Andrea — meine Erlebnisse - # 24
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Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
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6.6.2015
Auch dieses Wochenende konnte ich als Andrea verbringen, aber ich hatte keine Ausflüge geplant.
Heute sollte es richtig heiß werden. Da blieb ich bei meinen Sommeroutfit vom Vortag: rot-weiß gemustertes knielanges Kleid, dünne hautfarbene Strumpfhosen und weiße Sandaletten.
Bereits am Vormittag erreichte das Thermometer die 30-°C-Marke. Da bin ich schnell noch etwas einkaufen gegangen, um mich für den Rest des Tages zu Hause vor der Hitze zu "verstecken". Auf dem Markt meiner Heimatstadt standen einige Leute, die sich für die morgige Kommunalwahl anboten. Die Herren davon, wie könnte es anders sein, in dunklen Anzügen. Mir grauste es schon bei dem Gedanken, so etwas überhaupt noch einmal anzuziehen und dann bei dieser Hitze "¦
Schnell noch die Wäsche abgenommen, die bereits mittags trocken war. Dass Nachbarn um diese Zeit draußen saßen, brauchte ich wohl nicht zu befürchten.
Abends dann banges Warten auf das Unwetter, das der Wetterbericht angekündigt hatte. Hier im Raum Chemnitz fand es zum Glück nicht statt. Erst als es bereits dunkel war, hatte es sich so weit abgekühlt, dass ich noch einen kleinen Spaziergang um den Block machen konnte.
7.6.2015
Heute waren die Temperaturen draußen wesentlich erträglicher. Ich hatte mal etwas Zeit, ein Outfit zusammenzustellen, das ich in dieser Kombination wohl noch nie trug: blauer knielanger Rock, bunte Bluse mit Blumenmotiven, hautfarbene Strumpfhose und weiße Sandaletten.
Nach dieser Anprobe und dem Schminken hatte ich zunächst einiges zu Hause zu erledigen. Am Nachmittag unternahm ich dann einen ausgiebigen Spaziergang in meiner Heimatstadt und der endete an der, ich neige fast schon zu sagen: meiner Lieblingseisdiele. In unmittelbarer Nähe entstand noch ein Foto:
Meine Stimme zur Kommunalwahl hatte ich schon einige Tag zuvor im Männermodus abgegeben. Als Andrea da hinzugehen, war mir noch etwas zu heikel, obwohl diejenigen, die ich gewählt habe, mich auch schon so sahen.
Ansonsten ein ganz unspektakuläres Wochenende.
6.6.2015
Auch dieses Wochenende konnte ich als Andrea verbringen, aber ich hatte keine Ausflüge geplant.
Heute sollte es richtig heiß werden. Da blieb ich bei meinen Sommeroutfit vom Vortag: rot-weiß gemustertes knielanges Kleid, dünne hautfarbene Strumpfhosen und weiße Sandaletten.
Bereits am Vormittag erreichte das Thermometer die 30-°C-Marke. Da bin ich schnell noch etwas einkaufen gegangen, um mich für den Rest des Tages zu Hause vor der Hitze zu "verstecken". Auf dem Markt meiner Heimatstadt standen einige Leute, die sich für die morgige Kommunalwahl anboten. Die Herren davon, wie könnte es anders sein, in dunklen Anzügen. Mir grauste es schon bei dem Gedanken, so etwas überhaupt noch einmal anzuziehen und dann bei dieser Hitze "¦
Schnell noch die Wäsche abgenommen, die bereits mittags trocken war. Dass Nachbarn um diese Zeit draußen saßen, brauchte ich wohl nicht zu befürchten.
Abends dann banges Warten auf das Unwetter, das der Wetterbericht angekündigt hatte. Hier im Raum Chemnitz fand es zum Glück nicht statt. Erst als es bereits dunkel war, hatte es sich so weit abgekühlt, dass ich noch einen kleinen Spaziergang um den Block machen konnte.
7.6.2015
Heute waren die Temperaturen draußen wesentlich erträglicher. Ich hatte mal etwas Zeit, ein Outfit zusammenzustellen, das ich in dieser Kombination wohl noch nie trug: blauer knielanger Rock, bunte Bluse mit Blumenmotiven, hautfarbene Strumpfhose und weiße Sandaletten.
Nach dieser Anprobe und dem Schminken hatte ich zunächst einiges zu Hause zu erledigen. Am Nachmittag unternahm ich dann einen ausgiebigen Spaziergang in meiner Heimatstadt und der endete an der, ich neige fast schon zu sagen: meiner Lieblingseisdiele. In unmittelbarer Nähe entstand noch ein Foto:
Meine Stimme zur Kommunalwahl hatte ich schon einige Tag zuvor im Männermodus abgegeben. Als Andrea da hinzugehen, war mir noch etwas zu heikel, obwohl diejenigen, die ich gewählt habe, mich auch schon so sahen.
Ansonsten ein ganz unspektakuläres Wochenende.
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Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
Liebe Andrea, es ist immer ein Vergnügen, die Berichte von Deinen Erlebnissen zu lesen! Ich muss Sandra recht geben, dass Du Dir eine richtige Mühe machst, so viele aktuelle Beiträge zu schreiben. Ich finde es auch toll, dass Du schon so viele Tage als Andrea verbringst.
Tja, bei der Hitze ist es wirklich viel angenehmer, als Frau herum zu laufen, als als Mann in einem warmen Anzug schwitzen zu müssen. Wir beide sind uns in einem Punkt offenbar recht ähnlich. Auch ich ziehe immer eine Strumpfhose an, auch bei 30-°. Mir gefallen meine Beine mit Strümpfen einfach viel besser ... aber mit einer ganz leichten Sommerstrumpfhose hält frau es schon aus. Ich habe da welche von Palmers mit nur 8 den, die sind so wunderbar leicht und fein, die spürt man kaum.
Dein Outfit vom 7.6. ist sehr hübsch und steht Dir ausgezeichnet. Vor allem die geblümte Bluse ist sehr süß.
Zur Kommunalwahl wäre ich auch nicht als Frau hingegangen. Man muss es ja nicht übertreiben und allzu viel provozieren.
Viele liebe Grüße,
Nadine
Tja, bei der Hitze ist es wirklich viel angenehmer, als Frau herum zu laufen, als als Mann in einem warmen Anzug schwitzen zu müssen. Wir beide sind uns in einem Punkt offenbar recht ähnlich. Auch ich ziehe immer eine Strumpfhose an, auch bei 30-°. Mir gefallen meine Beine mit Strümpfen einfach viel besser ... aber mit einer ganz leichten Sommerstrumpfhose hält frau es schon aus. Ich habe da welche von Palmers mit nur 8 den, die sind so wunderbar leicht und fein, die spürt man kaum.
Dein Outfit vom 7.6. ist sehr hübsch und steht Dir ausgezeichnet. Vor allem die geblümte Bluse ist sehr süß.
Zur Kommunalwahl wäre ich auch nicht als Frau hingegangen. Man muss es ja nicht übertreiben und allzu viel provozieren.
Viele liebe Grüße,
Nadine
Wenn Ihr mehr von mir erfahren wollt, besucht doch meinen Blog: http://nadinecd.blogspot.co.at
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Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
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8.6.2015
Vor wenigen Tagen bekam ich eine Einladung zur Jahresversammlung des Fördervereins der Theater Chemnitz. Dort bin ich, wie schon berichtet, als Andrea angemeldet und könnte demzufolge auch nur so hingehen.
Aber heute hatte ich in Chemnitz auch einen Termin zur Haarentfernung mittels IPL. Da gehe ich schon über ein Jahr regelmäßig hin und an den Armen bin ich mit dem Ergebnis ganz zufrieden. Nur die Bartstoppeln sind etwas hartnäckiger und da bedarf es noch einiger Behandlungen.
Bisher war ich immer im Männermodus zur IPL-Behandlung, obwohl alle Mitarbeiterinnen dort von meiner weiblichen Seite wissen und diese gern auch mal leibhaftig in Augenschein genommen hätten. Aber die Behandlung im Gesicht ist nur ungeschminkt möglich und so würde ich als Andrea nie rausgehen.
Was nun? Einen der Termine absagen? Nein! Ich fragte mal nach, ob in dem Studio von und nach der Behandlung ein ab- und wieder neu schminken möglich wäre. Einen extra Raum dafür hätten sie zwar nicht, sagte die freundliche Mitarbeiterin am Telefon, aber ich solle ruhig so kommen, wie ich möchte. Es würde sich schon eine Lösung finden.
Gesagt — getan. Ich machte mich also zu Hause als Andrea zurecht, noch einmal im gleichen Outfit wie am Vortag: blauer knielanger Rock, bunte Bluse mit Blumenmotiven, hautfarbene Strumpfhose und weiße Sandaletten.
So habe ich vormittags in meiner Heimatstadt die Tageseinkäufe erledigt. Da war es draußen noch sonnig und warm, sodass ich keine Jacke brauchte. Für die Fahrt nach Chemnitz habe ich aber meine weiße Jacke mitgenommen.
Etwa eine halbe Stunde vor meinem Termin kam ich in dem Studio für Haarentfernung an und wurde zunächst von einer Frau empfangen, die ich noch nicht kannte. Sie macht offenbar die Büroarbeit und den Empfang, wenn die anderen gerade Kund(inn)en behandeln. Zum Abschminken verwies sie mich auf die Toilette. Ich schminkte nur die untere Gesichtshälfte ab. Die Augen ließ ich, wie sie waren. Während der Behandlung wird ohnehin eine Schutzbrille getragen.
Wenige Minuten später war meine Vorgängerin fertig und ich konnte den Behandlungsraum betreten. "Das sieht aber schick aus", meinte die Mitarbeiterin, die mich schon lange mal so sehen wollte. Ansonsten verlief die Behandlung wie immer und wir unterhielten uns ganz normal dabei, wie unter Frauen eben. Am Ende blieb noch etwas Zeit, bis die nächste Kundin erwartet wurde, sodass ich mich gleich im Behandlungsraum neu schminken konnte. Da es nur die untere Gesichtshälfte betraf (das Augen-Makeup sah noch gut aus), ging das recht schnell.
Bevor wir uns verabschiedeten, wurde noch ein neuer Termin vereinbart und zwar so, dass ich wieder als Andrea hingehen kann.
Zwischendurch muss es mal kräftig geregnet haben und es hatte sich merklich abgekühlt. Gut, dass ich eine Jacke mitgenommen hatte! Um die Zeit bis zur nächsten Veranstaltung zu überbrücken, ging ich in ein Café und bestellte mir einen Kaffee und ein Stück Torte dazu.
Danach machte ich mich auf den Weg ins Schauspielhaus, wo die Jahresversammlung des Theaterfördervereins stattfinden sollte. Dort wurde ich freundlich begrüßt und sollte auf der beiliegenden Teilnehmerliste bei meinem Namen (natürlich dem weiblichen) unterschreiben. Meinen Mitgliedsausweis brauchte ich nicht vorzuzeigen.
Während die reichlich 100 Teilnehmer(innen) sich im Zuschauerraum einfanden, nahm der Vorstand auf der Bühne Platz.
Der formelle Teil der Versammlung (Berichte, Neuwahl des Vorstandes) ging verhältnismäßig schnell über die Bühne (im wahrsten Sinne des Wortes). Den weitaus größten Raum nahmen Diskussionen und die Vorstellung des neuen Spielplanes ein. Dazu waren die Leiter aller Sparten des Theaters (Musiktheater, Schauspiel, Ballett, Konzerte, Figurentheater) eingeladen. Was die Oper betrifft, hatte ich mich vorab schon informiert und weiß bereits, was ich mir in der nächsten Saison ansehen werde. Interessant fand ich dagegen den Hinweis auf ein neues Ballett. Auch das habe ich mir schon mal im Kalender notiert.
Ich hatte auch eine Frage zum neuen Spielplan. Doch sollte ich sie hier vor allen Leuten stellen? An meiner Stimme würden doch die meisten merken, dass ich nicht "echt" bin. Aber nein, ich war nicht zum Verstecken hie! Also stellte ich meine Frage und bekam auch eine freundliche Antwort.
Anschließen lud der Verein zu einem gemütlichen Beisammensein in eine benachbarte Gaststätte ein. Ein kaltes Buffet und die Getränke gingen auf Kosten des Vereins. Letztendlich kam das Geld natürlich von den Mitgliedern.
Zumindest mit den Mitgliedern, die mit bei mir am Tisch saßen konnte ich mich so erstmalig etwas ausführlicher unterhalten. Wie nicht anders zu erwarten, sind das alles fleißige Theatergänger(innen). Nur bezüglich der Sparte gibt es unterschiedliche Vorlieben. Und falls es jemanden interessiert: Obwohl wegen meiner Beteiligung an der Diskussion einem großen Teil der Leute klar sein dürfte, dass ich keine "echte" Frau bin, konnte ich keinerlei Reaktionen zu meiner Besonderheit erkennen.
Nach einer reichlichen Stunde verabschiedete ich mich. Inzwischen regnete es draußen wieder. Ich hatte zwar einen Schirm mit, aber für dieses Wetter wohl nicht das richtige Schuhwerk an. Bereits am Bahnhof waren meine Füße nass. Dadurch war der Weg nach Hause diesmal nicht besonders prickelnd. Trotzdem brachte dieser Tag wieder eine Menge neuer Erfahrungen.
8.6.2015
Vor wenigen Tagen bekam ich eine Einladung zur Jahresversammlung des Fördervereins der Theater Chemnitz. Dort bin ich, wie schon berichtet, als Andrea angemeldet und könnte demzufolge auch nur so hingehen.
Aber heute hatte ich in Chemnitz auch einen Termin zur Haarentfernung mittels IPL. Da gehe ich schon über ein Jahr regelmäßig hin und an den Armen bin ich mit dem Ergebnis ganz zufrieden. Nur die Bartstoppeln sind etwas hartnäckiger und da bedarf es noch einiger Behandlungen.
Bisher war ich immer im Männermodus zur IPL-Behandlung, obwohl alle Mitarbeiterinnen dort von meiner weiblichen Seite wissen und diese gern auch mal leibhaftig in Augenschein genommen hätten. Aber die Behandlung im Gesicht ist nur ungeschminkt möglich und so würde ich als Andrea nie rausgehen.
Was nun? Einen der Termine absagen? Nein! Ich fragte mal nach, ob in dem Studio von und nach der Behandlung ein ab- und wieder neu schminken möglich wäre. Einen extra Raum dafür hätten sie zwar nicht, sagte die freundliche Mitarbeiterin am Telefon, aber ich solle ruhig so kommen, wie ich möchte. Es würde sich schon eine Lösung finden.
Gesagt — getan. Ich machte mich also zu Hause als Andrea zurecht, noch einmal im gleichen Outfit wie am Vortag: blauer knielanger Rock, bunte Bluse mit Blumenmotiven, hautfarbene Strumpfhose und weiße Sandaletten.
So habe ich vormittags in meiner Heimatstadt die Tageseinkäufe erledigt. Da war es draußen noch sonnig und warm, sodass ich keine Jacke brauchte. Für die Fahrt nach Chemnitz habe ich aber meine weiße Jacke mitgenommen.
Etwa eine halbe Stunde vor meinem Termin kam ich in dem Studio für Haarentfernung an und wurde zunächst von einer Frau empfangen, die ich noch nicht kannte. Sie macht offenbar die Büroarbeit und den Empfang, wenn die anderen gerade Kund(inn)en behandeln. Zum Abschminken verwies sie mich auf die Toilette. Ich schminkte nur die untere Gesichtshälfte ab. Die Augen ließ ich, wie sie waren. Während der Behandlung wird ohnehin eine Schutzbrille getragen.
Wenige Minuten später war meine Vorgängerin fertig und ich konnte den Behandlungsraum betreten. "Das sieht aber schick aus", meinte die Mitarbeiterin, die mich schon lange mal so sehen wollte. Ansonsten verlief die Behandlung wie immer und wir unterhielten uns ganz normal dabei, wie unter Frauen eben. Am Ende blieb noch etwas Zeit, bis die nächste Kundin erwartet wurde, sodass ich mich gleich im Behandlungsraum neu schminken konnte. Da es nur die untere Gesichtshälfte betraf (das Augen-Makeup sah noch gut aus), ging das recht schnell.
Bevor wir uns verabschiedeten, wurde noch ein neuer Termin vereinbart und zwar so, dass ich wieder als Andrea hingehen kann.
Zwischendurch muss es mal kräftig geregnet haben und es hatte sich merklich abgekühlt. Gut, dass ich eine Jacke mitgenommen hatte! Um die Zeit bis zur nächsten Veranstaltung zu überbrücken, ging ich in ein Café und bestellte mir einen Kaffee und ein Stück Torte dazu.
Danach machte ich mich auf den Weg ins Schauspielhaus, wo die Jahresversammlung des Theaterfördervereins stattfinden sollte. Dort wurde ich freundlich begrüßt und sollte auf der beiliegenden Teilnehmerliste bei meinem Namen (natürlich dem weiblichen) unterschreiben. Meinen Mitgliedsausweis brauchte ich nicht vorzuzeigen.
Während die reichlich 100 Teilnehmer(innen) sich im Zuschauerraum einfanden, nahm der Vorstand auf der Bühne Platz.
Der formelle Teil der Versammlung (Berichte, Neuwahl des Vorstandes) ging verhältnismäßig schnell über die Bühne (im wahrsten Sinne des Wortes). Den weitaus größten Raum nahmen Diskussionen und die Vorstellung des neuen Spielplanes ein. Dazu waren die Leiter aller Sparten des Theaters (Musiktheater, Schauspiel, Ballett, Konzerte, Figurentheater) eingeladen. Was die Oper betrifft, hatte ich mich vorab schon informiert und weiß bereits, was ich mir in der nächsten Saison ansehen werde. Interessant fand ich dagegen den Hinweis auf ein neues Ballett. Auch das habe ich mir schon mal im Kalender notiert.
Ich hatte auch eine Frage zum neuen Spielplan. Doch sollte ich sie hier vor allen Leuten stellen? An meiner Stimme würden doch die meisten merken, dass ich nicht "echt" bin. Aber nein, ich war nicht zum Verstecken hie! Also stellte ich meine Frage und bekam auch eine freundliche Antwort.
Anschließen lud der Verein zu einem gemütlichen Beisammensein in eine benachbarte Gaststätte ein. Ein kaltes Buffet und die Getränke gingen auf Kosten des Vereins. Letztendlich kam das Geld natürlich von den Mitgliedern.
Zumindest mit den Mitgliedern, die mit bei mir am Tisch saßen konnte ich mich so erstmalig etwas ausführlicher unterhalten. Wie nicht anders zu erwarten, sind das alles fleißige Theatergänger(innen). Nur bezüglich der Sparte gibt es unterschiedliche Vorlieben. Und falls es jemanden interessiert: Obwohl wegen meiner Beteiligung an der Diskussion einem großen Teil der Leute klar sein dürfte, dass ich keine "echte" Frau bin, konnte ich keinerlei Reaktionen zu meiner Besonderheit erkennen.
Nach einer reichlichen Stunde verabschiedete ich mich. Inzwischen regnete es draußen wieder. Ich hatte zwar einen Schirm mit, aber für dieses Wetter wohl nicht das richtige Schuhwerk an. Bereits am Bahnhof waren meine Füße nass. Dadurch war der Weg nach Hause diesmal nicht besonders prickelnd. Trotzdem brachte dieser Tag wieder eine Menge neuer Erfahrungen.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
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12.6.2015
Das "different people" als Treffpunkt für CD/TV/TS und andere "Randgruppen" in Chemnitz kenne ich inzwischen sehr gut. Mehr oder weniger regelmäßig besuche ich Veranstaltungen dort.
Seit einiger Zeit hatte ich mir aber auch vorgenommen, andere derartige Treffpunkte in Sachsen zu besuchen. Heute sollte es deshalb nach Leipzig gehen.
Ich griff auf ein bewährtes Outfit zurück: knielanger ausgestellter Rock mit weiß-blauem Blumenmuster, weiße Bluse, schwarze Strumpfhose und Pumps. Als ich mich nachmittags auf den Weg machte, herrschten draußen bereits wieder hochsommerliche Temperaturen. Da war die schwarze Strumpfhose sicher nicht die beste Wahl, aber ich denke mal, die zahlreichen (Bio-)Frauen, die mit schwarzen Leggins oder anderen langen Hosen unterwegs waren, hatten es da nicht besser.
In Leipzig angekommen, habe ich im Hauptbahnhof erst noch eine Kleinigkeit gegessen, bevor ich drei Stationen mit der Straßenbahn zur "RosaLinde" fuhr, dem Treffpunkt für CD/TV/TS und andere "Randgruppen" in Leipzig. Die Räumlichkeiten dort sind recht bescheiden, fast noch kleiner als in Chemnitz. Da der Ansturm hier aber zumindest an diesem Abend nicht so groß war, empfand ich die Atmosphäre sehr entspannt. Ich konnte einige nette und interessante Gespräche führen.
Einer der Gründungsmitglieder der Gruppe ist auch sonst sehr engagiert für die Belange von Trans*-Menschen und somit ein wichtiger Ansprechpartner, wenn es um unsere Interessenvertretung in Sachsen und darüber hinaus geht.
So wie ich es mitbekommen habe, waren wohl ausschließlich TS zugegen. CD, die zu diesem Treff genauso eingeladen waren, sah ich keine. Gibt es denn so wenige davon in Leipzig oder halten sie Berührungsängste von einem Besuch ab?
Leider musste ich mich nach etwa zwei Stunden wieder verabschieden, um meinen letzten Zug nach Hause nicht zu verpassen. Draußen war es immer noch sommerlich warm. Meinen Blazer, den ich für den Fall, dass es sich stärker abkühlt, mitgenommen hatte, habe ich nun doch nur spazierengetragen.
Kurz vor Mitternacht war ich wieder zu Hause. Viel ist an diesem Tag sicher nicht passiert, aber ich konnte wieder ein paar nette Leute kennenlernen.
12.6.2015
Das "different people" als Treffpunkt für CD/TV/TS und andere "Randgruppen" in Chemnitz kenne ich inzwischen sehr gut. Mehr oder weniger regelmäßig besuche ich Veranstaltungen dort.
Seit einiger Zeit hatte ich mir aber auch vorgenommen, andere derartige Treffpunkte in Sachsen zu besuchen. Heute sollte es deshalb nach Leipzig gehen.
Ich griff auf ein bewährtes Outfit zurück: knielanger ausgestellter Rock mit weiß-blauem Blumenmuster, weiße Bluse, schwarze Strumpfhose und Pumps. Als ich mich nachmittags auf den Weg machte, herrschten draußen bereits wieder hochsommerliche Temperaturen. Da war die schwarze Strumpfhose sicher nicht die beste Wahl, aber ich denke mal, die zahlreichen (Bio-)Frauen, die mit schwarzen Leggins oder anderen langen Hosen unterwegs waren, hatten es da nicht besser.
In Leipzig angekommen, habe ich im Hauptbahnhof erst noch eine Kleinigkeit gegessen, bevor ich drei Stationen mit der Straßenbahn zur "RosaLinde" fuhr, dem Treffpunkt für CD/TV/TS und andere "Randgruppen" in Leipzig. Die Räumlichkeiten dort sind recht bescheiden, fast noch kleiner als in Chemnitz. Da der Ansturm hier aber zumindest an diesem Abend nicht so groß war, empfand ich die Atmosphäre sehr entspannt. Ich konnte einige nette und interessante Gespräche führen.
Einer der Gründungsmitglieder der Gruppe ist auch sonst sehr engagiert für die Belange von Trans*-Menschen und somit ein wichtiger Ansprechpartner, wenn es um unsere Interessenvertretung in Sachsen und darüber hinaus geht.
So wie ich es mitbekommen habe, waren wohl ausschließlich TS zugegen. CD, die zu diesem Treff genauso eingeladen waren, sah ich keine. Gibt es denn so wenige davon in Leipzig oder halten sie Berührungsängste von einem Besuch ab?
Leider musste ich mich nach etwa zwei Stunden wieder verabschieden, um meinen letzten Zug nach Hause nicht zu verpassen. Draußen war es immer noch sommerlich warm. Meinen Blazer, den ich für den Fall, dass es sich stärker abkühlt, mitgenommen hatte, habe ich nun doch nur spazierengetragen.
Kurz vor Mitternacht war ich wieder zu Hause. Viel ist an diesem Tag sicher nicht passiert, aber ich konnte wieder ein paar nette Leute kennenlernen.
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
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13.6.2015
Eine Bekannte, die mich sowohl in männlicher als auch weiblicher Ausführung gut kennt, hatte mich zu ihrem Geburtstag eingeladen. Ein großer Teil der möglichen anderen Gäste kannte mich bereits, aber nur im Männermodus. So wäre ich normalerweise auch hingegangen. Die anderen Gäste mit meinem Auftreten als Andrea zu schocken, wäre mir nie in den Sinn gekommen.
Nun fragte mich allerdings meine Bekannte vor einigen Tagen, wie ich denn wohl zu ihrem Geburtstag kommen möge. Etwas erstaunt entgegnete ich, dass das davon abhängt, als was ich eingeladen werde. Das soll ich selbst entscheiden, meinte meine Bekannte, aber eigentlich wäre es ihr fast als Andrea lieber, weil ich so angeblich viel aufgeschlossener sei. Wenn jemand von den anderen Gästen ein Problem damit hat, könne er bzw. sie ja gehen. Welch vernünftige Einstellung!
Das eine wäre also geklärt und das kam mir doch gerade recht. Bei meinem Leipzig-Besuch am Vortag war ich bereits Andrea und brauchte so nicht den Modus zu wechseln. Mein Outfit wechselte ich aber schon: grün-weiß-schwarz gemustertes knielanges Kleid, hautfarbene Strumpfhose und schwarze Sandaletten.
So habe ich vormittags noch einige Einkäufe erledigt. Da meine Bekannte etwas außerhalb wohnt, hatte sich ihr Nachbar bereiterklärt, mich und einige andere Gäste aus meiner Heimatstadt mit dem Auto abzuholen. Ich sollte nur zu einer bestimmten Zeit vor meiner Haustür warten. Diese Situation hätte mir vor nicht allzu langer Zeit noch mächtig Bauchschmerzen bereitet. Jeder, der mich im Männermodus kennt und weiß, wo ich wohne, hätte mich so wahrscheinlich erkannt. Heute sehe ich das schon viel gelassener und da es etwa eine halbe Stunde zuvor zu regnen begann, war sowieso niemand mehr auf der Straße.
Ich hatte meine Bekannte gebeten, die anderen Gäste schon vorzuwarten. Trotzdem war ich gespannt wie lange nicht mehr, was mich wohl erwartete. Um es kurz zu machen: alles völlig unspektakulär! Denjenigen, die mich noch nicht kannten, wurde ich als Andrea vorgestellt. Die anderen grüßten mich freundlich und machten sogar Komplimente: "Schick siehst du aus!" Klar doch, als einzige Frau, die ein Kleid trug!
Den ganzen Abend habe ich mich dann mit den anderen Gästen (vorrangig den weiblichen) ganz normal unterhalten, als gäbe es meine Besonderheit gar nicht. Fast immer hat es auch mit der richtigen Anrede geklappt.
Eine Frau erzählte mir, dass sie auch gern in die Oper geht, es ihr allein aber keinen Spaß macht. Da haben wir uns doch gleich mal für eine der nächsten Aufführungen im Chemnitzer Opernhaus verabredet.
Kurz nach Mitternacht brachte der Nachbar mich und zwei andere Gäste wieder nach Hause zurück. So angenehm hatte ich lange Zeit keine Geburtstagsfeier mehr erlebt. Wenn ich mich nicht verzählt habe, sind an diesem Tag 7 Personen dazugekommen, die mich nun als Andrea kennen und offenbar kein Problem damit haben.
13.6.2015
Eine Bekannte, die mich sowohl in männlicher als auch weiblicher Ausführung gut kennt, hatte mich zu ihrem Geburtstag eingeladen. Ein großer Teil der möglichen anderen Gäste kannte mich bereits, aber nur im Männermodus. So wäre ich normalerweise auch hingegangen. Die anderen Gäste mit meinem Auftreten als Andrea zu schocken, wäre mir nie in den Sinn gekommen.
Nun fragte mich allerdings meine Bekannte vor einigen Tagen, wie ich denn wohl zu ihrem Geburtstag kommen möge. Etwas erstaunt entgegnete ich, dass das davon abhängt, als was ich eingeladen werde. Das soll ich selbst entscheiden, meinte meine Bekannte, aber eigentlich wäre es ihr fast als Andrea lieber, weil ich so angeblich viel aufgeschlossener sei. Wenn jemand von den anderen Gästen ein Problem damit hat, könne er bzw. sie ja gehen. Welch vernünftige Einstellung!
Das eine wäre also geklärt und das kam mir doch gerade recht. Bei meinem Leipzig-Besuch am Vortag war ich bereits Andrea und brauchte so nicht den Modus zu wechseln. Mein Outfit wechselte ich aber schon: grün-weiß-schwarz gemustertes knielanges Kleid, hautfarbene Strumpfhose und schwarze Sandaletten.
So habe ich vormittags noch einige Einkäufe erledigt. Da meine Bekannte etwas außerhalb wohnt, hatte sich ihr Nachbar bereiterklärt, mich und einige andere Gäste aus meiner Heimatstadt mit dem Auto abzuholen. Ich sollte nur zu einer bestimmten Zeit vor meiner Haustür warten. Diese Situation hätte mir vor nicht allzu langer Zeit noch mächtig Bauchschmerzen bereitet. Jeder, der mich im Männermodus kennt und weiß, wo ich wohne, hätte mich so wahrscheinlich erkannt. Heute sehe ich das schon viel gelassener und da es etwa eine halbe Stunde zuvor zu regnen begann, war sowieso niemand mehr auf der Straße.
Ich hatte meine Bekannte gebeten, die anderen Gäste schon vorzuwarten. Trotzdem war ich gespannt wie lange nicht mehr, was mich wohl erwartete. Um es kurz zu machen: alles völlig unspektakulär! Denjenigen, die mich noch nicht kannten, wurde ich als Andrea vorgestellt. Die anderen grüßten mich freundlich und machten sogar Komplimente: "Schick siehst du aus!" Klar doch, als einzige Frau, die ein Kleid trug!
Den ganzen Abend habe ich mich dann mit den anderen Gästen (vorrangig den weiblichen) ganz normal unterhalten, als gäbe es meine Besonderheit gar nicht. Fast immer hat es auch mit der richtigen Anrede geklappt.
Eine Frau erzählte mir, dass sie auch gern in die Oper geht, es ihr allein aber keinen Spaß macht. Da haben wir uns doch gleich mal für eine der nächsten Aufführungen im Chemnitzer Opernhaus verabredet.
Kurz nach Mitternacht brachte der Nachbar mich und zwei andere Gäste wieder nach Hause zurück. So angenehm hatte ich lange Zeit keine Geburtstagsfeier mehr erlebt. Wenn ich mich nicht verzählt habe, sind an diesem Tag 7 Personen dazugekommen, die mich nun als Andrea kennen und offenbar kein Problem damit haben.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
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Magdalena
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
Hallo Andrea,
es ist schön zu lesen, wie du als Andrea angenommen wirst. Überhaupt was Du schreibst ist interessant und lesenswert. Gerade Deine Opernbesuche, dabei lerne ich immer wieder ewas dazu. Einige weniger bekannte Opern zum Beispiel.
Viele Grüße Magdalena
es ist schön zu lesen, wie du als Andrea angenommen wirst. Überhaupt was Du schreibst ist interessant und lesenswert. Gerade Deine Opernbesuche, dabei lerne ich immer wieder ewas dazu. Einige weniger bekannte Opern zum Beispiel.
Viele Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
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Nadi hat geschrieben:Das waren ja sehr ereignisreiche Tage, liebe Andrea! Ich finde es toll, wie locker Du mit den manchmal überraschenden Situationen umgehst. Großartig!
SandraGirl hat geschrieben:Toll das du dir hier eine richtige Mühe machst mit den vielen aktuellen Beiträgen, hab mir mal wieder die letzte Seite durchgelesen.
Nadi hat geschrieben:... es ist immer ein Vergnügen, die Berichte von Deinen Erlebnissen zu lesen!
Ich denke, ich muss mich wieder einmal für die lieben und netten Kommentare bedanken. So etwas motiviert mich immer wieder, weiterzuschreiben.Magdalena hat geschrieben:"¦ es ist schön zu lesen, wie du als Andrea angenommen wirst. Überhaupt was Du schreibst ist interessant und lesenswert.
Viele Grüße
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
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14.6.2015
Der heutige und die folgenden Tage waren wenig spektakulär. Ich hatte jede Menge "Papierkram" und andere Arbeiten im Haus zu erledigen. Aber ich konnte dabei Andrea sein und das hob meine Stimmung gleich ein ganzes Stück.
Draußen war es hochsommerlich warm. Da konnte ich gleich mal mein knöchellanges blau-weißes Sommerkleid einweihen. Dazu trug ich dünne hautfarbene Strumpfhosen und weiße Sandaletten bzw. zu Hause weinrote Hausschuhe.
Nachdem ich einen Teil der Arbeit erledigt hatte, gönnte ich mir etwas Entspannung bei einem kleinen Spaziergang, wo auch dieses Foto entstand:
So bin ich dann noch in eine Eisdiele (diesmal eine andere als sonst) gegangen und habe den Tag ansonsten gemütlich ausklingen lassen.
15.6.2015
Heute war das Wetter deutlich kühler. Für Zuhause wäre es egal gewesen, aber da ich einige Kleinigkeiten auch draußen zu erledigen hatte, brauchte ich doch ein anderes Outfit: blauer kurzer Rock, weiße Bluse mit blauen Blumenmotiven, blaue Strumpfhose, schwarze Pumps und draußen meinen schwarzer Blazer darüber.
Größte Herausforderung des Tages war es, einen falsch zugestellten Brief zur Post zurückzubringen. Das "Problem" dabei: Die Angestellten dort kennen mich als Mann ganz gut. Nachdem inzwischen aber eine nicht mehr zu erfassende Menge Leute mich in meiner Heimatstadt zumindest vom Sehen als Andrea kennen müsste, kommt es nun auf eine mehr oder weniger nicht mehr darauf an. Die Frau am Schalter verzog keine Miene, als ich den Brief vorlegte und erklärte, warum er zurück geschickt werden soll. Ob sie gemerkt hat, wer da vor ihr stand?
16.6.2015
Ich hatte heute wieder einen Termin bei meiner Psychotherapeutin in Chemnitz. Da bin ich natürlich wieder als Andrea hingefahren. Das Outfit behielt ich vom Vortag bei.
Einmal in Chemnitz, habe ich mir gleich noch Eintrittskarten für einige Veranstaltungen im Opernhaus, die ich demnächst besuchen möchte, geholt. Dabei ist die Frau an der Theaterkasse fast verzweifelt, da ich verschiedene Vergünstigungen als Mitglied im Förderverein nutzen wollte, die ihr offenbar (noch) nicht geläufig waren. Unter Zuhilfenahme ihrer Kollegin hatte ich nach etwa einer halben Stunde doch meine Karten und hätte fast den Zug nach Hause verpasst.
Schnell noch ein paar kleine Einkäufe in meiner Heimatstadt erledigt, ansonsten bestand auch dieser Tag vorrangig aus "Hausarbeit".
14.6.2015
Der heutige und die folgenden Tage waren wenig spektakulär. Ich hatte jede Menge "Papierkram" und andere Arbeiten im Haus zu erledigen. Aber ich konnte dabei Andrea sein und das hob meine Stimmung gleich ein ganzes Stück.
Draußen war es hochsommerlich warm. Da konnte ich gleich mal mein knöchellanges blau-weißes Sommerkleid einweihen. Dazu trug ich dünne hautfarbene Strumpfhosen und weiße Sandaletten bzw. zu Hause weinrote Hausschuhe.
Nachdem ich einen Teil der Arbeit erledigt hatte, gönnte ich mir etwas Entspannung bei einem kleinen Spaziergang, wo auch dieses Foto entstand:
So bin ich dann noch in eine Eisdiele (diesmal eine andere als sonst) gegangen und habe den Tag ansonsten gemütlich ausklingen lassen.
15.6.2015
Heute war das Wetter deutlich kühler. Für Zuhause wäre es egal gewesen, aber da ich einige Kleinigkeiten auch draußen zu erledigen hatte, brauchte ich doch ein anderes Outfit: blauer kurzer Rock, weiße Bluse mit blauen Blumenmotiven, blaue Strumpfhose, schwarze Pumps und draußen meinen schwarzer Blazer darüber.
Größte Herausforderung des Tages war es, einen falsch zugestellten Brief zur Post zurückzubringen. Das "Problem" dabei: Die Angestellten dort kennen mich als Mann ganz gut. Nachdem inzwischen aber eine nicht mehr zu erfassende Menge Leute mich in meiner Heimatstadt zumindest vom Sehen als Andrea kennen müsste, kommt es nun auf eine mehr oder weniger nicht mehr darauf an. Die Frau am Schalter verzog keine Miene, als ich den Brief vorlegte und erklärte, warum er zurück geschickt werden soll. Ob sie gemerkt hat, wer da vor ihr stand?
16.6.2015
Ich hatte heute wieder einen Termin bei meiner Psychotherapeutin in Chemnitz. Da bin ich natürlich wieder als Andrea hingefahren. Das Outfit behielt ich vom Vortag bei.
Einmal in Chemnitz, habe ich mir gleich noch Eintrittskarten für einige Veranstaltungen im Opernhaus, die ich demnächst besuchen möchte, geholt. Dabei ist die Frau an der Theaterkasse fast verzweifelt, da ich verschiedene Vergünstigungen als Mitglied im Förderverein nutzen wollte, die ihr offenbar (noch) nicht geläufig waren. Unter Zuhilfenahme ihrer Kollegin hatte ich nach etwa einer halben Stunde doch meine Karten und hätte fast den Zug nach Hause verpasst.
Schnell noch ein paar kleine Einkäufe in meiner Heimatstadt erledigt, ansonsten bestand auch dieser Tag vorrangig aus "Hausarbeit".
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Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
.
17.6.2015
In Rahmen meiner Recherche zu unserer Interessenvertretung in Sachsen hatte ich unter anderem mit dem Verein Trans-Inter-Aktiv Kontakt aufgenommen. Dabei erfuhr ich, dass deren "Chefin" einen Vortrag zum Thema Trans- und Intersexualität an der Hochschule in Mittweida hält.
Das klang doch ganz interessant! Ich habe mich daraufhin offiziell per E-Mail als selbst Betroffene angemeldet. Natürlich bekam ich daraufhin eine Einladung und hätte wegen des bis dahin geringen Interesses noch ein paar Leute mitbringen können.
Bei meiner ersten derartigen Veranstaltung stellte ich mir natürlich die Frage: Was zieht frau dazu an? Nach längerem Überlegen entschied ich mich für meinen knielangen Rock mit weiß-blauem Blumenmuster, eine weiße Bluse, schwarze Strumpfhosen, Pumps und meinen schwarzen Blazer darüber.
Als ich in dem Gebäude, in dem die Tagung stattfinden sollte, den betreffenden Raum suchte, sprachen mich zwei junge Frauen an, ob ich die Referentin von Trans-Inter-Aktiv sei. Offensichtlich waren das Studentinnen, die ebenfalls noch den richtigen Raum suchten und mich wohl als Trans*-Person erkannt hatten. Ihre Frage musste ich natürlich verneinen, aber gemeinsam fanden wir den Tagungsraum.
Etwa 10 Leute, vorrangig Student(inn)en, fanden sich dort ein. Im Laufe der Tagung kamen etwa nochmal so viele dazu. Frauen waren hier eindeutig in der Überzahl, ganze vier männliche "Außenseiter" zählte ich.
Die Tagung begann mit einer Einführung durch eine Professorin der Hochschule. Danach stellte eine Studentin ihre Bachelorarbeit zum Thema "Soziale Arbeit und Transsexualität" vor. Den interessantesten und zugleich umfangreichsten Teil der Veranstaltung bildete aber der Vortag "Transsexualität / Intersexualität — Begriffe, Mythen, rechtliche Verankerung" von Silvia Rentzsch, Vorsitzende des Vereins Trans-Inter-Aktiv und selbst MzF-Transidente. Sie ist zweifellos eine der engagiertesten Mitstreiterinnen für die Rechte und Akzeptanz von Trans- und Intersexuellen in Sachsen und darüber hinaus.
Wie die abschließende Diskussion zeigte, waren die meisten Zuhörer(innen) von dem Vortrag stark beeindruckt. Vorher muss das Wissen zu diesem Thema wohl noch sehr lückenhaft gewesen sein. Allein bei den zahlreichen Begriffen, die auf eine etwas spielerische Art nähergebracht wurden, herrschte noch große Unsicherheit. Eine Professorin fragte daraufhin besorgt: "Wie soll ich mir das alles nur merken?" Doch auch ich konnte hier noch das eine oder andere dazulernen.
Darüber hinaus denke ich, dass ich als zweite "Fachfrau" in der Runde mit meinen Diskussionsbeträgen auch ein klein wenig zum Gelingen der Veranstaltung betragen konnte. Die Professorin fragte mich am Schluss dann auch, ob sie mich bei nächsten Mal wieder einladen dürfe. "Aber gern!", konnte ich darauf nur erwidern.
Fast fünf Stunden dauerte die Veranstaltung. Für mich war es auf jeden Fall eine ganz neue Erfahrung.
17.6.2015
In Rahmen meiner Recherche zu unserer Interessenvertretung in Sachsen hatte ich unter anderem mit dem Verein Trans-Inter-Aktiv Kontakt aufgenommen. Dabei erfuhr ich, dass deren "Chefin" einen Vortrag zum Thema Trans- und Intersexualität an der Hochschule in Mittweida hält.
Das klang doch ganz interessant! Ich habe mich daraufhin offiziell per E-Mail als selbst Betroffene angemeldet. Natürlich bekam ich daraufhin eine Einladung und hätte wegen des bis dahin geringen Interesses noch ein paar Leute mitbringen können.
Bei meiner ersten derartigen Veranstaltung stellte ich mir natürlich die Frage: Was zieht frau dazu an? Nach längerem Überlegen entschied ich mich für meinen knielangen Rock mit weiß-blauem Blumenmuster, eine weiße Bluse, schwarze Strumpfhosen, Pumps und meinen schwarzen Blazer darüber.
Als ich in dem Gebäude, in dem die Tagung stattfinden sollte, den betreffenden Raum suchte, sprachen mich zwei junge Frauen an, ob ich die Referentin von Trans-Inter-Aktiv sei. Offensichtlich waren das Studentinnen, die ebenfalls noch den richtigen Raum suchten und mich wohl als Trans*-Person erkannt hatten. Ihre Frage musste ich natürlich verneinen, aber gemeinsam fanden wir den Tagungsraum.
Etwa 10 Leute, vorrangig Student(inn)en, fanden sich dort ein. Im Laufe der Tagung kamen etwa nochmal so viele dazu. Frauen waren hier eindeutig in der Überzahl, ganze vier männliche "Außenseiter" zählte ich.
Die Tagung begann mit einer Einführung durch eine Professorin der Hochschule. Danach stellte eine Studentin ihre Bachelorarbeit zum Thema "Soziale Arbeit und Transsexualität" vor. Den interessantesten und zugleich umfangreichsten Teil der Veranstaltung bildete aber der Vortag "Transsexualität / Intersexualität — Begriffe, Mythen, rechtliche Verankerung" von Silvia Rentzsch, Vorsitzende des Vereins Trans-Inter-Aktiv und selbst MzF-Transidente. Sie ist zweifellos eine der engagiertesten Mitstreiterinnen für die Rechte und Akzeptanz von Trans- und Intersexuellen in Sachsen und darüber hinaus.
Wie die abschließende Diskussion zeigte, waren die meisten Zuhörer(innen) von dem Vortrag stark beeindruckt. Vorher muss das Wissen zu diesem Thema wohl noch sehr lückenhaft gewesen sein. Allein bei den zahlreichen Begriffen, die auf eine etwas spielerische Art nähergebracht wurden, herrschte noch große Unsicherheit. Eine Professorin fragte daraufhin besorgt: "Wie soll ich mir das alles nur merken?" Doch auch ich konnte hier noch das eine oder andere dazulernen.
Darüber hinaus denke ich, dass ich als zweite "Fachfrau" in der Runde mit meinen Diskussionsbeträgen auch ein klein wenig zum Gelingen der Veranstaltung betragen konnte. Die Professorin fragte mich am Schluss dann auch, ob sie mich bei nächsten Mal wieder einladen dürfe. "Aber gern!", konnte ich darauf nur erwidern.
Fast fünf Stunden dauerte die Veranstaltung. Für mich war es auf jeden Fall eine ganz neue Erfahrung.
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
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19.6.2015
Wie ich an anderer Stelle schon ankündigte, hatte ich mir für heute vorgenommen, den Transgender-Stammtisch in Dresden zu besuchen. Bei der Frage, was ich dazu anziehe, musste ich berücksichtigen, dass es draußen für die Jahreszeit viel zu kühl war. So griff zu meinem langärmligen knielangen rot-weiß gemusterten Kleid, schwarzen Strumpfhosen, Pumps und meinem schwarzen Blazer.
Nach einigen Erledigungen zu Hause machte ich mich am Nachmittag auf den Weg.
Der Dresdner Stammtisch findet zur Zeit in der Bar "Valentino", unweit des Neustädter Bahnhofs statt. Auf der (Damen-)Toilette im Bahnhof wollte ich mein Makeup noch einmal kontrollieren und traf dort auf drei junge Damen. Ich kämmte mir gerade die Haare, da frage mich eine von denen, ob ich mit meinem Pony gut zurechtkäme. "Ja, natürlich", antwortete ich. Darauf die junge Dame: "Mir war das mit dem Pony zu viel Stress, hab ihn wegmachen lassen." (Sie trug ihre Haare hinten zusammengebunden.) Und nach einer kurzen Pause: "Sie haben ja schöne Haare!" Ich bedankte mich für das Kompliment und war gleichzeitig ein wenig verwirrt. Hatte die Frau denn nicht gemerkt, dass weder meine Haare noch ich als Frau gar nicht echt sind?
Bis zum "Valentino", dem TG-Stammtisch sollten es etwa 10 Minuten Fußweg sein. Doch was war das? Unmengen von vorwiegend jungen Leuten bevölkerten die Straßen. Keine Ahnung, zu welcher "Szene" die gehörten und wie die eventuell auf mich reagieren würden. Ich hatte keine Wahl, da musste ich durch bzw. steckt sowieso schon mittendrin. Wie ich später erfuhr, feierten sie die "Bunte Republik Neustadt". Aber ich bin in der Masse wohl untergegangen. Ohne auch nur einen auf mich bezogenen Spruch zu hören, erreichte ich das "Valentino".
Das ist eigentlich eine Schwulenbar, in der einmal im Monat für "uns" ein separater Bereich zur Verfügung gestellt wird. Ich traf dort vier CD-Damen, eine davon mit Partnerin, also eine recht überschaubare Runde. Aus unserem Forum war niemand dabei. Leider konnte ich wegen meiner weiten Heimfahrt nur etwa zwei Stunden bleiben. Es waren trotzdem nette Gespräche und auch das Speisen- und Getränkeangebot im "Valentino" möchte ich lobend erwähnen.
Möglicherweise war im Laufe des Abends noch mehr los, denn als ich gerade ging, kamen zwei weitere "Damen" dazu. Auf dem Weg zum Bahnhof musste ich noch einmal durch die "Bunte Republik Neustadt" bzw. die Leute, die diese feierten. Dabei ist aber nichts Besonderes passiert, genauso wie während der Heimfahrt.
Mein Ziel, den Dresdner Stammtisch und einige seiner Gäste kennenzulernen, hatte ich erreicht. Allerdings hatte sich das Ganze bei etwa 6 Stunden Fahrzeit nicht so recht gelohnt. Einen weiteren Besuch dort werde ich deshalb nur machen, wenn ich ihn mit etwas anderem verbinden kann.
19.6.2015
Wie ich an anderer Stelle schon ankündigte, hatte ich mir für heute vorgenommen, den Transgender-Stammtisch in Dresden zu besuchen. Bei der Frage, was ich dazu anziehe, musste ich berücksichtigen, dass es draußen für die Jahreszeit viel zu kühl war. So griff zu meinem langärmligen knielangen rot-weiß gemusterten Kleid, schwarzen Strumpfhosen, Pumps und meinem schwarzen Blazer.
Nach einigen Erledigungen zu Hause machte ich mich am Nachmittag auf den Weg.
Der Dresdner Stammtisch findet zur Zeit in der Bar "Valentino", unweit des Neustädter Bahnhofs statt. Auf der (Damen-)Toilette im Bahnhof wollte ich mein Makeup noch einmal kontrollieren und traf dort auf drei junge Damen. Ich kämmte mir gerade die Haare, da frage mich eine von denen, ob ich mit meinem Pony gut zurechtkäme. "Ja, natürlich", antwortete ich. Darauf die junge Dame: "Mir war das mit dem Pony zu viel Stress, hab ihn wegmachen lassen." (Sie trug ihre Haare hinten zusammengebunden.) Und nach einer kurzen Pause: "Sie haben ja schöne Haare!" Ich bedankte mich für das Kompliment und war gleichzeitig ein wenig verwirrt. Hatte die Frau denn nicht gemerkt, dass weder meine Haare noch ich als Frau gar nicht echt sind?
Bis zum "Valentino", dem TG-Stammtisch sollten es etwa 10 Minuten Fußweg sein. Doch was war das? Unmengen von vorwiegend jungen Leuten bevölkerten die Straßen. Keine Ahnung, zu welcher "Szene" die gehörten und wie die eventuell auf mich reagieren würden. Ich hatte keine Wahl, da musste ich durch bzw. steckt sowieso schon mittendrin. Wie ich später erfuhr, feierten sie die "Bunte Republik Neustadt". Aber ich bin in der Masse wohl untergegangen. Ohne auch nur einen auf mich bezogenen Spruch zu hören, erreichte ich das "Valentino".
Das ist eigentlich eine Schwulenbar, in der einmal im Monat für "uns" ein separater Bereich zur Verfügung gestellt wird. Ich traf dort vier CD-Damen, eine davon mit Partnerin, also eine recht überschaubare Runde. Aus unserem Forum war niemand dabei. Leider konnte ich wegen meiner weiten Heimfahrt nur etwa zwei Stunden bleiben. Es waren trotzdem nette Gespräche und auch das Speisen- und Getränkeangebot im "Valentino" möchte ich lobend erwähnen.
Möglicherweise war im Laufe des Abends noch mehr los, denn als ich gerade ging, kamen zwei weitere "Damen" dazu. Auf dem Weg zum Bahnhof musste ich noch einmal durch die "Bunte Republik Neustadt" bzw. die Leute, die diese feierten. Dabei ist aber nichts Besonderes passiert, genauso wie während der Heimfahrt.
Mein Ziel, den Dresdner Stammtisch und einige seiner Gäste kennenzulernen, hatte ich erreicht. Allerdings hatte sich das Ganze bei etwa 6 Stunden Fahrzeit nicht so recht gelohnt. Einen weiteren Besuch dort werde ich deshalb nur machen, wenn ich ihn mit etwas anderem verbinden kann.
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
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20.6.2015
Es bot sich an, gleich noch einen Andrea-Tag einzulegen. Ich konnte gleich das Outfit vom Vortag übernehmen: knielanges rot-weiß gemustertes Kleid, schwarze Strumpfhose, Pumps und draußen meinem schwarzen Blazer darüber.
So habe ich einige Einkäufe fürs Wochenende erledigt. Kurz bevor die Geschäfte schließen, fiel meiner Tochter ein, dass wir noch einmal gemeinsam in ein Schreibwarengeschäft gehen wollten, um einige Dinge fürs nächste Schuljahr zu besorgen. Bisher hatten wir es wegen der Entdeckungsgefahr vermieden, als Frauen gemeinsam in unserer Heimatstadt aufzutreten.
Dieser Einkauf hätte sicher noch ein paar Tage Zeit gehabt, aber meine Tochter wollte es unbedingt heute noch erledigen und sagte schließlich zu meinem Erstaunen: "Ach komm, ist doch egal!"
Es war der erste gemeinsame Auftritt von Andrea und meiner Tochter in unserer Heimatstadt. Die Verkäuferin hat natürlich nichts gesagt, nicht einmal erstaunt geschaut, obwohl wir schon oft gemeinsam in dem Laden waren, nur eben ich im anderen Modus. Aber was sie wohl gedacht haben mag? Angesichts dessen, dass ich beim Bezahlen mit ihr auch gesprochen habe, kann es fast nicht sein, dass sie nichts gemerkt hat.
21.6.2015
Heute feierte ich im engsten Familienkreis meinen Geburtstag. Es waren nur Leute eingeladen, die mich auch als Andrea kennen. Was also lag näher, zum ersten Mal auch so zu feiern.
Ich zog dazu einen knielangen schwarzen Rock, eine mehrfarbige Bluse und hautfarbene Strumpfhosen an. Große Geburtstagsfeten mag ich nicht. Es ist doch eher ein trauriges Ereignis, wenn frau wieder ein Jahr älter wird. Meine Aktion beschränkte sich deshalb auf ein gemeinsames Beisammensein bei Kaffee und Kuchen.
Für mich war das kein besonderes Ereignis, aber ich habe mich dabei wohl gefühlt, wie in den —zig Jahren zuvor nicht.
22.6.2015
Ich hatte wieder einen Termin bei meiner Therapeutin. Da bin ich natürlich wieder als Andrea hingefahren und konnte gleich das Outfit vom Vortag beibehalten. Draußen zog ich noch schwarze Pumps und meinen türkisen Blazer darüber.
Das Wetter war miserabel. Bereits den gesamten Vormittag hatte es geregnet. Obwohl ich einen Schirm mithatte und um Pfützen einen Bogen machte, musste ich, bevor ich zur Therapeutin reinging, erst einmal mit einem Papiertaschentuch meine Schuhe und den unteren Teil der Strumpfhosen grob vom Dreck befreien.
Auf dem Rückweg ließ der Regen zum Glück etwas nach.
Meine Tochter brauchte noch neue Schuhe. So verabredeten wir uns vor einem bekannten großen Schuhgeschäft am Rande unserer Heimatstadt. Ich war etwas eher da und habe mich erst mal in einem benachbarten Damenmodegeschäft umgesehen. Ein überaus reichliches Angebot schöner Sachen im Sonderangebot ließ mich gleich mehrfach zugreifen: eine hellblaue Bluse, ein etwas längeres buntes Oberteil, ein knielanger grauer Rock und das alles für einstellige Eurobeträge! Fast hätte ich den Treffpunkt mit meiner Tochter verpasst.
In dem Schuhgeschäft brauchte ich im Vergleich zu früher nicht desinteressiert ihr beim Aussuchen und Anprobieren zuzusehen, sondern konnte gleich selbst mal schauen, ob ich auch für mich etwas Passendes finde. Am Ende hatte meine Tochter sich bereits für zwei Paar Schuhe entschieden, während ich immer noch überlegte, welches der drei Paar Sandaletten, die ich bereits anprobiert hatte, ich wohl nehmen soll.
Nach diesen erfolgreichen Einkäufen fuhren wir zufrieden nach Hause.
20.6.2015
Es bot sich an, gleich noch einen Andrea-Tag einzulegen. Ich konnte gleich das Outfit vom Vortag übernehmen: knielanges rot-weiß gemustertes Kleid, schwarze Strumpfhose, Pumps und draußen meinem schwarzen Blazer darüber.
So habe ich einige Einkäufe fürs Wochenende erledigt. Kurz bevor die Geschäfte schließen, fiel meiner Tochter ein, dass wir noch einmal gemeinsam in ein Schreibwarengeschäft gehen wollten, um einige Dinge fürs nächste Schuljahr zu besorgen. Bisher hatten wir es wegen der Entdeckungsgefahr vermieden, als Frauen gemeinsam in unserer Heimatstadt aufzutreten.
Dieser Einkauf hätte sicher noch ein paar Tage Zeit gehabt, aber meine Tochter wollte es unbedingt heute noch erledigen und sagte schließlich zu meinem Erstaunen: "Ach komm, ist doch egal!"
Es war der erste gemeinsame Auftritt von Andrea und meiner Tochter in unserer Heimatstadt. Die Verkäuferin hat natürlich nichts gesagt, nicht einmal erstaunt geschaut, obwohl wir schon oft gemeinsam in dem Laden waren, nur eben ich im anderen Modus. Aber was sie wohl gedacht haben mag? Angesichts dessen, dass ich beim Bezahlen mit ihr auch gesprochen habe, kann es fast nicht sein, dass sie nichts gemerkt hat.
21.6.2015
Heute feierte ich im engsten Familienkreis meinen Geburtstag. Es waren nur Leute eingeladen, die mich auch als Andrea kennen. Was also lag näher, zum ersten Mal auch so zu feiern.
Ich zog dazu einen knielangen schwarzen Rock, eine mehrfarbige Bluse und hautfarbene Strumpfhosen an. Große Geburtstagsfeten mag ich nicht. Es ist doch eher ein trauriges Ereignis, wenn frau wieder ein Jahr älter wird. Meine Aktion beschränkte sich deshalb auf ein gemeinsames Beisammensein bei Kaffee und Kuchen.
Für mich war das kein besonderes Ereignis, aber ich habe mich dabei wohl gefühlt, wie in den —zig Jahren zuvor nicht.
22.6.2015
Ich hatte wieder einen Termin bei meiner Therapeutin. Da bin ich natürlich wieder als Andrea hingefahren und konnte gleich das Outfit vom Vortag beibehalten. Draußen zog ich noch schwarze Pumps und meinen türkisen Blazer darüber.
Das Wetter war miserabel. Bereits den gesamten Vormittag hatte es geregnet. Obwohl ich einen Schirm mithatte und um Pfützen einen Bogen machte, musste ich, bevor ich zur Therapeutin reinging, erst einmal mit einem Papiertaschentuch meine Schuhe und den unteren Teil der Strumpfhosen grob vom Dreck befreien.
Auf dem Rückweg ließ der Regen zum Glück etwas nach.
Meine Tochter brauchte noch neue Schuhe. So verabredeten wir uns vor einem bekannten großen Schuhgeschäft am Rande unserer Heimatstadt. Ich war etwas eher da und habe mich erst mal in einem benachbarten Damenmodegeschäft umgesehen. Ein überaus reichliches Angebot schöner Sachen im Sonderangebot ließ mich gleich mehrfach zugreifen: eine hellblaue Bluse, ein etwas längeres buntes Oberteil, ein knielanger grauer Rock und das alles für einstellige Eurobeträge! Fast hätte ich den Treffpunkt mit meiner Tochter verpasst.
In dem Schuhgeschäft brauchte ich im Vergleich zu früher nicht desinteressiert ihr beim Aussuchen und Anprobieren zuzusehen, sondern konnte gleich selbst mal schauen, ob ich auch für mich etwas Passendes finde. Am Ende hatte meine Tochter sich bereits für zwei Paar Schuhe entschieden, während ich immer noch überlegte, welches der drei Paar Sandaletten, die ich bereits anprobiert hatte, ich wohl nehmen soll.
Nach diesen erfolgreichen Einkäufen fuhren wir zufrieden nach Hause.
Zuletzt geändert von Andrea aus Sachsen am Do 25. Jun 2015, 19:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
Hallo andrea
LG Kerstin
Wenn auch spät so doch herzlichen Glückwunsch.Andrea aus Sachsen hat geschrieben:.
......
21.6.2015
Heute feierte ich im engsten Familienkreis meinen Geburtstag. ......
LG Kerstin
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
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Magdalena
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
Hallo Andrea,
auch ich schließe mich den Geburtstagsgruessem an. Da ich im Urlaub.bin, ist mir Dein.Ehrentag entgangem.
LG Magdalena
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LG Magdalena
Lebe jeden Tag.
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Anne-Mette
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
Guten Abend,
wie gut, dass die Blumen noch frisch sind
Alles Liebe und Gute nachträglich
Herzliche Grüße
Anne-Mette
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NAREA
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
Hallo Andrea,
ALLES, ALLES GUTE wünschen Dir Narea und Doris.
Weil ich nicht täglich hier bin, kommt der Gruß spät aber nicht weniger herzlich.
Ich bewundere Dich. Kann etwas Neid nicht leugnen. Deine Berichte lese ich immer. Mir gefällt sehr wie Du das alles händelst. Mach weiter so.
Liebe Grüße Narea
ALLES, ALLES GUTE wünschen Dir Narea und Doris.
Weil ich nicht täglich hier bin, kommt der Gruß spät aber nicht weniger herzlich.
Ich bewundere Dich. Kann etwas Neid nicht leugnen. Deine Berichte lese ich immer. Mir gefällt sehr wie Du das alles händelst. Mach weiter so.
Liebe Grüße Narea