und an dann einfach zu überhören.

Liebe Grüße
Inga
conny
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3709
Registriert: Mo 9. Nov 2009, 18:54
Geschlecht: vorhanden
Pronomen:
Wohnort (Name): Lüneburg
Hat sich bedankt: 85 Mal
Danksagung erhalten: 89 Mal
Kontaktdaten:

Re: umoperiert

Post 12 im Thema

Beitrag von conny »

Ist es nicht auch möglich, dass den Leuten schon klar ist, was "transsexuell" emotional bedeutet (es wird ja relativ häufig in den Medien thematisiert) und die "Umoperation der Geschlechtsteile als "logischer und notwendiger" abschließender Schritt verstanden wird? M.E. kann man nicht pauschal unterstellen, dass die Bezeichnung "Umoperation" auf mangelndem Wissen basiert, dass die Operation nicht zwingend notwendig ist, schon.

Allerdings finde ich die wiederholte plumpe Frage nach entsprechender Aufklärung, wie Tatjana sie erlebt hat, reichlich daneben. Manche sind eben beratungsresistent, was sich dann sicher auch in anderen Themenbereichen zeigt.
Cassy
schau
Beiträge: 62
Registriert: Sa 25. Jun 2016, 19:17
Geschlecht: Ich
Pronomen:
Wohnort (Name): Dortmund
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: umoperiert

Post 13 im Thema

Beitrag von Cassy »

Rosi_ hat geschrieben: Toleranz zu üben, wenn diese Menschen nicht zuhören WOLLEN und mit dreißter Ignoranz ihr Weltbild über das Anderer stellen. Das sind
dann aber auch die Menschen, die uns auf menschlicher Ebene nicht weiterbringen und die wir dann mit Ignoranz beschenken dürfen.

Also, nicht müde werden aufzuklären - denn wenn nicht wir aufklären, wer soll es sonst?
Ich sehe es ein, dass man bei vielen Menschen so nicht weiter kommt. Aber es ist immer die Frage: "Was will ich? "

Wenn ich will, dass andere mir gegenüber tolerant werden dann bin ich es erstmal selbat Ihnen gegenüber. Statt jemanden mit Ignoranz zu Strafen kann man zum Beispiel auch bei der Frage ob man umoperiert ist sagen "Nein, aber über das Thema mag ich gerade nicht sprechen."

Es geht sich immer im Leben um Reaktion und Gegenreaktion. Und ja es gibt Menschen die sind einfach nicht in der Lage das Thema zu verstehen oder zu akzeptieren. Es gibt auch Bild Leser trotzdem schlage ich Ihnen nicht die Zeitung aus der Hand.

Das meine ich mit tolerieren. "Ich finde es nicht toll, dass du mich darauf wieder ansprichst aber ich ertrage es". Das ist das Verhalten das ich von jemanden der Toleranz bekommen möchte auch erwarte.

Aber wie gesagt es sind Erfahrungswerte die zeigen das die Leute die Toleranz erwarten meistens die sind die am wenigsten haben...

Cassy
Svetlana L
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1513
Registriert: Sa 7. Mai 2016, 06:47
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Berlin
Hat sich bedankt: 49 Mal
Danksagung erhalten: 146 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: umoperiert

Post 14 im Thema

Beitrag von Svetlana L »

Rosi_ hat geschrieben:Aussagen wie ".... fühlen sich nicht dem bei ihrer Geburt zugewiesenen Geschlecht zugehörig", die von Trans*-Vereinigungen (Transgender,
Transidentität) getätigt werden, entsprechen nicht den Aussagen über Menschen mit Transsexualität, "die bei der Geburt nicht ihrem
Geschlecht zugewiesen wurden".
Nicht böse sein, Rosi, aber für mich ist die Aussage dahinter ein und dieselbe: Menschen wurden bei der Geburt nicht ihrem Geschlecht zugewiesen ("deine" Aussage), daraus folgt, dass sie sich dem Geschlecht, dem sie (fälschlicherweise) zugewiesen wurden nicht zugehörig fühlen (Aussage von trans*-Vereinigungen). Beides läuft darauf hinaus, dass die Zuweisung von Geschlecht fremdbestimmt ist - nicht in Ordnung aber andererseits auch logisch, denn wie soll ein frisch geborener Säugling darauf hinweisen, welchem Geschlecht er sich zugehörig fühlt.

Zum anderen habe ich hier viel über Toleranz gelesen und Cassy hat ja auch auf die ursprüngliche Bedeutung von Toleranz hingewiesen. Ich weiß natürlich auch, dass das Wort heute in einem positiveren Zusammenhang gebraucht wird, schließlich behauptet ja irgendwie jeder von sich tolerant zu sein. Aber reicht es euch wirklich, "nur" geduldet zu werden? Mir schon lange nicht mehr. Ich verlange nichts anderes als Akzeptanz. Das kommt auch aus dem Latein, nämlich von accipere, und bedeutet soviel wie annehmen, aufnehmen. Hört sich das nicht um einiges besser, positiver an?

Und zum Schluss noch meine Anmerkungen zu den Fragen unterhalb der Gürtellinie. Sich mit Geschlechtsidentität zu beschäftigen, kommt - glaube ich - bei cis-Menschen nicht allzu häufig vor. Das Geschlecht ist ja nach landläufiger Meinung sozusagen gottgegeben. Die sehen uns - leider - immer noch als Exoten und da nimmt man sich schon mal heraus neugierig(er) zu sein. Da müssen wir dann auch den Mumm haben Grenzen zu setzen, was ja durchaus freundlich geschehen kann. Wenn man allerdings den selben Leuten immer wieder das gleiche erklären muss bzw. Grenzen setzen muss, dann kann ich da nicht mehr von Ahnungslosigkeit ausgehen, sondern von einem fehlenden Willen, vielleicht sogar manchmal von Bösartigkeit.
Hawadehre
Svetlana

As gitt halt nix Bessers wäi wos Guads!
Däi owapfölzer Bärlinerin
Magdalena
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2704
Registriert: Di 4. Feb 2014, 10:17
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Dresden
Hat sich bedankt: 355 Mal
Danksagung erhalten: 451 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: umoperiert

Post 15 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo in die Runde!

Warun tun sich nicht Betroffene so schwer und sprechen von umoperieren? Und da ist zuuersrt das äußere Erscheiniungsbild. Weil wir zunächst auchdanach beurteilt werden, nach der Geburt. Die Eltern wählen eine entsprechenden Namen und die Erziehung entsprechend der Geschlechterrollen beginnt, ohne dass der Betroffene selbst darüber entscheiden kann. Mehr oder weniger fügt man sich, versucht entsprechnd sich abzufinden und zu leben. Nach außen ist man seber der Familienvater. Das im inneren was nicht stimmig ist, wird verdrängt. Alle sehen den perfekten Mann, der für andere plötzlich zur Frau werden will. Eben so wie ander ihr Auto umbauen, Sportfahrwerk zum Beispiel. Worüber mache auch sich wundern, was einer mit seinem Auto anstellt. So sehen meist nicht Betroffene aus ihrer Sicht so als würde der Mann zur Frau umoperiert. Weil es außerhalb seiner Vorstellungskraft liegt, warum ein Familienvater Frau sein möchte. Das Grundlegende, dass der Familienvater die Rolle des Familienvaters gespielt hat, können andere aber nicht nachvollziehen. Dass er im Grunde schon immer eine Frau ist, deren Äußeres aber dem eines Mannes entsprichtund somit eine Angleicheung des äußeren Geschlechtsmerkmals erfolgt, verstehen so die Meisten nicht.

Gut finde ich aber dennoch, wenn nachgefragt wird. so besteht die Möglichkeit zu informieren. Und es zeigt doch auch, dass man sich für den Menschen Intersse zeigt.

Viele Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.
Antworten

Zurück zu „Körper - Gefühle - Empfindungen“