Hi Ihr lieben,
ich glaube es wird mal wieder Zeit für einen kurzen Bericht über den Stand der Dinge. Klar, ich schreibe nicht allzu viel im Forum und konzentriere mich mehr auf meinen eigenen Blog, aber dennoch finde ich dass es nicht schlecht wäre Euch auch mal wieder auf den Stand der Dinge zu bringen.
Wie Ihr vermutlich wisst, habe ich Silvester meinen Antrag für Vornames- und Personenstandsänderung (VÄ/PÄ) abgeschickt und ziemlich schnell sogar mein Anhörungstermin beim Amtsgericht in Nürnberg gehabt. Der Richter war total nett und ist voll auf mich eingegangen. Okay, er hat nicht einen einzigen meiner vorgeschlagenen Gutachter genommen, weil er sich das recht raus nimmt es selbst mit der Antragsstellerin zu entscheiden. Was ich übrigens durchaus legitim finde. So kam ich dann nun zu meinen Gutachtern. Vorteil sie sind viel näher als Gedacht. (sehr viel näher).
Gestern (Donnerstag) hatte ich dann sogar schon mein erstes Gutachter Gespräch - Gerade bei dem hatte ich dann auch ein wenig Bauchschmerzen, weil man von bestimmten Gutachtern schon im Vorfeld so einiges hört / liest - und bei diesem hieß es eben, dass er ziemlich lange für ein Gutachten braucht und es eben sehr sehr gründlich macht (so auch die Aussage des Richters) - Und ja, der Einstieg ins Gespräch war dann auch wirklich hart. Gleich mal voll ins Tiefe - Dabei hat ihn die Reaktion der anderen nicht Familienmitgliedern eigentlich recht wenig interessiert .. Auch das Mobbing hat ihn nicht wirklich tangiert. Viel mehr durchwühlten wir meine Kindheit und Jugend. Anscheinend so erfolgreich, dass er es geschafft hat Dinge hoch zu spülen, die ich erfolgreich verdrängt hatte. Auf jeden Fall muss es ihm wohl bestätigt haben in dem was er gesucht hat.
Das Schlimme war allerdings, das hat mich so durchgewühlt dass ich bei den Daten die dann danach kamen mich jeweils um eine Jahreszahl nach hinten vertan habe. Also quasi alles ein Jahr zu früh. Bleibt nur zu hoffen, dass es später nicht nachteilig ausgelegt wird. Ich mach mir vermutlich auch einfach wieder zu viele Gedanken. Die Kopfschmerzen die ich an dem Tag hatte wurde dadurch übrigens auch nicht gerade weniger. Na ja, wir hangelt uns dann mehr oder weniger ruckelig bis in den aktuellen Zeitpunkt und die Zukunft. Wobei ich ganz klar machte, dass egal wie sein Gutachten ausfällt ich keinen Schritt zurück machen werde. Ich hoffe und denke dass hat ihn dann doch etwas beeindruckt / gefallen - und er lies sich zu der Aussage hinreißen, dass er sich damit seiner Sache sicher ist und keine weiteren Termine braucht. Er wird das Gutachten in ca 10-14 Tagen fertig haben und es wird mir wohl gefallen. So seine Andeutungen. Allerdings wollte er danach noch die psychologische Testung machen, damit er ein gesichertes Gutachten machen kann und so wurde der Tag dann doch nochmal länger und ich war erst kurz nach 17.00 Uhr, mit heftigen Kopfschmerzen, wieder draußen.
So wirklich konnte ich mich also da nicht freuen, auch wenn es wohl sehr gut gelaufen ist. Keine weiteren Termine bei ihm (auch wenn er wirklich nett und kompetent war) und was viel wichtiger ist. Zu 99,99 % ein positives Gutachten *Jubel* Der Weg für meine VÄ/PÄ ist wahnsinniges Stück weit geebnet. Der Traum wird langsam greifbar!! Auf zum zweiten Gutachten - das muss ich wohl erstmal anrufen und ein Termin machen.
Thema Nummer #2 war dann die geplante geschlechtsangleichende Operation (GaOp) - Dafür hatte ich Heute (Freitag) ein Beratungsgespräch bei Dr. Schaff in München. Kurzes Fazit vor weg - ich habe bisher selten einen Arzt gehabt, der sich so sehr um mich bemüht hat wie er. Jede Frage hat er sich aufgeschlossen gestellt und mir die Sachverhalte an Hand von Bildern, Statistiken, etc. erklärt.- So dass wir geschlagene 2,5 Stunden beisammen saßen und alles durchgesprochen haben. Okay, ich weiß es gibt verschiedene Meinungen über Zuzahlung, Operationsmethode etc. - Aber ich finde es schon mal positiv wenn mir ein Arzt direkt sagt was Sache ist und nicht versucht irgendetwas schön zu reden. Ich sollte vielleicht dazu sagen, dass die Penile Inversion bei mir leider so ohne weiteres auf Grund einer ziemlich speziellen Beschneidung nicht ohne Hauttransplantation möglich sein wird. Und wenn es so gemacht wird, im Endeffekt schon fast der Methode von Dr. Schaff entspricht. Klar werde ich mir noch weitere Meinungen einholen, aber aktuell muss ich sagen dass es wohl auf die OP bei ihm hinauslaufen wird, da wir bereits einen einigermaßen guten Kompromis gefunden haben. Brainstorming sei dank. Auf jeden Fall habe ich mir schon einen OP-Termin geben lassen - nicht erschrecken, der wird aktuell erst im Juli 2019 sein. Was sich aber noch verkürzen kann. Aber lieber jetzt schon mal vormerken lassen, als nachher nicht dran zu kommen.
Als nächstes besuche ich dann wohl Dr. Liedl zum Thema. Ellen geht auf Rundreise
Aber wichtiger ist momentan erstmal die VÄ/PÄ - 2. Gutachten ich komme. Es wäre so schön, wenn ich bis zum Juli an meinem Geburtstag ganz offiziell Frau sein kann. Bis jetzt schaut es gut aus und dann feier ich so richtig.
Bis dahin ganz liebe Grüße
Ellen
Willst Du in Frieden mit dir selbst leben, versuche nicht mehr zu sein, als du bist, aber sei das, was du bist, ganz. - Richard Wagner