Valerie fährt Auto
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Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
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Valerie Bellegarde
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Valerie fährt Auto

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Beitrag von Valerie Bellegarde »

Liebe Leser,

Wegen der Überschrift braucht jetzt niemand zu erschrecken. keiner muss zuhause bleiben, weil Valerie heute Auto fährt. Es ist eben nicht so, wie bei dem alten Witz "Achtung alle rechts ranfahren, ein Belgier kommt von hinten angefahren", nein nein.

Valerie fährt viel, und sie fährt eigentlich gut. Warum viel? Immer wenn Valerie en femme rausgeht, nimmt sie das Auto, das heißt, sie fährt raus. Und weil sie dann auch mal ein paar neue Ecken der Gegend kennenlernen will, wo sie bisher noch nicht als Valerie im Frauenmodus war, fährt sie dann meistens doch ziemlich lange Strecken, kürzlich fuhr sie sogar eine Stunde oder länger auf der französischen Autobahn. (vgl. den Bericht vom 3. Juni).

Nun ist Valeries Auto (ein geräumiger weißer SUV der Marke mit dem Stern, früher sagte man Geländewagen) nicht nur ein Ding, das seine Besitzerin von A nach B bringt, sondern sie nutzt ihr Auto oft auch als Kleiderschrank, als Ankleidezimmer, und der Fahrersitz wird gelegentlich zum Frisier- und Kosmetiktisch umfunktioniert, und die Rücksitzbank wird oft zur Kleiderablage benutzt, wenn sie en femme unterwegs ist.

Es ist ganz unterschiedlich, wie gestylt sie aus dem Tor des heimatlichen Grundstücks fährt. Fühlt sie sich gut, fährt sie mit Perücke und voll weiblich gestylt mit stolz erhobenem Kopf aus dem Tor. Ist das aber nicht der Fall (falls ihre "Antennen" bzw. ihre weibliche Intuition sie vor irgendeiner unbekannten Gefahr warnt, die sie zwar nicht genau beschreiben kann, aber trotzdem immer ernst nimmt), dann ist sie vorsichtiger und fährt nur im quasi "halb-verdeckten" Modus raus. Dann wird sie kurz darauf auf einen leeren Supermarkparkplatz fahren und sich dort zuende schminken, kämmen und stylen. Das hat bisher immer bestens so funktioniert und ist im Grunde die risikoärmste Methode.

Wie ihr Fahrstil ist? Kann man mit einem Wort beschreiben: Vorsichtig. Im Frauenmodus fährt Valerie anders als im Männermodus, das ist eindeutig so. Sie passt besser auf, achtet mehr auf das Verkehrsgeschehen, fährt vorausschauend, denn sie will ja ins nichts verwickelt werden. Noch etwas ist anders: Wenn sie im Frauenmodus ist, fährt sie in der Regel die ersten Kilometer mit herabgeklappter Sonnenblende. Warum? Weil sie nicht erkannt werden will von Leuten aus der Nachbarschaft, weil sie verhindern will am nächsten Tag vielleicht so angesprochen zu werden "du sag' mal, hast du eigentlich noch eine Schwester? Ich könnte schwören ich hab da gestern jemand in deinem Auto gesehen, sah aus wie du aber war 'ne Frau, ne Hübsche, mit braunen Haaren".

Solche Situationen lassen sich verhindern, wenn man vorausschauend plant (und die Sonnenblende die ersten Kilometer abklappt), und Valerie war schon immer eine Planerin. Kürzlich jedoch half ihr alle Planung nichts: Es passierte etwas Unvorhergesehenes: Nicht, was ihr denkt, keine Verkehrskontrolle. Sie hat schon solche Polizeikontrollen überstanden, sie wurde stets durchgewinkt, aus welchem Grund auch immer.

Nein, es gab einen kleinen Unfall. Eigentlich kein Unfall, denn sie fuhr nicht, ihr Auto wurde auf dem Parkplatz leicht beschädigt. Sie war im Regenmantel, Perücke, Schirm und High Heels Einkaufen in der Stadt. Gerade, als sie am Verstauen ihres Autoschlüssels in der Handtasche war (man hat ja so unglaublich viele Sachen in der Hand in so einem Moment) und auf die automatische Tür des Marktes zustöckelt, ruft sie von hinten jemand an. Normalerweise reagiert sie nicht auf Anrufe. Trotzdem dreht sie sich um und sieht einen jungen Mann, der auf sie zukommt und etwas von ihr will: "Désolé Madame, je m'excuse mais j'ai touché votre voiture"
Es ist ein junger Kerl mit Rastalocken, Typ "Drogie", und er hüpft aufgeregt herum und zeigt ihr den Schaden: Sein Handwerkerauto hat ihren SUV hinten links an der Stoßstange leicht gestreift, nichts Schlimmes, nur ein kleiner Lackschaden.

Valerie ist trotzdem verblüfft, denn wer rechnet schon mit so was, wenn er im Frauenmodus unterwegs ist? Sie wägt kurz ab: Soll sie auf Adresstausch bestehen oder nicht? Intuitiv und im Bruchteil einer Sekunde entscheidet sie sich für nein, dazu ist ihr die Sache nicht wichtig genug. Sie beruhigt den jungen Kerl, der höchstens mal zwanzig Jahre alt ist und sagt, das sei nichts, sie wird das auf eigene Kosten erledigen lassen. Er ist glücklich und zieht ab. Und sie kann ihren Einkauf fortsetzen.

Es war ja nur ein ganz kleiner Kratzer am Rand der Stoßstange, und eigentlich hat ihr Auto bereits ein paar solcher Macken, das bleibt nicht aus. Eigentlich, so hat sie später überlegt, hatte sie ja noch Glück im Unglück, denn ein richtiger Autounfall hätte andere Folgen nach sich gezogen. In Frankreich ist es gewissermaßen Sitte, sich mal ein wenig anzuboxen bzw. wegzuschieben mit dem Auto, zum Beispiel wenn die Parklücke zu klein ist. Sonst passiert eigentlich wenig aufregendes auf den französischen Straßen, wenn man einmal davon absieht, dass man als Frau ständig gedrängelt wird von hinten, aber davon gerne ein andermal mehr...

Eure Valerie :()b
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