...beichten weiß ich nicht, ob das der richtige Begriff für dein Vorhaben ist und richtig gute Tips hat vermutlich auch keine/r so schnell auf Lager, da jede Beziehung/Ehe ganz unterschiedliche Voraussetzungen bietet für ein Gespräch oder eine Auseinandersetzung mit solch einem doch eher schwierigen Thema.
Grundsätzlich muss jede/r, der sich mit der Thematik befasst und anderen etwas über eigene Wünsche und Gefühle vermitteln will, beachten, dass gesagte Worte nicht zurückgenommen werden können. Sich zu outen hat schon etwas endgültiges für die Adressaten und das Umfeld. Trotzdem kann es ein erster Schritt sein, mit deiner Frau offen darüber zu sprechen, dass du auch weibliche Gefühle und Wünsche hast. Dabei ist sicher zu berücksichtigen, die Partnerin damit nicht gleich zu überfordern und das Thema quasi mit dem Dampfhammer einzubringen und vorzutragen. Zeit für Verständnis- und Meinungsbildung ist unbedingt einzuplanen. Da geht nichts ganz schnell und konfliktfrei meist schon gar nicht. Mit diesen vielleicht auch neuen wünschen und Gefühlen kannst du die Welt für deine Frau auf den Kopf stellen, da sie eine bestimmte Vorstellung davon hat, wie du als Ehepartner sein sollst und auch das Leben allgemein gesehen als Mann und Frau verlaufen soll. Und nun kommst du mit solchen Gedanken und Forderungen - das ist meist für die Partnerin schon ein Schock, der erst mal behutsam aufgearbeitet werden soll. Nein schnelle Tips gibt es da bestimmt nicht und du musst auch tief in dich hineinhorchen, was du eigentlich empfindest, willst oder fühlst. Das ist ein Prozess der inneren Erkenntnis, der wiederum die Grundlage für ein weiteres Vorgehen sein kann. Du muss dir also erst über dich selbst im Klaren sein, ehe du an die Öffentlichkeit der Familie etc. gehst. Das geht nicht von heute auf morgen und kann seine Zeit dauern, in der ihr beide versuchen könnt, mit dieser neuen Lebenswirklichkeit verantwortlich umzugehen. Mir hat das Internet mit seiner Fülle an Informationen und Fachbücher geholfen, mir ein Bild von der Thematik in heutiger Sicht zu machen. In meiner Jugendzeit vor 40-50 Jahren war das noch kein Thema, über das jemand offen gesprochen hätte (können). Das gab es nicht. Späte Erkenntnis ist aber besser als gar keine und sich verleugnen zu müssen kann auch kein ziel mehr sein; da sind wir heute doch irgendwie weiter. Geholfen hat mir auch die Mitarbeit in einer Selbsthilfegruppe; da gibt es immer offenen Ohren von anderen Betroffenen und regen Austausch.
Mach dich (vorsichtig) ran an die Aufgabe; von nix kommt auch nix - und da wünsche ich dir ein gutes Händchen...
Liebe Grüße aus dem Hohen Norden, Ulrike-Marisa