Vorurteile gegen Trans* und co
Vorurteile gegen Trans* und co

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
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martina

Re: Vorurteile gegen Trans* und co

Post 1 im Thema

Beitrag von martina »

Patricia. hat geschrieben:Vorurteile gibt es in vielen Bereichen

ja, unzweifelhaft.
Patricia. hat geschrieben:aber kaum ein Bereich ist von so vielen unreflektierten Vorurteilen geprägt, wie der der Trans*-menschen.
ob das nicht auch ein vorurteil ist? wer irgendein auffälliges verhalts- oder persönlichkeitsmerkmal hat, welches von den üblichen denkschemen abweicht, liefert damit schon den nährboden für vorurteile. jeder, den diese vorurteile treffen, wird diese als so unreflektiert empfinden, wie bei keinem anderen thema. entgehen kann man solchen vorurteilen nicht. aber entgegnen kann man, wenn es ein direktes gespräch ist. immer wieder danach fragen, regelrecht danach bohren, was denn der andere selbst empfindet, selbst denkt, mal ganz unabhängig von irgendwelchen von irgendwo eingebläuten denkmustern, die er nur nachplappert.
liebe grüsse
martina
Nicki
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Re: Vorurteile gegen Trans* und co

Post 2 im Thema

Beitrag von Nicki »

Patricia. hat geschrieben: B:"Du stehst doch auf Frauen/Männer, wäre es da nicht taktisch besser, ein/e Mann/Frau zu bleiben???"
Stellen sich diese Frage nicht viele Trans* Menschen selbst, die eine Transition in Erwägung ziehen?
ReaGirl

Re: Vorurteile gegen Trans* und co

Post 3 im Thema

Beitrag von ReaGirl »

Öhm von taktischem denken zu sprechen ob man nicht lieber das geschlecht bleibt nur den zukünftigen beziehungen zuliebe halte ich für fragwürdig. Hab mich das auch net gefragt was nun besser wäre sondern einfach irgendwann getan wie ich fühlte denn man macht es für sich net andere. Immerhin möchte ich vom zukünftigen Partner im richtigen Geschlecht behandelt werden. Da sind andere dinge wichtiger nachzudenken, ist es mir wert familie, freunde, job, stabile verhältnisse, gesundheitsschäden, usw. zu riskieren?

Zum thread selber, ich bin gott sei dank in einem vernünftigem Umfeld, mir kam keine dieser üblichen dämlichen Fragen unter ^^ klar wurde ich zumindest gefragt auf was ich denn "stehe", aber man will sich sicher nur informieren was zukünftig ihnen als Partner vorgestellt werden könnte ^^
Nicki
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Re: Vorurteile gegen Trans* und co

Post 4 im Thema

Beitrag von Nicki »

Also ich hinterfrage den Schritt einer Transition schon dahingehend, was mir wichtiger ist: Zu sein was ich (glaube zu) fühle(n) und dafür evtl. alleine alt werden zu müssen, oder lieber zu bleiben wie ich bin und dafür eine höhere Chancen zu haben, nicht alleine alt werden zu müssen.
ReaGirl

Re: Vorurteile gegen Trans* und co

Post 5 im Thema

Beitrag von ReaGirl »

Hat es davor mit beziehungen und intimität geklappt? Das ist möglicherweise der Unterschied. Ich wäre so und so alleine alt geworden, jetzt habe ich wenigstens eine Chance ;)
Nicki
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Re: Vorurteile gegen Trans* und co

Post 6 im Thema

Beitrag von Nicki »

ReaGirl hat geschrieben:Hat es davor mit beziehungen und intimität geklappt?
... hm! ... Auch wieder wahr...^^

PS: Sorry für OT! Bin schon ruhig... :D
Lina
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Re: Vorurteile gegen Trans* und co

Post 7 im Thema

Beitrag von Lina »

Ich wundere mich immer warum euch solche idioten über den Weg laufen die ganze Zeit. Ich zweifle nicht daran, dass es die en masse gibt, aber ich erlebe eigentlich extrem selten so was. Ich weiß nicht warum. Wenn es ausnahmsweise passiert - so einmal alle fünf Jahre - habe ich wirklich kein Problem damit, mitten im Gespräch mich von denen abzuwenden sie dumm da stehen lassen - und nicht weiter auf sie achten. Ich meine, es gibt ja wirklich Leute die sich so dumm verhalten und offensichtlich auch nicht schlauer werden möchten, dass es sinnlos sich weiter mit ihnen zu beschäftigen. Das würde, schätze ich, auf 80% der Leute die so dumm Fragen, zutreffen.

Zu dem hier
"Machst du das, um dir darauf einen runterzuholen?"

muss ich jedoch sagen: Das machen ja tatsächlich einige. Das sagen ja auch einige aus diesem Forum, dass sie tun. (Das ist ja nun mal ein Faktum - ich vestehe nicht warum wieder andere sich wild darüber aufregen, dass das ab und zu als Möglichkeit erwähnt wird.)

Die Frage ist aber so gestellt trotzdem so dermaßen unverschämt, dass niemand eigentlich eine höfliche Antwort daruf verdient haben, und die ist auch total irelevant, wenn es offensichtlich darum geht 24/7 in der Frauenidentität zu leben. Es dürfte doch eigentlich jedem ziwilisierten Menschen klar sein, dass man nicht einfach jemanden fragt wann, wie und weshalb oder ob er masturbiert. Solche Leute haben einfach keinen Anspruch auf eine Antwort.
Lina
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Re: Vorurteile gegen Trans* und co

Post 8 im Thema

Beitrag von Lina »

Wenn du mich eh zitierst, hättest du auch die folgenden drei Zeilen mit zitieren können, damit das Zitat auch wirklich sinn macht:

Die Frage ist aber so gestellt trotzdem so dermaßen unverschämt, dass niemand eigentlich eine höfliche Antwort daruf verdient haben, und die ist auch total irrelevant, wenn es offensichtlich darum geht 24/7 in der Frauenidentität zu leben. Es dürfte doch eigentlich jedem ziwilisierten Menschen klar sein, dass man nicht einfach jemanden fragt wann, wie und weshalb oder ob er masturbiert. Solche Leute haben einfach keinen Anspruch auf eine Antwort.

Und von dir
@Nur ein Teil dieser Äußerungen stammt von mir, aber diese Fragen ...


Mag ja sein, aber wenn man so liest was einige von sich geben - z.B. in Youtube - solche Idioten gibt es ja wirklich. Das komische ist nur, wie erwähnt, dass ich die im analogen deutschen Leben vielleicht einmal alle drei Jahre selber erlebe ...
nicole.f
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Re: Vorurteile gegen Trans* und co

Post 9 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Also ich kenne speziell diese seltsamen sexualisierten Fragen auch nicht, also eine Frage nach Selbstbefriedigung oder Ähnlichem.

Was ich allerdings schon erlebe, sind meist ehrlich gemeinte Fragen, die aus reiner Verunsicherung der fragenden Personen herrühren, z.B. nach der sexuellen Orientierung. Nach wie vor leben wir in einer heteronormativen Gesellschaft, was es verständlich macht, dass Mitmenschen bei einem Wechsel der geschlechtlichen Rolle/Identität annehmen oder sich zumindest fragen, ob sich dann damit auch die sexuelle Orientierung verändert.

Eine Transfrau hingegen zu fragen, ob man dies zur Erlangung irgendwelcher Privilegien anstreben würde, ist vollkommen unreflektiert und dumm. Für Transfrauen sieht es in der Realität eher so aus, dass man mit diesem Wechsel Privilegien aufgibt. Neben einer hetero- und cis-normativen Gesellschaft ist es nach wie vor auch so, dass wir in den meisten Lebensbereichen in einem Patriachat leben, d.h. Machtprivilegien von und für Männer. Das sind teils subtile aber auch teils ganz offensichtliche Unterschiede. Es ist schon besser geworden, aber eine völlige Gleichberechtigung von Männern und Frauen haben wir ganz sicher noch nicht erreicht. Mit der weiblichen Rolle, der Rolle als Frau, gibt das vormals als männlich angesehene Mitglied der Gesellschaft also Privilegien auf und gewinnt dafür keine neuen hinzu. Etwas anders könnte es für Transmänner aussehen und in einigen Bereichen klappt das auch, aber nicht in allen. Den Gewinn an Privilegien hebt oft die Trans* Vergangenheit wieder auf.

Verunsicherung löst auch oft die Angst bei Freunden und Bekannten aus, dass dies in der Tat nur eine Phase, ein Spleen, ein Tick, eine Marotte oder fixe Idee sein könnte. Wir alle kennen das ja eigentlich auch, jede_r verrennt sich schonmal in eine vollkommen durchgeknallte Idee, mit großem Feuereifer, überschäumend vor Motivation. Nur um dann ein paar Tage, Wochen oder Monate später festzustellen, dass die anderen, die einen davor warnten, doch recht hatten. Passiert. Ist mir zumindest auch schon mehr als einmal passiert und ich kann dazu stehen. Für Außenstehende ist es dann sehr schwer zu erkennen, welche Motivation tief in uns drinnen uns zu diesem drastischen Schritt treibt. Von außen betrachtet könnte man es für eine solche fixe Idee halten? Ich kann das schon verstehen. Es ist unglaublich schwer, diesen Menschen dann klar zu machen, dass das eben nicht so ist. Für Menschen, die selbst einmal Identitätskrisen mitgemacht haben, ist es etwas einfacher, als für Menschen, die selbst noch nie soetwas erlebt haben - oder bisher die Augen ganz fest vor soetwas verschlossen haben.

Am nervigsten für mich sind eigentlich die Fragen nach körperlichen Angleichungen - "Machst Du dann auch eine Geschlechtsumwandlung?" "Nimmst Du dann Hormone?" "Sind die Brüste echt?" und dergl. Das geht einfach niemanden etwas an und was das Wichtigste ist, es hat für andere keinerlei Bedeutung, es kann und sollte ihnen wirklich völlig egal sein, denn es sollte nur darum gehen, ob sie mich als Person und in der nun veränderten Rolle wahrnehmen und akzeptieren.

Liebe Grüße
nicole
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Re: Vorurteile gegen Trans* und co

Post 10 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo,

ich finde dass solche Fragen vor allem etwas über die Fragesteller aussagen. Und "unreflektiert" ist da noch eine eher freundliche Vokabel, die mir da in den Sinn kommt. Nach meiner Erfahrung hilft es auch nicht, mit solchen Fragestellern zu diskutieren und zu argumentieren. Wer nicht nachdenken will, den kann ich dazu auch nicht zwingen.

Als Konsequenz gehe ich solchen Leuten aus dem Weg. Es gibt nämlich genug andere Menschen, die sich mit dem Thema noch nie beschäftigt haben, sich aber erstmal schlau machen wollen. Da lohnt es sich, die Zeit und die Energie zu investieren.

Liebe Grüße

Anke
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Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)

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Re: Vorurteile gegen Trans* und co

Post 11 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

So derbe wie beschrieben, habe ich das noch nicht erlebt. Aber grundsätzlich denke ich, dass Menschen verunsichert werden, wenn sie mit einer Situation konfrontiert werden, die ihnen fremd ist. dafür habe ich Verständnis und ich versuche ein bisschen Aufklärungsarbeit zu leisten, was aber nur begrenzt gelingt. Steter Tropfen höhlt den Stein ist meine Devise.

Frechheiten und Übergriffe muss man nicht akzeptieren.
"Sind die Brüste echt?"
, vielleicht noch garniert mit einem "darf ich einmal anfassen ?", lassen auch mich das Gespräch beenden, was aber bisher noch nicht nötig war. Aber es wird immer Menschen geben, die eine scheinbare Überlegenheit auf Kosten anderer leben wollen.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
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Re: Vorurteile gegen Trans* und co

Post 12 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Ja, oft genug ist es wirklich stetige und geduldige Beharrlichkeit, die sich am ehesten auszahlt.
Mit dem Holzhammer bekommen wir das in keine Köpfe. Manchmal fällt es nur etwas schwer, die Fassung zu bewahren :)
Nach unglaublichen zwei Jahren hat es nun auch endlich mein Vater _angefangen_ zu verstehen - meine Mutter war schneller, sie brauchte "nur" ein Jahr!
Ist eben so. Solange sie sich in dieser Zeit trotzdem anständig verhalten, ist es auch nur halb so schlimm.

Was ich nur überhaupt nicht verstehen und akzeptieren kann, ist offene Aggressivität oder womöglich sogar Gewalt. Das ist mit nichts zu rechtfertigen. Wenn mir etwas nicht passt, dann kann ich immer auf dem Absatz umdrehen und meinem "Problem" aus dem Weg gehen. Es gibt keinen Grund, sich aggressiv oder gar gewalttätig zu verhalten.

Liebe Grüße
nicole
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Re: Vorurteile gegen Trans* und co

Post 13 im Thema

Beitrag von ab08 »

nicole.f hat geschrieben: Für Transfrauen sieht es in der Realität eher so aus, dass man mit diesem Wechsel Privilegien aufgibt. Neben einer hetero- und cis-normativen Gesellschaft ist es nach wie vor auch so, dass wir in den meisten Lebensbereichen in einem Patriachat leben, d.h. Machtprivilegien von und für Männer.
Hallo,

mit der Aussage kann ich was anfangen, danke Nicole!

- Zum Rest möchte ich anmerken: Früher (in den 60er Jahren) war Transsexualität meist nur in der Halbwelt sichtbar.
Aber bereits beim CO 1968 von Lynn Ann Conway, Professor of Electrical Engineering and Computer Science, Emerita, University of Michigan, Ann Arbor, Michigan,
Member, National Academy of Engineering https://de.wikipedia.org/wiki/Lynn_Conway begann sich der Wind doch ein wenig zu drehen...

Und meine Realität, was sicher auch an Alter und beruflicher Stellung liegt, sieht wirklich anders aus.
Gymnasien haben in der Regel bis zu 1000 Schüler. An drei Gymnasien war ich seit dem CO tätig. Zusätzlich habe ich zahlreiche andere Aufgaben.
Zunächst hatte ich dienstliche Schwierigkeiten ( vgl. http://www.queer.de/detail.php?article_id=25258 ), die Zwangspensionierung konnte aber rückgängig gemacht werden...
Vorurteile bei einzelnen Kolleginnen/Kollegen gab es sicher auch, aber die gibt es auch bei anderen Menschen z.B. bei Hautfarbe, Geschlecht etc.
An keinem Gymnasium, an dem ich tätig war, stellte die Tatsache, dass ich transsexuell bin, bei der Erfüllung meiner Aufgaben irgendwie ein Problem dar.
Es war/ist allgemein bekannt *), für manche sicher auch interessant, spielte/spielt aber im Alltag(!) keine Rolle.

Mit den Menschen, mit denen ich Kontakt habe, ist der Umgang relativ normal. Solche Sprüche hörte ich jedenfalls nie.
--> Es wäre für mich höchst amüsant, falls jemand sich in meiner Gegenwart doch zu so etwas hinreißen lassen würde.
Wahrscheinlich würde ich "spiegeln" also den Blödsinn wörtlich wiederholen und andere in meiner Umgebung fragen "Was meint ihr dazu?"

Liebe Grüße
Andrea

*) Bei einigen meiner jetzigen Schüler unterrichtete ich früher bereits ein Elternteil. Damals war die Anrede anders und im Jahresbericht stand ein anderer Vorname. :wink:
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Ergänzung, wie ich damals beim beruflichem CO einige Kollegen informierte:
Es geschah ausschließlich unter vier Augen: Noch in männlicher Rolle bat ich "Komm, gib mir mal die Hand!" Wir gaben uns die Hand.
Dann sah ich der Person in die Augen und meinte "Du hast gerade einer Kollegin die Hand gegeben!" Danach beantwortete ich ernst gemeinte Fragen.
Erläuterung: Frau war ich seit der Geburt. - Ich spielte aber die Rolle eines Mannes, weil es mir lange Zeit unvermeidlich erschien. Dass dies so war,
gebe ich heute freimütig zu und unterhalte mich, wenn ich gefragt werde, durchaus darüber. (Es lag sicher daran, dass ich die Umgebung als intolerant wahrnahm.)
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Hallo Patricia,
"A sagt B, dass er/sie sich im anderen Geschlecht wohler fühlen würde und eine Transition beginnen will."
So etwas hätte ich nie gesagt, weil es bei mir nicht die Wahrheit gewesen wäre. - Also nix mit meiner Realität zu tun hat.
LG
Andrea
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
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