Lukretia hat geschrieben:Vor knapp 40 Jahren habe ich mit dem Crossdressen aus sexuellen Gründen angefangen und habe es aus sexuellen Gründen und neuerdings auch aus nicht-sexuellen Gründen bis heute beibehalten, allerdings in unterschiedlichem Grad. Im Laufe einer zweijährigen sexuellen Beziehung zu einer Frau und einer langjährigen Therapie habe ich für jeweils etwa ein Jahr (in der Summe geschätzte fünf bis sechs Jahre) darauf verzichten können. Mir ist klar, dass diese Neigung, was mir auch eine Psychologin gesagt hat, nicht mehr von alleine für den Rest meines Lebens weg geht. Sie hat insgesamt zehn Jahre Therapie überlebt.
Als ich mich anfänglich mit meiner Leidenschaft auseinandergesetzt habe und diese nicht akzeptieren konnte, habe ich auch nach Therapiemöglichkeiten
gesucht. Dabei hat sich schnell herausgestellt, dass dies der falsche Weg ist und man sich eben selbst entdecken muss. Bis vor ca. einem Jahr habe ich
das Crossdressen auch noch als "Macke" bezeichnet, im Nachhinein erscheint mir diese Bezeichnung wie ein erster Schritt von "Fehler" zu "Leidenschaft".
Jedenfalls klingt es so, als hättest du sehr lange versucht deine weibliche Seite verschwinden zu lassen und bist immer noch nicht ganz mit "ihr" im Reinen?
Daran solltest du arbeiten, sodass du es einfach genießen kannst, wenn so ein "Schub" kommt.
Lukretia hat geschrieben:
Es ist ein schwankendes Spannungsverhältnis von männlichen und weiblichen Anteilen, in dem mal die eine, das andere Mal die andere Seite überwiegt. Der Psychologe hat Recht mit seiner "Spannungsregulation". Geringste Anstöße oder Anlässe können ausreichen, um den Impuls auszulösen oder abzutöten.
Ich habe in einem gewaltigen Crossdressing-Schub Ende Oktober/Anfang November, zeitgleich mit meiner Anmeldung im Forum, einen Riesen-Haufen Frauensachen zusammengekauft. Bisher hatte ich jahrzehntelang nicht viel, in der Hauptsache einige Dessous. Inzwischen lässt die Neigung zum Crossdressen wieder nach. Aber ich werde mich hüten, die Sachen wegzuschmeißen. Die werde ich mit Sicherheit noch gebrauchen können. Es geht eben auf und ab.
Das Konzept des "schwankenden Spannungsverhältnisses" passt für mich sehr gut. Danke für diesen Denkanstoß! Ich habe an mir auch schon beobachtet, dass geringste Anstöße dazu führen können, dass Lana das Zepter übernimmt. Das kann manchmal auch nur der Anblick einer schönen und gut gekleideten Frau sein. Da freut sich der Mann in mir über den Anblick und dann kommt Lana eifersüchtig um die Ecke und will auch! Diese "doppelte Reaktion" in mir hat mich lange fertig gemacht, weil sie für mich sehr verwirrend war. Der Mann in mir will zum Flirt ansetzen und die Frau will wissen wo die Frau die Schuhe gekauft hat
Über den Punkt, wo ich alles wegschmeißen möchte, bin ich mittlerweile auch hinaus. Ich habe da eine Schublade und die wird bei Bedarf geöffnet
Liebe Grüße
Lana