9. MAi BERLIN: Wer will die Uhr zurückdrehen?
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Anne-Mette
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9. MAi BERLIN: Wer will die Uhr zurückdrehen?

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

die GRÜNEN sehen es wohl in der Zukunft(?), während manche von uns schon singen: "... wer hat an der Uhr gedreht..
... oder ist es wirklich schon so (zu) spät?" )):m

Immerhin laden sie ein zu einem Fachgespräch:

Strategien gegen Anti-Feminismus und Homophobie
Zeit:
Samstag, 09.05.2015
13:00 - 17:30 Uhr
Ort:
Deutscher Bundestag, Marie-Elisabeth-Lüders-Haus (Anhörungssaal 3.101)
Adele-Schreiber-Krieger-Str. 1
10117 Berlin
Veranstalter:

Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion

AK 3-Koordinationsbüro
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
T. 030/227 58900, F. 030/227 56163
ak3@gruene-bundestag.de

http://www.gruene-bundestag.de/no_cache ... d_892.html

Es schließ sich ein
"Parlamentarischer Abend
Regenbogenabend 2015" an: http://www.gruene-bundestag.de/no_cache ... d_887.html
Marielle
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Re: 9. MAi BERLIN: Wer will die Uhr zurückdrehen?

Post 2 im Thema

Beitrag von Marielle »

Nabend,

im Moment kommt mir das vor wie in Don Camillo und Pepone. Der eine dreht an der Kirchturmuhr, der andere an der Uhr am Volkshaus und beide drehen, damit damit das Volk sich nach der 'richtigen' Uhr richtet.

Ich konnte mich nie endgültig entscheiden wer mehr Sympathie verdient; der humanistische Pfarrer oder der linke Bürgermeister. Aber mir ist ziemlich klar, wer von den heutigen 'Drehern' keine Sympathie von mir bekommt. Also selbst mit drehen, damit die Uhr für alle stimmt.

Marielle
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Re: 9. MAi BERLIN: Wer will die Uhr zurückdrehen?

Post 3 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin,

...die Uhr ein typisch deutsches Produkt - wurde ja in moderner Form als mechanisches Wunderwerk in Nürnberg von Peter Henlein um 1500 herum erfunden (Nürnberger Ei). Deutsche Uhren sind weltbekannt und berühmt, wen wundert es dann, dass immer wieder gerne Menschen an der Uhr drehen wollen - Spieltrieb alleine kann das doch nicht sein. An der Uhr drehen ist ein sehr bewusster Vorgang, der geplant und sachgerecht ausgeführt werden muss - sonst ist die Uhr kaputt, schlimmstenfalls.
Spass beiseite, an der gesellschaftlichen Uhr möchten immer wieder gerne Menschen drehen und die Zeit am liebsten zurückdrehen . Geschichtliche Beispiele für vordergründig zumindest zeitweise erfolgreiche gesellschaftliche Restaurationsprozesse gibt es einige, so die Zeit nach Napoleon und den Befreiungskriegen, wo am liebsten die vorrevolutionäre absolutistische Gesellschaft wiederhergestellt werden sollte. Das Volk wollte das aber nicht mehr und es gab die demokratischen Forderungen, die letztlich nach Unruhen und langer Anlaufzeit umgesetzt wurden mit gleichen Bürgerechten für alle etc. pp. Trotzdem wird es immer wieder gegenläufige Pendelbewegungen geben, die letztlich den Prozess der gesellschaftlichen Entwicklung zwar stören aber wohl nicht aufhalten können. Das Ziel der Gleichberechtigung der Menschen untereinander bleibt das hohe Gut, das es zu erreichen gilt.

Gruß, Ulrike-Marisa

...es wird in der Welt nichts verschenkt, jedes Recht willl erstritten sein...
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Bericht aus Bo.... aus Berlin

Post 4 im Thema

Beitrag von Marielle »

Wer will die Uhr zurückdrehen!? Fachgespräch der Bundestagsfraktion von B90-Grüne am Samstag, (09.05.15).

In einer Mail zu diesem Termin aus der letzten Woche hiess es, man solle rechtzeitig vor Ort sein, es würden viele Teilnehmer_innen erwartet. Stimmt! 170 Personen waren gekommen, um sich gegenseitig Input zu geben und einander zuzuhören. Und sie waren gekommen um zu überlegen, wer wo an der Werte-Uhr zu drehen versucht und was dagegen getan werden kann. Menschen von vielen Verbänden, Vereinen, Hochschulen, auch Einzelkämpfer_innen und Politikprofis.


"Liebe Homolobbyisten, liebe Genderwahnsinnige, liebe Früh-Sexualisierer, liebe links-versiffte Freund_innen...... Der Saal lacht, man kennt die Benennungen von diversen Internetseiten

Es heisst ja, dass abwertende Begriffe, wenn sie gewendet werden, ihre Wirkung verlieren. Der Saal weiss, dass es gut ist zu wenden, zu lachen, aber auch, wie wichtig es ist, der Ursache für diese 'Erheiterung' entgegenzutreten. Ausserdem zeigte schon diese Begrüssung, jedenfalls war das mein akutes Empfinden, dass unser Tun und unser Dasein politischer ist, als man alltäglich meint und fühlt. Die wahnsinnigen, links-versifften Lobbyisten .... das sind wir. WIR, die LGBTTAQI.... -Menschen. Und zwar sind wir es schon allein deshalb, weil wir mittlerweile selbstbewusst genug sind, uns aus dem Cafe Sechseck herauszutrauen und den Ku'damm und das Fernsehprogramm als auch unseren natürlichen Lebensraum zu sehen. Täten wir das nicht, hätten Kelle, Storch, Zarrazin und all die anderen Anhänger_innen der 'natürlichen Ordnung' nicht soviel Angst. Die sprechen nämlich nicht für die schweigende Mehrheit, sie haben Angst um ihr schlichtes Weltbild und ihre Privilegien. Wir müssen der 'schweigenden Mehrheit' erklären, dass wir sind. Nicht mehr, nicht weniger. Das ist mein sachliches Fazit aus den gehörten Beiträgen und aus den geführten Gesprächen *.


Mein persönliches Fazit: Es war ein wirklich interessanter Tag; mit viel Input, vielen Gesprächen und vor allem einem Eindruck: Im 'politischen Berlin' gibt es Menschen, die uns hören wollen, die mit uns diskutieren wollen.

Berlin, das politische, war eher weit weg. Die Gebäude eher eine Fotokulisse, die Menschen da drinnen irgendwelche Leute, die man aus dem Radio kennt. Der Typ auf dem Stuhl neben mir? Ein Abgeordneter der CDU. Nicht das ich jetzt seine Partei wählen würde, aber es hat nur weniger Worte bedurft, bis wir einer Meinung waren. Der Meinung, dass es 'Solche' und 'Andere' gibt, dass aber alle, die den Wert einer offenen, wertschätzenden Gesellschaft, den Wert von Freiheit und Gleichberechtigung schätzen, an ein und demselben Strick ziehen müssen.

Es hat (mir) etwas bedeutet, dagewesen zu sein, dagewesen sein zu können. Jemand, dessen Meinung ich schätze, sagte (sinngemäß): Es ist eine gute Art der Wertschätzung, in den bequemen Ledersesseln, mit Blick auf Spree und Reichstag, sitzen zu können und zu wissen, dass man gehört wird, wenn man spricht. Das stimmt.


habt es gut, macht es besser

Marielle



*) Wenn Interesse besteht, schreibe ich gern mehr dazu. Wer hat was gesagt und wie begründet? Dies ist erstmal nur mein ganz persönliches Empfinden, das ich gern teilen wollte.
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Re: 9. MAi BERLIN: Wer will die Uhr zurückdrehen?

Post 5 im Thema

Beitrag von Frida »

Hallo Marielle,

danke für deinen Bericht aus Berlin. Ich möchte gern mehr von dir über diese Fachtagung hören, da ich ein politisch interessierter Mensch bin und mich freue, wenn du auch dein Empfinden mit uns teilst. Ohne Teilen wäre es doch sehr öde hier und überall.

Liebe Grüße, Dita
Marielle
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Re: 9. MAi BERLIN: Wer will die Uhr zurückdrehen?

Post 6 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo Dita,

ich schreib meine Eindrücke demnächst zusammen. Das wird aber ein paar Tage dauern, weil jetzt erstmal das Foren-Treffen in Bärlin dran ist.


Aktuell gibt's heute Abend einen Themenabend bei arte, zu dem ein Film von Peter Gerhard gezeigt wird, der auch an dem Gespräch teilgenommen hat.

https://www.tv-selection.de/tv/kritiken ... _20.15_uhr

werd' mich bemühen, damit es nicht zu lange dauert

Marielle
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Re: 9. MAi BERLIN: Wer will die Uhr zurückdrehen?

Post 7 im Thema

Beitrag von Frida »

Freut mich, Marielle, dass du noch mehr berichten willst.
Ich werde geduldig warten.

Beim Foren-Treffen wäre ich auch gern dabei, leider klappt es aus verschiedenen Gründen nicht. Hätte euch gern persönlich kennengelernt.

Vielen Dank für den Tipp. Werde mal reinschauen.

Dita
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