Was bleibt nach all den Diskussionen?
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Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
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Marielle
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Was bleibt nach all den Diskussionen?

Post 1 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo, Guten Abend zusammen,

wir (einige) haben in den letzten eineinhalb Jahren hier im Forum manche überdurchschnittlich lebhafte Debatte um Standpunkte, Thesen und nicht zuletzt um Wörter geführt. Man kann auch sagen, es wurde erbittert darum gestritten. Eine umfassende Einigung hat es nicht gegeben, zwischen manchen Positionen nichtmal eine Annäherung; beides konnte es vielleicht auch gar nicht geben. Neben allen gegensätzlichen Meinungen und manchen Erkenntnissen (für mich jedenfalls) hat es aber einen Punkt gegeben, der trotz aller widersprüchlichen Positionen zu keiner Zeit und von keiner Diskutant_in in Frage gestellt wurde: Geschlecht kann und darf nicht von aussen zugewiesen werden.

Aus Anlass eines anderen Themas, in dem jemand nach der 'Geschlechterverteilung bei Trans............' fragt*, möchte ich diese (womöglich einzige) gemeinsame Position ganz explizit und für sich allein nochmal aufgreifen. 'Für sich allein', weil jede Ableitung daraus wieder zu den gehabten Debatten führen könnte, die 'Nicht-von aussen-Zuweisbarkeit' von Geschlecht aber, obwohl nicht in Frage gestellt, auch in der Community nicht gänzlich angekommen zu sein scheint.

Insbesondere interessiert mich die Frage, wie wir mit (expliziten oder immanenten) Zuweisungen umgehen wollen bzw. wie wir es erreichen könnten, dass diese unterbleiben bzw. das sie erstmal einfach als Zuweisungen erkannt werden. Die Frage nach der 'Geschlechterverteilung' beinhaltet nämlich schon eine solche Zuweisung, die sich (wahrscheinlich und wahrscheinlich auch unabsichtlich) an der üblichen gesellschaftlichen Praxis orientiert. Für mich ist die Frage nach der Geschlechterverteilung daher erstens nicht zu beantworten (welches Geschlecht sollte man zur Grundlage der Verteilung machen, ohne Zuweisungen vorzunehmen?) und zweitens, viel wichtiger, auch eine Art sich laufend wiederholenden Rückschrittes im Diskurs um Geschlechtlichkeit.

Natürlich wird es kurzfristig keinen 'kollektiven Erkenntnisstand' in einem Forum geben können, in das immer wieder neue Mitglieder kommen, aber irgendwie (genau kann ich es z.Z. nicht beschreiben) treibt mich die Idee um, dass wir diesen Schlüssel finden müssen, um hier im Forum und auch 'draussen' einen wichtigen Schritt im Diskurs um Geschlechtlichkeit machen zu können. Immerhin ist es vielleicht der einzige Punkt, über den keine Uneinigkeit in der Community besteht.


Veileicht etwas kraus, es ist schon spät. Vielleicht finden sich aber Ansätze für eine Diskussion, die uns weiterbringt.

Habt es gut

Marielle


*) Es geht mir definitiv nicht um eine persönliche Kritik an der entsprechenden Fragestellung! Sie war nur der sachliche Auslöser für obigen Beitrag. Vor Jahren hätte ich diese Frage ggfs. selbst so (unrichtig) formuliert. Man hätte auch einfach eine Umformulierung vorschlagen können,z.B. 'wie ist die Verteilung nach amtlich zugewiesenem Geschlecht bei trans..... ', aber es steckt mehr in diesem Komplex, finde ich.
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
Kathrin_TV
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Re: Was bleibt nach all den Diskussionen?

Post 2 im Thema

Beitrag von Kathrin_TV »

Guten Morgen,

ich möchte jetzt um Gottes willen keine neue Diskussion vom Zaum brechen. Mir persönlich hat die Auseinandersetzung mit den zugeben, sehr vielfältigen Begrifflichkeiten sehr geholfen zu verstehen wer und was ich bin.

In unserer Kultur herrscht ja in vielen Bereichen ein Entweder-Oder Prinzip vor, das dazu einläd in Dimensionen von schwarz/weiß, richtig/falsch, gut/schlecht zu denken. In der Wissenschaft sicherlich sinnvoll. Auch für diejenigen, die Klarheit für sich gefunden haben in der Frage bin ich Frau oder Mann. Für mich ist diese Sichtweise nicht hilfreich, sondern führt in eine Sackgasse und hat mir viele Jahre Kummer bereitet.

Ich bin an anderer Stelle auf ein Betrachtung gestossen, wie sie in der indianischen Kultur verbreitet ist die Zwei-Sellen-Personen (Winkte genannt): http://www.indianerpfad.de/winkte.html.
Was mir daran besonders gefällt ist die Sichtweise:

- Weg vom Entweder-Oder Prinzip hin zum Sowohl als auch
- das dieses Sichtweise mir hilft mein Andersein auf eine liebevolle Weise anzunehmen

Das Entweder-Oder Prinzip führt m.E. genau zu dem was ist: In der Schulmedizin werde ich als pyschisch gestört definiert.

Dies als kleine Ergänzung von meiner Seite. Alles eine Frage der Perspektive

Lg
Ulrike-Marisa
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Re: Was bleibt nach all den Diskussionen?

Post 3 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin zusammen,

...was bleibt? Auf jeden Fall bleibt der Spruch vom Alten Fritz, König Friedrich II von Preußen: Jeder soll nach seiner Facon selig werden.
Das wünschen wir uns doch aus tiefem Herzen für uns selbst und alle anderen Menschen.

Gruß, Ulrike-Marisa
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Re: Was bleibt nach all den Diskussionen?

Post 4 im Thema

Beitrag von Kathrin_TV »

...und der Wunsch nach mehr Toleranz desselben :wink:

Realistisch betrachtet, wird das ein Wunsch bleiben (zumindest in diesem Leben)

Lg

Kathrin
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