Zwiespalt
-
Joa
- Beiträge: 58
- Registriert: Di 10. Mai 2016, 14:39
- Geschlecht: voll dazwischen
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Kontaktdaten:
Zwiespalt
Zwiespalt
Da stehe ich auf meinem Transgender-Weg vor so einem Zwiespalt. Geh ich drum herum, springe ich drüber, falle ich 'rein?
Bald ist Christopher-Street-Day, ein zutiefst politischer Gedenktag für Minderheitenrechte und -freiheiten und ich sehe sie schon, die immer gleiche Berichterstattung,
die an eine Karnevalsreportage erinnert mit Bildern von spektakulär herausgeputzten Paradiesvögeln.
Das, worum es dabei eigentlich ging und immer noch geht angesichts der zunehmenden Übergriffe auf Schwule, Lesben und Transgender, bleibt dabei eher auf der Strecke.
Einerseits verstehe ich, dass es diese Form der Darstellung wohl braucht, um Aufmerksamkeit zu erregen.
Andererseits rücken diese Auftritte die ganze Szene vehement in eine Spektakelecke, die mit der Normalität, die ich mir für mich, für uns wünsche, nichts zu tun hat. Dass die Schwulengemeinde dabei durchaus lebensfroh und phantasievoll gerne auf das Mittel der Travestie zurückgreift, macht Crossdresser und Transgender aber zum Teil dieses Exotentums, da die Allgemeinheit mit Differenzierung bei den verschiedenen Erscheinungsformen eher nichts am Hut hat.
Deswegen ja auch das schier unausrottbare Vorurteil "Mann in Frauenkleidern = schwul".
Daran ändern auch die tapferen Infostände nicht allzu viel.
Einerseits finde ich es super, dass beim Erinnern an den langen Weg der Emanzipation der Szene die Lebensfreude und nicht Sack und Asche den Ton angeben.
Andererseits frage ich mich, was für uns bleibt, wenn das Konfetti weggekehrt ist, außer weiter mühsam dafür zu kämpfen, dass es auch für uns nicht ums Tun sondern ums Sein geht.
Am Tag danach ist wieder Alltag.
Einerseits ist die Freiheit, sich über Kleidung wie auch immer auszudrücken, ein hohes Gut und nicht verhandelbar.
Andererseits will ich in der Regel keine Blicke auf mich ziehen, sondern möglichst unauffällig durchs Straßenbild marschieren.
Und ich denke, das geht in Bezug auf das Passing den meisten so, abgesehen von den Malen, wo Frau sich eben mal etwas extravaganter in Schale wirft.
Ich denke, ich werde weder drum herumgehen noch einfach drüber springen und schon gar nicht reinfallen in den Zwiespalt.
Und mich doch eher darüber freuen, dass es den CSD gibt.
Einerseits werde ich also einfach weitermachen.
Andererseits auch.
Mit ganzheitlichem Gruß
Joa
Da stehe ich auf meinem Transgender-Weg vor so einem Zwiespalt. Geh ich drum herum, springe ich drüber, falle ich 'rein?
Bald ist Christopher-Street-Day, ein zutiefst politischer Gedenktag für Minderheitenrechte und -freiheiten und ich sehe sie schon, die immer gleiche Berichterstattung,
die an eine Karnevalsreportage erinnert mit Bildern von spektakulär herausgeputzten Paradiesvögeln.
Das, worum es dabei eigentlich ging und immer noch geht angesichts der zunehmenden Übergriffe auf Schwule, Lesben und Transgender, bleibt dabei eher auf der Strecke.
Einerseits verstehe ich, dass es diese Form der Darstellung wohl braucht, um Aufmerksamkeit zu erregen.
Andererseits rücken diese Auftritte die ganze Szene vehement in eine Spektakelecke, die mit der Normalität, die ich mir für mich, für uns wünsche, nichts zu tun hat. Dass die Schwulengemeinde dabei durchaus lebensfroh und phantasievoll gerne auf das Mittel der Travestie zurückgreift, macht Crossdresser und Transgender aber zum Teil dieses Exotentums, da die Allgemeinheit mit Differenzierung bei den verschiedenen Erscheinungsformen eher nichts am Hut hat.
Deswegen ja auch das schier unausrottbare Vorurteil "Mann in Frauenkleidern = schwul".
Daran ändern auch die tapferen Infostände nicht allzu viel.
Einerseits finde ich es super, dass beim Erinnern an den langen Weg der Emanzipation der Szene die Lebensfreude und nicht Sack und Asche den Ton angeben.
Andererseits frage ich mich, was für uns bleibt, wenn das Konfetti weggekehrt ist, außer weiter mühsam dafür zu kämpfen, dass es auch für uns nicht ums Tun sondern ums Sein geht.
Am Tag danach ist wieder Alltag.
Einerseits ist die Freiheit, sich über Kleidung wie auch immer auszudrücken, ein hohes Gut und nicht verhandelbar.
Andererseits will ich in der Regel keine Blicke auf mich ziehen, sondern möglichst unauffällig durchs Straßenbild marschieren.
Und ich denke, das geht in Bezug auf das Passing den meisten so, abgesehen von den Malen, wo Frau sich eben mal etwas extravaganter in Schale wirft.
Ich denke, ich werde weder drum herumgehen noch einfach drüber springen und schon gar nicht reinfallen in den Zwiespalt.
Und mich doch eher darüber freuen, dass es den CSD gibt.
Einerseits werde ich also einfach weitermachen.
Andererseits auch.
Mit ganzheitlichem Gruß
Joa
-
exuserin-2016-12-21
-
Johanna Dornal
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 242
- Registriert: So 18. Mai 2014, 14:15
- Geschlecht: auf dem Weg
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Bingen
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Kontaktdaten:
Re: Zwiespalt
Hallo Joa,
dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Du sprichst mir aus dem Herzen. Genauso sehe ich das auch. Vielleicht kommen wir ja an den Punkt, wo wir endlich wissen, ob wir drumherumlaufen oder auch nicht. Ich würde es mir für uns wünschen.
Liebe Grüße
Johanna
dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Du sprichst mir aus dem Herzen. Genauso sehe ich das auch. Vielleicht kommen wir ja an den Punkt, wo wir endlich wissen, ob wir drumherumlaufen oder auch nicht. Ich würde es mir für uns wünschen.
Liebe Grüße
Johanna
-
Andrea aus Sachsen
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 2503
- Registriert: Mi 30. Nov 2011, 08:43
- Geschlecht: Transfrau
- Pronomen: sie
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 21 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Zwiespalt
.
Hallo Joa,
ich habe mit Veranstaltungen wie dem CSD und ähnlichen Aktionen auch ein Problem. Einerseits ist noch eine Menge Aufklärungsarbeit zu leisten, bis wir und andere Randgruppen mal die Akzeptanz erfahren, die wir uns wünschen. Ich ziehe auch meinen (nicht vorhandenen) Hut vor all denen, die solche Veranstaltungen organisieren und gönne allen, die mitmachen, ihren Spaß.
Andererseits sehe ich das schrille Auftreten einiger Beteiligter als kontraproduktiv, weil wir so eher als Verrückte und nicht als ganz normale Menschen rüberkommen. Gemeinsame Aktionen von Homosexuellen und Trans*-Personen haben für mich darüber hinaus den Beigeschmack, dass sich das Vorurteil trans* = schwul so hartnäckig hält.
Für meine Begriffe wäre es zielführender, lieber mit knallbunten Plakaten auf sich aufmerksam zu machen, sich aber sonst so zu zeigen, wie man bzw. frau auch außerhalb von CSD und anderer "Werbeveranstaltungen" auftritt.
Ich selbst besuchte vor drei Jahren interessehalber mal einen CSD. Als Trans*-Person war ich dort eine Minderheit und habe mich auch sonst überhaupt nicht vertreten gefühlt.
Hallo Joa,
ich habe mit Veranstaltungen wie dem CSD und ähnlichen Aktionen auch ein Problem. Einerseits ist noch eine Menge Aufklärungsarbeit zu leisten, bis wir und andere Randgruppen mal die Akzeptanz erfahren, die wir uns wünschen. Ich ziehe auch meinen (nicht vorhandenen) Hut vor all denen, die solche Veranstaltungen organisieren und gönne allen, die mitmachen, ihren Spaß.
Andererseits sehe ich das schrille Auftreten einiger Beteiligter als kontraproduktiv, weil wir so eher als Verrückte und nicht als ganz normale Menschen rüberkommen. Gemeinsame Aktionen von Homosexuellen und Trans*-Personen haben für mich darüber hinaus den Beigeschmack, dass sich das Vorurteil trans* = schwul so hartnäckig hält.
Für meine Begriffe wäre es zielführender, lieber mit knallbunten Plakaten auf sich aufmerksam zu machen, sich aber sonst so zu zeigen, wie man bzw. frau auch außerhalb von CSD und anderer "Werbeveranstaltungen" auftritt.
Ich selbst besuchte vor drei Jahren interessehalber mal einen CSD. Als Trans*-Person war ich dort eine Minderheit und habe mich auch sonst überhaupt nicht vertreten gefühlt.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Andrea aus Sachsen
-
Exuserin-2016-074-06
Re: Zwiespalt
So sieht das Teil aus
cdn.shopify.com/s/files/1/0115/5832/products/artoo-2-0-dress-1369789710_1024x1024.png?v=1434581625
Was kann denn die Parade dafür, wenn der Alltag beim Otto-normal-Bürger fad ausschaut? Wenn Mutti ihrem Gatten wieder mal Hemd und Hose rauslegt und sagt, supi siehste wieder aus (eigentlich wie immer) und in die Wange kneift. Die können sich doch genauso bunt und schrill anziehen. Was hindert die denn daran? Die müssen doch nicht gleich mit nem Typen in die Kiste springen. Aber nö, was sollen denn die Nachbarn denken, mich könnte ja der Chef oder die Kollegen so sehen. Ich lauf auch im Alltag so rum. Also nicht als Drag, aber auffällig halt. Theoretisch wäre bei mir jeder Tag CSD und das nehmen die meisten Leute tatsächlich freundlich auf und finden das sogar cool, dass mal bissl Farbe in ihren ollen Tag reinkommt. Selber trauen's sich wahrscheinlich nicht. Zum Fasching lässt der Spießbürger doch auch die Sau raus und was Flirten etc. betrifft ist der Karneval nicht harmloser als so ne CSD Parade. Da wird auch in der Ecke geknispelt. Manchmal... Im Gegensatz zu anderen Demos, wo nur eine undefinierte graue Menschenmenge zu sehen ist, bringt der CSD wenigstens Farbe und Spaß in die Gesellschaft, die Werbeschilder sind halt die Leute dort.
Gruß.
cdn.shopify.com/s/files/1/0115/5832/products/artoo-2-0-dress-1369789710_1024x1024.png?v=1434581625
Was kann denn die Parade dafür, wenn der Alltag beim Otto-normal-Bürger fad ausschaut? Wenn Mutti ihrem Gatten wieder mal Hemd und Hose rauslegt und sagt, supi siehste wieder aus (eigentlich wie immer) und in die Wange kneift. Die können sich doch genauso bunt und schrill anziehen. Was hindert die denn daran? Die müssen doch nicht gleich mit nem Typen in die Kiste springen. Aber nö, was sollen denn die Nachbarn denken, mich könnte ja der Chef oder die Kollegen so sehen. Ich lauf auch im Alltag so rum. Also nicht als Drag, aber auffällig halt. Theoretisch wäre bei mir jeder Tag CSD und das nehmen die meisten Leute tatsächlich freundlich auf und finden das sogar cool, dass mal bissl Farbe in ihren ollen Tag reinkommt. Selber trauen's sich wahrscheinlich nicht. Zum Fasching lässt der Spießbürger doch auch die Sau raus und was Flirten etc. betrifft ist der Karneval nicht harmloser als so ne CSD Parade. Da wird auch in der Ecke geknispelt. Manchmal... Im Gegensatz zu anderen Demos, wo nur eine undefinierte graue Menschenmenge zu sehen ist, bringt der CSD wenigstens Farbe und Spaß in die Gesellschaft, die Werbeschilder sind halt die Leute dort.
Gruß.
-
Joa
- Beiträge: 58
- Registriert: Di 10. Mai 2016, 14:39
- Geschlecht: voll dazwischen
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Kontaktdaten:
Re: Zwiespalt
Alle diese positiven Begleitumstände des CSD wie die Lebenslust, die da ordentlich schäumt, die Menschen, die zuschauen, sich mitreissen lassen und/oder die auf eine positive Art berührt sind, machen den CSD auch für mich zu einem Event, den ich nicht missen möchte.Zum Einen. Zum Anderen wird dieses Defile dann doch zum Anlass für spektakuläre Fotos , bei denen es vor Allem um die Darstellung, um die Mache geht und eben nicht um's Sein. Ich weiss nicht, ob die Mehrzahl der Leute, die da stehen, um abzufeiern und Menschen zu betrachten, die mit ihrem Mut zur auf die Spitze getriebenen Selbstdarstellung vielleicht auch die eine oder andere eigene geheime Sehnsucht ausdrücken, ob diese Leute verstehen, dass das, was da vor ihren Augen abläuft, mit dem Alltag von Schwulen, Lesben und Trans-Menschen in aller Regel nichts zu tun hat... Dass hier Zeitgenossen zu Gange sind, die nicht anders können, als so zu sein, wie sie sind.
Das wär ein Ziel, auf's Innigste zu wünschen.
L.G. Joa

Das wär ein Ziel, auf's Innigste zu wünschen.
L.G. Joa

-
Johanna Dornal
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 242
- Registriert: So 18. Mai 2014, 14:15
- Geschlecht: auf dem Weg
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Bingen
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Kontaktdaten:
Re: Zwiespalt
Ich war in Freiburg auf dem CSD, und ich mußte feststellen, daß es in erster Linie um Party ging, ohne den eigentlich Grund dieser Veranstaltung zu begreifen. Dragqueens auf Stelzen zum Beispiel fördern m.M. nicht die Akzeptanz für Transgender, die eigentlich nur als normale Menschen wahrgenommen werden wollen. Das ganze Schrille war zwar schön anzusehen, aber so manche Kommentare von Besuchern waren nicht gerade wohlwollend, so mein Eindruck.
LG
Johanna
LG
Johanna
-
Magdalena
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 2733
- Registriert: Di 4. Feb 2014, 10:17
- Geschlecht: weiblich
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Dresden
- Hat sich bedankt: 416 Mal
- Danksagung erhalten: 524 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Zwiespalt
Halllo,
ich verstehhe den Zwiespalt. Gede wenn einige Veranstaltungen oder Teile davon sich in einen Karnevalsumzug verwandeln. Damit wird die Veranstaltung den Bedürfnissen vieler nicht gerecht. Anderseits zeigt es die Lebensfreude, die auch von Transgendern ausgeht. Was natürlich wiederum Außenstehende manchmal abschreckt und in ihren Vorurteilen bestärkt. Ja und ich muss eingestehen, auch mir gefällt nicht alles. Mancher schrille Auftritt mit stark überzeichneten Akteuren hat nichts mit der Wirklichkeit von Transgender gemein. Viele möchten doch so normal mit ihrem Andersein leben und ernst genommen werden. Aber der CSD ist eine Möglichkeit Vereine, welche sich für Transgender und Homosexuelle einsetzen, und ihre Arbeit der Öffentlichkeit vorzustellen. Ja auch die Unterschiede deutlich zu machen. Weil wiedrum der CSD duch seine machmal schrillen Auftritte Medienwirksam ist, sollte jeder selber entscheiden, ob und wie Frau/Mann daran teilnehmen möchte. Bei meinem letzten Besuch des CSD, der leider auch schon wieder zwei Jahre her ist, gab es verschiedene Stände. Da konnte sich jeder, also auch nicht Betroffene, offen mit Informatione eindecken. Es liegt nach meiner Ansicht auch an der Art der Durchführung des CSD. Sicher wird er nicht immer allen gerecht werden.
Viele Grüße Magdaena
ich verstehhe den Zwiespalt. Gede wenn einige Veranstaltungen oder Teile davon sich in einen Karnevalsumzug verwandeln. Damit wird die Veranstaltung den Bedürfnissen vieler nicht gerecht. Anderseits zeigt es die Lebensfreude, die auch von Transgendern ausgeht. Was natürlich wiederum Außenstehende manchmal abschreckt und in ihren Vorurteilen bestärkt. Ja und ich muss eingestehen, auch mir gefällt nicht alles. Mancher schrille Auftritt mit stark überzeichneten Akteuren hat nichts mit der Wirklichkeit von Transgender gemein. Viele möchten doch so normal mit ihrem Andersein leben und ernst genommen werden. Aber der CSD ist eine Möglichkeit Vereine, welche sich für Transgender und Homosexuelle einsetzen, und ihre Arbeit der Öffentlichkeit vorzustellen. Ja auch die Unterschiede deutlich zu machen. Weil wiedrum der CSD duch seine machmal schrillen Auftritte Medienwirksam ist, sollte jeder selber entscheiden, ob und wie Frau/Mann daran teilnehmen möchte. Bei meinem letzten Besuch des CSD, der leider auch schon wieder zwei Jahre her ist, gab es verschiedene Stände. Da konnte sich jeder, also auch nicht Betroffene, offen mit Informatione eindecken. Es liegt nach meiner Ansicht auch an der Art der Durchführung des CSD. Sicher wird er nicht immer allen gerecht werden.
Viele Grüße Magdaena
Lebe jeden Tag.
-
Exuserin-2016-074-06
Re: Zwiespalt
Seit der großen Aufklärung sind wir zugegebenermaßen gezwungen unseren Körper so gut wie möglich naturbelassen und zu naturalisieren. Männer mehr als Frauen. Ansonsten würde nichts dagegensprechen und als normal empfunden, wenn wir immer noch mit 2 Meter hohen Turmperücken und gepuderten Gesichtern im Alltag rumlaufen. Ich begrüße es, wenn es wieder "schrille Paradiesvögel" im Alltag zu sehen gibt. Die inszenierte Natürlichkeit der Menschen langweilt auch irgendwann.Magdalena hat geschrieben:Halllo,
Mancher schrille Auftritt mit stark überzeichneten Akteuren hat nichts mit der Wirklichkeit von Transgender gemein. Viele möchten doch so normal mit ihrem Andersein leben und ernst genommen werden.
LG
-
JaquelineL
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 860
- Registriert: So 24. Nov 2013, 20:45
- Geschlecht: Bio-TS
- Pronomen: sie
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Zwiespalt
Hallo BaT,
Liebe Grüße
Jackie
ich sehe da einen entscheidenden Unterschied zwischen "normal" (wie von Magdalena genannt) und "natürlich" (wie von Dir als Forderung Dritter in die Diskussion geworfen)...Breakfast at Tiffany hat geschrieben:Seit der großen Aufklärung sind wir zugegebenermaßen gezwungen unseren Körper so gut wie möglich naturbelassen und zu naturalisieren. Männer mehr als Frauen. Ansonsten würde nichts dagegensprechen und als normal empfunden, wenn wir immer noch mit 2 Meter hohen Turmperücken und gepuderten Gesichtern im Alltag rumlaufen. Ich begrüße es, wenn es wieder "schrille Paradiesvögel" im Alltag zu sehen gibt. Die inszenierte Natürlichkeit der Menschen langweilt auch irgendwann.Magdalena hat geschrieben:Halllo,
Mancher schrille Auftritt mit stark überzeichneten Akteuren hat nichts mit der Wirklichkeit von Transgender gemein. Viele möchten doch so normal mit ihrem Andersein leben und ernst genommen werden.
Liebe Grüße
Jackie
Today is the first day of the rest of my... forget it.
-
Exuserin-2016-074-06
Re: Zwiespalt
Hallo,JaquelineL hat geschrieben: ich sehe da einen entscheidenden Unterschied zwischen "normal" (wie von Magdalena genannt) und "natürlich" (wie von Dir als Forderung Dritter in die Diskussion geworfen)...
Liebe Grüße
Jackie
ich würde jetzt darauf schließen, dass sie mit normal eben das gängige Bild von Männern und Frauen meint. Und das ist halt nach der großen Aufklärung naturbelassen, quasi naturalisiert. Keine Schminke, keine Überzeichnung, keine Theatralik. Also das, was im Gegenzug heute Drag-Queens und die Macaroni im 17.Jhd. gemacht haben.
-
exuserin-2017-01-16
Re: Zwiespalt
Hi hallo,
das Thema möchte ich noch mal aufgreifen.
Am Sonntag in den Nachrichten wurde von Köln berichtet. Es wurde gesagt es sei die größte Veranstaltung von schwulen , Lesben und transsexuellen !
Was dann zu sehen war waren Homosexuelle Mensch viele davon schrill in bunten Kostümen und kleidern.Nicht ein Transidenter Mensch war zu sehen nur Paradiesvögel.
Und damit habe ich meine Probleme es wird von transsexuellen berichtet aber gezeigt werden Drag Queens und Tv.
Das die dabei mitlaufen ist voll in Ordnung und richtig.
Nur wenn ich hier jemanden erzähl das ich ts bin geht sofort die Schublade auf aha schwule tunte. Das schmerzt und tut weh !
Was viel schlimmer ist es bedarf viel Zeit und reden denn Leuten klar zu machen das es mit dem im fernsehen gezeigten nichts zu tun hat.
Wie man dafür eine lösung finden könnte weiß ich auch nicht.
Lg Uta
das Thema möchte ich noch mal aufgreifen.
Am Sonntag in den Nachrichten wurde von Köln berichtet. Es wurde gesagt es sei die größte Veranstaltung von schwulen , Lesben und transsexuellen !
Was dann zu sehen war waren Homosexuelle Mensch viele davon schrill in bunten Kostümen und kleidern.Nicht ein Transidenter Mensch war zu sehen nur Paradiesvögel.
Und damit habe ich meine Probleme es wird von transsexuellen berichtet aber gezeigt werden Drag Queens und Tv.
Das die dabei mitlaufen ist voll in Ordnung und richtig.
Nur wenn ich hier jemanden erzähl das ich ts bin geht sofort die Schublade auf aha schwule tunte. Das schmerzt und tut weh !
Was viel schlimmer ist es bedarf viel Zeit und reden denn Leuten klar zu machen das es mit dem im fernsehen gezeigten nichts zu tun hat.
Wie man dafür eine lösung finden könnte weiß ich auch nicht.
Lg Uta
-
Aubergine
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 649
- Registriert: Do 26. Mai 2016, 16:17
- Geschlecht: weiblich
- Pronomen:
- Wohnort (Name): Zwischen Stuttgart und Karlsru
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Kontaktdaten:
Re: Zwiespalt
Hallo,
ich betrachte das nun mal aus der Sicht eines Zuschauers beim CSD.
Ich kann eure Gefühle vollkommen verstehen, aber als Biofrau natürlich nicht wirklich nachvollziehen. Trotzdem erlaube ich mir mal wieder auf etwas aufmerksam zu machen.
Das Thema Transgender unter die Bevölkerung zu bringen um damit um Akzeptanz zu werben ist nicht einfach. Der Normalbürger, der damit nix am Hut hat kommt ja nicht auf die Idee mal darüber im Internet zu recherchieren.
Das Thema bleibt also meist auf Betroffene und deren Umfeld beschränkt.
Beschließen wir nun mal hypotetisch den CSD völlig anders aufzubauen, seriöser, sachbezogener und informativer.
Fröhlich darf er sein, also Musik und Umzugswagen. Dazwischen Gruppen von Transgendern in straßentauglicher Kleidung also ganz normal. Auf einem Umzugswagen sieht man nun weitere Gestalten, die etwas mehr aufgemotzt sind in Abendkleidern mit großem Makeup. Dazwischen laufen Gruppen zu Fuß, die Tafeln tragen, (alles Transgender) auf denen Stichworte zum Thema stehen, so dass sie jeder versteht und vielleicht auch ein bisschen neugierig wird. Und so sieht der seriöse Umzug dann durchgehend aus, bis auf das Ende bei dem noch einige TV und Drags zu sehen sind.
Was glaubt ihr, wo würden die Besucherzahlen für so einen Umzug landen? Und nicht nur das, ich denke auch für die Medien wäre das nicht mehr sehr interessant, wenn es kein großes "Spektakel" mehr wäre.
So traurig das auch ist und nicht wirklich für das Hauptthema relevant....die TV und Drags werden dringend gebraucht, denn das ist es, was die Leute sehen wollen.
Die große Show. Denn viele, die am Straßenrand stehen und zuschauen haben mit der Thematik nicht wirklich was zu tun und auch kein wirkliches Interesse daran solange sie nicht betroffen sind. Nur die Show der Divas bringt sie dazu, vielleicht über das Thema nachzudenken, wenn auch erst mal aus der völlig falschen Richtung.
....oder sehe ich das falsch?
LG Aubergine
ich betrachte das nun mal aus der Sicht eines Zuschauers beim CSD.
Ich kann eure Gefühle vollkommen verstehen, aber als Biofrau natürlich nicht wirklich nachvollziehen. Trotzdem erlaube ich mir mal wieder auf etwas aufmerksam zu machen.
Das Thema Transgender unter die Bevölkerung zu bringen um damit um Akzeptanz zu werben ist nicht einfach. Der Normalbürger, der damit nix am Hut hat kommt ja nicht auf die Idee mal darüber im Internet zu recherchieren.
Das Thema bleibt also meist auf Betroffene und deren Umfeld beschränkt.
Beschließen wir nun mal hypotetisch den CSD völlig anders aufzubauen, seriöser, sachbezogener und informativer.
Fröhlich darf er sein, also Musik und Umzugswagen. Dazwischen Gruppen von Transgendern in straßentauglicher Kleidung also ganz normal. Auf einem Umzugswagen sieht man nun weitere Gestalten, die etwas mehr aufgemotzt sind in Abendkleidern mit großem Makeup. Dazwischen laufen Gruppen zu Fuß, die Tafeln tragen, (alles Transgender) auf denen Stichworte zum Thema stehen, so dass sie jeder versteht und vielleicht auch ein bisschen neugierig wird. Und so sieht der seriöse Umzug dann durchgehend aus, bis auf das Ende bei dem noch einige TV und Drags zu sehen sind.
Was glaubt ihr, wo würden die Besucherzahlen für so einen Umzug landen? Und nicht nur das, ich denke auch für die Medien wäre das nicht mehr sehr interessant, wenn es kein großes "Spektakel" mehr wäre.
So traurig das auch ist und nicht wirklich für das Hauptthema relevant....die TV und Drags werden dringend gebraucht, denn das ist es, was die Leute sehen wollen.
Die große Show. Denn viele, die am Straßenrand stehen und zuschauen haben mit der Thematik nicht wirklich was zu tun und auch kein wirkliches Interesse daran solange sie nicht betroffen sind. Nur die Show der Divas bringt sie dazu, vielleicht über das Thema nachzudenken, wenn auch erst mal aus der völlig falschen Richtung.
....oder sehe ich das falsch?
LG Aubergine
Dir geht's nicht gut? Du fühlst dich mies? So was kommt schnell mal vor.
Geteiltes Leid ist halbes Leid, ich leih dir gern mein Ohr.
Geteiltes Leid ist halbes Leid, ich leih dir gern mein Ohr.
-
Exuserin-2016-074-06
Re: Zwiespalt
Das wäre so unbedeutend wie die anderen hundert Demos die jährlich zu irgendwas stattfinden. Interessiert keine Sau und lockt nur paar hundert Mann an.Aubergine hat geschrieben: Was glaubt ihr, wo würden die Besucherzahlen für so einen Umzug landen? Und nicht nur das, ich denke auch für die Medien wäre das nicht mehr sehr interessant, wenn es kein großes "Spektakel" mehr wäre.
Ich bin schon öfters in irgendeine Demo geraten und bei manchen weiß ich bis heute nicht, was der Grund der Demo war. Ich frag auch nicht jedesmal nach, für was oder gegen was sie demonstrieren. Normative Leute fallen halt nicht auf. Es wäre für Außenstehende nur eine Ansammlung von Männern und Frauen, die nicht mal an einen Karneval erinnert.Aubergine hat geschrieben: Nur die Show der Divas bringt sie dazu, vielleicht über das Thema nachzudenken, wenn auch erst mal aus der völlig falschen Richtung.
....oder sehe ich das falsch?
LG Aubergine
Gruß
-
JaquelineL
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 860
- Registriert: So 24. Nov 2013, 20:45
- Geschlecht: Bio-TS
- Pronomen: sie
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Zwiespalt
Liebe Uta,
Ich kenne die CSDs in Köln und Hamburg - die Variante in Köln wird meines Erachtens als "der bessere Karneval" erlebt und angesehen. Gerade Besucher (im Sinne von "nicht in Karnevalsvereinen Organisierte") erleben die 5. Jahreszeit als übles Besäufnis mit Umzug. Ganz anders den CSD: Dort geht es in menschlicher Hinsicht viel gesitteter zu (ok, ich war das letzte Mal vor rund 10 Jahren dort), es ist meist besseres Wetter, die ganze Veranstaltung bleibt meinem Empfinden nach als sehr positiv bei allen Besuchern hängen. Was kann uns Besseres passieren?
(Die HHer Variante hat sich sehr gemausert. Während mein erster Besuch in blassem Erstaunen mündete - wie, da war was? - ist es mit den Jahren zu einer sehr positiven Veranstaltungswoche geworden. Der Flair kann sich locker mit der Kölner Version vergleichen, auch wenn in Köln einfach noch mehr los ist. Meiner Meinung nach.)
Auch ich finde, dass CSD-Umzüge nicht dabei helfen zu zeigen, dass wir im Alltag einfach in der Menge untergehen wollen. Allerdings habe ich damit kein Problem, sowas ist mit der Form der Darstellung einfach nicht zu machen. Höchstens als Mensch in der Menge am Rand des Umzugs
Liebe Grüße
Jackie
was erwähnte meinem Vater bei unserem ersten Gespräch, quasi meinem "coming out"? "Ich habe da was dazu im Fernseh'n gesehen... war aus Hamburg..." Er meinte Olivia Jones.uta hat geschrieben:Nur wenn ich hier jemanden erzähl das ich ts bin geht sofort die Schublade auf aha schwule tunte. Das schmerzt und tut weh !
Ich kenne die CSDs in Köln und Hamburg - die Variante in Köln wird meines Erachtens als "der bessere Karneval" erlebt und angesehen. Gerade Besucher (im Sinne von "nicht in Karnevalsvereinen Organisierte") erleben die 5. Jahreszeit als übles Besäufnis mit Umzug. Ganz anders den CSD: Dort geht es in menschlicher Hinsicht viel gesitteter zu (ok, ich war das letzte Mal vor rund 10 Jahren dort), es ist meist besseres Wetter, die ganze Veranstaltung bleibt meinem Empfinden nach als sehr positiv bei allen Besuchern hängen. Was kann uns Besseres passieren?
(Die HHer Variante hat sich sehr gemausert. Während mein erster Besuch in blassem Erstaunen mündete - wie, da war was? - ist es mit den Jahren zu einer sehr positiven Veranstaltungswoche geworden. Der Flair kann sich locker mit der Kölner Version vergleichen, auch wenn in Köln einfach noch mehr los ist. Meiner Meinung nach.)
Auch ich finde, dass CSD-Umzüge nicht dabei helfen zu zeigen, dass wir im Alltag einfach in der Menge untergehen wollen. Allerdings habe ich damit kein Problem, sowas ist mit der Form der Darstellung einfach nicht zu machen. Höchstens als Mensch in der Menge am Rand des Umzugs
Liebe Grüße
Jackie
Today is the first day of the rest of my... forget it.