Warum nur so unsicher?
-
exuserin-2017-01-16
Re: Warum nur so unsicher?
Hallo Hanna, das kennen die meisten von uns ist ein Prozess der Selbstfindung. Das kann Jahre dauern oder auch nicht ,manche wissen sofort was sie wollen andere wie gesagt brauchen Jahre dazu. Mach einfach was dir Spaß macht und was dir gut tut, dabei findest du selbst raus wohin die Reise geht. LG Uta
-
JaquelineL
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 860
- Registriert: So 24. Nov 2013, 20:45
- Geschlecht: Bio-TS
- Pronomen: sie
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Warum nur so unsicher?
Hallo Hanna,
ich hatte als ganz junger Mensch meine ersten Trans-Aktivitäten, bin in jugendlichem Alter mehrmals von meiner Mutter "erwischt" worden, habe meiner Lebensgefährtin noch vor dem Zusammenziehen von einem Anderseits berichtet - und doch ist mein Weg geprägt von Unkenntnis, Selbstfindung, Erkennen meines Selbst und "eine Stufe später" wieder über den Haufen werfens. Im Moment bin ich stabil und fühle mich "angekommen", doch die Angst schwingt mit, dass auch dies ein Trugbild ist.
Jeder Weg ist anders, daher finde ich es sogar sehr wichtig, dass Du das mit jemandem teilst. Und dass es zudem mit der Therapeutin Deines Vertrauens sein wird, klingt für mich gut. Vielleicht ist es Dir ja eine Antwort auf Deine Frage wenn ich vorschlage, ihr nicht "es zu erklären", sondern *Dich zu erklären*. Dann wird es Dir vielleicht deutlicher, dass tatsächlich das Gespräch über Gefühle nicht nur ausreichend ist, sondern genau den Kern trifft.
Auch Dir wünsche ich ein schönes Wochenende und liebe Grüße
Jackie
ich hatte als ganz junger Mensch meine ersten Trans-Aktivitäten, bin in jugendlichem Alter mehrmals von meiner Mutter "erwischt" worden, habe meiner Lebensgefährtin noch vor dem Zusammenziehen von einem Anderseits berichtet - und doch ist mein Weg geprägt von Unkenntnis, Selbstfindung, Erkennen meines Selbst und "eine Stufe später" wieder über den Haufen werfens. Im Moment bin ich stabil und fühle mich "angekommen", doch die Angst schwingt mit, dass auch dies ein Trugbild ist.
Jeder Weg ist anders, daher finde ich es sogar sehr wichtig, dass Du das mit jemandem teilst. Und dass es zudem mit der Therapeutin Deines Vertrauens sein wird, klingt für mich gut. Vielleicht ist es Dir ja eine Antwort auf Deine Frage wenn ich vorschlage, ihr nicht "es zu erklären", sondern *Dich zu erklären*. Dann wird es Dir vielleicht deutlicher, dass tatsächlich das Gespräch über Gefühle nicht nur ausreichend ist, sondern genau den Kern trifft.
Auch Dir wünsche ich ein schönes Wochenende und liebe Grüße
Jackie
-
Anke
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1412
- Registriert: Mo 2. Jun 2014, 17:14
- Geschlecht: Weiblich
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Waldenbuch
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 1 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Warum nur so unsicher?
Hallo Hanna,
Frau sein bedeutet nicht, dass Du irgendwelchen Klischees entsprechen musst. Und Ich würde das auch gar nicht versuchen. Und ganz nebenbei, in den USA gilt Fußball eher als Frauensport.
Es gibt viele als "burschikos" geltende Cisfrauen, die auch auf die von dir genannten Aktivitäten stehen und ihr Frausein dabei keine Sekunde in Frage stellen.
Frausein ist etwas, was einfach aus deinem Innersten zu dir spricht, irgendwelche Begründungen braucht es da nicht.
Du schreibst, dass es dich froh macht, wenn dich jemand nicht als Kumpel, sonder als gute Freundin bezeichnet. Du fühlst dich dann richtig angesprochen. Mir geht es auch so, die Anrede "Frau" fühlt sich für mich passend und gut an.
Warum erzählst Du deiner Therapeutin nicht einfach von deinen Gefühlen und Gedanken, so ähnlich wie Du hier schreibst. Wenn Sie etwas taugt, wird sie bestimmt viel damit anfangen können. Und wenn sie weiß, was in dir vorgeht, dann hat sie auch eine Chance, dir zu helfen.
Liebe Grüße
Anke
Frau sein bedeutet nicht, dass Du irgendwelchen Klischees entsprechen musst. Und Ich würde das auch gar nicht versuchen. Und ganz nebenbei, in den USA gilt Fußball eher als Frauensport.
Es gibt viele als "burschikos" geltende Cisfrauen, die auch auf die von dir genannten Aktivitäten stehen und ihr Frausein dabei keine Sekunde in Frage stellen.
Frausein ist etwas, was einfach aus deinem Innersten zu dir spricht, irgendwelche Begründungen braucht es da nicht.
Du schreibst, dass es dich froh macht, wenn dich jemand nicht als Kumpel, sonder als gute Freundin bezeichnet. Du fühlst dich dann richtig angesprochen. Mir geht es auch so, die Anrede "Frau" fühlt sich für mich passend und gut an.
Warum erzählst Du deiner Therapeutin nicht einfach von deinen Gefühlen und Gedanken, so ähnlich wie Du hier schreibst. Wenn Sie etwas taugt, wird sie bestimmt viel damit anfangen können. Und wenn sie weiß, was in dir vorgeht, dann hat sie auch eine Chance, dir zu helfen.
Liebe Grüße
Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.
Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)
https://www.transcuisine.com
Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCQc7XaiWBuzchBQTnGRv80g
Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)
https://www.transcuisine.com
Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCQc7XaiWBuzchBQTnGRv80g
-
Johanna Dornal
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 242
- Registriert: So 18. Mai 2014, 14:15
- Geschlecht: auf dem Weg
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Bingen
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Kontaktdaten:
Re: Warum nur so unsicher?
Hi Hanna,
das was Du da schreibst, kenne ich nur zu gut. Man ist hin-und hergerissen es gibt Ups und dann wieder Downs, die einen wieder zweifeln lassen.
Während so einer Phase hörte ich zufällig dieses Lied. Der Text beschreibt doch ziemlich genau meinen momentanen Gemütszustand, Und den Deinen, glaube ich auch.Paßt sehr gut auf die Situation von Transgendern, wenn das wahrscheinlich auch nicht so beabsichtigt war.
https://www.youtube.com/watch?v=OQj2UkT0H7o
Liebe Grüße
Johanna
das was Du da schreibst, kenne ich nur zu gut. Man ist hin-und hergerissen es gibt Ups und dann wieder Downs, die einen wieder zweifeln lassen.
Während so einer Phase hörte ich zufällig dieses Lied. Der Text beschreibt doch ziemlich genau meinen momentanen Gemütszustand, Und den Deinen, glaube ich auch.Paßt sehr gut auf die Situation von Transgendern, wenn das wahrscheinlich auch nicht so beabsichtigt war.
https://www.youtube.com/watch?v=OQj2UkT0H7o
Liebe Grüße
Johanna
-
Johanna Dornal
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 242
- Registriert: So 18. Mai 2014, 14:15
- Geschlecht: auf dem Weg
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Bingen
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Kontaktdaten:
Re: Warum nur so unsicher?
Das was meine Vorrednerinnen schreiben kann ich nur unterstreichen. Und Ankes Beitrag ganz besonders, denn Frausein ist nicht durch Äußerlichkeiten geprägt, d.h. Kleidung, MakeUp und ähnliche Sachen dienen der äußeren Wahrnehmung. Das tatsächliche Frausein ist in einem, anfangs vielleicht für Dich selbst noch gar nicht so greifbar, aber es entwickelt sich. Ich zum Beispiel hatte so ein Gefühl, als vor kurzem ein SheeGo-Katalog an Frau Johanna Arnold adressiert kam. Dieses Hochgefühl, daß ich in dem Moment hatte, kann man sich gar nicht vorstellen. Das sind so Dinge, die mich persönlich immer pushen.
Liebe Grüße
Johanna
Liebe Grüße
Johanna
-
maia
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 151
- Registriert: Mo 6. Jan 2014, 23:26
- Geschlecht: Teilzeitfrau
- Pronomen:
- Wohnort (Name): Großraum Halle/Leipzig
- Hat sich bedankt: 274 Mal
- Danksagung erhalten: 89 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Warum nur so unsicher?
Hallo Hanna,
ich habe im Moment nicht die Zeit einen Roman zu schreiben, aber ich muss es loswerden: die Zeile "Vor kurzem hab ich meiner Mutter mich nun herumdrucksend offenbart das ich "irgendwie, so quasi, gewissermaßen Trans* bin". in Zusammenklang mit Deinem Avatar fand ich grandios!!!.
"Dazu weiß ich auch gar nicht warum ich das nun hier poste, es tut wohl einfach gut sich sowas von der Seele zu schreiben" - genau, das ist es. Vielleicht ein Moment des Gückes, den man einfach nicht für sich behalten kann, sondern der sich vervielfacht wenn man ihn mit anderen teilen kann. Über diese Hürde muß ich auch noch springen.
Schöne Grüße
Maia
ich habe im Moment nicht die Zeit einen Roman zu schreiben, aber ich muss es loswerden: die Zeile "Vor kurzem hab ich meiner Mutter mich nun herumdrucksend offenbart das ich "irgendwie, so quasi, gewissermaßen Trans* bin". in Zusammenklang mit Deinem Avatar fand ich grandios!!!.
"Dazu weiß ich auch gar nicht warum ich das nun hier poste, es tut wohl einfach gut sich sowas von der Seele zu schreiben" - genau, das ist es. Vielleicht ein Moment des Gückes, den man einfach nicht für sich behalten kann, sondern der sich vervielfacht wenn man ihn mit anderen teilen kann. Über diese Hürde muß ich auch noch springen.
Schöne Grüße
Maia
"Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit zu jedem Thema etwas sagen zu müssen!" Teresa von Ãvila (1515-1582)
-
Nicola
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 145
- Registriert: Di 17. Nov 2015, 20:14
- Geschlecht: non-binär
- Pronomen: alles ausser er
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Warum nur so unsicher?
Hallo Hanna, ich wurde 50 Jahre alt bis ich dazu stehen konnte und es für mich ganz annehmen konnte, dass ich nicht in das binäre Geschlechtermodell passe. Ich bevorzuge auch ein weibliches Pronomen und wenn ich wählen könnte hätte ich auch lieber einen weiblichen Körper, würde mich dann wahrscheinlich eher maskulin geben. Beim Makeup finde ich auch langsam gefallen, es ist für mich ein Mittel, meine zwischengeschlechtlichen Identität für andere sichtbar zu machen, ich werde in der Öffentlichkeit mehr als Herr angesprochen, es kommt aber immer häufiger vor dass ich auch als Dame angeredet werde, dies sicher auch bedingt durch die Hormone die ich seit 10 Monaten nehme. Da ich seit kurzem auch Amtlich eine Vornamenskombination habe, die keine eindeutige geschlechtliche Zuordnung zulässt, bin ich nun daran mich überall zu outen und werde auch immer wieder gefragt was es damit auf sich hat. Die Leute reagieren fast immer positiv oder auch etwas verhalten, und es entstehen immer wieder Gespräche auch auf Ämtern, Versicherungen etc. wenn ich die Namensänderung melde.
Es war ein längerer Prozess, auch mit meiner Frau zusammen, es hat sich jedoch gelohnt und ich bin sehr froh das ich diesen Schritt gemacht habe. Meine Namen und mein äusseres erscheinen wird wohl immer wieder zu Verunsicherungen führen, da es für die meisten Menschen nur Männlein oder Weiblein gibt. Auch ich bin immer noch daran zu entdecken was ich bin und wie ich mich genau definiere, da es nicht wirklich Vorbilder für ein "dazwischen" gibt. Da haben die Menschen es leichter, die sich mit Mann oder Frau richtig definiert sehen.
Mir hat es auch sehr geholfen eine Psychologen zu haben, dem ich alle meine Gefühle mitteilen konnte und der mich dann auch sehr unterstützt hat meinen weg zu finden. Nimm dir Zeit deinen Weg zu finden und lass dich nicht von gesellschaftlichen Normen verunsichern.
Liebe Grüße Nicola
Es war ein längerer Prozess, auch mit meiner Frau zusammen, es hat sich jedoch gelohnt und ich bin sehr froh das ich diesen Schritt gemacht habe. Meine Namen und mein äusseres erscheinen wird wohl immer wieder zu Verunsicherungen führen, da es für die meisten Menschen nur Männlein oder Weiblein gibt. Auch ich bin immer noch daran zu entdecken was ich bin und wie ich mich genau definiere, da es nicht wirklich Vorbilder für ein "dazwischen" gibt. Da haben die Menschen es leichter, die sich mit Mann oder Frau richtig definiert sehen.
Mir hat es auch sehr geholfen eine Psychologen zu haben, dem ich alle meine Gefühle mitteilen konnte und der mich dann auch sehr unterstützt hat meinen weg zu finden. Nimm dir Zeit deinen Weg zu finden und lass dich nicht von gesellschaftlichen Normen verunsichern.
Liebe Grüße Nicola
-
Yasmine
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1164
- Registriert: Do 28. Jul 2011, 10:54
- Geschlecht: f
- Pronomen: sie
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Warum nur so unsicher?
Huhu Hanna,hanna von elm hat geschrieben: Was ich mich oft Frage und was mich auch so zweifeln lässt ist, dass ich hier und in anderen Berichten schon so oft gelesen habe ist, dass bei quasi allen "Trans* Menschen" dieses Gefühl irgendwie anders zu sein schon seit frühester Kindheit vorhanden war.
...und ich hab den Eindruck damit ziemlich allein hier im Forum zu sein, oder gibt es hier noch andere?
nö, ich gehöre auch zu der Gruppe derjenigen, die das früher nicht bemerkt haben. Bist also nicht alleine.
...und immer dran denken, es gibt Mädels, die trinken lieber Bier als Hugo und andere tunen ihr Muscle-Car. Die sind aber trotzdem so was von feminin. Also vergiss das Schubladendenken...
LG
Yasmine
-
Inga
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 3855
- Registriert: Mo 19. Jul 2010, 00:32
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 120 Mal
- Danksagung erhalten: 213 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Warum nur so unsicher?
Hi, Hanna,
vielleicht mag es dir helfen. Ich fand für mich, dass ich sowohl männliche als auch weibliche Züge in mir habe, wobei ich mit den männlichen Zügen aufgewachsen und erzogen worden bin und die weiblichen Züge in mir erst die letzen 12 Jahre so in mir entdecke und langsam und gelegentlich stärker nach außen zeige.
Wenn auf einem Formular nach dem Geschlecht gefragt wird oder als Anrede nur die Auswahl zwischen "Herr" oder "Frau" angeboten wird, fühle ich mich verkannt. Irgendwie bin ich mittlerweile einfach stolz drauf, dass für mich die Schubladen zu klein geworden sind.
Liebe Grüße
Inga
vielleicht mag es dir helfen. Ich fand für mich, dass ich sowohl männliche als auch weibliche Züge in mir habe, wobei ich mit den männlichen Zügen aufgewachsen und erzogen worden bin und die weiblichen Züge in mir erst die letzen 12 Jahre so in mir entdecke und langsam und gelegentlich stärker nach außen zeige.
Wenn auf einem Formular nach dem Geschlecht gefragt wird oder als Anrede nur die Auswahl zwischen "Herr" oder "Frau" angeboten wird, fühle ich mich verkannt. Irgendwie bin ich mittlerweile einfach stolz drauf, dass für mich die Schubladen zu klein geworden sind.
Liebe Grüße
Inga