Andrea — meine Erlebnisse - # 18
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Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
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27.12.2014
Eigentlich hatte ich für dieses Jahr keinen Opernbesuch mehr geplant. Doch dann las ich in der Zeitung, dass im Eduard-v.-Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz zwei ganz selten gespielte einaktige Opern von Albert Lortzing (1801 - 1851) zur Aufführung kommen: "Der Weihnachtsabend" und "Andreas Hofer". Letztere um den bekannten Tiroler Freiheitskämpfer wurde hier sogar erstmals aufgeführt, nachdem das Werk, 1832 fertiggestellt, wegen des damals äußerst brisanten Stoffes verboten worden war und seit dem in irgendeinem Archiv vor sich hin schmorte.
Zwei derartige Raritäten lässt sich eine Opernliebhaberin natürlich nicht entgehen und ich bitte um Nachsicht bei all denjenigen, die das Wort Oper schon nicht mehr hören bzw. lesen können.
Meinen Koffer hatte ich bereits am Vorabend gepackt. Nachdem ich mich als Andrea zurechtgemacht hatte, gab es noch einige Einkäufe zu erledigen. Das war diesmal (wieder) ganz entspannt im Zentrum meiner Heimatstadt möglich. Ich wusste, dass meine Exfrau verreist ist und brauchte eine unangenehme Begegnung mit ihr nicht zu befürchten. Kleidungsmäßig hatte ich mich für meinen knielangen Karorock, ein grünes Langarmshirt, braune Strumpfhosen und Stiefeletten in der gleichen Farbe entschieden. Draußen kam dann noch mein cremefarbener Anorak darüber.
Ich ging dann noch in ein Damenmodegeschäft, wo schon mehrmals etwas gekauft hatte und wurde auch diesmal fündig: eine weiß-grau gestreifte Strickjacke und einen blau-schwarzen Schal. So konnte ich endlich einmal den Gutschein einlösen, den ich vor einigen Monaten zum Geburtstag geschenkt bekam.
Gleich nach dem Mittagessen machte ich mich auf den Weg ins Erzgebirge nach Annaberg-Buchholz. Nach 2 Stunden Busfahrt hatte ich mein Ziel erreicht. Die wenigen hundert Meter Fußweg bis zu Hotel hatten es durchaus in sich. Zum ersten Mal in diesem Winter war Schnee gefallen und der Gehweg entsprechend glatt. Da musste ich auf der abschüssigen Straße schon aufpassen, um nicht eher unten zu sein, als mir lieb war.
Nachdem das Einchecken wie üblich ohne Probleme vonstattenging und ich meinen Koffer aufs Zimmer gebracht hatte, machte ich noch einen kleinen Spaziergang durch die Innenstadt. Es bot sich an, dabei einen kurzen Blick in die Bergkirche St. Marien gleich neben dem Marktplatz zu werfen. Eine zwar nur kleine Kirche, die aber auf eine bewegte Geschichte zurückblicken kann und in den vergangenen Jahren liebevoll rekonstruiert wurde.
Wieder zurück im Hotel, galt es, mich für die Opernaufführung zurechtzumachen. Ich zog wie vorgesehen mein neues dunkelgrünes Kleid an, dazu hautfarbene Strumpfhosen, weiße Pumps und einige Accessoires (Gürtel, Halskette, Handtasche) auch in Weiß. Ich überlegte noch, ob ich für den Weg zum Theater meine Stiefeletten anziehe und vor Ort die Schuhe wechsele, entschied mich aber dagegen und zog nur meinen cremefarbenen Anorak darüber. Bei schätzungsweise -5-°C Außentemperatur waren die Pumps zwar nicht ganz passend, und es wurde in der Tat etwas kalt an den Füßen, aber für einige hundert Meter war es auszuhalten. Natürlich musste ich auch hier aufpassen, nicht auszurutschen.
Im Theater angekommen, habe ich zunächst an der Abendkasse meine bestellte Karte abgeholt und meinen Anorak an der Garderobe abgegeben. Es blieb noch etwas Zeit, durchs Haus zu schlendern und die anderen Besucher zu beobachten. Klar die meisten waren angemessen gekleidet, aber einige Leute beiderlei Geschlechts sahen eher aus wie beim Einkauf im Supermarkt. Ich denke, ich kann mich mit ruhigem Gewissen zur ersten Gruppe zählen.
Die beiden kleinen einaktigen Opern klangen ganz nett, boten aber sonst nichts besonders spektakuläres. Der Reiz des Besuchs einer Aufführung liegt wohl eher darin, derartige Raritäten überhaupt mal gesehen und gehört zu haben. Eben wegen der äußerst seltenen Aufführungen finden sich so gut wie keine näheren Informationen zu den Werken, außer einigen Pressemitteilungen zu der Annaberger Aufführung, z.B. hier:
http://www.der-neue-merker.eu/annaberg- ... raritaeten
Das kleine Theater war übrigens fast ausverkauft. Ob es an den Stücken lag oder an der um die Weihnachtszeit allgemein stärkeren Nachfrage nach Theaterkarten sein dahingestellt. Mir hat es ganz gut gefallen und ich begab mich über die nach wie vor tückisch glatten Gehwege zurück zum Hotel.
27.12.2014
Eigentlich hatte ich für dieses Jahr keinen Opernbesuch mehr geplant. Doch dann las ich in der Zeitung, dass im Eduard-v.-Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz zwei ganz selten gespielte einaktige Opern von Albert Lortzing (1801 - 1851) zur Aufführung kommen: "Der Weihnachtsabend" und "Andreas Hofer". Letztere um den bekannten Tiroler Freiheitskämpfer wurde hier sogar erstmals aufgeführt, nachdem das Werk, 1832 fertiggestellt, wegen des damals äußerst brisanten Stoffes verboten worden war und seit dem in irgendeinem Archiv vor sich hin schmorte.
Zwei derartige Raritäten lässt sich eine Opernliebhaberin natürlich nicht entgehen und ich bitte um Nachsicht bei all denjenigen, die das Wort Oper schon nicht mehr hören bzw. lesen können.
Meinen Koffer hatte ich bereits am Vorabend gepackt. Nachdem ich mich als Andrea zurechtgemacht hatte, gab es noch einige Einkäufe zu erledigen. Das war diesmal (wieder) ganz entspannt im Zentrum meiner Heimatstadt möglich. Ich wusste, dass meine Exfrau verreist ist und brauchte eine unangenehme Begegnung mit ihr nicht zu befürchten. Kleidungsmäßig hatte ich mich für meinen knielangen Karorock, ein grünes Langarmshirt, braune Strumpfhosen und Stiefeletten in der gleichen Farbe entschieden. Draußen kam dann noch mein cremefarbener Anorak darüber.
Ich ging dann noch in ein Damenmodegeschäft, wo schon mehrmals etwas gekauft hatte und wurde auch diesmal fündig: eine weiß-grau gestreifte Strickjacke und einen blau-schwarzen Schal. So konnte ich endlich einmal den Gutschein einlösen, den ich vor einigen Monaten zum Geburtstag geschenkt bekam.
Gleich nach dem Mittagessen machte ich mich auf den Weg ins Erzgebirge nach Annaberg-Buchholz. Nach 2 Stunden Busfahrt hatte ich mein Ziel erreicht. Die wenigen hundert Meter Fußweg bis zu Hotel hatten es durchaus in sich. Zum ersten Mal in diesem Winter war Schnee gefallen und der Gehweg entsprechend glatt. Da musste ich auf der abschüssigen Straße schon aufpassen, um nicht eher unten zu sein, als mir lieb war.
Nachdem das Einchecken wie üblich ohne Probleme vonstattenging und ich meinen Koffer aufs Zimmer gebracht hatte, machte ich noch einen kleinen Spaziergang durch die Innenstadt. Es bot sich an, dabei einen kurzen Blick in die Bergkirche St. Marien gleich neben dem Marktplatz zu werfen. Eine zwar nur kleine Kirche, die aber auf eine bewegte Geschichte zurückblicken kann und in den vergangenen Jahren liebevoll rekonstruiert wurde.
Wieder zurück im Hotel, galt es, mich für die Opernaufführung zurechtzumachen. Ich zog wie vorgesehen mein neues dunkelgrünes Kleid an, dazu hautfarbene Strumpfhosen, weiße Pumps und einige Accessoires (Gürtel, Halskette, Handtasche) auch in Weiß. Ich überlegte noch, ob ich für den Weg zum Theater meine Stiefeletten anziehe und vor Ort die Schuhe wechsele, entschied mich aber dagegen und zog nur meinen cremefarbenen Anorak darüber. Bei schätzungsweise -5-°C Außentemperatur waren die Pumps zwar nicht ganz passend, und es wurde in der Tat etwas kalt an den Füßen, aber für einige hundert Meter war es auszuhalten. Natürlich musste ich auch hier aufpassen, nicht auszurutschen.
Im Theater angekommen, habe ich zunächst an der Abendkasse meine bestellte Karte abgeholt und meinen Anorak an der Garderobe abgegeben. Es blieb noch etwas Zeit, durchs Haus zu schlendern und die anderen Besucher zu beobachten. Klar die meisten waren angemessen gekleidet, aber einige Leute beiderlei Geschlechts sahen eher aus wie beim Einkauf im Supermarkt. Ich denke, ich kann mich mit ruhigem Gewissen zur ersten Gruppe zählen.
Die beiden kleinen einaktigen Opern klangen ganz nett, boten aber sonst nichts besonders spektakuläres. Der Reiz des Besuchs einer Aufführung liegt wohl eher darin, derartige Raritäten überhaupt mal gesehen und gehört zu haben. Eben wegen der äußerst seltenen Aufführungen finden sich so gut wie keine näheren Informationen zu den Werken, außer einigen Pressemitteilungen zu der Annaberger Aufführung, z.B. hier:
http://www.der-neue-merker.eu/annaberg- ... raritaeten
Das kleine Theater war übrigens fast ausverkauft. Ob es an den Stücken lag oder an der um die Weihnachtszeit allgemein stärkeren Nachfrage nach Theaterkarten sein dahingestellt. Mir hat es ganz gut gefallen und ich begab mich über die nach wie vor tückisch glatten Gehwege zurück zum Hotel.
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Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
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28.12.2014
Wie üblich, machte ich mich im Hotel wieder als Andrea zurecht. Ich zog noch einmal das gleiche an wie am Vortag: knielanger Karorock, grünes Langarmshirt, braune Strumpfhosen und Stiefeletten.
Im Frühstücksraum herrschte reger Andrang. Die meisten der überwiegend älteren Gäste gehörten wohl zu einer Seniorenreisegruppe. Von mir hat offenbar (wieder einmal) niemand besonders Notiz genommen.
Ich hatte mir noch einige Sehenswürdigkeiten vorgenommen und deponierte deshalb meinen Koffer an der Rezeption. Mein erstes Ziel war das Adam-Ries-Haus. In dem Haus, wo der große Mathematiker von 1522 bis zu seinem Tode 1559 lebte, ist heute ein Museum. Anhand zahlreicher Informationstafeln und Originaldokumente (u.a. die berühmten Rechenbücher) wird sein Leben und Werk nähergebracht.
Besonders groß war das Interesse an der Ausstellung aber nicht. Ich war die erste und lange Zeit einzige Besucherin an diesem Tag. Erst als ich im Begriff war zu gehen, kam mir eine Familie entgegen. Die Frau an der Kasse hatte deshalb genug Zeit, ein Erinnerungsfoto zu machen:
Nur wenige Meter vom Adam-Ries-Haus entfernt gibt es eine weitere Sehenswürdigkeit: die Manufaktur der Träume. Das ist eine Ausstellung über erzgebirgische Volkskunst, also vorrangig Figuren aus verschiedenen Materialien, die meist in Alltagssituationen dargestellt sind.
Diese Einrichtung braucht sich über mangelnde Besucherzahlen nicht zu beklagen. Vor allem zahlreiche Familien hatten sich an diesem Sonntagvormittag hier eingefunden. Das Interesse an Kunst scheint wohl deutlich größer zu sein als an Mathematik.
Meinerseits stieg inzwischen aber das Interesse an einem guten Mittagessen. Ich ging dazu in das Restaurant von dem Hotel, in dem ich übernachtet hatte. Das hatte den Vorteil, dass ich nach dem Essen keinen Umweg machen musste, um meinen Koffer abzuholen.
Weitere Besichtigungen hatte ich nicht geplant. Also nahm ich nach dem Essen meinen Koffer und trat die Heimreise an.
Den Rest des Tages verbrachte ich zu Hause. Am späten Nachmittag kam meine Tochter einen Tag früher als geplant nach Hause. Noch vor einem Jahr wäre das wohl eine Katastrophe gewesen. Heute allerdings, ich immer noch als Andrea, begrüßten wir uns ganz herzlich, als wäre es das normalste auf der Welt.
28.12.2014
Wie üblich, machte ich mich im Hotel wieder als Andrea zurecht. Ich zog noch einmal das gleiche an wie am Vortag: knielanger Karorock, grünes Langarmshirt, braune Strumpfhosen und Stiefeletten.
Im Frühstücksraum herrschte reger Andrang. Die meisten der überwiegend älteren Gäste gehörten wohl zu einer Seniorenreisegruppe. Von mir hat offenbar (wieder einmal) niemand besonders Notiz genommen.
Ich hatte mir noch einige Sehenswürdigkeiten vorgenommen und deponierte deshalb meinen Koffer an der Rezeption. Mein erstes Ziel war das Adam-Ries-Haus. In dem Haus, wo der große Mathematiker von 1522 bis zu seinem Tode 1559 lebte, ist heute ein Museum. Anhand zahlreicher Informationstafeln und Originaldokumente (u.a. die berühmten Rechenbücher) wird sein Leben und Werk nähergebracht.
Besonders groß war das Interesse an der Ausstellung aber nicht. Ich war die erste und lange Zeit einzige Besucherin an diesem Tag. Erst als ich im Begriff war zu gehen, kam mir eine Familie entgegen. Die Frau an der Kasse hatte deshalb genug Zeit, ein Erinnerungsfoto zu machen:
Nur wenige Meter vom Adam-Ries-Haus entfernt gibt es eine weitere Sehenswürdigkeit: die Manufaktur der Träume. Das ist eine Ausstellung über erzgebirgische Volkskunst, also vorrangig Figuren aus verschiedenen Materialien, die meist in Alltagssituationen dargestellt sind.
Diese Einrichtung braucht sich über mangelnde Besucherzahlen nicht zu beklagen. Vor allem zahlreiche Familien hatten sich an diesem Sonntagvormittag hier eingefunden. Das Interesse an Kunst scheint wohl deutlich größer zu sein als an Mathematik.
Meinerseits stieg inzwischen aber das Interesse an einem guten Mittagessen. Ich ging dazu in das Restaurant von dem Hotel, in dem ich übernachtet hatte. Das hatte den Vorteil, dass ich nach dem Essen keinen Umweg machen musste, um meinen Koffer abzuholen.
Weitere Besichtigungen hatte ich nicht geplant. Also nahm ich nach dem Essen meinen Koffer und trat die Heimreise an.
Den Rest des Tages verbrachte ich zu Hause. Am späten Nachmittag kam meine Tochter einen Tag früher als geplant nach Hause. Noch vor einem Jahr wäre das wohl eine Katastrophe gewesen. Heute allerdings, ich immer noch als Andrea, begrüßten wir uns ganz herzlich, als wäre es das normalste auf der Welt.
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Kerstin
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
Hallo Andrea
Vielen Dank für deine Berichte. Sie sind immer wieder schön zu lesen.
Guten Rutsch ins neue Jahr.
LG Kerstin
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Guten Rutsch ins neue Jahr.
LG Kerstin
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
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Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
.
Der letzte Bericht zum vergangenen Jahr fehlt noch:
31.12.2014
Silvester war ich allein zu Hause. Das hat mich nicht sonderlich gestört. Ich bin eher ein Partymuffel und das sowohl in der männlichen, als auch in der weiblichen Ausführung.
Gute Gelegenheit also, das Jahr als Andrea ausklingen zu lassen! Allerdings konnte ich mit der Verwandlung erst nach 18 Uhr beginnen, weil vorher noch jemand vorbeikommen wollte, der meine weibliche Seite (noch) nicht kennt. An normalen Tagen hätte es sich danach kaum noch gelohnt, aber heute war es etwas anderes: Mein erster Silvesterabend als Andrea, wenn ich mal von zwei oder drei unprofessionellen Aktionen von vor über 40 Jahren absehe, als meine Eltern mich Silvester allein zu Hause ließen.
Ich zog mein grünes Kleid und auch sonst das gleiche Outfit wie bei meinem letzten Opernbesuch in Annaberg-Buchholz an. Natürlich habe ich mich auch komplett geschminkt. Ohne dem hätte ich mich nicht wohlgefühlt.
Den größten Teil des Abends verbrachte ich dann mit Musikhören aus meiner CD-Sammlung und zwischendurch mal ins Forum reinschauen.
Ein letztes Fazit für 2014: Vielleicht der kürzeste Andrea-Tag des Jahres, aber ein würdiger Abschluss dessen.
Anne-Mette hat geschrieben:"¦ das klingt alles so rund, so stimmig, so informativ, so persönlich, so authentisch, so schön "¦
Anni hat geschrieben:So ich Zeit habe - oder mir - wie in Deinem Fall, nehme - lese ich solche Beiträge auch sehr gerne.
Vivian Cologne hat geschrieben:Ich war tatsächlich kurz davor, eine Suchaktion im Museum zu starten. Aber wir konnten uns dann doch noch verabschieden ...
Inga hat geschrieben:Doch möchte ich einfach wieder für die schönen Berichte aus Frankfurt bedanken "¦
maia hat geschrieben:"¦ ich möchte mich an dieser Stelle einmal für Deine interessanten Berichte bedanken. Wenn ich in der Übersicht sehe, dass es etwas Neues von Dir gibt, wird es immer als Erstes angeklickt.
Kerstin hat geschrieben:Vielen Dank für deine Berichte. Sie sind immer wieder schön zu lesen.
Regina hat geschrieben:Schick, Andrea. Stimmiges Alltags Outfit
Ich denke, der Jahreswechsel ist eine gute Gelegenheit, mich wieder einmal für all die netten Kommentare zu meinen Berichten und Bildern zu bedanken, auch für diejenigen, auf die ich nicht extra eingegangen bin.Lampenschirm hat geschrieben:Ich mag dein Schmunzeln.
Der letzte Bericht zum vergangenen Jahr fehlt noch:
31.12.2014
Silvester war ich allein zu Hause. Das hat mich nicht sonderlich gestört. Ich bin eher ein Partymuffel und das sowohl in der männlichen, als auch in der weiblichen Ausführung.
Gute Gelegenheit also, das Jahr als Andrea ausklingen zu lassen! Allerdings konnte ich mit der Verwandlung erst nach 18 Uhr beginnen, weil vorher noch jemand vorbeikommen wollte, der meine weibliche Seite (noch) nicht kennt. An normalen Tagen hätte es sich danach kaum noch gelohnt, aber heute war es etwas anderes: Mein erster Silvesterabend als Andrea, wenn ich mal von zwei oder drei unprofessionellen Aktionen von vor über 40 Jahren absehe, als meine Eltern mich Silvester allein zu Hause ließen.
Ich zog mein grünes Kleid und auch sonst das gleiche Outfit wie bei meinem letzten Opernbesuch in Annaberg-Buchholz an. Natürlich habe ich mich auch komplett geschminkt. Ohne dem hätte ich mich nicht wohlgefühlt.
Den größten Teil des Abends verbrachte ich dann mit Musikhören aus meiner CD-Sammlung und zwischendurch mal ins Forum reinschauen.
Ein letztes Fazit für 2014: Vielleicht der kürzeste Andrea-Tag des Jahres, aber ein würdiger Abschluss dessen.
Zuletzt geändert von Andrea aus Sachsen am Fr 2. Jan 2015, 13:36, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
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MEL
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
Hallo Andrea,
wir wünschen Dir ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr 2015
Und bedanken uns für deine zahl- und sehr aufschlussreichen Schilderungen hier im Forum.
Lesen wir immer gerne und macht es doch deutlich, dass die gesellschaftliche Akzeptanz für
"Unsereins"
wohl doch weitestgehen vorhanden ist. Natürlich auch unter der Voraussetzung,
man(n)/Frau weiß sich dem Anlass und Alter angemessen zu kleiden! Und auch da gehst du mit
gutem Beispiel voran.
Frohes Neues und liebe Grüße
MEL und Frau
wir wünschen Dir ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr 2015
Und bedanken uns für deine zahl- und sehr aufschlussreichen Schilderungen hier im Forum.
Lesen wir immer gerne und macht es doch deutlich, dass die gesellschaftliche Akzeptanz für
"Unsereins"
man(n)/Frau weiß sich dem Anlass und Alter angemessen zu kleiden! Und auch da gehst du mit
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Magdalena
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
Hallo Andrea,
immer wieder freue ich mich, wenn ich von Deinen Erlebnissen lese.
Du nimmst uns mit auf Deinem Weg. Dafür danke ich Dir und wünsche Dir im Jahr 2015 viele schöne Opernabende und natürlich Gesundheit.
Liebe Grüße Magdalena
immer wieder freue ich mich, wenn ich von Deinen Erlebnissen lese.
Liebe Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.
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Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
.
Danke MEL und Magdalena für die Neujahrsgrüße! Ich bin ja gespannt, was dieses Jahr so alles bringt. Der Anfang sieht schon mal nicht schlecht aus:
1.1.2015
Warum nicht das neue Jahr (erstmals) gleich mit einem Andrea-Tag beginnen?
Vormittags kam ich nicht um hin, das gleiche Ritual, das ich seit Jahren im Männermodus pflege, zu übernehmen: Nach dem Frühstück einen kleinen Spaziergang durch meine Heimatstadt, schauen nach (leider manchmal unschönen) Auswirkungen der Silvesternacht, Rundgang ums Haus, Kontrolle auf Schäden durch Böller (bisher zum Glück nichts ernsthaftes) und zum Schluss die Reste der Böller vor dem Haus wegräumen. Heute kam vorher nur das Schminken dazu und ein anderes Outfit: schwarz-weiß gemusterter wadenlangen Rock, weiße Bluse, schwarze Stiefel und darüber meinen cremefarbener Anorak.
Der letzte Punkt, das Wegräumen der Böller, hatte natürlich eine gewisse Brisanz, da mich ohne weiteres Nachbarn sehen könnten, aber da musste ich durch. Fast auf die Minute genau war ich damit fertig, um mir im Fernsehen das traditionelle Wiener Neujahrskonzert anzusehen.
Nachmittags wechselte ich zu meinem Outfit für zu Hause: blaues Langarmshirt, blau-weiß gestreifter kurzer Rock, blaue Strumpfhose und weinrote Hausschuhe (http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... ge_id=9764). Danach habe ich mich ein wenig handwerklich betätigt. Nachdem ich vor einigen Wochen schon mal als Andrea tapeziert hatte, war nun das Verlegen des Fußbodens dran. Sonst ist nichts Besonderes passiert, aber es war mein erster Neujahrstag als Andrea.
2.1.2015
Und weil"™s so schön war, gleich noch mal! Wieder als Andrea zurechtgemacht, sogar das gleiche Outfit: schwarz-weiß gemusterter Rock, weiße Bluse und alles andere wie am Vortag.
Heute waren einige Einkäufe zu erledigen. Im Supermarkt und in einem Drogeriemarkt gab es keinerlei Probleme, das ist für mich ja schon Routine. Dann war noch ein Brief aufzugeben. Eigentlich hätte es gereicht, ihn in den Kasten zu werfen, wenn ich denn eine Briefmarke gehabt hätte. Der Automat dafür vor der Post war defekt. Was nun? Ich könnte mir am Schalter Briefmarken kaufen oder den Brief gleich dort aufgeben. Aber auf der Post bin ich als Mann bestens bekannt, auch namentlich. Eventuelle Zweifel an meiner Identität wären mit einem Blick auf den Absender schnell geklärt.
Nach kurzem Überlegen bin ich doch rein und kam dort zu einer jüngeren Angestellten, die mich wahrscheinlich noch nicht näher kannte.
Um etwas zu essen ging ich an den Imbissstand einer Fleischerei. Als ich gerade mein Essen in Empfang nahm, kam ein ehemaliger Schulfreund herein, den ich lange nicht gesehen hatte. Ich bin mir sicher, auch er hätte sich gern mal wieder mit mir unterhalten, aber er nahm wortlos am Nebentisch Platz. Mit meiner "Tarnung" sollte es auch so sein, aber ein klein wenig hatte es mich doch geärgert, gerade zur unpassenden Zeit im sonst richtigen Modus zu sein.
Zu Hause bin ich dann, wie am Vortag, wieder in mein Alltagsoutfit (http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... ge_id=9764) geschlüpft, habe mich handwerklichen und anderen Arbeiten gewidmet und mich dabei sehr wohl gefühlt. So könnte es noch eine Weile weitergehen.
Danke MEL und Magdalena für die Neujahrsgrüße! Ich bin ja gespannt, was dieses Jahr so alles bringt. Der Anfang sieht schon mal nicht schlecht aus:
1.1.2015
Warum nicht das neue Jahr (erstmals) gleich mit einem Andrea-Tag beginnen?
Vormittags kam ich nicht um hin, das gleiche Ritual, das ich seit Jahren im Männermodus pflege, zu übernehmen: Nach dem Frühstück einen kleinen Spaziergang durch meine Heimatstadt, schauen nach (leider manchmal unschönen) Auswirkungen der Silvesternacht, Rundgang ums Haus, Kontrolle auf Schäden durch Böller (bisher zum Glück nichts ernsthaftes) und zum Schluss die Reste der Böller vor dem Haus wegräumen. Heute kam vorher nur das Schminken dazu und ein anderes Outfit: schwarz-weiß gemusterter wadenlangen Rock, weiße Bluse, schwarze Stiefel und darüber meinen cremefarbener Anorak.
Der letzte Punkt, das Wegräumen der Böller, hatte natürlich eine gewisse Brisanz, da mich ohne weiteres Nachbarn sehen könnten, aber da musste ich durch. Fast auf die Minute genau war ich damit fertig, um mir im Fernsehen das traditionelle Wiener Neujahrskonzert anzusehen.
Nachmittags wechselte ich zu meinem Outfit für zu Hause: blaues Langarmshirt, blau-weiß gestreifter kurzer Rock, blaue Strumpfhose und weinrote Hausschuhe (http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... ge_id=9764). Danach habe ich mich ein wenig handwerklich betätigt. Nachdem ich vor einigen Wochen schon mal als Andrea tapeziert hatte, war nun das Verlegen des Fußbodens dran. Sonst ist nichts Besonderes passiert, aber es war mein erster Neujahrstag als Andrea.
2.1.2015
Und weil"™s so schön war, gleich noch mal! Wieder als Andrea zurechtgemacht, sogar das gleiche Outfit: schwarz-weiß gemusterter Rock, weiße Bluse und alles andere wie am Vortag.
Heute waren einige Einkäufe zu erledigen. Im Supermarkt und in einem Drogeriemarkt gab es keinerlei Probleme, das ist für mich ja schon Routine. Dann war noch ein Brief aufzugeben. Eigentlich hätte es gereicht, ihn in den Kasten zu werfen, wenn ich denn eine Briefmarke gehabt hätte. Der Automat dafür vor der Post war defekt. Was nun? Ich könnte mir am Schalter Briefmarken kaufen oder den Brief gleich dort aufgeben. Aber auf der Post bin ich als Mann bestens bekannt, auch namentlich. Eventuelle Zweifel an meiner Identität wären mit einem Blick auf den Absender schnell geklärt.
Nach kurzem Überlegen bin ich doch rein und kam dort zu einer jüngeren Angestellten, die mich wahrscheinlich noch nicht näher kannte.
Um etwas zu essen ging ich an den Imbissstand einer Fleischerei. Als ich gerade mein Essen in Empfang nahm, kam ein ehemaliger Schulfreund herein, den ich lange nicht gesehen hatte. Ich bin mir sicher, auch er hätte sich gern mal wieder mit mir unterhalten, aber er nahm wortlos am Nebentisch Platz. Mit meiner "Tarnung" sollte es auch so sein, aber ein klein wenig hatte es mich doch geärgert, gerade zur unpassenden Zeit im sonst richtigen Modus zu sein.
Zu Hause bin ich dann, wie am Vortag, wieder in mein Alltagsoutfit (http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... ge_id=9764) geschlüpft, habe mich handwerklichen und anderen Arbeiten gewidmet und mich dabei sehr wohl gefühlt. So könnte es noch eine Weile weitergehen.
Viele Grüße
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
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3.1.2015
Und gleich noch einen Andrea-Tag hintendran! Heute sollte die Kultur wieder im Vordergrund stehen. Ich hatte mir eine Karte für das Neujahrskonzert der Robert-Schumann-Philharmonie im Chemnitzer Opernhaus besorgt. Bereits am Nachmittag fand eine Führung durch das Opernhaus statt. Das versprach auch interessant zu werden, stellte mich aber kleidungsmäßig vor eine Herausforderung: Nachmittags die Führung, abends das Konzert und dazwischen noch etwa drei Stunden Zeit, die irgendwie sinnvoll vertan werden mussten. Welches Outfit würde zu all dem passen? Ich entschied mich für meinen kurzen rot-schwarz melierter Rock, meine terrakottafarbene Satinbluse, gemusterte schwarze Strumpfhosen, braune Wildlederstiefel und draußen meinen schwarzen Anorak darüber.
Am frühen Nachmittag machte ich mich schließlich auf den Weg nach Chemnitz. Das Wetter zeigte sich nicht sehr freundlich: Schneeregen und ein mäßiger Wind dazu. Ich musste meinen Schirm aufspannen.
Etwa 5 Minuten bevor die Führung beginnen sollte, kam ich am Opernhaus an, stand aber vor verschlossenen Türen. Auch andere Gäste waren nicht zu sehen.
Ich erinnerte mich, mal gelesen zu haben, dass die Führungen mitunter am Hintereingang beginnen, also lief ich ums Haus. Dabei kam mir ein Mann entgegen, der nicht so aussah, als käme er zufällig gerade hier vorbei. Ich drehte mich um und sah, wie vor dem Haupteingang stehenblieb. Ich ging zurück und fragte ihn, ob er etwas von der Führung wisse. Ja, er führe sie selbst durch und wollte nur nachschauen, ob noch jemand vor dem Haupteingang wartet. Glück gehabt! Wäre ich anders herum gelaufen, hätten wir uns verfehlt und an den anderen Gästen wäre ich auch vorbeigelaufen, weil die wegen des miserablen Wetters bereits im Hintereingang verschwunden waren. Das wäre sehr schade gewesen, denn Führungen erfreuen sich hier einer großen Nachfrage und sind meist Wochen vorher ausgebucht. Mir war es nach zwei Jahren endlich mal gelungen, mich einer Karte zu bemächtigen.
Ich hatte gerade noch Zeit, meine zerzausten Haare etwas zu ordnen, da ging die Führung auch schon los. Etwa 20 Leute hatten sich dazu eingefunden. Außer mir trugen alle Alltagskleidung. Offenbar hatte sonst niemand vor, abends noch das Konzert oder eine andere Kulturveranstaltung zu besuchen. So ein klein wenig aufzufallen, bin ich inzwischen aber gewöhnt.
Bei der Führung durften wir vom Keller bis zu Dachboden einen Blick in viele Räume werfen, die man als normaler Zuschauer nicht sieht. Interessant war dabei sowohl die Bühnentechnik, als auch alles, was zur Organisation von Proben und Vorstellungen erforderlich ist. Natürlich konnten auch Fragen gestellt werde. Ein etwa 14-jähriger Junge machte davon regen Gebrauch. Vielleicht möchte er später mal am Theater arbeiten.
Es blieben noch fast drei Stunden Zeit bis zum Beginn des Konzertes. Wegen des Mistwetters draußen suchte ich einen wind- und wettergeschützten Raum und fand ihn wenige Bushaltestellen entfernt in einem Einkaufszentrum. Dort habe ich erst mal etwas gegen meinen knurrenden Magen getan.
Ansonsten hatte ich nicht vor, noch etwas Bestimmtes zu kaufen, aber durch die zahlreichen Damenmodegeschäfte zu schlendern, macht trotzdem immer wieder Spaß. Nur ein Paar Ohrclips waren die "Ausbeute" dieses Einkaufsbummels.
Schließlich fuhr ich wieder zurück zum Opernhaus, wo in einer halben Stunde das Neujahrskonzert beginnen sollte. Diesmal herrschte natürlich eine andere Kleiderordnung vor als bei der Führung am Nachmittag. Ich war sogar überrascht, dass es heute festlicher zuging, als bei manch einer normalen Opernaufführung. Hier hatte ich vorher meine Stiefel gegen schwarze Pumps getauscht und sah so aus:
Das Chemnitzer Neujahrskonzert bot, im Gegensatz zum berühmten Wiener Vorbild, nicht nur Musik der Strauss-Familie. Diesmal lag der Schwerpunkt eindeutig im 19. Jahrhundert, also dort, wo ich mich musikalisch am meisten "zu Hause" fühle. Einige schöne Stücke des Wiener Walzerkönigs bis zum Radetzkymarsch als krönenden Abschluss durften natürlich nicht fehlen. Die heiteren Anmerkungen des Dirigenten zwischendurch rundeten das Konzerterlebnis ab.
In der Pause kam ich mit einem Ehepaar ins Gespräch, die auch gelegentlich Veranstaltungen im Opernhaus besuchen. Dabei überlegte ich die ganze Zeit, woher ich den Mann kenne und kam zu keinem Ergebnis. Möglicherweise kennt er mich in der männlichen Ausführung auch vom Sehen, aber ich konnte ja nicht einfach fragen, ohne mich zu outen.
Als ich nach dem Konzert das Opernhaus verließ, hatte der Regen aufgehört und es war fast windstill. Das machte den Heimweg um einiges angenehmer.
Obwohl wenig spektakuläres passierte, waren die vergangenen drei Tage ein Start nach Maß ins neue Jahr. Gleich drei komplette Andrea-Tage zu Beginn, das hatte ich noch nie!
3.1.2015
Und gleich noch einen Andrea-Tag hintendran! Heute sollte die Kultur wieder im Vordergrund stehen. Ich hatte mir eine Karte für das Neujahrskonzert der Robert-Schumann-Philharmonie im Chemnitzer Opernhaus besorgt. Bereits am Nachmittag fand eine Führung durch das Opernhaus statt. Das versprach auch interessant zu werden, stellte mich aber kleidungsmäßig vor eine Herausforderung: Nachmittags die Führung, abends das Konzert und dazwischen noch etwa drei Stunden Zeit, die irgendwie sinnvoll vertan werden mussten. Welches Outfit würde zu all dem passen? Ich entschied mich für meinen kurzen rot-schwarz melierter Rock, meine terrakottafarbene Satinbluse, gemusterte schwarze Strumpfhosen, braune Wildlederstiefel und draußen meinen schwarzen Anorak darüber.
Am frühen Nachmittag machte ich mich schließlich auf den Weg nach Chemnitz. Das Wetter zeigte sich nicht sehr freundlich: Schneeregen und ein mäßiger Wind dazu. Ich musste meinen Schirm aufspannen.
Etwa 5 Minuten bevor die Führung beginnen sollte, kam ich am Opernhaus an, stand aber vor verschlossenen Türen. Auch andere Gäste waren nicht zu sehen.
Ich erinnerte mich, mal gelesen zu haben, dass die Führungen mitunter am Hintereingang beginnen, also lief ich ums Haus. Dabei kam mir ein Mann entgegen, der nicht so aussah, als käme er zufällig gerade hier vorbei. Ich drehte mich um und sah, wie vor dem Haupteingang stehenblieb. Ich ging zurück und fragte ihn, ob er etwas von der Führung wisse. Ja, er führe sie selbst durch und wollte nur nachschauen, ob noch jemand vor dem Haupteingang wartet. Glück gehabt! Wäre ich anders herum gelaufen, hätten wir uns verfehlt und an den anderen Gästen wäre ich auch vorbeigelaufen, weil die wegen des miserablen Wetters bereits im Hintereingang verschwunden waren. Das wäre sehr schade gewesen, denn Führungen erfreuen sich hier einer großen Nachfrage und sind meist Wochen vorher ausgebucht. Mir war es nach zwei Jahren endlich mal gelungen, mich einer Karte zu bemächtigen.
Ich hatte gerade noch Zeit, meine zerzausten Haare etwas zu ordnen, da ging die Führung auch schon los. Etwa 20 Leute hatten sich dazu eingefunden. Außer mir trugen alle Alltagskleidung. Offenbar hatte sonst niemand vor, abends noch das Konzert oder eine andere Kulturveranstaltung zu besuchen. So ein klein wenig aufzufallen, bin ich inzwischen aber gewöhnt.
Bei der Führung durften wir vom Keller bis zu Dachboden einen Blick in viele Räume werfen, die man als normaler Zuschauer nicht sieht. Interessant war dabei sowohl die Bühnentechnik, als auch alles, was zur Organisation von Proben und Vorstellungen erforderlich ist. Natürlich konnten auch Fragen gestellt werde. Ein etwa 14-jähriger Junge machte davon regen Gebrauch. Vielleicht möchte er später mal am Theater arbeiten.
Es blieben noch fast drei Stunden Zeit bis zum Beginn des Konzertes. Wegen des Mistwetters draußen suchte ich einen wind- und wettergeschützten Raum und fand ihn wenige Bushaltestellen entfernt in einem Einkaufszentrum. Dort habe ich erst mal etwas gegen meinen knurrenden Magen getan.
Ansonsten hatte ich nicht vor, noch etwas Bestimmtes zu kaufen, aber durch die zahlreichen Damenmodegeschäfte zu schlendern, macht trotzdem immer wieder Spaß. Nur ein Paar Ohrclips waren die "Ausbeute" dieses Einkaufsbummels.
Schließlich fuhr ich wieder zurück zum Opernhaus, wo in einer halben Stunde das Neujahrskonzert beginnen sollte. Diesmal herrschte natürlich eine andere Kleiderordnung vor als bei der Führung am Nachmittag. Ich war sogar überrascht, dass es heute festlicher zuging, als bei manch einer normalen Opernaufführung. Hier hatte ich vorher meine Stiefel gegen schwarze Pumps getauscht und sah so aus:
Das Chemnitzer Neujahrskonzert bot, im Gegensatz zum berühmten Wiener Vorbild, nicht nur Musik der Strauss-Familie. Diesmal lag der Schwerpunkt eindeutig im 19. Jahrhundert, also dort, wo ich mich musikalisch am meisten "zu Hause" fühle. Einige schöne Stücke des Wiener Walzerkönigs bis zum Radetzkymarsch als krönenden Abschluss durften natürlich nicht fehlen. Die heiteren Anmerkungen des Dirigenten zwischendurch rundeten das Konzerterlebnis ab.
In der Pause kam ich mit einem Ehepaar ins Gespräch, die auch gelegentlich Veranstaltungen im Opernhaus besuchen. Dabei überlegte ich die ganze Zeit, woher ich den Mann kenne und kam zu keinem Ergebnis. Möglicherweise kennt er mich in der männlichen Ausführung auch vom Sehen, aber ich konnte ja nicht einfach fragen, ohne mich zu outen.
Als ich nach dem Konzert das Opernhaus verließ, hatte der Regen aufgehört und es war fast windstill. Das machte den Heimweg um einiges angenehmer.
Obwohl wenig spektakuläres passierte, waren die vergangenen drei Tage ein Start nach Maß ins neue Jahr. Gleich drei komplette Andrea-Tage zu Beginn, das hatte ich noch nie!
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Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
Hallo Andrea
Vielen Dank für deinen tollen Bericht. Ja wenn man sein zweites ich so ausleben kann ist das wirklich ein Start nach Maß.
Liebe Grüße
Kerstin
Vielen Dank für deinen tollen Bericht. Ja wenn man sein zweites ich so ausleben kann ist das wirklich ein Start nach Maß.
Liebe Grüße
Kerstin
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
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Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
.
10.1.2015
Ich war wieder einmal allein zu Hause und konnte mich bezüglich meiner weiblichen Seite voll entfalten. Es sollte erneut ein "Hausarbeitstag" werden und da stieß ich gleich zu Anfang auf ein kleines Problem: Die Sachen, die ich bei solchen Gelegenheiten in der Vergangenheit meist getragen hatte, waren noch in der Wäsche. Also suchte ich nach einer Alternative und bin bei einer engen schwarze Hose und einem weinroten Langarmshirt "hängengeblieben". Diese Kombination hatte zudem den Vorteil, dass ich damit auch problemlos rausgehen konnte. Nur braune Wildlederstiefel und meinen cremefarbenen Anorak darüber, fertig!
Ich bin dann auch tatsächlich noch einzukaufen gegangen und hatte dabei das Gefühl, noch weniger als sonst aufzufallen. An diesem Tag habe ich auch keine einzige Frau gesehen, die einen Rock oder Kleid trug.
Ansonsten war ich noch damit beschäftigt, die Weihnachtsdekoration wegzuräumen. Das war"™s dann auch schon, was es von diesem Tag zu berichten gibt. Nicht besonderes ist passiert, aber es war trotzdem schön. Frau könnte sich daran gewöhnen.
11.1.2015
Dieser Tag begann wie fast jeder Andrea-Tag zu Hause. Nach dem Aufstehen mich anziehen, frühstücken und danach schminken. In der Vergangenheit hatte ich auch schon eine andere Reihenfolge gewählt, aber so ist es mir inzwischen am sympathischsten. Da fühle ich mich zwar beim Frühstück noch ziemlich "unfertig", muss mich aber nicht mit knurrendem Magen schminken.
Ich hatte übrigens noch einmal das gleiche Outfit wie am Vortag gewählt: enge schwarze Hose, weinrotes Langarmshirt und Hausschuhe in der gleichen Farbe. Ansonsten standen nur diverse Hausarbeiten an, viel zu belanglos, um darüber zu schreiben.
Erst gegen Abend, als meine Tochter nach Hause kam, wurde es noch einmal interessant. Mir stockte fast der Atem, als sie sagte, dass ihre Mutter (meine Exfrau) vor der Tür steht und sich etwas borgen möchte. Oh je, das kann ein Drama werden, wenn sie mich so sieht! Ich sagte meiner Tochter nur, sie solle ihr geben, was sie möchte und versuchen, sie abzuwimmeln. Fast wie durch ein Wunder ging meine Exfrau danach tatsächlich wieder nach Hause, ohne mich wie sonst oft, wegen irgendetwas zur Rede zu stellen.
So wurde es noch ein ruhiger Abend.
10.1.2015
Ich war wieder einmal allein zu Hause und konnte mich bezüglich meiner weiblichen Seite voll entfalten. Es sollte erneut ein "Hausarbeitstag" werden und da stieß ich gleich zu Anfang auf ein kleines Problem: Die Sachen, die ich bei solchen Gelegenheiten in der Vergangenheit meist getragen hatte, waren noch in der Wäsche. Also suchte ich nach einer Alternative und bin bei einer engen schwarze Hose und einem weinroten Langarmshirt "hängengeblieben". Diese Kombination hatte zudem den Vorteil, dass ich damit auch problemlos rausgehen konnte. Nur braune Wildlederstiefel und meinen cremefarbenen Anorak darüber, fertig!
Ich bin dann auch tatsächlich noch einzukaufen gegangen und hatte dabei das Gefühl, noch weniger als sonst aufzufallen. An diesem Tag habe ich auch keine einzige Frau gesehen, die einen Rock oder Kleid trug.
Ansonsten war ich noch damit beschäftigt, die Weihnachtsdekoration wegzuräumen. Das war"™s dann auch schon, was es von diesem Tag zu berichten gibt. Nicht besonderes ist passiert, aber es war trotzdem schön. Frau könnte sich daran gewöhnen.
11.1.2015
Dieser Tag begann wie fast jeder Andrea-Tag zu Hause. Nach dem Aufstehen mich anziehen, frühstücken und danach schminken. In der Vergangenheit hatte ich auch schon eine andere Reihenfolge gewählt, aber so ist es mir inzwischen am sympathischsten. Da fühle ich mich zwar beim Frühstück noch ziemlich "unfertig", muss mich aber nicht mit knurrendem Magen schminken.
Ich hatte übrigens noch einmal das gleiche Outfit wie am Vortag gewählt: enge schwarze Hose, weinrotes Langarmshirt und Hausschuhe in der gleichen Farbe. Ansonsten standen nur diverse Hausarbeiten an, viel zu belanglos, um darüber zu schreiben.
Erst gegen Abend, als meine Tochter nach Hause kam, wurde es noch einmal interessant. Mir stockte fast der Atem, als sie sagte, dass ihre Mutter (meine Exfrau) vor der Tür steht und sich etwas borgen möchte. Oh je, das kann ein Drama werden, wenn sie mich so sieht! Ich sagte meiner Tochter nur, sie solle ihr geben, was sie möchte und versuchen, sie abzuwimmeln. Fast wie durch ein Wunder ging meine Exfrau danach tatsächlich wieder nach Hause, ohne mich wie sonst oft, wegen irgendetwas zur Rede zu stellen.
So wurde es noch ein ruhiger Abend.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
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Magdalena
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
Hallo Andrea,
da Du uns an Deinem Leben teilhaben lässt, habe ich eine Frage an Dich. Nach allem was ich aus Deinen Beträgen entnehme, macht Dir Deine EX das Leben schwer. Wie kommt sie da auf die Idee, sich von Dir was zu borgen. Übrigens kann ich Dir zu Deiner Tochter gratulieren, wie sie die Situation für Dich gerettet hat.
Viele Grüße Magdalena
da Du uns an Deinem Leben teilhaben lässt, habe ich eine Frage an Dich. Nach allem was ich aus Deinen Beträgen entnehme, macht Dir Deine EX das Leben schwer. Wie kommt sie da auf die Idee, sich von Dir was zu borgen. Übrigens kann ich Dir zu Deiner Tochter gratulieren, wie sie die Situation für Dich gerettet hat.
Viele Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.
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Sabrina.P
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
Dank dir Andrea, für die wunderschönen Zeilen, mit denen du uns an deinem Leben teilhaben lässt!
Liebe Grüsse
Sabrina
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
Hallo Andrea
Aber es tut ja Gott sei Dank nicht weh
Mach weiter so und hab dabei eine schöne Zeit
LG von frecher Anni
Und DAS wird sie auch - verlaß Dich draufAndrea aus Sachsen hat geschrieben:
... Frau könnte sich daran gewöhnen.
Mach weiter so und hab dabei eine schöne Zeit
LG von frecher Anni
Der einzige Mensch, der sich vernünftig benimmt, ist mein Schneider. Er nimmt jedesmal neu Maß, wenn er mich trifft, während alle anderen immer die alten Maßstäbe anlegen in der Meinung, sie paßten auch heute noch. George Bernard Shaw
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Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
.
Zu deiner Frage, Magdalena: Wie meine Exfrau auf die Idee kommt, bei mir was zu borgen? Keine Ahnung! Ihr Denken und Handelt ist in verschiedenster Hinsicht nicht nachvollziehbar. Vielleicht ist sie nicht in der Lage, sich selbst etwas zu besorgen, vielleicht sucht sie nur einen Vorwand, bei mir aufzukreuzen, um mich zu "kontrollieren" oder sie möchte einfach, egal wie, mir das Leben schwer machen. Wahrscheinlich ist von all dem etwas dabei. Bedauerlicherweise gibt es keine rechtliche Handhabe, das zu unterbinden.
Simone_CD hat geschrieben:Toll! Plisseeröcke trage ich auch gerne!
Kerstin hat geschrieben:Vielen Dank für deinen tollen Bericht.
Magdalena hat geschrieben:da Du uns an Deinem Leben teilhaben lässt, habe ich eine Frage an Dich. Nach allem was ich aus Deinen Beträgen entnehme, macht Dir Deine EX das Leben schwer. Wie kommt sie da auf die Idee, sich von Dir was zu borgen?
Sabrina.P hat geschrieben:Dank dir Andrea, für die wunderschönen Zeilen, mit denen du uns an deinem Leben teilhaben lässt!
Danke erst mal euch allen für die netten Kommentare!Anni hat geschrieben:Mach weiter so und hab dabei eine schöne Zeit
Zu deiner Frage, Magdalena: Wie meine Exfrau auf die Idee kommt, bei mir was zu borgen? Keine Ahnung! Ihr Denken und Handelt ist in verschiedenster Hinsicht nicht nachvollziehbar. Vielleicht ist sie nicht in der Lage, sich selbst etwas zu besorgen, vielleicht sucht sie nur einen Vorwand, bei mir aufzukreuzen, um mich zu "kontrollieren" oder sie möchte einfach, egal wie, mir das Leben schwer machen. Wahrscheinlich ist von all dem etwas dabei. Bedauerlicherweise gibt es keine rechtliche Handhabe, das zu unterbinden.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
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17.1.2015
Noch ein simpler "Hausarbeitstag", den ich als Andrea verbringen konnte! Beim letzten dieser Art fand ich es ganz praktisch, ein Outfit zu haben, das sowohl für drinnen, als auch für draußen geeignet ist. Ich hatte diesmal etwas Zeit, meinen Kleiderschrank nach weiteren universell verwendbaren Sachen abzusuchen. Fündig geworden bin ich leider nicht. Es sind wohl noch zu wenige Sachen für "zu Hause" vorhanden.
Ich habe mich schließlich für meinen wadenlangen braunen Stufenrock und meine blau-grün weiß gemusterte Bluse entschieden. Das ist zwar für Hausarbeit nicht besonders gut geeignet, aber da vorrangig "Papierkram" anlag, sollte es doch gehen.
Noch braune Wildlederstiefel und meinen cremefarbenen Anorak angezogen — so bin ich dann Einkaufen gegangen. Genauso wie bei meinem letzten Einkauf in meiner Heimatstadt, sah ich auch heute (außer mir) keine einzige Frau, die einen Rock trug.
Über den zu erledigenden "Papierkram" möchte ich nichts schreiben, das wäre viel zu langweilig.
Abends legte ich mir noch die Sachen für den nächsten Tag zurecht.
18.1.2015
Heute fand im Chemnitzer Opernhaus wieder ein "Opernfrühstück" statt. Wer meine bisherigen Berichte gelesen hat, weiß, dass es da nichts zu essen gibt, sondern dass ein Werk, welches demnächst hier Premiere hat, näher vorgestellt wird. Das konnte ich mir als leidenschaftliche Opernliebhaberin natürlich nicht entgehen lassen, zumal es um ein Werk meines Lieblingskomponisten Guiseppe Verdi ging.
Beinahe wäre aber nichts daraus geworden, denn ich hatte verschlafen. Etwa eine Stunde blieb mir noch für Schminken und Frühstück. Ich begann diesmal wieder mit dem Schminken, denn fürs Frühstück hätte ich mir notfalls am Bahnhof noch etwas holen können. Dank dessen, dass ich mir bereits am Vortag alles zurechtgelegt hatte und das Schminken zügig von der Hand ging, reichte es doch noch für ein Frühstück zu Hause.
In Chemnitz angekommen, hatte ich mich von der Hektik zu Tagesbeginn erholt und ging ganz entspannt zum Opernhaus, wo im Rahmen der demnächst stattfindenden Premiere die Oper "Otello" von Giuseppe Verdi vorgestellt wurde. In Gegensatz zu ähnlichen Veranstaltungen in der Vergangenheit, gab es diesmal keine Gesprächsrunde sondern Einzelvorträge einiger Mitwirkender. Deren Begeisterung für die vorletzte und angeblich schönste Verdi-Oper kann ich allerdings nicht teilen. In seinen späten Werken hatte sich der Komponist mehr auf die dramatische Wirkung der Musik konzentriert, was ein wenig zu Lasten der wunderschönen Arien, Duetten und Chorszenen geht, die die Werke seiner frühen und mittleren Schaffensperiode prägen.
Damit fällt der Inszenierung eine umso größere Bedeutung zu. Diesbezüglich wurde aber noch nicht viel verraten, um die Spannung bis zur Premiere zu erhalten. Karten dafür habe ich jedenfalls schon.
Nach dem "Opernfrühstück" war bereits Zeit zum Mittagessen. Sonntags um diese Zeit ist es allerdings gar nicht so einfach, in der Chemnitzer Innenstadt freie Plätze in Gaststätten zu finden. Erst im dritten Lokal wurde, als ich eintrat, gerade ein Vierertisch frei. Kaum hatte ich Platz genommen, fragte ein älteres Ehepaar, ob noch zwei Plätze frei wären, was ich bejahte.
Bei dem vollen Haus dauerte es etwas länger, bis das Essen kam. Dadurch ergab sich die Gelegenheit, mit den anderen Gästen am Tisch ein paar Worte zu wechseln. Wie sich herausstellte, kam das ältere Ehepaar aus Leipzig und war zum ersten(!) Mal richtig in Chemnitz (sonst nur auf Durchreise). Ich erzählte im Gegenzug etwas von meinen letzten Besuchen in Leipzig. Die Frau mir gegenüber betitelte mich im Laufe des Gespräches gegenüber ihrem Mann zweimal als ebensolche. Sollte sie eventuell, wie viele andere, denen ich zuvor begegnet bin, nicht gemerkt haben, dass ich nicht "echt" bin?
Nachdem wir fast zeitgleich mit dem Essen fertig waren und die Rechnungen bezahlt hatten, verabschiedeten wir uns. Ich habe mich daraufhin nach der Musik noch etwas der bildenden Kunst zugewandt. Die Kunstsammlungen Chemnitz hatte ich in der jüngsten Vergangenheit bereits mehrmals besucht, sowohl das Hauptgebäude am Theaterplatz, als auch das Schlossbergmuseum und die Villa Esche. Es fehlte noch das Museum Gunzenhauser. Nur etwa zehn Minuten brauchte ich zu Fuß zu dem markanten Bau am Rande der Innenstadt. Dort ist ein Teil der privaten Sammlung des Münchner Kunsthändlers Alfred Gunzenhauser (geb. 1926) zu sehen, vorrangig Gemälde des 20. Jahrhunderts.
Groß scheint das Interesse an diesen Kunstwerken allerdings nicht zu sein. Während meines Rundganges durch die Ausstellung über vier Etagen begegnete ich nur drei oder vier anderen Besuchern. Da waren ja noch mehr Mitarbeiter(innen) des Museums zugegen. So hatte die Frau an der Kasse auch alle Zeit der Welt, ein Foto von mir zu machen.
Das war für mich genug Kultur an diesem Tag. Mit der Straßenbahn fuhr ich zurück zum Hauptbahnhof und weiter mit der Bahn in meine Heimatstadt, um den Rest des Tages zu Hause zu verbringen. Abends musste ich mich dann auf die kommende Arbeitswoche vorbereiten, wo ich leider nur im Männermodus auftreten kann.
17.1.2015
Noch ein simpler "Hausarbeitstag", den ich als Andrea verbringen konnte! Beim letzten dieser Art fand ich es ganz praktisch, ein Outfit zu haben, das sowohl für drinnen, als auch für draußen geeignet ist. Ich hatte diesmal etwas Zeit, meinen Kleiderschrank nach weiteren universell verwendbaren Sachen abzusuchen. Fündig geworden bin ich leider nicht. Es sind wohl noch zu wenige Sachen für "zu Hause" vorhanden.
Ich habe mich schließlich für meinen wadenlangen braunen Stufenrock und meine blau-grün weiß gemusterte Bluse entschieden. Das ist zwar für Hausarbeit nicht besonders gut geeignet, aber da vorrangig "Papierkram" anlag, sollte es doch gehen.
Noch braune Wildlederstiefel und meinen cremefarbenen Anorak angezogen — so bin ich dann Einkaufen gegangen. Genauso wie bei meinem letzten Einkauf in meiner Heimatstadt, sah ich auch heute (außer mir) keine einzige Frau, die einen Rock trug.
Über den zu erledigenden "Papierkram" möchte ich nichts schreiben, das wäre viel zu langweilig.
Abends legte ich mir noch die Sachen für den nächsten Tag zurecht.
18.1.2015
Heute fand im Chemnitzer Opernhaus wieder ein "Opernfrühstück" statt. Wer meine bisherigen Berichte gelesen hat, weiß, dass es da nichts zu essen gibt, sondern dass ein Werk, welches demnächst hier Premiere hat, näher vorgestellt wird. Das konnte ich mir als leidenschaftliche Opernliebhaberin natürlich nicht entgehen lassen, zumal es um ein Werk meines Lieblingskomponisten Guiseppe Verdi ging.
Beinahe wäre aber nichts daraus geworden, denn ich hatte verschlafen. Etwa eine Stunde blieb mir noch für Schminken und Frühstück. Ich begann diesmal wieder mit dem Schminken, denn fürs Frühstück hätte ich mir notfalls am Bahnhof noch etwas holen können. Dank dessen, dass ich mir bereits am Vortag alles zurechtgelegt hatte und das Schminken zügig von der Hand ging, reichte es doch noch für ein Frühstück zu Hause.
In Chemnitz angekommen, hatte ich mich von der Hektik zu Tagesbeginn erholt und ging ganz entspannt zum Opernhaus, wo im Rahmen der demnächst stattfindenden Premiere die Oper "Otello" von Giuseppe Verdi vorgestellt wurde. In Gegensatz zu ähnlichen Veranstaltungen in der Vergangenheit, gab es diesmal keine Gesprächsrunde sondern Einzelvorträge einiger Mitwirkender. Deren Begeisterung für die vorletzte und angeblich schönste Verdi-Oper kann ich allerdings nicht teilen. In seinen späten Werken hatte sich der Komponist mehr auf die dramatische Wirkung der Musik konzentriert, was ein wenig zu Lasten der wunderschönen Arien, Duetten und Chorszenen geht, die die Werke seiner frühen und mittleren Schaffensperiode prägen.
Damit fällt der Inszenierung eine umso größere Bedeutung zu. Diesbezüglich wurde aber noch nicht viel verraten, um die Spannung bis zur Premiere zu erhalten. Karten dafür habe ich jedenfalls schon.
Nach dem "Opernfrühstück" war bereits Zeit zum Mittagessen. Sonntags um diese Zeit ist es allerdings gar nicht so einfach, in der Chemnitzer Innenstadt freie Plätze in Gaststätten zu finden. Erst im dritten Lokal wurde, als ich eintrat, gerade ein Vierertisch frei. Kaum hatte ich Platz genommen, fragte ein älteres Ehepaar, ob noch zwei Plätze frei wären, was ich bejahte.
Bei dem vollen Haus dauerte es etwas länger, bis das Essen kam. Dadurch ergab sich die Gelegenheit, mit den anderen Gästen am Tisch ein paar Worte zu wechseln. Wie sich herausstellte, kam das ältere Ehepaar aus Leipzig und war zum ersten(!) Mal richtig in Chemnitz (sonst nur auf Durchreise). Ich erzählte im Gegenzug etwas von meinen letzten Besuchen in Leipzig. Die Frau mir gegenüber betitelte mich im Laufe des Gespräches gegenüber ihrem Mann zweimal als ebensolche. Sollte sie eventuell, wie viele andere, denen ich zuvor begegnet bin, nicht gemerkt haben, dass ich nicht "echt" bin?
Nachdem wir fast zeitgleich mit dem Essen fertig waren und die Rechnungen bezahlt hatten, verabschiedeten wir uns. Ich habe mich daraufhin nach der Musik noch etwas der bildenden Kunst zugewandt. Die Kunstsammlungen Chemnitz hatte ich in der jüngsten Vergangenheit bereits mehrmals besucht, sowohl das Hauptgebäude am Theaterplatz, als auch das Schlossbergmuseum und die Villa Esche. Es fehlte noch das Museum Gunzenhauser. Nur etwa zehn Minuten brauchte ich zu Fuß zu dem markanten Bau am Rande der Innenstadt. Dort ist ein Teil der privaten Sammlung des Münchner Kunsthändlers Alfred Gunzenhauser (geb. 1926) zu sehen, vorrangig Gemälde des 20. Jahrhunderts.
Groß scheint das Interesse an diesen Kunstwerken allerdings nicht zu sein. Während meines Rundganges durch die Ausstellung über vier Etagen begegnete ich nur drei oder vier anderen Besuchern. Da waren ja noch mehr Mitarbeiter(innen) des Museums zugegen. So hatte die Frau an der Kasse auch alle Zeit der Welt, ein Foto von mir zu machen.
Das war für mich genug Kultur an diesem Tag. Mit der Straßenbahn fuhr ich zurück zum Hauptbahnhof und weiter mit der Bahn in meine Heimatstadt, um den Rest des Tages zu Hause zu verbringen. Abends musste ich mich dann auf die kommende Arbeitswoche vorbereiten, wo ich leider nur im Männermodus auftreten kann.
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