Wie geht Ihr mit Eurer Vergangenheit um?
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Nicoletta
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Wie geht Ihr mit Eurer Vergangenheit um?
Es geht um Sprachliches. Das hatten wir zwar schon einmal, wenn es darum ging, wie man sich grammatisch korrekt äußert, aber hier meine ich den Umgang mit der eigenen Vergangenheit im anderen Geschlecht. Beispiele: Ich will jemandem erzählen, dass ich als Kind (das geht natürlich immer) gerne mit Teddybären gespielt habe. Da bringe ich es (noch?) nicht fertig zu sagen: "Als Mädchen habe ich lieber mit Teddys gespielt als mit Puppen." Ich habe auch noch nie gesagt: "Als Schülerin habe ich Fremdsprachen noch nicht so gemocht, da war ich eher für Physik." Oder: "Als Studentin bin ich gerne tanzen gegangen." "Ich bin eigentlich keine Freundin von Kiwis." "Also ich meine, das sollte frau einfach nicht tun", wenn ich mich meine. In all solchen Fällen weiche ich aus: "ich als Kind", "ich in der Schulzeit", "ich im Studium". "Kiwis sind nicht so meine Sache." Es gibt immer Alternativen, bei denen man sich nicht festlegen muss. Meine Frage ist nur, ob Ihr das auch so macht, oder gibt es hier jemanden, der/die seine/ihre Weiblichkeit mühelos auch in die Vergangenheit projiziert, ohne schon damals in dieser Rolle gelebt zu haben?
Bin mal gespannt. Schönen Sonntag,
Nicoletta
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ab08
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Re: Wie geht Ihr mit Eurer Vergangenheit um?
Liebe Nicoletta,
für mich relativ klar --> Seit 2011 steht in der Geburtsurkunde: weiblich. Sämtliche beruflichen und privaten Unterlagen wurden dann angepasst.
Ergo bezeichne ich mich auch so.
Da ich aber nicht "stealth" lebe, was bei mir auch prakisch undurchführbar wäre, stehe ich zu meiner Vergangenheit.
Daher, wenn die Sprache darauf kommt, geb ich an, dass ich jeweils, äußerlich "als Mann" bzw. "Knabe" in Erscheinung trat.
Also Mädchen, Studentin, Referendarin, StRin. z.A. , StRin. usw., denn das war ich ja genaugenommen. Alle Berufsbezeichnungen stehen übrigens heute so in den Unterlagen.
Wenn das Erscheinungsbild im Kontext eine Rolle spielt, ergänz ich halt "verkleidet als Junge" etc.
Liebe Grüße
Andrea
P.S. Ich spielte als junges Mädchen, genau wie meine beiden Töchter(!), lieber mit meinem Teddy - Aber ich kenne Herren, die in der Jugend gern mit Puppen spielten.
==> Diese Vorlieben haben aber doch wirklich nix mit dem Geschlecht zu tun.
Ich kenne große und gute Mathematikerinnen, Physikerinnen. Auch im Unterricht stellte ich da im Grunde nie geschlechtsspezifische Unterschiede fest.
Nur... Mädchen trauen sich oft weniger zu und Jungs überschätzen ihre Fähigkeiten oft. -> Hängt mit der Erwartungshaltung unserer patriarchalischen Gesellschaft zusammen.
==>Wenn von der Erwartung keine Vorurteile induziert werden, sind nämlich entsprechende Begabungen weitgehend geschlechtsunabhängig. *)
*) Bayernweite Tests (Deutsch, Englisch, Mathematik) zeigen hier beispielsweise keine wirklich signifikanten Unterschiede.
für mich relativ klar --> Seit 2011 steht in der Geburtsurkunde: weiblich. Sämtliche beruflichen und privaten Unterlagen wurden dann angepasst.
Ergo bezeichne ich mich auch so.
Da ich aber nicht "stealth" lebe, was bei mir auch prakisch undurchführbar wäre, stehe ich zu meiner Vergangenheit.
Daher, wenn die Sprache darauf kommt, geb ich an, dass ich jeweils, äußerlich "als Mann" bzw. "Knabe" in Erscheinung trat.
Also Mädchen, Studentin, Referendarin, StRin. z.A. , StRin. usw., denn das war ich ja genaugenommen. Alle Berufsbezeichnungen stehen übrigens heute so in den Unterlagen.
Wenn das Erscheinungsbild im Kontext eine Rolle spielt, ergänz ich halt "verkleidet als Junge" etc.
Liebe Grüße
Andrea
P.S. Ich spielte als junges Mädchen, genau wie meine beiden Töchter(!), lieber mit meinem Teddy - Aber ich kenne Herren, die in der Jugend gern mit Puppen spielten.
==> Diese Vorlieben haben aber doch wirklich nix mit dem Geschlecht zu tun.
Ich kenne große und gute Mathematikerinnen, Physikerinnen. Auch im Unterricht stellte ich da im Grunde nie geschlechtsspezifische Unterschiede fest.
Nur... Mädchen trauen sich oft weniger zu und Jungs überschätzen ihre Fähigkeiten oft. -> Hängt mit der Erwartungshaltung unserer patriarchalischen Gesellschaft zusammen.
==>Wenn von der Erwartung keine Vorurteile induziert werden, sind nämlich entsprechende Begabungen weitgehend geschlechtsunabhängig. *)
*) Bayernweite Tests (Deutsch, Englisch, Mathematik) zeigen hier beispielsweise keine wirklich signifikanten Unterschiede.
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
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Nicoletta
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Re: Wie geht Ihr mit Eurer Vergangenheit um?
Liebe Andrea,
zum PS: ich wollte keineswegs irgendwelche Vorlieben oder Begabungen mehr mit einem Geschlecht als einem anderen verbinden, die Beispiele habe ich einfach aus meiner Vita gegriffen. Ich habe tatsächlich gerne mit Teddybären gespielt, mit ihnen Schule gespielt und für sie Schulbücher geschrieben und sie Hausaufgaben machen lassen, wobei die einzelnen Teddys verschiedene Charaktere hatten (Putz war brav, bekam immer Bestnoten, Wollbäckchen war faul und oft frech und machte grauenhafte Fehler). Und obwohl ich ferneren Leben Sprachen studiert habe, waren sie mir eine Zeitlang in der Schule ein Graus, woran die Lehrer nicht unschuldig waren, weshalb ich statt Französisch lieber Physik gewählt habe, was mir dann nur Probleme bereitete.
Was Deinen Sprachgebrauch anbetrifft, so bist Du einfach weiter als ich, vielleicht komme ich da ja auch noch hin.
Liebe Grüße,
Nicoletta
zum PS: ich wollte keineswegs irgendwelche Vorlieben oder Begabungen mehr mit einem Geschlecht als einem anderen verbinden, die Beispiele habe ich einfach aus meiner Vita gegriffen. Ich habe tatsächlich gerne mit Teddybären gespielt, mit ihnen Schule gespielt und für sie Schulbücher geschrieben und sie Hausaufgaben machen lassen, wobei die einzelnen Teddys verschiedene Charaktere hatten (Putz war brav, bekam immer Bestnoten, Wollbäckchen war faul und oft frech und machte grauenhafte Fehler). Und obwohl ich ferneren Leben Sprachen studiert habe, waren sie mir eine Zeitlang in der Schule ein Graus, woran die Lehrer nicht unschuldig waren, weshalb ich statt Französisch lieber Physik gewählt habe, was mir dann nur Probleme bereitete.
Was Deinen Sprachgebrauch anbetrifft, so bist Du einfach weiter als ich, vielleicht komme ich da ja auch noch hin.
Liebe Grüße,
Nicoletta
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Anke
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Re: Wie geht Ihr mit Eurer Vergangenheit um?
Hallo Nicoletta,
interessante Frage, für die ich für mich noch nicht so die rechte Antwort gefunden habe. Auf der einen Seite war ich natürlich von Anfang an Mädchen und Frau. Auf der anderen Seite habe ich in der männlichen Rolle gelebt und mir ist es wichtig, zu meiner Vergangenheit zu stehen und sie so zu akzeptieren, wie sie nun eben war.
Ähnlich wie Andrea lebe ich nicht "stealth", nicht nur weil es undurchführbar ist, sondern auch weil ich mich sehr bewusst dafür entschieden habe. Ich habe mich lange genug versteckt, bin damit jetzt sehr offen, auch wenn ich es nicht jedem sofort auf die Nase binden muss.
Im Augenblick helfe ich mir meist mit neutralen Bezeichnungen, ganz ähnlich wie Du es beschrieben hast. Damit komme ich fürs erste recht gut klar und im Laufe der Zeit werde ich die für mich richtige Lösung finden.
Liebe Grüße
Anke
interessante Frage, für die ich für mich noch nicht so die rechte Antwort gefunden habe. Auf der einen Seite war ich natürlich von Anfang an Mädchen und Frau. Auf der anderen Seite habe ich in der männlichen Rolle gelebt und mir ist es wichtig, zu meiner Vergangenheit zu stehen und sie so zu akzeptieren, wie sie nun eben war.
Ähnlich wie Andrea lebe ich nicht "stealth", nicht nur weil es undurchführbar ist, sondern auch weil ich mich sehr bewusst dafür entschieden habe. Ich habe mich lange genug versteckt, bin damit jetzt sehr offen, auch wenn ich es nicht jedem sofort auf die Nase binden muss.
Im Augenblick helfe ich mir meist mit neutralen Bezeichnungen, ganz ähnlich wie Du es beschrieben hast. Damit komme ich fürs erste recht gut klar und im Laufe der Zeit werde ich die für mich richtige Lösung finden.
Liebe Grüße
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Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.
Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)
https://www.transcuisine.com
Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCQc7XaiWBuzchBQTnGRv80g
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Plisseedreher70
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Re: Wie geht Ihr mit Eurer Vergangenheit um?
Hallöchen zusammen,
eine gute Frage, die ich mir auch schon öfters gestellt habe. In meinem langen "Dresserdasein" hat sich eigentlich die ganzen Jahre nicht viel geändert, spielte nie mit dem Gedanken, eine Frau sein zu wollen. Mir ging es immer darum,
jede Chance zu nützen, meine heiß geliebten Kleider tragen zu können. Von den unzähligen Lebensformen zwischen den Geschlechtern weiß ich erst, seit ich diesem Forum beigetreten bin....danke Anne Mette!
Wäre ich heute ein junger Bursche, würde sich an meiner Lebensform wenig ändern, aber insgesamt würde ich mich mehr öffnen, was noch vor Jahrzehnten allerdings kaum realisierbar war.
Viele Grüße aus dem dresserarmen Süden
eine gute Frage, die ich mir auch schon öfters gestellt habe. In meinem langen "Dresserdasein" hat sich eigentlich die ganzen Jahre nicht viel geändert, spielte nie mit dem Gedanken, eine Frau sein zu wollen. Mir ging es immer darum,
jede Chance zu nützen, meine heiß geliebten Kleider tragen zu können. Von den unzähligen Lebensformen zwischen den Geschlechtern weiß ich erst, seit ich diesem Forum beigetreten bin....danke Anne Mette!
Wäre ich heute ein junger Bursche, würde sich an meiner Lebensform wenig ändern, aber insgesamt würde ich mich mehr öffnen, was noch vor Jahrzehnten allerdings kaum realisierbar war.
Viele Grüße aus dem dresserarmen Süden
Bin Mann, bleibe Mann, aber festliche Glanzkleider überziehen ist für mich berauschend!
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Saskia.shewulf
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Re: Wie geht Ihr mit Eurer Vergangenheit um?
Hallo Nicoletta,
Das geht mir ähnlich wie Dir und wie Anke es beschreibt.
Ich versuche zwar daran zu arbeiten aber irgendwie finde ich es auch falsch weil es ja zu der Zeit anders war und erlebt wurde.
Ich weiche dann lieber auch aus.
Und Stealth??? Was ist das wie geht das nenene das geht schon durch meinen Beruf schlecht und weil das hier auf dem Dorf ja auch jeder
mitbekommen hat so die letzten 2 Jahre!
Ich glaube auch nicht das sich meine Einstellung dazu ändern wird aber ganz ausschließen werde ich gar nichts mehr.....^^^
LG Saskia
Das geht mir ähnlich wie Dir und wie Anke es beschreibt.
Ich versuche zwar daran zu arbeiten aber irgendwie finde ich es auch falsch weil es ja zu der Zeit anders war und erlebt wurde.
Ich weiche dann lieber auch aus.
Und Stealth??? Was ist das wie geht das nenene das geht schon durch meinen Beruf schlecht und weil das hier auf dem Dorf ja auch jeder
mitbekommen hat so die letzten 2 Jahre!
Ich glaube auch nicht das sich meine Einstellung dazu ändern wird aber ganz ausschließen werde ich gar nichts mehr.....^^^
LG Saskia
Wer keinen Mut zum träumen hat
-hat keine Kraft zum Kämpfen
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Lina
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Re: Wie geht Ihr mit Eurer Vergangenheit um?
@Also ich meine, das sollte frau einfach nicht tun
Also, egal aus welcher Gender Identity man es betrachtet, ist der Satz falsch.
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Magdalena
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Re: Wie geht Ihr mit Eurer Vergangenheit um?
Hallo zusammen,
eigentlich habe ich mir darüber bis jetzt noch nicht ernsthaft Gedanken gemacht. Weil alles was mich ausmacht, zu mir gehört. So habe ich mit "normalen" Jungs Fußball gespielt. Aber auch mit anderen Mädchen gern Familie gespielt. Dabei natürlich auch mit Puppen, auch wenn es nicht meine Puppen waren. Es fand also keine geschlechtermäßige Trennung statt. Dann in der Ausbildung und Armeezeit folgte eine Verdrängung meiner Leidenschaft. Da andere Sachen Vorrang in meinem Leben hatten. Ich war mir damals auch noch nicht sicher was mit mir los ist. Es war also nicht Mann oder Frau, als eindeutig zu bezeichnen. Aber es gehört zu meinem Leben. Wenn ich also sage, ich habe es immer als Mädchen empfunden. So ist es weder falsch noch richtig. Das macht auch die Stimmungsschwankungen bei mir aus, das Kaufen von Damenkleidung und dann später wieder das Entsorgen selbiger.
LG Magdalena
eigentlich habe ich mir darüber bis jetzt noch nicht ernsthaft Gedanken gemacht. Weil alles was mich ausmacht, zu mir gehört. So habe ich mit "normalen" Jungs Fußball gespielt. Aber auch mit anderen Mädchen gern Familie gespielt. Dabei natürlich auch mit Puppen, auch wenn es nicht meine Puppen waren. Es fand also keine geschlechtermäßige Trennung statt. Dann in der Ausbildung und Armeezeit folgte eine Verdrängung meiner Leidenschaft. Da andere Sachen Vorrang in meinem Leben hatten. Ich war mir damals auch noch nicht sicher was mit mir los ist. Es war also nicht Mann oder Frau, als eindeutig zu bezeichnen. Aber es gehört zu meinem Leben. Wenn ich also sage, ich habe es immer als Mädchen empfunden. So ist es weder falsch noch richtig. Das macht auch die Stimmungsschwankungen bei mir aus, das Kaufen von Damenkleidung und dann später wieder das Entsorgen selbiger.
LG Magdalena
Lebe jeden Tag.
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Natascha
Re: Wie geht Ihr mit Eurer Vergangenheit um?
Hm, ich hab eh kein 100%-Passing. Also brauch ich mir darum ned so große Gedanken machen. Ich bin TS und steh dazu. Aber titulieren tu ich mich immer weiblich, auch wenns mal um die Vergangenheit gehen sollte. Kam aber im Allatg noch nie dazu das ich drauf angesprochen wurde.Nicoletta hat geschrieben:Es geht um Sprachliches. Das hatten wir zwar schon einmal, wenn es darum ging, wie man sich grammatisch korrekt äußert, aber hier meine ich den Umgang mit der eigenen Vergangenheit im anderen Geschlecht. Beispiele: Ich will jemandem erzählen, dass ich als Kind (das geht natürlich immer) gerne mit Teddybären gespielt habe. Da bringe ich es (noch?) nicht fertig zu sagen: "Als Mädchen habe ich lieber mit Teddys gespielt als mit Puppen." Ich habe auch noch nie gesagt: "Als Schülerin habe ich Fremdsprachen noch nicht so gemocht, da war ich eher für Physik." Oder: "Als Studentin bin ich gerne tanzen gegangen." "Ich bin eigentlich keine Freundin von Kiwis." "Also ich meine, das sollte frau einfach nicht tun", wenn ich mich meine. In all solchen Fällen weiche ich aus: "ich als Kind", "ich in der Schulzeit", "ich im Studium". "Kiwis sind nicht so meine Sache." Es gibt immer Alternativen, bei denen man sich nicht festlegen muss. Meine Frage ist nur, ob Ihr das auch so macht, oder gibt es hier jemanden, der/die seine/ihre Weiblichkeit mühelos auch in die Vergangenheit projiziert, ohne schon damals in dieser Rolle gelebt zu haben?
Bin mal gespannt. Schönen Sonntag,
Nicoletta
LG,
Tascha
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Ulrike-Marisa
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Re: Wie geht Ihr mit Eurer Vergangenheit um?
Moin,
...offen; d.h. ich erzähle wie es war in meiner Vergangenheit, die immer auch im Kontext zur damaligen Zeit zu sehen ist: Kindheit 50ziger Jahre, Jugend 60ziger etc. Da war ich in der damaligen Zeit mit meiner Sicht der Dinge, Wünschen und Vorlieben und Nichtsein von diesem und jenem schon eher Außenseiter. Ich habe versucht, meiner vorgegebenen männlichen Sozialisation irgendwie nachzukommen, was auch nicht immer geklappt hat. Es ist mein Weg, mein Leben und meine Vergangenheit, was soll ich daran sprachlich ändern wollen, auch wenn ich mich heute anders fühle. Die Vergangenheit ist ein unabänderlicher Bestandteil der Persönlichkeit uns ich war damals halt ein Junge; wurde zumindest so gesehen. Im sprachlichen Umgang vermeide ich aber eine direkte geschlechtliche Zuordnung und verwende allgemeine Wendungen: als Kind, in der Schulzeit etc.....
Gruß, Ulrike-Marisa
...offen; d.h. ich erzähle wie es war in meiner Vergangenheit, die immer auch im Kontext zur damaligen Zeit zu sehen ist: Kindheit 50ziger Jahre, Jugend 60ziger etc. Da war ich in der damaligen Zeit mit meiner Sicht der Dinge, Wünschen und Vorlieben und Nichtsein von diesem und jenem schon eher Außenseiter. Ich habe versucht, meiner vorgegebenen männlichen Sozialisation irgendwie nachzukommen, was auch nicht immer geklappt hat. Es ist mein Weg, mein Leben und meine Vergangenheit, was soll ich daran sprachlich ändern wollen, auch wenn ich mich heute anders fühle. Die Vergangenheit ist ein unabänderlicher Bestandteil der Persönlichkeit uns ich war damals halt ein Junge; wurde zumindest so gesehen. Im sprachlichen Umgang vermeide ich aber eine direkte geschlechtliche Zuordnung und verwende allgemeine Wendungen: als Kind, in der Schulzeit etc.....
Gruß, Ulrike-Marisa
Zuletzt geändert von Ulrike-Marisa am Mo 23. Mär 2015, 10:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Inga
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Re: Wie geht Ihr mit Eurer Vergangenheit um?
Hallo, Nicoletta,
ich umgehe das sprachlich auch, da ich mich auch heutzutage nicht mehr voll einem der beiden Geschlechter zuzuordnen vermag. So geht es mir auch in der Betrachtung meiner Kindheit und Jugend. Zwar mussten damals die weiblichen Seiten zurückstehen genüber den offen gelebten - weil gesellschaftlich akzeptierten - männlichen Seiten. Doch weil ich es heutzutage persönlich als unglückliche Situation verstehe, vermeide ich es über meine Vergangenheit sprachlich als Junge oder Mädchen zu reden. Es gibt eben nicht das volle Bild wieder.
Liebe Grüße
Inga
ich umgehe das sprachlich auch, da ich mich auch heutzutage nicht mehr voll einem der beiden Geschlechter zuzuordnen vermag. So geht es mir auch in der Betrachtung meiner Kindheit und Jugend. Zwar mussten damals die weiblichen Seiten zurückstehen genüber den offen gelebten - weil gesellschaftlich akzeptierten - männlichen Seiten. Doch weil ich es heutzutage persönlich als unglückliche Situation verstehe, vermeide ich es über meine Vergangenheit sprachlich als Junge oder Mädchen zu reden. Es gibt eben nicht das volle Bild wieder.
Liebe Grüße
Inga
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Nicoletta
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Re: Wie geht Ihr mit Eurer Vergangenheit um?
Hallo,
danke für die Rückmeldungen, die mir zeigen, dass ich mit meinem Empfinden keineswegs allein bin, dass auch andere geradeso sprachlich mit ihrer Vergangenheit umgehen wie ich, sehe aber auch, dass es auch anders gehen kann. Ich habe eben kein 100%iges Passing. Hätte ich das, und sei es auch nur 90%ig, noch dazu die richtigen Papiere, würde ich vielleicht auch ohne zögern über meine Mädchenzeit sprechen.
Die andere Frage, ob jemand seine andersgeschlechtliche Vergangenheit annimmt oder verdrängt. Auch hier geht es mir wie den meisten von Euch, ich stehe zu ihr. Anfangs wollte ich noch, als ich meine Homepage auf den weiblichen Namen umgestellt habe, auch die URL ändern. Geschreckt hat mich der Aufwand (Abmelden und mit weiblichem Namen neu anmelden und dann die gesamte Arbeit noch einmal machen). Andererseits steht in der Homepage ohnehin offen meine Lebensgeschichte. Also bleibt es so. Die Adresse enthält den männlichen Namen, Besucher werden von mir mit weiblichem Namen begrüßt, meine Publikationen stehen unter dem Namen, unter dem sie erschienen sind. Allerdings verstehe ich auch Daenerys' Gefühl: ich mag es gar nicht, wenn ich heute noch Post bekomme, die mit Herrn und dem männlichen Namen adressiert ist, und es versetzte mir einen Stich, als ich im vorigen Jahr beim akademischen Unterricht, den ich als Frau gehalten habe, von einer älteren russischen Dame hören musste, wie sie sich auf mich bezog mit dem Pronomen "er". Das ist ihr nicht nur so herausgerutscht, denn später sprach sie mich auch einmal mit "Herr" an, obwohl ich eindeutig weiblich gekleidet vor ihr stand. (Wenn das noch einmal passiert, gebe ich ihr den "Herrn" zurück, denn sie trägt eine Mecki-Figur, falls das jemandem von Euch noch etwas sagt.)
Grüße in die Runde,
Nicoletta
danke für die Rückmeldungen, die mir zeigen, dass ich mit meinem Empfinden keineswegs allein bin, dass auch andere geradeso sprachlich mit ihrer Vergangenheit umgehen wie ich, sehe aber auch, dass es auch anders gehen kann. Ich habe eben kein 100%iges Passing. Hätte ich das, und sei es auch nur 90%ig, noch dazu die richtigen Papiere, würde ich vielleicht auch ohne zögern über meine Mädchenzeit sprechen.
Die andere Frage, ob jemand seine andersgeschlechtliche Vergangenheit annimmt oder verdrängt. Auch hier geht es mir wie den meisten von Euch, ich stehe zu ihr. Anfangs wollte ich noch, als ich meine Homepage auf den weiblichen Namen umgestellt habe, auch die URL ändern. Geschreckt hat mich der Aufwand (Abmelden und mit weiblichem Namen neu anmelden und dann die gesamte Arbeit noch einmal machen). Andererseits steht in der Homepage ohnehin offen meine Lebensgeschichte. Also bleibt es so. Die Adresse enthält den männlichen Namen, Besucher werden von mir mit weiblichem Namen begrüßt, meine Publikationen stehen unter dem Namen, unter dem sie erschienen sind. Allerdings verstehe ich auch Daenerys' Gefühl: ich mag es gar nicht, wenn ich heute noch Post bekomme, die mit Herrn und dem männlichen Namen adressiert ist, und es versetzte mir einen Stich, als ich im vorigen Jahr beim akademischen Unterricht, den ich als Frau gehalten habe, von einer älteren russischen Dame hören musste, wie sie sich auf mich bezog mit dem Pronomen "er". Das ist ihr nicht nur so herausgerutscht, denn später sprach sie mich auch einmal mit "Herr" an, obwohl ich eindeutig weiblich gekleidet vor ihr stand. (Wenn das noch einmal passiert, gebe ich ihr den "Herrn" zurück, denn sie trägt eine Mecki-Figur, falls das jemandem von Euch noch etwas sagt.)
Grüße in die Runde,
Nicoletta
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