Der Stein rollt
Der Stein rollt - # 15

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JaquelineL
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Re: Der Stein rollt

Post 211 im Thema

Beitrag von JaquelineL »

Hallo Anke,

es ist zumindest mir klar, dass es kein Zuckerschlecken ist... aber es tut einfach gut mitzulesen, dass es solch positive Verläufe gibt. Ich bin ein großer Angsthase - sobald es um Skalpell und Solches geht, bekomme ich schon beim Gedanken daran ein mulmiges Gefühl. Und wenn ich dann vor einer solchen Entscheidung stehe, werde ich mich bestimmt an Deine Berichte erinnern. :)

Viele liebe Grüße
Jackie
MEL
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Re: Der Stein rollt

Post 212 im Thema

Beitrag von MEL »

Moin Anke,

also ich finde dein Tagebuch absolute Spitzenklasse und stelle mir das Ganze - selbst bei optimalem Heilungsverlauf - als eine
enorme Herausforderung für Physis und Psyche vor. Du kannst dir ja Vorab alles mögliche vorstellen, dich über unterschiedlichste
Medien und Austausch mit anderen Betroffenen schlau machen, aber dies dann selbst in die Tat umzusetzen... da kann ich nur
den (nicht vorhandenen) Hut vor ziehen!!! Chapeau (yes)

Ich wünsche Dir weiterhin einen zügigen und unproblematischen Heilungsverlauf,
drücke die Daumen, dass du den Katheter baldmöglichst los wirst und die Dinge ihren Lauf nehmen ;)

Ganz liebe Grüße )))(:

MEL
Anke
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Re: Der Stein rollt

Post 213 im Thema

Beitrag von Anke »

MEL hat geschrieben:also ich finde dein Tagebuch absolute Spitzenklasse und stelle mir das Ganze - selbst bei optimalem Heilungsverlauf - als eine
enorme Herausforderung für Physis und Psyche vor.
Hallo,

lieben Dank für die Blumen. (888)

In der Sache hast Du es genau richtig getroffen. Deshalb finde ich auch die entsprechende Vorbereitung so wichtig, und zwar für Physis und Psyche. So hab ich den 14 Tagen vor der OP beispielsweise keinen Alkohol getrunken, noch mehr auf die Ernährung geachtet, ausreichend geschlafen und viel Wasser getrunken.

Das ist natürlich alles keine Garantie, aber offensichtlich hat es auch geholfen.

Eben hatte ich einen interessanten Plausch mit einer unserer Schwestern. Ihnen würde gefallen, das ich mit einem Strahlen über die Station laufen würde, man würde mir richtig ansehen, dass es mir gut ginge. Ja, so fühle ich es auch.

Der eigentliche Knaller war für mich, dass das eher die Ausnahme ist. Sie hätten den Eindruck, das viele sich gar nicht klar darüber wären, was sie dann nun da hätten.

Jetzt glaube ich nicht, dass das alles Fehlentscheidungen waren. Vielmehr denke ich, dass da die mentale Vorbereitung und die Einbettung ins Umfeld nicht stimmen.

Jetzt hoffe ich mal, dass sie das alle später auf die Reihe bekommen. Aber traurig macht mich das schon. :(

Jetzt könnte ich anfangen politische und systemische Kritik zu formulieren. Ich tue das ganz bewusst nicht, da dies mein ganz persönlicher Thread ist, den ich damit nicht belasten möchte. An anderer Stelle werde ich das ganz sicher tun. deshalb auch die Bitte an alle, dies ebenso nicht hier zu tun.

Liebe Grüße

Anke
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Anke
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Re: Der Stein rollt

Post 214 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo,

zehnter Tag Post OP

Eigentlich war für heute meine Entlassung geplant. Ich hatte mich schon sehr gefreut und es sah auch zunächst alles gut aus. Um so größer natürlich die Enttäuschung, dass es nochmal um einen Tag verschoben wird.

Meine Probleme beim Wasserlassen haben wohl doch einen ernsteren Hintergrund und morgen soll noch eine zusätzliche Untersuchung durchgeführt werden.

Im ersten Moment hätte ich am liebsten losgeheult und konnte mich auch nur schwer zusammenreißen. Natürlich ist es richtig zu bleiben und diese Untersuchung durchzuführen, trotzdem fühlt es sich im ersten Moment schlecht an.

Jetzt habe ich mich beruhigt und bin auch froh, dass da nochmal hingeschaut wird. Sie führen die Untersuchung gleich um 08:00 morgens durch, was mir sehr recht ist.

Wenn dann alles läuft wie gedacht, holt mich dann eine Freundin ab, die mich eigentlich morgen besuchen wollte. Meine Partnerin ist geschäftlich unterwegs und erst am späten Abend zu Hause.

In solchen Momenten spüre ich, auf welch dünnem Eis ich gerade laufen. Mich trägt das große Glück, das ich empfinde und deshalb fühle ich mich gut. Wenn dann so etwas passiert, dann fühle ich mich hinterher ziemlich erschöpft und erschlagen.

Einen Tag länger im Krankenhaus ist ja eigentlich keine große Sache. Aber wenn die Kräfte bereits maximal angespannt sind, dann ist es eben dieser Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Ich habe in diesem Moment auch sehr schmerzlich den Mangel an Privatsphäre empfunden. Ich wäre gerne ein paar Minuten richtig alleine gewesen, mir hilft das immer. Aber in einem Krankenhaus ist das leider nicht möglich.

Nun hoffe ich auf den morgigen Tag, damit ich nach Hause kann um wieder richtig Energie zu tanken.

Liebe Grüße

Anke
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Sabrina.P
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Re: Der Stein rollt

Post 215 im Thema

Beitrag von Sabrina.P »

Dann wünsche ich dir von ganzem Herzen dass es Morgen klappt! (ap)
Aber wichtig ist auch das alles ok ist und problemlos funktioniert!
Insgesamt wars dann doch eine relativ kurze Zeit die du im Krankenhaus verbringen musst, finde ich super! (ap) (yes) (moin)

Und vielen vielen Dank für deine offenen Informationen! ---)))
Liebe Grüsse
Sabrina
Anne-Mette
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Re: Der Stein rollt

Post 216 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Tag Anke,

ich drücke die Daumen )))(:

Es hilft wohl nicht viel, wenn ich sage, dass Du immer noch "früh dran bist", selbst wenn es noch ein oder zwei Tage dort dauern sollte.
Lieber mit dem sicheren Gefühl dort abfahren, dass "alles ok ist".

Herzliche Grüße
Anne-Mette
Bianca D.
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Re: Der Stein rollt

Post 217 im Thema

Beitrag von Bianca D. »

Anne-Mette hat geschrieben:Lieber mit dem sicheren Gefühl dort abfahren, dass "alles ok ist".
Moin Anke,

dem möchte ich mich anschließen.Ich weiß aber auch aus eigenem Erleben,wie sehr es an den Nerven zerrt,wenn die Entlassung immer wieder verschoben wird. Bei mir waren es zwei verschobene Termine,sodaß sich mein Klinikaufenthalt auf 3 Wochen erstreckt hat,bis ich endlich heim konnte. Von daher wünsche ich dir von Herzen,daß das morgen klappt mit deiner Entlassung.

GLG Bianca
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Re: Der Stein rollt

Post 218 im Thema

Beitrag von Aschenputtel »

Hallo Anke,

das klingt wirklich nervenzehrend. Aber Dein Ziel ist nah. Verlasse Dich auf deine Zuversicht, deine Stärke und dein Glück (und die guten Ärzte), die Dich schon so weit gebracht haben. Ich drücke Dir die Daumen, das alles schnell gut wird.

))):s

Maj-Britt
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Anke
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Re: Der Stein rollt

Post 219 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo,

elfter Post OP Tag und Tag meiner Entlassung

Heut hat es geklappt, aber es war knapp. Wir wissen jetzt, woher die Probleme beim Wasserlassen kommen und eine Maßnahme dagegen hätte fast nicht geklappt. Die hätte dann morgen in Vollnarkose durchgeführt werden müssen. Aber es ging gut und ich bin bereits zu Hause.

(fwe3)

Anne-Mette hat natürlich recht, ich bin früh dran und mit insgesamt knapp 13 Tagen (OP-Tag und Aufnahmetag eingeschlossen) gibt es keinen Grund sich zu beschweren. Und wenn ich an die drei Wochen von Bianca denke, schon gar nicht. Trotzdem fühlt sich das erstmal doof an. Auch deshalb lieben Dank für eure aufmunternden Worte. (888)

Jetzt bin ich erstmal ganz froh und glücklich zu Hause zu sein. Da meine Partnerin heute geschäftlich gebunden ist, hat mich eine liebe Freundin abgeholt. Es ist einfach schön, sich in solchen Momenten immer wieder auf solche Menschen verlassen zu können. (he)

Wenn sie heute Abend nach Hause kommt, werden wir uns eine Kleinigkeit kochen und den ersten gemeinsamen Abend nach der OP genießen. (he)

Einen Termin für die zweite OP konnte ich heute morgen ebenfalls schon vereinbaren. Wenn alles weiter glatt geht, dann findet die zweite OP Anfang Juni statt.

Damit lasse ich die tägliche Berichterstattung erst einmal enden und schreibe immer dann, wenn sich etwas ergibt, was ich für berichtenswert halte. Außerdem habe ich vor, den ganzen Ablauf in Tübingen einer kritischen Analyse und Bewertung zu unterziehen. Wie meistens im Leben, gibt es Licht und Schatten und ich finde es hilfreich, alles mal im Überblick lesen zu können.

Toll, wie ihr mich hier begleitet und unterstützt habt, ich kann es gar nicht oft genug schreiben. Ich finde, dass es diese Dinge sind, die den Unterschied und das Leben schön machen. ))):s

Liebe Grüße

Anke
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Re: Der Stein rollt

Post 220 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

das sind gute Nachrichten: - herzlichen Glückwunsch - und willkomen zurück )))(:



Herzliche Grüße
Anne-Mette
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Re: Der Stein rollt

Post 221 im Thema

Beitrag von Sabrina.P »

Das ist ja eine super Nachricht! Ich freu mich für dich!
Liebe Grüsse
Sabrina
JaquelineL
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Re: Der Stein rollt

Post 222 im Thema

Beitrag von JaquelineL »

Hallo Anke,

na dann ein Hoch auf den *heimischen* Herd :) Und auch wenn ich glaube, dass Du eine vernünftige Frau bist: Nichts übertreiben, immer mal wieder Pause machen und bloß nicht von der Wolke fallen :()b

Liebe Grüße
Jackie
Bianca D.
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Re: Der Stein rollt

Post 223 im Thema

Beitrag von Bianca D. »

Moin Anke,

na dann ein herzliches Willkommen zu Hause! (fwe3) Freut mich,daß es nun doch geklappt hat mit der Entlassung! Darf ich fragen,wo es geklemmt hat? Wenn du hier nicht antworten magst,gerne per PN.
An dieser Stelle möchte auch ich mich einmal bedanken für deine offene und ungeschönte Berichterstattung. Ist sicher nicht jedermanns Sache so. DANKE!!
Jetzt bleibt mir dir nur noch eine weiterhin problemlosen Heilungsverlauf zu wünschen und das du bald wieder auf der Bühne stehen kannst
Externes Bild, es gelten die Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen der ausgewählten Seite.Quelle: http://www.smilies.4-user.de/include/Mu ... ik_024.gif
bzw. in deinen Job zurückkehren kannst.

LG Bianca
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Re: Der Stein rollt

Post 224 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo,

Wie schon angekündigt möchte ich meine Erfahrungen und Eindrücke die ich bei meiner GAOP in der Urologie der Universtitätsklinik Tübingen gemacht habe zusammenfassen.

Die Operateure
Insgesamt waren bei mir 4 Ärzte, 2 Oberärzte, 2 Assistenzärzte im OP-Bereich dabei, wobei eine Assistenzärztin dort keine aktive Rolle hatte. Hauptoperateur war Herr Dr. Amend. Mit ihm und der anderen Assistenzärztin hatte ich davon und danach auch den meisten Kontakt.
Herr Dr. Amend genießt mein volles Vertrauen. Er hat auf mich von Anfang sowohl fachlich, als auch menschlich einen hervorragenden Eindruck gemacht. Sehr engagiert, sehr kompetent, aber auch verständnisvoll und mitfühlend. Gespräche fanden immer auf Augenhöhe statt, dieses typisch ärztliche "Von-Oben-Herab" habe ich bei ihm nie empfunden. Meine Fragen hat er stets sehr kompetent und aufschlussreich beantwortet.
Ähnliches gilt auch für die Assistenzärztin, die natürlich noch nicht in der gleichen Liga spielt, wie ihr Oberarzt, aber auf dem besten Weg dorthin ist.
Mit dem dritten Operateur und Oberarzt hatte ich nur einmal Kontakt, auch der verlief positiv.
Auch wenn ich das bisherige Ergebnis ansehe, dann war und bin ich dort in guten Händen. Wem also die Methode (erweiterte Penisinversion) zusagt, der ist da an der richtigen Adresse.

Die Anästhesie
Ähnlich wie den OP-Bereich, habe ich Anästhesie als vorbildlich erlebt. Vor der OP gab es eine richtig gute Aufklärung, zum Teil mit Schaubildern. Meine Fragen wurden kompetent und umfassend beantwortet. Auch fand das Gespräch immer auf Augenhöhe statt.
Bei der Einleitung der Narkose verlief alles sehr professionell und menschlich. Vor der Vollnarkose wurde bei mir der Periduralkatheter zur späteren Schmerzbehandlung gelegt. Der Arzt hat immer angekündigt was er dabei gerade tut und Hinweise gegeben, wie es sich voraussichtlich anfühlen wird. So etwas schafft Vertrauen.

Die Stationsärzte
Ein ganz anderes Bild boten dagegen die Stationsärzte bei der täglichen Visite. Zum einen gab es hier einen ständigen Wechsel, was in Unikliniken sehr üblich, für mich trotzdem sehr unerfreulich war.
An den Wochenenden tauchten zwei Assistenzärztinnen auf, die trotz davorliegender 24 Stunden Schicht fit und gut im Bilde waren und mich auch auf Augenhöhe behandelt.
Unter der Woche gab es 2 Assistenzärzte, die ich beide weder fachlich noch menschlich für besonders kompetent halte. Insbesondere der eine trat wie der Chefarzt persönlich auf, war sehr von oben herab, hatte aber oft keinen Durchblick. Um mir einen Spaß zu machen, habe ich ihm einmal ordentlich die Luft herausgelassen, er war dann auch ziemlich kleinlaut. Der andere war nur um Nuancen besser.
Am Ende habe ich die beiden weitestgehend ignoriert und die wirklich wichtigen Dinge mit Dr. Amend, bzw. der oben erwähnten Assistenzärztin geklärt.

Die medizinischen Studenten
An einer Uniklinik ist Frau logischerweise auch damit konfrontiert. Bei mir waren sie eingesetzt, um Blut abzunehmen. Ich hatte wohl das Pech, auf den in dieser Hinsicht wohl untalentiertesten Studenten zu treffen, den die Uniklinik zu bieten hatte. Meine Venen können fast mit Pfeil und Bogen getroffen werden, der künftige Mediziner hat es mehrfach vergeigt und irgendwann habe ich mich dann geweigert. Das wurde dann auch sofort akzeptiert, alle weiteren Blutentnahmen waren problemlos.

Die stationäre Pflege
Wenn ich den Nachtdienst mal herausnehme, dann war die Pflege auf allerhöchstem Niveau. Auf meiner Station gab es eine Mischung von weiblichen und männlichen Pflegern, die durch Auszubildende, Praktikanten und FSJ"™lern ergänzt wurde.
Mit allen habe ich mich wohl gefühlt und die Atmosphäre war sehr menschlich und angenehm. Da gab es nichts auszusetzen.
Anders der Nachtdienst. Gerade wenn 2 Pfleger Nachtdienst hatten, dann war es oft sehr laut, was das sowieso schon schwierige Schlafen im Krankenhaus weiter erschwert hat. Und bei dem einen Pfleger gab es zusätzlich noch in einem der davorliegenden Posts beschriebenen Vorfall.
Glücklicherweise waren in den letzten Nächsten Pflegerin und Pfleger vom Tagdienst anwesend, was die Situation deutlich verbessert hat.

Die Räumlichkeiten und Innenausstattung
Das Gebäude ist wohl in den achtziger Jahren entstanden und so sieht es auch aus. Alles ist gut gepflegt und gewartet, aber die Abnutzungs- und Alterungserscheinungen werden sichtbar. Soweit ich mitbekommen habe, ist die grundlegende Renovierung auch in Planung.
Die Zimmer sind ausschließlich Ein- und Zweibettzimmer, alle freundlich und hell und in akzeptabler Größe.
Die Betten waren von sehr guter Qualität und technisch auf aktuellem Stand. Auf den Matratzen lag sich gut.
Die Betten selbst waren komplett elektrisch verstellbar und sehr flexibel. Da ich recht groß bin, wurde meines bspw. ausgezogen und damit verlängert. Die Nachttische waren ebenfalls sehr modern, an jedem war ein Fernsehbildschirm und ein Telefon montiert.
Die zu den Zimmern gehörenden Bäder waren zwar klein, aber sehr funktional.
Zu jedem Bett gehörte ein Einbauschrank, der auch hinreichend große war.

Die Organisation
Damit spreche ich den Teil an, den ich als schlechtestes empfunden habe. Die Terminkoordination und -kommunikation mit mir als Patientin empfand ich als Katastrophe. Es ging mit dem Aufnahmetag los, an dem für mich kein Bett bereitstand. Letzteres kann passieren, wie ich am eigenen Beispiel hab erfahren konnte, können sich Entlassungstermine schnell mal verschieben. Ich fand es allerdings schlicht und ergreifende unmöglich, dass ich von 12:00 bis 17:30 darauf warten musste, dass mich jemand fragt, ob ich die Nacht zu Hause verbringen wollte. Das wäre einfacher und besser gegangen, zumal mir das sowieso lieber war.
Das Selbe bei Untersuchungen, die in der urologischen Ambulanz durchgeführt werden. Nachdem mich die Station einmal dorthin geschickt hat, musste ich 1,5 Stunden warten, bis ich tatsächlich aufgerufen wurde. Dafür habe ich keinerlei Verständnis.
Das sind jetzt nur 2 herausragende Beispiele, dazu gab es viele andere. Leider ist das auch eine häufige Erfahrung mit Arztpraxen und von früheren Krankenhausaufenthalten. Ich kenne Gegenbeispiele, wo es auch anders geht. Deshalb soll mir niemand erzählen, dass das nicht möglich ist.

Zusammenfassung
Alles in allem überwiegen die positiven Erfahrungen und Eindrücke deutlich. Ich kann die Urologie der Uniklinik Tübingen mit gutem Gewissen empfehlen, sofern die dort angewandte Methode präferiert wird. Die Kritikpunkte sind natürlich ärgerlich, fallen aber im Gesamtrahmen nicht wirklich ins Gewicht. Dementsprechend habe ich die Entscheidung für Tübingen nicht bereut und würde sie wieder so treffen.

Liebe Grüße

Anke
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Re: Der Stein rollt

Post 225 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo,

heute war die erste Kontrolluntersuchung nach der Entlassung aus dem Krankenhaus, ein guter Zeitpunkt für ein Update.

Die Untersuchung war heute schon sehr früh und ich war auch sehr aufgeregt. Hat sich alles gut weiterentwickelt oder gibt es Probleme. Diesmal war die Wartezeit vor der Ambulanz recht kurz und ich wurde zügig hineingebeten. Wie gewohnt ausziehen, auf dem Urologenstuhl platz nehmen und warten. Auch wenn die Schwester mir dabei eine Decke übergelegt hat, es ist ein komisches Gefühl wartend auf diesem Stuhl zu sitzen, Frau fühlt sich sehr ausgeliefert.

Der Operateur kam dann recht zügig und zeigte sich aufgrund der Untersuchungsergebnisse sehr zufrieden. Alles habe sich besser entwickelt, als er es gehofft hatte. Na, das sind doch mal richtig gute Nachrichten. Dabei machte er auch einen deutlich entspannteren Eindruck, als noch letzte Woche. Wir haben dann noch die nächsten Schritte besprochen und dann war auch schon alles vorbei und ich durfte mich wieder verpacken und anziehen.

Das Untersuchungsergebnis passt auch gut zu meinem derzeitigen Allgemeinzustand. Letzte Woche war es bis einschließlich Freitag sehr wechselhaft, gerade am Freitag ging es mir gar nicht gut. Seit Samstag geht es dafür stetig bergauf. Ich brauche nicht mehr ganz so viel Schlaf, die Beweglichkeit wird wieder besser und insgesamt fühlt es sich physisch besser an.

Natürlich drückt, juckt, zwickt und zwickt es im Operationsgebiet, mal mehr mal weniger. Aber das ist eigentlich gut auszuhalten. Mit dem Sitzring kann ich recht gut sitzen, zumindest für eine Weile. Ohne dieses Ding wäre es echt schwierig. Deshalb ist es derzeit mein ständiger Begleiter.

Überrascht bin ich, dass Stehen sehr unangenehm ist. Im Stehen drückt es arg und ich bin froh, wenn ich wieder irgendwo sitzen oder mich in meinen Sessel flenzen kann. Ich hatte so etwas schon bei Nina Kadin gelesen und hatte mich gewundert. Jetzt kann ich ihr hundertprozentig beipflichten.

Nach dem Untersuchungstermin war ich dann noch schnell im Drogeriemarkt (Kamillenkonzentrat für die Sitzbäder) und in der Apotheke (Desinfektionsmittel für die Pflege des Platzhalters). Nachdem ich dann wieder zu Hause angekommen war, habe ich mich erstmal hingelegt. Daran merke ich, dass ich zwar schon fitter geworden bin, aber die gewohnte Energie und Kraft noch lange nicht da ist. Also weiter hübsch die Kräfte einteilen und genug Ruhepausen einplanen.

Schwer auszuhalten ist, dass sich das so hinzieht. Irgendwann habe ich keine Lust mehr zu lesen oder Musik zu hören, obwohl ich beides sehr gerne mache. Viel mehr ist aber noch nicht machbar und ich merke sehr schnell, wie mich das dann erschöpft.

OK, da muss ich jetzt durch, es kann ja nur besser werden. Außerdem bin ich immer noch sehr glücklich, dass ich das jetzt gemacht habe und ich fühle mich sehr wohl in meiner Haut. Und dieser Zustand ist ja auch irgendwann vorbei.

Nächster Untersuchungstermin ist kommende Woche Mittwoch, ich hoffe doch sehr, dass der Operateur dann weiter so zufrieden und entspannt ist.

Liebe Grüße

Anke
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