Outen
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Lebensplanung, Standorte
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Jasmin2112

Outen

Post 1 im Thema

Beitrag von Jasmin2112 »

Guten Morgen meine Lieben

Ich habe mal eine Frage. Wie war es, als ihr euch geoutet habt, dass ihr Mann/Frau sein möchtet? Wie hat das Umfeld bei euch reagiert?
eilinfox
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Re: Outen

Post 2 im Thema

Beitrag von eilinfox »

Ich hab es vor ein paar Tagen schon mal geschrieben.
Ich möchte nicht Frau sein, ich bin es.
Es geht ausschließlich darum, es auch ausleben zu können.
Sorry, wenn ich da etwas kleinlich bin.
Nun zur Frage:
Das Umfeld hat durchweg positiv reagiert. Die eigene Familie dagegen nicht und sämtliche Kontakte abgebrochen.
Ulrike-Marisa
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Re: Outen

Post 3 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin Jasmin,

..das waren immer wieder spannende und berührende Augenblicke wegen ihrer Ausschließlichkeit der rüber gebrachten Information. Meine Familie ist entsetzt gewesen und geblieben - no Chance - nur stillschweigende Duldung unter Auflagen und nicht im näheren Umfeld; eben Nutzung privater Freiräume und unter Ausschluß medizinischer Maßnahmen.
Arbeitskollegen und Gremien, wo ich mitarbeite, da wurde im Allgemeinen gelassen und positiv reagiert. Hinten herum gelästert wird immer, davon kann ausgegangen werden.

Gruß, Ulrike-Marisa ))):s

...es gibt nichts Gutes, außer frau/man tut es... :wink:
Ellen1975
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Re: Outen

Post 4 im Thema

Beitrag von Ellen1975 »

Hallo Jasmin,

wie Eilin schon geschrieben hat geht es beim Outing ja nicht darum, dass man ein bestimmtes Geschlecht sein möchte - sondern man ist es schon und möchte sich nicht weiter verstecken müssen. Was ganz schön belastend ist. Ok, nun aber zu Deiner Frage.

Bei mir haben es im Grunde alle sehr positiv aufgefasst. Viele äußerten dass sie sich jetzt endlich einen Reim darauf machen konnten, wieso ich mich früher verhalten habe etc.. Die Beste Äußerung kam allerdings von meinem Vater der beim Outing nur sagte: "Ist das Alles ? Ich dachte Du erzählt mir jetzt etwas von sterbenskrank oder so"

Ich sollte aber auch ehrlicherweise sagen es gibt auch Personen die damit so gar nicht zurecht kommen und den Kontakt abgebrochen haben. So habe
ich keinen Kontakt zu meinem Stief-Sohn (15) den ich über 11 Jahre wie einen eigenen Sohn aufgezogen habe. Wieso weshalb warum, möchte ich mich hier öffentlich nicht weiter äußern. Na ja, und meine Ex hat nur noch sporadischen Kontakt mit mir, da wir ein gemeinsames Kind haben, welches bei mir wohnt. Denn sie gibt es offen zu, dass sie ein großes Problem mit mir und meiner "kranken" Sache hat.

Ihre Mutter hat übrigens mittlerweile auch schon wieder etwas Kontakt gesucht, so dass vielleicht hier auch irgendwann wieder alles normal wird.

Aber Fakt ist der überwiegende Teil der Familie, Freund und Bekannte sind mir erhalten geblieben und unterstützen mich so gut sie können. Also geht es in die Richtung 99% positiv.

Hoffe das konnte Dir etwas helfen? Ansonsten gerne per PN

Liebe Grüße
Ellen
Willst Du in Frieden mit dir selbst leben, versuche nicht mehr zu sein, als du bist, aber sei das, was du bist, ganz. - Richard Wagner
ReaGirl

Re: Outen

Post 5 im Thema

Beitrag von ReaGirl »

Ich kann am 4. oktober darüber was schreiben, dann erfahren die ersten zwei familienmitglieder davon das ich ne Frau bin ^^ bald danach folgt outing 2 bei den anderen beiden am nähesten stehenden ^^ ich hab ihnen extra vorherschon die angst genommen das ich krank bin oder sowas und gesagt "es wäre nichts schlimmes,.. für mich" ;)
Ellen1975
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Re: Outen

Post 6 im Thema

Beitrag von Ellen1975 »

Hallo Sandra,
dann wünsche ich Dir alles Gute für Dein bevorstehendes Outing. Ich drücke Dir ganz arg die Daumen !

Liebe Grüße
Ellen
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JuliaS (†)
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Re: Outen

Post 7 im Thema

Beitrag von JuliaS (†) »

Auch ich wollte nicht, es war eine Notwendigkeit. Ich hatte ab dem Oktober 2014 nach und nach meinen Kollegen und die Kolleginne im Großraumbüro nach und nach informiert und ein paar Vertrauenswürdige ebenfalls. Am 5.1.2015 bin ich dann, schon in Frauenkleidung mit meiner damaligen Vorgesetzten, dem Personalratsvorsitzenden und dem Schwerbehindertenvertreter bei unserem Perssonalratssvorsitzenden erschienen und habe ihm mitgeteilt das er jetzt einen Angestellten weniger und eine Angestellte mehr zu verwalten habe. Nach kleineren Anlaufschwierigkeiten bin ich seit dem beruflich außschließlich Frau. Mein privates Umfeld hat es durchgängig positiv aufgenommen. Bis jetzt habe ich keine Kontaktabbrüche. Unter dem Strich hat es sich für mich gelohnt. Ich muss aber auch zugeben das ich ein großes Risiko eingegangen bin und durchaus die Möglichkeit bestand das es sich zur persönlichen Katastrophe entwickelt.

Gruß

Julia
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ab08
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Re: Outen

Post 8 im Thema

Beitrag von ab08 »

Hallo Jasmin,

zunächst eine sprachliche Korrektur. Wenn es die Person selber macht, nennt man es "Coming out".
Wenn es durch andere (in der Regel unerlaubt) erfolgt, nennt man es "Outen" der Person. (Also rechtwidrig...)

Mich zwang 2003 eine schwere Erkrankung dazu, endlich zu meiner wahren Identität zu stehen.
Der Entschluss erfolgte 2003, danach bereitete ich mich gründlich auf das CO vor und informierte ab 2007 Kinder und engere Familie.
Persönliche vier Augen-Gespräche --> durchweg positive Resonanz -- die Überraschung hielt sich in Grenzen :wink:
Juni 2008 informierte ich den Arbeitgeber. Es folgten erhebliche berufliche Schwierigkeiten, deren Lösung sich über Jahre hinzog.
(Seit Juni 2008 lebe ich offen als Frau. -- NÄ Ende 2008 -- PÄ (korrektes Geschlecht in Geburtsurkunde etc.) März 2011)

Die Unterstützung durch Familie, Kollegen und Berufverband half mir in der Zeit sehr...
Liebe Grüße
Andrea
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
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Re: Outen

Post 9 im Thema

Beitrag von Franka »

Hallo Jasmin,
angefangen hat alles in der Arbeit, wo ich bei Feierlichkeiten immer mal in Frauenkleidung schlüpfen sollte (wir haben fast nur weibliches Personal).
Ich habe dann den Mut gefunden meinen Kolleginnen zu erzählen, dass ich das Zuhause sowieso gerne tue und das für mich nichts neues ist. Durch durchweg positive Reaktionen bin ich dann immer mal in Frauenkleidung zur Arbeit gefahren. Das hin und her ging mir dann an die Nerven und so habe ich Silvester 2014 beschlossen nur noch Frauenkleider zu tragen.
Am Anfang gab es einige Probleme mit meinen Vorgesetzten, aber nach einigen Erklärungen und dank meines Dickkopfs ist das inzwischen Thema von gestern.
Nun musste ich mich natürlich auch in der Familie bekennen und da gab es zum Glück keine Probleme. Verluste durch mein Coming out gab es also keine, ich habe allerdings auch keine Freunde im engeren Sinne gehabt, da ich mich so gegen Überraschungsbesuche geschützt habe.Bei Nachbarn und hier im Ort (800 Einwohner) habe ich kein Coming out gehabt. Ich bin immer als Frau unterwegs und somit für jeden sichtbar, wer dann Fragen hat bekommt sie auch beantwortet, aber die wenigsten interessiert es wohl überhaupt. Jedenfalls ist bei den Essen in unserer einzigen Dorfkneipe an einigen Wochenenden noch niemand auf mich zugekommen, aber alle haben mich so behandelt wie sie es immer taten. Ich denke das ist auch ok und mehr erwarte ich ja auch gar nicht.
Das alles konnte ich natürlich nur, weil meine liebe Frau immer hinter allem gestanden hat und den Weg mit mir gemeinsam gegangen ist, dafür danke ich dir mein Schatz (he)

LG Dahlia
Wir bekommen mit unserer Geburt das Leben geschenkt, doch viele von uns haben noch nicht einmal das Geschenkpapier abgemacht.
Salmacis
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Re: Outen

Post 10 im Thema

Beitrag von Salmacis »

eilinfox hat geschrieben:... Ich möchte nicht Frau sein, ich bin es.
...
Sorry, wenn ich da etwas kleinlich bin ...
solche "kleinlichen" Aussagen stoßen "CIS-Menschen" teils vor den Kopf, da sie es nicht böse meinen und die ständige Belehrung ihnen die "Lust" auf das Thema versaut. Aber das nur am Rande... hier im Forum sind wir ja größtenteils unter uns.

Wie dem auch sei. Ich habe die Salami-Taktik angewandt. Jeder Person einzeln, alles Stück für Stück. Das gab mir Sicherheit :)
Andrea aus Sachsen
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Re: Outen

Post 11 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

.
Seit einigen Wochen lebe ich nun komplett als Frau und da weiß praktisch mein gesamtes Umfeld, also alle Leute, mit denen ich mehr oder weniger regelmäßig Kontakt habe, Bescheid. Bis auf eine einzige Ausnahme verliefen alle meine Outings positiv oder zumindest neutral.
Angefangen hatte es vor über 3 Jahren mit meiner Mutter. Ich berichtete darüber: http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... f=6&t=4120
Auch bei meiner Tochter ging es relativ problemlos über die Bühne: http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... 135#p91972
Die erwähnte Ausnahme war meine Exfrau: http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... 95#p100796 So kann es eben auch ausgehen, aber das ist zum Glück die Ausnahme!
Meine letzte größere Aktion dieser Art war die Information meiner Nachbarn mittels eines offenen Briefes. Auch hier bisher keine negativen Reaktionen! Ich kann also mit meinem Outing insgesamt zufrieden sein, so dass ich mich ärgern könnte, nicht schon viel eher damit begonnen zu haben.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
ReaGirl

Re: Outen

Post 12 im Thema

Beitrag von ReaGirl »

Ups hätte ich fast vergessen das ich hier ja was schreiben wollte ;)

War ja gestern bei meinem Vater & Stiefmutter.

Also am Anfang habe ich erwähnt, das seit 23 Jahren etwas in mir brodelt das ich seit zwei Jahren benennen kann und mir zunehmend Unbehagen bereitet. Habe nochma ausgeschlossen das es um Beruf oder meine Gesundheit (schwer krank) geht, aber trotzdem um mich direkt persönlich und damit verbunden auch mein gesamtes Umfeld. Danach habe ich ziehmlich herumgegluckst, mussi zugeben, es war enorm schwer "Ich bin Transsexuell, das heißt ich bin eine Frau in einem Männerkörper" über die Lippen zu bekommen, ich hatte so irre Angst vor den Reaktionen. Irgendwann hat dann mein Dad, ob der vielleicht schon direkten Hinweise, die Zügel in die Hand genommen und hat gefragt, "Hat es mit deinen langen haaren zu tun", ich bejahte, danach hat er noch etwas näheres gefragt habs nur leider wieder vergessen, ich bejahte wieder, und dann "Bist du unglücklich damit ein Mann zu sein"? Ich dachte ich falle echt aus allen Wolken O.o Ich bejahte wieder und meinte das er es sehr genau getroffen hat. Sie meinten dann davor hatte ich so Angst? Eine Familie hält zusammen was auch kommt! Ich hab se gleich ganz doll umarmt und gesagt wiiieee stolz ich auf sie bin! :)

Haben dann viel besprochen, wie das denn alles so ablaufen wird usw., danach haben wir uns noch über alles mögliche, das nicht mit dem thema zu tun hat als Abschluß unterhalten. Kanns bis heute kaum glauben und total euphorisch und freue mich so eine immense Last losgeworden zu sein. Irre!

Möchte das als positives Beispiel anführen, für Transmenschen, die dies noch vor sich haben und sich wie ich irrsinnig davor fürchten :) Es werden natürlich noch weitere folgen, da kann ebenso noch alles passieren, aber das hat mir schon Kraft und Mut gegeben und möchte so ein enorm positives Beispiel gerne weitergeben ;)
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