12.Outdoorerlebnis am 02.08.15
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Monika
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12.Outdoorerlebnis am 02.08.15

Post 1 im Thema

Beitrag von Monika »

12. Outdoorerlebnis am 02.08.2015
EINE SCHLÜPFRIGE ANGELEGENHEIT

Nach einer langen Pause war es endlich wieder so weit. Das Dutzend ist voll. Herrlichster Sonnenschein sollte unser treuer Wegbegleiter an diesem schönen Tag werden. Eine wunderschöne Landschaft und eine schlüpfriges Thema war das hervorstechende Merkmal dieser Reise. Urlaubsgefühle in der Berglandschaft des "Bergischen Landes", so die genaue Bezeichnung, dieses Landstriches sorgten bei uns für zufriedene Gesichter. Wer waren den aber nun diesmal die "Herrschaften" die mit zufriedenen Gesichtern abends zu Bett gingen mit der bösen Gewissheit am nächsten Tag den Alltagstrott wieder zu erleben.
Die Teilnehmerzahl reduzierte sich diesmal auf zwei Personen. Das hatte aber Gründe, die leicht zu erklären sind. Unser ältestes Mädel unter uns "Golden Girls, Irmgard, lag in der Rehaklinik in Meerbusch und erholte sich dort von ihrem erlittenen Schlaganfall im Monat Juni. Dazu aber später mehr.

Hildegard erholte sich im Urlaub an der Ostsee, zusammen mit ihrem Sohn, Schwiegertochter und ihrer Enkelin. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, Oma Hildegard passte in der Ferienwohnung akribisch auf ihr Enkelkind auf, während die Eltern sich am Strand der Ostsee labten und sich die Sonnenstrahlen auf den Bauch scheinen ließen. (Wenn die Sonne überhaupt diesen Ort in Erwägung zieht). So sind die "Omas" nun mal. Ob es sich tatsächlich so abspielen wird, ist noch die große Unbekannte. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass schon bei der Hinfahrt der Familie, Oma Hildegard am Rande eines Nervenzusammenbruchs stand. Wer kennt nicht diesen Spruch "Wann sind wir endlich daaaa" welcher bestimmt schon nach 50 Kilometern der Hinfahrt erfolgen wird. Des Weiteren warnte ich Hildegard vor den Wetterkapriolen der Ostsee. Sie solle unbedingt für warme Kleidung vorsorgen, so jedenfalls mein Reden. Im Koffer gehören folgende Bekleidungsstücke (zumindest an der Ostsee). Südwester (Für die "Bergbauern" nun die Erklärung dieses für sie doch unbekannten Kleidungsstückes). Ein Südwester ist eine wasserdichte Kopfbedeckung für Seefahrer (Im Übrigen nebenbei gesagt: Hildegard kann nicht schwimmen, außer in der Badewanne, und auch nur mit vielen kleinen Quietsche-Entchen. Sohn Daniel war übrigens bei der Marine, deshalb wahrscheinlich seine Liebe zur See. Während seiner Dienstzeit überlebte er etliche Verteidigungsminister die regelmäßig und in ihrer kurzen Amtszeit ihren Hut nehmen mussten (Lag aber nicht an Daniel, glaube ich zumindest). Nun aber weiter zu der Erklärung: Er wird aus Öltuch oder Kunststoff als Obermaterial und teilweise Baumwolle hergestellt. Sie haben eine weite Krempe (Südwester nicht Hildegard, Hildegard hat nur einen weiten Mund), die hinten weit überhängt (die Krempe), damit Regenwasser nicht in die Kleidung laufen kann. Des Weiteren sind hohe Gummistiefel ein absolutes Muss. Warme Unterbekleidung (lange Unterhosen), sind ebenfalls ein unentbehrliches Utensil. Auf Badehandtücher kann verzichtet werden. Wegen evtl. Stromausfälle in der Unterkunft (Sturm und Hagel) wird empfohlen genügend Kerzen in den Urlaubskoffer einzupacken. Ebenso ist ein gewisser Konservendosenbestand unerlässlich.
Hildegard, ich wünsche dir einen schönen Urlaub. (Hildegard kann Spaß verstehen)

Des Weiteren musste unsere Hundedame "Sina" ebenfalls zu Hause bleiben. Sie darf nicht in die Rehaklinik hinein und auch das Gelände um die Klinik herum ist Atomwaffenfreie (Pardon) Hundefreie Zone.
Irmgard ist aus den bekannten Gründen nicht in der Lage, an diesem Erlebnis teilzunehmen. Wünsche ihr an dieser Stelle eine gute Genesung, verbunden mit der Hoffnung, dass es ihr bald besser geht, und sie an unseren weiteren Erlebnissen, in der Zukunft, teilhaben kann.
Ihr werdet euch fragen, wann ich endlich zu den "schlüpfrigen" und hocherotischen Momenten dieses Tages komme. Ich verstehe eure Ungeduld, aber ich muss weiter chronologisch vorgehen.

Wie sich also nun herausgestellt hat, sind an diesem Tag leider nur zwei Personen übriggeblieben. Aber die hatten es in sich und faustdick hinter den Ohren. Miss Monika und Petra wollten die Gegend unsicher machen.

Also, die "Miss Monika Reise und Touristik GmbH" lädt heute zu einer Zeitreise in die Vergangenheit ein. Der absolute Höhepunkt ist der Besuch der Ausstellung:
"Kleider, Körper & Dessous, 150 Jahre zwischen Anstand und Erotik"
Diese Veranstaltung findet statt im LVR-Industriemuseum Engelskirchen (Bergisches Land). Na habe ich euch zu viel versprochen? Es wird ein "heißes Eisen" angepackt. Ihr habt sicherlich Verständnis dafür, dass Jugendliche unter 18 Jahre diese Zeitreise nur eingeschränkt mitmachen dürfen. Wenn es so weit ist, möchte ich die Minderjährigen unter uns bitten, nicht weiterzulesen bzw. die Bilder zu betrachten, die ich mit meiner Fotokamera gemacht habe.
Aber alles der Reihe nach.

Zuerst müssen die Kleidungstechnischen Probleme gelöst werden. Die Kosmetikerin hat zwar ihr Studio mittlerweile fertiggestellt, ihr erinnert euch bestimmt an die baumaßnahmenden Begebenheiten in ihrer Praxis am 23.05.2015. Hildegard hat übrigens die Farbflecken an ihrer Hose nicht ganz abbekommen. Sie fristet ihr Dasein mittlerweile im "Museum für entartete Kunst". Ich meine die Hose, nicht Hildegard, um evtl. Missverständnissen vorzubeugen. Am heutigen Sonntag nahm die Kosmetikerin eine schöpferische Ruhepause. Ergo sollten die "Malerarbeiten" in meinem Pokerface, sowie das Wechseln der Kleidung in Petras Wohnung vollzogen werden. Petra hatte ihren Ehemann mittlerweile zur Arbeit geschickt (am Sonntag). Sie hatte auch schon am Samstagabend meine Fingernägel in leuchtenden Pink bearbeitet. Ihr Mann war mittlerweile vor dem Fernseher eingeschlafen, und so konnte sie ihre filigranen Fähigkeiten an mir auslassen. Zurück zum Sonntagmorgen. Auch wenn euch die Ungeduld übermannen sollte, die erotischen Begebenheiten kommen erst später. Das Scrollen mit der Maus zu dem eigentlichen Thema wird mit Gefängnis nicht unter zwei Jahren bestraft. Nur nebenbei bemerkt.

Nun aber weiter zur Einkleidungszeremonie. Entschieden habe ich mich diesmal für ein sommerliches Outfit (den Temperaturen angepasst)
Eine Bluse mit kurzem Arm, vorne im Knopfbereich leichte Rüschen (bin ja auch ein romantischer Typ (im pinken Blütenmuster und hellem Hintergrund). Dazu ein Pinkfarbener Rock, ital. Länge, gleichfarbige Pumps mit 5 cm hohem Pfennigabsatz. Unten drunter (passend zur bevorstehenden Ausstellung, ein altmodischer Long-Line BH. Für die Beine eine helle Stützstrumpfhose in 70 DEN für meine Gesundheit. Ein leichter Miederslip rundete das Ganze ab. Halskette, Armband und Ohrringe im gleichen Stil durften natürlich nicht fehlen. Da Petra auch schon fertig war, wurde erstmal gefrühstückt. Anschließend die obligatorischen Fotos meiner Person in entsprechendem, vorher angekündigtem Outfit.
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Nun konnte der Ausflug beginnen. Unser erstes Ziel war die Rehaklinik in Meerbusch (Entfernung 30 km), um Irmgard einen Besuch abzustatten. Trotz meiner "Verkleidung" erkannte sie mich sofort. Sie war ja bei den letzten zwei Ausflügen dabei. Nach einiger Zeit kam das Mittagessen, wo Petra ihre Mutter fütterte. Eigenhändig die Speisen zu sich zu nehmen, ist im Moment noch schwer möglich. In der Zwischenzeit ging ich nach draußen um eine zu "dampfen". Der Aschenbecher vor dem Krankenhaus war von nikotinabhängigen Zeitgenossen umlagert. Durchweg alles weibl. Personen. Es gesellte sich eine weitere "weibl." Person hinzu , meine Person. Konversation kam nicht zu Stande. Wollte ich auch nicht. Spätestens dann wäre meine "Tarnung" aufgeschmissen. Die Zigarettenstummel in den verschiedensten Farben durch die Lippenstifte zierten den Aschenbecher. Meine Wenigkeit eingeschlossen. Mittlerweile war das Mittagessen eingenommen und Petra und ich verabschiedeten uns von Irmgard und versprachen ihr sie beim nächsten Male wieder mitzunehmen. Sie schwärmte von den vergangenen Ausflügen in Utrecht(NL) und dem Münsterland und wollte so früh wie möglich wieder dabei sein. Ebenso lobte sie meine gelassene und ruhige Fahrweise mit dem Auto. Hörte ich gern. Ich will hoffen, dass sie uns zumindest mit dem Rollstuhl begleiten kann. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zum Schluss.
Nun geht es weiter auf unserer Tour. Ziel" Bergisches Land".
Das Bergische Land liegt südlich des Ruhrgebiets und westlich des Sauerlandes. Es war ehemals das deutsche Herzogtum Berg, was erklärt, dass das Bergische Land nicht nach seiner Landschaftsform benannt ist. Seine herrlich hügelige Landschaft mit mehreren Talsperren und Stauseen machen es zu einem Erholungsgebiet, welches intensiv von den Einwohnern des Ruhrgebietes genutzt wird. Für Motorradfahrer z. B. ist das Bergische Land aufgrund seiner kurvigen, schmalen, teils auch steil bergauf führenden Straßen in wunderschöne Täler oder durch dichte Waldstücke und größere oder kleinere Hochflächen äußerst attraktiv.
Wer Zeit und Muße hat, kann sich hier einige Impressionen aus dem Bergischen Land anschauen. Sehr sehenswert, und wer sich dieses Video anschaut kann verstehen, dass ich mich in dieser Landschaft regelrecht verliebt habe.
https://www.youtube.com/watch?v=K7fRIESb5SA
Nun fragt ihr euch auch sicherlich, ob es aus dem Bergischen Land typische Witze gibt. Hier ist einer:
Irgendwo im Bergischen!??
Kommt eine Bauersfrau zur Anzeigenabteilung des Regionalanzeigers "DER BERGISCHE REITERBOTE"
Bäuerin: Isch möt ne Anzeige aufjeben.
Redaktion: Was für eine denn?
Bäuerin: Todesanzeige
Redaktion: Was soll drin stehen?
Bäuerin: Mann tot
Redaktion: Da können sie aber mehr schreiben, ist ja nur eine Zeile, in der
billigsten Anzeige können sie zwei Zeilen schreiben.
Bäuerin: dat is jut, dann schreiben se:
Mann tot
Trecker zu verkaufen.
Dazu muss man wissen, dass im Bergischen Land nur das allernötigste Geredet wird. Also kurz und knapp und in einem ganz langsamen Tonfall. Bitte keine falschen Rückschüsse daraus ziehen. Die Bevölkerung ist hier sehr nett und zuvorkommend. Auch irgendwelche Vorurteile gegenüber meiner Person konnte ich in keiner Weise feststellen. Das Gegenteil ist hier der Fall. herrlich. Dazu strahlender Sonnenschein mit 25 Grad C.
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Nach der Nahrungszunahme peilten wir das nahegelegene Ziel an (im selben Ort). Dies sollte dann der absolute Höhepunkt unserer Tour am heutigen Tage werden. Die Spannung steigt, die Erwartung auch. Prompt blieb ich mit meinen zwar nicht hohen aber recht dünnen Bleistiftabsätzen im Kopfsteinpflaster hängen. Schlagartig kamen in mir wieder die Erinnerungen an vergangenen Outdoorerlebnissen wieder hoch. Dieses Problem versuchte ich so elegant wie möglich zu kaschieren. Aber seht selbst.
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Nun aber weiter auf unserer "Reise". Punkt zwei unserer Fahrt war das Städtchen Engelskirchen-Rommershausen im Bergischen Land. Entfernung 100 km. Ziel war eine gemütliche alte Gaststätte, welche ich bei meinen Recherchen im Internet herausgefunden hatte. Besonders gelobt wurde von den Gästen, welche ihre Meinung im Netz kundgetan hatten, die gutbürgerliche Küche mit wunderbaren Bratkartoffeln. (Ihr müsst wissen, dass man im "fortgeschrittenen Alter" sehr viel wert legt auf die innere Zufriedenheit des Magens. Sex spielt nur noch eine untergeordnete Rolle, und sollte nur noch im nächsten Leben seine Bedeutung haben). Ich nehme es vorweg: Köstlich, dazu Schnitzel in wohlschmeckender Sahnesauce und Salatteller. Wir nahmen auf dem Freigelände hinter dem Gasthaus Platz und tranken eine Latte Macchiato. Die Aussicht von unserem Platz war einfach

Nun aber schnell die Eintrittskarten an der Kasse entgegengenommen und zwei Bücher gekauft.
1. Ein Führer durch das Museum. Kostenpunkt 6 €
2. Mutter Corsage, Enthüllungen einer Dessous-Verkäuferin. Kosten 9,99 €
Nun aber erst einige Sätze vorweg.
"Modisch oder altbacken, gesund, hygienisch, funktional oder einfach nur sexy. Bei der Wäsche geht es einfach um die Frage der Perspektive und der Inszenierung: Was für den einen die Erfüllung seiner erotischen Träume ist, ist für manch anderen ein Liebestöter. Der Arzt sieht nur das Ungesunde Kleidungsstück, das nicht wärmt. Aus Sicht von Moral und Gesellschaft ist manches Wäschestück einfach nur unanständig und inakzeptabel, was ihre Trägerin aber nicht hindert, sich darin vielleicht besonders sexy zu finden-vielleicht auch nur heimlich. Und was Männer sehen (wollen), entspricht auch nicht immer dem, was Frauen sich von ihrer Wäsche vorstellen. Männer sehen anders, Frauen auch." (Quelle: Ausstellung : "Kleider, Körper & Dessous, 150 Jahre zwischen Anstand und Erotik" )
Nun werde ich meinen erhobenen Zeigefinger aber wieder senken. Wir sind ja schließlich nicht hier um moralische Begebenheiten zu erörtern. Lasst uns zusammen staunen über die "Fundstücke" die hier ausgestellt sind.
Das was uns im Eingangsbereich sofort auffiel, sind diese im wahrsten Dinge "Süßen Dessous". Sie bestehen aus Brausebonbons. Man kann sie lutschen, zerbeißen und, und, und.
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Lassen wir ein wenig die Phantasie spielen. Weiter auf unseren Rundgang
Bei diesem Korsett aus dem Jahre 1890 aus Baumwolle und Metall kann einem schon das Grauen kommen. Die armen Frauen, die dieses Folterinstrument tragen mussten oder auch wollten.
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Hier nun das krasse Gegenteil aus dem Jahr 2015 der Fa. Passionata aus Synthetik. Jeder soll sich sein eigenes Bild über die Zeitenwende machen.
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Kommen wir nun zu den sogenannten "Liebestötern"
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Nicht mein Geschmack, aber für Karneval sicherlich gut geeignet.
Es wird wieder eng. Im wahrsten Sinne des Wortes
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Kammerzofen um die Jahrhundertwende hatten einiges zu tun, um die Dame des Hauses zu "verpacken" bzw. zu schnüren.
Mein Hüfthalter bringt mich noch um.
Dieser berühmte Satz der Fa. Playtex kennt sicherlich fast jede Frau. Hier kommt er besonders zum "tragen"
Dieses Stück lag hinter einer einbruchsicheren Glasscheibe. Warum nur? Ist dieses Exponat zu wertvoll? Ich denke schon. Oder wollen doch einige Frauen dieses sicherlich stramme Stück einmal anprobieren. Umkleidekabinen gab es in dieser Ausstellung nicht.

Zwischendurch bemerkt. Mein Long-Line BH wurde auch mittlerweile immer nerviger. Trotz der angenehmen Raumtemperaturen. Oder lag es vielleicht an der Vorstellung, dieses bebilderte "Gerät" selbst tragen zu müssen.
Die Älteren unter uns werden sich vielleicht an diese Kombination aus BH und Hüfthalter erinnern. Eher aber nicht. Ich vermute mal 20 er Jahre.
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Ein unten offenes Korselett aus den 20 er Jahren Leider mit nur zwei Strumpfhalter für jedes Bein. Ich wäre damit sofort zur Schneiderin gefahren oder sogar gelaufen.
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Die fünfziger Jahre
"Petticoats und Nylonstrümpfe. Nach dem zweiten Weltkrieg führte der "New Look" zu einer Renaissance der formenden Wäscheteile. Spitztütenförmige Bügel oder Körbchen BHs sorgten für die gewünschte große Oberweite, Korsett und Hüfthalter für eine schmale Taille und runde Hüften. Vor allem bei jungen Frauen beliebt war die "Guepiere" (korsettähnlicher Miedergürtel), die die Taille noch um einige Zentimeter schlanker zur so genannten Wespentaille werden ließ und die Hüften noch etwas mehr betonte. Weite Petticoats aus neuen Kunststoffen wie Perlon und die begehrten, weil faltenfreien Strümpfen aus Nylon vervollständigten das neue Outfit." (Quelle: Ausstellung "Kleider, Körper & Dessous, 150 Jahre zwischen Anstand und Erotik" )
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Die sechziger und siebziger Jahre
"Dem weiblichen Frauentyp der 50 er setzten die 60 er das jugendliche Ideal der Kindfrau Twiggi entgegen. Dieser Typ brauchte keine Mieder oder Korseletts, verachtete diese Kleidungsstücke vielmehr als spießig. Viele Frauen , die sich aus der angestammten Geschlechterrolle zu emanzipieren suchten, lehnten diese Kleidungstücke ebenfalls ab — schienen sie doch Sinnbild der weiblichen Unterdrückung zu sein. Die Wäscheindustrie reagierte mit ganz neuen Büstenhaltern, die leicht, transparent und kaum formend waren, und damit einen natürlichen Eindruck vermitteln sollten. 1969 brachte Rudi Gernreich den No-Bra-Bra auf den Markt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Rudi_Gernreich
Eine Revolution in der Welt der Wäsche! Und dann erst die Erfindung der Strumpfhose die sich mit der Minimode die "Beine eroberte". Strumpfhalter, ob als Gürtel oder am Mieder befestigt, waren überflüssig geworden, Unterhosen "schrumpften" zum beinlosen Slip. Und alles wurde bunt." (Quelle: Ausstellung: "Kleider, Körper & Dessous, 150 Jahre zwischen Anstand und Erotik" )
Hier nun noch mal zwei "Marterinstrumente"
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Ein Miederwarenkatalog des Versandhauses Quelle aus den 30er Jahren. Man beachte bitte die Preise.
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Unverkennbar ein Korselett der Marke "Triumph" Davon habe ich auch noch mehrere in meinem priv. Bestand. Geht bei mir später in die Erbmasse ein. Entweder wird Petra sie später einmal selbst tragen, oder was ich eher vermute, für gutes Geld bei Eb.. versteigert.
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Nun werden wir etwas politisch.
Ich habe es immer schon geahnt, unsere Volksverdummer, Pardon, Volksvertreter, insbesondere aus den konservativen Kreisen, hatten schon immer einen, formulieren wir es mal so, etwas ausgefalleneren Geschmack. Vorsichtig ausgedrückt.
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Und nun kommt die absolute Krönung.
Unsere allseits beliebte und hochgeschätzte (ok, ich übertreibe jetzt etwas) Kanzlerin Angela Merkel in ihrer Reizwäsche.
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Nachdem ihr euch alle satt gesehen habt, bezüglich der Unterwäsche-Geflogenheiten unser Volksverd"¦, verflixt, Volksvertreter, wenden wir uns wieder den ernsten Themen zu.
Der Blick der Wäscheverkäuferin aus der BRD.
Man beachte dieses freundliche Lächeln in ihrem Gesicht. Sowas findet man heute nur noch selten.
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"Bis weit in die 1960 er Jahre, und vereinzelt darüber hinaus gab es traditionelle Wäschegeschäfte, die vor allem formende Wäsche wie Mieder und BHs in allen Variationen anboten. In diesen Geschäften waren Frauen unter sich und arbeiteten gewissermaßen gemeinsam an dem Geheimnis einer guten Figur. Verkäuferinnen berieten ihre Kundinnen bei der Auswahl ihrer intimsten Kleidungsstücke. Langjährige Erfahrung und Fachkompetenz waren Erforderlich, um mit einem Blick den Figurtyp der Kundin (ab und zu auch mal ein Kunde) abzuschätzen, ihre "Problemzonen" zu erkennen und ihr dann eine entsprechende Auswahl von Miedern und BHs vorzulegen. Da diese passgenau sitzen mussten, war eine Anprobe unerlässlich. Für die Kundin bedeutete dies einen Moment der Überwindung. "Aber fielen erst die Hüllen, dann fielen auch die Hemmungen". Die Frauen verlieren ihre Scheu, über ihre intimsten Sorgen und Nöte zu sprechen. Diskretion und Vertrauen prägten die Atmosphäre in dieser Frauenwelt." (Quelle: Ausstellung: "Kleider, Körper & Dessous, 150 Jahre zwischen Anstand und Erotik" )

Wichtig war die Präsentation der Warenauslage
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Fachkundige Beratung ist das A und O in dieser Branche.

Die Dame auf den Fotos war übrigens sehr geschäftstüchtig. Sie wusste sofort welche Körbchengröße bei meinem Astralkörperbau vonnöten war. Ebenso erkannte sah sie mit kennerischem Blick meine Unterbrustweite und Hüftbreite. Sie legte mir absolut zielsicher mehrere BHs, Korseletts und Hüfthalter auf die Ladentheke und forderte mich auf schon mal die Umkleidekabine zu betreten und meine Oberbekleidung abzulegen. Ich musste sie leider enttäuschen. Ich sagte ihr dass ich im Auftrag des Forums "lange Strümpfe" unterwegs sei, und eine Reportage über 150 Jahre Unterwäsche schreiben würde. Auf die Frage "Komme ich auch im Fernsehen", musste ich sie leider enttäuschen. Mit einem Kuss auf die Wange konnte ich sie aber trösten. Davon leider kein Bild. Diskretion ist hier geboten. Danach zeigte mir die bezaubernde Miederfachfrau die Auslage der "Zubehörartikel" für diverse Mieder. Strumpfbänder, Strapse in verschiedenen Ausführungen, BH-Verlängerungen usw.

Mit einem bezaubernden Lächeln auf den Lippen verabschiedete sie sich dann von mir, und steckte mir noch ein paar Strumpfhalter in meine Rocktasche und bemerkte sofort einen flaschenförmigen Gegenstand in meiner Tasche. Es kam sofort die Frage: Sind sie etwa ein heimlicher Trinker? Ich konnte dies mit gutem Gewissen verneinen.
Kenner meiner Outdoorerlebnisse werden sicherlich festgestellt haben, dass die Miederfachverkäuferin in Wirklichkeit Petra war, die sich selbst für kleine Scherze nicht zu schade ist. So muss es sein.
Ich hoffe, dass euch dieser kleine Rundgang durch die Geschichte der Unterbekleidung genauso gefallen hat wie Petra und mir.
Vorsichtig bewegte ich mich auf den Pflastersteinen zum Auto. Mittlerweile recht treffsicher in Punkto: Bodenbelag, erreichte ich dann Unfallfrei unser Gefährt. Da mich als Großstädter die Landschaft hier im Bergischen-Land so faszinierte fuhren wir die nächsten 50 Kilometer auf kleinen Landstraßen unserem nächsten Ziel entgegen. Schöne kleine Orte, von denen ich noch nie im Leben etwas gehört hatte, lagen auf unserer Strecke Richtung Remscheid. Auf einmal ging nichts mehr. Die Straße wurde von der freiwilligen Dorffeuerwehr gesperrt. Danach ist die Feuerwehr bestimmt zum Festzelt gelaufen um zu löschen. Den Durst natürlich. (Hoffe dass in dieser Zeit keine Brände ausbrechen würden, die den feierwütigen Männern keinen Strich durch die Rechnung macht). Schützenvereine aus allen kleinen Dörfern hatten sich zusammengefunden, um einen Umzug zum Festzelt zu unternehmen. Dieser Umzug war so groß, wie ein Karnevalsumzug in Köln zur närrischen Zeit. Ich konnte getrost den Motor des Autos abstellen und dem Treiben mitten auf der Straße in aller Ruhe zusehen. Es lohnte sich wirklich. Spielmannszüge aus allen Dörfern sorgten für gute Unterhaltung. Die Frauen der gekrönten Häupter trugen ihre beste Kleidung. Die Ehemänner (auch Grünröcke genannt) waren behangen mit Lametta (Orden). Die Kinder, alle wohl auch schon im Schützenverein, komplett in Weiß gekleidet. Dazu dieses herrliche Wetter. Alles passte perfekt. Hier nun einige Impressionen zu diesem Umzug.
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Das Prinzenpaar aus dem Jahre 2014 im offenen Kabriolett
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Das neue Prinzenpaar habe ich wohl deshalb verpasst, weil schon etliche Gruppen vor meiner Ankunft durchmarschiert sind. Trotzdem standen wir über 20 Minuten, bis alle Gruppen durchmarschiert sind. Wahrlich, eine schön anzusehende Auszeit. Nachdem die wohl noch nüchternen (so hoffe ich jedenfalls) Feuerwehrleute die Kreuzung wieder freigegeben haben, ging es auch für uns weiter.

Wir waren auf unserer Tour in Remscheid angelangt. Zum Glück hatten die Geschäfte heute am Sonntag zu. Ich hätte ja zu gerne noch einige Miederwarengeschäfte angesteuert. Inspiriert durch die Ausstellung in Engelskirchen wollte ich meine neu erworbenen Kenntnisse in Richtung Miederwaren in den Dessousgeschäften loswerden. Das ging nun leider nicht. Stattdessen taten wir dann etwas für unsere Figur. Wir aßen Eis in einer kleinen ital. Eisdiele. Leeeecker. Dazu eine Tasse Cappuccino. (Auch gut für die Figur).

Anschließend verzichteten wir weiterhin auf die Autobahn und fuhren auf schwach frequentierte Landstraßen. Erst in der Stadt "Essen", ich bekomme schon wieder Hunger,(Spruch: Was Krupp in Essen, sind wir im Trinken), fuhren wir die letzten 30 km auf der Autobahn der Heimat Duisburg entgegen.
Die Umkleidezeremonie erfolgte dann In Irmgards Wohnung, sie war ja leider Gottes verwaist. Anschließend brachte ich nun noch Petra nach Hause. Klaus (Petras Ehemann) fand ich in seinem Sessel schlafend vor seinem Fernseher. Merkwürdig, immer finde ich Klaus schlafend vor. Dabei kann man so viel auf meinen Touren erleben.
Nun hat auch dieses 12. Outdoorerlebnis ein glückliches Ende gefunden. Wir sind 11 Stunden unterwegs gewesen. Haben in dieser Zeit 270 km zurückgelegt und 3(in Worten: drei) Pfund zugenommen. Petra und ich zusammen. Jetzt wäre ein formendes Corsett wohl angebracht.

Mit lieben Grüßen
Monika

PS: Einige Bilder konnte ich aus urheberrechtlichen Gründen nicht einfügen.
Andrea aus Sachsen
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Re: 12.Outdoorerlebnis am 02.08.15

Post 2 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

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Hallo Monika,
danke erst mal, dass du dir eine solche Mühe mit deinen Berichten machst!
Die Ausstellung zur Geschichte der Unterwäsche kommt mir sehr bekannt vor. Die habe ich vor zwei Jahren im Chemnitzer Industriemuseum gesehen, natürlich auch im weiblichen Modus: http://web.saechsisches-industriemuseum ... scham.html
Für deine weiteren Outdooraktivitäten wünsche ich dir viel Spaß und dass dir nie die Ideen ausgehen.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Anne-Mette
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Re: 12.Outdoorerlebnis am 02.08.15

Post 3 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
PS: Einige Bilder konnte ich aus urheberrechtlichen Gründen nicht einfügen.
Überhaupt: die hätten auch - wie ich anderen UserInnen schon geschrieben habe - zwei Nummer kleiner sein können!
Auf kleineres Geräte passen die nicht rauf; außerdem ist die Ladezeit sehr lang.

... ein ausgewogenes Verhältnis von Bild und Text hätte ich schöner gefunden - auch von der Anzahl der Bilder.

Gruß
Anne-Mette
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