Ausweis für transsexuelle Menschen ohne teure Gutachten!
Ausweis für transsexuelle Menschen ohne teure Gutachten!

JasminRheinhessen

Ausweis für transsexuelle Menschen ohne teure Gutachten!

Post 1 im Thema

Beitrag von JasminRheinhessen »

Petition v. 20.November 2014 von Dorothea Zwölfer:

Herr de Maizière: Neuer Ausweis für transsexuelle Menschen ohne teure Gutachten!

https://www.openpetition.de/petition/on ... -gutachten

freeyourgender (na)
Anke
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1412
Registriert: Mo 2. Jun 2014, 17:14
Geschlecht: Weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Waldenbuch
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 1 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Ausweis für transsexuelle Menschen ohne teure Gutachten!

Post 2 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo Jasmin,

vielen Dank für den Hinweis. Ich hab gleich mal unterschrieben und den Link auf meiner Facebookseite gepostet.

Liebe Grüße

Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.

Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)

https://www.transcuisine.com

Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCQc7XaiWBuzchBQTnGRv80g
JasminRheinhessen

Re: Ausweis für transsexuelle Menschen ohne teure Gutachten!

Post 3 im Thema

Beitrag von JasminRheinhessen »

Danke :-)

kleine Minderheiten und Petitionen sind aber 2 Dinge,
die leider schwer vereinbar sind
die Anzahl an Stimmen ist hier schwer zu erreichen
nicole.f
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 788
Registriert: Fr 3. Dez 2010, 11:04
Geschlecht: trans* Frau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Siegen
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Ausweis für transsexuelle Menschen ohne teure Gutachten!

Post 4 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Bei allem Respekt zu Dorotheas Engagement, aber solche Petitionen gab es schon viele und alle sind gescheitert. Denn nie kommen genügend Unterstützer dafür zusammen. Und selbst wenn, dann ist eine solche Petition ein Witz, denn sie führt zu nichts anderem, als das dann der Vorschlag beraten werden muss. Selbst erfolgreiche Petitionen blieben dadurch in den meisten Fällen ohne jegliche Auswirkung.

Sinnvoller wäre es daher vielleicht eher, das sehr gut ausgearbeitete Projekt TSG-Reform zu unterstützen?
http://www.tsgreform.de/

Liebe Grüße
nicole
Ich bin trans* - und das ist gut so!
Homepage: http://www.dpin.de/nf
Blog: http://www.dpin.de/nf/category/trans/
JasminRheinhessen

Re: Ausweis für transsexuelle Menschen ohne teure Gutachten!

Post 5 im Thema

Beitrag von JasminRheinhessen »

@Nicole

Leider enthält das Reform-Papier in verstärktem Maße die psychopathologische Fremdbestimmung
Stichwort: MDK, Indizierung für medizinische Maßnahmen,
es ist daher weit von unabhängiger Selbstbestimmung entfernt

z.B. heißt es im Forderungspapier:

"Die Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkassen bei geschlechtsangleichenden Maßnahmen
soll " wie bisher auch " allein an die entsprechende medizinische Indikation gebunden.....werden."

Damit wird die psychopathologische Fremdbestimmung in die Hände von Organisationen gelegt,
http://www.mds-ev.de
http://de.wikipedia.org/wiki/Medizinisc ... rsicherung
http://www.mds-ev.de/media/pdf/RL_Transsex_2009.pdf
den Krankenkassen, also ist hier keine unabhängige Selbstbestimmung im Sinne der Menschenrechte gegeben.

Siehe Seite 10. des Papiers: "Hieraus folgt"
http://www.tsgreform.de/wp-content/uplo ... 201211.pdf
nicole.f
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 788
Registriert: Fr 3. Dez 2010, 11:04
Geschlecht: trans* Frau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Siegen
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Ausweis für transsexuelle Menschen ohne teure Gutachten!

Post 6 im Thema

Beitrag von nicole.f »

JasminRheinhessen hat geschrieben:@Nicole

Leider enthält das Reform-Papier in verstärktem Maße die psychopathologische Fremdbestimmung
Stichwort: MDK, Indizierung für medizinische Maßnahmen,
es ist daher weit von unabhängiger Selbstbestimmung entfernt

z.B. heißt es im Forderungspapier:

"Die Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkassen bei geschlechtsangleichenden Maßnahmen
soll " wie bisher auch " allein an die entsprechende medizinische Indikation gebunden.....werden."

Damit wird die psychopathologische Fremdbestimmung in die Hände von Organisationen gelegt,
http://www.mds-ev.de
http://de.wikipedia.org/wiki/Medizinisc ... rsicherung
http://www.mds-ev.de/media/pdf/RL_Transsex_2009.pdf
den Krankenkassen, also ist hier keine unabhängige Selbstbestimmung im Sinne der Menschenrechte gegeben.

Siehe Seite 10. des Papiers: "Hieraus folgt"
http://www.tsgreform.de/wp-content/uplo ... 201211.pdf
Muss man das nicht etwas differenzierter sehen?

Zum einen ging es in Dorotheas Petition "nur" um die Ausweispapiere. Praktisch das gleiche was sie dort fordert, findet sich in dem Papier des AK TSG Reform, denn nichts anderes regelt zur Zeit das TSG. Das TSG hat nichts mit der medizinischen Behandlung zu tun und so soll es auch nach dem Papier der AK TSG Reform, wenn ich mich nicht verlesen habe, bleiben. Einzig soll die Versorgungspflicht der Krankenversicherungen im SGB-V weiter ausgebaut werden.

Der medizinische Teil ist ein größeres Problem - ohne Frage. Aber "medizinische Indikation" kann vieles sein. Eine Indikation kann im Prinzip auch nach einem Besuch bei einem Facharzt ausgestellt werden - ohne monatelange Zwangs-Therapie etc. Der springende Punkt ist doch hier die Ausgestaltung? Eine medizinische Indikation braucht es immer, für jede Art der medizinischen Behandlung. Die Indikation selbst halte ich persönlich für nicht schädlich. Die Frage ist doch eher, wie der Weg dahin aussieht? Der Zwang zu Therapie, Psychopathologisierung etc. ist doch das, was wir nicht wollen? Und das sind Dinge, die in den Begutachtungs- und Behandlungsrichtlinien der gesetzlichen Kassen ihren Ursprung haben und nicht im TSG und auch nicht im SGB-V.

Das zeigt sich doch auch bereits darin, dass der medizinische Behandlungsweg für Privatpatient_innen ganz anders aussieht, als für gesetzliche Versicherte. Ich sage das nicht, um damit anzugeben, sondern nur als Fallbeispiel: Ich hatte den ganzen Zirkus mit meiner privaten Kasse nicht: Keine Gutachten, keine Zwangs-Begleitung, kein Nachweis einer Alltagserprobung, keine willkürlichen Fristen. Und damit war ich nicht die Einzige, andere private Versicherte haben mir Ähnliches berichtet. Wäre dies etwas gesetzlich Vorgeschriebenes, müssten sich auch die privaten Kassen daran halten.

Genau dies kann aber auch zu einem Problem werden. Denn wenn sich eine Kasse verweigert, Kosten zu übernehmen, gibt es nur wenig rechtliche Handhabe. Das ist, wenn ich das recht verstehe, der Grund, warum eine gesetzliche Verankerung der Leistungspflicht und des Leistungskataloges in dem Papier gefordert wurde.

Also für mich ist allerhöchsten die Präzisierung des Begriffs "Indikation" kritisch - oder nicht?

Liebe Grüße
nicole
Ich bin trans* - und das ist gut so!
Homepage: http://www.dpin.de/nf
Blog: http://www.dpin.de/nf/category/trans/
nicole.f
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 788
Registriert: Fr 3. Dez 2010, 11:04
Geschlecht: trans* Frau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Siegen
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Ausweis für transsexuelle Menschen ohne teure Gutachten!

Post 7 im Thema

Beitrag von nicole.f »

juliane7 hat geschrieben:Warum soll das Papier des AK TSG-Reform und ein Zeichnen der Petition ein Gegensatz sein? Anstatt hier verschiedene Dinge gegeneinander auszuspielen, sollte beides im Blick behalten werden.
Wer bei einer Menschenrechtsorganisation gearbeitet hat, der weiss, wie wichtig Petitionen sein können - selbst wenn es scheinbar nur kleine Verbesserungen sind, die de facto erreicht werden. Aber die Arbeit von amnesty und anderen beruht genau darauf, Menschen zu mobilisieren, Briefe zu schreiben bzw. Petitionen zu zeichnen usw...
LG
J.
Oh, Entschuldigung, es lag mir fern, die beiden Ansätze gegeneinander auszuspielen. Ich wollte nur auf die andere Möglichkeit hinweisen und warum ich sie für zielführender hielt.

Was konkret dieses Bundestagspetitionen angeht, habe ich leider aus Erfahrung gelernt, welch stumpfes Schwert dies ist. Der Aufwand ist groß, das Quorum hoch und in aller Regel verlaufen die Petitionen völlig im Sande. Petitionen, die das Quorum nicht erreichen, finden praktisch keinerlei Beachtung, selbst wenn es knapp ist. Und wenn sie das Quorum erreichen, führt das zu praktisch keinerlei bindenden Auswirkungen. Hier ist einfach das Petitionsrecht in Deutschland viel zu lasch.

Ich habe bei einigen Petitionen mitgezeichnet und deren Verlauf aktiv verfolgt, dafür gekämpft, dass sie erfolgreich würden. Zwei kamen durch, der/die Petitent durfte Vortragen, vor kaum besetztem Auditorium, man hat auf die Schulter geklopft und dann? Nichts. Viel Aufwand für exakt keine Wirkung.

Etwas anderes sind individuelle Anschreiben, wie Du sie auch anführst. Ja, das bringt etwas, da jedes einzelne davon bereits auf einem Schreibtisch eines Sachbearbeiters / einer Sachbearbeiterin landet, also direkt bei Menschen, die sich dann um jede Einzelne kümmern müssen. Unterschriftenlisten sind auch gut, denn die kann man immer wieder vorlegen und nicht nur bei einer Petition sozusagen "verbrennen".

Und ja klar, warum nicht auch beides, also die Petition und TSG-Reform Papier? Eigentlich nur eine Frage der eigenen Motiviation und Zeit.

Liebe Grüße
nicole
Ich bin trans* - und das ist gut so!
Homepage: http://www.dpin.de/nf
Blog: http://www.dpin.de/nf/category/trans/
Nicoletta
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 643
Registriert: Mo 26. Apr 2010, 12:50
Geschlecht: weiblich
Pronomen:
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 3 Mal
Kontaktdaten:

Re: Ausweis für transsexuelle Menschen ohne teure Gutachten!

Post 8 im Thema

Beitrag von Nicoletta »

Hallo,

ich frage mich, wieso erst 691 Leute die Petition unterschrieben haben, wenn allein in diesem Forum ein Mehrfaches davon angemeldet ist? Hier besteht doch einmal die Chance, ohne große Mühe vielleicht doch etwas zu bewegen. Bitte, macht mit!

Nicolina
Ne budi ono što si bio, postani to što jesi. -- Sei nicht, was du gewesen, werde, was du bist!
Lieschen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 444
Registriert: So 17. Feb 2013, 22:23
Geschlecht: Mensch
Pronomen:
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Ausweis für transsexuelle Menschen ohne teure Gutachten!

Post 9 im Thema

Beitrag von Lieschen »

Hallo,

im Lotto steht die Chance auf einen 6er nur bei 1:13 Millionen. Trotzdem hat wohl jede(r) von uns schon mal Lotto gespielt. Ich habe ebenfalls bei der Petition unterschrieben. Weil wir ruhig jede Gelegenheit nutzen sollten. Der Zeitaufwand ist doch minimal, also: hüh!

Lieschen
An die Rausgemobbten und/oder Ausgeschlossenen, die hier evtl. (nur) noch still mitlesen (Hugo, Darialena, Breakfast@Tiffany, ingedie2te u. A.): bitte schreibt mir doch kurz, in welchen Foren ihr euch jetzt aufhaltet.
lieschen-77ätgmx.de
Magdalena
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2733
Registriert: Di 4. Feb 2014, 10:17
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Dresden
Hat sich bedankt: 416 Mal
Danksagung erhalten: 524 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Ausweis für transsexuelle Menschen ohne teure Gutachten!

Post 10 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo!

Willst Du Menschen vor Fehlern bewahren? Die gibt es im jetztigen System bereits, trotz der 2 Gutachten - und im Unterschied zum medizinischen Bereich geht es bei dieser Petition ja "nur" um die passenden Papiere.
Ja es geht um die passenden Papiere. Darum finde ich, es sollte vorher schon überprüft werden, ob die Papiere passend sind. Sonst kann ja jeder aus Spass diesen Ausweis beantragen. Weil es vieleicht zu Fasching "IN IST", zum Beispiel als Frau zu verkleiden ohner ernsthaften Hintergrund. Somit sinkt der Wert des Ausweises gegen null. Wer soll also entscheiden, und nach welcher Rechtslage und Gutachten, wer denn Ausweis bekommen soll.
Damit Missbrauch mit dem Ausweis verhindert wird.

LG Magdalena
Lebe jeden Tag.
ab08
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2160
Registriert: So 12. Feb 2012, 14:43
Geschlecht: Frau (TS bzw. IS)
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Nürnberg
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Ausweis für transsexuelle Menschen ohne teure Gutachten!

Post 11 im Thema

Beitrag von ab08 »

Hallo,

Juliane stimm ich hier - im Gegensatz zu anderen Meinungen - völlig zu. Das gesamte hier in Deutschland verlangte Prozedere inclusive Gutachten etc. halte ich für menschenrechtswidrig und unnötig.==> Es sollte zu denken geben, dass es andere zivilisierte Staaten gibt, die ohne so ein Theater auskommen und es dort zu keinerlei Missbrauch kommt!!

Historisch erinnert es mich an Diskussionen bei der Abschaffung der Sklaverei. Viele waren da der Meinung, dass Sklaven Betreuung bräuchten und nicht selbstständig leben könnten.
Dieser Denkfehler ist verständlich: ==> An Unrecht gewöhnt man sich leicht und kann sich gar nix anderes mehr vorstellen.
Ausweg: Profunde Detailkenntnisse, die auf einer umfassenden, qualitativ wirklich hochwertigen Bildung aufbauen. *) Wer transferfähig ist, also in der Lage ist, über den eigenen Tellerrand zu blicken, sieht die Möglichkeiten. Dieser Mensch versteht, welche riesigen Chancen, trotz kleinerer Risiken, eine freiheitliche, zivilisierte Gesellschaft bietet.

Gesunde Menschen benötigen viel weniger Bevormundung (oft"Fürsorge" genannt) als viele denken. Hier erinnere ich daran, dass sogar die WHO, Ärzteverbände ... inzwischen zugestehen, dass Transsexualität keine Krankheit ist. ==> Es handelt sich also um gesunde Menschen, denen andere, aufgrund irrationaler Vorurteile, Hürden in den Weg legen.
Natürlich finden manche Betroffene Hürden(Bestimmungen) gut. Gab es unter Sklaven damals auch ("Onkel Tom" - Effekt)

Mit einem Gruß aus Bayern
Andrea(ab)

*) Dies erfordert viel Zeit, großes Engagement und vor allem kompetente Personen. Glücklicherweise gibt es diese Menschen und ich weiß, wie intensiv nun intern gearbeitet wird.
Trotzdem begrüße ich solche Petitionen und unterschreibe. --> Gleichzeitig arbeite ich aber anderswo, wo ich in meiner speziellen Situation effektiver sein kann :wink:
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 27532
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: W
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Forum-Galerie: gallery/album/1
Hat sich bedankt: 205 Mal
Danksagung erhalten: 2423 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Ausweis für transsexuelle Menschen ohne teure Gutachten!

Post 12 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

auch wenn ich mich unbeliebt machen sollte:

Für mich kann das keine Regelung nur für transsexuelle Menschen sein, sondern sollte ALLE deutschen* MENSCHEN umfassen, die aus irgendeinem Grund die Eintragung des Vornamens und die Eintragung des Personenstandes wechseln möchten.
Wie kann für transsexuelle Menschen etwas gefordert werden - und z.B. die intersexuellen Menschen werden vergessen???
Es wäre sicherlich sehr sehr schwierig, einen "berechtigten Personenkreis" festzustellen.

Deshalb meine Forderung: FÜR ALLE DEUTSCHEN MENSCHEN!

Meiner Meinung nach sollte das TSG nur noch die möglichen medizinischen Folgebehandlungen festschreiben und die Bezahlung der medizinischen Leistungen regeln.

Meine Forderung "FÜR ALLE" soll nicht bedeuten, dass eine gewünschte psychologische Begleitung entfallen soll.

Gruß
Anne-Mette

*nein - das ist keine Deutschtümelei meinerseits. Ich schreibe "deutsche", weil andere Länder andere - zum Teil bessere Regelungen haben
Marielle
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1857
Registriert: Do 11. Aug 2011, 10:52
Geschlecht: Mensch
Pronomen: ikke
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Ausweis für transsexuelle Menschen ohne teure Gutachten!

Post 13 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo zusammen,

"dass Transsexualität keine Krankheit ist"

Bin erfreut; vor ein paar Monaten wurde ich für diese Aussage, wenngleich etwas anders formuliert, noch beschimpft und aufgefordert, mich dafür zu entschuldigen. Aber egal; schön, dass sich was bewegt.

Die Petition geht mit der Forderung nach vereinfachter Änderung des Personenstands nach meiner Auffassung in die falsche Richtung.

Die (erleichterte) Möglichkeit der Änderung des Geschlechtseintrages ist m.E. nämlich nicht die Lösung, sondern Teil des Problems. Geändert werden kann nur, was eingetragen ist; keine Eintragung, kein Änderungserfordernis. Die Forderung sollte daher lauten, den Geschlechtseintrag in den öffentlichen Registern und Papieren abzuschaffen und eine Erleichterung der Vornamensänderung zu ermöglichen, statt eine Zementierung des 'Status quo' einzufordern, auch wenn dabei der Effekt einer 'behördlichen Anerkennung' der eigenen Identität, des sogenannten 'Geschlechts', verloren ginge. Diese scheint einigen zwar sehr wichtig zu sein, ist aber nicht die Aufgabe behördlicher Register und, siehe oben, eigentlich ein wesentlicher Teil des Problems, weil damit die 'amtliche' Falschzuweisung von 'Geschlecht' überhaupt erst möglich wird. Deswegen glaube ich, dass die 'Änderungserleichterungsforderung' betreffend den Personenstand kontraproduktiv wirkt. Aber das hatten wir auch schon; vor ein paar Monaten.

Habt einen schönen Sonntag und, wenn ihr mögt, einen besinnlichen ersten Advent.

liebe Grüsse

Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
Vivian Cologne
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 683
Registriert: Di 24. Jul 2012, 14:08
Geschlecht: Frau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Köln
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Ausweis für transsexuelle Menschen ohne teure Gutachten!

Post 14 im Thema

Beitrag von Vivian Cologne »

Nur mal zur Verdeutlichung:

Ich vermute, dass Magdalena gemeint hat, hier sei ein spezieller neuer Ausweis für Transidente gewünscht. Diesen gibt es bereits, es ist der Ergänzungsausweis der DGTI. Sinn und Unsinn haben wir schon rauf und runter diskutiert.

In der Petiton von Dorothea geht es um das komplette Verfahren zur Vornamens- und Pesronenstandsänderung nach dem TSG. Der Titel ihrer Petition ist vielleicht etwas zu verkürzt gewählt und deshalb etwas missverständlich. Personen Wie ich, die bis über beide Ohren in diesem Verfahrenswust stecken, wissen natürlich sofort, was gemeint ist.

Die 700 Unterschriften, die dort bisher stehen, sind in der Tat arg wenig. Ein Quorum von 120.000 wird so sicher nicht erreicht. Dass nicht unser ganzes Forum dort mitmacht, dürfte auch klar sein. Das betrifft doch nur einen kleinen Teil der hier Angemeldeten. Und manche, die es hinter sich gebracht haben, scheinen das Verfahren ja auch gut und richtig zu finden. Klar, kann ich nachvollziehen, warum sollen die, die nach mir kommen, es leichter haben als ich, so mag der Gedanke dahinter sein. Aber ich bin ja auch eine Verschwörungstheoretikerin.

Vivian
Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 27532
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: W
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Forum-Galerie: gallery/album/1
Hat sich bedankt: 205 Mal
Danksagung erhalten: 2423 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Ausweis für transsexuelle Menschen ohne teure Gutachten!

Post 15 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

es können doch nicht die anderen Menschen ausgeklammert werden, die es auch angeht. Es gibt intersexuelle Menschen, denen (zwangsweise) ein Geschlecht zugewiesen wurde und die ein Interesse daran haben, "unbürokratisch" genau den Namen und Eintrag des Geschlechtes vornehmen zu lassen, den sie wollen.

Es ist doch ein Trugschluss, (nur) für transsexuelle Menschen die Erleichterungen zu fordern. Dann sind wir genau wie bisher dabei, dass ich (m)eine Transsexualität nachweisen muss, oder wie soll das sonst gehen?

Eine Änderung der Gesetze "für alle" bleibt in meinen Augen die einzig richtige Forderung.
Im Zuge dieser Novellierung sollte dann gleich darauf hingearbeitet werden, dass wirklich alle Gegebenheiten untergebracht werden können.
Wenn intersexuelle Menschen selber eine Petition starten wollen, werde ich diese natürlich gerne auch lesen, prüfen und ggf. unterschreiben, aber ich fühle mich nicht kompetent und autorisiert, für diese Gruppe zu sprechen.
Wie soll das denn gehen? Jeder kleine Gruppe für sich?
Es kann nur um ein "großes Ganzes" gehen. Wenn endlich die Namens- und Personenstandsgeschichte vom Tisch ist, dann können wir uns um die anderen anstehenden Aufgaben kümmern.
Für ein "großes Ganzes" würden wir sicherlich etliche Verbände und Gruppierungen mit "ins Boot bekommen", die auch ein Interesse haben an einem gleichberechtigten Miteinander aller Geschlechter.

Gruß
Anne-Mette
Antworten

Zurück zu „Politik - Initiativen - Forderungen“