Transvestismus und med. Zusammenhänge (Bruxismus)
Transvestismus und med. Zusammenhänge (Bruxismus)

Lebensplanung, Standorte
Antworten
Doreen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 307
Registriert: Do 10. Sep 2015, 11:52
Geschlecht: männlich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): 45000
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Transvestismus und med. Zusammenhänge (Bruxismus)

Post 1 im Thema

Beitrag von Doreen »

Hallo Miteinander,

ich möchte gern einmal das Thema Transvestismus und gesundheitliche Zusammenhänge behandeln.
Angeregt durch ein persönliches Erlebnis nach meinem Outing bei meiner Frau vor 20 Jahren,
hatte ich eine ungewöhnliche Entdeckung gemacht welche ich hier einmal kurz schildern möchte.

Also, solange ich mich erinnern kann habe ich das Problem gehabt nachts im Schlaf mit den Zähnen
zu knirschen oder zu mahlen. Meine beiden Brüder mit denen ich mir ein Zimmer teilen musste,
wurden immer wach durch mein nächtliches Knirschen und rüttelten mich selber wach und meinten,
"Du knirschst fürchterlich und ganz laut mit den Zähnen".

Also kurzum, diese Äußerungen hörte ich dann immer wieder mal über viele Jahre, sei es durch frühere Beziehungen mit Mädels,
oder durch Arbeitskollegen mit denen man sich bei Firmen-Events ein Hotelzimmer teilen musste.

Habe öfter von Zahnärzten sogenannte Knirsch-Leisten verschrieben bekommen welche ich allerdings in kürzester Zeit kaputt geknirscht hatte.
Oft wurde ich selbst wach durch das mahlen mit den Zähnen und hatte Zahn, -bzw. Kieferschmerzen.

So und nun zu dem was der Grund dieses Threats ist.

Also ich habe von Kindheit an, über meine Jugendzeit bis ins hohe Erwachsenenalter mit den Zähnen
geknirscht, quasi bis vor zwanzig Jahren als ich meine heutige Frau kennenlernte.

Da ich mich ihr gegenüber gleich offenbart habe und mein Crossdressing aufdeckte, konnte ich
auch nachts sofort Nachthemden und Negligés tragen, auch BH`s.

Schon in den ersten Nächten in Dessous schlief ich viel entspannter und ruhiger, fühlte mich morgens nicht wie gerädert und unausgeschlafen.

Erst nach einigen Wochen fragte ich meine Frau, "Du sag mal stört Dich mein Knirschen eigentlich nicht?"

Wieso Knirschen, Du schnarchst ab und zu mal, war die Antwort.
Ich habe seit ich weibliches Nachtzeug trage, nie wieder mit den Zähnen geknirscht, normales Schnarchen schon, wie viele Männer auch.
Das Problem mit den Zähnen ist bis heute nicht mehr aufgetreten.
Mein Zahnarzt meinte früher dass dies wohl mit unverarbeiteten Problemen zusammenhängen könne, Bruxismus könne verschiedene Ursachen haben.

Heute weiß ich, es war mein unterdrückter und nicht realisierbarer Wunsch Mädchen oder Frauenwäsche tragen zu können, was zu diesen Phänomen führte und in den Nächten
verarbeitet werden musste und sich schließlich durch das Zähneknirschen bemerkbar machte.

Also dies ist keine erfundene Story, es entspricht den Tatsachen. Hat jemand ähnliches zu erzählen?

LG Doreen
Lina
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 4375
Registriert: Di 25. Jan 2011, 00:34
Pronomen:
Hat sich bedankt: 53 Mal
Danksagung erhalten: 191 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Transvestismus und med. Zusammenhänge (Bruxismus)

Post 2 im Thema

Beitrag von Lina »

Genau das hoere ich zum ersten mal. Aber obwohl ich nicht so genau weiss, was zu diesen Spannungen fuehrt, die fuers Zaehneknirschen ursaechlich sind, bin ich nicht besonders ueberrascht.
Ich werde spaeter darauf zurueckkommen. Es gibt naemlich zu dem Thema eine ganze Meenge koerperliche/psychische Phaenomene.

Ist der Besserung stabil gewesen?
Doreen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 307
Registriert: Do 10. Sep 2015, 11:52
Geschlecht: männlich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): 45000
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Transvestismus und med. Zusammenhänge (Bruxismus)

Post 3 im Thema

Beitrag von Doreen »

Hallo Lina,

ja, seit ich ganz offiziell auch nachts feminin gekleidet bin gab es nie wieder dieses Zähneknirschen.

LG Doreen
ExUserIn-2026-04-08
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3885
Registriert: Do 20. Nov 2014, 15:59
Pronomen:
Hat sich bedankt: 140 Mal
Danksagung erhalten: 1027 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Transvestismus und med. Zusammenhänge (Bruxismus)

Post 4 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Ich finde das sehr plausibel. Aber wenn man sich outet und anerkannt wird, wirkt das mMn in vielerlei Hinsicht entspannend und wahrscheinlich auch lebensverlängernd ... Ob es eine direkte Verbindung zwischen Dressen und Zähneknirschen gibt oder nur indirekt, dürfte unerheblich sein.

Mir geht es in übertragenem Sinne ähnlich. Je mehr ich meine Gefühle ernst nehme und auch offen lebe, bin ich viel ausgeglichener und vermutlich auch gesünder.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
ab08
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2160
Registriert: So 12. Feb 2012, 14:43
Geschlecht: Frau (TS bzw. IS)
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Nürnberg
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Transvestismus und med. Zusammenhänge (Bruxismus)

Post 5 im Thema

Beitrag von ab08 »

Zum Thema kann ich nur indirekt was beitragen. Zähneknirschen hat sicher was mit inneren Spannungen zu tun.
Deshalb trage ich seit vielen Jahren nachts Zahnschienen, um die Zähne zu schonen.
Vor dem Co 2008 rubbelte ich die jeweilige Schiene nach weniger als einem Jahr durch. :oops:
Seitdem eigentlich keine mehr.
--> Daher halte ich den geschilderten Zusammenhang für ziemlich plausibel. :wink:
LG
Andrea
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
Joanna

Re: Transvestismus und med. Zusammenhänge (Bruxismus)

Post 6 im Thema

Beitrag von Joanna »

Also ich kann Vicky-Rose nur zustimmen und mit absoluter Sicherheit bestätigen, dass mein Leben als Frau (soweit halt irgendwie möglich) sich nur positiv auf meinen physischen und psychischen Gesamtzustand auswirkt. Ich bin ja nun wirklich nicht mehr der Jüngste (67) und leide in meinem Männermodus schon unter allerhand Problemchen, vor allem im Herz-Kreislaufbereich. Musste deshalb auch in den vorzeitigen Ruhestand.

Seltsam ist schon, dass ich im Frauenmodus, in dem ich mich nun weitaus überwiegend bewege und lebe, diese Problem so gut wie gar nicht mehr auftreten. Ich fühle mich ganz allgemein wesentlich wohler, fitter und einfach viel besser. Und vor allem fühle ich mich als Frau schon mal locker 25 Jahre jünger. Das ist einfach so. Meine ganze Ausstrahlung, meine Bewegungen, meine Art zu gehen, die Art den ganz normalen Alltag zu bewältigen.... und, und, und

Ich bin viel offener und zugänglich für Dinge, die mich im Männermodus kaum oder gar nicht interessieren. Ich hatte im Frauenmodus noch nie einen Kreislaufkollaps (als Mann schon zig Mal, einmal schrammt ich ganz knapp am Infarkt vorbei), ich bin belastbarer und was weiß ich noch alles.

Und warum? Einfach, weil ich mich gut fühle, weil ich mich wohl fühle. Ich glaube als Frau schüttet mein Gehirn jede Menge Beta-Endorphine aus oder was immer auch sonst noch. Jedenfalls macht es sich nicht nur psychisch sondern auch physisch bemerkbar.

Joanna
Rosi67
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 224
Registriert: Di 14. Okt 2014, 08:37
Geschlecht: Teilzeitfrau
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Transvestismus und med. Zusammenhänge (Bruxismus)

Post 7 im Thema

Beitrag von Rosi67 »

Hallo,

mir erging es so wie Doreen. Nach dem ich meiner gegenüber offenbarte im Sept. 2014 trage ich jetzt nurnoch Damenwäsche in allen Varianten. Nach ca. einem viertel Jahr stellte meine Frau fest, daß ich wesentlich ruhuger und entspannter schlafe. Früher war ich offt morgens wie Rädert weil ich den Eindruck hatte nur im Halbschlaf gewesen zu sein und offt auf die Uhr gesehen habe. Dies ist alles nicht mehr. Ich fühle mich auch ausgeglichener. Es bringen wesentlich weniger Gegebenheiten auf die Palme. Irrgentwie muß meine Offenbarung damit zu tuen haben. Bestimmt im Unterbewustsein.

LG Rosi
Kathrin_TV
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 139
Registriert: Sa 2. Jan 2016, 08:46
Geschlecht: Teilzeitfrau
Pronomen:
Wohnort (Name): Im Südwesten
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Transvestismus und med. Zusammenhänge (Bruxismus)

Post 8 im Thema

Beitrag von Kathrin_TV »

Hallo,

seit ich zulasse, das es diesen Anteil in mir gibt fühle ich mich ebenfalls deutlich zufriedener und entspannter.

Das was Doreen beschrieben erscheint mir daher nur logisch.

Lg

Kathrin
steffiSH
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 882
Registriert: Di 22. Jul 2014, 08:44
Geschlecht: mennchen
Pronomen: wasauchimmer
Wohnort (Name): Berlin
Hat sich bedankt: 126 Mal
Danksagung erhalten: 48 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Transvestismus und med. Zusammenhänge (Bruxismus)

Post 9 im Thema

Beitrag von steffiSH »

ich knirsche nachts immer noch mit den Zähnen - Frauenmodus hin oder her :(
sum sum sum - no Latein
Lina
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 4375
Registriert: Di 25. Jan 2011, 00:34
Pronomen:
Hat sich bedankt: 53 Mal
Danksagung erhalten: 191 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Transvestismus und med. Zusammenhänge (Bruxismus)

Post 10 im Thema

Beitrag von Lina »

Doreen hat geschrieben:Hallo Lina,

ja, seit ich ganz offiziell auch nachts feminin gekleidet bin gab es nie wieder dieses Zähneknirschen.

LG Doreen
Danke für die Info. Mir stellt man ja oft die Frage, ob die Zustände, die man über pschychischen Weg ändern kann auch stabil sind. (Da ich z.B. auch mit Hypnose arbeite.) Deshalb ist auch so eine Info für mich wichtig.
Dass ich nicht überrascht bin hängt im allgemeinen mit der Tatsache zusammen, dass man eigentlich nicht genau weiß, wann körperliche Zustände mehr über die Psyche verändert werden oder umgekehrt. Es ist aber ein einfach feststellbares Faktum, dass beides passiert. Es gibt z.B. Bodybuilder, die es schaffen, durch bestimmten "dominant-männlichen" Posen erkennbar und dauerhaft ihr Testosteron-Niveau zu steigern und intensivieren dadurch die Wirking des Trainings.

Es wurde auch mal in diesem Forum berichtet, dass Christian Seidel, der als Experiment längere Zeit in der Frauenrolle lebte, während dessen erkennbar ein viel niedrigeres Testosteron-Niveau errichte - was soweit ich weiß wieder stieg, als er im Männeralltag zurück war.

Das erste Beispiel zeigt also deutlich - Körpersprache ändert den hormonellen Zustand. Das zweite Beispiel - zeigt vielleicht eine Mischung von Geist über Körpersprache, vielleicht auch das Gegenteil.

Nun, was hat das nun mit seidenen Unterwäschen und Zähneknirschen zu tun - fragen bestimmt einige der Foreras, die ohnehin solche Sachen wie "männliches" und "weibliches" Verhalten als Kategorien ablehnen - und damit wohl auch einen eher weiblichen oder eher männlichen mentalen Modus komplett als Unfug ablehnen.

OK, hier kommt, was ich schon lange Vermutet habe und jetzt vor kurzem auch in einer Studie nachgewiesen wurde:
Angenommen wir erkennen unbwewusst Körpersprache und darunter die Mimik anderer Menschen - und diese auch z.T. unbewusst Nachmachen. Ich glaube, das kann sich jeder vorstellen, weiß sogar auch teilweise, dass sie es selbst tun. Wer sich erst nichts darunter vorstellen kann, soll sich mal gönnen sich an einem Freitag Nachmittag in einen Starbucks oder Balzac Coffee hinzusetzen und die Leute beobachten, die zusammen an einem Tisch sitzen. Einige Leute sind völlig asynchron in ihrer Körpersprache - die werden auch manchmal gar nicht miteinander reden, eher mit dem Smartphone rumspielen etc. Und die, die ganz vertieft in Gesprächen sind und sich offensichtlich mögen, werden schnell fast zu Spiegelbilder voneinander. Wer das nie wahrgenommen hat, sollte es mal ...

Nun angenommen, dass jemand schon ein Konzept davon registriert hat, wie Frauen so drauf sind - wie sie sich bewegen ob sie entspannter sind oder auch weniger entspannt sind als Männer, dann kann die Kleidung auch den mentalen Zustand erwecken, wo der eigene Körper dieses Konzept aktiviert und zu seiner eigenen Körpersprache macht. Klingt logisch oder.
Damennachthemd kann also der Trigger für ein anderes Körpergefühl sein. Und das Gesicht - weibliche und eine männliche Mikik? Das muss ja logischerweise auch damit zu tun haben, wie man mit dem kompletten Gesicht umgeht, also auch mit dem Kiefer. Kann einfach nicht anders. Rein Theoretisch dürfte es nicht so was geben können, wie männliche und weibliche Gesichtsausdrücke. Wir haben alle dieselben 43 Muskeln im Gesicht, die erst mal 7 Ausdrücke für Gefühle habne, die kulturell übergreifend sind, dann eine Menge kulturell angelernte Ausdrücke und bis jetz über 5.000 katalogisierte Kombinationen von diesen ...

Jetz hat die Ursula Hess von der Université de Quebec aber nachgewiesen, dass es sich anders verhält (... wie ich vermutet hatte).
http://www.wissenschaft.de/home/-/journ ... 54/996223/

Kurz erzählt: Sie hat eine geschlechtsneutrales Gesicht in einer Computergrafik darstellen lassen. Dieses Gesicht kann unterschiedliche Gesichtsausdrücke zeigen. Dominant, zornig, ängstlich, freudestrahlend etc. Die Probanden sollten dann nach kurzem Anschauen sagen, ob es männlich oder weiblich ist. Ergebnis:
Bei dominant, zornig etc. wurde das gesicht überwiegend als männlich eingestuft und ängstlich, unsicher, Freude, eher als weiblich.

Also Schlussfazit: Wir haben unterschiedliche körperliche Manifestationen einprogrammiert - sei es durch Prägung oder angeboren - die wir tendenziell als eher männlich oder eher weiblich einstufen können. Viele von den weiblichen gehen eindeutig in eine eher körperlich entspannten Richtung. Deshalb wundert es mich keineswegs, dass ein seidenes Nachthemd zu weniger Zähneknirschen führen kann.


...


Und solltet ihr sonst neugierig sein, was eure Körper mit euch macht oder auch umgekehrt - was ihr mental mit eurem Körper machen könnt oder über euren Körper zum ausdruck bringt - alles in einem TG Kontext, dann gibt es in ein paar Monaten voraussichtlich einen Workshop darüber in Hamburg.
Antworten

Zurück zu „Körper - Gefühle - Empfindungen“