Gender Studies „Gleichstellung ist nicht zum Nulltarif zu haben"
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Anne-Mette
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Gender Studies "Gleichstellung ist nicht zum Nulltarif zu haben“
Moin,
ein Veröffentlichung auf den Seiten des Deutschen Frauenrates: http://www.frauenrat.de/deutsch/infopoo ... haben.html
Gruß
Anne-Mette
ein Veröffentlichung auf den Seiten des Deutschen Frauenrates: http://www.frauenrat.de/deutsch/infopoo ... haben.html
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Anne-Mette
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Ulrike-Marisa
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Re: Gender Studies "Gleichstellung ist nicht zum Nulltarif zu haben“
Moin,
in Kurzform hieße das doch, das erst die Abschaffung des Patriarchats und männlicher Privilegien eine volle Gleichberechtigung der Menschen ermöglichen würde.
Zumindest habe ich das so verstanden. Das wird ein langer Weg, auf dem jede/r gefordert ist auch abzugeben, auch wenn`s schwer fällt... ein Ziel ist es allemal.
Gruß, Ulrike-Marisa
in Kurzform hieße das doch, das erst die Abschaffung des Patriarchats und männlicher Privilegien eine volle Gleichberechtigung der Menschen ermöglichen würde.
Zumindest habe ich das so verstanden. Das wird ein langer Weg, auf dem jede/r gefordert ist auch abzugeben, auch wenn`s schwer fällt... ein Ziel ist es allemal.
Gruß, Ulrike-Marisa
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Marielle
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Re: Gender Studies "Gleichstellung ist nicht zum Nulltarif zu haben“
Hallo zusammen,
Sabine Hark weiss um das wesentliche Dilemma des Feminismus in der 'klassischen' Form und sagt das in dem Interview ja auch:
aus dem Artikel:
Frage: Die zweite Frauenbewegung hat die Geschlechterpolitik und -forschung hervorgebracht — und sich scheinbar selbst dabei im Laufe der Zeit abgeschafft oder zumindest geschwächt. Das politische Subjekt "Frau" ist erschüttert, muss sich seine politische Berechtigung mit LGTBIQ und seine (menschen-)rechtlichen Forderungen mit allen Diskriminierten dieser Welt teilen. Hat Gender den Feminismus "abgewickelt"?
Antwort: Nein. Die feministische Theoretikerin Joan Wallach Scott hat die feministischen Politiken in Frankreich seit der Französischen Revolution untersucht und festgestellt: Wir haben nur Paradoxien anzubieten. Und das gilt bis heute. Wir müssen uns politisch auf die Kategorie Frau berufen, um geschlechtlich bedingte Asymmetrien und Benachteiligungen politisch skandalisieren zu können. Gleichzeitig müssen wir uns dem widersetzen, damit wissen oder bestimmen zu können, was Frauen alles sind oder nicht sind. Politik funktioniert über Identifikation, über gemeinsame Interessen, daraus dürfen wir aber keine essentialistischen Fehlschlüsse ziehen. Auch wenn wir im Namen von Frauen Politik machen, können wir nicht definieren, wer diese Gruppe ist und was genau ihre Interessen und Anliegen sind. Judith Butler hat einmal gesagt, dass der Feminismus die Frauen braucht, aber nicht wissen muss, wer sie sind. Für einen aufgeklärten Feminismus muss daher immer dazugehören — und das ist vielleicht das, was Feminismus am stärksten von allen Emanzipationsbewegungen, die die Moderne hervorgebracht hat, unterscheidet —, dass er sich in jedem Moment immer wieder der Frage stellen muss: Wen meinen wir, welche Interessen vertreten wir?
Queer-feministische oder anarcho-feministische Ansätze beschäftigen sich schon eine ganze Weile mit dem Paradox, das sich ergibt weil Frauenrechte nur gefordert werden können wenn es Frauen gibt, die Anwendung dieser Kategorie aber schon aus sich selbst heraus ein Teil des Problems ist.
Ein diskutierter Lösungsansatz entspricht, so im groben jedenfalls, der Idee der Bonn-Kopenhagener Erklärungen zum Umgang mit den jeweiligen Minderheiten in Deutschland und Dänemark (Süd- und Nordschleswig). Die gehen vom Grundsatz des 'Gesinnungsprinzips' aus: Däne ist, wer sagt er sei Däne und Deutscher ist, wer sagt er sei Deutscher. Das führt dazu, dass die Dänen im deutschen Südschleswig zwar einen deutschen Pass haben, staatlicherseits aber trotzdem ungeprüft, also ohne das Kriterien bestehen, als Dänen angesehen werden und es deshalb dänische Schulen, Kindergärten, Büchereien usw. gibt, die aber wiederum allen, Dänen und Deutschen, offen stehen. Dieses Prinzip lässt sich relativ leicht auf die Geschlechterfrage übertragen; in der Theorie jedenfalls. In der Praxis haben Geschlechtszuweisungen und -abhängigkeiten offenbar eine wesentlich stärkere gesellschaftliche und individuelle Definitionsmacht als ein Pass. Und im gesellschaftlichen Miteinander von Dänen und Deutschen hat es auf beiden Seiten der Grenze auch noch ziemlich lange gedauert, bis die Vernunft der staatlichen Erklärungen wirklich in den Köpfen der Menschen angekommen war.
Es gibt viel zu tun.....
Habt es gut
Marielle
Es ist noch viel 'schlimmer'...das erst die Abschaffung des Patriarchats und männlicher Privilegien eine volle Gleichberechtigung der Menschen ermöglichen würde.
aus dem Artikel:
Frage: Die zweite Frauenbewegung hat die Geschlechterpolitik und -forschung hervorgebracht — und sich scheinbar selbst dabei im Laufe der Zeit abgeschafft oder zumindest geschwächt. Das politische Subjekt "Frau" ist erschüttert, muss sich seine politische Berechtigung mit LGTBIQ und seine (menschen-)rechtlichen Forderungen mit allen Diskriminierten dieser Welt teilen. Hat Gender den Feminismus "abgewickelt"?
Antwort: Nein. Die feministische Theoretikerin Joan Wallach Scott hat die feministischen Politiken in Frankreich seit der Französischen Revolution untersucht und festgestellt: Wir haben nur Paradoxien anzubieten. Und das gilt bis heute. Wir müssen uns politisch auf die Kategorie Frau berufen, um geschlechtlich bedingte Asymmetrien und Benachteiligungen politisch skandalisieren zu können. Gleichzeitig müssen wir uns dem widersetzen, damit wissen oder bestimmen zu können, was Frauen alles sind oder nicht sind. Politik funktioniert über Identifikation, über gemeinsame Interessen, daraus dürfen wir aber keine essentialistischen Fehlschlüsse ziehen. Auch wenn wir im Namen von Frauen Politik machen, können wir nicht definieren, wer diese Gruppe ist und was genau ihre Interessen und Anliegen sind. Judith Butler hat einmal gesagt, dass der Feminismus die Frauen braucht, aber nicht wissen muss, wer sie sind. Für einen aufgeklärten Feminismus muss daher immer dazugehören — und das ist vielleicht das, was Feminismus am stärksten von allen Emanzipationsbewegungen, die die Moderne hervorgebracht hat, unterscheidet —, dass er sich in jedem Moment immer wieder der Frage stellen muss: Wen meinen wir, welche Interessen vertreten wir?
Queer-feministische oder anarcho-feministische Ansätze beschäftigen sich schon eine ganze Weile mit dem Paradox, das sich ergibt weil Frauenrechte nur gefordert werden können wenn es Frauen gibt, die Anwendung dieser Kategorie aber schon aus sich selbst heraus ein Teil des Problems ist.
Ein diskutierter Lösungsansatz entspricht, so im groben jedenfalls, der Idee der Bonn-Kopenhagener Erklärungen zum Umgang mit den jeweiligen Minderheiten in Deutschland und Dänemark (Süd- und Nordschleswig). Die gehen vom Grundsatz des 'Gesinnungsprinzips' aus: Däne ist, wer sagt er sei Däne und Deutscher ist, wer sagt er sei Deutscher. Das führt dazu, dass die Dänen im deutschen Südschleswig zwar einen deutschen Pass haben, staatlicherseits aber trotzdem ungeprüft, also ohne das Kriterien bestehen, als Dänen angesehen werden und es deshalb dänische Schulen, Kindergärten, Büchereien usw. gibt, die aber wiederum allen, Dänen und Deutschen, offen stehen. Dieses Prinzip lässt sich relativ leicht auf die Geschlechterfrage übertragen; in der Theorie jedenfalls. In der Praxis haben Geschlechtszuweisungen und -abhängigkeiten offenbar eine wesentlich stärkere gesellschaftliche und individuelle Definitionsmacht als ein Pass. Und im gesellschaftlichen Miteinander von Dänen und Deutschen hat es auf beiden Seiten der Grenze auch noch ziemlich lange gedauert, bis die Vernunft der staatlichen Erklärungen wirklich in den Köpfen der Menschen angekommen war.
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Habt es gut
Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
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Ulrike-Marisa
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Re: Gender Studies "Gleichstellung ist nicht zum Nulltarif zu haben“
Moin,
...ja das mit der Bonn-Kopenhagener Erklärung könnte ein Lösungsansatz sein - gute Idee.
Gruß, Ulrike-Marisa
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Re: Gender Studies "Gleichstellung ist nicht zum Nulltarif zu haben“
Hallo zusammen, Ulrike,
ja, gute Ideen gibt' einige, aber wie es damit oft so ist: Vermutlich wird es, genau wie mit den Nord-und Südschleswigern, einfacher sein, eine staatliche Erklärung zur Entmachtung der Definitionen zu schaffen, als die Definitionen (sprich: Abgrenzungen) dann auch aus den Köpfen der Menschen zu bekommen. Es ist eben nicht leicht allgemeine Identifikationsregeln und das daraus ableitbare Verhalten durch individuelle Selbstbestimmung samt (Selbst- und Fremd-)Wertschätzung zu ersetzen, die in der Handhabung nunmal deutlich aufwendiger sind.
Habt es gut
Marielle
ja, gute Ideen gibt' einige, aber wie es damit oft so ist: Vermutlich wird es, genau wie mit den Nord-und Südschleswigern, einfacher sein, eine staatliche Erklärung zur Entmachtung der Definitionen zu schaffen, als die Definitionen (sprich: Abgrenzungen) dann auch aus den Köpfen der Menschen zu bekommen. Es ist eben nicht leicht allgemeine Identifikationsregeln und das daraus ableitbare Verhalten durch individuelle Selbstbestimmung samt (Selbst- und Fremd-)Wertschätzung zu ersetzen, die in der Handhabung nunmal deutlich aufwendiger sind.
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For the rising of the women, means the rising of the race
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Ulrike-Marisa
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Re: Gender Studies "Gleichstellung ist nicht zum Nulltarif zu haben“
...ja wie immer liegt das Problem dann im Detail der Umsetzung und im Beton in den Köpfen. Ne gute Idee finde ich es weiterhin und sollte in den fiktiven Forderungskatalog an die Politiker übernommen werden. Nichts scheint gefährlicher zu sein, als Menschen Selbstbestimmung zu gewähren. Wo kommen wir denn da hin, wenn jeder über sich selbst im klaren wäre und selbst entscheiden könnte was sie/er ist, denkt bestimmt so mancher politisch Verantwortliche im Geheimen ...
Gruß, Ulrike-Marisa
Gruß, Ulrike-Marisa
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Re: Gender Studies "Gleichstellung ist nicht zum Nulltarif zu haben“
Hi Ulrike,
das ist ja schon richtig positiv über Verantwortliche gedacht. Das könnten sie noch denken, wenn sie einen Sinn für Verantwortung haben (Stichwort: "Landesvater"). Aber ich habe den Eindruck, politisch Verantwortliche denken im Schema, wie bekomme ich die meisten Menschen unter Kontrolle (und damit hinter sie). Vielleicht sollte man ihnen zu verstehen geben, dass sie politisch dann besonders attraktiv sind, wenn sie den Menschen die Selbstbestimmung überlassen und nicht meinen, sie müssten alles vordenken ...
Ich fordere die Gleichstellung für alle Menschen, dann müssten Frauen und Männer abgeben ...
... und am Ende gewinnen. Denn davon profitiert jeder Mensch. Irgendwo braucht jeder Mensch die Selbstbestimmung.
das ist ja schon richtig positiv über Verantwortliche gedacht. Das könnten sie noch denken, wenn sie einen Sinn für Verantwortung haben (Stichwort: "Landesvater"). Aber ich habe den Eindruck, politisch Verantwortliche denken im Schema, wie bekomme ich die meisten Menschen unter Kontrolle (und damit hinter sie). Vielleicht sollte man ihnen zu verstehen geben, dass sie politisch dann besonders attraktiv sind, wenn sie den Menschen die Selbstbestimmung überlassen und nicht meinen, sie müssten alles vordenken ...
Ich fordere die Gleichstellung für alle Menschen, dann müssten Frauen und Männer abgeben ...
... und am Ende gewinnen. Denn davon profitiert jeder Mensch. Irgendwo braucht jeder Mensch die Selbstbestimmung.
Viele Grüße
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
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Ulrike-Marisa
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Re: Gender Studies "Gleichstellung ist nicht zum Nulltarif zu haben“
Hej Vicky Rose,
das wäre doch mal ein Ziel, versuchen wir Betroffenen es, zu verfolgen. Bei allem Unverständnis, das mir von verschieden Seiten , Familie etc. entgegen schlägt, versuche ich, mein Anliegen offen zu vertreten und meine Betroffenheit auch offen zu zeigen, soweit mir das möglich ist.
Gruß, Ulrike-Marisa
das wäre doch mal ein Ziel, versuchen wir Betroffenen es, zu verfolgen. Bei allem Unverständnis, das mir von verschieden Seiten , Familie etc. entgegen schlägt, versuche ich, mein Anliegen offen zu vertreten und meine Betroffenheit auch offen zu zeigen, soweit mir das möglich ist.
Gruß, Ulrike-Marisa