Die Kik-Story
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Elysia

Die Kik-Story

Post 1 im Thema

Beitrag von Elysia »

Ich shoppe gerne. Aber ich bin leider nicht reich... darum bin ich auch schon durch Kik-Läden geschlendert. Aber auch bei anderen Discountern war ich schon unterwegs. Seit ich aber diesen Film gesehen habe, komme ich jedes Mal in's Grübeln wenn ich billige Kleidung sehe. Und wahrscheinlich ist das nur eine Story von vielen. Sehr bedrückend...

http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/ ... Id=5063630
Salmacis
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Re: Die Kik-Story

Post 2 im Thema

Beitrag von Salmacis »

ja das ist bekannt, dass kik ausbeuter sind. die haben zwar angekündigt ihre produktionsbedingungen zu bessern aber passiert ist da noch nichts...
ich empfehle dir H&M oder Primark (in bremen und frankfurt).
die produzieren zwar auch vermehrt in china, bieten ihren angestellten aber mindestlöhne und die klamotten haben eine bessere qualität.
AC3

Re: Die Kik-Story

Post 3 im Thema

Beitrag von AC3 »

Ich habe die Storry auch gesehen und ehrlichgesagt habe ich auch nichts anderes von diesem "Laden" erwartet.

Ich habe noch nie was da gekauft und werde da auch nichts kaufen, ich habe einfach eine chronische abneigung gegen Billig gleich minderwertige Bekleidung.
Anna Maria

Re: Die Kik-Story

Post 4 im Thema

Beitrag von Anna Maria »

Hallo Elysa,
den Bericht ahe ich auch gesehen, was diese geldgeiel Bande da macht ist kriminell, dort werde ich mit Sicherheit nicht mehr einkaufen. :(
liebe Grüße
ShayeLaShade

Re: Die Kik-Story

Post 5 im Thema

Beitrag von ShayeLaShade »

Da trifft der alte Spruch es sehr genau: Ethik und Moral kosten Geld.

Man kann jetzt natürlich einerseits die Augen verschließen und sagen "Das wusste ich nicht!" bis jemand explizit drauf hinweist.
Oder man kann sich klar machen, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der der Quartalsbericht sehr viel mehr reale Beachtung bekommt als der Menschenrechtsbericht.

Ich persönlich kann mir was vieles angeht Ethik und Moral finanziell nicht leisten. Es ist mir durchaus klar das jemand anderes für die niedrigen Preise bezahlt, die sich in meinem Einkaufskorb wiederfinden. Ich meide sie. Aber das kann ich mir nicht immer leisten.
Salmacis
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Re: Die Kik-Story

Post 6 im Thema

Beitrag von Salmacis »

so dumm es jetzt klingt. in china sind teilweise löhne, die wir als mickrig ansehen gutes geld...
es ist wichtiger die arbeitsbedingungen zu checken. unternehmen wie H&M zahlen natürlich keinen lohn der westlichen standards entspricht. anders als bei anderen firmen müssen die näherinnen aber auch nicht in der fabrik schlafen, haben einen 16h tag und können ihre familie vielleicht 1 mal im monat sehen.

und wie hieß es schon so schön, moral kostet manchmal eben
deswegen ziehen firmen wie s.oliver und esprit auch nicht bei den preisen nach. geht ja nicht bei produktionen in deutschland. problem ist aber auch, dass die dinger meist nicht dem preis entsprechend aussehen weil sich unsere wahrnehmung durch C&A oder H&M geändert hat.
ShayeLaShade

Re: Die Kik-Story

Post 7 im Thema

Beitrag von ShayeLaShade »

Nö, wir wären zur Monatsmitte nicht pleite. Das wird gerne weissgemacht.

An der "Weltwirtschaft" gewinnt nur die Spitze und verliert die Basis. An lokaler Wirtschaft gewinnt die Basis, die Spitze aber nicht so viel. Und da Entscheidungen nun einmal an der Spitze getroffen werden kann man sich leicht vorstellen, wie in der immer noch andauernden Zeit kurzfristiger Gewinne und Einsteckmentalität gehandelt wird.

Wenn man bedenkt, dass bei lokaler Wirtschaft das Geld sowohl "zuhause" ausgegeben wird als auch "zuhause" verdient wird, schafft ein Arbeitgeber bei Fertigung vor Ort seinen eigenen Markt. T-Shirts kaufen nun einmal keine T-Shirts, auch wenn man sie um die halbe Welt karrt.

"Weltwirtschaft" lebt von ungleichen Bedingungen in verschiedenen Teilen der Welt, oder deutlicher: immer von der Ausbeutung schlechter Bedingungen in einem Teil um die besseren Bedingungen in einem anderen Teil weiter zu verbessern.
Das ist das Traumwelt-Paradigma heutiger Hardcore-Kapitalisten, die immer noch nicht erkannt haben dass auf begrenzten Ressourcen kein unendliches Wachstum zu erreichen ist, wie es logischerweise für dieses Modell einer "Weltwirtschaft" nötig ist. Überhaupt existiert diese Weltwirtschaft nur, da lokal Ungleichgewichte nicht mehr aufrecht zu erhalten waren. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann diese exportierten Ungleichgewichte genauso einbrechen.
Und dann? Ist die Suche nach Leben auf dem Mars vielleicht nur die Suche nach dem nächsten Billiglohnort?

Eine realistische Betrachtung sagt schnell, dass nur ein Gleichgewichtszustand auf Dauer tragbar ist. Von dem ist allerdings nicht soviel Gewinnspanne zu erwarten.
Elysia

Re: Die Kik-Story

Post 8 im Thema

Beitrag von Elysia »

Ich finde, das was Jayne angesprochen hat, ist eins der größten Probleme. Kik hat ja auch schon ohne diesen Bericht kein gutes Image, ein Unterschichten-Shop halt, wie Lidl oder Aldi.
Nur können manche Bevölkerungsschichten gar nicht anders. Und diese werden bei der aktuellen Politik immer mehr. Vor kurzem habe ich einen Bericht gelesen, dass die Zahl der "Aufstocker" weiter steigt, also solche, die trotz Arbeit auf Hartz IV angewiesen sind.
Man kommt ja noch einiger Maßen gut klar, wenn man alleine lebt. Ich kenne das zur genüge, war jahrelang Single und habe von 500,- pro Monat Miete, Strom, Gas, Internet, Essen und sogar noch ein Hobby finanzieren können. Aber seit ich eine Freundin habe, ist mein Konto plötzlich leer. Man geht halt auch mal essen, kauft etwas öfter Sachen (man will ja nicht wie ein Lump bei der Liebsten auftauchen), geht in Bars und Cafés, fährt auch mal weg usw. und dabei lebe ich noch in einer der billigsten Städte Deutschlands. Und Familien mit Kindern bekommen dann ein richtiges Problem, Schule, Essen, Kleidung, Spielzeug...
Und es ist ja nicht nur Kik, man erinnere sich nur einmal an diesen Lidl-Skandal, wie dort die Kassiererinnen behandelt wurden. Und das ist bestimmt nur die Spitze des Eisberges. Man muss sich einfach bewusst sein, dass immer wenn man irgendwo billig kauft, jemand anderes dafür bezahlen musste - finanziell oder eben mit schlechten Lebens- und Arbeitsumständen. Denn egal wie die Preise sind, die Inhaber dieser Firmen und deren Manager bekommen überall ein hohes Gehalt und werden zu Millionären und dieser Reichtum muss ja irgendwo her kommen.
H&M näht also auch in Bangladesch, Nike und Adidas stellt in Indien her unter nicht viel besseren Bedingungen, man kann die Liste bestimmt ewig fortsetzen und einen Konzern nach dem anderen abhaken... Überall bereichern sich einige wenige auf Kosten ganzer Bevölkerungsschichten.

Nur was kann man selber tun, um das zu ändern? Sorry, ich weiss es selbst nicht, da bin ich auch ratlos... :?
Elysia

Re: Die Kik-Story

Post 9 im Thema

Beitrag von Elysia »

Die Frage ist doch aber auch, wieviel Reichtum braucht ein Mensch? Es gibt auch viele reiche, die einen Teil ihres Vermögens spenden. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob das nicht vielleicht eine Art "Gewissen freikaufen" ist, aber allemal ist es doch besser, als sein Vermögen skrupellos zu vermehren.
Und wenn die Chefs dieser Firmen/Konzerne nur einen kleinen Teil ihres Vermögens dafür investieren würden, dass es den Frauen und Männern (und Kindern!) die in ihren Fabriken schuften besser geht, wäre schon viel getan. Wie wäre es mit Schulausbildung oder medizinischer Versorgung? In dem Film ist ein Junge fast gestorben, weil seine Familie sich den Arzt nicht leisten kann. Da muss extra ein Reporter der ARD mit Gebührengeldern hinfliegen und ein Hilfswerk aufmerksam machen, damit der Junge nicht krepiert, nur damit der Herr Kik sich in seiner fetten Kohle laben kann? In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Wenn wir nicht endlich lernen, in der globalisierten Welt auch global zu denken, wird uns der Kram früher oder später um die Ohren fliegen. Und das geht da nicht nur um Gewissen, sondern hat auch handfeste Gründe. Zum Beispiel sind in Ländern der 3. Welt massive Umweltprobleme zu verzeichnen, die auch großteils mit den Billigfabriken dort zu tun haben. Das fängt bei der Vernichtung von Regenwäldern und anderen fragilen Ökosystemen an und hört bei sowas wie den Somalis, die keine Fische mehr fangen können und darum zu Piraten werden noch nicht auf... Weiter geht es unter anderem mit Extremismus und Migrationsproblemen. Die Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen um hier Arbeit zu suchen, tun das doch nicht, weil sie ihre Heimat doof finden. Nein sie nehmen Strapazen auf sich, liefern sich mafiös organisierten Schleuserbanden aus und spielen oft mit ihrem Leben beim Versuch, ins reiche Europa oder die USA zu kommen. Die tun das nicht wegen dem schönen Deutschland, sondern weil's ihnen zu Hause richtig scheiße geht. Man könnte mit den Beispielen noch ewig weiter machen, etwa mit dem Problem, dass hierzulande die Sozialsysteme abgebaut werden, weil wir in direkter Konkurrenz mit Billiglohnländern stehen. Ironischerweise sind genau die jenigen gezwungen den Billigkram zu haufen, die ihre Jobs oder soziale Absicherung wegen dieser Konkurrenz verloren haben.

Es steht heutzutage alles mit einander in Beziehung und "deren" Probleme können schneller als uns lieb ist auch unsere werden...
Anne-Mette
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Re: Die Kik-Story

Post 10 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Textildiscounter führt Basisentgelt für alle Mitarbeiter ein...
... schreibt KIK auf der eigenen Internetpräsenz:

http://www.kik-textilien.com/de/ueber-k ... eiter-ein/

Damit ist natürlich noch nicht über die Löhne in den Erzeugerländern gesagt )))(:

Gruß
CPG
susesolo

Re: Die Kik-Story

Post 11 im Thema

Beitrag von susesolo »

Hallo,

Meensch, 7,50 € brutto dafür, dass sie im kalten Laden schleppen und packen und räumen dürfen...sagenhaft...na, ja...der Einzelhandel ist da ja eh nicht zimperlich, wie ja auch Schlecker vor Kurzem erst gezeigt hat. Leider muss ich persönlich kik auch nutzen, weil das DER EINZIGE Laden ist, wo ich bei meiner Größe (1,87) Hosen bekomme, die lang genug sind. Wenn ich bei Karstadt, C&A, Horten oder woauchimmer Hosen in Überlänge (Gr. 80 oder manchmal 76) kaufe, sind die trotz Überlänge immer noch zu kurz. Die Überlänge von kik passt...Finde ich auch sehr blöd. weil das immer die gleichen Art Hosen sind, aber in Ermangelung der Möglichkeiten bleibt mir ja leider nix anderes Übrig...

Grüße von Suse
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