Meine Nachbarn und ich
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Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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rika
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Meine Nachbarn und ich

Post 1 im Thema

Beitrag von rika »

Tach zusammen. Ich will Euch schreiben, wie ich meine Nachbarschaft an mich "gewöhnt" habe. Dazu gehört zunächst die Beschreibung wie, wo und mit wem ich wohne.

Ich habe mein eigenes Haus mit ca. 140 m-² Wohnfläche auf 3 Ebenen und einen schönen eingewachsenen Garten mit ca. 800 m-². Das Haus steht in einem Weg mit insgesamt 8 Häusern, von denen nur die Äußeren mit Fahrzeugen angefahren werden können. Ich habe ein "gefangenes" Grundstück, kann nicht direkt ans Haus fahren und das Auto steht ca. 80 m in einem Garagenhof. Zäune haben wir so gut wie keine, sodass es passieren kann, dass der Nachbar auch ein Stück der anderen Wiese mäht oder "fremde Äste" schneidet.

Meine Nachbarn sind zwischen 4 und 78 Jahre alt, eher "gut bürgerlich", pensioniert, verbeamtet und niemand trägt den Blaumann zur Arbeit. Bedingt durch den Weg zum Garagenhof sieht man sich zwangsläufig. Ich denke, wir haben eine ziemlich gute Nachbarschaft.

So, das war die Beschreibung. Jetzt zu der Gewöhnung, die einige Zeit brauchte.

Die erste war eine liebe Nachbarin (50), die von mir wusste und der ich mich vor einigen Jahren hier zeigte. Sie war beeindruckt. Ihr Mann ist ziemlich locker und war der Nächste, obwohl er anfänglich einige Probleme hatte, da er den "E" vermisste, mit dem man im Wald mit der Stihl Brennholz macht oder daheim einen Carport aufstellt. Meine direkten Nachbarn sind etwas älter, sie sah mich im Garten, den ich Stück für Stück für rika eroberte. Er kam bei ersten Nachbarn auf die Terrasse und ich war rika und er erst mal etwas sprachlos. Die vorne im Weg sahen mich abends und sie fragte, ob ich der "E" bin. Sie lud mich ein und wir hatten einen interessanten Abend. Ihr Mann ist völlig tolerant (übrigens Türke!!!... und Dr. med)

Gegenüber wohnt die "I" (65) mit ihrer Tochter "F" (26). Sie sahen mich zwangsläufig und irgendwann war auch dort das Eis gebrochen. Im letzten November stürzte "I" im Garten und ich bugsierte sie ins Haus, bis ihre Tochter kam, die Rettungsassistentin ist. Soll ich mich vorher noch umziehen?

Daneben wohnen "K" und "R" mit ihren Katzen. "R". ist etwas gewöhnungsbedürftig, Physiker bei Leica in Wetzlar und eher introvertiert. Dafür ist "K" überaus kommunikativ; sie hat immer wieder neue Themen. Sie hatten mich schon auf dem Weg und im Garten gesehen und sind völlig entspannt. Im Gegentel: "K" sagte einmal, dass ich ein schönes Sommerkleid trage.

Schaue ich hier aus meinem Fenster heraus, sehe ich das Haus von M + M = Michael und Maya, wohl die ganz besonderen Nachbarn. Michael ist Arzt, aber seit Jahren professioneller Pokerspieler (!!!!) und die viel jüngere Maja hat zwar Lehramt studiert aber keine Stelle. Sie ist fast so groß wie ich aber spindeldürr. Ich sah Maja vor einiger Zeit und stellte "mich offiziell vor". Michael meinte einmal, dass er nicht für € 20.000 weibliche Kleidung anziehen würde aber Maya findet es ok.

Und dann gibt es noch schräg unter mir die "H", eine ganz tolle Frau, mit 71 immer elegant - außer wenn sie im Garten werkelt - und sie hat mir = rika unendlich viel Kraft gegeben weil sie mich so und so mag.

Zum Schluss: ich habe große Ruhe gefunden und fast allen Streß ablegen können, da ich wenn ich rika bin nicht anonym sein muss. Etwas gibt mir zu denken: ich bin nicht mehr exotisch sondern normal - fast ein wenig schade.

Ja, in den Nachbarwegen gibt es auch noch ein paar Wesen, die mich so und so kennen und kein Problem haben oder es nicht sagen. Heute allerdings habe ich wohl eine Frau etwas überrascht: sie führte ihre Hunde aus, kennt mich und ich = rika kam just vom Garagenhof. Sie hatte auf jeden Fall gesehen, dass ich mit meinem Wagen, den sie kennt dort hineingefahren war. Ihr Gruß war etwas schüchtern.

Wenn ich jemanden etwas Mut gemacht habe freut es mich. Wenn Ihr den Appell der Vorsicht und des Tastens erkannt habt, umsomehr. Denn Rückschläge schmerzen uns mehr als den Unsensiblen.

rika
Lina
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Re: Meine Nachbarn und ich

Post 2 im Thema

Beitrag von Lina »

@Gegenüber wohnt die "I" (65) mit ihrer Tochter "F" (26). Sie sahen mich zwangsläufig und irgendwann war auch dort das Eis gebrochen. Im letzten November stürzte "I" im Garten und ich bugsierte sie ins Haus, bis ihre Tochter kam, die Rettungsassistentin ist. Soll ich mich vorher noch umziehen?


Also nach mir können Leute auch dumm liegen bleiben, wenn die nicht Hilfe von mir annehmen, so wie ich bin. Das sagt aber lange nicht ob du en femme warst - oder ob sie dich für einen Fremden hielt, weil du NICHT en femme warst.

Tochter "F" (26). - erinnert an BILD.


Und wie die Katzen auf dich reagieren, hast du nicht erwähnt? Die Frage hat einen konkreten Grund: Ich keinen einen kleinen Kater, der tatsächlich einen ganzen Bogen um mich ging als ich NICHT en femme war. Eine halbe Stunde später, als ich wieder so war, wie sonst immer, war alles OK. Ich kann nicht ganz durchschauen, worauf er reagiert hat, denn normalerweise würde ich von einem Raubtier erwarten, dass es sich überwiegend nach Geruch richten würde.
rika
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Re: Meine Nachbarn und ich

Post 3 im Thema

Beitrag von rika »

Lina,
natürlich war ich rika.

Wieso erinnert sie an BILD? (verstehe ich nicht)

Katzen reagieren mit ihren Wesen; ich habe auch zwei, die jederzeit rein und raus dürfen und kommen mittels Klappe durch den Seitenraum. Wie heißt es so schön: der Hund braucht ein Herrchen, die Katze einen Diener. Meinen Katzen ist es völlig egal, ob ich ihnen in Jeans oder Leggings das Futter gebe.

rika
Lina
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Re: Meine Nachbarn und ich

Post 4 im Thema

Beitrag von Lina »

rika hat geschrieben:Lina,
natürlich war ich rika.

Wieso erinnert sie an BILD? (verstehe ich nicht)

Katzen reagieren mit ihren Wesen; ich habe auch zwei, die jederzeit rein und raus dürfen und kommen mittels Klappe durch den Seitenraum. Wie heißt es so schön: der Hund braucht ein Herrchen, die Katze einen Diener. Meinen Katzen ist es völlig egal, ob ich ihnen in Jeans oder Leggings das Futter gebe.

rika
BILD (Und viele andere, überwiegend britische Zeitungen): "Frau Petra F (26)"
Roger Moore hat sich mal daraüber lustig gemach und vorgeführt, wie es wäre, wänn man das auch in Radio- oder Fernsehjournalistik machen würde.

Das mit der Katze wundert mich auch immer noch. Oberflächliche Sachen wie MakeUp etc. können kaum die Gerüche einer Person so ändern, dass sie deswegen nicht wiedererkannt wird.
Hat der kleine Kater so viel sinn fürs Aussehen? Vielleicht. Es wird zumindest behauptet, dass er Frauen lieber mag. War meine Körpersprache so anders - falls so, da wird es wirklich interessant. Wir hatten gerade im Garten trainiert - ist also möglich. War das Verhalten der Besitzerin mir gegenüber anders? Ist denkbar. Das ist das erste mal, dass sie mich wirklich im Männermodus wahrnimmt. Aber wenn der Kater das aufschnappt und mich deswegen meidet, dann ist es wirklich sehr interessant.
exuserin-2017-01-16

Re: Meine Nachbarn und ich

Post 5 im Thema

Beitrag von exuserin-2017-01-16 »

Hi , Rika es ist bei dir ja bestimmt auch so wie bei mir? Irgendwann ist es einem egal was andere denken und man hat keine Lust mehr sich zu verstecken. Es ist ein Teil von uns mit dem man leben muß ,wenn man das erst mal akzeptiert hat geht man ohne Probleme in die Öffentlichkeit. Meine Nachbarn haben mich noch nicht erkannt. Das schönste diesen Sommer war Kirschen naschen auf der Leiter im Kirschbaum in Rock und Leggins der Wind pfiff unter den Rock . Himmlisch ich kam mir vor wie Pipi Langstrumpf ein Gefühl der Freiheit !

@Lina, mein Kater hat etwas verwirrt getan als ich die ersten Male als Frau zurecht gemacht durch das Haus gelaufen bin. Katzen sehen besser als Hunde diese nehmen es eher über die Nase auf.

Gruß Uta
Michelle_Engelhardt
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Re: Meine Nachbarn und ich

Post 6 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

uta hat geschrieben:...Irgendwann ist es einem egal was andere denken und man hat keine Lust mehr sich zu verstecken. Es ist ein Teil von uns mit dem man leben muß ,wenn man das erst mal akzeptiert hat geht man ohne Probleme in die Öffentlichkeit......

Bingo! Genau so ist es (ap)
Brauchst Du Hilfe oder einfach jemanden zum quatschen? Schick mir 'ne PN!

Weihnachtsmarkt ist das Wacken für Büroangestellte!
Anke
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Re: Meine Nachbarn und ich

Post 7 im Thema

Beitrag von Anke »

Michelle_Engelhardt hat geschrieben:
uta hat geschrieben:...Irgendwann ist es einem egal was andere denken und man hat keine Lust mehr sich zu verstecken. Es ist ein Teil von uns mit dem man leben muß ,wenn man das erst mal akzeptiert hat geht man ohne Probleme in die Öffentlichkeit......

Bingo! Genau so ist es (ap)
Hallo,

ja und nein. Meine Nachbarschaft akzeptiert mich, wie ich bin und das sehr angenehm und schön. Ich könnte nicht sagen, dass mir das egal ist. Mich hat auch die Art und Weise, wie ich von vielen angenommen wurde, sehr berührt.

Andererseits ist es mir egal, wenn irgendwelche wenig gutmeinenden Menschen eine schlechte Meinung von mir haben oder über mich tratschen. So etwas lasse ich nicht an mich heran. Wenn jemand ein Problem mit mir und meiner Art zu leben hat, dann darf er es gerne behalten. Schließlich ist es sein Problem und nicht meines.

Liebe Grüße

Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.

Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)

https://www.transcuisine.com

Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCQc7XaiWBuzchBQTnGRv80g
rika
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Re: Meine Nachbarn und ich

Post 8 im Thema

Beitrag von rika »

Anke, Du triffst es genau. Ich bin sicher, dass über mich geredet wurde, bin ich doch in der Stadt nicht ganz unbekannt. Manchmal habe ich auch das Gefühl, dass ich gerade vorher das Thema war oder die Leute an mir herunterschauen - ist da was?

Gleichzeitig erlebe ich aber als Herr W. viele positive Erlebnisse, freundliches Begrüßen und das Gefühl, in der bürgerlichen Sozialgemeinschaft unserer schönen Kleinstadt angekommen zu sein. Und wenn dann der Eine oder die Andere sagt: ja, aber, dann sollen sie es, solange es nicht polarisierend oder negativ vorgetragen wird.

rika
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Re: Meine Nachbarn und ich

Post 9 im Thema

Beitrag von Lieschen »

Anke schrieb:
"Es ist mir egal, wenn irgendwelche ... Menschen eine schlechte Meinung von mir haben oder über mich tratschen. So etwas lasse ich nicht an mich heran. Wenn jemand ein Problem mit mir und meiner Art zu leben hat, dann darf er es gerne behalten. Schließlich ist es sein Problem und nicht meines."


Mönsch Anke,

da hab ich was für dich:
""Buddha wird von einem wütenden Mann angeschrien, bleibt aber völlig ungerührt. Als ihn andere fragen, wie er es schaffe, so ruhig und unbeeindruckt zu bleiben, antwortet Buddha mit einer Frage: "Wenn dir jemand ein Geschenk gibt und du entscheidest, dass du es nicht annimmst, wem gehört dieses Geschenk dann?" Natürlich bleibt es beim Gebenden."

Fritz-Luise
An die Rausgemobbten und/oder Ausgeschlossenen, die hier evtl. (nur) noch still mitlesen (Hugo, Darialena, Breakfast@Tiffany, ingedie2te u. A.): bitte schreibt mir doch kurz, in welchen Foren ihr euch jetzt aufhaltet.
lieschen-77ätgmx.de
rika
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Re: Meine Nachbarn und ich

Post 10 im Thema

Beitrag von rika »

Ich kam gerade aus Wetzlar vom Einkaufen zurück und habe mir einige Gedanken gemacht. Wetzlar hat eine schöne Altstadt mit viel Bürgertum aber auch Stadtteile, die durch Mehrfamilienhäuser aus den 60ern geprägt sind. Soziale Brennpunkte sind sie dennoch nicht.
Was wäre, wenn ich in einem solchen Haus im 2. Stock mit 3 Etagennachbarn z.B. im Magdalenenhäuser Weg leben würde, wo auch noch eine hohe Fluktuation stattfindet?
Wie würden diese Menschen auf mich reagieren? Wären sie auch "gebildet-tolerant-weltoffen", wie es manche tun aber nicht sind oder würden sie sich spontan äußern, mich gar ausgrenzen oder verlachen?

Vielleicht hat das Bürgertum eine gewisse Schutzfunktion: man bleibt auf Distanz und beteuert, dass jeder so leben soll wie sie/er will. Und damit hilft es unbeabsichtigt denjenigen, die "anders" sind.

rika
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Re: Meine Nachbarn und ich

Post 11 im Thema

Beitrag von Lina »

Das ist ja ungefähr die Beschreibung von da, wo ich wohne. Ehrlcih gesagt habe ich nicht die geringste Ahnung, ob die gebildet tolerant sind. Der einzige noch, der länger da gelebt hat, ist ein Alkoholiker dessen Lebn ich gerettet habe, als er vor einigen Jahren stockbesoffen bei -10 Grad abends im Schnee rum lag und alleine nicht weiter kam. Dass ich ihn überhaupt sah, war ein glücklicher Zufall. Nicht mal ihn kenne ich so gut, dass ich auf Anhieb seinen vollen Namen nennen könnte.
Die anderen haben mich zwar gesehen, grüßen höflich egal, ob ich en femme bin oder nicht, aber ich habe keine Ahnung, ob die überhaupt wissen wer wer ist. Meistens gibt es keinen wirklichen Anlass sich mit denen zu unterhalten und die scheinen mir auch wie Leute, die ich nicht wirklich interessant finden würde - mit der Ausnahme einer Frau die hier ca. 6 Monate wohnte - eine sehr gut gebildete Frau mit einem arabischen Namen.
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