Umgang mit Gewalt-erfahrungen
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Lebensplanung, Standorte
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ab08
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Re: Umgang mit Gewalt„erfahrungen

Post 1 im Thema

Beitrag von ab08 »

Hallo,

leider schriebst Du nix über Dein Umfeld und die spezielle Örtlichkeit.
Zur direkten größeren Gewalterfahrung über absichtliches Anrempeln bzw. Anspucken hinaus kam es bei mir nie. ABER ähnliches wie
"Bist du n Mann oder ne Frau?!". Keine freundliche Nachfrage, sondern eine Spur Verachtung in der Stimme. und ähnliche Beleidigungen kenn ich.

Einige Beispiele: Vor einigen Jahren ging mich eine Gruppe von Männern im Münchner Hauptbahnhof unannehm an / Sommer 2014 hatte ich ein unschönes Erlebnis in der Nürnberger U-Bahn. -> Damals in München zog ich mich zurück. In Nürnberg hatte ich in der Situation keine vernünftige Strategie, daher suche ich nach dem Aussteigen, die Informations+Fahrkartenverkaufsstelle der VAG im Untergeschoss des Hauptbahnhofs auf und fragte nach. Heute ist mir bewußt, wo sich hier in Nbg in fahrerlosen und anderen U-Bahnen die Notfallknöpfe+Sprechanlage befinden, nämlich an jeder Tür.
- Bei Belästigung oder Beeinträchtigung der Fahrt sollte man draufdrücken und mit der Leitstelle, die per Kamera zugeschaltet ist, sprechen. Falls was vorkommt, würde ich dies heute ohne Zögern tun.
- Bei Vorkommnissen außerhalb, hab ja im Handy die Polizei gespeichert, würde ich die Beamten informieren.
- Falls es, wider Erwarten, Dienstpersonen sind, die unangemessen reagieren --> Dienstaufsichtsbeschwerde, da würde ich aber vorher einen Anwalt, z.B. meiner Rechtsschutzversicherung, einschalten...

Allerdings sammle ich keine Gewalterfahrungen, sondern meide solche Situationen.
Aber ich versteck mich deswegen nicht, sondern reagiere entsprechend, wenn nötig.
(Siehe oben!)

Liebe Grüße
Andrea

P.S. Wahrscheinlich hab ich es leichter, denn meiner Identität bin ich sicher: Ich bin eine (transsexuelle) Frau
Dazu steh ich und erkläre es, wenn nötig (Lehrerin :oops: ) --> Das Thema beschäftigte mich über Jahrzehnte. Ich weiß, dass es intersexuelle Menschen, Crossdresser usw. gibt.
Ich weiß aber auch, dass es in unserer Gesellschaft enge, begriffsstutzige + lernunwillige Menschen gibt, vor denen sich die anderen bisweilen schützen müssen.
Dazu gibt es in unserem Staat zum Glück Gesetze und die entsprechenden Institutionen. :wink:
Zuletzt geändert von ab08 am So 16. Aug 2015, 13:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Anne-Mette
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Re: Umgang mit Gewalt„erfahrungen

Post 2 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Morgen,

wir beschäftigten uns im Forum und während der Forumtreffen im Sonntagsclub in Berlin schön länger mit den Themen GEWALT und GEWALTPRÄVENTION.

2014 haben wir während des Forumtreffens eher die persönlichen Apekte beleuchtet, während es 2015 einen interessanten Workshop mit der staatsanwalschaftlichen Stelle in Berlin gab, die für "Hassverbrechen" zuständig ist. (http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... 34#p117934)
Offizielle Bezeichnung: Staatsanwaltschaft Berlin - Ansprechpartnerin für gleichgeschlechtliche Lebensweisen".
Auch ansonsten hat Berlin einiges an Beratungspotenzial zu bieten; im oberen Bereich des Portals habe ich Infos der Polizei verlinkt.
Das wird Dir vielleicht nicht weiterhelfen, wenn Du in einer anderen Stadt wohnst; aber möglicher Weise wird es auch dort ähnliche Angebote geben.

Ich bin mir sicher, dass unser Thema auch auf einem Forumtrefffen im nächsten Jahr eine Rolle spielen wird )))(:

Gruß
Anne-Mette
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Re: Umgang mit Gewalt„erfahrungen

Post 3 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2022-05-28 »

Hallo,
Ich weiß immer noch keine Antwort auf die Frage ob ich mann oder frau bin, kann noch nicht Mal sagen, weder noch.
Genau das spiegelt sich in Deiner Haltung unbewusst wieder und wird auch so von anderen interpretiert. Leider gibt es dann immer einige, die sich -besonders wenn sie in einer Gruppe unterwegs sind- profilieren wollen und Dich aufgrund der Unsicherheit als leichtes Opfer sehen.

Vielfach helfen dann solche Reaktionen wie von Dir beschrieben, bei Personen, die allerdings schon merklich betrunken oder bekifft sind ist eher davon abzuraten, da diese dann meistens aggressiver reagieren.

Am besten dann aus dem Weg gehen wenn möglich, ignorieren oder ggf. gezielt andere Passanten ansprechen.

Ich denke allerdings, das sich das mit der Zeit geben wird, wenn Du zu Dir selbst gefunden hast. Dann zeigst Du auch unbewusst eine Selbstsicherheit und das bemerken andere ebenfalls .

Die Phase der Selbsterkenntnis kann auch länger dauern, Du kannst nur in sofern etwas dazu tun, als dass Du intensive Gespräche mit anderen führst und in Dich selbst gehst. Stelle Dir z.B. Fragen wie : Was macht einen Mann, eine Frau aus? Was verkörpere ich von dem? Was wäre ich gern, wenn ich "zaubern" könnte? Führe auch ein Tagebuch und lies es ab und zu. auch das hilft viel über sich zu lernen.


LG Chrissie
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Nicoletta
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Re: Umgang mit Gewalt„erfahrungen

Post 4 im Thema

Beitrag von Nicoletta »

Hallo,

dazu fällt mir nur erst einmal ein, dass drei Uhr nachts sicher nicht eine Zeit ist, zu der eine genetische Frau alleine unterwegs wäre. Ich weiß ja nicht, wie Du gekleidet warst, jedenfalls solltest Du Dich aber, wenn Du als Frau unterwegs bist, an den stereotyp geprägten Gepflogenheiten von Frauen orientieren. Ich bin 1986 auch einmal verbal von einer Gruppe Jugendlicher angemacht worden, aber das war auch lange nach Mitternacht. Tagsüber gibt es keine Probleme, höchstens mal lange Blicke. Ausnahme sind in meinem Falle Kinder aus einer Familie, die man wohl asozial nennen darf hier in der Nachbarschaft. Längere Zeit haben die immer sich johlend auf mich gestürzt, versuchten, mich mit Fußball zu treffen, verfolgten mich bis zur Haustür. Ich sage asozial, weil sie auch sonst entsprechendes Verhalten zeigten, Pflanzen zerstörten, insgesamt aggressiv und destruktiv. Ich habe ihnen mal ein Buch über das Leben der Pflanzen geschenkt, hat vielleicht gewirkt. Seither haben sie keine Pflanzen mehr zerstört. Auch ich bin von ihnen seit Monaten nicht mehr belästigt worden. Ansonsten nur der allgemeine Rat: benimm Dich wie eine Frau, tu nichts, was eine genetische Frau nicht tun würde. Die meisten Probleme dürften dann gar nicht erst entstehen.

LG Nicoletta
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Re: Umgang mit Gewalt„erfahrungen

Post 5 im Thema

Beitrag von ab08 »

Q-Chromosom hat geschrieben:frage mich halt, wie andere Leute solche Sachen, die da passieren verarbeiten, weil ich es selbst nicht kann. Ich kann mich zwar in konkreten Situationen wehren, habe keine Angst, weiß aber hinterher nicht, wo ich das lassen, wie ich für mich drauf reagieren, mit den Erfahrungen umgehen kann. Versteht ihr was ich meine?
Jeder Mensch ist anders, jede Situation ist anders, aber ich schreib halt mal, was ich mach / bzw. wie ich normalerweise vorgehe:
Wenn was vorkommt, rede ich über solche Dinge an meinen Dienststellen und privat mit möglichst vielen Personen, hol mir also Rat, wo es irgend geht.
Bzgl. Behörden etc. hab ich den Vorteil, dass ich recht bekannt bin. Das hat zur Folge, dass ich meist genügend Leute finde, die mich unterstützen.
Bin eine (transsexuelle) Frau, trotzdem beruflich erfolgreich, hat sicher damit zu tun, dass mir bewußt war, dass ich neben Selbstbewußtsein
auch ein stabiles Netz von Freunden brauche, um in unserer Gesellschaft zu bestehen...

Liebe Grüße
Andrea
Zuletzt geändert von ab08 am Mo 17. Aug 2015, 15:12, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Umgang mit Gewalt„erfahrungen

Post 6 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Lina
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Re: Umgang mit Gewalt„erfahrungen

Post 7 im Thema

Beitrag von Lina »

Q,
wie unhoeflich es auch sein mag, dich zehn Minuten dumm anzuglotzen und befragen - warum belaestigst du die Polizei damit?
Lina
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Re: Umgang mit Gewalt„erfahrungen

Post 8 im Thema

Beitrag von Lina »

"Lies doch mal nach" ... ??? (Wer bist du denn?)

Und welchen Unterschied soll das machen, wie oft ich es wieder lese. Aoß uch wenn Politzisten sich auch nicht optimal verhalten, ändert es ja nicht wirlich was daran, dass ein Verstoß gegen geltendes Recht vorliegen muss, damit die sich zuständig sind. Dummes Benehmen ist nun mal nicht kein Verstoß gegen irgend ein Gesetz.

Sonst erklär mir doch mal, was es bringen soll zu versuchen die Verantwortung irgendwohin verlagern zu wollen, wo sie nicht hin gehört. Die Headline lautet "Umgang mit Gewalt-Erfahrungen". Das erweckt doch irgendwie eine gewisse Erwartungshaltung zum Thread-Thema. Ich könnte viel zu dem Thema sagen - da habe ich schon reichlich Erfahrung. Aber eigentlich ist alles mit zwei Worten gesagt: Flucht oder Kampf.

Gut, dummes Benehmen kann eine Vorstufe dazu sein, muss aber nicht. Und so lange keine konkrete Drohung vorliegt ist es auch keine Straftat, die weder gewalttätiges Benehmen juristisch berechtigt noch sonstige zwangsmaßnahmen. Das ist eher ein Fall für die Anwendung von schwarzer Retorik. Ich tippe, selbst dafür gibt es VHS-Kurse. Wenn nicht preiswert bei der VHS, dann gibt es die wo anders.

Fein, ich finde auch, dass viele Leute sich ziemlich Scheiße benehmen - aber wie man mit denen umgeht, dafür ist man wirklich selber verantwortlich. Klar, ich weiß, das fordert Übung. Die bekommt man aber nur indem man sich selber mit dem Problem befasst und nicht die Verantwortung einfach auf andere verlagert.

Und was Gewalt betrifft: Wenn tatsächlich ein Angriff im Gange ist, gilt eigentlich immer folgendes. Wenn die Polizei da wäre, gäbe es vermutlich keinen Angriff. Es gibt also nur zwei Möglichkeiten - flüchten oder mit aller Entschlossenheit los legen und bereit sein Leute zu verletzen. Über die Polizei kann man eigentlich da alles vergessen. Hinterher ist es vielleicht sogar einfacher, wenn die gar nicht davon erfahren ...

Nur, wie oft passiert so was völlig überrachend? Faktum ist doch, dass die meisten Schiss haben selber die Party zu öffnen. Deshalb kommen erst die dummen Sprüche, dann vielleicht Drohungen, die aus "Wortgefechten" entspringen. Wie beim Bungeespringen. Die trauen sich nicht zu springen und brauchen den letzten Impuls. Einen Windstoß. Sozialen Druck. Tritt in den Hintern vom Instructor ... Niemand macht Bungeespringen, der nicht Höhenängste hat. Die mögen zwar eben gerade überwindbar sein, aber sie sind da.
Der Idiot steht also da, macht vielleicht dumme Sprüche, vielleicht sogar Drohungen, die sogar Straftatbestände sind, wenn man die Beweisen könnte. Der hofft auf eine Reaktion, die eine Reflexhandlung auslöst, damit er nicht bewusst handeln muss. Wenn er sich das trauen würde, hätte er es schon getan. Oder er traut sich, wenn er sein Opfer eingeschüchtert hat.

So, was glaubst du also wird passeren, wenn man nichts sagt, man steht oder sitzt nur da, schaut ihn an und stellt sich schon vor womit und wie sehr man ihn schwer verletzen kann. Mit Händen. Einer Flasche. Der Nagelfeile oder gar einer Haarbürste. Einer Tasse brühend heiße Kaffee Latte und hinterher der Bialetti Kanne vom Regal auf den Kopf. Einer Gabel. Waffen gibt es genug - liegen überall rum. Und zur Hölle mit seinen Freunden. Der, er anfangen will, wird das Ende nicht mit erleben. Interessanterweise muss man nicht viel dazu sagen. Wenn ich gelegentlich in der Stimmung war, hat mich zumindest noch niemand angegriffen. - Inzwischen weiß ich viel mehr über die Körpersprache und dass die innere Stimmung einfach nicht zu verbergen ist. Ohne Worte werden die wissen, was los ist. (Und es liegt bestimmt nicht an meiner Größe). Mehr muss ich eigentlich selten tun. Es lässt sich aber nicht faken - man muss es schon ernst meinen.

Und wenn Tatsächlich mal überraschend ein Angriff kommt - ja, entweder haben die einen erwischt oder Flucht oder Kampf. Mehr gibt es da nicht. Es kommt immer wenn man es nicht erwartet - ist ja logisch. Wenn man es erwarten würde, wäre man ja ziemlich blöd, wenn man es passieren lassen würde, oder? Wei letztes Jahr, am Jungfernstieg, Hamburg zum CSD!!! Ausgerechnet da ... Wo ich natürlich en femme war. Irgend ein Idiot streckt völlig überraschend die Hand nach vorn um mich anzupacken, evtl. zu begrapschen - oder was auch immer. Ziemlich dämlich, da ich da keine Zeit zum überlegen habe, sondern nur reagiere. Wie es seine Hand hinterher ging, weiß ich nicht. Es hat zumindest ganz schön geknallt in seinen Knochen. Zum Glück blieb er weder vor mir stehen noch kam er näher, sondern machte eher einen Schritt an mir vorbei. Keine Ahnung, was er erwartet hätte. DAS auf jeden Fall nicht. Ob er kapiert hat, was hätte passieren können, bezweifle ich aber.

Aber zur Polizei rennen wo kein beweisbarer Straftatbestand überhaupt in Sicht ist, womöglich auch darüber jammern, dass sie nichts tun - das ist einfach lächerlich. Da können die nichts tun - und das ist auch gut so.


Manchmal wundert es mich überhaupt, wie ihr darauf kommt, dass jemand da sein soll und auf euch aufpassen. Ich meine, es wäre ja schön, wenn es so wäre. Aber wo, wann, wie oft habt ihr das denn in Praxis erlebt? Von Euren Eltern? Dem großen Bruder? (Und wer schützt ihn?) Oder wo habt ihr es her?

Ich habe es zumndest äußerst selten erlebt. Ganz extrem selten. Ich gehe immer davon aus, dass ich auf mich selbst aufpassen muss. Und Polizei? Wird einbezogen wenn es einen nachweisbaren Tatbestand gibt. Aber ohne Wunder von denen zu erwarten.
Magdalena
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Re: Umgang mit Gewalt„erfahrungen

Post 9 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo,

es ist zwar ärgerlich belästigt zu werden. Das passiert aber Bio-Frauen genauso. Warum auch immer, ist es der knapp unterm Po endende Rock oder die Frau allgemein. Doch wie gehen ich damit um. Zunächst ist mir die eigene Ausstrahlung wichtig. Übertrieben geschminkt, zu auffällig gekleidet zieht immer die Blicke an. Wenn ich als Frau unterwegs bin, dann versuche ich auch die selbstsicher als Frau aufzutreten. Meine eigene Unsicherheit, wer oder was bin ich, spühren die anderen und je nach Situation wird es ausgenutzt. Mit offen Augen durch die Stadt gehen und möglichst früh erkennen, wo es Ärger geben könnte, zum Beispiel angetrunken Personen. Und dann dem entsprechend reagieren bevor es zu unliebsamen Begegungen kommt. Auch nicht immer auf manch blöde Anmache einsteigen, einfach weiter gehen. Und ich muss ehrliche gestehen, dass ich Orte, welche für intolerrantes und zum Teil auch gewaltbereites Publukum steht, meide.
Und in den letzten Jahre hatte ich so auch keine Begegungen mit Leuten die aggressiv gegenüberstanden. Von blöden Sprüchen abgesehen.

Viele Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.
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