Verbale ,Diskriminierente Äusserung vom Partner
Verbale ,Diskriminierente Äusserung vom Partner - # 4

Lebensplanung, Standorte
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Verbale ,Diskriminierente Äusserung vom Partner

Post 46 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hallo Ulrike-Marisa,
Ich glaube auch nicht, dass ich als Partner in einer Beziehung auf Verständnis für alles, was ich mache und tue, hoffen und bauen kann.
Ich denke, dass es in der Tat nicht darum geht, dass man seinen Kopf auf Biegen und Brechen durchsetzt. Es geht darum, dass man erkennt und akzeptiert, dass der Partner anders ist als man selbst und das dieses "Anderssein" den gleichen Stellenwert besitzt, wie das eigene Sein. Das ist für mich der Kern von Respekt.

Kennst Du David Schnarch ? Er hat interessante Bücher zu diesem Thema geschrieben. Auch bei Jürg Willi wirst Du ähnliche Ansätze finden. Mir läuft es immer den Rücken herunter, wenn in einer Beziehung ein Partner dem anderen vorschreibt, was er wann tun darf und was er zu lassen hat. Lösungen sind, wie Du schon schreibst, gemeinsam zu finden. Dabei dürfen aber wesentliche Bedürfnisse nicht unter den Teppich gekehrt werden. Auch wenn unser Tun und Treiben ungewöhnlich ist, ist es normal und hat das gleiche Recht gelebt zu werden, wie andere Bedürfnisse. Nur weil ein Partner vielleicht Angst hat oder sich unsicher fühlt, sich mit einer Situation auseinander zu setzen, ist das nicht Grund genug, mir mein Leben vorzuschreiben. Erpressung, Drohung oder diskriminierende Äußerungen sind sicher keine gute Basis für eine Beziehung. Aber es gehören auch immer zwei dazu ...

Darum geht es für mich im Kern.
Viele Grüße
Vicky

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Anne-Mette
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Re: Verbale ,Diskriminierente Äusserung vom Partner

Post 47 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

in einem Artikel über "große Frauen" (ich schreibe jetzt nicht Plus-S...)
geht es um "Selbstbewusstsein" - und das fehlt auch einigen von uns.

Im Artikel http://www.spiegel.de/panorama/gesellsc ... 76591.html

"Wir beobachten immer denselben Stereotyp der Frau mit Übergröße in den Medien: Sie ist unglücklich, vermittelt ein geringes Selbstwertgefühl, ist nicht gut gekleidet und verbringt ihre Abende offenbar zu Hause, wo sie von einem besseren Leben träumt."

Natürlich können wir den Satz nicht 1:1 übernehmen, aber sicherlich Teile davon (einige von uns sind sogar sehr gut gekleidet (smili) )
ABER: das Träumen von einem besseren (freieren) Leben und das Unglücklichsein spielt wohl immer noch eine große Rolle.

Wir sind immer noch weit davon entfernt: "wir sind WIR und Wir sind wie wir sind!"
Immer noch holen wir uns von Einzelpersonen und Gruppen/Regierenden/Kirchen "Genehmigungen", manfrau möge uns bitte anerkennen als das, was wir sind. Etwas mehr Selbstbewusstsein würde bestimmt helfen - und wie ich immer sage: tätige Öffentlichkeitsarbeit* - auch wenn es manchmal wehtut.


Gruß
Anne-Mette

*die fängt bei mir zuhause an
Ulrike-Marisa
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Re: Verbale ,Diskriminierente Äusserung vom Partner

Post 48 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Hallo,

bei aller Diskussion gibt es aber doch Grenzen, die, wenn in einer Partnerschaft überschritten, dann zum Knall führen. Gewitter reinigen zwar die Luft, aber wenn hinterher alle nass sind, ist auch niemand recht geholfen.
Wahrscheinlich fehlt einigen?/vielen? von den Betroffenen nach einem langen Lebenskampf einfach die Kraft, diesen Konflikt auch noch durchzustehen mit allen seinen bitteren Konsequenzen, die mit einem Auseinanderbrechen einer Familie verbunden sind.

Gruß, Ulrike-Marisa
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Verbale ,Diskriminierente Äusserung vom Partner

Post 49 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Die Frage lautet: Wer oder was setzt uns die Grenzen ? Die eigenen Ängste, der Partner oder sind es Grenzen, die sich in einem respektvollen Miteinander ergeben haben ? Selbst im letzteren Fall sind noch Entwicklungen möglich.

Wenn Du aber für Dich diese Grenzen akzeptiert hast und nicht verändern willst (was ja mMn völlig ok ist), was macht es dann für einen Sinn über bittere Konsequenzen zu lamentieren ? Wäre es dann nicht besser, wenn Du die Grenzen positiv besetzt und feststellst, welche guten Möglichkeiten Du hast ? Nicht im Sinne von "Schönreden", sondern als positive Akzeptanz. Und Du hast für Dich viel erreicht, wie mir scheint.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Verbale ,Diskriminierente Äusserung vom Partner

Post 50 im Thema

Beitrag von Anke »

Ulrike-Marisa hat geschrieben:
bei aller Diskussion gibt es aber doch Grenzen, die, wenn in einer Partnerschaft überschritten, dann zum Knall führen.
Hallo,

@Ulrike-Marisa: Was meinst Du mit Grenzen? Für mich gibt es Grenzen in der Form und im Umgang miteinander. Zum Beispiel die Position des Anderen respektieren und verbal nicht ausfällig werden. Das sind Grenzen, die ich für gut und wichtig halte. Da kann es zwar mal passieren, dass diese Grenzen im Eifer des Gefechts verletzt werden, das darf aber nicht ständig sondern nur ausnahmsweise passieren. Wir sind eben alle Menschen, die Fehler machen.

Aber in der Sache selbst? Warum soll es denn da Grenzen geben?

Natürlich kann es da zum Knall kommen. Aber das liegt dann nicht an der Diskussion, sondern an den Tatsachen und Umständen an sich. Und ich finde dass ich doch gerade in einer Partnerschaft über das was mich beschäftigt und bewegt, meine Wünsche, Träume und Sehnsüchte offen sprechen können muss. Das gehört doch elementar zu dem, was Partnerschaft aus macht. Und gerade in Momenten, in denen der eine Partner etwas äußert, was dem anderen nicht gefällt, zeigt sich, wie stark und gut die Partnerschaft ist.

Liebe Grüße

Anke
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Re: Verbale ,Diskriminierente Äusserung vom Partner

Post 51 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

die Grenzen, die von einigen Partnerinnen aufgezeigt werden, haben etwas mit sehr negativer persönlicher (Be)Wertung zu tun, als sei der PartnerIn eine "Schande".

Ich lese gerade "Disse øyeblikke" von Herbjørg Wassmo. Auf den ersten Seiten geht es um ein Mädchen, das schwanger wird. Es steht "im Fenster der Schande", wird versteckt, darf die Schule nicht mehr besuchen, zieht sich selbst zurück, steht sogar auf einer Brücke und überlegt...
Ich erkenne Parallelen.
Einige Partnerinnen machen ein eigenes (teilweise sehr altes) Bild von ihrem Partner zum Maßstab - oder ein Bild, das vermeintlich "die Gesellschaft" festlegt.
An diesen Bildern wird festgehalten, ohne immer mal wieder zu prüfen ob die Bilder für alle Beteiligten noch stimmen.
Auch wird nicht offen darüber gesprochen, sondern es kommt zu Herabwürdigungen und Drohungen.
Viele Paartherapeuten und Psychologen haben über die Gefährlichkeit und zerstörerische Wirkung von Drohungen in Beziehungen geschrieben.

Hier noch etwas zu "Worte, die wie Schläge sind: Verbale Gewalt":
https://www.re-empowerment.de/haeuslich ... le-gewalt/

Gruß
Anne-Mette
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Re: Verbale ,Diskriminierente Äusserung vom Partner

Post 52 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Hallo,

was ich individuell bei mir damit meine ist, dass meine Frau das, was ich in Richtung Frau sein wollen, darstellen mache, in ihren Augen persönlich als eine Art Schande empfindet (hier Wirkung eines öffentlichen Outings z.B. im näheren Umfeld etc.)und das für unmachbar und für sich inakzeptabel und intolerabel hält. Für geht es um so grundsätzliche Dinge, dass Ankes

"Natürlich kann es da zum Knall kommen. Aber das liegt dann nicht an der Diskussion, sondern an den Tatsachen und Umständen an sich. Und ich finde dass ich doch gerade in einer Partnerschaft über das was mich beschäftigt und bewegt, meine Wünsche, Träume und Sehnsüchte offen sprechen können muss. Das gehört doch elementar zu dem, was Partnerschaft aus macht. Und gerade in Momenten, in denen der eine Partner etwas äußert, was dem anderen nicht gefällt, zeigt sich, wie stark und gut die Partnerschaft ist."

hier zu kurz greift. Eine Ehe verträgt viel aber wie wir wissen eben nicht alles. Dann gibt es immer auch noch das Prinzip Ursache und Wirkung.
Ein Outing dem Ehepartner gegenüber ist an sich schon eine starke Sache, und unumkehrbar in der Aussage. Das kann nicht jede /r Partner/in so einfach wegstecken bzw. akzeptieren oder sogar gutheißen. Die Frage ist dann, was aus so einer Situation erwachsen kann; Knall mit Trennung oder Leben mit Kompromiss, der keinen Gewinner kennt. Diese Frage ist immer persönlich zu bewerten und zu beantworten.

Diese Fragestellungen sind aber meist wohl immer nur ein Teil des Lebens. alle, so wir auch, haben auch noch andere Probleme zu lösen und auch noch andere durchaus schöne Aspekte im Leben.

Gruß, Ulrike-Marisa

..ich komme mir immer in so einer Rechtfertigungsrolle vor, nur weil bei uns das nicht so klappt, wie viele es sich wünschen täten...
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Re: Verbale ,Diskriminierente Äusserung vom Partner

Post 53 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hallo Ulrike-Marisa,
..ich komme mir immer in so einer Rechtfertigungsrolle vor, nur weil bei uns das nicht so klappt, wie viele es sich wünschen täten...
Das tut mir leid. Das ist nicht der Sinn meiner Worte. Mir geht es darum, deutlich zu machen, dass es außer der von Dir genannten Perspektive noch andere gibt. Ich sehe ein, dass die Auseinandersetzung mit dieser Frage sehr schmerzhaft ist. Mir geht/ging es in mancher Hinsicht ähnlich, aber ich habe gelernt, dass es eben noch mehr gibt, als nur das eigene Kopfkino.
Knall mit Trennung oder Leben mit Kompromiss, der keinen Gewinner kennt.
Eben hier liegt ein möglicher Trugschluss. Natürlich könnte es sein, dass Dein Satz die Alternativen aufzeigt. Es gibt aber noch einen anderen Weg, den aber beide gemeinsam gehen müssen: nämlich den der Auseinandersetzung mit sich selber von Dir und Deiner Frau. Diese Selbstreflexion kann dazu dienen, dass man sich seine eigenen Ängste und Beeinträchtigungen bewusst macht. So wie ich die Sache verstehe, stecken in Eurer beiden Köpfe Vorstellungen, die nichts anderes sind als Kopfkino. Aber wie gesagt, es müssen beide wollen. Und es ist ein Risiko, denn es könnte sein, dass sich Dinge so entwickeln, wie man es heute nicht möchte. Ich kenne persönlich eine TS, bei der die Beziehung zu Frau und Kindern, gelinde gesagt, schwer getrübt ist. Sie würde ihn trotzdem wieder so wählen.

Niemand kann Dir sagen, was Du machen sollst, keine/r kann die Verantwortung übernehmen, außer Du selbst. Deine Entscheidung und Dein Weg sind zu respektieren. Aber aus Deinen Worten ist ziemlich heraus zu lesen, dass Du unglücklich bist. Dies ist mit der übrigen Situation abzuwägen, was Dir wichtiger ist.

Aber ich denke, es wird Dir nichts bringen, wenn Du Deinen Möglichkeiten hinterher weinst, weil Du eine andere Entscheidung getroffen hast. Ich denke, es ist wichtig, bewusst eine Entscheidung zu treffen, hinter der man stehen kann.

Oder bin ich da auf einem falschen Dampfer ?
Viele Grüße
Vicky

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Re: Verbale ,Diskriminierente Äusserung vom Partner

Post 54 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Hej Vicky,

da bist du mit deinen Worten nicht auf dem falschen Dampfer.
Ich habe im Leben schon vieles falsch gemacht und anderes richtig - hält sich vielleicht die Waage. In diesem speziellen Falle hat es sich so entwickelt, ich habe ja nicht per Zeitpunkt entschieden , so jetzt bin ich irgend etwas, sondern das war ein Vorgang, der ein Outing meiner Frau gegenüber zur Folge hatte. Nun müssen wir damit leben und unsere Meinungen in dieser einen Frage sind eben konträr und derzeit schwer bis nicht vereinbar. Ich habe für mich den weg des Kompromisses gewählt, da keine andere zufriedenstellende Lösung für mich existiert, ohne, dass es zum auseinanderbrechen der Familie kommt - und das möchte ich nicht. Es gibt sicher bei anderen andere Lösungen und Bedingungen - ich kenne aber diverse Forumsteilnehmer, bei denen nicht anders als mir läuft. Was ist Glück - auch eine vieldiskutierte Frage, auf jeden Fall die Summe aus vielen einzelnen Bestandteilen des Lebens, von denen bestimmt einige auch kein glück verheißen. Das ist im Leben so. Die meisten, die ich kenne, bei denen es auch so ist wie bei mir, sind wie ich auch älter und haben somit ein langes gelebtes Leben schon hinter sich mit vielen gelösten und manchen ungelösten Problemen.

Gruß, Ulrike-Marisa
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Re: Verbale ,Diskriminierente Äusserung vom Partner

Post 55 im Thema

Beitrag von Anke »

Ulrike-Marisa hat geschrieben:
..ich komme mir immer in so einer Rechtfertigungsrolle vor, nur weil bei uns das nicht so klappt, wie viele es sich wünschen täten...
Hallo,

@Ulrike-Marissa:

Offen gestanden wünsche ich mir für meine Mitmenschen, dass sie glücklich und gesund leben können. Mir steht es dabei in keiner Weise, die Art und Weise wie sie das tun zu kommentieren. Es sei denn, ich werde explizit darum gebeten. Dann würde ich das auch nicht hier öffentlich, sondern auf einem diskreten Weg tun. Und auch nur dann, wenn ich wirklich davon überzeugt bin, mir eine Meinung bilden zu können.

Doch hier führen wir eine öffentliche Grundsatzdiskussion, zumindest habe ich das bis jetzt so verstanden. Und da bin ich gerade anderer Meinung, als Du es bist. Soll schon mal vorkommen. ;-)

Ich sehe auch nicht, das meine Gedanken zu kurz greifen. Ganz im Gegenteil, ich denke das nur zu Ende. Ich bin der Überzeugung, dass eine Partnerschaft nicht um ihrer selbst willen existieren sollte. Offener Austausch und das gemeinsame Suchen und Finden von Lösungen sind für mich Grundpfeiler einer Partnerschaft. Ist das nicht mehr möglich, dann frage ich mich, was von einer Partnerschaft geblieben ist? Die Konsequenz daraus ist sicherlich unerfreulich und unschön für die Beteiligten. Aber eine Partnerschaft fortzusetzen, die praktisch nur noch auf Sand gebaut ist, finde ich weitaus schrecklicher. Umgekehrt habe ich die Erfahrung gemacht, dass eine Partnerschaft wachsen kann, wenn schwierige Situationen gemeinsam bewältigt werden. Und gemeinsam meine ich dabei wörtlich.

Um es nochmal deutlich zu sagen: Ich habe keine Ahnung, wie deine Beziehung und Partnerschaft aussieht. Deshalb kann und möchte ich dazu nichts schreiben. Was Du oder auch andere mit den Gedanken macht, die ich hier schreibe, liegt bei euch. Es sind meine Überzeugungen nicht mehr und nicht weniger.

Anne-Mette hat geschrieben:Ich lese gerade "Disse øyeblikke" von Herbjørg Wassmo. Auf den ersten Seiten geht es um ein Mädchen, das schwanger wird. Es steht "im Fenster der Schande", wird versteckt, darf die Schule nicht mehr besuchen, zieht sich selbst zurück, steht sogar auf einer Brücke und überlegt...
Ich erkenne Parallelen.
Einige Partnerinnen machen ein eigenes (teilweise sehr altes) Bild von ihrem Partner zum Maßstab - oder ein Bild, das vermeintlich "die Gesellschaft" festlegt.
An diesen Bildern wird festgehalten, ohne immer mal wieder zu prüfen ob die Bilder für alle Beteiligten noch stimmen.
Das kann ich gut nachvollziehen. In einer früheren Beziehung habe ich das eben so erlebt und mir zu allem Überfluss diesen Schuh auch noch selbst angezogen. Der Weg zur Selbstzerstörung ist dann nicht mehr wirklich weit. Dazu kommt noch der Anspruch von außen, sich in einer bestimmten Weise zu verhalten. Dann kommen Vorwürfe, wenn der Anspruch nicht erfüllt wird. Rechtfertigungsversuche, sich noch schuldiger fühlen, ... Ich finde, dass das ein Weg in den Abgrund ist und vielleicht diskutiere ich auch deshalb gerade so vehement.

Liebe Grüße

Anke
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Re: Verbale ,Diskriminierente Äusserung vom Partner

Post 56 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo zusammen,

grundsätzlich hast du absolut Recht, Anke. Deine Aussagen legen aber ein irgendwie idealisiertes (anzustrebendes) Bild von Partnerschaft zugrunde, woraus sich eine Pauschalisierung ergibt, die m.E. aber nicht funktionieren kann, weil individuelles Verständnis von Partnerschaft eben nicht immer ideal ist und nicht pauschalisiert werden kann.


Es gibt sehr unterschiedliche Vorstellungen von Partnerschaft, Beziehung, Ehe usw., die sich so etwa von 'wirtschaftlicher Zweckgemeinschaft' über 'einander zugeneigte Wohngemeinschaft' bis zu 'vollständige Harmonie in Bett und Küche' erstrecken. Dazu kommt, dass nicht beide Partnerschaftsteile die gleiche Vorstellung (und auch nicht die gleiche Wahrnehmung) haben müssen. Da kann durchaus eine Differenz vorhanden sein.

Was ich sagen will: Auch ein gewisser Grad an eigener Einschränkung bzw. 'Unterordnung' unter die Anforderungen der Partnerschaft kann ein Teil einer Partnerschaft sein (ist es doch wahrscheinlich sogar immer, wenn auch in unterschiedlichen Größenordnungen).

Ich will keinesfalls für eine hierarchische Partnerschaftsstruktur plädieren, um Himmels Willen Nein. Aber wenn sich aus der Gesamtbeurteilung der eigenen, individuellen Situation UND der Partnerschaftssituation ein überwiegend positives Bild ergibt, ist das zumindest eine mögliche Lösung, die man gelten lassen muss, finde ich. Die manchmal hier zu lesende YOLO-Option, die das eigene Wohlergehen als einziges Kriterium darstellt, halte ich demgegenüber absolut nicht für besser. Ich glaube sogar, dass sie zu oft eine wirkliche Auseinandersetzung mit der eigenen Partnerschaft, mit dem anderen Partnerschaftsteil und auch mit sich selbst behindert.

Sicher: Man kann mir vorwerfen, dass dieser Sicht ein überkommenes Partnerschaftsverständnis zugrundliegt. Das streite ich aber ab. Ich finde es jedoch OK, wenn jemand zu dem Schluss kommt, dass es besser sein könnte als es ist, aber auch schlechter, und deswegen trotz eigener Einschränkungen an einer Partnerschaft festhält. Mir geht es darum, dass die Abwägung von Eigeninteresse und Verantwortung, die m.E. immer zu einer Partnerschaft gehört, auch ein respektabler Weg ist, solange dabei niemand wirklich beschädigt wird.

Habt es gut

Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
Anne-Mette
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Re: Verbale ,Diskriminierente Äusserung vom Partner

Post 57 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

es ging mir nicht darum, anzustrebende Partnerschaftsmodelle zu "verkaufen" oder aber zu sagen, dass ich alles richtig mache und WIR aus diesem Grund eine bessere Partnerschaft haben.
Dabei: Ich habe schon so viel so gemacht, dass andere Menschen sagen würden: "... das hätte ich besser hinbekommen!" )))(:

Ich will auch niemanden in "Erklärungszwang" bringen!

Weiterhin möchte ich mich nicht in Partnerschaftsfragen einmischen, die mich nichts angehen. Es gibt viele "still gelebte Partnerschaften", die ICH für MICH ablehnen würde oder nicht verstehe, aber ich weiß ja nichts davon, weil es für sich behalten und gelebt wird.

Nur: in den angesprochen Fällen wurden wir als Forumgemeinschaft gefragt und aufgefordert, etwas dazu zu sagen. Es heißt sogar "diskriminierende Äußerungen vom Partner".
Einige von uns schreiben häufiger über ein ähnliches - oder sogar das gleiche Problem; das gewinnt dann schon eine eigene Dimension )))(:

Gruß
Anne-Mette
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Re: Verbale ,Diskriminierente Äusserung vom Partner

Post 58 im Thema

Beitrag von Dolores59 »

Tach allerseits,

wovon wir uns lösen müssen, sind allzu romantische Vorstellungen von Partnerschaften. Denn damit überfrachten wir die Ansprüche, die wir an Partnerschaften, an die Partnerin, an uns selbst stellen und erzeugen einen Leistungsdruck, der nicht gut ist.

Selbstverständlich verursacht eine Beziehung auch Mühe, Arbeit, Leiden, Schmerzen. Wenigstens dann, wenn sie auf Dauer angelegt ist und nicht als "Teilzeitmodell" geplant ist. Und natürlich gibt es ein wechselseitiges Geben und Nehmen sowie gute und schlechte Tage. Der Alltag ist viel banaler und nüchterner als wir uns das oft vorstellen. Eine Balance zwischen der Freiheit des Partners und der Verbindlichkeit der Beziehung ist nicht leicht zu erreichen und macht Arbeit.

Meine Frau (er-)trägt meine modischen Marotten, weil sie mich liebt, ein Eheversprechen abgegeben hat und weiß, dass sie sich auf mich verlassen kann. Letztens hat sie mich gegen Angriffe und Unterstellungen bzgl. meiner Kleidung verteidigt.

Udo Jürgens hat mal einen Schlager verbrochen, in dem es heißt: "Ich wünsch' Dir Liebe ohne Leiden". Das ist Quatsch, denn wenn ich jemanden liebe, dann leide ich auch. Spätestens dann, wenn die erste Verliebtheit vorbei ist. Das ist völlig normal, denn nur bei Menschen, die mir gleichgültig sind, leide ich nicht, wenn etwas schief läuft. Aber bei einem Menschen, den ich liebe, ist das ganz anders.

Bevor es zu einem Bruch in einer Beziehung kommt, sollten wir versuchen, eine Übereinkunft zu erzielen und die Flinte nicht zu schnell ins Korn werfen.

Da jede Beziehung einmalig ist, gibt es kein Patentrezept für die richtige Vorgehensweise.

LG
Dolores
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
(Psalm 139,14)
exuserin-2016-12-21

Re: Verbale ,Diskriminierente Äusserung vom Partner

Post 59 im Thema

Beitrag von exuserin-2016-12-21 »

Hallo an alle (hs) ,
ich verfolge interessiert eure Beiträge und es hat sich eine Eigendynamik entwickelt die ich so nicht wollte .
Vicky -Rose hat mir mit ihren Kommentaren sehr geholfen sowie viele andere hier .Meiner Frau tut es im übrigen Leid was sie geäussert hat .
Das habe ich provoziert mit meinem Vorpreschen . Zur Zeit bin ich glücklich das ich im Krankenstand bin und mit meiner Frau konstruktive Gespräche führen kann und führe .Meine Kinder haben zur Zeit Ferien und um uns in Ruhe über unsere Situation zu unterhalten machen wir dann alleine ohne Kinder einen schoenen Waldspaziergang. Ich bin seit der Auseinandersetzung zwei Schritte auf meine Frau zugegangen und meine Frau gefühlt auch .Eins ist Fakt ,wir wollen das meistern und zusammen alt werden wenn es der liebe Gott zulässt. Eine GaOP koennte meine Frau nicht akzeptieren ,ist auch nicht mein Wunsch,ich im Gegenzug habe ihr gesagt das mein Wunsch eigentlich eigene Brüste(keine Silis) und halt die ganze weibliche Garderobe wäre.
Silis alle mal aber eigene Brüste bittet sie mich das noch zu verschieben ,bis sie vielleicht mal so stabil ist das zu akzeptieren . Im Gespräch hat sie mir gesagt das wir zwei im Frühjahr in Heilbronn am Neckar spazierngehen und dann in eine Gastronomie einkehren und schoen essen und genüsslich was trinken. Eventuell im Partnerlook.Nach unserer Streiterei habe ich meiner Frau die Entscheidungsgewalt in die Hand gelegt ,wann sie mich als Inge sehen kann und wenn es ihr zuviel wird mir ehrlich aber lieb und nett sagt das ihr jetzt ihr Mann lieber ist . Es klappt sehr gut ,und ich glaube seit ich hier dieses Thema aufgemacht habe ,hat meine Frau nur einmal diese Option wahrgenommen ,und ich finde es toll ,da es mir in diesem Moment nicht schwergefallen ist. Sie macht mir zwischenzeitlich auch Komplimente .
Das wollte ich euch mitteilen ,sie lässt auch zu das ich ihr Beiträge aus dem Forum erzähle ,teilweise liest sie auch Beiträge vor allem von Vicky.
So das wollte ich euch mitteilen,und Ulrika -Marisa kann ich auch total verstehen ,es muß abgewogen werden was ich will und tue ,ich habe eine tolle Frau und sechs Kinder ,da muß man auch mal zurückrudern!
Ohne Familie geht es auch nicht!! (ki) (he) Liebe Grüße Inge )))(:
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Re: Verbale ,Diskriminierente Äusserung vom Partner

Post 60 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

die das eigene Wohlergehen als einziges Kriterium darstellt
Ich glaube, hier liegt ein grundsätzliches Missverständnis. Es geht nicht darum, das eigene Wohlergehen als einziges und damit als höchstes Kriterium darzustellen. Das ist in meinen Augen nur Egoismus. Es geht auch nicht darum, seine Sicht der Welt durchzusetzen. Es geht mMn zunächst um das Erkennen, Akzeptieren und Respektieren der eigenen Wünsche, Meinungen und Bedürfnisse, damit überhaupt Wohlergehen gelingen kann. Das bedeutet, dass diese Punkte auch einen Stellenwert und eine Rangordnung bekommen.

Kurz: Ich nehme mich ernst. Das ist die Basis der Selbstliebe.

Wenn nun in einer Partnerschaft beide Menschen auf einem vergleichbaren Niveau sich begegnen, können mehrere Dinge passieren. Ich habe eine Übereinstimmung in den Bedürfnissen oder die Partner haben eine Differenz. Mit dieser Differenz kann man auch unterschiedlich umgehen. Die unterschiedliche Sichtweise kann Anlass sein, die eigene Sichtweise zu hinterfragen und zu verändern oder sie kann einfach als Differenz angenommen werden. David Schnarch nennt das Differenzierung. Auch die Transaktionsanalyse geht in diese Richtung. Das sind aus meiner Sicht die positiven Aspekte.

Wenn nun aber in einer Beziehung diskriminierende Äußerungen von einem Partner kommen, zeigt das mMn mehrere Punkte: Der/die Diskriminierende ist sich seiner selbst nicht sicher. Im genannten Fall ist die Meinung anderer (der Öffentlichkeit) wichtiger als die Sichtweise des Partners oder sogar der eigenen. Aber auch er Diskriminierte zeigt ein ähnliches Selbstverständnis. Er nimmt sich nicht ernst, wenn er keine Reaktion zeigt, die seine Selbstachtung schützt. Demütigen und Kuschen sind die beiden Seiten der gleichen Medaille. Aber die Demütigung kann, genau wie jede Krise, als Anlass verstanden werden, sich selber ernst zu nehmen. Das bedeutet für den anderen, dass er sich darauf einstellen muss. Im besten Fall entwickelt er sich mit. Er kann erkennen, dass sein Verhalten auf einer ungesunden Basis beruht und sie verändern. Macht er das nicht, gerät die Beziehung in Schieflage und kann am Ende scheitern. Dann geht das Ganze mit einem neuen Partner von neuem los. Das geht so lange, bis er endlich erkennt, was für ihn gut ist. Der Partner ist mit seiner Differenz "nur" der Anlass. Wir sind mit unserer Umwelt, vor allem in der Partnerschaft ständig viel mehr verbunden, als wir das wahrnehmen. Egal was ich tue, es hat immer Konsequenzen für meinen Partner.

Das hat nichts damit zu tun, dass man auch mal zurück stecken muss. Aber in einer gelebten Partnerschaft findet das seinen Ausgleich. Und deshalb sind Diskriminierungen aus Eigenschutz konsequent zu begegnen. Und gleichzeitig ist die Auseinandersetzung für den Partner die Chance, sich mit den eigenen Ängsten und Bedürfnissen auseinander zu setzen. Am Ende hat die Beziehung eine neue Dimension gewonnen. Die ist realistischer, aber sicher nicht romantischer. Für die Partner bedeutet das, dass sie sich in ihren Unterschieden bewusster werden. Es ist der Tod der romantischen Liebe. Aber gleichzeitig ist die Beziehung stärker, weil jeder der beiden sich trotz oder vielleicht wegen der Unterschiede, angenommen fühlt.

Das ist es, worauf es mMn ankommt.

Edit: @Inge: Schön, wie sich es bei Euch entwickelt. Aber mit "Aufs" und "Abs" muss man immer rechnen. Hauptsache, die Richtung stimmt. Im Übrigen schreibe ich nur Gedanken anderer (Michael Lukas Möller, Jürg Willi, David Scharch, Wilfried Nelles, Hans Jellouschek, Gerald Hüther, Eva Maria und Wolfram Zurhorst, Charlie Chaplin uvam.) auf, die ich in meinen Kontext zusammen gefasst und integriert habe. Es gibt so viel. Man muss nur hinschauen ....
Zuletzt geändert von ExUserIn-2026-04-08 am Do 11. Feb 2016, 10:49, insgesamt 2-mal geändert.
Viele Grüße
Vicky

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