Trans*-Experte über Sprache: „Denken im Genitalraster"
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Anne-Mette
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Trans*„Experte über Sprache: "Denken im Genitalraster“

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

Medien berichten oft falsch oder pathologisierend über Trans*, aktuell bei Caitlyn Jenner. Leo Yannick Wild, letztes Jahr bei uns auf dem Forumtreffen im Sonntagsclub zum Thema "Gewaltprävention" (begibt sich aufs Glatteis) und erklärt, wie man es besser macht.

http://www.taz.de/!5202036/

Broschüre "Trans* und den Medien von Leo Yannik Wild: http://www.transinterqueer.org/download ... 282%29.pdf



Gruß
Anne-Mette
Anke
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Re: Trans*„Experte über Sprache "Denken im Genitalraster“

Post 2 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo,

vielen Dank an Anne-Mette für diesen Link.

Endlich mal ein Text, der das Thema sachlich, unaufgeregt und mit Augenmaß aufbereitet. Davon können wir mehr gebrauchen.

Liebe Grüße

Anke
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Re: Trans*„Experte über Sprache: "Denken im Genitalraster“

Post 3 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hallo Kornelia,
Bei transsexuellen Menschen gibt es aber (imho) 'als' nicht.
Eine wirklich ernst gemeinte Frage: Ist das nicht etwas überempfindlich ? Ich verstehe, was Du meinst. Es geht um eindeutige Identität. Aber wir leben doch alle in einem sozialen Kontext, in dem wir uns verorten. "Als Mitglied eines Vereins", "als Teil der Belegschaft einer Firma", "als Elternteil eines Kindes" oder eben auch "als Frau" oder "als Mann" sind doch ganz normale Bestandteile des eigenen Daseins, oder ? Das heißt mMn doch nur, dass man einen Teil seines Selbst für eine Aussage in den Fokus stellt. Das heißt doch nicht, dass die anderen Aspekte nicht gelten. Sie sind im Kontext eben nur unerheblich. Ich sehe auch für mich keine Abwertung, wenn ich sage, "als Frau bin ich der Meinung".

Ich habe den Eindruck, lasse mich aber gerne korrigieren, dass sprachliche Feinstheiten auf Dauer eher ermüdend und daher nicht nützlich sind. Ob jemand "umoperiert" oder "geschlechtlich angepasst wird" ist aus meiner Sicht unerheblich. Eine Veränderung des Äußeren durch eine Operation kann man auch wertneutral als "umoperiert" betrachten. Wenn jemand darin eine Wertung sieht, liegt das in der betreffenden Person. Ich halte das für ein typisches Sender-Empfänger-Problem. Man sieht (möglicherweise) eine Wertung, wo keine ist. Ich halte es aber für legitim, darauf hinzuweisen, dass man es als innere Notwendigkeit betrachtet, eine "Angleichung" zu erfahren.

Aber vielleicht liegt hier der wichtigste Unterschied zwischen TV und TS. Für TV ist (im allgemeinen) die Geschlechtergrenze fließend oder wir Prof. Sigusch meint "liquid gender", für TS ist es eher eine bipolare Sichtweise.

Übrigens, wenn wir von Begriffen reden, bevorzuge ich das Wort "transsexuell" und nicht "transident". Denn es wird nicht die Identität gewechselt (man versteht sich seit Geburt als Frau im Körper eines Mannes und umgekehrt), sondern verändert das äußere Geschlecht, was üblicherweise mit "sex" gemeint ist. Konsequenterweise wären dann "Transvestiten", hier meine ich Menschen, die sich weitgehend mit ihrem Geburtsgeschlecht identifizieren können, aber zeitweise eine andere geschlechtliche Rolle im Geburtskörper leben wollen, "transident". Sie wechseln die Geschlechtsidentität, aber nicht das körperliche Geschlecht. Oder denke ich hier falsch ? ;-)

Wie dem auch sei. Betrachten wir die Sache mit etwas Abstand, bin ich der Meinung, es geht nicht um die Begriffe (obwohl die natürlich auch Werte bildend sind und damit Bedeutung haben), sondern darum, dass alle Menschen als das anerkannt werden, was und wer sie sind und sein wollen. Hier sollten wir alle an einem Strang ziehen. Bei Diskussionen um "Kleinkram" (ich weiß, das ist drastisch ausgedrückt) verlieren wir dieses Ziel schnell aus den Augen. So werden wir in der öffentlichen Diskussion schnell auseinander dividiert. Bei den Römern wurde bereits das Prinzip "teile und herrsche" angewandt. Ich halte es eher mit Goethe:

"Entzwei und gebiete! Tüchtig Wort;
Verein' und leite! Beßrer Hort."

Ich habe mit Transsexuellen nur wenig gemein, aber meine Art zu leben (swinging gender) ist nicht besser oder schlechter. Und ich werde mich immer dafür einsetzen, dass sie ihr Leben nach ihren Wünschen leben können.

Liebe Grüße
Vicky
Viele Grüße
Vicky

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Anne-Mette
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Re: Trans*„Experte über Sprache: "Denken im Genitalraster“

Post 4 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

das - oder in ähnlicher Form -
(man versteht sich seit Geburt als Frau im Körper eines Mannes und umgekehrt),
ist mir schon häufig aufgefallen - und da gehe ich nicht ganz mit (888)
Natürlich gibt es viele Menschen, die "seit der Geburt" etwas spüren; bei vielen ist es aber auch ein langer Prozess, SICH ZU VERSTEHEN.
Wann fängt "(sich)verstehen" überhaupt an?

Transsexualität hat für mich keine URSACHE; trotzdem ist nicht ganz von der Hand zu weisen, dass mehrere Faktoren auch ein späteres Erkennen - oder das spätere Sein
mitbestimmen können.

Gruß
Anne-Mette
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Trans*„Experte über Sprache: "Denken im Genitalraster“

Post 5 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Wann fängt "(sich)verstehen" überhaupt an?
Ich hatte gerade einen kurzen Austausch mit einer früheren Freundin bez. Verständnis. Ich glaube nicht, dass es das Verständnis schlechthin gibt. Wir verstehen nur so viel, wie uns unser Bemühen und unsere Lebenserfahrung zeigen können. D.h. auch, dass es sich ständig verändert und weiter entwickelt (wenn wir das wollen). Dabei verlieren wir aber auch manches, was in unserer Vergangenheit liegt. Ich hadere ein wenig mit der Frage, ob wir nur das verstehen, was wir verstehen wollen ? Oder direkt ausgedrückt: Sehe ich mich (zeitweise) weiblich, weil ich mich so sehen möchte ? Kann es sein, dass ich durch mein sexuelles Verhalten in der Pubertät, gute Gefühle beim Tragen weiblicher Wäsche, dazu geführt hat, dass ich mich quasi selber programmiert habe, dass ich heute nicht mehr "los werde" ? Auch wenn die heutigen Gefühle beim Tragen weiblicher Kleidung mit sexuellen Gefühlen zu tun hat (meistens), die Verbindung ist trotzdem gegeben.

Eine andere Sichtweise wäre, dass ich mich (zeitweise) als Frau fühle, weil ich nicht Mann sein will.

Viele TS berichten, dass sie sehr früh, also bereits mit 5 oder 6 Jahren das Gefühl hatten, "im falschen Körper zu stecken". Da greift meine These wahrscheinlich nicht mehr. Sie könnte somit eher für TV gelten. Das bringt mich zu dem Satz:
Transsexualität hat für mich keine URSACHE;
Das finde ich spannend, denn ich kann es nicht nachvollziehen. Alles hat eine Ursache und wenn sie vom Himmel fällt. Magst Du das noch ein wenig erläutern ?

Grüße
Vicky
Viele Grüße
Vicky

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Re: Trans*„Experte über Sprache: "Denken im Genitalraster“

Post 6 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo,

schwieriges Thema mit vielen vielen Ebenen, die gerne durcheinander geraten.

Als transsexuelle Frau bin ich eine Frau, und zwar von Geburt an. So möchte ich auch gerne gesehen werden und ich wünsche mir auch, dass das auch sprachlich gewürdigt wird.

Warum ist das (für mich) wichtig? Weil es einfach falsch ist zu sagen, dass ich vorher ein Mann war. Weil letztere Aussage suggeriert, dass ich eine Wahl und einfach mal so das Geschlecht gewechselt hätte. Weil mit diesem schiefen Bild dann gerne eine Krankheit herbeigeredet wird (Pathologisierung), mit den all den Konsequenzen, die das dann hat. Weil ich finde, dass es mein gutes Recht ist zu erwarten, dass ich entsprechend meiner Identität angesprochen, behandelt und gewürdigt werde.

Muss ich deshalb einen sprachlichen Feldzug gegen jedermann und -frau starten? Nach meiner Überzeugung nicht. Für die Menschen um mich herum ist Transsexualität nicht leicht zu verstehen, wenn überhaupt. Aus den Augen eines Cis-Menschen sieht die Welt eben anders aus. Und es dauert eine Weile, bis sie sich in meine Welt hineinversetzen können, soweit das überhaupt möglich ist. Deshalb ist hier Geduld und Verständnis von allen Seiten gefragt.

Sollen wir deshalb alles laufen lassen? Sicher nicht. Gerade die Presse trägt durch ihre fehlerhafte Berichterstattung und Wortwahl viel dazu bei, dass in den Köpfen der Menschen falsche Vorstellungen entstehen. Hier ist aus meiner Sicht eine systematische Pressearbeit erforderlich, die ich bisher schmerzlich vermisse. Nette Bittbriefe helfen hier ebenso wenig weiter, wie Tiraden und Beschimpfungen. Und wir dürfen weder erwarten, dass sich da irgendetwas von alleine oder schnell ändert. Das wird langsam gehen und es wird nur mit Systematik und Nachhaltigkeit gehen.

Und es wird nur gehen, wenn Einigkeit, Kompromissbereitschaft und der Blick auf die Gemeinsamkeiten bestimmend sind. Letztere sind für mich wesentlich größer, als die ganzen Unterschiede, über die ständig diskutiert wird.

Liebe Grüße

Anke
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Re: Trans*„Experte über Sprache: "Denken im Genitalraster“

Post 7 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

für mich hat Transsexualität keine Ursache; in keine steckt für mich "eine", kein "wenn-dann" oder "wenn-dann-nicht".

Wie kommen wir da dichter dran an das "Stecken im falschen Körper" - was ist das genau für ein Gefühl?

Gruß
Anne-Mette
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Re: Trans*„Experte über Sprache: "Denken im Genitalraster“

Post 8 im Thema

Beitrag von Anke »

Anne-Mette hat geschrieben:Moin,

für mich hat Transsexualität keine Ursache; in keine steckt für mich "eine", kein "wenn-dann" oder "wenn-dann-nicht".
Revolutionärer Ansatz, Abkehr von der kausalen Logik. :-)

Den zweiten Teil hab ich noch nicht verstanden, da steh ich noch auf dem Schlauch.
Anne-Mette hat geschrieben:Wie kommen wir da dichter dran an das "Stecken im falschen Körper" - was ist das genau für ein Gefühl?
Mein Gefühl kann ich einigermaßen beschreiben. Es ist das Gefühl, dass zwischen dem, was mir der Spiegel zeigt und meinem Gefühl und meiner Vorstellung von mir selbst eine Lücke klafft. Dieses Gefühl ist meist schmerzhaft. Es ist das Gefühl der Sehnsucht nach mir selbst. Es ist das Gefühl der Hoffnung, dass ich mir und meinem Gefühl von mir selbst immer näher komme und damit weiter frei werde. Und es ist mitterweile auch ein Gefühl der Freude und des Glücks, dass ich schon weiter und näher dran bin, als je zuvor.

Für eine andere mag das anders sein, für mich ist es, was ich sehr intensiv fühle. Ich hoffe mal, dass jetzt niemand eine Diskussion aufmacht, ob Transsexualität ein Gefühl oder etwas anderes ist. Denn so habe ich weder die Frage verstanden, noch die Antwort gemeint.

Liebe Grüße

Anke
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Re: Trans*„Experte über Sprache: "Denken im Genitalraster“

Post 9 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo Kornelia,

mit sprachlichem Feldzug habe ich definitiv nicht dich gemeint! Ich hoffe, das kam nicht falsch an.

Aber einiges was ich so lese, fühlt sich für mich genau so an.

Es gibt einiges an Pressearbeit, das stimmt. Überzeugend finde ich das meist nicht. Gerade heute habe ich wieder so ein Beispiel gesehen, bei dem aus meiner Sicht vor allem Schaden angerichtet wurde.

Und wie Du richtig festgestellt hast, ohne Wirkung. Jetzt kann ich, überspitzt formuliert die Schlussfolgerung ziehen, dass die Journalisten entweder doof oder bösartig sind. Oder ich kann mir überlegen, wie ich meine Botschaft besser platziert bekomme. Ich bin für letzteres.

Das richtige Wording ist für mich das eine. Das andere sind die Bilder und Vorstellungen in den Köpfen der Presseleute. Da gibt es einmal die notorisch sensationslüsternen Vertreter. Da ist Hopfen und Malz sowieso verloren. Aber es gibt auch die richtigen Journalisten und denen sollten wir dazu verhelfen.

Liebe Grüße

Anke
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Re: Trans*„Experte über Sprache: "Denken im Genitalraster“

Post 10 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

anscheinend ohne Wirkung
Ich glaube, wir brauchen viel Geduld, bis auch die Presse zu einem (weitgehend) "richtigen" Wording kommt. Aber die Trans*-Szene ist sich ja nicht einmal selber einig und unterliegt, wie ich versucht habe darzustellen, selber einigen Irrtümern.
dass es mein gutes Recht ist zu erwarten, dass ich entsprechend meiner Identität angesprochen, behandelt und gewürdigt werde.
So sehe ich das auch. Aber hängt das an einzelnen Begriffen ? Ist es nicht besser, wohlmeinenden Menschen mit denen man spricht, in ihren Ansichten Recht zu geben, als kleinlich zu lamentieren (ich schreibe das so gravierend, um meine Sicht deutlich zu machen), dass es "angleichen" und nicht "umoperieren" heißen sollte ? Das kann man später immer noch tun, falls es nötig ist.

Im Gespräch fände ich es gut zu betonen, dass man sich operieren lässt, damit man gesund wird sowie dass der Zustand, in dem man sich vor der Operation befindet (seelisch) krank macht. Jeder der sich aus welchem Grund auch immer operieren lässt, macht dies, um gesund zu werden. Wenn das die Menschen verstehen, ist mehr gewonnen, als wenn man sie ständig mit Korrekturen verunsichert. So kurios es klingt, wir sind diejenigen, die helfen sollten. Wir sollten Menschen helfen und unterstützen, die uns wohlgesonnen sind und sie nicht verprellen. Journalisten korrigiert man nicht, man lobt und unterstützt sie und macht ihnen das Leben leichter, dann hören sie besser zu.

Mein Credo wäre: langfristig handeln, auch wenn man kurzfristig zurück stecken muss. Wenn ich sehe, wie von "Gegnern" argumentiert wird, kann ich nur feststellen, dass es i.d.R. ein Nörgeln an den "Kleinigkeiten" ist. Wo gibt es denn echte Argumente, die gegen T* sprechen ?

Grüße
Vicky
Viele Grüße
Vicky

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Re: Trans*„Experte über Sprache: "Denken im Genitalraster“

Post 11 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo,
Vicky_Rose hat geschrieben: Aber hängt das an einzelnen Begriffen ? Ist es nicht besser, wohlmeinenden Menschen mit denen man spricht, in ihren Ansichten Recht zu geben, als kleinlich zu lamentieren (ich schreibe das so gravierend, um meine Sicht deutlich zu machen), dass es "angleichen" und nicht "umoperieren" heißen sollte ? Das kann man später immer noch tun, falls es nötig ist.

Im Gespräch fände ich es gut zu betonen, dass man sich operieren lässt, damit man gesund wird sowie dass der Zustand, in dem man sich vor der Operation befindet (seelisch) krank macht. Jeder der sich aus welchem Grund auch immer operieren lässt, macht dies, um gesund zu werden. Wenn das die Menschen verstehen, ist mehr gewonnen, als wenn man sie ständig mit Korrekturen verunsichert. So kurios es klingt, wir sind diejenigen, die helfen sollten. Wir sollten Menschen helfen und unterstützen, die uns wohlgesonnen sind und sie nicht verprellen. Journalisten korrigiert man nicht, man lobt und unterstützt sie und macht ihnen das Leben leichter, dann hören sie besser zu.

Mein Credo wäre: langfristig handeln, auch wenn man kurzfristig zurück stecken muss. Wenn ich sehe, wie von "Gegnern" argumentiert wird, kann ich nur feststellen, dass es i.d.R. ein Nörgeln an den "Kleinigkeiten" ist. Wo gibt es denn echte Argumente, die gegen T* sprechen ?

Grüße
Vicky
volle Zustimmung. So habe ich das im Grundsatz bisher gemacht und auch gute Erfahrungen damit gesammelt.

Allerdings spreche ich höchst selten über das Thema OP, während das in der Presse immer sehr zentral ist. Irgendwie wird da geglaubt, dass das der alles entscheidende Schritt ist. Oder vielleicht liegt es daran, dass HET und Barthaarentfernung nicht so spektakulär sind und die Sache mit der Identität so schwer zu begreifen ist.

Ich stelle ganz andere Themen in den Mittelpunkt, wenn ich mit meinen Mitmenschen über das Thema spreche. Allerdings gebe ich ihnen in ihren Ansichten nicht einfach recht. Wenn ich den Eindruck habe, dass da etwas schief hängt, versuche ich ihnen im Gespräch einen anderen Blickwinkel zu zeigen. Die meisten kommen dann sehr schnell selbst drauf.

Liebe Grüße

Anke
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Re: Trans*„Experte über Sprache: "Denken im Genitalraster“

Post 12 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Ja Anke,

das sehe ich auch so. Ich habe das vielleicht ein wenig zu sehr simplifiziert. Natürlich muss man korrigieren, wenn es etwas zu korrigieren gibt. An dieser Stelle sind dann Ich-Botschaften sinnvoll, denn jede(r) sieht sich anders.

Die Op ist wahrscheinlich nur der allerletzte Schritt, den auch nur wenige gehen (wollen). Aber wenn schon über Ops geredet wird, ist das schon ein guter Einstieg in eine weiterführende Diskussion. Zeit und Geduld sind mMn ganz wichtigeEigenschaften, die wir T* brauchen. Wir können nicht erwarten, dass sich die öffentliche Meinung über Nacht ändert und das Thema begreifen kann. Wir brauchen dafür ja auch Jahre und teilweise Jahrzehnte.

Grüße
Vicky
Viele Grüße
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Re: Trans*„Experte über Sprache: "Denken im Genitalraster“

Post 13 im Thema

Beitrag von ab08 »

Hallo meine Lieben,

melde mich zurück, arbeite mich durch die Post und las gerade den von Anne-Mette verlinkten Artikel der TAZ, den ich nicht schlecht fand .

Für mich gilt, dass ich stets dasselbe weibliche Wesen war, das man heute sieht. Aufgrund der Genitalien wurde ich halt von der Hebamme zunächst falsch zugeordnet
Heute sind die Papiere berichtigt und ich bin angekommen. Versprecher kommen am Telefon, bzw. wer nicht genau hinschaut, durch die Größe vor. Aber extrem selten.
Auch ohne besondere Aufmachung werde ich korrekt wahrgenommen, was meinen Urlaub in Südfrankreich äußerst angenehm gestaltete.
Vielleicht nur wg. "ältere, unbegleitete Dame", aber unerwartete Komplimente von Herren "im besten Alter" sind immer wieder schön.

Jetzt möchte ich mich aber vor allem ganz herzlich bei allen Teilnehmern für die gute Diskussion hier bedanken,
wobei Anke mit ihrem Beitrag am 3.Juni um 15:00 bei mir in Schwarze trifft: http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... 47#p118871 :wink:
--> Begriffe... bei mir selbst bin ich heute sicher auch nachlässig. (Auf der Unterschriftenliste zur "Stuttgarter Erklärung" bezeichnete ich mich z.B. als "Transfrau".)

Liebe Grüße
Andrea

P.S. Besser als "Stecken im falschen Körper" gefällt mir:
"Frau mit ungewöhnlichen Genitalien/Chromosomen ..." bzw. "Mann mit ungewöhnlichen Genitalien/Chromosomen ..."
denn der Rest stimmt ja bisweilen, bzw. ist problemlos anzupassen.
Daher steht bei mir hier auch IS(Frau)
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
Antworten

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