Standesbeamter will lesbisches Paar nicht trauen - # 2
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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Standesbeamter will lesbisches Paar nicht trauen
Laubfrosch, ich Gebe Dir in Deiner Sichtweise Recht. Aber es geht nach meinem Eindruck nicht darum, ob der Standesbeamte etwas mag oder nicht. Am Ende des Artikels der LN steht die Meinung einer Pröbstin zur gleichgeschlechtlichen Ehe aus ihrer religiösen Sicht. Wer sagt denn, dass der Standesbeamte der gleichen Religion angehört ? Ich denke, man darf die Worte der Zeitung nicht auf die Goldwaage legen. Ich kann aus meinem Berufsfeld die haarsträubendsten Fälle erzählen, in denen selbst die rennomiertesten Zeitungen völligen Blödsinn geschrieben haben. Die Menschen, die darauf anspringen, werden letztlich nur ver...äppelt und den Schaden müssen andere tragen. Hauptsache die Auflage stimmt bei geringen Kosten. Als mündiger Bürgerin sollte man dieser Informationsquelle mehr als nur skeptisch gegenüber stehen.
"Seine aktuelle Begründung (laut dem Artikel) "dass er diese Lebenseise nicht billige" erscheint mir allerdings doch etwas "wischi- waschi". Seine Meinung in allen Ehren. Aber sie ist nicht "Gottes Wort". "
Genau so ist das. Dieses Wischi-waschi wird hier aber genutzt, um Stimmung zu machen. Warum wird denn am Ende eine Pröbstin zitiert, wenn im Text vorher nie von Religion die Rede war ? Könnte der Satz nicht auch lauten: "dass er diese Lebenseise aus religösen Gründen nicht billige" ?
Ich möchte nicht den Standesbeamten verteidigen. Wenn er sich nicht korrekt verhalten hat, haben entsprechende Konsequenzen zu folgen. Deshalb läuft ein Disziplinarverfahren. Der Bürgermeister kann gar nicht anders, denn sonst würde ihn die Journalistenmeute (ich meine damit die Schlagzeilenjournalisten) zerreißen.
Aber wir sollten aufpassen, dass wir uns nicht von den Journalisten instrumentalisieren lassen. Auch der Standesbeamte hat Rechte und die sollten gewahrt werden. Alles andere kommt einer Hetzjagd sehr nahe. Als T* können wir da sehr sensibel mit umgehen, da wir wissen, wie schnell damit Schaden angerichtet werden kann.
Stell' Dir die Situation vor: Du gehst en femme durch einen Park und fragst eine Dame nach der Uhrzeit. Sie erkennt Dich als Mann und schreit. Am nächsten Tag steht in der Zeitung: "Frau durch Transvestit im Park sexuell belästigt. Er wurde vorübergehend festgenommen". In der Zwischenzeit bedauert die Frau vielleicht sogar ihre Reaktion ...
Wie denkst Du dann über die Zeitung ?
"Seine aktuelle Begründung (laut dem Artikel) "dass er diese Lebenseise nicht billige" erscheint mir allerdings doch etwas "wischi- waschi". Seine Meinung in allen Ehren. Aber sie ist nicht "Gottes Wort". "
Genau so ist das. Dieses Wischi-waschi wird hier aber genutzt, um Stimmung zu machen. Warum wird denn am Ende eine Pröbstin zitiert, wenn im Text vorher nie von Religion die Rede war ? Könnte der Satz nicht auch lauten: "dass er diese Lebenseise aus religösen Gründen nicht billige" ?
Ich möchte nicht den Standesbeamten verteidigen. Wenn er sich nicht korrekt verhalten hat, haben entsprechende Konsequenzen zu folgen. Deshalb läuft ein Disziplinarverfahren. Der Bürgermeister kann gar nicht anders, denn sonst würde ihn die Journalistenmeute (ich meine damit die Schlagzeilenjournalisten) zerreißen.
Aber wir sollten aufpassen, dass wir uns nicht von den Journalisten instrumentalisieren lassen. Auch der Standesbeamte hat Rechte und die sollten gewahrt werden. Alles andere kommt einer Hetzjagd sehr nahe. Als T* können wir da sehr sensibel mit umgehen, da wir wissen, wie schnell damit Schaden angerichtet werden kann.
Stell' Dir die Situation vor: Du gehst en femme durch einen Park und fragst eine Dame nach der Uhrzeit. Sie erkennt Dich als Mann und schreit. Am nächsten Tag steht in der Zeitung: "Frau durch Transvestit im Park sexuell belästigt. Er wurde vorübergehend festgenommen". In der Zwischenzeit bedauert die Frau vielleicht sogar ihre Reaktion ...
Wie denkst Du dann über die Zeitung ?
Viele Grüße
Vicky
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Re: Standesbeamter will lesbisches Paar nicht trauen
Genau. Doch leider ist der Zeitungsartikel in dieser Form in der Welt. Für mich ist das verantwortungslos...
Viele Grüße
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Viktoria-TV
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Re: Standesbeamter will lesbisches Paar nicht trauen
Glaubt man dem Bericht, dann sollten die beiden Damen sich kurz vor ihrer Hochzeit ein anderes Standesamt suchen. Hätte der Beamte nur verweigert die Trauung durchzuführen und die Trauung von einem anderen Mitarbeiter desselben Standesamtes durchführen lassen, dann wäre das meiner Meinung nach in Ordnung gewesen. Aber so nötigt der Beamte das Päarchen sich wenige Tage vor der Hochzeit ein anders Standesamt zu suchen. Ich denke der Beamte muss sogar aufpassen, dass er nicht auf Schadensersatz verklagt wird, sollte dadurch die Hochzeit am vorgesehen Termin nicht möglich sein.
I`m not ashamed to dress "like a woman" because I don`t think it's shameful to be a woman. - Iggy Pop -
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Re: Standesbeamter will lesbisches Paar nicht trauen
"Aber die Pressefreiheit zu beschneiden und zensieren zu lassen"
Ich plädiere nur für Verantwortung, sowohl vom Leser wie von Zeitungsmacher ...
Frau wird ja noch träumen dürfen ...
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Viele Grüße
Vicky
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Re: Standesbeamter will lesbisches Paar nicht trauen
Ich sehe keinen Streit. Ich versuche meistens andere, unbequeme Sichtweisen einzunehmen. Da eckt frau schon einmal an. Aber letztlich geht es mir immer um das Innehalten und Nachdenken.

Also träum bitte weiter.
Viele Grüße
Vicky
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Lina
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Re: Standesbeamter will lesbisches Paar nicht trauen
Laubfrosch hat geschrieben:![]()
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Klar kann jemand anders trauen. Jeder Standesbeamte kann das.
Und ja Du kannst auf jeder Polizeidienststelle, die Dir gefällt Anzeige erstatten.
Versteh Deinen Einwand nicht.
Sag mal verstehtst du überhaupt, wie ein Staat funktioniert und wozu man Beamte hat? Wenn jeder Beamter einfach sagen könnte, diese oder jene Amtshandlung führe ich nicht aus, denn ich mag dieses Gesetz nicht - wie soll ein Staat dann funktionieren?
Und du willst mir doch wohl nicht sagen, dass du es einfach so hinnehmen würdest: Du gehst zu einer Behörde mit einem Antrag, zur Polizei mit einer Anzeige und man sagt zu dir: "Was du tust stimmt mit meinem Gewissen nicht überein. Geh wo anders mit einem Anliegen hin."
Dann würdest du auch sagen - "na, dann gehe ich doch wieder ..." Und wenn der nächste Beamte dasselbe sagt?
Beamte hat man, damit demokratisch verabschiedete Gesetze auchumgesetzt werden. Seit wann soll denn ein Beamter sich einfach aussuchen können, welche er umsetzen lässt oder nicht?
Darum geht es doch letztendlich hier.
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Anne-Mette
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Re: Standesbeamter will lesbisches Paar nicht trauen
Moin,
es wäre nett, wenn die gegenseitigen Spitzen und Spitzfindigkeiten (auf allen Seiten) unterbleiben
Gruß
Anne-Mette
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conny
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Re: Standesbeamter will lesbisches Paar nicht trauen
also mal als fazit:
1. hat ein beamter die bestehenden gesetze zu beachten und umzusetzen,
2. hat der betreffende beamte nicht das getan, wozu er dienstverpflichtet ist,
3. alle hier finden, das geht so nicht,
4. wegen dieser pflichtverletzung gibt es ein disziplinarverfahren.
damit ist m.e. alles gesagt, oder ?
1. hat ein beamter die bestehenden gesetze zu beachten und umzusetzen,
2. hat der betreffende beamte nicht das getan, wozu er dienstverpflichtet ist,
3. alle hier finden, das geht so nicht,
4. wegen dieser pflichtverletzung gibt es ein disziplinarverfahren.
damit ist m.e. alles gesagt, oder ?
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Lina
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Re: Standesbeamter will lesbisches Paar nicht trauen
Laubfrosch hat geschrieben:Ok Lina,
jetzt würd ich vorschlagen, Du schaltest, was die Wahl Deiner Formulierung angeht, einfach mal ein oder zwei Gänge runter.
Ich hab Dir nichts getan, ergo sehe ich auch keinen Grund darin, mich hier von Dir anschnauzen zu lassen.
Dann ließt Du Dir bitte, nachdem Du Dich wieder etwas beruhigt hast, meine Beiträge hier bezüglich dieses Beamten durch.
Als kleine Hilfe zitiere ich einfach mal, was ich dazu geschrieben habe:
"Aber:
Sein Job ist nunmal, Trauungen durch zu führen. Nach gültigem Recht.
Und wenn die Rechtslage so ist, dass zwei lesbische Frauen heiraten dürfen, dann ist das eben so.
Dann steht sein persönliches Empfinden für gut oder nicht gut schlicht und ergreifend nicht zur Debatte."
Bislang verlief die Diskussion hier eigentlich sehr sachlich, finde ich.
Und ich fände es sehr schade, wenn diese Sachlichkeit jetzt durch einen mir nicht bekannten Grund den Bach runter gehen würde.
Also bitte....
Welche Wahl denn? Ich spreche hier einen sehr wesentlichen Punkt an, nämlich der Sinn und Zweck des Beamtentums - der durchaus Sinnvoll ist aber auch nicht komplett ohne Nachteile für den allgemeinen Bürger ist. Dann wäre es wohl total daneben, wenn ein Beamter plötzlich demit kommt: Ich will meine unkündbarkeit, meine Pension, aber meine Verpflichtung gegenüber den Staat will ich nicht einlösen.
Übrigens finde ich es erstaunlich, wie oft solche Typen plötzlich "krank geschrieben sind", wenn jemand sich wirkungsvoll beschwert.
Und wir haben nun mal ein Gesetz, wonach es gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften geben kann und darf. Standesämter sind dafür zuständig. Was soll das mit dem Gewissen eines einzelnen Beamten zu tun haben? Ich könnte es verstehen, wenn z.B. ein Polizeibeamter es nicht übers Herz bringt, eine alte Frau aus ihrer Wohnung zu zerren weil sie vielleicht unberechtigterweise Entmündigt wurde oder so. Aber bitte, was soll es mit dem Gewissen einer dritten Person zu tun haben, dass zwei andere einen Vertrag miteinander eingehen?
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Exuserin-2015-08-11
Re: Standesbeamter will lesbisches Paar nicht trauen
Also nun muss ich Lina recht geben,jeder Beamte muss seine Aufgaben nach Recht und Gesetz nachkommen.Wenn dem nicht so wär,bräuchten wir keine Beamten mehr .Es grüßt Ilektra.
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Lina
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Re: Standesbeamter will lesbisches Paar nicht trauen
Dann sprich da bitte für dich selbst. Ich tue das nicht. Ich gehe z.B. in die Öffentlichkeit und protestiere gegen ein Gesetz. Oder ich trete Politiker auf die Füße, wo ich die Chance habe, und protestiere da. Wenn ein Gesetz möglicherweise völlig falsch ausgelegt wird, kann eine Diskussion über das Handeln eines Beamten viellicht offen sein.irene von trapezunt hat geschrieben:Interessant, nicht wahr: Wenn sich die gültigen (und allergültigsten) Gesetze irgendwo gegen unsere Bedürfnisse kehren, fordern wir, und finden das natürlich, dass diese Gesetze selbstverständlich nicht angewendet werden. Okay, teilweise sicherlich mit recht, weil es ja Gesetze gibt, die unmenschlich sind. Und in anderen Fällen? Da sind wir dann empört, wenn andere den Gesetzen nicht blind gehorchen?
Was ist da los?
Ich glaube nicht, dass irgendein Gesetz einem Menschen vorschreiben kann, dass er dieselben Werte vertritt wie ich.
Und: meines Wissens ist es Teil der abendländischen Ethik (so seltsam es sein mag, dass ich als Altzyniker dieselbe anrufe), dass man sehr wohl jemandem vorschreiben kann, eine Handlung zu unterlassen, aber nicht, eine zu vollziehen, auch wenn ich denke, es wär aufs innigste zu wünschen.
Das ist aber hier nicht der Fall. Es ist schlicht und ergreifend ein Beamter der "jemanden nahe legt, einen Antrag nicht zu stellen", weil eir eine Amtshandlung nicht ausüben will. Die Amtshandlung ist aber eindeutig im Gesetz vorgesehen und er ist Beamter der Behörde, die sie ausführen soll. Also ...
Kein Gesetz schreibt vor, dass ein Beamter die Wertvorstellungen haben muss, die jedem Gesetz entspricht. Als Beamter hat er sich aber verplfichtet, die Handlungen des Staates zu verkörpern - ungeachtet seiner privaten Ansichten - solange die rechtmäßig sind. Wenn er das nicht will, will er auch kein Beamter sein. Kein Gesetz hat ihn dazu gezwungen Beamter zu werden.
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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Standesbeamter will lesbisches Paar nicht trauen
Leute beruhigt Euch ein bischen. Hier werden Meinungen als "Wahrheit" verkauft, die weder mit der Realität noch mit dem Beamtenrecht etwas zu tun haben. Man könnte meinen, es gibt einen Hass auf Beamte. Das ist weder fair noch gerechtfertigt.
"Als Beamter hat er sich aber verplfichtet, die Handlungen des Staates zu verkörpern - ungeachtet seiner privaten Ansichten - solange die rechtmäßig sind. Wenn er das nicht will, will er auch kein Beamter sein. "
So etwas ist schlichtweg nicht haltbar. Ein Beamter ist weder Eigentum noch Sklave eines Staates. So etwas wurde verwendet, um nach dem dritten Reich die eigenen Taten zu rechtfertigen. Daraus hat man gelernt und das Staatsrecht sieht ganz anders aus.
Richtig ist, dass ein Beamter ein besonderes Verhältnis zum Staat und zum Bürger hat. Darunter fällt z.B. das Streikverbot und die Möglichkeit ihn zu versetzen. Ansonsten ist er Bürger wie jeder andere und hat auch entsprechende Rechte und Pflichten. Aber wir entfernen uns von dem vorliegenden Fall.
Der Standesbeamte ist aus gutem Grund "krank". Er wird dadurch aus der Schusslinie der Presse genommen. Ich bin auch überzeugt, dass nicht er selber, sondern seine Dienststelle dafür verantwortlich ist. Man holt die Emotionen herunter, damit man den Fall sachlich bearbeiten kann. Die vorliegende Diskussion zeigt ja sehr deutlich, dass das nötig ist und die Zeitung berichtet ja sehr einseitig.
Der Beamte hat grundsätzlich das Recht, eine Arbeit aus Gewissensgründen nicht durchzuführen. Aber eine Verweigerung muss entsprechend begründet werden und daran werden sehr hohe Maßstäbe angelegt. Die Meinung, ein Beamte könne je nach Lust uns Laune damit eine Arbeit verweigern, irrt. Sein Dienstherr dürfte ihm dann ganz schön die Hölle heiß machen.
Im vorliegenden Fall ist unklar, wie der Beamte seine Haltung begründet und wie er sich verhalten hat. Ich denke, das sollte man einfach zur Kenntnis nehmen und Spekulationen, die ja in der Regel nur Ausdruck der eigenen Einstellung sind, unterlassen. Mit Wahrheit hat das nichts zu tun sondern eher mit dem Gegenteil: Verschleierung und Hetze.
Vergleicht das doch einmal mit unserer Situation. Stellt Euch vor, irgendwelche Leute verbreiten über uns Spekulationen über unser Sexualverhalten, weil wir Frauenkleider tragen. Wir seien pervers oder vielleicht noch schlimmeres.
Ach, solche Leute gibt es ? Und wie denken wir über solche Menschen ? Richtig, sie kennen nicht unsere Situation und spekulieren nur und malen sich in ihrer Phantasie aus, wie es ihrer Ansicht nach sein könnte. Für uns ist das unfair.
Lasst uns ein wenig mehr Fairness dem Standesbeamten im allgemeinen und dem Beamtentum im besonderen zeigen. Zum ersten Fall gibt es nicht viel zu sagen. Es wurde tendenziös berichtet. Im zweiten Fall liegt das Problem oftmals nicht im Beamten, sondern an den Regeln, wie der Beamte arbeiten muss. Da könnte man wirklich noch einiges verbessern. Aber das obliegt nicht der Masse an Beamten.
Im übrigen gibt es viel weniger Beamte, als viele Menschen glauben, die überwiedende Anzahl der Mitarbeiter sind Angestellte. Und so nebenbei, vergleicht das Gehalt eines Beamten mit dem eines Angestellten in der freien Wirtschaft. Auch da gibt es je nach Branche deutliche Differenzen zu Lasten des Beamten und noch mehr des öffentlich Angestellten.
"Als Beamter hat er sich aber verplfichtet, die Handlungen des Staates zu verkörpern - ungeachtet seiner privaten Ansichten - solange die rechtmäßig sind. Wenn er das nicht will, will er auch kein Beamter sein. "
So etwas ist schlichtweg nicht haltbar. Ein Beamter ist weder Eigentum noch Sklave eines Staates. So etwas wurde verwendet, um nach dem dritten Reich die eigenen Taten zu rechtfertigen. Daraus hat man gelernt und das Staatsrecht sieht ganz anders aus.
Richtig ist, dass ein Beamter ein besonderes Verhältnis zum Staat und zum Bürger hat. Darunter fällt z.B. das Streikverbot und die Möglichkeit ihn zu versetzen. Ansonsten ist er Bürger wie jeder andere und hat auch entsprechende Rechte und Pflichten. Aber wir entfernen uns von dem vorliegenden Fall.
Der Standesbeamte ist aus gutem Grund "krank". Er wird dadurch aus der Schusslinie der Presse genommen. Ich bin auch überzeugt, dass nicht er selber, sondern seine Dienststelle dafür verantwortlich ist. Man holt die Emotionen herunter, damit man den Fall sachlich bearbeiten kann. Die vorliegende Diskussion zeigt ja sehr deutlich, dass das nötig ist und die Zeitung berichtet ja sehr einseitig.
Der Beamte hat grundsätzlich das Recht, eine Arbeit aus Gewissensgründen nicht durchzuführen. Aber eine Verweigerung muss entsprechend begründet werden und daran werden sehr hohe Maßstäbe angelegt. Die Meinung, ein Beamte könne je nach Lust uns Laune damit eine Arbeit verweigern, irrt. Sein Dienstherr dürfte ihm dann ganz schön die Hölle heiß machen.
Im vorliegenden Fall ist unklar, wie der Beamte seine Haltung begründet und wie er sich verhalten hat. Ich denke, das sollte man einfach zur Kenntnis nehmen und Spekulationen, die ja in der Regel nur Ausdruck der eigenen Einstellung sind, unterlassen. Mit Wahrheit hat das nichts zu tun sondern eher mit dem Gegenteil: Verschleierung und Hetze.
Vergleicht das doch einmal mit unserer Situation. Stellt Euch vor, irgendwelche Leute verbreiten über uns Spekulationen über unser Sexualverhalten, weil wir Frauenkleider tragen. Wir seien pervers oder vielleicht noch schlimmeres.
Ach, solche Leute gibt es ? Und wie denken wir über solche Menschen ? Richtig, sie kennen nicht unsere Situation und spekulieren nur und malen sich in ihrer Phantasie aus, wie es ihrer Ansicht nach sein könnte. Für uns ist das unfair.
Lasst uns ein wenig mehr Fairness dem Standesbeamten im allgemeinen und dem Beamtentum im besonderen zeigen. Zum ersten Fall gibt es nicht viel zu sagen. Es wurde tendenziös berichtet. Im zweiten Fall liegt das Problem oftmals nicht im Beamten, sondern an den Regeln, wie der Beamte arbeiten muss. Da könnte man wirklich noch einiges verbessern. Aber das obliegt nicht der Masse an Beamten.
Im übrigen gibt es viel weniger Beamte, als viele Menschen glauben, die überwiedende Anzahl der Mitarbeiter sind Angestellte. Und so nebenbei, vergleicht das Gehalt eines Beamten mit dem eines Angestellten in der freien Wirtschaft. Auch da gibt es je nach Branche deutliche Differenzen zu Lasten des Beamten und noch mehr des öffentlich Angestellten.
Viele Grüße
Vicky
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Re: Standesbeamter will lesbisches Paar nicht trauen
vicky, danke für deinen sachlich niveauvollen beitrag! 
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Re: Standesbeamter will lesbisches Paar nicht trauen
Moin,
..die ganzen Texte kann ich nicht lesen;(keen Tied) aber die Trauung hat mittlerweile stattgefunden, die Leiterin des Standesamtes hat sie persönlich vorgenommen und ist dafür aus dem Urlaub gerufen worden - steht heute bei uns in der Lokalpresse; das nur mal zur Info -Lösungen gibt es auch zuweil.
LG und frohes schaffen, Ulrike-Marisa
..die ganzen Texte kann ich nicht lesen;(keen Tied) aber die Trauung hat mittlerweile stattgefunden, die Leiterin des Standesamtes hat sie persönlich vorgenommen und ist dafür aus dem Urlaub gerufen worden - steht heute bei uns in der Lokalpresse; das nur mal zur Info -Lösungen gibt es auch zuweil.
LG und frohes schaffen, Ulrike-Marisa
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Re: Standesbeamter will lesbisches Paar nicht trauen
@Im übrigen gibt es viel weniger Beamte, als viele Menschen glauben, die überwiedende Anzahl der Mitarbeiter sind Angestellte. Und so nebenbei, vergleicht das Gehalt eines Beamten mit dem eines Angestellten in der freien Wirtschaft. Auch da gibt es je nach Branche deutliche Differenzen zu Lasten des Beamten und noch mehr des öffentlich Angestellten.
Mag sein - manchmal würden sie sich aber tatsächlich die Arbeit erleichtern, wenn sie sich die Mühe machen würden, einmal ins Gesetzbuch zu schauen und danach handeln. Ein Beispiel auch Hamburg, womit ich persönlich beschäftigt war und wo die betreffende Beamtin plötzlich auch "krank" war, als die Beschwerde von mir via das Hamberuger Senat zurück kam:
Dreimal weigerte Sie sich, eine Aufenthaltserlaubnis an einen in Hamburg wohnhaften und arbeitenden EG-Bürger auszustellen. Die Sache war eigentlich klar. Er war angekommen, hatte eigene Mittel auf dem Konto für ein halbes Jahr. Hatte nach einem Monat eine Arbeitsstelle, welches durch ein Schreiben des Arbeitsgebers nachgewiesen wurde. Trotzdem erfand sie bei jedem Besuch neue Papiere, die er mit bringen sollte, statt sich beispielsweise mit den geltenden Regeln vertraut zu machen, einen Vorgesetzten zu konsultieren, die Echtheit des Schreibens (was laut der EG-Kommission ausreichend sein soll) durch einen Anruf beim Arbeitgeber zu prüfen. Es wurden Argumente erfunden, wie "ich kann ja nicht sehen, ob das Arbeitsverhältnis gekündigt wurde" etc. Interessanterweise wurde aber auch nicht ordnungsgemäß abgelehnt, sodass es eine klare Entscheidung, mit Rechtsbelehrung gab, wogegen man Einspruch einlegen konnte. Erst im dritten Versuch, wo mit einer Dienstaufsichtbeschwerde gedroht wurde, wurde das Papier plötzlich ohne weitere Prüfung ausgestellt. Sie wusste also offensichtlich, dass sie nicht korrekt handelt. Wie sollte sie es auch nicht wissen. Freie Beweglichkeit der Arbeitskräfte in der EG gab es zu dem Zeitpunkt seit mehr als 30 Jahren.
Dann erzähl mir nichts über Personalmangel, zumindest nicht beim Ausländeramt, wenn man Zeit hat, als private Machtedemonstration so viel Arbeitszeit mit einer persönlichen Schikane zu verbringen. In der gleichen Zeit hätte sie locker 4-6 solcher Anträge korrekt bearbeiten können.
Und es gibt viele solcher Berichte, und auch nicht nur aus Hamburg.
Mag sein - manchmal würden sie sich aber tatsächlich die Arbeit erleichtern, wenn sie sich die Mühe machen würden, einmal ins Gesetzbuch zu schauen und danach handeln. Ein Beispiel auch Hamburg, womit ich persönlich beschäftigt war und wo die betreffende Beamtin plötzlich auch "krank" war, als die Beschwerde von mir via das Hamberuger Senat zurück kam:
Dreimal weigerte Sie sich, eine Aufenthaltserlaubnis an einen in Hamburg wohnhaften und arbeitenden EG-Bürger auszustellen. Die Sache war eigentlich klar. Er war angekommen, hatte eigene Mittel auf dem Konto für ein halbes Jahr. Hatte nach einem Monat eine Arbeitsstelle, welches durch ein Schreiben des Arbeitsgebers nachgewiesen wurde. Trotzdem erfand sie bei jedem Besuch neue Papiere, die er mit bringen sollte, statt sich beispielsweise mit den geltenden Regeln vertraut zu machen, einen Vorgesetzten zu konsultieren, die Echtheit des Schreibens (was laut der EG-Kommission ausreichend sein soll) durch einen Anruf beim Arbeitgeber zu prüfen. Es wurden Argumente erfunden, wie "ich kann ja nicht sehen, ob das Arbeitsverhältnis gekündigt wurde" etc. Interessanterweise wurde aber auch nicht ordnungsgemäß abgelehnt, sodass es eine klare Entscheidung, mit Rechtsbelehrung gab, wogegen man Einspruch einlegen konnte. Erst im dritten Versuch, wo mit einer Dienstaufsichtbeschwerde gedroht wurde, wurde das Papier plötzlich ohne weitere Prüfung ausgestellt. Sie wusste also offensichtlich, dass sie nicht korrekt handelt. Wie sollte sie es auch nicht wissen. Freie Beweglichkeit der Arbeitskräfte in der EG gab es zu dem Zeitpunkt seit mehr als 30 Jahren.
Dann erzähl mir nichts über Personalmangel, zumindest nicht beim Ausländeramt, wenn man Zeit hat, als private Machtedemonstration so viel Arbeitszeit mit einer persönlichen Schikane zu verbringen. In der gleichen Zeit hätte sie locker 4-6 solcher Anträge korrekt bearbeiten können.
Und es gibt viele solcher Berichte, und auch nicht nur aus Hamburg.