Interessenvertretung
Interessenvertretung - # 2

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conny
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Re: Interessenvertretung

Post 16 im Thema

Beitrag von conny »

bei diesem thema gibt es eine politische (gesetze betreffende) und eine gesellschaftliche (die tolleranz fordernde) ebene.

das politische ist natürlich mehr ein transsexuellenthema. hier sollte es EINE zentrale initiative geben, die eine relevante lobby schafft und klare forderungen an den gesetzgeber formuliert. wir hatten ja am samstag abend gehört, dass es auf einen referentenentwurf im ministerium teilweise sich widersprechende reaktionen der betroffenen gab, worauf das thema zunächst nicht weiter verfolgt wurde. allzuoft sollte man die geduld wohlgesonnener politiker aber nicht herausfordern.

für die forderung nach gesellschaftlicher tolleranz gibt es diese klar definierten ansprechpartner, die man zur umsetzung des eigenen interesses gewinnen muss, nicht. "ansprechpartner" sind hier geschätzt an die 80 millionen menschen. kollegen, verwandte, nachbarn, freunde etc.. dahlia beschrieb hier eine erfolgreich gangbare einzelinitiative, aber gemeinsam ist man auch hier stärker. diese gemeinsamkeit benötigt nicht unbedingt eine bundesweite "zentrale". regionale initiativen können geeignete aufklärerische aktionen entwickeln, die über die (m.e. sinnlose) teilnahme an christopher street days hinausgehen.

also, das eine tun ohne das andere zu lassen.

lg
conny
eilinfox
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Re: Interessenvertretung

Post 17 im Thema

Beitrag von eilinfox »

Hallo Saskia,
ich tauche nicht ab, denn zumindest hier gebe ich ab und an noch meine Meinung zum einen oder anderen Thema ab.
Aber ich muss auch für transsexuelle Personen um Verständnis werben, wenn Sie sich nicht öffentlich engagieren wollen und können.
Denn oftmals, wie in meinem Falle, war das was sie erreicht haben mit dem Verlust von vermeindlichen Freundschaften und der kompletten Familie verbunden.
Und das will und kann ich nicht ein zweites Mal verkraften, indem ich mich quasi ohne Zwang andersrum oute, und sage dass ich eigentlich biologisch ein Mann bin.
Lieschen
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Re: Interessenvertretung

Post 18 im Thema

Beitrag von Lieschen »

Hallo,

ich finde den Gedanken ebenfalls gut.
Neulich waren Andrea66 und ich bei dem Workshop "Zukunftstische", im Forum zu finden unter http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... 45#p118045

Dieser Workshop und noch viele weitere Zukunftstische werden organisiert vom Land Niedersachsen (ähnliches wird es in anderen Bundesländern wohl auch geben). Das Land Niedersachsen hat die Situation erkannt und fragt UNS um UNSERE Meinung und wertet die Aussagen aus. Das ist schon eine andere Qualität; wir müssen nur noch sagen, was wir wollen. Dies deckt sich auch mit Ankes Aussage "Es fehlt eben eine organisierte Interessenvertretung auf den jeweils richtigen Ebenen. Vertreter von Bund und Ländern beklagen sich ja auch, dass es von unserer Seite keine Ansprechpartner gibt."
Fährt jemand aus dem Forum zur Waldschlößchentagung? Das würde die Sache doch wesentlich vereinfachen. Dann bräuchten wir nicht unser eigenes Süppchen zu kochen, sondern uns "nur" im Vorfeld Gedanken machen und diese dort vortragen.

Tschüs, Lieschen
An die Rausgemobbten und/oder Ausgeschlossenen, die hier evtl. (nur) noch still mitlesen (Hugo, Darialena, Breakfast@Tiffany, ingedie2te u. A.): bitte schreibt mir doch kurz, in welchen Foren ihr euch jetzt aufhaltet.
lieschen-77ätgmx.de
Sabrina Verena
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Re: Interessenvertretung

Post 19 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Hallo!
Also ich denke das eine gemeinsame Interessenvertretung wichtig ist.
Sie wird aber an der Zerstrittenheit der potentiellen Mitglieder scheitern.
Es wird am Ende ein kleiner Club wie ATME oder die DGTI sein.
Man schaue sich nur das ewige Gezicke bei Travesta an.
Aber auch die immensen Unterschiede zwischen der Realo SHG auf der einen Seite und der antigenitalistischen Offensive auf der anderen Seite, sind nur erschwerend.
LG Verena
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Re: Interessenvertretung

Post 20 im Thema

Beitrag von Feldmaus »

Hallo!
Auch ich finde eine gemeinsame Interessenvertretung sehr wichtig ( Gründung eines Dachverbandes im Waldschlößchen), denn nur so könnt ihr eure Rechte im politischen Bereichen durchsetzten und akzeptiert werden.Ja, es gibt jemanden , aus dem Forum ,der an den Waldschlößchentagungen teil nimmt ( Namen möchte ich hier noch nicht nennen, vielleicht schreibt sie selber noch etwas dazu).
Viele grüße daniela
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das Wesentliche bleibt für die Augen unsichtbar.(Antoine de saint-exupery)
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Re: Interessenvertretung

Post 21 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Andrea-Yvette hat geschrieben:Hallo Cybill,

grundsätzlich finde ich die Idee super und vielen Dank für jede Aktivität in diese Richtung. (yes)

Von den bisherigen Antworten her schwanke ich ein wenig zwischen dahlia und Kerstin.

Warum? Weil es wirklich viele Strömungen gibt (TS/CD/"erkennbar weiblich gekleideter Mann"/etc.). Was überwiegt? Wenn ich die Meinung vertrete, es müsse doch möglich sein, als Mann genau wie die Damen alle Möglichkeiten im Bezug auf Styling und Kleidung zu haben und dies auch zu leben, werden sicherlich einige durchaus berechtigt sagen, dass sie aber komplett Frau sein möchten oder im anderen Fall eben nur (ebenfalls komplett oder teilweise) für sehr kurze Zeit. Sicherlich gibt es noch viele weitere Lebensansätze dazu.

Dies alles unter einen "Hut" zu bringen ist dann die Aufgabe. Möglich ist alles. Und ich würde mich sehr freuen, wenn dies gelingt. Für mich als mehr oder weniger weiblich gekleideter — erkennbarer Mann.

Über weitere Info's dazu, um einschätzen zu können ob und wie ich behilflich sein kann, würde ich mich sehr freuen.

Viele Grüsse

Andrea-Yvette
Hallo!
Genau da liegt das Problem.
Der Vorstand soll alle Strömungen repräsentieren und unter ein Hut bringen.
Aktuell ist es doch so, das sowohl ATME als auch die DGTI, deshalb Mitglieder verlieren.
Solange rum gezickt wird, siehe Travesta, sehe ich noch keine Basis.
Es bleibt nur hier als Gleichgesinnte Ziele zu verfassen und mit diesen auf Mitgliederwerbung zu gehen.
Damit werden wir aber nie alle erreichen und vertreten können.
LG Verena
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Re: Interessenvertretung

Post 22 im Thema

Beitrag von Vivian Cologne »

Ja, wenn das so einfach mit der Interessenvertretung wäre. Und wenn wir unsere Interessen so einfach formulieren könnten ...

Die Tagung im Waldschlösschen soll ja kein Geheimzirkel sein. Es ist eine offene Veranstaltung für alle, die in irgendeiner Weise eine Gruppe, SHG, Initiative repräsentieren. Infos gibt es auf der Seite der Vernetzungsstelle Trans*Aktiv

http://ws.trans-ident.com

Ich bin angemeldet, habe aber noch keine verbindliche Zusage. Außer mir sind noch mindestens drei weitere Forumsmitglieder angemeldet. Für Anregungen bin ich immer dankbar - falls ich denn hindarf.

Vivian
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Re: Interessenvertretung

Post 23 im Thema

Beitrag von Lina »

Vivian Cologne hat geschrieben:Ja, wenn das so einfach mit der Interessenvertretung wäre. Und wenn wir unsere Interessen so einfach formulieren könnten ...

Die Tagung im Waldschlösschen soll ja kein Geheimzirkel sein. Es ist eine offene Veranstaltung für alle, die in irgendeiner Weise eine Gruppe, SHG, Initiative repräsentieren. Infos gibt es auf der Seite der Vernetzungsstelle Trans*Aktiv

http://ws.trans-ident.com

Ich bin angemeldet, habe aber noch keine verbindliche Zusage. Außer mir sind noch mindestens drei weitere Forumsmitglieder angemeldet. Für Anregungen bin ich immer dankbar - falls ich denn hindarf.

Vivian

Das ist ja eben der Punkt den ich anspreche - das lässt sich ja hier gar nicht auch nur halbwegs feststellen, wenn nur in einem Thread hin und her diskutiert wird und niemand weiß wer dabei war und warum.


Deshalb würde ich auch gerne mit einer kleineren Grupp vor Ort oder notfalls in Skype-Konferenz erst - wie bei jeder anderen "Produktentwicklung" (Sorry, aber viel anders funktioniert es ja nicht) erst mal eine Hypothese zusammenstellen - wer sind "wir" und was wollen "wir". Wenn dies gelungen ist, dies - evtl in Form einer Umfrage ans Volk bringen. Dafür eignet sich das Forum dann ausgezeichnet ...

Das wird natürlich dann nicht so stehen bleiben - Leute werden rum schreien, Änderungen einbriefen etc. Aber genau das ist gut, weil das Vorgehen hat dann Struktur ...

Letztendlich sollten idealerweise andere kleinere Gruppen, die sich z.B. um ihre jeweiligen Landespolitiker kümmern, und diese Gruppen sollten miteinander in Kontakt bleiben. Und es sagt ja niemand, dass die sich alle genau so organisieren müssen ...

Wie gesagt, ich behaupte nicht, dass dies die beste Idee ist, aber das ist eine funktionstaugliche Idee, deren Ausführung eigentlich sofort anfangen werden kann.
Für so eine Initiative in Hamburg wäre ich dabei ...

Also, wer noch?





Das hier fiel mier auf.: @hier sollte es EINE zentrale initiative geben,

Stimmt. Da muss aber erst was zum Zentralisieren geben.
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Re: Interessenvertretung

Post 24 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo,

ich bin auch zur Tagung im Waldschlösschen angemeldet und warte wie Vivian auf die endgültige Zusage.

Natürlich ist das nicht einfach, es ist sogar recht schwierig. Trotzdem bin ich optimistisch, dass es zu schaffen und all die Schwierigkeiten, die auf dem Weg liegen zu lösen sind. Da bedarf es viel an Geduld, Überzeugungsarbeit, Kompromissfähigkeit und Kreativität. Und je mehr sich in diesem Sinn einbringen und am gleichen Strang in der gleichen Richtung ziehen, desto besser und schneller bekommen wir das hin.

Liebe Grüße

Anke
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Marielle
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Re: Interessenvertretung

Post 25 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo zusammen,

ich finde diesen Thread klasse! Er ist etwas neues, eröffnet vielleicht auch neue Wege. Lieben Dank dafür.


Den Ansatz einer 'Interessenvertretung' kann man auf verschiedene Arten füllen. Am nächsten liegt wohl der Gedanke an eine Organisation; mit Präsidium und allem was dazugehört. Das ist auch ganz bestimmt keine schlechte Idee. Die Entscheidungsprozesse sind in Deutschland ziemlich stark auf Verbände, Institutionen, Organisationen ausgerichtet. Zur Findung einer Entscheidung über Gesetze und Vorschriften werden die Sprecher_innen einzelner Gruppen bzw. Organisationen gehört, die den Konsens ihrer jeweiligen Mitglieder vortragen. Ob das nun direkt in Anhörungen passiert oder indirekt über die öffentliche Meinungsbildung per Presse, Funk und Fernsehen ist dabei fast egal. Organisierte Gruppen haben einen höheren 'Hörbarkeitsfaktor' als ihn Einzelpersonen entwickeln können, um auf 'die große Politik' einzuwirken.

Andererseits geht es aber nicht nur um Gesetze und Vorschriften. TSG, StGB und SGB sind natürlich wichtig, aber aus vielen Beiträgen hier im Forum geht doch deutlich hervor, dass trotz einer relativ guten Rechtslage etwas zum eigenen Glück fehlt. Aus meiner Sicht fehlt daher nicht unbedingt eine weitere Organisation mit Präsidium. Es geht vielmehr darum, dass Freiheit, Gleichheit und Schwesterlichkeit gelebt, erlebt und gestaltet werden. Es braucht niemanden der führt, wenn alle verstehen, was das Ziel ist und bereit sind, sich dafür zu engagieren. Das heisst nicht, dass ich gegen organisiertes Handeln bin, bestimmt nicht. Ich meine allerdings, dass das nicht alles sein sollte.


Es fiel hier schon der Begriff Solidarität. Ich glaube, dass es einen riesigen Fortschritt bringen würde, wenn dieser Begriff mit Rat und Tat gefüllt würde. Solidarität meint nämlich nicht 'macht was ihr wollt, aber lasst mich damit in Ruhe'. Das wäre allenfalls Toleranz; und zwar nur die Sorte von Toleranz, zu der sich sogar die Kelles und Storchs im Land genötigt sehen. Solidarität bedeutet für die Notwendigkeiten der Anderen einzustehen, sich dafür zu engagieren, auch (und grade!) wenn das die eigene Ruhe stört. Es ist nicht nur paradox, Ansprüche an die Gesellschaft mit einem eigenen Unsichtbarkeitsanspruch innerhalb dieser Gesellschaft verbinden zu wollen, es ist auch unsolidarisch. Da nutzt es auch nichts, wenn man sich mit viel Bemühen in die vorhandenen Strukturen einfügt, weil 'die Gesellschaft' das als ein vermeintliches, bemühtes Einfügen erkennt und trotzdem (oder grade deswegen?) nicht in der Lage ist, Anderssein zu akzeptieren.

An anderer Stelle im Forum hiess es, man bräuchte gar kein Sprachrohr für trans* (-sexuelle) Menschen, (Bio-)Männer und Frauen hätten ja auch keines, dass für sie spricht. So? Wie sind die Menschen mit Gebärmutter und weiblicher Selbstidentifikation, umgangssprachlich 'Frauen', denn dann in die Hosen und an das Wahlrecht gekommen? Und die Gleichberechtigung im Grundgesetz; ist die vielleicht vom Himmel gefallen?

Für alles, was da erreicht wurde, haben viele Menschen ihre Komfortzone verlassen, haben sich solidarisch engagiert. Sie haben Organisationen gebildet, Präsidien gewählt und ihre Sprecher_innen für sich sprechen lassen. Und sie haben sich selbst eingebracht; APO im allerbesten Sinne, von allen, die sich in irgendeiner Art in den gesellschaftlichen Diskurs eingebracht haben. Man kann es als persönliches Schicksal betrachten, zu einer bestimmten Zeit zu leben. In einer Zeit zu leben, in dem das eigene Selbst (noch) nicht zum anerkannten Teil der Gesellschaft gehört. Meine Ansicht: shit happens; mit Lethargie und Unsichtbarkeit lässt sich der 'shit' aber nicht beiseite räumen. Die 'Anderen' schreiben Bücher, die es bis in die Bestsellerliste des Spiegel schaffen, sie müllen die Kommentarspalten von Online-Zeitungen mit ihrem kruden Mist zu, sie machen Demos für 'alle' und wir zanken immer noch darüber, wieviele 'T's in LGBTTTTTTTTTTTTTQAI gehören und was sie bedeuten sollen. Freiheit, Gleichheit, Schwester- und Brüderlichkeit für alle Geschlechtlichkeiten; komplizierter muss es doch eigentlich nicht sein.



Dieser Thread ist wohl aus dem Forentreffen am vergangenen Wochenende entstanden (was mich ehrlich riesig freut). Dort haben ein paar Menschen, ohne vorher zu wissen was genau passieren wird, einen Abend lang ihre Zeit 'riskiert', die sie auch vor dem Fernseher, auf einem Dancefloor oder anderswo hätten zubringen können. Sie haben anderen Menschen zugehört, die ihre Lebenswirklichkeit geschildert haben, die ihre Ideen vorgestellt haben und die dazu aufgerufen haben, sich einzumischen, in der Politik, in Kirchen, in Vereinen, in der Gesellschaft sicht- und hörbar zu sein. Die, die dabei waren, waren (zu) wenige, aber sie waren sichtbar, haben sich engagiert und wurden gehört.

'Vernetzung', 'Aktion', 'Information' stehen als Stichworte auf meinem Notizzettel vom Wochenende. Es sind auch ein paar Ideen entstanden, was man tun kann, innerhalb und ausserhalb der Community. Diese Ideen brauchen Menschen, die sich dafür engagieren, ihre Zeit dafür einsetzen. Ich kann mir gut vorstellen, dass das eine Überschrift für das Treffen 2016 sein könnte. Jetzt schliesse ich mich aber erstmal Cybills Aufruf an und schlage vor, dieses Forum zu nutzen, um diejenigen zu sammeln und zusammenzubringen, die bereit sind, sich solidarisch zu engagieren, um Ideen zu sammeln und umzusetzen. Nicht in Kleingruppenkonferenzen, sondern in einem Forenbereich, der sich nicht durch ein Passwort, sondern durch die Forderung nach konstruktivem Engagement über die eigenen Interessen hinaus schützt. Einen Bereich, in dem Ablehnung durch Solidarität und Desinteresse durch Engagement ersetzt werden.

Jerzy Szczesny, einer unserer Diskussionsgäste, sagte nach der Diskussion: "Es ist völlig klar, wie schwierig Engagement neben einem Vollzeitberuf und neben allem, was man sonst zu tun hat, ist. Aber ohne euer Engagement passiert nichts von dem, was ihr euch wünscht."


Habt es gut und macht es besser

Marielle
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No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
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Re: Interessenvertretung

Post 26 im Thema

Beitrag von eilinfox »

Hallo Marielle,

ob ich solidarisch oder unsolidarisch bin haben wir an anderer Stelle bereits ausgiebig diskutiert. Du erinnerst dich?
Deshalb gehe ich da jetzt auch nicht drauf ein, weil ich meine in meinem tagtäglichen Leben genug Öffentlichkeitsarbeit zu leisten.

Ob ich mich nun draußen zeige oder mit Kunden und Geschäftspartnern meines Chefs mich über Trans* unterhalte (was fast tagtäglich geschieht).

Und wen du meinst, dass das Leben einer transsexuellen Frau, die möglichst unauffällig ihr privates Umfeld leben möchte, eine Art Ausruhen in der Komfortzone sein soll, dann irrst du dich gewaltig.
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Re: Interessenvertretung

Post 27 im Thema

Beitrag von Sylvie »

hallo guten abend.

ich finde die idee von cybill ganz grossartig!
es ist doch eigentlich ganz einfach.wenn jede,jeder ein klein bisschen über den eigenen schatten springt sollte doch eine einigung möglich sein.
meiner meinung nach geht zuviel energie durch streitereien über die korrekte bezeichnung der jeweiligen gruppen unter dem oberbegriff *trans* oder wie auch immer verloren.
ich persönlich habe noch nie darüber nachgedacht was ich bin und wie das heisst.ich weis dass ich anders als die meisten menschen bin und das genügt mir.
das grosse ziel sollte doch sein dass alle menschen so leben können wie sie es für richtig halten und durch ihren lebenswunsch keinen restriktionen ausgesetzt sind.
ich finde die voraussetzungen dafür nicht so schlecht.
ich bewege mich täglich im öffentlichen leben und habe noch keine ablehnung erfahren obwohl ich sicherlich öfter 'erkannt' werde.
das zeugt doch von einer schon sehr grossen Toleranz oder auch schon akzeptanz in der breiten bevölkerung.
ich muss dazu sagen dass ich in einer kleinstadt mit 6000 einwohnern lebe.

ich hoffe das es schnell was wird mit dem dachverband !

einen schönen abend euch allen

sylvie
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Re: Interessenvertretung

Post 28 im Thema

Beitrag von Marielle »

Guten Morgen zusammen, Hallo Eilin,

Eilin, den Begriff 'Solidarität' hatte ich zwar aus deinem Beitrag heraus aufgegriffen, dich aber gar nicht explizit angesprochen oder gemeint. Es geht ganz allgemein um die von mir subjektiv wahrgenommene Diskrepanz zwischen Ansprüchen, Wünschen und Forderungen auf der einen und Engagement auf der anderen Seite. Ich meine da eine Lücke zu sehen, die mit Sicht- und Hörbarkeit gefüllt werden müsste und könnte. Da ich dich aber gar nicht kenne, kann ich deine Situation nicht weiter beurteilen: Fühl dich also einfach nicht angesprochen.



Zum Thema:

Wie kommen wir nun am besten zu einer Struktur, aus der heraus sich Ideen entwickeln und umsetzen lassen? In diesem Thread gibt's verschiedene Ansätze (Verband, forenöffentliche Diskussion, Vernetzung und Umsetzung, Aktionsgruppen...), die aber alle von Menschen getragen und befördert werden müssen.

Damit Cybills wunderbare Idee nicht untergeht, möchte ich folgenden Vorschlag einbringen:

Um allen die Möglichkeit zu bieten sich einzubringen und eine offene Gruppe zu schaffen, sollte zunächst eine Diskussion der verschiedenen Ansätze und Ideen in einem öffentlichen, ggfs. moderierten* Forenbereich stattfinden. Daraus wird sich ergeben, wieviele Mitstreiter_innen sich finden, welche Ideen vorhandenen sind und wie die umzusetzen sind. Dort können sich auch Menschen zu kleineren, event. regionalen Gruppen zusammenfinden, um spezielle Ideen und Umsetzungen zu besprechen. Und wenn es sich als sinnvoll herausstellen sollte, kann das die Grundlage für die Etablierung einer festen Organisationsstruktur werden.


habt es gut und lasst von euch hören

Marielle


*) Moderation, um nutzlose Einlassungen wie "wird doch eh alles nichts" oder "tolle Sache, aber ich hab leider immer grad' dann was anderes vor" herauszuhalten
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Re: Interessenvertretung

Post 29 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo,

den Vorschlag von Marielle finde ich genau richtig und ich würde mich an dieser Gruppe beteiligen.

Liebe Grüße

Anke
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Trischa

Re: Interessenvertretung

Post 30 im Thema

Beitrag von Trischa »

(moin) Liebe Menschen! )))(:
Aktuell ist es doch so, das sowohl ATME als auch die DGTI, deshalb Mitglieder verlieren.
ATME verliert nicht viele Mitglieder, sie sind m. E. der mitgliederstärkste Verband für transsexuelle Menschen in Deutschland. Das Problem ist nur, dass da 1 Person meint für alle zu sprechen. Das knallt dann mitunter. Und für trans*- und d.h. LSBTTIQ-Kontexte kann ATME nicht sprechen. Vermutlich für die wenigsten in diesem Forum. Das muss aber kein Problem sein, sondern das ist die Vielfalt! Das ist toll (ap) (gitli)

DGTI verliert deshalb explizite transsexuelle Menschen (vgl. Niedersachsen), weil sie sich in erster Linie für trans* und Transidente einsetzt und gewisse Diskussionen und Selbstaussagen von transsexuellen Menschen nicht zulassen. (wo)

Im übrigen glaube ich, dass transsexuelle Menschen leider nicht besonders gruppendynamisch sind, weil sie ja meistens immer außerhalb von Koalitionen stehen und ausgegrenzt bleiben. Die leiden doch oft echte Not. Wie sollen Menschen in so einer Situation zu Gruppendenkern werden? Die Prozesse in Bezug auf offene Transsexualität sind ja für Betroffene sehr oft ziemlich schmerzlich. Ferner möchte ich nochmal betonen, dass die Problemlinien und Lebenswirklichkeiten von TTI tatsächlich divers sind und bleiben. Ein TTI ist nur der Hauch einer vagen Sichtbarmachung. Das Problem des LSBTTIQ oder LSB oder LSBT bleibt bestehen, weil das hegemoniale politische Begriffe sind.
An anderer Stelle im Forum hiess es, man bräuchte gar kein Sprachrohr für trans* (-sexuelle) Menschen, (Bio-)Männer und Frauen hätten ja auch keines, dass für sie spricht. So? Wie sind die Menschen mit Gebärmutter und weiblicher Selbstidentifikation, umgangssprachlich 'Frauen', denn dann in die Hosen und an das Wahlrecht gekommen? Und die Gleichberechtigung im Grundgesetz; ist die vielleicht vom Himmel gefallen?

Für alles, was da erreicht wurde, haben viele Menschen ihre Komfortzone verlassen, haben sich solidarisch engagiert. Sie haben Organisationen gebildet, Präsidien gewählt und ihre Sprecher_innen für sich sprechen lassen. Und sie haben sich selbst eingebracht; APO im allerbesten Sinne, von allen, die sich in irgendeiner Art in den gesellschaftlichen Diskurs eingebracht haben. Man kann es als persönliches Schicksal betrachten, zu einer bestimmten Zeit zu leben. In einer Zeit zu leben, in dem das eigene Selbst (noch) nicht zum anerkannten Teil der Gesellschaft gehört. Meine Ansicht: shit happens; mit Lethargie und Unsichtbarkeit lässt sich der 'shit' aber nicht beiseite räumen. Die 'Anderen' schreiben Bücher, die es bis in die Bestsellerliste des Spiegel schaffen, sie müllen die Kommentarspalten von Online-Zeitungen mit ihrem kruden Mist zu, sie machen Demos für 'alle' und wir zanken immer noch darüber, wieviele 'T's in LGBTTTTTTTTTTTTTQAI gehören und was sie bedeuten sollen. Freiheit, Gleichheit, Schwester- und Brüderlichkeit für alle Geschlechtlichkeiten; komplizierter muss es doch eigentlich nicht sein.
An anderer Stelle im Forum heißt es, dass es unterschiedliche Interessenvertretungen natürlich geben darf und soll, auf die man jedoch nicht festgelegt wird und die man auch wieder verlassen kann. Hier ist ja jetzt gerade das Problem eingetreten, dass wenige Menschen meinen für alle zu sprechen und dann noch an nur einem oder wenigen Orten (Sonntags Club, Trans*Vernetzungen usw.), die ganz sicher eine reine (m. E. hegemoniale) LGBTQ-Kontextuierung haben. Es muss doch hier durchaus auch gestattet sein anzumerken, dass es hier durchaus andere Meinungen und Positionen gibt.

Ferner sind transsexuelle und intersexuelle Menschen natürlich auch "Bio". Das ist hier ein ganz zentraler Punkt der zu kritisieren ist, wenn hier immer nur von einer sozialen Rolle in Bezug auf diese Menschen gesprochen wird. Menschen sind verschieden. Vielfalt geht alle Menschen an. Nicht nur die wenigen Trans*Räume sind ein Hort der Vielfalt. Sonst würde der Rest da draußen das Gegenteil von Vielfalt sein.
Die Annahme alle Frauen hätten eine Gebürmutter oder müssten diese haben ist nicht der Wahrheit entsprechend. Und das Problem von Frauen im Allgemeinen ist ja, dass sie gerade auf Grund der patriarchalischen Strukturen in dieser Gesellschaft ausgegrenzt bleiben. Der Versuch jetzt durch diese Initiativen hier einen Ausweg zu finden endet leider, weil ihr hier nicht so genau hinschaut und alle mitnehmen möchtet, in einer Homonormativität.

Wenn von Schwesterlichkeit gesprochen wird, dann sollte sie doch bitte auch gelebt werden. Das findet aber leider nicht statt, wenn hier andere Positionen und Minderheitenproblematiken unsichtbar gemacht werden. Warum macht ihr das denn hier?

LG Trischa (na)
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