Umgang mit der Partnerin
Umgang mit der Partnerin

Intergeschlechtliche Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
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exuserin-2016-12-21

Re: Umgang mit der Partnerin

Post 1 im Thema

Beitrag von exuserin-2016-12-21 »

Hallo lieber Leidensgenosse,es ist nicht einfach auf all deiner Fragen eine Antwort zu geben. Jeder von uns ist speziell und vieles vermengt sich zu einem.
Diese Gefühlswelt die auf einmal aufbricht,und man weiß nicht was ploetzlich ,und unerwartet mit einem passiert?? Viele Fragen tun sich auf,aber die Antworten bleiben rar ,wenn nicht sogar unbeantwortet.
Ich lebe meine Gefühle und Empfindungen im versuchten Einklang mit meiner Frau,und ich bin glücklich ,so eine Frau zu haben die diese Situation mitlebt ,bekleidet aber auch kritisiert und teilweise ablehnt.
Dieser Glückliche der so eine Partnerin /Partner erwischt oder hat kann sich erstmal glücklich schätzen ,wenn wir mal schauen hier im Forum wieviel davon Single sind.Ich als Mann ineiner Heterobeziehung ,also die Liebe zur Frau ist unumkehrbar ,die bleibt . Jetzt aber wollte sich meine Partnerin in ein männliches Gegenstück verwandeln ,weil sie die Männlichkeit so liebt,wie würden wir den dann reagieren und mit umgehen ein Brusthaartoupet,Oberlippenbart,Kurzhaar,plattgedrückte Brüste usw. ... Man(n) ist das gewoehnungsbedürftig. Ich sage einfach "Toleranz " , und reden ,reden , reden..keine Heimlichkeiten und versuchen auf die Jahre zur Normalität werden lassen,im Beisein und auf Augenhoehe mit seinem Partner! )))(: (hs)
Feldmaus
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Re: Umgang mit der Partnerin

Post 2 im Thema

Beitrag von Feldmaus »

Hallo

Versuche doch mal dich einem Stammtisch anzuschließen und erstmal Erfahrungen zusammeln.Wenn deine Freundin möchte kann Sie mitgehen und sich dort mit einigen Personen übers Crossdressing unterhalten. Vielleicht sind auch einige Partnerinnen dabei, die deiner Freundin weiter helfen können.

Lg Daniela
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das Wesentliche bleibt für die Augen unsichtbar.(Antoine de saint-exupery)
Salmacis
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Re: Umgang mit der Partnerin

Post 3 im Thema

Beitrag von Salmacis »

Hi Explorer,

also es kann eine schwere Reise sein voller Angst und Missverständnisse... oh Gott, das erinnert mich an diese Werbung :D
Wie dem auch sei. Ich kann dir nur raten mit deiner Freundin weiterhin diesen tollen offenen Umgang zu pflegen. Klar wird es mal Zeiten geben in denen ihr beide kratzbürstig seid und auch manchmal hoffnungslos, aber wie gesagt: seid offen und ehrlich. Solange ihr euch liebt könnt ihr alles durchstehen!

Mein Therapeut sagte mir eines deutlich: Eine heterosexuelle Frau wünscht sich das Begehren ihres Partners zu spüren. Sie will die sein, die umgarnt wird, die erobert werden will.

Das heißt, sobald du in der weiblichen Rolle so sehr drin bist, dass du genau das willst, kann es zu Spannungen kommen. Vergiss nie, dass du mit einer Frau zusammen bist, die dich als Mann kennen und lieben gelernt hat. Versuch dich auch immer ein Stück weit in sie zu versetzen :)

Aber so wie du es beschreibst handhabt ihr sie Situation sehr gut :)
MEL
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Re: Umgang mit der Partnerin

Post 4 im Thema

Beitrag von MEL »

Hallo Explorer,

erstmal auch von mir ein herzliches Willkommen im Forum.

In deiner sehr aussagekräftigen Vorstellung finde ich mich in vielen Passagen wieder. Gerade in Bezug
auf meine Findungsphase und nach der Offenbarung meiner weiblichen Seite gegenüber meiner Frau (Dez.2011).

Da du deine Frau ja schon mit ins Boot geholt hast ist es wichtig, kontinuierlich mit ihr in dieser Thematik im Gespräch
zu bleiben und ihr das Gefühl zu geben, dass du zum Einen keine Alleingänge unternimmst, aber Ihr gleichwohl auch
eine massgebliche Rolle an deinem Seelenheil zukommt.
Und wenn dies eben das crosssdressing beinhaltet, dann bedeutet dies für den Fortbestand einer glücklichen Beziehung,
dass ihr dies in das zukünftige Leben so integrieren müsst, dass beide Seiten damit leben können.
Dies geschieht natürlich nicht per Fingerschnipp, das funktioniert nur step by step und setzt beiderseitige
Kompromissbereitschaft voraus. Aber es kann dann auch ein interessantes und belebendes Element sein! :()b

Dass dies gerade zu Beginn des Auslebens der weiblichen Seite des Partners (das Sexuelle mal außen vor lassend! 8) )
für die Partnerin mit vielen Ängsten und Sorgen verbunden ist, halte(n) ich(wir) für normal.

Meine Frau ist auch ein sehr toleranter Mensch und hat - entgegen meiner damaligen Einschätzung - meine weibliche Seite
nach dem outing sehr schnell toleriert und akzeptiert, nachdem ich ihr glaubhaft machen konnte, dass
- ich nicht transsexuell bin
- ich nur zeitweise meinen weiblichen Gefühlen nachgeben will/muss
- ich Sie unverändert liebe und als Frau begehre (auch in der "weiblichen Rolle" als MEL)
- ich auch als MEL nur dem weiblichen Geschlecht (sexuell gesehen) zugeneigt bin.

Auch deine Aussage:
Und sie hat manchmal Schwierigkeiten, wenn sie z.B. sagt dass ich auch als Frau eine echt tolle Figur habe - und gleichzeitig Angst hat, selbst als Frau nicht mithalten zu können. Sozusagen dass sie als echte Frau gegen eine "falsche Frau" den Kürzeren zieht.

kann ich aus unserer Beziehung bestätigen. Gut, genetisch bedingte Fakten wie Beinlänge (MEL ca. 103cm bei 184cm Körperlänge) lassen sich nicht wegdiskutieren, aber an der Figur und dem äußeren Erscheinungsbild läßt sich schon etwas
Kosmetik betreiben. Da hat meine Frau gerade in den vergangenen Monaten / Jahren erheblich an sich gearbeitet (aus freien
Stücken wohl bemerkt!), was aber nicht bedeutet, dass sie vorher nicht auf ihr Äußeres geachtet hätte.
Aber da MEL eben eher den feminin-eleganten Stil bevorzugt, war Sie (meine Frau) bestrebt,
bei den gemeinsamen Auftritten mit "ihrer Freundin" nicht als Mauerblümchen zu wirken.

Gerade Salmacis hat dazu auch eine treffende Aussage gemacht/zitiert.

Wir sind bei unseren gemeinsamen Frauentagen dann eben auch nur gute Freundinnen,
denn verstehen kann meine Frau meine Beweggründe nach wie vor nicht, geschweige denn,
dass sie sich dadurch sexuell angesprochen fühle (was aber nach fast vierzigjähriger Partnerschaft
eh nur eine maximal sekundäre Rolle spielt),
denn sie hat ihren Partner nun mal als Mann kennen und lieben gelernt!!

Da für Sie aber wahre Liebe auch bedeutet, dass es dem Partner gut geht und er sich in der Partnerschaft
(uneingeschränkt) wohl fühlt, sprich auch dessen Ecken und Kanten akzeptiert,
dann gehört für sie eben auch die Akzeptanz und dieses Ausleben seiner weiblichen Seite mit dazu.

Dafür liebe ich sie uneingeschränkt und bedauere eigentlich nur 2 Dinge:
Eben dass ich mich ihr nicht bedeutend eher anvertraut habe (~ 10 Jahre früher)
und ich/wir uns dahingehend selbst beschränken, meine weibliche Seite nicht gänzlich offen
(eben nicht im nachbarschaftlichen wie auch familiären Umfeld) zu zeigen und auszuleben.
Gut, mittlerweile wissen die erwachsenen Kinder und einige Freunde und Verwandte davon,
aber als Nicht-Transsexueller, eben Transvestit / Teilzeitfrau den Schritt komplett in die Öffentlichkeit zu wagen,
das sehe ich für mich (noch) als unüberwindbare Hürde.

Mein Gott, nu ist das wieder mal ein kleiner Roman geworden,
aber ich hoffe, ich konnte Dir - und vielleicht auch der/dem Ein oder Anderen Neuen hier - damit schon
mal etwas weiterhelfen?!

Also, lies dich weiter ein hier und suche den Austausch
und versuche deine Frau darin mit einzubinden.

Liebe Grüße

MEL
Anke
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Re: Umgang mit der Partnerin

Post 5 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo lieber Explorer,

zunächst möchte ich dir sagen, dass ich das Gefühl habe, dass Du das richtig angehst. Du bist offen, beziehst deine Partnerin ein, sprichst über deine Wünsche und setzt dich mit ihr auseinander. Bleib dabei.

Dass sie auch Ängste hat ist verständlich und normal. Auch wenn Du dir sicher bist, dass Du nicht transsexuell bist, die Befürchtung, dass Du irgendwann mal nur noch als Frau leben möchtest, ist sicher in ihrem Kopf.

Deshalb ist es wichtig, einen Schritt nach dem anderen zu gehen und sie dabei mitzunehmen. Dann versteht sie auch besser, was in dir vorgeht. Und für sie kann es ja auch Vorteile geben. Sie hat nicht nur einen Mann sondern noch zusätzlich eine Freundin. Ihr könnt doch bestimmt als Freundinnen viele schöne Sachen tun, die Spaß machen. Mit anderen Worten, wenn sie deine weibliche Seite als Bereicherung erlebt, werden auch ihre Ängste zurück gehen.

Also, nicht den Mut verlieren und ein Schritt nach dem anderen. So kannst Du deine Träume realisieren ohne sie zu überfordern. Ich drück dir die Daumen.

Liebe Grüße

Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.

Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)

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