Soll ich auf eine Entscheidung bezüglich meiner Ehe drängen?
Soll ich auf eine Entscheidung bezüglich meiner Ehe drängen? - # 2

Lebensplanung, Standorte
Andrea-Yvette
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Re: Soll ich auf eine Entscheidung bezüglich meiner Ehe drängen?

Post 16 im Thema

Beitrag von Andrea-Yvette »

Liebe Salmacis,

gar nicht. Überhaupt nicht. Das ist die erste, spontane Antwort darauf ohne gross darüber nachzudenken. Denn es käme komplett überraschend und unerwartet für mich.

Wir haben uns Anfang 2004 kennen gelernt. Nach knapp drei Monaten ist sie bei mir eingezogen und im Frühjahr 2005 haben wir zwei Wochen nach dem ich sie fragte geheiratet. Wir sind also gut 10 Jahre verheiratet. Den Schrank mit meinen Kleidern usw. habe ich ihr bereits rund 6 Wochen nach dem wir uns kennen lernten gezeigt. Sie weiss es von Anfang an. Damals sagte sie lediglich, dass sie nie etwas davon sehen oder mitbekommen möchte. Das hat sich zum Glück oder notgedrungen im laufe der letzten 2 Jahre sehr geändert.

Das sie Angst hat mich zu verlieren, hat sie mir schon früher gesagt. Wenn es eine andere (fremde) Frau wäre, könnte sie gegen diese um mich kämpfen.

Das wir schnell dazu tendieren, unsere Partner damit zu überfordern ist sicherlich richtig. Es ist ein gewisses Gefühlchaos. Erst eine gewisse Angst, Vorsicht bei jedem Schritt und dann auch eine Freude und Glück, ja eine gewisse Übertreibung wie in einer 2ten Pubertät. Diese Übertreibung kann ich auch als sehr schnelle Entwicklung beschreiben. Wobei das Ergebnis dann ggf. kaum zu meinem Alter oder dem eigentlich gewollten Ergebnis passt.

Die Fragen was für eine Wirkung das auf meine Frau ist oder was ihr durch den Kopf geht kann ich im Moment schlecht sagen. Da kommt dann manchmal die Aussage: "Du machst ja eh was du willst!" Meist wird aber zum Glück trotzdem diskutiert ob das, worum es geht passend und in Ordnung ist. Das ist mir selbst wichtig. Ihre Meinung zu erfahren. Zu wissen was sie denkt.

Das es Zeit braucht stimmt absolut. Zeit brauche ich auch selbst. Was würde es mir bringen Schritte zu gehen, die ich später bereue. Gleichzeitig kann ich es nur wissen, wenn ich es ausprobiere. Es ist ein gewisses "im Kreis drehen", überlegen: "was kann schlimmstenfalls passieren?" bis eine Entscheidung fällt. Logischerweise wissen wir alle dass das Leben endlich ist. Also auch die (meine) Zeit. Wie Du sagst, genauso wichtig ist die Kommunikation. Da bin ich sehr froh, dass ich mit meiner Frau ganz gut darüber reden kann.

Vielen Dank für Deine Gedanken und Denkanstösse

Liebe Grüsse

Andrea-Yvette
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Re: Soll ich auf eine Entscheidung bezüglich meiner Ehe drängen?

Post 17 im Thema

Beitrag von Andrea-Yvette »

Liebe Daniela,

ich bin echt froh, glücklich und dankbar für jede Sicht einer Partnerin, welche sich meldet und mir diese zuteil werden lässt. Das freut mich total. Denn es zeigt mir, wie sehr Ihr trotz allem zu Euren Partnern(innen) steht. Das macht mir Mut, dass dies möglich ist und vielleicht kann ich meine Frau dann ebenfalls leichter verstehen. Diesen Dank an Dich und Sunny musste ich jetzt erstmal loswerden.

Vorsichtig und geduldig will ich definitiv sein. Dies liegt auch in meinem eigenen Interesse und ich sehe es genauso, dass wir so die grössten Chancen haben. Ich habe ja bereits von meiner "Wunschliste" geschrieben. Davon wie ich gedanklich dann manchmal wieder weiter bin. Gleichzeitig ist es so, dass ich über alles erreichte froh und glücklich bin. Mir denke, ich geniesse den aktuellen Stand, lasse diesen bei mir/uns, unserem Umfeld zur Normalität werden und erst wieder weiter plane, wenn ich die bis dahin gewünschten Schritte erreicht habe.

Meine Absolute Hochachtung und Bewunderung, dass Du Saskia so weit begleitest. Das ist sicherlich alles andere als leicht. Ich wünsche Dir weiterhin die Kraft dazu. Euch beiden, dass es auch zukünftig gelingt und Ihr immer Lösungen findet.

Das mit den Freiräumen ist ein sehr wichtiger Aspekt. Das war für meine Frau Anfangs sehr schwer zu verstehen. Viel Glück und Erfolg Euch beiden dazu.

Viele liebe Grüsse

Andrea-Yvette
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Re: Soll ich auf eine Entscheidung bezüglich meiner Ehe drängen?

Post 18 im Thema

Beitrag von Andrea-Yvette »

Liebe Tatjana,

erstmal herzlichen Glückwunsch dazu, dass es bei Dir und Deiner Partnerin so gut klappt.
Tatjana_59 hat geschrieben:Wie weit dein Weg gehen wird kannst du vielleicht noch gar nicht abschätzen.
Genau. Das stimmt. Es ist der Wunsch da. Die Angst. Will ich es wirklich? Mach ich es richtig? Fragen/Zweifel/Wünsche und alles in ständigem Durcheinander.
Als Mailverkehr habe ich mich mal ähnlich wie nun hier mit Dir ausgetauscht — das Glück gehabt, dass mir ein Weg wie Deiner erzählt wurde, wofür ich sehr dankbar bin.
Dabei gab es eine ganz entscheidende Frage: "Was wäre, wenn es all die Äusserlichkeiten (Pumps/FSH/Kleider/etc.) nicht gäbe. Wenn ich in einem Stamm irgendwo in der Wildnis Afrikas lebte. Würde ich dann immer noch eine Frau sein wollen? Sind es die Äusserlichkeiten oder die Rolle?" Die Antwort welche ich mir selbst auf diese Frage in dem erwähnten Mailkontakt gab erschütterte mich gewaltig. Wahrscheinlich will ich diese immer noch nicht wahrhaben. Oder einfach nur komplett sicher sein. Manchmal flüchte ich auch davor. Stürze mich in Arbeit bis ich nicht mehr denken kann. Aber es kommt immer wieder. Ist einfach da. Diese andere, weibliche Seite.

Um mir klarer zu werden habe ich wie erwähnt den Termin im Oktober geplant. Irgendwie wird es mich hoffentlich weiter bringen. Mir helfen zumindest etwas klarer zu sehen. Vielleicht ist der offizielle Gang zum Psychologen über die Krankenkasse auch bereits eine Art eigene Vorentscheidung meinerseits. Eine Art selbst gestellte Diagnose, was ich vermeiden will oder dies doch irgendwann so tun "muss"?

Die Schritte, welche ich bislang gegangen bin und gehe, um als wichtigste die Haar-OP und die Bart-IPL zu nennen, sind mir wichtig um mir klarer zu werden. Um meine Erscheinung zu prüfen. Trotzdem ist es so, dass dies zumindest auch als Mann noch vertretbar ist. Gleichzeitig hat sich meine Garderobe verändert und erweitert sich immer mehr, soweit möglich. Ich geniesse das erreichte und bin wie bereits angesprochen sehr froh darüber. Als nächstes will ich an meiner Stimme und Bewegungsabläufen arbeiten. Das alles kostet Zeit, dauert und geht im Rückblick manchmal trotzdem sehr schnell. Je nachdem welche Ergebnisse ich sehe. Genau wie Du es beschreibst. Wie bereits angesprochen versuche ich eine gewisse finanzielle Absicherung hinzubekommen. Fraglich ist natürlich was sich schneller in meinem Leben verwirklicht. Meine weibliche Seite oder die finanzielle und berufliche "Sicherheit" und am wichtigsten natürlich die private — die Unterstützung und Liebe meiner Frau. Idealerweise soll alles gemeinsam perfekt laufen. Ja eine Planung und viele Überlegungen sind da. Trotzdem auch der Wunsch nach Sicherheit und der Beweglichkeit notfalls einen Schritt zurück gehen zu können, wenn ich es für richtig halte bzw. bis ich eine endgültig definitive Entscheidung getroffen habe oder diese treffen kann. Ich könnte schon fast sagen es ist ein Kampf aus Geduld, eigenem Abwarten und Abwägen sowie der Gewöhnung von uns beiden und unseres Umfeldes an meine von herzen gewünschten Veränderungen.

Das mit Deiner Hochzeit ist echt fantastisch. Da habe ich ganz schön gestaunt, als ich dies las. Respekt und herzlichsten Glückwunsch zu so einer Frau und Beziehung. Auch zum gesamten Verlauf in Deinem Umfeld. Insgesamt ist es für Dich echt super gelaufen. Sehr schön das so zu lesen. Klar gab es sicherlich einige Kämpfe. Wenn es anders wäre hätte ich kaum diesen Thread eröffnet.

Vielen Dank auch für Deine Wünsche. Die kann ich gut brauchen auf meinem Weg, den ich gehen werde. Alles Gute auch für Dich und Deine Frau, dass es weiter möglichst perfekt für Dich bzw. Euch läuft.

Ganz liebe Grüsse

Andrea-Yvette
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