Hallo,Daenerys Targaryen hat geschrieben:Also... die Initiative der dgtI zitiert die SOC in Bezug auf die Neutralität der Gutachter, um Kinder und Jugendliche vor Konversionstherapien zu schützen, nimmt aber - verständlicherweise - keinen Bezug zur in den SOC angeführten Notwendigkeit der Erfassung der psychischen Gesundheit bei TS und der Empfehlung einer Psychotherapie. Nun kann man darüber diskutieren, ob das grundsätzliche Anführen der SOC, die eine Psychotherapie empfehlen, in erheblichem Maße die Glaubwürdigkeit eines Papiers unterminiert, das sich für die Abschaffung des Gutachterverfahrens einsetzt. Wer dies bejaht, muss den Fehler aber vor allem bei den Leuten suchen, die die SOC in ihrer Gesamtheit als verbindliche Richtlinien sowohl für die medizinische als auch die rechtliche Seite interpretieren und nicht bei der Initiative der dgti.
da bin ich schon bei Daenerys, trotzdem sind die SOC ein ziemlich heißes Eisen. Denn in der Praxis entfalten sie die Wirkung von verbindlichen Richtlinien. Die handelnden Akteure, also Krankenkassen, Krankenhäuser, Ärzte wollen bei dem was sie tun auch rechtlich auf der sicheren Seite sein. Und wenn es zu streitigen Rechtsfällen kommt, dann ist die Einhaltung solcher Standards ein wirkungsvoller Schutz. Umgekehrt wird ein Richter die Nichteinhaltung von Standards zumindest kritisch bewerten. Dann geht das sehr schnell zu Lasten eines Arztes, der nach bestem Wissen und Gewissen unbürokratisch helfen wollte. So etwas kann Existenzen zerstören und dann kann ich gut verstehen, dass sich kaum jemand darauf einlässt.
WPATH ist eben auch kein Interessenverband für Transsexuelle sondern für die, die mit der Behandlung von Transsexuellen ihre Brötchen verdienen. Und das schlägt sich auch in den SOC nieder.
Deshalb bin ich über den Bezug zu den SOC in der Initiative auch nicht glücklich.
Liebe Grüße
Anke