ich habe an der Uni dieses Semester einen Kurs über Freundschaft belegt. Dieser Kurs handelte von vielen verschiedenen Freundschaftskonzepten auf der ganzen Welt und war sehr interessant. Einen Punkt hat er jedoch nur wenig behandelt, und das war, wie in Freundschaftsverläufen mit kritischen Momenten umgegangen wird, vor allem wenn einer der beiden Freunde mehr Hilfe benötigt als der andere.
Durch Erfahrungsberichte hier im Forum und auch viele eigene Überlegungen habe ich mir die Frage gestellt, wie sehr unsere Geheimnisse nun Freundschaften beeinflusst. Vor allem die Frage an der Überlebensfähigkeit von Freundschaften nach einem Coming-Out interessiert mich sehr.
Da ich jetzt in den Semesterferien eine Hausarbeit schreiben muss, möchte ich diese Frage erörtern. Dafür würde ich gerne 10 - 15 Personen interviewen (über Internet, vollständig anonym!!) und sie bitten, über ihre Erfahrungen zu schreiben. Die Arbeit würde ich auch später (Ende März/Anfang April) hier einstellen und sie so jedem zum Lesen überlassen.
Der Ablauf wäre folgendermaßen:
1. Ihr schreibt mir eine PN, wenn ihr teilnehmen möchtet (wie gesagt, es ist vollständige Anonymität gewährleistet)
2. Ihr bekommt die nächsten Tage einen Fragebogen von mir, den ihr bitte ausfüllt (Hauptsächlich offene Fragen, also im Prinzip nichts anderes als die Erfahrungsberichte im Forum)
3. Ihr schickt mir die Bögen zurück, ich werte die aus und würde bei eventuellen Nachfragen nochmal auf euch zukommen
4. Ihr könnt die Arbeit lesen, die ich hier hochladen werde
Also, wer hätte Lust, mir zu helfen? Wie gesagt, es geht um die Erfahrungen mit Freunden während und vor allem nach dem Coming-Out. Welche haben sich erhalten? Welche sind zerbrochen? Gab es welche, die zuerst unterstützend waren und später dann trotzdem kaputt gingen?
Ich hänge hier mein vorläufiges Abstract an, welches ich meiner Dozentin vorlegen möchte. Ich weiß, dass es an einigen Stellen etwas unsauber formuliert ist, das wird in der Arbeit später nicht der Fall sein, da werde ich weitaus mehr differenzieren.
Die Stelle mit der Familie und Freunden möchte ich kurz erläutern: es ist eher eine Hypothese denn eine fundierte Haltung. Ich weiß, dass viele sich eher Freunden anvertrauen möchten als der eigenen Familie (ich persönlich ja auch).
Aber ist das so, weil man weiß, dass man die Familie noch regelmäßig sehen muss im Gegensatz zu Freunden, die aufgrund fehlender Institutionen wie gesagt die Freundschaft "leichter" beenden können.
Der Vorgang des Selbsthinterfragens ist natürlich sehr anstrengend und wird daher vielleicht unterbewusst von einigen nicht begonnen?
So, ich würde mich sehr freuen, wenn einige Lust hätten, mir zu helfen und von ihren Erfahrungen berichten.
Vielen Dank und euch einen schönen Tag