Hallo alle zusammen!
Ja, also, ich bin Cara, 27j., habe gerade mein Referendariat beendet (ok, 2 Wochen noch bis zu den Ferien...
Vielleicht vorab: Ich kann die Frage ob ich Trans bin aktuell nicht zu 100% beantworten. Ich bin allgemein ein Mensch, der gerne lange und ausführlich über ein Thema nachdenkt bis sich dann die (innere) Gewissheit einstellt...
Aktueller Stand: Irgendwo auf dem diffusen Spektrum zwischen "Er" und "Sie", aber derzeit mit deutlicher Tendenz zu "Sie".
Das Thema meines Genders und/oder Geschlechts beschäftigt mich eigentlich schon seit 12, 13 Jahren. Mit Beginn der Pubertät kamen Veränderungen die mir so gar nicht zugesagt haben (was dazu führte, dass ich lange Zeit jedwede kurze Hosen und kurze Oberteile vermieden habe, um ja alles männliche zu verdecken und mich lange gegen das erste Mal Rasieren (was für mich so total erwachsen-männlich war) gewehrt habe... (gefolgt von Überkompensation, was mir im Abibuch z.b. die Spitznamen "Reinhold Messner" und "Robinson Crusoe" eingebracht hat
2008 war ich wegen Depressionen, dissoziativer Persönlichkeitsstörung und Selbstverletzendem Verhalten in einer stationären Therapie. Dabei war auch "Männlichkeit" ein großes Thema, wobei interessanter Weise nie die Option überhaupt angedeutet wurde, dass ich auch einfach was anderes sein könnte...
Es folgt eine längere Phase in der ich glücklich und zufrieden mit mir und meiner Männlichkeit war, was alles irgendwie dann doch schwierig wurde als es an meine erste Beziehung ging... sobald es körperlich wurde, fand ich es einfach nur schwierig (in Ermangelung eines besseren Wortes).
Etwas später, in einer zweiten Beziehung, hat meine Freundin explizit und implizit meine Männlichkeit in Frage gestellt, was bei mir viel altes hochgeholt hatte. Dadurch habe ich auch erkannt, dass meine entwickelte "gesunde Männlichkeit" so aussieht, dass ich einfach alles was zu mir gehört als "männlich" bezeichne, egal wie feminin es eigentlich ist.
Joah, und dann gab es Ostern letztes Jahr die Situation, dass ich im Supermarkt einen Rock gesehen habe und mir direkt "den will ich anprobieren" durch den Kopf geschossen ist. Daraus entwickelte sich dann also eine langsam wachsende feminine Garderobe, anfänglich mit der Begründung "warum sollte Mann das denn nicht tragen dürfen?", aber zunehmend mit der Erkenntnis, dass ich keine "Schmerzgrenze" erreiche.
An Weihnachten 2015 dann die Feststellung, dass ich mich emotional völlig von Bildern von mir in Anzug (und andere in denen ich richtig "männlich" bin) losgelöst habe, aber mit Bildern von Cara gut identifizieren kann...
Es folgte an Silvester das Coming Out im Freundeskreis als "Ich glaube ich bin Trans" - Silvester feierte ich als Cara.
Seither viel Informiert, Kontakt zu einem ehemaligen Klassenkameraden aufgebaut (hat vor ein paar Monaten die HET begonnen - Transmann), da viel ausgetauscht... joah. Gemeinsam mit meiner Mutter war ich auf Namenssuche bis dann Cara herauskam... Und nun bin ich so ziemlich up-to-date mit meiner Erzählung.
Es steht ein Umzug Ende des Monats an, woraufhin ich am neuen Wohnort einen Therapeuten suchen mag... und diese Woche überlege ich mich als Cara der Frau die ich liebe zu präsentieren (komplizierte Geschichte... Kurzfassung: Sie weiß über die Trans-Überlegungen Bescheid, hat Bilder von Cara gesehen, weiß, dass ich sie liebe, ist sich ihrer Gefühle nicht sicher (unter Anderem, da sie nicht weiß, ob sie Homo- oder Hetero- oder Bi- oder sonstwas-Sexuell ist))... joah. Samstag sehen wir uns wieder, und evtl. gäbe es da die Gelegenheit ihr mal als Cara gegenüber zu treten...
Auf das Forum hier bin ich via Empfehlung von ab gestoßen.
Hm, soviel zu mir?
Ah, vlt. etwas drum herum... ich liebe Brettspiele, Serien, malen. Ich hasse Rosenkohl, Diskos und Pollen.
Liebe Grüße,
Cara