Discrimination against transgender people in Europe
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Anne-Mette
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Discrimination against transgender people in Europe

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

hier der Text in engl. Sprache.

Er wird Auswirkungen auf den Umgang mit Transsexualität auch bei uns geben.

Hier erst einmal der Link: http://assembly.coe.int/ASP/Doc/XrefVie ... anguage=EN


http://tgeu.org/tgeu-media-statement-co ... esolution/


Gruß
Anne-Mette
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Re: Discrimination against transgender people in Europe

Post 2 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

nun ist die Frage, wie und wann die Erkenntnisse in "Nationales Recht" umgewandelt werden; denn sehr vieles (fast alles), was bei uns an Zwangsmaßnahmen - auch von "ExpertInnen" - vehement verteidigt wurde, ist rechtswidrig. Wir würden uns eher an Malta orientieren als an unseren bisherigen Leitlinien.

Wenn es tatsächlich zu einer Umsetzung kommt, dann hätten wir einen Grund zum Feiern :)p

Eine deutsche Übersetzung der englischen Texte werde ich hier einsetzen, wenn sie zur Verfügung steht.

Jedenfalls: Eine VÄ/PÄ darf keine Voraussetzungen mehr fordern und es dürfen keine Hürden aufgestellt werden - insofern entfällt auch die "Gutachten"-Praxis; denn sie ist - wie viele
Reglungen (Gängeleungen) und Vorschriften rechtswidrig.

Bevor jetzt der große Aufschrei kommt; wer psychologische Begleitung in Anspruch nehmen möchte, die soll "auf Wunsch" weiterhin bestehen - auch die Leistungspflicht der Gesundheits- und Krankenkassen soll bestehen bleiben.

Gruß
Anne-Mette
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Re: Discrimination against transgender people in Europe

Post 3 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin,

...ich habe den Text nicht im Original gelesen.
Bei aller möglichen Verringerung von Hürden bezüglich Personenstandsänderungen wird es bestimmt keine vollständige Freigabe der Namens- und Personenstandsänderung geben können auch nach EU-Recht nicht. Namen können nur unter bestimmten Ausnahmen geändert werden. Irgend ein Anerkennungsverfahren für die gefühlte und gelebte Andersartigkeit wie auch immer genannt, wird es schon geben müssen gerade auch in Hinblick auf Kostenübernahmen durch die Allgemeinheit bzw. Krankenkassen. Es wird sicher auch keine Massen von Betroffenen geben, die plötzlich erkannt haben, dass sie eine Änderung wünschen - das ist immer ein Prozess, der viele Aspekte umfasst und wohlüberlegt sein muss.
Erst mal abwarten, was denn nun genau geschrieben steht - und dass die Sache nicht nach hinten losgeht, wie ich auch eher die Befürchtung habe.

LG, Ulrike-Marisa

..geschenkt gibt es meist nichts im Leben...
Anne-Mette
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Re: Discrimination against transgender people in Europe

Post 4 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
Dann erkläre mal bitte allen anderen Nicht-TG, warum die ihre Vornamen niemals ändern dürfen. Denn das ist nach unserem Recht nicht möglich. Ich kenne viele, die gern einen anderen Vornamen hätten, aber mit dem ungeliebten weiterleben müssen. Die Änderungrecht für TGs ergibt sich doch aus der Abweichung der gelebten Rolle von der Rolle, mit der der Name verbunden ist. Also sollte auch der Zustand TG nachgewiesen werden.
Bei der Resolution geht es nicht allgemein um das Namensrecht, sondern es geht in diesem Falle um transsexuelle Menschen. Das ist aus der Sicht "Nicht-Transsexueller", die einen Wechsel des Namens anstreben, sicherlich zu kritisieren.
Wohl aber sind die Diskriminierungen, denen transsexuelle Menschen ausgesetzt sind, so gewaltig, dass es dringenden Handlungsbedarf gibt, der von verschiedenen Organisationen und Einzelpersonen seit Jahren angemahnt wird.
Wenn es tatsächlich zu einer guten Umsetzung der Forderungen in den einzelnen Ländern, also auch bei uns, kommt, dann wäre für die transsexuellen Menschen viel gewonnen - und andere würden nichts verlieren.
Wie die Regelungen später - mit Punkt und Komma aussehen - müsste natürlich sinnvoll ausgestaltet werden.

Dabei ist natürlich wieder die alte Frage, wozu wir die Einteilung in (zwei) Geschlechter überhaupt benötigen.
Es wird aber auch über weitere "Schubladen" nachgedacht; denn schließlich gibt es mehrere Verfechter für die eine oder andere Version;
während einige transsexuell sind und dieses auch als ihre selbst gewählte Beschreibung behalten wollen, sind andere Frau oder Mann - oder einfach Mensch - und wollen das auch sein und bleiben.

Es bleibt sicherlich viel zu diskutieren; allerdings verstehe ich nicht, dass sich gegen eine geplante weitgehende Aufhebung der Diskriminierung transsexueller Menschen so vehement gewehrt wird.

Gruß
Anne-Mette
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Re: Discrimination against transgender people in Europe

Post 5 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin,

...ein sensibler Bereich, der bestimmt kostenmäßig gerne mal privatisiert werden möchte - wie Claudia schreibt - auch meine Befürchtung. Und ob da alle Betroffenen nicht hinterher schlechter dastehen?
Wie gesagt, ich habe den Text nicht gelesen und das Namensrecht ist nur ein Teilthema und Aufhänger für eine Diskussion...
Die Aufhebung gesellschaftlicher Diskriminierung ist sicher ein heheres Ziel, das durch die Verringerung verwaltungstechnischer Hürden nicht alleine zu bewerkstelligen ist.
Grundfragen bleiben in diesem Prozess und das wird immer mehr die reine Kostenfrage sein, wie in anderen Ländern; wer sichs leisten kann, ist besser dran - und das wiederum kann kein Ziel der ganzen Veränderungen sein, dann wird sich mach ein/e Betroffene/r überlegen, ob es denn noch sinnvoll sein kann, weiterleben zu wollen in dieser dann so schönen freien und globalisierten Welt. Aber ich bin da keine Expertin ich mache mir nur so meine eigenen Gedanken zu der möglichern Entwicklung und deren folgen für alle.

Gruß, Ulrike-Marisa
Ulrike-Marisa
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Re: Discrimination against transgender people in Europe

Post 6 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin,

..Gutachten sind im praktischen sinne des Verfahrens an sich keine Diskriminierung, sollen sie doch eine fachliche Begründung liefern, die weitere Schritte dann ermöglicht für die Betroffenen. Was ich diskriminierend finde sind die z.T. doch nicht unerheblichen Kosten, die so insgesamt für Betroffene Entstehen. Das wäre auch im Sinne der Krankenkassen doch eine vertretbare Lösung, die Gutachten im begründeten Fall des Veränderungswunsches aus fachlicher Sicht selbst zu übernehmen und so einen einheitlichen nachvollziehbaren und überschaulichen Weg darzustellen und persönliche Abhängigkeiten zu vermeiden.(meine unmaßgebliche persönliche Meinung in Erwartung eines übersetzten Textes)

Gruß, Ulrike-Marisa
Anne-Mette
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Re: Discrimination against transgender people in Europe

Post 7 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

hier ein paar Worte (in deutscher Sprache) dazu aus der Schweiz: https://queer.ch/politik/weltweit/einde ... ns-rechte/

Gruß
Anne-Mette
Frida
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Re: Discrimination against transgender people in Europe

Post 8 im Thema

Beitrag von Frida »

Hallo,

diese Resolution ist sehr zu begrüßen. Viele von uns in ganz Europa warten nun darauf, dass sie sich in den Gesetzen und Vorschriften durchsetzen.
Natürlich wird wieder nicht alles perfekt sein, aber welche Gesetze sind das schon. Sie werden sich weiter entwickeln. Malta hat es vorgemacht.
Auch im Gesundheitsbereich wird es sich widerspiegeln müssen. Wir müssen nicht mehr für krank erklärt werden, um GaOp usw. finanzierbar zu machen.
Es sind ja auch eher Präventivmaßnahmen.
Jetzt ist nur zu hoffen, dass unsere Politiker schnell handeln.

Liebe Grüße, Dita
ab08
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Re: Discrimination against transgender people in Europe

Post 9 im Thema

Beitrag von ab08 »

Claudia hat geschrieben:Nur findet diese Diskriminierung in den Köpfen vieler Menschen statt und muß dort abgebaut werden. Dazu muß man mit den Leuten reden, die müssen uns auch erleben. Aber immer nur auf rechtlichen Änderungen bestehen bringt da nichts, verhindert eher ein Umdenken.
Als Beamtin muss und will ich mich an Gesetze halten! Wenn Gesetze da sind, kann ich lehrplankonform im Unterricht entsprechende Einheiten gegen Diskriminierung einbauen.
Diskriminierungen, die durch ungeschickte gesetzliche Regelungen entstehen, darf ich privat kritisieren, dienstlich habe ich da aber zu schweigen.
Ergo müssen gesetzliche Änderungen am Anfang stehen, um z.B. in Schulen erfolgreich gegen Diskriminierungen vorgehen zu können und so Änderungen in den Köpfen also von Einstellungen zu erreichen. ---> Ohne die entsprechenden rechtlichen Änderungen sind Personen wie mir die Hände gebunden.

Meiner Ansicht nach war die Resolution überfällig, daher begrüße ich sie natürlich.
Das Verlangen von Gutachten, die aufgrund der Situation keinerlei Aussage enthalten können, betrachte ich (private Meinung!) als reine Schikane/Diskriminierung.
Fachkompetene Kollegen (Mediziner/Psychologen...) aus der Psychiatrie(dort unterrichte ich ja 3 Tage in der Woche) wissen das und bestätigten es mir oft seit meinem CO2008.
Gutachter, also Personen, die vorwiegend damit Geld verdienen, sind vielleicht dafür. Aber ansonsten ist man in der Psychiatrie nicht der Meinung, dass sowas sinnvoll ist...
Die Psychiatrie hat nämlich schon genügend damit zu tun, bei wirklichen psychischen Problemen zu helfen. Wozu also gesunde TS begutachten, wo der Ausgang ohnehin klar ist...
.

Liebe Grüße
Andrea
Zuletzt geändert von ab08 am Do 23. Apr 2015, 17:57, insgesamt 2-mal geändert.
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
Anne-Mette
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Re: Discrimination against transgender people in Europe

Post 10 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
Claudia hat geschrieben:
Nur findet diese Diskriminierung in den Köpfen vieler Menschen statt und muß dort abgebaut werden. Dazu muß man mit den Leuten reden, die müssen uns auch erleben. Aber immer nur auf rechtlichen Änderungen bestehen bringt da nichts, verhindert eher ein Umdenken.
Na, sage ich doch immer wieder: "tätige Öffentlichkeitsarbeit" - seit Jahren praktiziert (888)

Was mich wundert: immer wieder kommen von "selbst Betroffenen" Argumente gegen eine Änderung der diskriminierenden Regelungen für transsexuelle Menschen.
WARUM???
Ich frage mich: Wertet es einen Menschen - oder auch (s)eine Transsexualität auf, wenn Gutachter die Transsexualität bescheinigt haben?
Sozusagen eine "Sieger-Urkunde", ein "Echtheitszertifikat" im "transsexueller-Mensch-Sein" Das kann's doch wohl nicht sein!

Ach ja: Thema in der letzten FREUNDIN: "Runter mit der Negativbrille"...

Gruß
Anne-Mette
Anne-Mette
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Re: Discrimination against transgender people in Europe

Post 11 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Abend,
Für mich schwingt da in dieser Abwehr immer ein krank = minderwertig mit und das tut verdammt weh.
Das ist Deine ganz persönliche Sichtweise. Wenn Du das so auffassen willst, ist schwer etwas daran zu ändern.

Leider billigst Du den Leuten, die überzeugt sind, eine eigene Entscheidung ohne zwanghafte Gutachten zu treffen, nicht zu,
diese Eigenverantwortung auch zu übernehmen.

NACHTRAG:

Petra Weitzel hat mir eine inoffizielle Übersetzung des englischen Textes zur Verfügung gestellt (herzlichen Dank ---))) )
http://www.crossdresser-forum.de/german.pdf

Gruß
Anne-Mette
Marielle
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Re: Discrimination against transgender people in Europe

Post 12 im Thema

Beitrag von Marielle »

'namd zusammen,

wenn ich richtig verstehe was Claudia meint, hat sie aus dieser Sicht heraus schon Recht. Es ist ja nicht zu bestreiten, dass das Label 'krank' nicht sonderlich hoch angesehen ist. Es wird durchaus mit 'unproduktiv' und 'kostenträchtig' assoziiert; also mit so ziemlich den übelsten Stempeln, die die westlichen Gesellschaften zu vergeben haben. Unter anderem deswegen lehnen viele (ich auch) diese Einsortierung ab, auch das stimmt.

Die Lösung kann aber nicht sein, möglichst viele Leute unter dem Begriff 'krank' zu sammeln. Die Situation wird doch nicht dadurch grundsätzlich besser, dass ein paar Leute mehr 'krank' sind. Die Entpathologisierung ändert für diejenigen, die auch danach noch 'krank' sind, nichts zum weiter Negativen, weil das Problem ganz woanders liegt. Es ist nicht an die Pathologisierung von Trans* gebunden, sondern liegt im allgemeinen Selbstverständnis der Gesellschaft oder in individuellen Dispositionen, die dazu führen, dass es einem Menschen besser geht, wenn er 'krank' ist. Beides hat natürlich mit gesellschaftlicher Wertung und Wertschätzung zu tun, aber nicht mit der Pathologisierung von Trans*.



Was die übrigen Aspekte der Europaratsentscheidung angeht, werden wir hier in Deutschland sicherlich auch profitieren können, in anderen Ländern würde die Umsetzung aber sicher noch wesentlich größere Fortschritte bringen (Putin wird schon wissen, warum er aus dem Europarat heraus will).

Nicht das ich weitere rechtliche Fortschritte nicht für gut und wichtig halte, absolut nicht, nur glaube ich, dass unsere Rechtslage schon jetzt weiter vorn ist, als viele Menschen im Land es sind. Das gilt sicher nicht für alle Einzelregelungen zum Thema Trans*, aber bestimmt hinsichtlich allgemeiner Gleichbehandlung und Wertschätzung. Man darf hier, qua Gesetz, niemanden wegen einer Transidentität anpöbeln, angreifen oder aus dem Job drängen; getan wird es trotzdem. Daran zu arbeiten ist mindestens so wichtig, wie die gesetzlichen Regeln zu verbessern.



Ein persönliches Statement:

Für gesellschaftliche Änderungen braucht es Engagement von vielen. Ich habe über die Jahre viele Menschen kennengelernt, die sich mit großem Einsatz für ihre Sache reinhängen, aber leider noch viel mehr, denen die Nylonstrümpfe unter der Hose näher sind, als diejenigen, an die sie ihre klammen Wünsche an die Gesellschaft anlehnen. Man kann es durchaus bedauern, wenn das eigene Bett brennt und die Feuerwehr nicht da ist; selbst löschen oder wenigstens dabei zu helfen ist aber auch immer eine gute Idee.


Habt es gut,

Marielle
Zuletzt geändert von Marielle am Do 23. Apr 2015, 21:13, insgesamt 1-mal geändert.
As we go marching, marching, we bring the greater days
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Re: Discrimination against transgender people in Europe

Post 13 im Thema

Beitrag von Marielle »

'namd,

das ist wenigstens 'ne argumentativ hinterlegte Meinung. Ich teile sie zwar nicht, sie ist aber wesentlich näher am Problem, als viele der Ideen aus dem Südwesten.

Andererseits greift der Ansatz 'alles bleibt, wie es ist' zu kurz. Die wohl unbestreitbare Problematik der binären Geschlechterordnung bliebe erhalten. Die Frage nach dem Sinn von Gutachten für einen objektiv popeligen Verwaltungsakt, wie die Änderung eines Registereintrags, bliebe offen.

Ich versuche es nochmal mit einem Vorschlag:

Alle Formen der Transidentität werden völlig entpathologisiert (nix mehr mit ICD), die Eintragsmöglichkeiten zum Geschlecht werden in allen Registern um " - " erweitert, Neugeborene bekommen überhaupt keinen Eintrag mehr und die Namensänderung wird an eine Änderung des Geschlechtseintrages gebunden und auf Antrag hin erledigt. EIN ernstzunehmendes 'Gutachten' bleibt zum Zweck des Ausschlusses anderweitiger Krankheiten bzw. Störungen erhalten, wenn medizinische Massnahmen in Anspruch genommen werden sollen. Die Kostenübernahmeregelung kommt ins SGB 5.

Damit muss niemand mehr versuchen, Transsexualität von Transgender-Identität abzugrenzen, auf die Dauer wächst sich das ganze Problem von alleine aus und die Namensänderung ist (edit: bis auf weiteres*) auch nicht beliebig möglich. Das Gutachten lässt sich guten Gewissens als echte Ausschluss-Diagnose einstufen und steht gleichberechtigt neben der ärztlichen Feststellung, dass jemand ein neues Kniegelenk 'auf Kasse' braucht.

Zur Diskussion gestellt und mit Grüßen von

Marielle

*) für die Nachgeborenen, die dann keine Geschlechtszuweisung mehr haben, müsste das Namensrecht bzw., das PStG irgendwann angepasst werden.
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Re: Discrimination against transgender people in Europe

Post 14 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

wichtig ist mir ein (gesetzlicher) Rahmen, der den Menschen Selbstbestimmung erlaubt.
Das ist mit den bisher geltenden Regelungen für transsexuelle Menschen nicht möglich.

Die Resolution fordert übrigens nicht, dass irgendeinem Menschen etwas fortgenommen wird; insofern muss die GutachterInnen-Pflicht nicht verteidigt werden; wozu?
Ich könnte zwar für mich sagen, dass ich psychologische Hilfe in Anspruch nehmen möchte und dass am Ende für mich selbst ein Gutachten u.ä. erstellt wird, falls ich das zur Sicherheit brauche, aber die Beibehaltung der GutachterInnenpflicht kann ich doch nicht im Ernst für andere Menschen als "Zugangsvoraussetzung" zum Personenstands- und Namenwechsel fordern.

Gruß
Anne-Mette
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Re: Discrimination against transgender people in Europe

Post 15 im Thema

Beitrag von Frida »

Guten Morgen, ))):s (888)

Selbstbestimmung! Richtig...und das ist ein Menschenrecht und nur wenn das auch gesetzlich geregelt ist, wird Normalität eintreten, wird Fremdbestimmung und Diskriminierung aufhören. Es bedarf keines Gutachtens, um zu wissen wer und was ich bin. Der Weg des Anderssein ist trotzdem noch schwer genug. Wer sich mit seinem Selbst unsicher ist, sollte Hilfe in Anspruch nehmen, wer es schwarz auf weiß braucht, soll sich ein Gutachten machen lassen.Diese ganzen Kosten für Gutachter und Gericht sind reine Abzocke.
Ich werde einen Psychologen zur Hilfe nehmen, nicht aus Unsicherheit, sonder weil ich das Gefühl habe, dass ich unterstützende Begleitung auf meinem Weg nötig habe.

Die Politiker sollen jetzt mal hinne machen!

Liebe Grüße, Dita ---)))
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