Bigender - Wechselfrequenz
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Lebensplanung, Standorte
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JaquelineL
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Bigender - Wechselfrequenz

Post 1 im Thema

Beitrag von JaquelineL »

Hallo ihr Lieben,

Hier mal eine Fragestellung, die sind "nur" an die Bigender/"two-spirited"-Personen richtet:

Nachdem ich derzeit bewusst zu ergründen versuche, wie sich bei mir die weiblichen und männlichen Phasen aufteilen und die Übergänge verlaufen, interessiert mich sehr, wie es sich bei anderen "two-spiriteds" verhält. Eigentlich wäre es ein Fall für eine Umfrage, doch ich glaube nicht, dass ich wirklich alle Varianten als Antwortoptionen einfangen kann. Daher habe ich mich für die "Freitext"-Variante entschieden und würde mich über eure Antworten sehr freuen.
  • Kommen die Wechsel einfach so, gibt es einen euch bekannten Anlass oder könnt ihr den Wechsel sogar steuern?
  • Falls ihr es nicht beeinflussen könnt, wie lang sind eure typischen (m- bzw f-)Phasen und schwanken die Dauern signifikant?
  • Wenn es einen (bekannten) Anlass gibt, wie lange dauert es normalerweise, bis das wieder "abklingt"? Oder bleibt ihr jeweils im jeweiligen Modus, bis ein (bekannter) Anlass eintritt, der euch in den dann anderen Zustand wechseln lässt?
  • Wie erlebt ihr die Phase des Wechsels, wie lange dauern diese?
Ich meine von Anja hier im Forum gelesen zu haben, dass sie den Wechsel steuern kann... und einen Bericht über eine "dritte Person", bei der (ohne eigene Beeinflussung) Wechsel quasi im "Halbstundentakt" auftreten, habe ich auch noch in Erinnerung.

Um einmal mit einer Antwort vorzulegen:
  • Ich kann die Wechsel bislang nicht bewusst steuern
  • Mir ist kein Anlass oder Mechanismus bewusst, der den Wechsel auslöst
  • In der Regel dauern die jeweiligen Phasen mehrere Wochen bis Monate, wobei ich hinsichtlich der Schwankungsbreite bislang zu wenig bewusst beobachtete Phasen erlebt habe, um darüber Auskunft zu geben
  • Die Wechsel vollziehen sich über einige wenige Tage, wobei die jeweilige Ausgangslage "langsam abklingt" und ich dann irgendwann merke, dass ich hinreichend deutlich "im anderen Modus" bin. Also kein spontanes Umschalten, sondern ein gleitender Übergang.
Ich freue mich auf eure Antworten (so sie denn kommen (flo) )!

Liebe Grüße
Jackie
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Lampenschirm
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Re: Bigender - Wechselfrequenz

Post 2 im Thema

Beitrag von Lampenschirm »

Diese Frage finde ich sehr spannend. Mein Schatz kann mir dazu keine für mich verständliche Antwort geben, insofern bin ich sehr gespannt, was hier an Meldungen dazu kommt.
LG Lampe
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Lina
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Re: Bigender - Wechselfrequenz

Post 3 im Thema

Beitrag von Lina »

Ehrlich gesagt empfinde ich es gar nicht so, dass es wechselt. Ich schließe nich aus, dass es kann - bei bisexualtät ist es ja auch so, dass man mal mehr zur einen, mal zur anderen Seit neigt. Aber persönlich empfinde ich es so, dass es einfach Situationen gibt wo ich vielleicht reflexiv eher die männliche Seite hervortreten lasse und andere Situationen, wo es eher die weiblicher seite ist - Teile von meiner Psyche, die aber immer präsent sind.

Im Buch "Das Mona Lisa Syndrom" wird beschreiben, wie viele Bisexuelle zeitweise eher von Männern, zeitweise eher von Frauen angetörnt werden. Was diesen Wechsel auslöst, war nicht festzustellen.
JaquelineL
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Re: Bigender - Wechselfrequenz

Post 4 im Thema

Beitrag von JaquelineL »

Hallo Lina,

meine Antwort ist off-topic für diesen thread, lasst uns Begriffsdefinitionen woanders hin verlagern, aber da ich für meine "Umfrage" die Einschränkung auf "Bigender" gewählt hatte:
Lina hat geschrieben:Ehrlich gesagt empfinde ich es gar nicht so, dass es wechselt.
...wäre aber nicht genau ein empfundener Wechsel der Anlass, sich als Bigender einzuordnen? Eben dieses "zwei Seelen in meiner Brust", die jeweils für sich genommen Raum einnehmen? Daher doch auch der englischen Begriff "two-spirited"...

Liebe Grüße

Jackie
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Lina
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Re: Bigender - Wechselfrequenz

Post 5 im Thema

Beitrag von Lina »

Solange das kein Normbegriff ist - nein ich finde nicht, dass da ein spontaner Wechsel statt finden muss. Das kann genausogut die Fähigkeit sein, gut als beides wechselweise funktionieren zu können.
Marlene
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Re: Bigender - Wechselfrequenz

Post 6 im Thema

Beitrag von Marlene »

Moin Miteinander,
ein direktes Umschalten von einem Modus in den anderen stelle ich bei mir mittlerweile nicht mehr fest, seitdem ich den weiblichen Modus zulassen kann ohne mich dafür rechtfertigen zu müssen, zumindest was mein ganz privates Umfeld betrifft.
Ich trage überwiegend "weibliche" Kleidungsstücke zu allen Zeiten und befinde mich dadurch in einem guten Körpergefühl.
Totales Frau- Sein schließt dann natürlich auch das Schminken und alles sonstige ein und das hebe ich mir für Zeiten auf, in denen ich es dann auch in aller Ruhe sein kann, ohne Probleme der alltäglichen Art, die mich dabei beschäftigen würden.
Das ist dann wie Urlaub.

Ich habe das gerade erst vor wenigen Wochen gesehen, als mein betagter Vater plötzlich ins Krankenhaus mußte und es sehr schlecht um ihn aussah, da war das Thema urplötzlich ausgeblendet, obwohl ich trotzdem meine Frauensachen weiter trug. Aber der Kopf war nicht frei. Seitdem er wieder zu Hause ist, kommt das Gefühl langsam wieder in mir und es stellt sich Normalität ein.
Es ist dann in solchen Stuationen wie eine Art Überlebenskampf, die den Körper in eine Art Panikmodus versetzt, in dem nur das wichtig ist, was man zum Funktionieren braucht.

L.G. Marlene
melanie
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Re: Bigender - Wechselfrequenz

Post 7 im Thema

Beitrag von melanie »

Tach auch, allerseits...,

...und bei mir ist das so, dass es da keine Modi und auch keine Switches gibt, die beliebig auf Frau oder Mann umgelegt werden könnten.
"Mal bin ich Mann, mal bin ich Frau", das funktioniert so nicht, wenigstens bei mir nicht. Vielmehr ist es so, dass auf meinem mit allen maskulinen Merkmalen ausgestatteten Körper ein Kopf sitzt mit einem Gehirn, das zur guten Hälfte fühlt und denkt wie das einer Frau - soweit der Mann in mir sich das überhaupt vorstellen kann. (Hm ja, sehr schlicht und unwissenschaftlich ausgedrückt das ganze, kann es aber nicht besser erklären). Jedenfalls gibt es da nichts ein- oder aus- oder umzuschalten, es ist einfach so. Der Rest sind gesellschaftliche und anerzogene Zwänge und Gewohnheiten, meinen äußeren Merkmalen folgend wurde ich als Kerle erzogen und bin es halt geblieben. Aber die Frau in mir ist immer da und sucht sich ihre Freiräume, d. h. Zeit und Gelegenheit zum Schminken und tragen von Frauenkleidern, wann immer das geht. Und wenn ich dann wieder in die mir angestammte Männerrolle zurückkehre gibt es da kein umschalten oder so etwas. Melanie ist immer da, latent im Hinterkopf und wartend auf ihre nächste Gelegenheit. Dass diese Situation ein gewaltiges Spannungspotential beinhaltet, wissen wohl die meisten hier im Forum, und jede(r) muss der ganz individuellen Einstellung und natürlich auch dem persönlichen Umfeld Rechnung tragend entscheiden, wo und wie weit für ihn/sie die Prioritäten liegen. - Und schlussendlich den als gangbar gefundenen Weg gehen, mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen. "Umzuschalten" gibt es da nach meiner Wahrnehmung nichts. Gut oder nicht gut so? Es ist einfach so, wie es ist -

LG und bis bald mal wieder
Melanie
JaquelineL
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Re: Bigender - Wechselfrequenz

Post 8 im Thema

Beitrag von JaquelineL »

Hallo ihr Lieben,

2015 ist schon fast vorbei, es geht wieder einmal auf den Winter zu - und ich erlebe das erste Mal seit der "Phase 2013" wieder so etwas wie einen intensiven Umschwung. Ich bin zwar nie wirklich "nur Mann", aber alleine schon an meiner stärkeren Teilnahme hier können auch Außenstehende ablesen, dass "Jackie" momentan deutlich im Vordergrund steht.

Ich habe das sehr vermisst und genieße es um so mehr. Ich habe das Gefühl, dass meine weibliche Seite endlich erwachsen wurde und aus der "Teenie-Phase" herausgefunden hat und auch meine Partnerschaft hat sich positiv weiterentwickelt. Dadurch habe ich dieses Mal viel weniger Stress als die anderen Male und bin mehr als gespannt, was dieses Mal alles passiert und wie lange diese Phase anhält.

Liebe Grüße
Jackie
steffiSH
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Re: Bigender - Wechselfrequenz

Post 9 im Thema

Beitrag von steffiSH »

Marlene hat geschrieben:Ich habe das gerade erst vor wenigen Wochen gesehen, als mein betagter Vater plötzlich ins Krankenhaus mußte und es sehr schlecht um ihn aussah, da war das Thema urplötzlich ausgeblendet, obwohl ich trotzdem meine Frauensachen weiter trug.
Ja so ähnlich geht es mir auch ... Das ist dann wohl der kleine Unterschied zu den TS bei denen das vermute ich mal nicht in dieser Weise auftritt.
sum sum sum - no Latein
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